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807 villa Scofheim. Erstgenannt anläßlich einer Schenkung an Kloster St. Gallen. Vor allem aber hatte hier, neben dem Kloster St. Georgen im 12. Jahrhundert, das Kloster Murbach grundherrliche Rechte unter der Obervogtei der elsässischen Grafen von Habsburg. Murbachische bzw. habsburgische Lehensleute waren seit Anfang des 12. Jahrhunderts die Herren von Rötteln, die vor 1250 in Schopfheim ein Wasserschloß besaßen und hier um dieselbe Zeit eine Stadt gründeten (1283 oppidum, 1313 stat). Die Pfarrkirche wurde in die Ummauerung einbezogen. Vermutlich schloß sich die Stadt um das ältere Dorf. Durch die Herren von Kienberg (siehe Künaberg, Gemeinde Fröhnd, Verwaltungsraum Schönau im Schwarzwald), Lehensträger der von Rötteln, kam Schopfheim 1260 vorübergehend an das Kloster St. Blasien. 1316 erbten die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg die Stadt von den Herren von Rötteln. Oberlehensherren von Stadt und Kirchensatz waren die Habsburger (1387 Belehnung Markgraf Rudolfs III. durch Herzog Albrecht III. zu Rheinfelden). Die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg blieben Stadtherren von Schopfheim bis zum Übergang der Landeshoheit an die Markgrafen von Baden 1503. Schon um 1250 besaß Schopfheim Stadtmauer und Graben; um 1330 Stadterweiterung, Bau der vier Tore. Das Gitternetz der Gassen war nach der Marktstraße ausgerichtet. Nach den Zerstörungen des 30jährigen Krieges erfuhr der Stadtgrundriß eine völlige Veränderung. An der Stelle des ursprünglichen Dorfes entstand der Stadtteil Au. An der Spitze der Stadtverwaltung stand der herrschaftliche Vogt, später Obervogt, sein Stellvertreter in der Stadt war ein bürgerlicher »Statthalter«. Gerichtsherr war der Markgraf, für die Blutgerichtsbarkeit war das Rötteler Landgericht zuständig. Als der Vogtei zugehörige Orte werden 1394 Gündenhausen, Enningen, Wiechs, Eichen und Ehner-Fahrnau genannt. Eine neue Stadtverfassung mit Bürgermeister und Gemeinderat unter Abtrennung der entfernteren Außenorte Eichen und Wiechs - Enningen war bereits abgegangen - wurde 1808 eingeführt. Das neue Rathaus auf dem Marktplatz anstelle des alten aus dem 15. Jahrhundert ist 1826 im Weinbrennerstil erbaut. Die Burg in der Nordwest-Ecke der Stadt, nach dem Stadtbrand von 1412 wieder aufgebaut, verfiel im 30jährigen Krieg der Zerstörung. Im 18. Jahrhundert bildete die Obervogtei Schopfheim eines der Viertel der Oberen Markgrafschaft und zusammen mit dem Sausenharter Viertel die Landgrafschaft. Sausenberg. Die Oberlehensherrschaft Österreichs wurde 1741 durch eine Geldzahlung abgelöst. Nach Aufhebung des Oberamt Rötteln 1809, zu dem die Stadt seit 1803 gehörte, wurde Schopfheim Sitz eines Amts bzw. Bezirksamt, welchem seit 1924 auch die Orte des bisherigen Bezirksamt Schönau zugehörten. 1936/38 wurde das Bezirksamt Schopfheim aufgehoben und Lörrach zugeteilt. Schon Mitte des 17. Jahrhunderts ist Papierfabrikation bezeugt, im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Textilindustrie, Mitte des 18. Jahrhunderts Metallindustrie.