1990

Bürgermeister Klaus Fleck: Ein älterer Mann mit grauen Haaren und einem ernsten Gesichtsausdruck trägt ein gelbes Hemd vor einem unscharfen Hintergrund.

Historischer Kontext und gesellschaftliche Stimmung

Die stille Revolution in der DDR bis zur Wiedervereinigung, die Abkehr von der Planwirtschaft und dem Kommunismus in den östlichen Staaten, der wirtschaftliche Zusammenbruch und das Auseinanderbrechen des Vielvölkerstaates Sowjetunion, die Golf‑Krise und noch zahlreiche andere Veränderungen waren für uns Beunruhigung und Hoffnung auf eine bessere Zukunft zugleich. Und diese Entwicklungen spürten wir auch in Schopfheim, sie beeinflussten unser Denken und Handeln und ließen manchmal unsere örtlichen Sorgen und Probleme als klein und gering erscheinen.

Bevölkerungswachstum und Wohnungsbau

Natürlich spürten wir auch die Ost‑West‑Wanderung; innerhalb eines Jahres nahm unsere Bevölkerung um ca. 500 Einwohner zu, das Wohnungsproblem verschärfte sich immer mehr. Verwaltung und Gemeinderat setzten deshalb alle Anstrengungen daran, den Wohnungsbau zu beschleunigen. Mit den 130 Wohnungen am Hirschen‑Dreieck, davon ca. 90 Mietwohnungen mit Mieterbenennungsrecht der Stadt, begannen die wohnungsbaupolitischen Aktivitäten; die Erschließung »Bremt« ermöglichte ebenfalls im 1. Abschnitt ca. 100 Wohnungseinheiten. Dies reicht jedoch nicht aus. Deshalb beschloss der Gemeinderat, sowohl die Baugebiete »Kleine und obere Schleife« als auch »Rebacker‑Rütteberg« als Entwicklungsgebiete nach dem neuen Gesetz auszuweisen, um die Wohnbebauung beschleunigen zu können. Dies war ein mutiger politischer Schritt, denn hier wird bundesweit Neuland im Verfahren beschritten.

Energi­esparendes Bauen und Umweltmaßnahmen

Nicht nur die Entwicklungsgebiete waren richtungsweisende Entscheidungen, für die der Gemeinderat Lob und Anerkennung verdient, sondern auch die Vorgaben für ein energiesparendes Bauen im Baugebiet »Bremt«. Mit den städtischen Vorgaben entstehen nun Reihenhäuser zu herkölmmlichen Baupreisen, die im Heizungsenergieverbrauch nahezu Werte der Niedrigenergiehäuser erreichen. Weitere Entscheidungen waren durch umweltbewusstes Handeln geprägt wie die Solarheizung für das Schwimmbad oder eine verstärkte Investition in Kanalisationsmaßnahmen mit zusätzlicher Verschuldung, wobei bewusst höhere Abwassergebühren zur Finanzierung dieser Investitionen vorgesehen sind.

Kinderfreundliche Infrastruktur und Kindergärten

Dass Schopfheim eine kinderfreundliche Stadt ist, beweist das rasche Handeln von Gemeinderat und Verwaltung in der Kindergarten‑Situation. Für zwei Neubauten in Langenau und im »Bremt« wurden die Grundsatzentscheidungen getroffen, eine provisorische Gruppe wurde in Langenau eingerichtet. Mit diesen Maßnahmen wird sich der Haushaltsspielraum mittelfristig weiter einengen, weiterer Handlungsbedarf im Sinne einer Ganztagsbetreuung zeichnet sich bereits ab.

Diskussion um das städtische Krankenhaus

In Sorge um die künftige Haushaltssituation war deshalb der Antrag zu verstehen, das Städtische Krankenhaus an den Kreis abzugeben. Die Entscheidung fiel überraschend deutlich aus, die Übergabeverhandlungen gestalteten sich jedoch zähflüssig und manchmal unerfreulich, Gemeinderat und Verwaltung wollten sich ultimativen Forderungen des Landkreises nicht unterwerfen. Dass trotz dieser Turbulenzen das Krankenhaus hervorragend arbeitete und auch ein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis erbrachte, spricht für diese Einrichtung und deren Wertschätzung durch die Bevölkerung.

Verkehrsentwicklung und Infrastrukturprojekte

Ein Dauerbrenner in der gesamten Diskussion war die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse. Alle atmeten befreit auf, als Ende des vergangenen Jahres der Planfeststellungsbeschluss über den restlichen Abschnitt der Umgehungsstraße erlassen wurde. Leider kam man jedoch bei der konkretisierenden Lösung im innerstädtischen Verkehr keinen Schritt weiter, sodass der Ausbau der Bahnhof‑/Bismarckstraße, der Park‑and‑Ride‑Plätze und des Busbahnhofs weiterhin blockiert sind. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Mut und Vorausblick gewünscht, damit manche Verfahren rechtzeitig angegangen werden, um einige Jahre später mit dem Bau beginnen zu können.

Sturm‑ und Schneeschäden im Wald

Was Sturm und Schnee alles anrichten können, zeigte das vergangene Jahr. Die Windbrüche nach zwei Stürmen verursachten im Wald so schwere Schäden, dass der Hiebsatz von mehr als zwei Jahren mit Sturmholz erledigt war. Unsere eigenen Fachkräfte waren gar nicht in der Lage, so schnell diese Waldschäden aufzuarbeiten, sodass wir dankbar auf die Mitwirkung der Bundeswehrsoldaten der Kaserne Fahl und sogar auf französische Streitkräfte zurückgriffen.

Schnee‑Notstand und Reaktionen

Als im Dezember überraschenderweise sehr viel Schnee fiel, spielten manche plötzlich nahezu verrückt, es wurden sogar Überlegungen angestellt, einen »Schneenotstand« auszurufen. Hier wäre manchmal etwas mehr Gelassenheit und die Akzeptanz von Unzulänglichkeiten besser am Plätze als mancher Aktionismus, der dabei gefordert wurde.

Kulturelle Highlights und Museumserweiterungen

Wer im vergangenen Jahr das Kulturgeschehen unserer Stadt aufmerksam beobachtet hat, stellte sicherlich fest, dass in Schopfheim eine überdurchschnittlich große Vielfalt an kulturellen Angeboten vorhanden ist. Für das städtische Museum gab es dabei zwei herausragende Ereignisse; wir konnten mit drei Leihgaben der Staatsgalerie Stuttgart unsere Sammlung Fritz‑Heeg‑Erasmus komplettieren und einen interessanten Querschnitt seines Wirkens nun dem Besucher präsentieren. Besondere Beachtung fand jedoch die Ausstellung »Schopfheim um die Jahrhundertwende«; mit der wohl einmaligen Fotoplattensammlung von Karl‑Friedrich Hartmann ist ein stadtgeschichtlicher und kultureller Fundus vorhanden. Durch den Erwerb der über 1000 Fotoplatten von den Erben dieses ehemaligen Fahrnauer Bürgers werden für die Zukunft weitere Aktivitäten möglich.

Internationale Partnerschaften und Freundschaften

In dem politischen Umbruch in Europa ist es wichtiger denn je, die kommunalen Kontakte und Freundschaften zu pflegen. Die Besuche des Gemeinderates von Poligny und die zahlreichen Begegnungen und Aktivitäten mit unserer französischen Partnerstadt waren sicherlich der Schwerpunkt in partnerschaftlichen Beziehungen. Ein interessantes Dreiecksverhältnis bahnt sich mit unserer schwedischen Partnerstadt Ronneby an, nachdem diese auch zu Berlin‑Zehlendorf partnerschaftliche Beziehungen unterhält, und dieser Berliner Stadtteil direkt an Kleinmachnow angrenzt, zu deren Gemeinde sich in Brandenburg enge Beziehungen anbahnen. Einer Delegation dieser Gemeinde unter Führung von Bürgermeister Dr. Klaus Nitsche konnten wir Schopfheim näher bringen und viele fachliche Gespräche führen. Die partnerschaftlichen Beziehungen zum Distrikt Dikume, Kamerun, bestehen nun seit 10 Jahren und wurden durch den Besuch einer Delegation unter Leitung von Paramount Chief Mokete weiter vertieft. Wir sind alle dankbar dafür, dass »unter dem Dach der Kirche« eine partnerschaftliche Hilfe wirkungsvoll geleistet werden kann.

Bürgerengagement und humanitäre Aktionen

Die spontane Hilfsbereitschaft unserer Bürger zeigte sich auch in der Aktion »Woronesch«; die Initiative von Horst Kuhfuß erbrachte in wenigen Wochen einen stattlichen Betrag zugunsten der notleidenden Bevölkerung dieser russischen Stadt. Aber auch die anderen zahlreichen und erfolgreichen Aktionen zugunsten gemeinnütziger Einrichtungen und Hilfen zeigen, dass unsere Bürger Gemeinsinn pflegen und eine Bereitschaft zur Hilfe latent vorhanden ist. Dies lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und dafür möchte ich allen besonders danken.

Schopfheim im März 1991, Klaus Fleck, Bürgermeister

01. Januar 1990

Mit Feuerwerkskörpern in großer Zahl und Auswahl wird das neue Jahr auch in Schopfheim begrüßt.

03. Januar 1990

Es entspricht dem Willen des Bürgermeisters, daß die Hülschematt-Halle nicht mehr mit Umsiedlern belegt werde. Dies sicherte der Landrat dem Stadtoberhaupt in einem Schreiben auch zu.

04. Januar 1990

In der Mattenleestraße hat die Heilsarmee ein Lager für Lebensmittel, die nach Temesvar in Rumänien versandt werden sollen, eingerichtet. Die Initiatoren sind Exilrumänen, die seit Jahren in Schopfheim und im Landkreis Lörrach leben.

Die vor eineinhalb Jahren angeschaffte EDV-Anlage in der Stadtbibliothek ist nun einsatzfähig. Die Ausleihe erfolgt über einen Lesestift.

Unglücklich ist die TSG-Badmintonabteilung über die Lichtverhältnisse und die schlechte Verdunkelungsmöglichkeit in der Sporthalle der Dr. Max-Metzger-Schule.

Die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Bernhard ziehen wieder von Haus zu Haus, um Spenden für notleidende Kinder in Peru zu sammeln.

05. Januar 1990

Im Gebäude der Wäschefabrik Fahrnau in der Stabhalter-Flury-Straße soll ein Dialysezentrum für chronisch Nierenkranke eingerichtet werden.

Es ist ruhig geworden um das Rollstuhltaxi, das 1981 in Dienst genommen wurde, ist einer heutigen Mitteilung der BZ zu entnehmen.

Nach 14 Jahren scheidet Jürgen Schrank als zweiter Vorsitzender der SG Eichen bei der Generalversammlung aus. Bernd Dreher wird einstimmig als neuer Vize gewählt. Der Vorsitzende Julius Wassmer meinte, daß das Gründungsmitglied Schrank stets ein Aushängeschild für den Verein gewesen sei.

Nach dem Jubiläumsjahr folgte ein etwas ruhigeres Jahr, war bei der Generalversammlung der Raitbacher Sänger im Café Reichert zu hören. Der Vorsitzende Heinrich Strittmatter gab einen Überblick über das vergangene Vereinsjahr.

Auf ein erfolgreiches Jahr blickt der Hundesportverein Schopfheim bei der Generalversammlung zurück. Der Vorsitzende Hans Schickle konnte für 25jährige Mitgliedschaft die Herren Fritz Itzin und Max Walter zu Ehrenmitgliedern ernennen. Wiedergewählt wurde der bisherige Vorsitzende für zwei Jahre.

06. Januar 1990

Traditionell treffen sich die Sozialdemokraten in diesem Jahr im »Engel« zum Dreikönigsfrühschoppen. Die große Politik, insbesondere die Entwicklung in der DDR, stand in diesem Jahr im Mittelpunkt der Gespräche, aber auch kommunalpolitische Themen beherrschen die Parteienrunde. Robert Zapp spricht sich gegen die vom Bürgermeister vorgesehene Investition im Wohnungsbau aus, weil er meint, daß diese zwar eine gute Politik für den Investor, nicht aber für den Mieter sei. Diese Art von Bauen sei jedenfalls kein Ersatz für den sozialen Wohnungsbau, denn nach zehn Jahren falle die Mietpreisbindung.

Das Handballspiel, das gegen Berlin-Spandau vorgesehen war, mußte wegen Gesundheitsproblemen der Spree-Städter abgesagt werden. Den Auftakt des SVS-Hallenfußballturnieres macht die D-Jugend. Den Wettbewerb für Jungfußballer aus der ganzen Region gewann schließlich der AS Mülhausen/Elsaß.

Zur Müllproblematik will die SPD im März ein Forum mit Fachleuten und Behördenvertretern veranstalten.

07. Januar 1990

Die evangelischen Kirchengemeinden Schopfheim und Fahrnau beginnen die diesjährige Allianzgebetswoche.

08. Januar 1990

Mit einem Gutachten des Büros für Stadtentwicklung (STEG) erhofft sich die Stadt eine Diskussionsgrundlage für die Errichtung eines Handwerkerhofes und Dienstleistungszentrums auf dem Betriebsareal der Firma Burkhardt-Schmidt.

09. Januar 1990

Die Stadtmusik Schopfheim sucht Mädchen und Jungen für die Jugendkapelle.

Mitglieder des Kinderschutzbundes veranstalten erneut für Kinder eine Vorlesestunde in der Stadtbibliothek.

10. Januar 1990

Wird derzeit der Sengelenwald zu Tode saniert, oder steht hinter der Sanierung ein einleuchtendes Konzept? Diese Frage wirft das MT auf, nachdem die Meinungen über die Arbeiten sehr divergierend sind.

Nach Auskunft des Sozialdezernenten des Landratsamtes soll noch diese Woche die Hülschematt-Halle in Eichen vom Mobiliar geräumt werden.

Heute beginnt für 60 Schüler am THG die Abiturprüfung.

Die Hauptrolle des »Nathan« spielt Wolfgang Reichmann in der Schopfheimer Stadthalle. Ein Publikum feiert den begeisternden Schauspieler und eine überzeugende, viel Beifall erntende Aufführung.

11. Januar 1990

Am 30. September, so ist heute zu lesen, wird der Güterbahnhof in Schopfheim endgültig geschlossen. Die Bundesbahn Konstanz, für den Güterverkehr zuständig, meint: »Wir schließen den Tarifpunkt, weil dies von der Kostenseite nicht anders vertretbar ist.«

DM 9.800,-- ersangen die Sternsinger in diesem Jahr. Das Geld kommt notleidenden Kindern in Peru zugute.

Andrea Finke sammelt Unterschriften für die Errichtung einer Kinderkrippe in Schopfheim. In wenigen Tagen seien bereits 100 Unterschriften in einzelnen Geschäften geleistet worden.

Auch die BZ beschäftigt sich heute mit dem »Kahlschlag« im Sengelenwäldchen. Die derzeitigen Maßnahmen werden sehr stark kritisiert, wobei die Stadt sich auf den Naturschutzbeauftragten, mit dem eine Abstimmung erfolgte, beruft.

Zum Neujahrsempfang lädt die IHK Hochrhein-Bodensee in Schopfheim ein.

12. Januar 1990

Ein junger Mann aus Grenzach-Wyhlen, der von der Polizei bereits gefaßt wurde, hat Autos in der Altstadt mit Farbe besprüht.

Der IG-Metall Vertrauenskörper der Firma Demag-Wittig in Schopfheim ist enttäuscht darüber, daß wohl alle Mannesmann Demag Wittig-Mitarbeiter, wie die Firma verlauten läßt, Aktien aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des Konzerns geschenkt bekamen, nur die Schopfheimer Mitarbeiter nicht berücksichtigt wurden, obwohl man bereits beim 100jährigen Jubiläum der Firma Wittig im Jahre 1985 auf das 100jährige Jubiläum von Mannesmann vertröstet wurde.

Die IG-Velo kritisiert die Stadt, weil im Haushalt, wie sie sagt, keine müde Mark für den Fahrradverkehr übrig sei. So pauschal will der Beigeordnete den Vorwurf doch nicht gelten lassen. Auch wenn im Haushalt keine extra Beträge ausgewiesen sind, hat man dennoch ein offenes Ohr für die Anliegen der Radfahrer. Außerdem habe man bereits für geplante Radwege Grundstückskäufe getätigt.

Pfarrer Gerhard Trautwein aus Gersbach meint, daß die Resonanz auf die Direktvermarktungsinitiative besser sein könnte. Viele hätten die Maßnahme freudig begrüßt, doch es fehle jetzt noch die ausreichende Zahl von Abnehmern.

Beim internationalen Hallenfußballturnier der C-Jugend in der Friedrich-Ebert-Sporthalle gingen die Nachwuchsfußballer des SVS-Schopfheim als Sieger hervor. Sie gewannen im Elf-Meter-Schießen gegen die Jungfußballer des FC Basel.

Pfarrer Gerhard Trautwein kehrt von einem Besuch der Partnergemeinde Stahnsdorf in der DDR zurück.

»Siddharta«, eine literarische Bühnenfassung von Hermann Hesse, wird in der Stadthalle vom Zürcher Bernhard-Theater aufgeführt.

13. Januar 1990

Jahreshauptversammlung des Schwarzwaldvereines. Prof. Dr. Gerold Blümle wird auch weiterhin den Ortsverein als Vorsitzenden führen.

Otto Faller wird bei der Arbeiterwohlfahrt zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt. Hannelore Kaiser übernimmt das Amt des zweiten Vorsitzenden. Beeindruckend war die Bilanz der guten Taten, die der bisherige Vorsitzende Hermann Reinhard für das Jahr 1989 vorlegen durfte. Ihm dankte man herzlich für 19jährige Arbeit im Vorstand, wobei auch der Bürgermeister die Leistung des bisherigen ersten Mannes heraushob und meinte, daß die Stadt über eine so aktive Arbeiterwohlfahrt sehr froh sei.

Auf ein bewegtes Vereinsjahr können die Raitbacher Musiker bei der Hauptversammlung zurückblicken. Nach achtjähriger Tätigkeit gibt Rudolf Keller das Amt des Vorsitzenden zurück. Ein Nachfolger wurde in Wilfried Keller schnell gefunden. Heinz Weis bleibt weiterhin zweiter Vorsitzender.

14. Januar 1990

Der 102 Mitglieder zählende Krankenunterstützungsverein Fahrnau hat Jahreshauptversammlung. Einstimmig wurde Franz Schäuble wieder zum Vorsitzenden gewählt. Der 89jährige Wilhelm Bauer, der seit 59 Jahren Mitglied des Vereines ist und seit 1973 als Beisitzer tätig war, scheidet altershalber aus.

15. Januar 1990

Jutta Beer begann ihre Arbeit als Leiterin des Verkehrsbüros. Die Betriebswirtin mit dem Studienfach Tourismus ist gebürtige Furtwangerin.

Der Gemeinderat verabschiedet den Haushalt und die Haushaltssatzung für das Jahr 1990 mit 48.540.000,-- DM. Der Verwaltungshaushalt umfaßt 40.820.000,-- DM, der Vermögenshaushalt 7.720.000,-- DM. Der Wirtschaftsplan des Krankenhauses wird auf 18.120.000,-- DM festgesetzt. Der Wirtschaftsplan der Stadtwerke hat ein Volumen von 2.280.000,-- DM. Bei diesem Haushalt ist wieder eine Neuverschuldung erfolgt. Mit der Darlehensaufnahme sollen umweltrelevante Dinge, wie Verbesserung der Kanalisation, realisiert werden. Zwangsläufig werden sich aber dadurch auch die Gebühren für die Abwasserbeseitigung in Zukunft erhöhen. Die Vertreter der Fraktionen sind mit dem Haushalt zufrieden, obwohl er, so kommt es zum Ausdruck, keinen Anlaß zur Freude oder gar zum Jubeln gibt.

Der Gemeinderat beschließt eine Erweiterung der Vereinsförderrichtlinien. Danach soll künftig die Jugendarbeit in den Vereinen noch besser als bisher gefördert werden.

Eine Streupflichtsatzung wird aus rein versicherungsrechtlichen Gründen erlassen, obwohl sie noch diskutiert und in Einzelbereichen verbessert werden muß.

Die GRÜNEN fordern bei der Haushaltsberatung einige Veränderungen, insbesondere wollen sie ein Gemeindeblatt realisiert wissen. Die Verwaltung hat nun die Aufgabe, dieses Problem aufzuarbeiten und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen.

Zu einem kleinen Disput kommt es im Gemeinderat über die Frage, ob man mit einer DDR-Stadt eine Partnerschaft eingehen soll. Insbesondere Alfred Horn von der SPD meint, daß ihm das »reiche Onkel Gehabe«, wie es mitunter in solchen Partnerschaften stecke, gegen den Strich gehe. Er empfahl zunächst ein Abwarten, das auch von der Fraktion der GRÜNEN unterstrichen wurde. Einzig Kurt Härzschel von der CDU meint, daß ein riesiges Bedürfnis nach menschlichen Kontakten bestehe und er nichts Anrüchiges dabei finde, in Sachen Demokratie den noch unerfahrenen Landsleuten etwas aus eigenen Erfahrungen mitzuteilen. Wie es weiter gehen soll, wird eine Sitzung hinter verschlossenen Türen zeigen.

Bürgermeister Fleck, Beigeordneter Bertsch und Hauptamtsleiter Stritt sind in der Staatsgalerie in Stuttgart, um dort drei Bilder des Schopfheimer Malers Heeg-Erasmus auszusuchen, die als Dauerleihgabe künftig im Heimatmuseum Schopfheim zu sehen sein werden. Die Bilder, die in Kürze in Schopfheim eintreffen, werden durch Prof. Beye von der Staatsgalerie überreicht.

Das neue vhs-Programm wird durch den Leiter Franz Hoch vorgestellt. Die vhs-Kursleiter treffen sich, um über das bevorstehende Programm zu sprechen und wählen gleichzeitig die Dozenten Rolf Merz und Reinhold Helfert als Vertreter in den vhs-Beirat.

16. Januar 1990

Treffen der Muettersprochgesellschaft im Sternen. Karlhermann Russ berichtet über Schopfheims Vergangenheit.

Bei der Generalversammlung der Langenauer Turnerschaft wurde erneut der Ruf nach einer Sportanlage laut. Ortsvorsteher Hermann Schmitt berichtete dem Verein jedoch nur wenig Optimistisches. An erster Stelle rangiere der Hochwasserdamm, und bevor dieser nicht gebaut sei, tue sich in Sachen Sportanlage nichts.

Der Ortschaftsrat Eichen besichtigte dieser Tage die Hülschematt-Halle, die nahezu geräumt ist. Die Räte freuten sich darüber, daß Gerüchte über beschädigte Waschbecken und Toiletten sich nicht bestätigt haben.

Die Arbeitsgemeinschaft »Innerstädtischer Verkehr« beschäftigt sich in einer Sitzung mit dem Verkehrskonzept Bismarckstraße/Bahnhofstraße/Wehrer Straße. Der Ausschuß vertagte sich nach einer Stunde lebhafter Diskussion und will erst dann über vorgelegte Varianten sprechen, wenn der Gemeinderat sich zum weiteren Vorgehen geäußert hat und auch klargestellt, daß er Wert auf die Arbeit des Ausschusses legt. Neun Teilnehmer des Ausschusses legen eine Erklärung zur bisher etwa zehnjährigen Arbeit vor und verdeutlichen die Unzufriedenheit über sich ständig widersprechende Planvorlagen.

Rückblick auf fünf Jahre Tätigkeit hält der Pfarrgemeinderat St. Bernhard, wobei insbesondere über die Aktion »Neu anfangen« berichtet wurde. Christa Gulde meint hierzu, daß die Kirche ein Stück aus ihrem Schneckenhaus herausgefunden habe.

17. Januar 1990

Dieser Tage begannen die Bauarbeiten in der Blasistraße. Im Auftrag der Post werden Kabel verlegt. Es ist damit zu rechnen, daß der Verkehr in der Blasistraße über Monate behindert bleiben wird.

Der Gewerbeverein verlost in einer Veranstaltung den Hauptgewinn der Weihnachtsaktion. Norbert Lehmann ist der diesjährige glückliche Gewinner.

18. Januar 1990

Aus dem MT ist zu entnehmen, daß eine Stuttgarter Firmengruppe bereits mit der Stadtverwaltung verhandelt, um eventuell doch ein Pflugkaufhaus zu realisieren.

Prof. Klaus Schubring stellt im Museumskeller seine neue Schrift »Das Jahr 1789 im Markgräfler Land« vor.

19. Januar 1990

Die Stimmung im Ortschaftsrat Langenau scheint, nachdem der Landkreis Landkäufe um die Mülldeponie Scheinberg vorgenommen hat, auf dem absoluten Nullpunkt zu sein. Ortsvorsteher Hermann Schmitt meint, dieses Gelände werde für den Abschnitt 4 benötigt. Nachdem man im Landratsamt wohl erkannt hat, daß die Deponie nicht mehr so lange wie geplant reicht, hat man nun die Flucht nach vorne angetreten.

Doch nicht abgeschlossen ist die Unterstützung eines Bundestagskandidaten, wie dies erst vor einigen Tagen in der Presse stand. Nachdem zuvor Dr. Jost Noller sagte, man habe sich bereits für Herrn Oswald entschieden, erklärt dieser und sein Vize Rolf Strohm nun für den Ortsverein, daß eine Kandidatur von Anne Christine Hein nicht unterstützt werden könne. Zur Kandidatur Oswalds will man zunächst den Kreisvorstand auffordern, eine Erklärung darüber abzugeben, ob Oswald als Kandidat akzeptabel ist oder nicht und dies eventuell durch nachprüfbare Tatsachen begründen. Die endgültige Entscheidung wird dann Anfang Februar fallen.

Der Kreistag verabschiedete eine Resolution und wandte sich strikt gegen jede Art von Brandversuchen im Haseler Tunnel.

Zum 1. März sollen zwei Zivildienstleistende der Arbeiterwohlfahrt in die Räume im ehemaligen Bezirksamt einziehen und dort eine Außenstelle des mobilen sozialen Hilfsdienstes der Arbeiterwohlfahrt begründen.

Mit Christian Strütt aus Hägelberg verpflichtete der Musikverein Raitbach einen neuen und erfahrenen Dirigenten.

Karlheinz Schwarzer bleibt weiterhin Vorsitzender des 21 Mitglieder umfassenden Skatclubs »Ass-Raus«.

Schwester Saturnina, katholische Ordensfrau, die seit 1953 in Schopfheim ist, verstirbt nach segensreichem Wirken in der Markgrafenstadt.

In der Generalversammlung des Musikvereins Fahrnau wird die Probemöglichkeit im Schulhaus des Ortsteiles kritisiert. Durch den Einbau von Tischen für den schulischen Betrieb haben die Mitglieder des Vereins kaum mehr Platz. Man fühle sich, so ist zu hören, nicht mehr zu Hause. Bei den anschließenden Neuwahlen wird Thomas Hoyer einstimmig als erster Vorsitzender bestätigt.

Bürgermeister Fleck ehrt Anneliese Schulz und Schwester Inge Witzig für 25jährige Tätigkeit bei der Stadt, bzw. im Krankenhaus.

Die Badmintonspieler ziehen Bilanz über das vergangene Vereinsjahr. Insbesondere zieht der Abteilungsleiter Seger die Erfolge Nicole Grethers heran, weist aber auch auf eine Fülle weiterer Erfolge hin.

Besondere Bedeutung als kreative Tätigkeit komme dem Singen zu, meint Chorleiterin Antje Ufer während der Generalversammlung des Gesangvereins in Gersbach. Sie warnt davor, sich bei Jubiläumsveranstaltungen immerfort mit großen, leistungsstarken Chören vergleichen zu wollen. Im Vorstandsteam wurde Ernst Frieder Schmidt wiederum bestätigt.

Rückblick und Ehrungen standen bei der Generalversammlung der evangelischen Kantorei auf der Tagesordnung. Als Höhepunkt, so darf festgehalten werden, ist die Aufführung des Oratoriums »Elias« im vergangenen Jahr zu sehen. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde schließlich Liesel Danner geehrt, während Monika Saksowsky eine Ehrung für 25jährige Mitgliedschaft erhielt. Den Dank sprach man nicht nur dem Kantor Matthias Schneider aus, sondern auch der Chorfrau Johanna Weber.

Bei der Mitgliederversammlung des katholischen Kirchenchores wird Ruth Volz für 50 Jahre Treue geehrt. Auf 40 Jahre Mitgliedschaft blicken Herbert Grässlin und Marianne Fenten zurück, während Irma Kunst für 25jährige Treue zum Chor geehrt wird. Die Wahlen bestätigen den bisherigen ersten Vorsitzenden Albrecht Kordeuter, Stellvertreter bleibt Friedhelm Loose.

Beide Zeitungen beschäftigen sich heute in einem Artikel mit dem Tod von Schwester Saturnina.

20. Januar 1990

Zum Neujahrskonzert lädt der Kulturring in die Stadthalle ein. Die Weiler Orchestergesellschaft, unter der Leitung von Fridolin Uhlenhut, präsentiert einem dankbaren und applaudierfreudigen Publikum Wiener Melodien. Als Solistin des Abends wirkt Madeleine Strütt-Chappuis mit, die mit ihrem Gesang die Zuhörer begeistert.

In der Gersbacher Schule trifft sich die Feuerwehr Schopfheim zur Generalversammlung. Einzig über die Entwicklung der aktiven Wehrmänner im Ortsteil Eichen gibt man sich besorgt. Im übrigen hat man keine Personalprobleme. Einige Unstimmigkeiten innerhalb der Wehr führten dazu, daß Uwe Horschig und Michael Schwald ihre Jugendwartpositionen aufgaben. An ihre Stelle treten nun Dirk Kreisner und Jörg Morgenstern. Die Zahl der Einsätze, so ist von Kommandant Greiner zu hören, liegt genau wie im Vorjahr bei 124. Kreisbrandmeister Nicklas war es schließlich vorbehalten, verschiedene Feuerwehrleute zu ehren. Max Ühlin aus Gersbach und Hans Keller erhalten für 40jährige Treue das goldene Ehrenkreuz. Für 25jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr werden Albert Metzger und Hanspeter Meyer aus Schopfheim, Ernst Greiner, Gerd und Heinz Sutter aus Gersbach geehrt. Sie erhalten ebenfalls das Ehrenkreuz des Feuerwehrverbandes.

Am Kronenbrunnen feiern die Schopfheimer Narren eine Taufe. Sie nehmen die »Sengelengeister« und den »Hammerzinken« symbolisch in die Narrenschar auf.

Die vhs veranstaltet ein zweitägiges Seminar unter dem Titel »Flößerei, Händler und Weber im Wiesental« und beleuchtet die wirtschaftliche Entwicklung. Die Veranstaltung wird gemeinsam mit der evangelischen Akademie Baden organisiert.

Pfarrer Reiner Lichdi, so ist heute zu lesen, wechselt zum 1. August dieses Jahres die Pfarrei. Er geht nach Rastatt. Ob die Fahrnauer Pfarrei sogleich wieder besetzt werden kann, ist noch völlig offen.

Mit den Absichten der GRÜNEN, ein eigenes Mitteilungsblatt zu schaffen, beschäftigt sich der Stadtspiegel im MT.

Heinz Werner Seger läßt sich in einem Leserbrief über das Nominierungsverfahren der Bundestagskandidaten der SPD aus.

Hartmut Heise löst Erika Thoma, die zehn Jahre Vorsitzende der Naturfreunde war, im Amt ab. Dies ergaben die Wahlen bei der jüngsten Generalversammlung. Erika Thoma erhielt in Würdigung ihrer Arbeit vom Verein ein Präsent überreicht. Marie Weis und Richard Sonntag wurden für 40jährige Treue zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Auf ein erfolgreiches und bedeutendes Jahr kann der Gesangverein Fahrnau bei der Generalversammlung zurückblicken. Dank galt dem Dirigenten Volker Brenzinger, der jedoch gesundheitsbedingt in diesem Jahr bei der Hauptversammlung nicht anwesend sein konnte.

Die Lebensmittel- bzw. Hilfsaktion für Rumänien ist abgeschlossen. Insgesamt 656 kg Lebensmittel wurden gesammelt.

Bernhard Kuri, Vorsitzender des Förderkreises Fußball, stellt bei der Hauptversammlung heraus, daß es notwendig ist, die Mitgliederwerbung zu verstärken, denn nur mit einem guten Mitgliederstand und aufgeschlossenen Sponsoren könnten die hohen Ziele des Förderkreises erreicht werden.

In der Badischen Zeitung ist heute zu lesen, daß Hans Klemm vom Schweigmatter Tannenhof von der Deutschen und internationalen Reitervereinigung als Streckenbauer für den Militaryparcour anläßlich der Olympiade 1992 bei Barcelona ausgesucht wurde. Eine hohe Berufung, über die sich nicht nur Hans Klemm sehr freut.

Kurz ist auch in diesem Jahr die Generalversammlung des Musikvereins Wiechs. Bürgermeister Fleck als Präsident des Vereines leitete schließlich die Wahlen, die Reinhold Hagist bestätigten. Ein breit gefächertes Programm im vergangenen Jahr verdeutlichte im Rechenschaftsbericht die große Arbeit des Vereines.

Bei der Generalversammlung der Feuerwehr in Wiechs wird Helmut Bäckert als Löschzugführer bestätigt.

Der Fußballverein Fahrnau lädt zum ersten Familienabend seit 1971 in die Fahrnauer Festhalle ein. Vorsitzender Jürgen Jäckh meint, nach dieser gelungenen Premiere werde man auch im nächsten Jahr einen Familienabend veranstalten lassen. Der gute Zuspruch und die Stimmung hätten gezeigt, daß Bedarf für derartige Veranstaltungen noch vorhanden ist.

22. Januar 1990

Nun hat die Feuerwehr doch ihr altes Löschfahrzeug nach Kreta verschenkt. Dort wird das LF 16 wohl noch einige Jahre in der Gemeinde Imbakion seinen Dienst versehen können.

Nach nahezu 38 Jahren als amtlicher Desinfektor geht Hans Schott in den Ruhestand. Ihm war es vorbehalten, bei ansteckenden Krankheiten Wohnungen zu desinfizieren.

Der Ortschaftsrat in Raitbach beschäftigt sich mit der Waldbewirtschaftung und läßt sich dabei von Forstamtsleiter Dr. Rieger sowie Stadtkämmerer Hans Reif sehr detailliert informieren.

Die Stadt wird nun einen Umweltberater einstellen, der möglicherweise schon Mitte Februar sein Amt antritt. Dies beschloß der Umweltausschuß und legte auch gleichzeitig ein Aufgabenfeld, wie die Verwaltung es vorgegeben hat, fest. Der Berater in Umweltdingen wird einem Amtsleiter gleichgestellt und direkt dem Beigeordneten unterstellt.

In der Umweltausschußsitzung ist zu vernehmen, daß die Stadt im vergangenen Jahr 100 Obstbäume gepflanzt hat.

23. Januar 1990

Eltern und Schüler sowie die Lehrer der Friedrich-Ebert-Schule wenden sich an die Stadtverwaltung und weisen auf den enormen Verkehrslärm vor der Schule hin. In einem Antwortschreiben meint der Bürgermeister, daß man sich im Gemeinderat über die innerstädtische Verkehrsplanung unterhalten und dabei auch versuchen werde, entsprechend dem Generalverkehrsplan die Lösung vor der Ebert-Schule in der Roggenbachstraße umzusetzen.

Der Bürgermeister meint, daß auch in diesem Jahr am Entegast ein Ersatzweg für den durch den Erdrutsch zerstörten geschaffen werden könne.

Gegen den beabsichtigten Güterverkehrabbau der Bundesbahn wendet sich Peter Reinelt, MdL. Der SPD-Abgeordnete hat den Innenminister vorgehalten, ein solches Vorgehen sei das Einverständnis zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße, und dies sei eine grundverkehrte Politik.

In der vergangenen Woche sprachen Karlhermann Russ und Heiner Schneegäß bei der Muettersprochgesellschaft über Schopfheim, wie es sich zur Jahrhundertwende zeigte. Dabei verstanden es beide, mit gewohnt bewegten Bildern die Situation der Stadt mit ihren Menschen und Einrichtungen zu schildern. Zwei Könige, so meinte Heiner Schneegäß, regierten damals Schopfheim. Es waren dies der Holzhäger und der Chrutschniider. Beide verstanden es, ein Zeitbild in wunderschöner Deutlichkeit zu vermitteln.

Im vhs-Beirat spricht man über das Raumproblem, wobei die Vertreter der Kursleiter eine baldige Lösung für eigene Räumlichkeiten der vhs fordern.

24. Januar 1990

Die TSG will die 40 Jahre alte Vereinsfahne wieder instandsetzen lassen.

25. Januar 1990

Schwester Saturnina Hall wird im Mutterhaus in Gengenbach unter Anteilnahme vieler Schopfheimer zur letzten Ruhe getragen. Auch die Stadt würdigt die so beliebte Ordensfrau.

Mit Antiquitäten erlesenster Art präsentiert sich die Stadthalle. Zum wiederholten Male veranstaltet das Unternehmen Metzger die Schopfheimer Antiquitätentage.

Zu einem schweren Verkehrsunfall muß die Feuerwehr um 19.00 Uhr ausrücken. Auf der Dossenbacher Straße kommt es zu einem Frontalzusammenstoß. In der gleichen Nacht muß die Wehr noch zweimal ausrücken, da ein Sturm Bäume auf die Straße stürzen ließ.

Enttäuscht ist man beim Gewerbeverein darüber, daß die Händler kein Interesse am Dienstleistungsabend zeigen. Nur etwa 20 Personen kommen zu einer Diskussionsrunde, zu der der Gewerbeverein eingeladen hat. Es wird daher in Schopfheim in absehbarer Zeit keinen Dienstleistungsabend geben. Stefan Klever, ein Schuhgeschäftsinhaber, bezog jedoch klar Stellung gegen eine resignative Haltung und meint, daß wir in Schopfheim nicht immer den Kopf in den Sand stecken dürfen, während andere die große Show machen und Kaufkraft abziehen.

Die durch das Wiesental brausenden Sturmböen rissen in Fahrnau auch einen Wohnwagen um und warfen ihn in den Schlierbach.

Bei der Bürgeranhörung zum Bebauungsplan »Auf der Au« im Rathaussaal wenden sich Bürger des Hochhauses gegen die geplante Überbauung, weil sie mit der Verkehrsführung zu diesen Neubauten nicht einverstanden sind.

26. Januar 1990

Die IG »Pro Langenau« diskutierte im »Hirschen« des Ortsteiles über die Umfahrung. In der äußerst gut besuchten Informationsrunde sprach man sich aber dann schließlich gegen eine Umfahrung aus. Die Trasse sei keine Lösung, vielmehr könnten Schallschutzfenster und eine Reduzierung der Geschwindigkeit sowie eine Teilung des Verkehrs mit zur Lärmminderung beitragen.

Unter dem Motto »S' goht mängmol ebbis denäbe« steht die diesjährige Fasnacht. Die neuen Plaketten hierfür sind nun erhältlich.

Bei der Generalversammlung des Fußballvereins im Vereinsheim, für dessen Erweiterung bereits im vergangenen Jahr 1.500 Arbeitsstunden geleistet wurden, ehrte der Vorsitzende Jürgen Jäckh für 50jährige Vereinszugehörigkeit die Herren Kurt Gress, Walter Lacher, Fritz Kiefer, Hans Steiner, Otto Deiss und Heinz Imbery, indem er sie zu Ehrenmitgliedern ernannte.

Der Verkehrsverein Gersbach hält seine Generalversammlung ab und kann auf ein erfolgreiches Jahr 1989 zurückblicken. Der seit acht Jahren amtierende Klaus Stark wird erneut für die Dauer von zwei Jahren zum Vorsitzenden gewählt. Er wird vom zweiten Vorsitzenden Wilfried Geiger vertreten werden.

Bei der zweiten Generalversammlung des Tanzsportclubs Excelsior gab Hubert Dietrich, der seit Mitte des vergangenen Jahres interimsmäßig das Amt des Vorsitzenden bekleidete, diese Funktion ab. Erich Schmidt wurde danach einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Auf beachtliche Erfolge des Tennisclubs kann Walter Geng bei der Hauptversammlung zurückblicken. Der Club geht mit 250 aktiven und 69 passiven Mitgliedern in eine neue Saison. Mit Winfried Faust konnte endlich wieder ein neuer Sportwart gefunden werden.

27. Januar 1990

Über das Wochenende findet ein internationales, vom SVS veranstaltetes B-Jugend-Fußballturnier in der Friedrich-Ebert-Halle statt.

Zu einem närrischen Dorfabend laden die »Chrattenhexen« in die Fahrnauer Festhalle ein. Gemeinsam mit der Trampolingruppe des Turnvereins und den »Schellenberghexen« aus Donaueschingen stellte man ein närrisches Programm zusammen.

Wegen Unrentabilität will die Post Telefonzellen am Wiesenweg, an der Turnhalle in Fahrnau und im Rosengarten abbauen.

Wolfgang Grabler, Rektor der Friedrich-Ebert-Schule, wurde dieser Tage auch zum geschäftsführenden Schulleiter der Grund- und Haupt- sowie der Sonderschule ernannt.

Mit dem Umbau des ehemaligen Gefängnisses kann begonnen werden, nachdem das Landratsamt und das Denkmalamt »grünes Licht« für die Bauveränderungen gegeben haben.

Der neue Dirigent des Singkreises, Norbert Mennlin, der den Chor zunächst nur für ein Jahr dirigieren wollte, erklärte sich bei der Generalversammlung bereit, den Chor zumindest bis zum nächsten Jahr weiter zu führen. Das außerordentliche Engagement, das die Sängerinnen und Sänger, aber auch der Vorstand in schwierigen Zeiten an den Tag legten, trug maßgeblich zu seinem Entschluß bei. Helga Lützelschwab wurde bei der anschließenden Wahl einstimmig in ihrem Amt als erste Vorsitzende bestätigt.

Große Sorgen plagen die Angehörigen des Gesangvereins Langenau. Durch den Mangel an aktiven Sängern sieht sich der Verein, so ist bei der Generalversammlung zu hören, gezwungen, neue Wege zu gehen, notfalls sogar den Verein aufzulösen. Bei den Neuwahlen ergaben sich keine Änderungen. Walter Kindorf wird weiter den Verein führen.

Sage und schreibe 61 Säcke mit Plastikbechern sammeln die Frauen der CDU auf dem Marktplatz. Umgerechnet waren es etwa 42.000 Stück. Diese Menge, so ist zu hören, ist kaum mehr zu bewältigen.

Wolfgang Greiner, Vorsitzender des Gesangvereins Wiechs, begrüßt zur Jahreshauptversammlung, bei der er Erwin Wassmer, Ernst Vogt und Otto Grässlin zu Ehrenmitgliedern ernennen kann, alle Anwesenden.

28. Januar 1990

In Gersbach hält der Winter Einzug. Es schneit den ganzen Nachmittag.

Zusammen mit dem Ortsverein Hausen hörte sich die SPD Schopfheim die Vorstellung von Marion Caspers-Merk an, die sich um das Bundestagsmandat bewirbt. Themen wie Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Über- und Umsiedler, Jäger 90, Verkehrs- und Friedenspolitik wurden in der Runde diskutiert. Am 1. Februar sollen die Delegierten der Partei über ihren Kandidaten entscheiden.

Beim B-Jugend-Hallenturnier im Fußball sicherte sich der SC Hausen schließlich den Siegerpokal.

Volkmar Staub, alemannischer Kabarettist, ist im alternativen Kulturcafé »Irrlicht« zu Gast.

Kantor Matthias Schneider konzertiert zusammen mit dem australischen Solotrompeter Paul Plunkett in der evangelischen Stadtkirche. Das Konzert für Orgel und Trompete findet vielfache Beachtung.

29. Januar 1990

Aus der Jahresstatistik der städtischen Vollzugsbeamten ist zu entnehmen, daß im Vorjahr insgesamt 5.010 Verwarnungen ausgesprochen wurden.

Der Winterschlußverkauf beginnt auch bei den Schopfheimer Einzelhändlern.

Der Gemeinderat wählt Peter Domes zum Umweltberater. Der Steinener wird im Februar seine Tätigkeit aufnehmen. Domes ist Dipl. Forstwirt und wird zunächst über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die zu 70% vom Arbeitsamt gefördert wird, beschäftigt.

In der ersten Ortschaftsratssitzung in Wiechs fordern die Räte erneut die Einrichtung einer Tempo 30 km/h-Zone im gesamten Ortsteil. Vehement soll sich die Verwaltung, von der nach Meinung des Ortschaftsrates zu wenig Druck komme, um dieses Problem kümmern.

Einstimmig hat der Kreisvorstand der CDU sich dafür ausgesprochen, daß Ortrun Schätzle Nachfolgerin von Wilhelm Jung im Bundestag sein soll. Auch der CDU-Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald hat bereits zugestimmt, so daß der Kandidatennomination am 2. März wohl nichts mehr im Wege steht.

30. Januar 1990

Etwas mehr Anerkennung aus den Reihen der Narrenzunft wünschen sich die Mitglieder der »Schweisslöser AG«, einer Guggenmusik des Schlatholzzinkens.

31. Januar 1990

Nach Auskunft des Landratsamtes hat die STUVA vorläufig die Vorbereitungen für die in diesem Jahr geplanten Holzbrandversuche im Haseler Tunnel eingestellt.

Vor einigen Tagen trafen sich die Delegierten des Stadtjugendringes, wobei allerdings die Teilnehmer an einer Hand abzuzählen waren. Wenn die örtlichen Vereine weiterhin den Stadtjugendring, wie es heißt, so hängen lassen, dürfte es eine Frage der Zeit sein, bis sich dieser auflöst. Gefordert wird von den Delegierten ein autofreier Sonntag.

Das 40jährige Dienstjubiläum bei der Auskunfts- und Beratungsstelle der LVA Baden in Schopfheim feiert Berti Hohlfeldt.

Eine private Hilfsaktion für Rumänien startet die Familie Friedrich Albes.

Drei soziale Hilfsdienste, die es derzeit in der Stadt gibt, wollen zusammenarbeiten, um zu verhindern, daß ein Konkurrenzdenken aufkommt. Dieser Tage trafen sich die Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Otto Faller, der Vorsitzende der evangelischen Sozialstation, Pfarrer Reiner Lichdi, die Leiterin des Mobilen Hilfsdienstes der Stadt, Franziska Gerhardt, und der Beigeordnete Hartmut Bertsch, um über eine Zusammenarbeit zu sprechen. Man will einen Arbeitskreis gründen, der sich permanent um die Thematik kümmert. Dieser soll Ende März zum ersten Mal tagen.

01. Februar 1990

In Kürze wird wohl mit dem Baubeginn im Bremt, bzw. mit dem Erschließungsbeginn zu rechnen sein. Die Arbeiten hierzu sind ausgeschrieben und werden in Kürze vergeben.

Obwohl er sich von der Narrenbühne bereits abgemeldet hatte, wird Gotti Schleer beim diesjährigen Zunftabend wieder mit dabei sein, ist heute zu lesen.

Das Verkehrskonzept Innenstadt beschäftigt auch die kommunalpolitische Runde der CDU, wobei man zunächst vor weiteren großen Schritten und Eingriffen die Fertigstellung der Umgehungsstraße abwarten will. Die GRÜNEN sprechen sich bei ihrer Runde dafür aus, daß die Radfahrer und Fußgänger in der Innenstadt Vorrang haben sollen.

Hermann Scheer, Mitglied des Deutschen Bundestages, referiert in einer SPD-Veranstaltung über die Nutzung der Solarenergie. Die Schopfheimer Sozialdemokraten und zahlreiche Gäste interessierte vor allem die Frage: Was können wir vor Ort tun? Möglich wäre die Einrichtung eines Modellhauses, in dem interessierte Nachahmer alles gezeigt bekommen, was heute in der Solartechnik möglich ist. Die Eigeninitiative der Kommunen, so Scheer, sei gefragt, man dürfe nicht warten, bis irgendwoher ein Zuschußtopf komme.

Luise Täubner, Mitglied des Deutschen Bundestages für die GRÜNEN, spricht zur aktuellen Frage der Deutschlandpolitik. Sie erläutert in neun Punkten die Gründe, warum die GRÜNEN eine Einigung zwischen der Bundesrepublik und der DDR ablehnen. Es waren jedoch nur wenige Gäste in den »Adler« gekommen, um dem Vortrag zuzuhören.

Die 17 Wahlkreisdelegierten der Schopfheimer SPD fahren ohne eine Empfehlung des Ortsvereines zur Kür der Bundestagskandidaten nach Ötlingen. Auf die Unterstützung der Schopfheimer SPD hofft auch die SPD in der DDR, so gab ein DDR-SPDler am Abend in der Mitgliederversammlung der Schopfheimer SPD bekannt.

Erich Oppitz geht nach 34 Dienstjahren am Polizeirevier Schopfheim in den Ruhestand.

02. Februar 1990

Der Kulturring lädt erneut zu einer Theaterveranstaltung in die Stadthalle, wo Jochen Schröder, bekannter Fernsehliebling, die Hauptrolle der Komödie »Monpti« spielt.

Am kommenden Montag soll im Gemeinderat das innerstädtische Verkehrskonzept erneut besprochen werden. Die Verwaltung hat hierzu die Entwicklung der letzten Jahre und die verschiedenen Beschlüsse zusammengefaßt, um die unterschiedlichen Versionen einer Verkehrsführung in der Innenstadt durch neue klärende Beschlüsse festzulegen.

Nach den Worten von Bürgermeister Fleck, wie es heute im MT steht, befindet sich die Stadt im »Endgespräch« mit zwei ernsthaften und potenten Interessenten für ein »Pflug«-Kaufhaus. In Ergänzung zur bisherigen Planung liebäugelt die Verwaltung, und wohl auch Teile des Gemeinderates, mit einer zusätzlichen Tiefgarage zwischen der Wehrer Straße und der Friedrichstraße, die ebenfalls für den »Pflug« mitbenutzt werden könnte.

Mit Knatsch endet die Generalversammlung der Imker. Keiner wollte das Amt des zweiten Vorsitzenden übernehmen, was den ersten Vorsitzenden Gustav Greiner veranlaßte, die Versammlung für geschlossen zu erklären und darauf hinzuweisen, daß eine außerordentliche Generalversammlung einberufen werden müsse. Außerdem werde man auch im nächsten Jahr einen ersten Vorsitzenden neu wählen müssen.

03. Februar 1990

Zu einem schweren Verkehrsunfall kommt es auf der B 518, unweit des Parkplatzes am Eichener See. Ein Kleinbus gerät ins Schleudern. Ein 70jähriger Mann stirbt, zwei Personen müssen mit schweren Verletzungen durch einen Rettungshubschrauber in Kliniken transportiert werden. Zwei weitere schwerverletzte Personen kommen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Mit närrischer Begleitung, in Häs und mit Guggemusik, stellen die »Enninger« in diesem Jahr wieder den Narrenbaum auf. Statthalter Wolfgang II vom Himmelreich war beim Stellen des Baumes, der einige Stunden später gleich einem Sturm standhalten mußte, dabei.

Eng zu gings im Gasthaus »Maien« bei der Generalversammlung des Musikvereins Langenau. Marko König löst Hanspeter Roser als neuer Vize ab. Bekannt wird, daß im April der Langenauer Musikverein eine Jugendkapelle aus der Taufe heben wird.

Über Zerstörungen in der Kleingartenanlage beklagen sich die Gartenfreunde bei ihrer diesjährigen Generalversammlung. Meinrad Doll, der Vorsitzende, sagte hierzu, daß Beschädigungen in Höhe von 300,-- bis 400,-- DM festzustellen waren.

In der Jahresversammlung des Musikvereins Gersbach informiert Vorsitzender Frieder Blum, daß der Dirigent Rolf Keser seine Tätigkeit aus beruflichen Gründen aufgeben muß. Er will den Verein jedoch so lange leiten, bis ein Ersatz gefunden wurde. Aus den Vorstandswahlen gingen erneut Frieder Blum wieder als Vorsitzender und Dietmar Ühlin als Vize hervor.

04. Februar 1990

Monsignore Oskar Kopp, langjähriger Pfarrer an der St. Bernhards-Pfarrei, feierte in seiner ehemaligen Pfarrkirche das Fest des goldenen Priesterjubiläums. Das Fest wurde musikalisch durch den Kirchenchor gestaltet.

In einem Filmbericht von Jochen Löbbert über das Markgräflerland, der im Südwest 3-Fernsehprogramm ausgestrahlt wurde, kommen die Fahrnauer Annemarie Fritz und Karl Fritz mit ihren Gedanken zu Johann Peter Hebel zu Wort. Im Film selbst wird auch die Fasnachtsausgrabung der Schopfheimer Narrenzunft am Kronenbrunnen gezeigt.

Bei den ersten Baden-Württembergischen Ranglistenspielen im Badminton sichert sich Michael Fleuter in der Altersklasse U 16 den Turniersieg.

05. Februar 1990

Brechend voll war der Rathaussaal, denn viele Schopfheimer wollten hören, was der Gemeinderat zum Verkehrskonzept zu sagen habe. Eine lange Diskussion endete schließlich ohne Beschlüsse. Die SPD und die Freien Wähler wollen weiterhin planen, aber nicht bauen, wobei die Freien Wähler sich auf der Linie der Verwaltung bewegen, die SPD wiederum die vorgesehenen Ringumfahrungen teils einengen und unattraktiv machen wollen. Die CDU will erst dann wieder planen, wenn die Umgehungsstraße fertig ist, und die GRÜNEN schließlich wollen die Innenstadt zur Fußgänger- und Fahrradfahrer-Zone umgestaltet wissen, wobei auch die beiden Umfahrungsringe erst beruhigt werden müßten. Eine Vielfalt an Interessen, die sich auf keinen gemeinsamen Nenner bringen ließen. Einig waren sich aber alle darin, daß der Hauptverkehr auf die Umgehungsstraße gehöre. Der Bürgermeister meint in der Diskussion um das Verkehrskonzept, daß, wenn in diesem Jahr auch der Planfeststellungsbeschluß für den zweiten Bauabschnitt der B 317 Umfahrung bei Fahrnau erfolgte, im Jahre 1993 mit der Fertigstellung des Teilstückes gerechnet werden könnte.

Die SPD-Stadtratsfraktion macht sich nun offiziell für eine Geschwindigkeitsbeschränkung in der Roggenbachstraße stark.

Dr. Zabel wird zusammen mit einem Ärzteteam für einige Wochen nach Pakistan reisen, um dort in einem Flüchtlingslager zu operieren.

Joerg Uwe Sanio beklagt sich über den Lärm der Heizzentrale. Zuviel des Zumutbaren meint er als Geplagter. Die Anlage sei eben eine Fehlkonstruktion.

Im Ortschaftsrat Kürnberg beschäftigte man sich mit Tempo 30 für den ganzen Ortsteil. Dieses Thema ließ jedoch die ansonsten gewohnte Einigkeit vermissen. Schlußendlich beschloß man mit drei gegen zwei Stimmen, einen Antrag auf Temporeduzierung im ganzen Ortsteil zu stellen.

07. Februar 1990

Chief Mokete aus dem Kirchenbezirk Dikume in Kamerun weilt mit einer Delegation in Schopfheim, um das zehnjährige Partnerschaftsjubiläum gebührend zu feiern. Bei einem Treffen im evangelischen Gemeindehaus nehmen auch Gäste aus der partnerschaftlichen Gemeinde Kleinmachnow/DDR teil.

08. Februar 1990

Auf der Suche nach der Erkenntnis, was Heimat im Dreiländereck sein kann, begibt sich Herbert Wentscher jun. in seinem Videofilm »Der Faustische Traum«, der bei seiner Uraufführung im Museumskeller große Beachtung findet.

Die Nachfolge von Meinrad Rümmele tritt Wolfgang Gabriel an und ist damit Rektor der Friedrich-Ebert-Schule. Gleichzeitig wird er zum Geschäftsführenden Schulleiter in Schopfheim ernannt. Bei der Amtseinführung spricht Schulamtsdirektor Zimpfer die Problematik der Schulbezirkseinteilung an. Nach der Zahl der Ausnahmeanträge zu schließen, sind in Schopfheim besonders viele Eltern unzufrieden.

Die Mitglieder des Bauausschusses waren vor Ort und informierten sich auf dem Gelände hinter dem Sengelen-Wäldchen über die Planung eines Reitplatzes, dabei stieß man auf Mengen von Unrat und Schrott und zeigte sich darüber sehr verärgert. Schließlich wurde der Antrag Volker Trefzgers vom Sengelen-Gestüt abgelehnt, die vorhandene Böschung wurde für zu steil befunden.

Die Schulleitung und die Elternschaft der Friedrich-Ebert-Schule plädieren für Tempo 30 in der Roggenbachstraße. So soll eine Reduzierung der Lärmbelästigung durch vorbeifahrende Lastwagen erreicht werden.

09. Februar 1990

Bei einem Empfang mit Gästen aus dem Kamerun wird auch in Langenau das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft Dikume-Schopfheim festlich begangen. Es feiern auch die Freunde aus der DDR mit und Dekan Leser aus Lörrach spricht von einer »Dreier-Partnerschaft« Schopfheim/Teltow/Dikume.

10. Februar 1990

Beim 1. Zunftabend geht es in der Stadthalle hoch her. Die Aruba-Aktiven haben das Motto »Mängmol goht au öbbis danebe« auf ihre Fahnen geschrieben. Statthalter Wolfgang II us de Vorstadt (Wolfgang Lenz) übernimmt von Burgi Klaus Fleck die Macht für die Dauer der närrischen Tage. Der zehnjährige Christoph Stockburger steht das erste Mal zusammen mit seinem Vater bei einem Zunftabend auf der Bühne. Der Junge setzt die Tradition eines alten Schopfheimer Narrengeschlechts fort.

Beim Skiclub Fahrnau hat man endgültig die Hoffnung auf Schnee begraben und die geplanten Skikurse abgesagt.

Die Arbeiterwohlfahrt kündigt für die Pfingst- und Sommerferien ein umfangreiches Ferienangebot an, das von einer Zeltfreizeit am Bodensee bis zu Sprachreisen in England reicht.

Im kleinen Saal der Stadthalle gibt es einen Mozart-Abend. Im Zusammenspiel mit German Greull (Klavier) brilliert die Sopranistin Gabriela Stocker-Reinacher mit Arien aus »Figaro«, der »Zauberflöte« und »Don Giovanni«.

11. Februar 1990

Zum 125. Geburtstag des Eichener Gesangvereins ist ein ganzer Reigen von Jubiläumsveranstaltungen geplant. Eröffnet werden sie mit einem Festakt in der Hülschematthalle. Percy Watkinson hält die Festrede.

12. Februar 1990

Roland Meder, Notar und SPD-Stadtrat, feiert seinen 60. Geburtstag.

Eine Gedenktafel für alle Opfer des Krieges soll auf dem Friedhof Platz finden. Darauf einigt sich der Hauptausschuß. Die Stadträte folgen damit einer Anregung von Karlfrieder Andris. Man will jetzt versuchen, an alle Namen heranzukommen, aber notfalls auf Vollständigkeit verzichten.

Der Zuschuß für den Lörracher Verein »Frauen helfen Frauen« wird von 3000 DM auf 4000 DM erhöht.

Auf offene Ohren stößt die »IG pro Langenau« mit ihrem Anliegen in Sachen Mülldeponie Scheinberg bei der Stadt. Beigeordneter Bertsch will die Forderung der IG nach mehr Transparenz beim Landkreis unterstützen.

Beraten wurde im Hauptausschuß auch die Forderung der Badminton-Abteilung des TSG nach besseren Spielbedingungen. Trotz Vertagung 

zeigt der Rat grundsätzlich Bereitschaft, dem »Aushängeschild im Schopfheimer Sportgeschehen«, so Hartmut Bertsch, zu helfen.

2,12 Mill. DM soll die Erschließung des 1. Bauabschnitts für das Wohngebiet »Bremt« kosten. Es entstehen 17 Ein- und Zweifamilienhäuser, ein Mehrfamilienhaus mit 12 Wohnungen und etwa 30 Reihenhäuser.

13. Februar 1990

Nach zwei schweren Unfällen auf der Landstraße zwischen Dossenbach und Schopfheim machen sich die zuständigen Behörden Gedanken darüber, ob die Unfälle hätten verhindert werden können. Man kommt zu der Einsicht, daß bei vernünftigem Fahrverhalten kein erhöhtes Risiko besteht.

Die derzeitige Grippe-Welle macht auch nicht vor dem Kindergarten am Marktplatz halt. Nachdem reihum die meisten Erzieherinnen ausgefallen sind, findet die Betreuung der Kinder nur noch in einer Notgruppe statt. Die Eltern wurden gebeten, ihre Kinder, wenn möglich, zu Hause zu lassen.

Auf die Deponie Scheinberg sollen wieder verschiedene Mengen schadstoffhaltigen Erdreichs entsorgt werden. Die »IG pro Langenau« schlägt Alarm, obwohl das Landratsamt sein Placet gab.

Die Museumsgesellschaft stellt in der Volksbank ihre Ausstellung »Schopfheim vor 125 Jahren« vor. Rolf Brüderlin erläutert bei einem Rundgang den Besuchern, »wie es früher war«.

14. Februar 1990

Eine Elterninitiative in Langenau fordert für ihre Kinder einen eigenen Kindergarten. Sie will ihren kleinen Kindern nicht länger die Busfahrten zu den entsprechenden Einrichtungen in der Kernstadt zumuten. Der Ortschaftsrat unterstützt den Elternwunsch und befürwortet das frei werdende Gebäude des Technischen Hilfswerkes als Standort eines eigenen Kindergartens.

15. Februar 1990

Der neue Chefarzt der Chirurgie, Dr. Bernd Vetter, nimmt seinen Dienst im Krankenhaus auf.

Ebenfalls neu im Amt ist Peter Domes als erster Umweltberater der Stadt.

In einer kommunalpolitischen Runde trifft sich die CDU mit Mitgliedern des Ausschusses »Verkehrskonzept Innenstadt« und der Verkehrswacht und diskutiert über eine mögliche Verkehrsplanung. Kurt Härzschel stellt heraus, daß erst nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der Umgehung der wirkliche Bedarf ermittelt werden kann. Ziel sei eine Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße, wobei es im Interesse der Einzelhändler keine autofreie Hauptstraße geben dürfe.

16. Februar 1990

Heinrich Schneegaß erinnert in der BZ an den Bombenangriff auf Schopfheim vor genau 45 Jahren. Bei einem Fliegerangriff der Franzosen fielen 16 Bomben auf Schopfheim. Etliche Häuser wurden zerstört und zwei Menschen kamen ums Leben.

In einem offenen Brief an den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden fordert die »Bürgerinitiative gegen überzogene Verkehrsplanung«, angeführt von Dr. Gilda Stahl und Johanna Brüderlin, ein Mitspracherecht im »Arbeitskreis Innenstadt«. Anlaß ist die jüngste Diskussion im Gemeinderat über das innerstädtische Verkehrskonzept. Der Verwaltung wird vorgeworfen, daß sie nicht auf die Forderung eingegangen sei, vor Fertigstellung der Umgehungsstraße keine umfassenden innerstädtischen Verkehrsplanungen oder gar bauliche Maßnahmen vorzunehmen. Beigeordneter Bertsch stellt klar, daß der Arbeitskreis, in dem jeder interessierte Bürger mitmachen könne, über das Verkehrskonzept beraten und Empfehlungen aussprechen, aber keine Entscheidungen präjudizieren könne. Die Entscheidung liege allein beim Gemeinderat.

Auf der jüngsten Sitzung des Abwasserverbandes wird klar, daß den sieben Gemeinden im Abwasserverband »Mittleres Wiesental« immer größere finanzielle Opfer für die Abwasserreinigung abverlangt werden müssen. Die voraussichtlichen Kosten für die Erweiterung der Kläranlage in Steinen kletterten auf 38 Mill. DM und könnten, so befürchten die Vertreter von Steinen, am Ende bei 50 Mill. DM liegen.

17. Februar 1990

Fünf Achtklässler des Theodor-Heuß-Gymnasiums gewinnen im Geschichtswettbewerb des Innenministeriums eine Reise nach Ungarn. Aufgabe war es, zu dokumentieren, welche Veränderungen in der Heimatgemeinde durch die Ansiedlung und Eingliederung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten. Die Schüler erläuterten das am Beispiel von Wohnbaumaßnahmen im Oberfeld und Lus.

Dem Schopfheimer Kunstpublikum wird in zwei parallelen Ausstellungen im Museum der Stadt und in der Sparkasse ein Einblick in das Schaffen von Herbert Wentscher sen. gegeben. Beispiele für die malerische Phantasie und Produktivität des im 90. Lebensjahr stehenden Künstlers sind Malereien und Zeichnungen aus drei Jahrzehnten.

Im Moment stagniert das Geschäft mit dem Altpapier. Der Turnverein Langenau, der bisher die Sammlungen durchführte, ist verärgert, daß er möglicherweise seine Aktionen einstellen muß. Der Ortschaftsrat reagiert ebenfalls mit Unverständnis auf den Altpapierstopp, der zur Zeit ein sinnvolles Recycling verhindert.

Die Fahrnauer Narren eröffnen mit einem abwechslungsreichen Zunftabend in der Fahrnauer Festhalle die heiße Phase der Fastnachtskampagne 90.

Die TSG-Badmintonspielerin Nicole Grether gewinnt in Stade bei Hamburg ihren dritten deutschen Meistertitel im Einzel in Folge. Bürgermeister Fleck empfängt die 15jährige Sportlerin und überreicht ihr ein Buchpräsent.

18. Februar 1990

Auf Anregung der Jugendabteilung des SVS-Fußballs sollen die Schopfheimer Vereine und der Stadtjugendring neue gemeinsame Wege gehen. Heinz Eiche, neuer Fußballjugendsprecher, lädt zu einem Koordinierungsgespräch ein und plant zunächst eine Zusammenarbeit bei der Sammelaktion für krebskranke Kinder, einer Stadthallen-Disco und der Maiwanderung.

Die Mädchen der TSG-Judoabteilung schlagen sich erfolgreich beim Badischen Pokalturnier in Ettlingen. Anja Bertsch schafft durch ihre starke Leistung den Sprung ins Finale, wo sie sich im Endkampf ihrer starken Gegnerin beugen muß. So belegt sie einen beachtlichen zweiten Platz und erhält einen Pokal in Silber.

19. Februar 1990

Nach zehnjähriger Diskussion um eine sinnvolle Verkehrsplanung, bei der in 30 Plänen alle denkbaren Varianten untersucht wurden, steckt der Gemeinderat nun abschließend den Rahmen für ein Gesamtkonzept ab. Dieses sieht eine Regelung des innerstädtischen Verkehrs durch Zu- und Abfahrtsstraßen vor; so gestaltet, daß es den Verkehrsbedürfnissen der Innenstadt entspricht und kein Durchgangsverkehr angezogen wird. Die Idee des Ringverkehrs wird aufgegeben. Die Situation für Fußgänger und Radfahrer soll verbessert werden, wobei neue Radwege geplant werden. In einem Modell sollen zwei Varianten für die Verbindung der Bahnhofstraße zur Wehrer Straße gegenübergestellt werden. Vor der Entscheidung über den Bau einer Unterführung bei der Post müssen Vor- und Nachteile im Vergleich mit der ebenerdigen Lösung untersucht werden. Es wird weiterhin beschlossen, die Hauptstraße zwischen dem Knoten Friedhof/Wiechser Straße und dem Knoten Himmelreich/Mattenleestraße verkehrszuberuhigen. Dies soll planerisch untersucht und im Arbeitskreis »Innenstadt« vorberaten werden. Bald verwirklicht werden soll die Anlage von Park-and-ride-Plätzen in der Bannmattstraße und beim Güterbahnhof sowie der Ausbau des Busbahnhofs. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Gesamtkonzept verkehrsberuhigter Zonen für die Stadt zu erarbeiten, wobei die Schwarzwaldstraße zwischen Wiechser Straße und Hebelstraße mit einzubeziehen ist. Die Roggenbachstraße zwischen Statthalterstraße und Schlatholzstraße soll so beruhigt werden, daß keine attraktive Verbindung zwischen Kürnberger Str. und Himmelreichstr. mehr vorhanden ist. Der Rückbau des Hirschendreiecks ist erst nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße zu untersuchen. Weiter wird der Bau einer Tiefgarage in dem Abschnitt Roggenbachstraße zwischen Wehrer Str. und Friedrichstraße in die Planung einbezogen sowie die Forderung nach mehr Haltestellen und mehr Zugverbindungen bei Verwirklichung der S-Bahn. Das letzte Wort wird nach Fertigstellung der Umgehungsstraße gesprochen.

Der Gemeinderat berät über eine mögliche Nutzung des Areals der alten Färberei Burkhardt & Schmidt. Zum einen werden die Voraussetzungen für die Einrichtung eines Handwerkerhofes geprüft. Zum anderen hält die SPD hier die Unterbringung des Bauhofes für möglich. Es könnten dann im »Bremt« auf dem vorgesehenen neuen Standort des Bauhofes mehr neue Wohnungen gebaut werden.

20. Februar 1990

Ortrun Schätzle ist seit 100 Tagen Bundestagsabgeordnete in Bonn. Im Gasthaus Sonne gibt sie einem kleinen Kreis von Zuhörern Einblick in ihren Alltag in Bonn.

21. Februar 1990

Nach der Winterpause will die »Stuva« ab Mitte März wieder im Hasler Tunnel tätig werden, um ihre Holzbrandversuche vorzubereiten. Das Forschungsprojekt »Brandschutz in Tunnelanlagen« soll jetzt auf eine gesamteuropäische Basis gestellt werden und in die europäische Hochtechnologie-Initiative »Eureka« eingebracht werden, erläutert Bundesforschungsminister Riesenhuber das Projekt in Bonn.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Ortsvereins der »GRÜNEN« dreht sich fast alles um das Geld. Man macht sich Gedanken, wie die nach allen Ausgaben noch verbleibenden 1000 DM angelegt werden sollen.

22. Februar 1990

Am »Schmutzige Dunschtig« tummeln sich kleine und große Glunkis in den Straßen der Markgrafenstadt. Bei milden Temperaturen geht es besonders heiß her. Der TSG Schopfheim lädt anschließend unterm närrisch geschmückten Kupferdach zu Tanz und Musik der »Antares« aus Freiburg.

23. Februar 1990

Die Kindergärten und Spielstuben von Schopfheim und den Ortsteilen können sich über neues Spielzeug freuen. Bürgermeister Fleck nimmt von Schreinerinnungsmeister Eberhard Petri 30 Holzzüge entgegen, die von über 100 Lehrlingen für ihre Zwischenprüfung gefertigt wurden.

24. Februar 1990

Die Fahrnauer Züchter schneiden sehr erfolgreich bei der Bundeskaninchenschau in Stuttgart ab. Bei der Jugend erzielt Iris Kropf mit einer Zuchtgruppe den Titel eines Bundesmeisters.

25. Februar 1990

Heiter wie das Wetter präsentiert sich am Nachmittag der Fasnachtsumzug, der sich als langer, farbenfroher Narrentroß durch die von Menschen dicht gesäumten Straßen schlängelt. 20 Wagen und 23 Fußgruppen sorgen für eine thematisch reichhaltige Straßenfasnacht. 8 Musikgruppen heizen mit schwungvollen Weisen dem Narrenvolk kräftig ein.

26. Februar 1990

Der Förderkreis Ferienzentren präsentiert sein neues Ferienprogramm, womit es jungen Leuten und Erwachsenen eine unkonventionelle Art des Urlaubmachens anbieten will. Erstmals wird eine Begegnung mit Menschen aus Ungarn realisiert und es werden weiterhin die deutsch-französischen und die deutsch-spanischen Begegnungen gepflegt, die hauptsächlich auf Korsika stattfinden werden.

Ein heftiger Sturm hält am Abend Polizei, Feuerwehr und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs auf Trab. Es werden Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/Stunde gemessen. Bäume stürzen auf die Straße und Ziegel werden vom Dach geweht. Das Sengelenwäldchen wird erneut vom Sturm verwüstet.

27. Februar 1990

Die Narren verabschieden sich mit Geheule von der Fasnacht. Dunkle Regenwolken treiben mit großer Geschwindigkeit am Himmel und sorgen für eine gespenstige Atmosphäre. Auf den Verbrennungsakt muß aus Witterungsgründen verzichtet werden.

28. Februar 1990

Die evangelische Kantorei stellt in Zusammenarbeit mit dem katholischen Kirchenchor ein vielfältiges Konzertprogramm für 1990 vor. Die Freunde der Kirchenmusik können fast jeden Monat ein Konzert in einer der 3 großen Kirchen in Schopfheim hören.

Vor dem Start der 14 Tunnelbrandversuche im Hasler Tunnel will Stuva-Projektleiter Dr. Alfred Haak mit 3 Fledermausexperten aus Basel, Zürich und Bonn sowie dem Landratsamt abklären, wie die Nachtflieger, wenn überhaupt in großen Zahl im Tunnel lebend, am besten geschützt werden können.

Im Rathaus ist inzwischen ein Umwelttelefon eingerichtet. Peter Domes, der neue Umweltberater der Stadt, stellt sich den Fragen der Bürger.

01. März 1990

Das Bodensee-Sinfonie-Orchester unter dem Dirigat von Prof. Eisenmann gastiert in der Stadthalle. Als Klaviersolistin des Abends wirkt auf Einladung des Kulturringes die Schweizer Pianistin Annette Weisbrodt mit.

Der Gemeinderat bestellte vor einigen Wochen Sigrid Hintermaier zur stellvertretenden Pflegedienstleiterin am Städtischen Krankenhaus.

02. März 1990

Voller Stolz feiert der Fußballverein Fahrnau das Richtfest für den Erweiterungsbau des Vereinsheimes. Vorsitzender des Vereines, Jürgen Jäckh, sprach von einem historischen Ereignis, wobei auch Bürgermeister Fleck dem zustimmte und meinte, daß der Bau eine enorme Leistung für einen kleinen Verein darstelle und man sehe, was eine Gemeinschaft leisten könne, wenn sie zusammen halte. Besonders erwähnt wurden die beiden »Dauerarbeiter« Klaus Wagner und Helmut Rossack, die viel Freizeit in den Bau des Hauses einbrachten.

03. März 1990

In Schopfheim brennt heute schon das Fasnachtsfeuer ab.

Zufriedenheit über ein erfolgreiches Jahr äußert man bei der Generalversammlung des Motorsportclubs. Insbesondere der durchgeführte Weltmeisterschaftslauf des vergangenen Jahres fand positive Würdigung, da auch dieser ein international hervorragendes Echo fand. Einstimmig wiedergewählt wurde Horst Fischer als stellvertretender Vorsitzender. Fritz Schrank, dessen Vorsitz nicht zur Wahl stand, wird weiterhin das Vereinsschiff lenken.

04. März 1990

Auf den Höhen um Schopfheim brennen die Fasnachtsfeuer.

Faszinierend war das Ensemble »Contra Punktus« in der evangelischen Stadtkirche. Ein achtköpfiges Solistenensemble führte die Johannespassion von J. S. Bach ohne den sonst üblichen Chor auf. Ein Aufführungsexperiment, das nicht nur bemerkenswert und kühn war, sondern auch als sehr erfolgreich bezeichnet werden konnte. Das Ensemble steht unter der Leitung von Bernhard Emmer.

Die Fotofreunde aus Schopfheim präsentieren in der Sparkasse ihre Ausstellung: »Blick in die Vergangenheit«. Sie fingen mit der Kamera historische, kulturelle und städtebauliche Besonderheiten sowie Bräuche und Trachten ein.

05. März 1990

Kinderumzug der Wiechser Buurefasnacht im Ortsteil.

Der Gemeinderat beschließt, nachdem divergierende Diskussionen dem Beschluß voraus gingen, in öffentlicher Sitzung die Schaffung einer Stadtplanerstelle, mit der gleichzeitig dann die Leitung des gesamten Bauamtes verbunden sein soll. Die SPD, die FDP und die GRÜNEN stehen voll hinter dieser Meinung, während bei der CDU und bei den Freien Wählern eine geteilte Meinung vorhanden ist. Teilweise ist man dort ganz gegen die Schaffung einer Stadtplanerstelle, teilweise will man den Stadtplaner aber nicht gleichzeitig als Leiter des Bauamtes ausgewiesen wissen, da auch – wie bisher – autonome Abteilungen denkbar wären.

Mit der öffentlichen Toilette im Bahnhofsbereich beschäftigt sich der Gemeinderat, nachdem diese im Stadtpark ständig geschlossen bleibt. Erneut soll mit dem Betreiber des Parkcafés verhandelt werden, daß die öffentliche Toilette im Stadtpark offen gehalten wird.

Die FWV-Fraktion stellt im Gemeinderat den Antrag, mit dem Gewerbeverein zu sprechen, um auf die Ausgabe von Plastiktüten zu verzichten.

Die von der CDU beantragte Beschlußänderung, wonach der Erlös für den Verkauf des ehemaligen Gefängnisses nicht dem Jugendzentrum sondern dem Veranstaltungsraum in Gersbach zu Gute kommen soll, wurde zunächst vertagt, bis der Stadtjugendring sich zum Jugendzentrum geäußert hat.

Mit einem Antrag an den Gemeinderat wollen die GRÜNEN den Landkreis Lörrach bitten, ein Umweltabonnement nach dem Vorbild des Nachbarkreises Waldshut unverzüglich einzuführen. Auch die Stadt Schopfheim soll sich nach dem Antrag der GRÜNEN an den Kosten angemessen beteiligen.

06. März 1990

Assistenzarzt Dr. Zeller, der am Schopfheimer Krankenhaus tätig ist, schreibt in einem offenen Brief an Behörden und Regierung, daß die Bezahlung für das Pflegepersonal an Krankenhäusern drastisch verändert werden müsse. Er meint, daß die sozialen Berufe aus dem Tarifrecht des sonstigen öffentlichen Dienstes ausgekoppelt werden müßten, um mehr finanziellen Spielraum zu erhalten.

Krankenhausverwalter Ahlbrecht widerspricht einer Äußerung Zellers, wonach eine Station im Krankenhaus wegen Pflegepersonalnotstand geschlossen werden mußte. Eine Station sei geschlossen worden, weil diese renoviert werden mußte, so Ahlbrecht.

Einen bedürfnisgerechten Jugendtreff und die Suche danach will die SPD, so ist aus der Vorstandssitzung zu hören, weiter unterstützen. Beschäftigt hat man sich auch mit der derzeitigen Deutschlandpolitik.

07. März 1990

Weil ein Schopfheimer bei der letzten Kommunalwahl seinen Wahldienst verweigerte, beschloß der Gemeinderat nun ein Ordnungsgeld gegen diesen in Höhe von 550,-- DM festzusetzen.

Dieser Tage wurde Hans Kropf mit Medaille und Urkunde des Ministerpräsidenten für 40jährige Tätigkeit im Fuhrunternehmen Rudolf Hug, Enkenstein, geehrt. Bürgermeister Fleck überbrachte die Glückwünsche und die Urkunde des Landes. Ebenfalls ausgezeichnet wurde bei dieser Gelegenheit Bernhard Hug, der Bruder des Unternehmers, der seit 25 Jahren im Betrieb tätig ist.

08. März 1990

Die zweithöchste Pro-Kopf-Müllanlieferung auf die Deponie Scheinberg, die von der Stadt Schopfheim kommt, beschäftigt den Bürgermeister. Allerdings ist noch in keiner Weise klar, woher die enormen Müllmengen kommen.

Bürgermeister Fleck stellt der Presse in einem Gespräch drei Bilder des Malers Heeg-Erasmus vor. Die Bilder erhielt die Stadt als Dauerleihgabe von der Staatsgalerie Stuttgart. Die Bilder, die zusammen mit den in städtischem Besitz befindlichen vier Werken künftig gezeigt werden, sollen im Museum ihren Platz finden.

Die SPD unterhält sich mit der Stadtjugendpflege über die Möglichkeit einer Jugendbegegnungsstätte, wobei deutlich wird, daß sich die Sozialdemokraten für die Einrichtung eines Jugendhauses stark machen werden.

Ein altes Thema erhitzt die Gemüter im Bauausschuß. Der Bebauungsplan »Im unteren Dorf« in Fahrnau führt zu aggressiven Tönen.

09. März 1990

In einer Ausstellung gibt die Volksbank in ihren Räumen einen Einblick in die 125jährige Geschichte des Schopfheimer Institutes.

Im Sportheim treffen sich die Handballer des SVS zur Generalversammlung um den Abteilungsleiter Dieter Hohlfeldt. Er wurde, wie die anderen Vorstandsmitglieder, einstimmig im Amt bestätigt.

Auf eine erfolgreiche Jahresbilanz kann das DRK Schopfheim bei der Hauptversammlung zurückblicken. Vor zusätzliche Aufgaben wurde man im vergangenen Jahr, so der Vorsitzende Emil Walter, durch die Betreuung der Übersiedler gestellt. Bürgermeister Fleck dankte der Ortsgruppe, denn ohne die wichtige Arbeit des Roten Kreuzes hätte die Stadt den Arbeitsanfall nicht bewältigen können. Emil Walter blieb Vorsitzender, und auch Manfred Frala wird weiterhin als sein Stellvertreter fungieren.

10. März 1990

Herausgeputzt hat sich die Stadthalle, um chromblitzende Autos in einer Ausstellung einheimischer Autohändler zu präsentieren. Hunderte von Schopfheimern zieht es an den 2 Öffnungstagen zu dieser Autoschau.

Kontroverse Diskussionen um Mitgliedsbeiträge gibt es bei der Generalversammlung der Segelfluggruppe Schopfheim. In seinem Jahres- und Geschäftsbericht verzeichnet der Vorsitzende Detlef Barth 30 aktive und 70 passive Mitglieder. Die Vorstandswahlen änderten an der bisherigen Besetzung der Vereinsführung nichts.

Das Landratsamt untersagte die am Fahrnauer Friedhof aufgestellte mobile Bauschuttrecyclinganlage. Bei einem Ortstermin vor zwei Tagen wurde der weitere Betrieb verboten.

Leider kein Fasnachtsscherz war der Überfall in der Sparkasse in Poligny im Februar, wie Eugen Herzog heute in seinem monatlichen Brief aus der Partnerstadt mitteilt. 70.000,-- Francs nahmen die Diebe mit. Ansonsten war es in Poligny wie bei uns: kein Schnee, dafür heftige Stürme.

Bei der Generalversammlung der Kolpingfamilie wurde Kurt Fischer wieder zum Vorsitzenden und Bernhard Springmann zu seinem Stellvertreter gewählt.

In einer außerordentlichen Generalversammlung des Imkervereins wurde Heinz Bauer zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Er tritt somit die Nachfolge von Lorenz Löffler an, der 14 Jahre dieses Amt innehatte. Damit ist auch die Unsicherheit, die im Verein bei der letzten Generalversammlung aufkam, beseitigt.

Wolfram Lorenzen, Klavier, und Albert Roman, Cello, überzeugten bei ihrem Duo-Abend im ev. Gemeindehaus mit ihrem virtuosen Können.

13. März 1990

Zum neuen Konrektor an der Friedrich-Ebert-Schule wurde Clemens Theilacker ernannt. Der 38jährige Pädagoge ist seit 1978 an der Friedrich-Ebert-Schule tätig.

Bürgermeister Fleck erläutert bei der Tagung des Arbeitskreises »Innenstadt« seine Idee, anstelle der Güterhalle, westlich des Bahnhofs einen neuen Busbahnhof zu errichten. Ansonsten bringt die Tagung nichts Neues. Sie gerät zu einer Informationsveranstaltung über die bekannten Beschlüsse des Gemeinderates zum Verkehrskonzept.

Auf Initiative von Dr. Winfried Faust, Chefarzt der Anästhesie am Schopfheimer Krankenhaus, wird die »Deutsche Schmerzhilfe Südbaden« ins Leben gerufen. Der Verein, dessen Vorsitzender Faust ist, möchte 

chronisch schmerzerkrankte Patienten erfassen, sie aufklären und ihnen eine Besserung in der medizinischen Versorgung schaffen.

16. März 1990

Totale Begeisterung bei den Gästen und den Akteuren. Die Friedrich-Ebert-Schule feiert den diesjährigen Sportabend, an dem dreihundert Schüler aktiv mitwirken.

17. März 1990

In gewohnt routinierter Weise brachte die Stadtmusik ihre Generalversammlung über die Bühne. Eindeutig wurde Hans Moser, der seit 20 Jahren das Vorstandsamt innehat, erneut wiedergewählt, um dem 675 Mitglieder zählenden Verein vorzustehen.

90 junge Badmintonspieler im Alter von 12 bis 18 Jahren sind in Schopfheim am Start zum Baden-Württembergischen Ranglistenturnier.

Peter Fritz hat zu einer Demo am 19. März gegen die Feuerwehrabgabe aufgerufen.

Der Ortschaftsrat Langenau will, daß für Lkw’s in der Ortsdurchfahrt die Geschwindigkeit auf 40 km/h reduziert wird.

Die Freude der Verantwortlichen im Turnverein Fahrnau bleibt auch nach der Wahl eines neuen Vorsitzenden nicht ungetrübt, denn die Damen-Tischtennis-Hochburg steht vor dem Zusammenbruch. Definitiv wird die gesamte Vierermannschaft des Baden-Ligisten entweder den TV Fahrnau verlassen oder mit dem aktiven Sport aufhören.

18. März 1990

Im Rahmen des zweiten Tonkünstlerfestes des Landes Baden-Württemberg konzertierten der Musikverein Fahrnau und das sinfonische Blasorchester Lure in der Stadthalle. Unter dem Dirigat von Ulrich Winzer werden während dieses Konzertes zwei Werke vom Blasorchester Lure uraufgeführt. Die zeitgenössische Musik begeistert ein aufmerksames Publikum.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Bernhard hat Pfarrgemeinderatswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei 13,7 Prozent.

19. März 1990

Dem Aufruf von Peter Fritz zur Montagsdemonstration gegen die Feuerwehrabgabe sind doch einige gefolgt. Die Demonstration selbst blieb friedlich. Demonstrativ verbrannte Peter Fritz vor dem Rathaus seinen Feuerwehrabgabebescheid. Er will Unterschriften sammeln und nötigenfalls bis zum Verfassungsgericht gehen, da er eine Ungleichbehandlung von Mann und Frau in dieser Frage sieht.

Kontrovers ist die Debatte im Gemeinderat über den Antrag der SPD, ein Ökohaus in Schopfheim zu erstellen. Die eine Seite meint, es gäbe genügend Anschauungsmaterial, während die SPD ein Anschauungsobjekt wünscht, indem ohne Beteiligung der Energiewirtschaft die technischen Möglichkeiten immer wieder aktuell dargestellt werden. Debattiert hat der Gemeinderat auch über Plastiktüten und Wurfsendungen. Man will den Gewerbeverein bitten, auf Plastiktüten in Schopfheim zu verzichten, außerdem sollen Verlage angeschrieben werden, auf ihre Wurfsendungen, insbesondere auf Zeitungen, die als reine Werbeträger fungieren, zu verzichten.

Stadträtin Ruth Sprich, die wegen Krankheit ihr Amt nach der Wahl noch nicht antreten konnte, wird im Gemeinderat verpflichtet.

Die Stadt wird Mitglied bei Euro-Solar.

20. März 1990

In der Stadthalle ernten bei einer Veranstaltung des Kulturrings 14 schwarze Sängerinnen und Sänger, die »Los Angeles Jubilee Singers«, mit Gospels und Spirituals frenetischen Beifall.

Monika John, staatl. geprüfte Altenpflegerin, will bei der Kurzzeitpflege neue Wege gehen. Ideal, so meint sie in einer Gesprächsrunde im Restaurant zum Markgrafen, wäre die Nachbarschaftshilfe. Da dies jedoch nicht in allen Fällen funktioniere, möchte sie in etwa zwei Jahren vier Plätze für vier- bis achtwöchige Kurzzeitpflege im eigenen Haus zur Verfügung stellen. Die Frage der Finanzierung ist allerdings noch offen. Die Idee selbst wird aber in weiteren Gesprächsrunden nun rege diskutiert werden.

21. März 1990

Der Gewerbeverein überreicht den Erlös der Weihnachtsaktionsverlosung den katholischen und evangelischen Krankenpflegevereinen. Die Erlöse werden für Badewannen-Einstieghilfen verwendet.

Der Kinderchor Fahrnau begeistert beim Altennachmittag im katholischen Gemeindehaus.

Der unlängst gegründete Freundes- und Förderkreis der Kantorei Schopfheim hält seine erste Generalversammlung ab. Klaus Schotte und László Bethlen führen den Förderkreis, der sich die Unterstützung und Organisation zu Gunsten der Schopfheimer Kirchenmusik zur Aufgabe gemacht hat. Man überlegt sich, wie weit man den Aktionsradius ausdehnen kann.

22. März 1990

Ein Konzept für die Jugendarbeit und das Jugendzentrum fordert die SPD und will einen interfraktionellen Ausschuß unter der Leitung des Beigeordneten etablieren.

23. März 1990

In den nächsten Tagen will das Kraftwerk Rheinfelden gegen die erteilte Genehmigung des Regierungspräsidiums in Sachen Wasserkraftwerk Fahrnau Widerspruch einlegen. Die geforderten Auflagen wurden nicht akzeptiert. Die Südstrom hatte schon gegen die Entscheidung der Behörde zugunsten des KWR geklagt. Nun will das Rheinfelder Unternehmen gegen die eigene Erlaubnis klagen.

Das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis ist wieder zu verkaufen. Der bisherige Interessent zog sein Interesse zurück, nachdem das Gebäude an der Fernwärme angeschlossen bleiben muß.

Der Sportverein Schopfheim ist auf dem richtigen Weg in die Zukunft, das stellt Vorsitzender Claus Huber bei der Generalversammlung heraus. Edgar Jäger erhält für besondere Verdienste die goldene Ehrennadel von der SVS-Handballabteilung.

Das Harmonika-Orchester richtet aus Anlaß des 60jährigen Bestehens das diesjährige Bezirksmusikfest aus, wobei Schopfheim Ende Mai zum Zentrum der Akkordeonmusik werden soll. Der alte Vorstand wird auf der Generalversammlung bestätigt und führt die organisatorischen Vorbereitungen weiter.

25. März 1990

Die Stadtmeisterschaft der Schützen wird in Wiechs im Schützenhaus ausgetragen. In der Jugendklasse hatte Andreas Leszkowski die Nase vorne. Die Juniorenklasse sicherte Holger Gröning für sich. Platz 1 bei den Damen kann Ursula Staudinger aus Maulburg erringen. Der Wiechser Manfred Hiller stand in der Altersklasse auf dem Treppchen, in der Seniorenklasse siegte Heinz Kahnau. Bei den Körperbehinderten schoß Günter Rotzler aus Wiechs am besten. Siegmund Leszkowski war in der Schützenklasse nicht zu schlagen. Die Mannschaftswertung entschied Maulburg für sich.

Schwester Gerburga von der Krankenpflegestation feiert ihr 25jähriges Profeßjubiläum.

28. März 1990

Bedrückendes Schweigen, so heißt es, herrschte bei der Jahreshauptversammlung des Gewerbevereines. Bernhard Veit will sich aus dem dreiköpfigen Vorstandsteam zurückziehen. Zunächst will man eine Sondersitzung am 25. April einberufen. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt der bisherige Vorstand kommissarisch im Amt. Wenig begeistern konnte auch die Negativbilanz der letztjährigen Weihnachtsaktion und das Minus in der Kasse. Marlies Jung meint in einem Kommentar am 30. März in der BZ, mit der gleichgültigen Haltung sei es wahrlich schlecht um den Gewerbeverein bestellt. Neiderfüllt werde oft auf die Nachbarstädte gezeigt. Übersehen werden dürfe aber nicht, daß der dortige Einzelhandel im Gegensatz zu Schopfheim es wohl besser verstehe, an einem Strang zu ziehen.

29. März 1990

Fledermausexperten und STUVA einigten sich bei einem Gespräch im Landratsamt darauf, daß eine vierwöchige Beobachtungsphase klären soll, wie viele Fledermäuse ihr Winterquartier im Haseler Tunnel bezogen haben. Man will insbesondere die Hohlräume zwischen Tunnel und Felswand überprüfen.

Peter Domes, der erste städt. Umweltberater, zieht Bilanz der ersten fünf Wochen in einer BUND-Versammlung und meint, daß das Thema Nr. 1 der Müll sei.

Bundeswehrsoldaten von der Ausbildungskompanie in Fahl am Feldberg helfen derzeit mit, den Schopfheimer Wald von den Sturmschäden zu räumen.

Aus der Ortschaftsratssitzung in Gersbach ist zu hören, daß man dieses Jahr zum ersten Mal auf den Bergweiden eine Ammenkuhweide einrichten will.

Der in Schopfheim lebende Jugendbuchillustrator Jindra Capek erhielt den mit 10.000,-- DM dotierten Preis »Der magische Stift«. Das ZDF sendet am heutigen Tag ein Porträt über den Schopfheimer Künstler.

Erstmals seit der Eingemeindung tagt ein Wiechser Ortschaftsrat wieder im Rathaus. Bei der Sitzung spricht man sich dafür aus, daß erneut ein Anlauf genommen werden soll, um im Ortsgebiet insgesamt Tempo 30 zu erreichen.

30. März 1990

Frisch renoviert ist nun das ehemalige Enkensteiner Rathaus, heutiges Domizil der Ortsverwaltung.

Das Anwesen Stutz in der Hauptstraße (ehemals Knobel) ist nun zum Abbruch freigegeben. Das Denkmalamt gab die bisherige Haltung auf. Das Gebäude selbst soll einsturzgefährdet sein.

Der junge Schopfheimer Künstler Kristof Schätzle stellt Gemälde in der Sparkasse aus.

31. März 1990

Das MT widmet der Ausnahmesportlerin Nicole Grether einen großen Artikel.

Erneut ist die Stadthalle Kulisse für Chrom und Lack. Die zweite Autoschau dieses Jahres wird gezeigt.

Mit einem Marktstand informieren SPD-Frauen über den Verpackungsmüll des Alltages.

Die vor wenigen Wochen reklamierte Bauschutt-Recyclinganlage in Fahrnau darf nun doch für die Zerkleinerung von Baumaterial stehen bleiben.

Eine Lärmmessung des TÜV ergab, daß der Verkehrslärm von der B 317 größer ist als der des Steinfressers.

Die CDU beantragt einen Arbeitskreis Umweltschutz, an dem die Parteien, Fachleute und sachkundige Bürger beteiligt werden sollen.

Vor einigen Tagen traf sich der Kinderschutzbund zur jährlichen Hauptversammlung. Die Wahlen bestätigen Edith Walter in ihrem Amt. Ute Meinel löst Elisabeth Friedrichkeit als Stellvertreterin ab. Insbesondere erwähnt man bei dieser Hauptversammlung, daß die Geschwindigkeitsbeschränkungen in Wohngebieten auf die massive Forderung des Kinderschutzbundes zurückgingen.

Bruno Haas stellt bei der Art-Expo 1990 sieben seiner Bilder in New York aus.

Einen herrlichen Aprilscherz erlaubt sich das MT. Es meint, daß nun statt eines Kaufhauses im Pflug ein Spielcasino gebaut werde.

Anton Weber bleibt auch nach der diesjährigen Generalversammlung Vorsitzender der »Enninger«. Auch Horst Rüdtlin wird als Stellvertreter im Amt bestätigt. Der Verein hat mittlerweile 72 Mitglieder, von denen 23 aktiv sind.

Das THW hilft bei den Aufräumarbeiten in den Sengelen tatkräftig mit.

Das zehnjährige Jubiläum feiert die Real-Blues-Band mit einem Festkonzert in der Stadthalle. Absoluter Höhepunkt war der Auftritt von Anna Green. Die schwarze Schönheit beeindruckte mit ihrer tollen Stimme, die sie ebenso kraft- wie gefühlvoll einsetzte.

Rolf Hugenschmidt, Wirt der Bierbörse, gibt eine Abschiedsfete. Seine Gäste sammeln 960,-- DM und lassen diesen Betrag der Kinderkrebshilfe zugute kommen.

Nur einige Minuten dauerten die Neuwahlen beim Städtlizinken. Die Generalversammlung bestätigt Zinkenvogt Wolfgang Sprich und seinen Vize Bernd Kiefer im Amt.

01. April 1990

Die ersten Konfirmanden der St. Michaels-West-Gemeinde haben heute ihr Einsegnungsfest.

02. April 1990

Der Gemeinderat beschloß in der Torstraße die Errichtung eines Brunnens, den der Rheinfelder Künstler Leonhard Eder fertigen wird. Der Brunnen (Vertiefung der Straßenoberfläche) zeigt eine auf einer Bank sitzende Markgräflerin.

Henny Timmermann regt im Gemeinderat an, zum Besuch der Delegation aus Ronneby einen Kilometerstein, wie er für Poligny im Stadtpark steht, zu schaffen.

Rege Diskussionen gibt es im Gemeinderat über den Text für die Stellenausschreibung des neuen Stadtplaners. Kurt Härzschel meint, es werde schon ein Supermann sein müssen, worauf Robert Zapp kontert: »Wir wollen ganz sicher keine Pflaume.«

03. April 1990

Die GRÜNEN wollen von der Stadtverwaltung eine Aufstellung, wie sich der Wasserverbrauch in den letzten 15 Jahren entwickelt hat. Man will außerdem Auskunft darüber, wie der Verbrauch in einzelnen Bereichen, wie beispielsweise Privathaushalten, öffentlichen Einrichtungen und im Gewerbe, war.

Mit verändertem Standort geht nun die Bauschuttrecyclinganlage in Betrieb und wird für einige Wochen den Standort beibehalten.

Für 25jährige Mitgliedschaft im DRK Gersbach wurde Gerhard Deiss bei der Jahreshauptversammlung geehrt.

In der Festschrift zum Jubiläum des Alemannischen Sängerbundes meint Reinhard Bläsi, ob man nicht einen Stadtchor gründen könne.

04. April 1990

Die »Alte Stadtmühle« hat derzeit geschlossen. Inhaber Horst Kuhfuß stellt sein Restaurant auf rein vegetarische Kost um. »Cuisine du jardin«, also Küche des Gartens, wird künftig das Spitzenrestaurant sein. Horst Kuhfuß meint, daß in den Kreisen der Spitzenrestaurants dies einer Revolution gleich komme.

Die Schopfheimerin Monika Bruttel will Anfang Juni als Missionarin in die Millionenstadt Yokohama nach Japan gehen.

Der Bochumer Schauspieler Volker Mosebach spielt im Gewölbekeller des Kunsthauses drei Szenen von Dario Fo. Eine One-Mann-Show mit Biß, wie der Kritiker Jürgen Scharf meint.

Das Regierungspräsidium hat Einsprecher gegen die B 317-Umfahrung zum Erörterungstermin in den Rathaussaal geladen.

Die SPD lädt zum ersten Müllforum in das Gasthaus »Adler« ein. Acht Experten referieren zu Aspekten der Müllvermeidung und Müllwiederverwertung. Der geistige Vater dieses Müllforums, Rolf Strohm, meint, man könne dieses Problem nur beleuchten, sicher nicht ausleuchten. Die Diskussion wurde von der SPD-Bundestagskandidatin Marion Caspers-Merk geleitet.

Darüber, daß das Fahrrad immer an letzter Stelle stehe, beklagt sich der Vorsitzende Herbert Werneri von der IG-Velo in einer Versammlung im Gasthaus »Engel«. Dennoch lobte man die Stadtväter, die Vorschlägen der Interessengemeinschaft gegenüber immer sehr aufgeschlossen seien.

05. April 1990

In einigen Tagen wird eine Kompanie französischer Soldaten Aufräumarbeiten im Stadtwald vornehmen.

Der Tierschutzverein Schopfheim lud vor einigen Tagen Dr. Werner Hartinger ins Bahnhofhotel, um über Tierexperimente zu reden. Hartinger ist Vorsitzender des Verbandes der Ärzte gegen Tierversuche.

Das DRK Fahrnau zieht Jahresbilanz. Vorsitzender Helmut Mutter informiert, daß zur Beheizung des Heimes nun eine Gasleitung verlegt wird.

06. April 1990

Im Rahmen der Projekttage am THG erlebten die Schüler Politik aus erster Hand. Walter Faller, Ehrenbürger der Stadt und 21 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages, stand Rede und Antwort über seinen politischen Werdegang.

Eichen will am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« teilnehmen.

Zügig durchgeführt wurde die Jahreshauptversammlung im TSG. Rund 900 Erwachsene und 600 Jugendliche, so der Vorsitzende Heinz Leuger, sind in den neun Abteilungen des Sportvereines aktiv.

In der Ortschaftsratssitzung in Kürnberg entwickelte sich, anstatt der sonst üblichen Einmütigkeit, eine emotionale Debatte über die Beteiligung am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden«. Gustav Greiner regt schlußendlich die Gründung eines Dorfverschönerungsvereines an. Diesem will man näher treten, bevor man nun am Wettbewerb teilnehmen möchte.

Jindra Capek erzählt im Kindergarten am Marktplatz über seine Kinderbuchillustrationen.

Die Abbrucharbeiten am Haus Knobel (jetzt Stutz) in der Hauptstraße beginnen.

07. April 1990

Zum Frühjahrskonzert lädt die Stadtmusik in die Stadthalle ein. Die Jugendkapelle überzeugte, wie die Presseberichterstattung meinte, durch Spaß an der Musik.

Im Gasthaus »Adler« treffen sich die Ornithologen zur Generalversammlung. Vorsitzender Rolf Müller konnte während der Versammlung treue Mitglieder ehren. Erwähnt wurde auch, daß Kurt Häuptle seit 26 Jahren die Voliere im Stadtpark betreut.

Generalversammlung beim VdK. Alfons Lienhardt berichtet, daß die Zahl der Mitglieder nunmehr bald unter 200 absinken werde.

Unter fachmännischer Beratung von Dr. Ruth Noack setzten Klaus Böttger und Henning Kupfer sowie Kinder zwischen der Kleinen und der Großen Wiese rund 50 Bäume heimischer Arten (Ulmen, Eichen, Erlen).

Anita Waibel führt mit den Schülern der Musikschule Steinen Schopfheim im Langenauer Gemeindezentrum ein Singhüpfspiel auf. Die Kinder spielten den Dreiakter unbekümmert und herzerfrischend.

Zur Generalversammlung treffen sich die Mitglieder des »Hexenzinkens«. Ein erfolgreicher Überblick über das vergangene Jahr rundet die Versammlung ab. Der alte und neue Zinkenvogt Walter Schott ist schon 15 Jahre im Amt. Sein Vize Gerhard Kiefer wurde ebenso einstimmig wiedergewählt.

08. April 1990

Der vor einigen Jahren durch Pfarrer Baumann eingeführte Brauch, am Palmsonntag Palmen zu binden, scheint sich immer mehr zu festigen. Kinder kommen damit zum Gottesdienst.

»Wir stellen uns vor« – unter diesem Motto präsentiert sich der Tanzsportclub Excelsior in der Fahrnauer Festhalle, um Freunde des Tanzes zu gewinnen.

Eine ungewöhnliche Kombination von Klarinette und Orgel war beim Palmsonntagskonzert in der katholischen Stadtkirche zu hören. Kantor Cornelius Holdermann stimmte mit diesem Konzert in die Osterwoche ein.

Der Stuttgarter Bildhauer Manfred Welzel stellt Skulpturen, Plastiken und Zeichnungen im Kunsthaus aus.

Der Vorstand des Auma-Zinkens stellt sich bei der Generalversammlung, wie es Brauch ist, alle zwei Jahre zur Wahl. Selbstverständlich war, daß die Vorstandsriege um Joachim Brokatzky wiedergewählt wurde.

10. April 1990

Mit der Privatisierung der Bifig-Heizzentrale wird es wohl nichts werden. Das Kraftwerk Rheinfelden lehnt die Übernahme der Heizzentrale ab. Der Gemeinderat wird sich nun mit dem weiteren Vorgehen beschäftigen und Investitionsbeschlüsse fassen müssen.

11. April 1990

Hinter verschlossenen Türen tagte vor zwei Tagen der Gemeinderat, um in Sachen »Pflug« zu diskutieren. Es gibt, so ist heute zu vernehmen, drei ernsthafte Interessenten.

In einem Leserbrief solidarisiert sich Ursula Weis von der DKP-Ortsgruppe Schopfheim mit Peter Fritz in Sachen Feuerwehrabgabe. Sie meint, daß hauptamtliches Personal in einer Stützpunktfeuerwehr jederzeit einsatzbereit sein muß und das Land Zuschüsse für die Feuerwehren geben müßte, die durch eine Gefahrenabgabe finanziert werden könnten. Betriebe, Transportunternehmen usw. müßten die Kosten für die Feuerwehren bzw. deren technischen Einsatz aufbringen.

Der Gewerbeverein scheint am Scheideweg zwischen Selbstauflösung und tatkräftigem Neubeginn zu stehen, so der Vorstandssprecher Jörg Bertsch.

Um den Abbruch des Knobelhauses zu ermöglichen, wird heute abend die Hauptstraße für einige Stunden vollständig gesperrt werden.

Unter sehr viel Beifall wird die Ausstellung »Schopfheim um die Jahrhundertwende« im Museum eröffnet: eine Ausstellung, die Einblick in die Baustruktur und das soziale Umfeld einer Stadt vermittelt. Grundlage dieser Ausstellung sind Fotoplatten des Fahrnauers Karl Friedrich Hartmann. Zur Verfügung gestellt wurde das Material durch den in Berlin lebenden Rainer Schelling. Frau Dr. Ulla Schmid hat die Ausstellung in sehr anschaulicher und lebhafter Form konzipiert. Bürgermeister Fleck begrüßt nicht nur den Neffen Otto Hartmann, sondern auch den Urenkel Rainer Schelling. Eine Ausstellung, die sicher sehr viel Beachtung finden wird.

Wenn es sich um das Allgemeinwohl drehe, meint Klaus Dürrschnabel im Ortschaftsrat Langenau, müsse das Geschäft zurücktreten. Er kritisiert, daß Firmen aus Gründen der Rentabilität und Effizienz des Betriebes die Mülldeponie zu nachtschlafender Zeit anfahren. Gleichzeitig fordert er, generell Tempo 40 km/h in der Langenauer Ortsdurchfahrt einzuführen. Der Ortschaftsrat wendet sich geschlossen gegen das Vorhaben eines Enkensteiner Fuhrunternehmens, zwischen den beiden Ortsteilen eine Wiederaufbereitungsanlage für Bauaushub und Straßenauskofferungen zu errichten.

12. April 1990

Die Presse informiert darüber, daß die Stadtverwaltung eine Liste von Gefallenen des zweiten Weltkrieges erstellt hat und diese zur Einsicht offen legt. Ein weiterer Schritt wird dann sein, im Gemeinderat darüber zu entscheiden, in welcher Form auf dem Schopfheimer Friedhof auf diese Namen aufmerksam gemacht wird. Der Gemeinderat beschloß vor Wochen, einen Gedenkstein zu setzen. Allerdings muß über das Wie und Wo noch entschieden werden.

Die GRÜNEN wollen weiterhin die Diskussion um das Sparen von Trinkwasser. Die jüngst vom Gemeinderat abgelehnte Bezuschussung einer Regen- und Brauchwasseranlage in einem Mehrfamilienwohnhaus soll für die Fraktion nicht das Ende der Diskussion bedeuten.

13. April 1990

Eugen Herzog versteht es einmal mehr, die Geschehnisse des vergangenen Monats in einem Leserbrief im MT darzustellen. Er weiß unter anderem zu berichten, daß die Sparkasse in der Hauptstraße der Partnerstadt bereits zum zweiten Mal Opfer eines Banküberfalles wurde.

Königin des Comte-Käses wurde Alexandra Bonnet.

Zu einer musikalischen Vesper, die durch eine kurze Lesung von Pfarrer Oskar Ackermann eingeleitet wird, lädt die evangelische Kantorei unter ihrem Kantor Matthias Schneider in die Alte Kirche St. Michael.

14. April 1990

Zum achten Mal geht der Schlagerwettbewerb der TSG-Turner über die Bühne der Stadthalle. 18 Teilnehmer singen sich mehr oder weniger in die Herzen des Publikums. Schließlich steht Tanja Kiefer aus Mauchen als Siegerin des Abends fest. Die Schopfheimerin Kristina Trcovic kommt auf Platz 2. Die Stadthalle war völlig ausverkauft.

15. April 1990

Es ist kaum zu glauben: Es schneit, auch wenn der Schnee nicht lange liegen bleibt. Gersbach ist weiß überzuckert.

Die Christen beider großer Konfessionen feiern das Osterfest. Gut besucht sind die Gottesdienste.

Zum Osterkonzert lädt der Musikverein Wiechs in die Festhalle. Ein breit gefächertes Programm begeistert das Publikum des Ortsteiles.

16. April 1990

Trotz regnerischen Wetters finden sich Spaziergänger und Schaulustige zum traditionellen Eierspringen am Eichener See ein.

17. April 1990

Der Schopfheimer Schachclub steigt in die nächsthöhere Klasse auf.

Der Raitbacher Ortschaftsrat beschäftigt sich erneut mit der Problematik von Notschlachtungen.

Das Ordnungsamt der Stadt publiziert ein neues statistisches Jahrbuch. Das Zahlenmaterial gibt vielerlei Auskünfte.

18. April 1990

Das Verkehrsbüro der Stadt veranstaltet eine Vermieterversammlung in Gersbach, um über äußere Werbemöglichkeiten zu sprechen. Leider ist der Besuch recht spärlich.

19. April 1990

Erneut überzeugte Nicole Grether in einem Sechs-Nationen-Turnier in Langenfeld. In diesem Turnier waren die besten Spieler der führenden Nationen in der Altersklasse U 16 aufgeboten.

Die Schopfheimer Wirte besprechen sich und beklagen sich über den Personalmangel, der sich insbesondere durch reduzierte Arbeitszeiten immer mehr auswirkt. Man überlegt, eventuell einen zweiten Ruhetag einzulegen. Die Vorbestellung von Räumen in Gaststätten macht den Gastronomen zunehmend Sorge, da dadurch oft ganze Abende blockiert 

werden und kaum Konsumation erfolgt. Man erwägt eventuell künftig Raummiete zu erheben.

20. April 1990

Die Stadt ruft zu einer weiteren Spendenaktion auf. Es fehlen noch 10.000,-- DM, um den Brunnen in der Torstraße zu realisieren.

Auf die erfolgreiche Aktion des Kinderschutzbundes »Hausaufgabenhilfe für Ausländerkinder«, die bereits seit einiger Zeit an der Dr. Max-Metzger-Schule und an der Grund- und Hauptschule Fahrnau angeboten wird, sei heute hingewiesen.

Seit Osterdienstag bilden sich in Schopfheim 15 Organisten, fast ausschließlich Berufsmusiker aus ganz Baden, weiter. Die Initiative hierzu gab Bezirkskantor Matthias Schneider. Die orgelpraktischen Schulungen finden unter der Leitung des Münsteraner Organisten Winfried Berger statt.

21. April 1990

Die SPD demonstriert zum wiederholten Male auf dem Markt, wie Müll vermieden werden kann. Dichtumlagert war der Stand der SPD, an dem Gustav Blessing einen Anhänger voll Wurmhumus abgab. Die SPD demonstrierte anschaulich, wieviel Verpackungsmüll in einer Woche in einem normalen Haushalt anfällt.

Bei der Generalversammlung der »Schlatthölzler« ging's im »Adler« zügig zu. Joachim Steinebrunner wird auch weiterhin das Zepter des Zinkenvogtes in Händen halten. Die Fasnachtskampagne sei gut gelaufen, so meint er, auch wenn die Anstrengungen um die Guggemusik nicht ganz so erfolgreich waren.

Seit einigen Wochen arbeitet der Bahnhof Schopfheim mit elektronischer Fahrplan- und Verkehrsauskunft.

Zusammen mit der Stadtkapelle Giengen feiert der Musikverein Fahrnau ein Doppelkonzert in der Stadthalle. Während des Konzertes, das wieder einmal mehr die hervorragende Qualität der Fahrnauer Musiker unter ihrem Dirigenten Winzer bewies, ehrte man den aktiven Musiker Hermann Weber für 50jährige aktive Tätigkeit. In dieser Zeit ist er 40 Jahre Mitglied des Vorstandes und davon allein 24 Jahre als Kassierer tätig.

Beim Schützenhaus in Fahrnau wurde ein Brunnen von Unbekannten entfernt. Der Schützenverein, der den Brunnen sanieren wollte, bittet um Hinweise über den Verbleib des Brunnentroges. Die Polizei ist eingeschaltet.

Vom Gasthaus »Hans Sachs« aus nimmt der Wiechser Christian Bühler, Junggeselle der Zimmerer und Schieferdecker, seine Wanderschaft auf. Begleitet von anderen Gesellen, verläßt er Schopfheim, um nach der in Tradition festgelegten Zeit wieder zurückzukehren.

Der »Sternenzinken« trifft sich zur Generalversammlung im »Sternen«. Zinkenvogt Lothar Baumgartner weiß zu berichten, daß der Zinken derzeit 215 Angehörige hat.

Die Mitglieder des Ortschaftsrat Eichen säubern gemeinsam den Dorfbach von Abfall und Unrat.

Zur Frühjahrsprüfung treffen sich die Freunde des Hundesportvereines Schopfheim und Fahrnau.

22. April 1990

49 junge katholische Christen aus der Stadt und aus den Ortsteilen feiern das Fest der ersten heiligen Kommunion in der Pfarrkirche St. Bernhard.

Der Musikverein Raitbach lädt zum Frühjahrskonzert ein. Dabei werden Heinz Weis, Erwin Schwald und Karl-Heinz Schmid zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Dirigent Bernhard Ritter übergibt während des Konzertes den Dirigentenstab an seinen Nachfolger Christian Strütt aus Hägelberg.

Die evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde feiert die Ordination ihres bisherigen Lehrvikars Wolfgang Vögele im 10.00 Uhr-Gottesdienst in der Stadtkirche. Seit 1. April ist Vögele allerdings als Pfarrvikar in Pforzheim-Dillweißenstein eingesetzt.

23. April 1990

Unlogisch erscheinen der IG Pro Schiene die Pläne der Bahn, den Güterbahnhof in Schopfheim stillzulegen. Erfreut zeigen sich die Verantwortlichen darüber, daß ihre Arbeit zunehmende Resonanz in der Markgrafenstadt findet. Neben den GRÜNEN, die regelmäßig die Arbeit unterstützen, beteiligte sich vor wenigen Wochen auch eine starke Delegation der CDU am Gespräch über die Regiobahn.

Bärbel Preis hat ihren Dienst als Lehrvikarin bei der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde aufgenommen. Die gebürtige Mannheimerin wird nun in Langenau und Wiechs tätig sein.

Die Guggemusik des Schlattholzzinkens wird am 19. Mai beim diesjährigen Rosenmontagsumzug (der ja bekanntlich verschoben werden mußte) in Düsseldorf dabei sein.

Einen Ökokoffer kann seit heute jede Hauptschule der Stadt ihr Eigen nennen. Auf Initiative des Gersbacher Schulleiters Rolf Strohm, spendete die Sparkasse allen Hauptschulen diesen Prüf- und Experimentierkoffer. Wie damit gearbeitet werden kann, demonstrierte Klaus Böttger bei der Übergabe in der Fahrnauer Hauptschule.

25. April 1990

Für den Neubau des EKATO-Werkes wird im Beisein von Mitarbeitern und Gästen der Grundstein gelegt. Die Brüder Dr. Peter und Dr. Erich Todtenhaupt nahmen die Grundsteinlegung vor. Ein Edelstahlbehälter mit Modellen des Rührwerkprogrammes, Zeichnungen des Gebäudes und Gründungspapieren, sowie einem Konzept des Pilotprogrammes »Humanisierung der Arbeitswelt« wurde u. a. in den Grundstein eingemauert.

Zum zweiten Teil des SPD-Müllforums versammelten sich viele Interessierte im »Adler«. Fassungslosigkeit und Entsetzen bestimmen den weiteren Abend, als man vom Attentat auf Oskar Lafontaine hört. Der Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Robert Zapp, wünscht dem Kanzlerkandidaten alles Gute. Der Diskussionsleiter, Immo Leisinger, meint nach der Attentatsmitteilung, daß die Konzentration auf das Thema des Abends nicht mehr möglich sei. Alle Gedanken galten Oskar Lafontaine.

26. April 1990

In Bretten bei Karlsruhe wurde der langjährige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Fahrnau und Stadtrat Karl Mettel zu Grabe getragen. Der 75jährige war von 1959 bis 1975 zuerst Gemeinderat in Fahrnau und dann Stadtrat in Schopfheim.

Nicole Grether und Antje Fregin verlassen die Badminton-Abteilung in Schopfheim und wechseln nach Brombach.

Der Gewerbeverein hat einen neuen, dreiköpfigen Vorstand. Werner Bühler, Joachim Müller und Dr. Thomas Wieland werden künftig die Interessengemeinschaft der Schopfheimer Gewerbetreibenden führen. Bei der geheimen Abstimmung fielen von den 40 abgegebenen Stimmen 35 auf Werner Bühler. In einer vorhergehenden Grundsatzdebatte war man sich einig, daß der Fortbestand des Vereines gesichert werden müsse.

Peter Frömmig, Autor aus Freiburg, liest in der Stadtbibliothek.

27. April 1990

In einem Schreiben an das Stuttgarter Umweltministerium will MdL Peter Reinelt ein Verbot der Brandversuche im Haseler Tunnel erreichen.

Bürgermeister Fleck ehrt Joël Schröder, Thomas Volz und Jean Philippe Weize aus der 8. Klasse des THG. Sie haben bei einem Schülerwettbewerb des Innenministeriums Baden-Württemberg zum Thema »Gesamtdeutsche und osteuropäische Fragen« teilgenommen. Mit einer Arbeit über Flüchtlinge und Heimatvertriebene in Schopfheim erhielten sie eine Auszeichnung und wurden dieser Tage von Staatssekretär Warbro im Innenministerium in Stuttgart empfangen und geehrt. Dabei erhielten sie als Belohnung eine einwöchige Studienreise nach Ungarn. Der Bürgermeister überreichte den Schülern, die ihre Arbeit dem Archiv übergaben, eine Eberlin-Chronik.

Zahlreiche Chöre unterhalten beim »Alemannischen Abend« in der vollbesetzten Stadthalle ein begeistertes Publikum. Der Präsident des nun 125 Jahre bestehenden ASB, Karlheinz Klein, hatte die beiden Dirigenten Paul Wenzelmann und Waltraud Scherr mit der Durchführung des Festkonzertes betraut.

Mit einem zweitägigen Frühlingsfest startet der Musikverein Langenau in die neue Blasmusiksaison.

Die drei Jahre »junge« Zunft der »Hammerzinken« trifft sich zur Generalversammlung. Zinkenvogt Horst Attinger wird in seinem Amt bestätigt.

Ebenfalls bestätigt in seinem Amt als erster Vorsitzender wird Fritz Bühler von den »Eichener Seeteufeln«. Hier ist das Hauptthema bei der Versammlung eine eventuelle Namensänderung. Man einigt sich schließlich auf die Beibehaltung des alten Namens.

28. April 1990

Im neu hergerichteten »Theater auf der Au« präsentiert sich der vhs-Workshop unter der Leitung von Marianne Neininger mit dem Märchenspiel »Das Geheimnis der Schlange«. Das Stück ist von ihr nicht nur inszeniert, sondern auch selbst geschrieben.

Der Badische Sängerbund ernennt Innenminister Wolfgang Schäuble zum Ehrenmitglied. Präsident Albrecht Münch nimmt die Ehrung während der Hauptversammlung in der Stadthalle vor.

30. April 1990

Das Wood-Rock-Festival kann wie geplant stattfinden. Einem entsprechenden Antrag stimmte der Gemeinderat zu.

01. Mai 1990

Das Radkriterium, das die TSG veranstaltete, gewann Clemens Grobert vom RSV Rheinfelden.

In der Stadthalle gab es Shakespeares »Romeo und Julia«, ein Gastspiel des »Ensemble-Theaters«. Die Kritik der Aufführung war voll der Zustimmung und des Lobes.

02. Mai 1990

Zu einem schweren Verkehrsunfall kommt es in der Himmelreichstraße. Ein 68jähriger Mann wird von einem Lastwagen erfaßt und mitgeschleift. Der Schwerverletzte befindet sich in der Uniklinik in Freiburg.

Die SPD veranstaltet im kleinen Saal der Stadthalle ein Forum mit Professor Kleinwächter, der über die Nutzung der Sonnenenergie spricht.

03. Mai 1990

Der städtische Vollzugsdienst nahm dieser Tage Geschwindigkeitskontrollen in den 30 km/h-Zonen vor. Sieben von zehn Kraftfahrzeugen fahren, so die Ermittlungen, zu schnell.

»Plastik nein Danke«, unter diesem Motto suchen die SPD-Frauen in Umweltberater Peter Domes einen Mitstreiter für eine »plastikfreie Stadt«. Der Umweltberater sagte dies den Frauen gerne zu.

Während der jüngsten Hauptversammlung wurde Karl-Friedrich Pfeiffer erneut zum Vorsitzenden des Schopfheimer Briefmarkensammlervereines gewählt. 20 Jahre des 25jährigen Bestehens ist Clemens Fabrizio bereits als Kassenwart im Amte des Vereines. Karl-Friedrich Pfeiffer ist gar 22 Jahre Vorsitzender. Auch Joachim Rive, der stellvertretende Vorsitzende, ist seit 20 Jahren im Amt.

Am Nachmittag heulten in Schopfheim und in den Ortsteilen die Sirenen. In einer Douglasienschonung oberhalb des Spielplatzes im Entegast brannte es. Erste Schätzungen gehen davon aus, daß 1,5 ha Jungwald abgebrannt sind. Die Wehren aus Steinen und Lörrach wurden zur Hilfe herbeigerufen. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen bei etwa 30.000,-- DM.

In der Firma Mannesmann Wittig streikten die Arbeiter der Gewerkschaft IG Metall zwischen 9.15 Uhr und 10.15 Uhr für die 35 Stunden-Woche.

Die Sengelengeister wählen bei ihrer Generalversammlung Michaela Leuthner zum Zinkenvogt.

04. Mai 1990

Nun liegt es auf dem Tisch. Im Pflugareal sollen nun doch ein Kaufhaus und ein Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 4.000 Quadratmetern entstehen. Gleichzeitig werden zwanzig Wohnungen und Büros gebaut. Den Namen des Betreibers will die Stadtverwaltung, so ist heute der Presse zu entnehmen, noch nicht preisgeben.

Die Stadtverwaltung plant, ab 1991 das Schwimmbad mit Solarenergie zu heizen. Eine entsprechende Vorlage folgte auf Antrag der SPD.

In einer Ortschaftsratssitzung in Langenau wurde vor einigen Tagen wieder deutlich von betroffenen Eltern der Wunsch nach einem eigenen Kindergarten zum Ausdruck gebracht.

Großes Interesse fand die Ausstellungseröffnung von Schülerarbeiten der Freien Waldorfschule in der Schalterhalle der Sparkasse.

Enrico Blokbergen lässt bei der Generalversammlung der Narrenzunft das vergangene Jahr Revue passieren. Er erinnerte an die Taufe zweier neuer Zinken, dem »Hammerzinken« und den »Sengelengeistern«. Er erinnert auch an die Fertigstellung des Narrenkellers, der 2.500 unentgeltliche Arbeitsstunden erforderte.

Das Fest der 25jährigen Betriebstreue kann Werner Huber bei der Firma Ciba-Geigy AG in Grenzach feiern.

Weil nach Meinung der Bundesbahn Schopfheim keinen Umsteigebahnhof hat, wird die Deutsche Bundesbahn auch weiterhin keine Bahnhofstoilette unterhalten. Dies schrieb sie auf Anfrage an die Stadtverwaltung.

05. Mai 1990

Der Verband der »Niedergelassenen Ärzte« fordert Landespolitiker auf, Schwimmbäder auf 26 bis 28°C aufzuheizen. Ein entsprechendes Schreiben geht auch an den Gemeinderat Schopfheim.

Der Waldbrand vom Donnerstag ist wohl auf fahrlässige Brandstiftung zurückzuführen.

Die Kürnberger »Schiebe-Chnächte« treffen sich zur Generalversammlung im »Café Reichert«.

Vorsitzender des Kunstvereines bleibt Professor Hans Theo Baumann. Als sein Stellvertreter wird weiterhin Fritz Reuter den Verein mitgestalten.

Zusammen mit dem Klassenlehrer Michael Rees pflanzen Schüler der Klasse 7b der Friedrich-Ebert-Schule Baumsetzlinge.

07. Mai 1990

Im Ortsteil Eichen will man den Lärm, der vom Spielplatz ausgeht, eindämmen. Man will eventuell einen Hügel, auf dem Rad gefahren wird, baulich verändern.

Das Kaufhausprojekt im Pflugareal wird dem Gemeinderat vorgestellt. In öffentlicher Sitzung ist zu vernehmen, daß das Kaufhaus eine Fläche von 4.000 Quadratmetern umfassen soll, wobei der Lebensmittelbereich hiervon 1.000 Quadratmeter einnimmt. Kleinflächiger Einzelhandel hat 1.500 Quadratmeter, ein Café und ein Restaurant 450 Quadratmeter, für Büro und Praxen sind 700 Quadratmeter vorgesehen und außerdem werden 20 Wohnungen geplant. Die Parteien äußern sich, mit Ausnahme von Frau Blümle für die FDP und die GRÜNEN, positiv über die Planung. Robert Zapp meint, die Wünsche der SPD seien mit dieser Planung weitestgehend realisiert und auch Kurt Härzschel stellt in seinem Fazit fest, daß die CDU mit der Planung im Großen und Ganzen einverstanden sei, wobei die jetzige Planung sicher nur einen Entwurf darstelle. Ein Problem, das alle Parteien noch gleichermaßen beschäftigt, ist die Verkehrsproblematik. Aus diesem Grund, und weil fünf Gebäude abgebrochen werden müssen, und der Steuerzahler außerdem zuviel in dieses Projekt investieren muß, spricht sich Roswitha Blümle gegen das Projekt aus. Für die GRÜNEN ist die Planung zu klotzig und die Verkehrspolitik nicht zukunftsorientiert. Sie haben darum die Zustimmung zum Projekt in dieser Form verweigert.

Um einen Arbeitskreis reicher ist die Stadt. Auf Antrag der SPD wird nun ein Arbeitskreis »Jugendarbeit« gegründet, der ein Konzept für die künftige Jugendarbeit in Schopfheim entwickeln soll.

Einen weiteren Arbeitskreis, den die CDU ins Leben rufen wollte, und der sich mit der Umweltpolitik beschäftigen sollte, hat der Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt.

09. Mai 1990

Eine Woche lang waren 15 Schüler und Schülerinnen der Jules-Grevy-Schule aus Poligny zu Gast im THG. Der Bürgermeister empfing die Schülergruppe im Rathaus.

Stadtrat Karl Schmid feiert heute seinen 75. Geburtstag.

Erörterungstermin der Einsprüche von privaten Betroffenen und Bedenken der Behörden zur Planung der B 317-Umgehungsstraße Fahrnau im Rathaussaal. Es sieht nicht so aus, ist zu vernehmen, daß das Straßenbauprojekt vor gravierenden Hürden stünde. Die Planfeststellung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Anwohner der künftigen Trasse beziehen ihre Einwände insbesondere auf den gegenüber der bisher geplanten Hochlage vermehrten Lärmwert.

10. Mai 1990

Um den Cheforganisator Cevat Bosut formiert sich ein türkisch-deutsches Fest in der Stadthalle.

Aus Poligny schreibt Eugen Herzog und informiert, was in der Partnerstadt im vergangenen Monat los war. Er weiß insbesondere zu berichten, daß es auf der Gemarkung Polignys in Hülle und Fülle Morcheln zu finden gab. Außerdem berichtet er, daß die Bankräuber von der Polizei gefaßt und hinter Schloß und Riegel sind.

11. Mai 1990

Hundert Kinder der Grundschule Langenau empfingen dieser Tage 67 Jungen und Mädchen aus der französischen Partnerschule Buchwiller-le-Bas.

Nur wenige Zuschauer kamen ins »Irrlicht«, um die Kabarettgruppe »Nestbeschmutzer« zu hören.

12. Mai 1990

Heinz Müller, oder wie er sich selbst nannte, Sperrmüller, kandidierte in Freiburg als Umweltbürgermeister.

Die vier Chefärzte des Krankenhauses, Dr. Fabian-Krause, Dr. Vetter, Dr. Zabel und Dr. Faust pflanzen im Krankenhauspark Bäume.

Den Auftakt des 125jährigen Bestehens feiert der Gesangverein Eichen mit einem Festkonzert in der Hülschematthalle. Lange vor der Veranstaltung war das Konzert bereits ausverkauft, so war es nicht verwunderlich, daß der Abend zu einem großen Erfolg für den Verein und den Ort wurde.

Dr. Walther Müller-Bergström, von 1946 bis 1966 Schulleiter des THG, verstirbt im Alter von 91 Jahren. Er wurde in Freiburg zur letzten Ruhe getragen.

13. Mai 1990

Die evangelische Kirchengemeinde hatte Visitation. Dabei spricht man zur Verbesserung der finanziellen Situation davon, ein freiwilliges Kirchengeld, das sich nach dem Einkommen staffelt, einzuführen. Es muß allerdings über diese Frage noch diskutiert werden.

Der fünfzehnjährigen Badmintonspielerin Nicole Grether gelingt endlich beim Zehn-Nationen-Turnier in Wimbledon der Sprung in die Weltspitze; sie verlor erst im Finale gegen eine Japanerin.

Zu einem Galakonzert in die Alte Kirche St. Michael lädt die vhs. Es gastiert die Altmusik Basel, ein reines Bläserorchester unter der Leitung von Andreas Spöri. Langanhaltender Applaus war Beweis für die Begeisterung, die das Konzert hervorrief.

14. Mai 1990

Der Umweltausschuß diskutiert über eine Solarheizung des städtischen Schwimmbades. Die Firma Bomin-Solar in Lörrach erhält nun den Auftrag, über die bisherige Studie hinaus zu ermitteln, ob das Bad mit Sonnenenergie täglich auf 24°C, 25°C, 26°C oder 27°C aufgeheizt werden kann und wie hoch hierfür die Kosten wären. Einhellig war man der Meinung, die Sonnenenergie auch für das Schwimmbad zu nutzen. Beschlüsse, ob und zu welchem Zeitpunkt die Umstellung erfolgt, sind noch nicht gefällt.

Um Müll zu vermeiden, will die Stadt Eigenkompostiergeräte bezuschussen.

Einem Antrag des Stadtjugendringes, einen autofreien Sonntag einzuführen, steht der Umweltausschuß positiv gegenüber und begrüßt das Vorhaben des Stadtjugendringes, an einem Sonntag eine Straße in der Stadt für den Verkehr zu sperren.

Die Mitglieder des Ortschaftsrats Eichen reinigen gemeinsam den Dorfbach.

15. Mai 1990

Ein ungemein fesselndes und experimentelles Theaterstück zwischen Nonsens, Komik und zeitkritischem Anspruch ist im Kunsthauskeller in Gündenhausen zu erleben. Die Kritiker sprechen von »unbedingt empfehlenswert«.

Anläßlich der World-Didakt-Expo 90 in Basel sangen Kinder der Dr.-Max-Metzger-Schule zusammen mit Kindern aus Frankreich und Basel, Zell und Atzenbach unter der Leitung des Schulleiters, Rektor Hermann Egner.

16. Mai 1990

Vertreter des Landratsamtes, der Polizei und der Stadtverwaltung treffen sich zur jährlichen Verkehrsschau. Eine Absage erhielt der Ortsvorsteher aus Wiechs, Heinz Gräßlin, ebenso wie der Ortsvorsteher aus Kürnberg, Rudolf Keller, die beide die 30 km/h-Beschränkung für den gesamten Ortsteil beantragten.

Asger Troelsen ist der zweite Organist, der im Rahmen der dritten internationalen Orgeltage in Schopfheim gastiert. Der Däne interpretiert im Gedenken an den 100. Todestag des französischen Orgelromantikers Cesar Frank vorwiegend dessen Werke.

17. Mai 1990

Der SVS hat mit Dieter Hohlfeldt einen Generalbeauftragten für Jugendfragen gewählt.

Der kommunalpolitische Ausschuß der CDU spricht sich in Langenau für den baldigen Bau eines Kindergartens aus; nötigenfalls ist er für eine provisorische Containerlösung.

Der Vorstand des Kulturzentrums »Irrlicht« trifft sich, um über die Vorwürfe Sanios, die zu einer Kündigung führen sollen, zu sprechen. Die Vorwürfe, so heißt es, seien völlig aus der Luft gegriffen.

18. Mai 1990

Eine Delegation, an deren Spitze Bürgermeister Roland Andersson steht, trifft aus der Partnerstadt Ronneby in Schopfheim ein. Elf Gemeinderäte und ein Verwaltungsvertreter weilen bis zum 21. Mai in Schopfheim.

Der Dresdener Organist Hansjürgen Scholze gastiert im Rahmen der dritten internationalen Orgeltage in der evangelischen Stadtkirche. Das Konzert, das mit sehr viel Applaus belohnt wurde, war leider nicht sehr gut besucht.

Ein Lehrerfortbildungsseminar der Landeszentrale für politische Bildung, das sich mit der elsässischen Mundart beschäftigt, findet im katholischen Gemeindehaus statt.

»Alkohol – ein teuflisches Vergnügen« – unter diesem Thema steht eine Versammlung der Verkehrswacht.

Der zweite Lyrikband von Johannes Kaiser erscheint und wird von ihm und seinem Bruder in der Stadtbibliothek vorgestellt. Gleichzeitig findet eine Vernissage des Maulburger Hobbymalers Jörg Schaber, der ursprünglich Kaisers Gedichte illustrieren wollte, statt.

19. Mai 1990

Der Bürgermeister empfängt die schwedische Delegation im Rathaussaal.

250 Pferde sind beim Reitturnier, das beim »Tannenhof« auf der Schweigmatt ausgetragen wird, am Start.

In Gersbach ist Viehauftrieb.

Die Jugendmannschaft im SV-Tischtennis sichert sich in Oberkirch den Südbadischen Verbandspokal.

Zwei Bürger aus dem Bifig monieren in einem Leserbrief, daß der Bifigspielplatz für Kinder noch nicht realisiert ist.

Gerhard Fehrke, Vorsitzender der SVS-Boxer, meint bei der Generalversammlung, es gehe wieder aufwärts. Übungsleiter Michael Metzger gab schließlich bekannt, daß eine Trainingswoche mit René Weller in der Vicemoorhalle stattfinden wird. Außerdem wurde der Weltmeister Ekkehard Dagge für die erste Veranstaltung der Boxer geworben.

Der Gesangverein Eichen wiederholt sein Jubiläumskonzert in der Hülschematt-Halle.

Zum Abschluß der dritten internationalen Orgeltage in Schopfheim spielt Prof. Günter Kaunzinger in der katholischen Kirche St. Bernhard. Langanhaltender Applaus bewies die Begeisterung der zahlreichen Zuhörer über die außergewöhnliche Orgelinterpretation.

20. Mai 1990

Im Stadtpark wird ein Grenzstein, der die Kilometerentfernung nach Ronneby aufzeigt, enthüllt. Das Gegenstück zu diesem Grenzstein erhalten die schwedischen Gäste, um es im Ronneby-Brunnpark aufzustellen.

Der Ortschaftsrat Wiechs trifft sich zur Dorfbegehung, um Dorfverschönerungsmaßnahmen vorzuschlagen.

Die Bezirkssynode der evangelischen Kirchengemeinden trifft sich im Schloß Beuggen. Vorsitzender ist und bleibt Dr. Johann Georg Linz aus Schopfheim.

Um Mitternacht verabschiedete sich der Stadtrat Schopfheim von den Gästen aus der Partnerstadt Ronneby nach drei Tagen positivster Begegnungen.

21. Mai 1990

Am THG haben alle 60 Schüler die Abiturprüfung bestanden. Brigitte Huber aus Maulburg war die beste Abiturientin mit der außergewöhnlichen Durchschnittsnote von 1,0. 19 Abiturientinnen und Abiturienten haben vor dem Komma ihrer Durchschnittsnote eine eins.

Bürgermeister Fleck ist erneut in Bonn gefragt. Er nimmt dort an einem Planspiel über die Umweltverträglichkeitsprüfung teil.

Die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Fahrnau wird erneut ausgeschrieben, heißt es in einer Pressemitteilung des evangelischen Kirchenrates, da sich bisher nur ein Bewerber gemeldet hat.

Ein 32jähriger Schopfheimer verstirbt bei einem Verkehrsunfall bei Degerfelden.

22. Mai 1990

Der Volkshochschulbeirat tagt, wobei sich vhs-Leiter Franz Hoch insbesondere über die Raum- und Personalsituation ausläßt. Beide seien nicht normal, räumlich und personell sei die Einrichtung zu gering ausgestattet. Das vergangene Semester hat erneut mit einem Rekord von 9.500 Unterrichtseinheiten abgeschlossen.

23. Mai 1990

Monika Waibel zeigt ihr fotografisches Schaffen in Sudhaus. Franz Hoch stellt bei der FDP seine Konzeption der Volkshochschule vor.

Der Bauausschuß des Gemeinderates ist sehr angetan von neuen Plänen der Firma Ernst Hänßler, die Wasserkraft an der Wiese zu nutzen.

Die Galerie »Grüne Schlange« stellt Seidenmalerei von Rosemarie Wehrle und Skulpturen von Bernd Hechler aus.

24. Mai 1990

Eine Broadway-Show gastiert in der Stadthalle. Allerdings kommen nur wenige Schopfheimer zu diesem Ereignis.

25. Mai 1990

Dieser Tage führten 70 junge Akteure des THG unter der Leitung des stellv. Direktors Wolfgang Dreiser den »Rattenfänger von Hameln« auf.

Die GRÜNEN wollen weg vom Auto. Die Schwachen im Straßenverkehr, wie Fußgänger und Radfahrer, sollen unterstützt werden. Drastische Tempoeinschränkungen für Kraftfahrzeuge und eine Verminderung des Parkplatzangebotes in der Innenstadt sollen die Bürger zum Umsteigen zwingen. Zusätzliche Nachtfahrverbote sollen ein weiteres zur Beruhigung beitragen. Für Schopfheim bedeutet dies, daß verstärkt über Verkehrsverbindungen im Kreis informiert werden soll, und auch das Projekt der Regio-S-Bahn weiter verfolgt werden muß.

Die Fusionierung mit der Maulburger BUND-Gruppe steht im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des BUND Schopfheim. Durch die Verstärkung durch 26 Maulburger Mitglieder wächst die Schopfheimer Ortsgruppe auf 108 an.

René Weller ist bei den Schopfheimer Boxern zu Gast. Der Weltklasseboxer ist zusammen mit Markus Bott hier.

Enrico Blokbergen bleibt Oberzunftmeister bei der Zunftmeisterversammlung im Narrenkeller. Man fand auch bei dieser Versammlung keinen Zeremonienmeister.

Bürgermeister Klaus Fleck weilt in Kleinmachnow, um Kontakte mit der dortigen Gemeindeverwaltung zu knüpfen.

26. Mai 1990

Flohmarkt in der Altstadt.

Auf eine 60jährige Vereinsgeschichte blickt das Harmonikaorchester Schopfheim zurück. Aus diesem Anlaß treffen sich am Wochenende Harmonikafreunde aus dem Bezirk Dreiländereck. Beim Galaabend in der Stadthalle gastiert das weltberühmte Hohnerakkordeonorchester unter der Leitung von Karl Berenthaler aus Trossingen.

Auf ein erfolgreiches Sportjahr kann die Leichtathletikabteilung des SVS bei der Generalversammlung zurückblicken. Clemens Fabrizio wird weiterhin kommissarisch das Amt des Vorsitzenden führen. Insbesondere ist zu erwähnen, daß Rainer Wenk mit 7,80 m im Weitsprung den dritten Rang der Deutschen Jahresbestenliste einnimmt.

Die CDU will die Frage geklärt wissen, wie und wo in Langenau möglichst schnell ein Neubau für einen Kindergarten verwirklicht und finanziert werden kann.

Reinhard Hänssler ist in der Stadt mit seiner Drehorgel unterwegs und sammelt zu Gunsten des Brunnens in der Torstraße.

Bei der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereines wurde Gabi Kurz neue Vorsitzende.

27. Mai 1990

In den Pfarrämtern des Kirchenbezirkes wird heute ein Kollekte zu Gunsten von Dikume durchgeführt.

In der Stadthalle finden Harmonikawertungsspiele im Rahmen des Bezirksmusikfestes statt.

Nach zwei Spielzeiten in der Kreisliga A gelang den Fußballern des SV Schopfheim der Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Man feierte dies auch mit Freibier.

Die Besichtigung der Feld- und Wanderwege sowie der Waldwege stand im Mittelpunkt einer Dorfbegehung des Ortschaftsrates. Als sehr schlecht wurden die Waldwege im Ortsteil bezeichnet.

Der Gesangverein Kürnberg feiert in bester Stimmung ein Gartenfest.

28. Mai 1990

Alle neun Abiturprüflinge der Waldorfschule haben ihre Reifeprüfung bestanden. Das beste Abitur erzielte Henning Schmitt mit einem Notendurchschnitt von 1,7.

Das Schülerfernsehen des Südwestfunks sendet den im Mai des vergangenen Jahres gedrehten Film über die Entwicklung der Textilindustrie im Wiesental.

29. Mai 1990

Wie heute der Presse zu entnehmen ist, will Jörg Uwe Sanio dem Betreiber des Café »Irrlicht« die Räume im Gewerbepark kündigen.

Bei der Schopfheimer Firma ppe wartet man mit besonderer Neugierde auf Berichte von Cape Canaveral. Am Donnerstag dieser Woche soll eine Delta II Rakete mit einem Satelliten »Prosat« starten, für dessen hochentwickelte Elektronik Leiterplatten aus Schopfheim das Trägerelement bilden.

Kürzlich waren die Senioren des Ortsteiles Wiechs unterwegs und besuchten das Elsaß.

30. Mai 1990

Viele Schopfheimer Einzelhändler sprechen sich für einen Verzicht von Plastiktüten aus.

Der seit dem 23. Mai vermisste Rentner aus dem Georg-Reinhardt-Haus wurde tot aufgefunden.

Beim Elternabend in der Friedrich-Ebert-Hauptschule vor einigen Tagen ergab sich eine große Diskussion über das Problem der Lärmbelästigung während des Unterrichtes. Man drängt auf kurzfristige Maßnahmen und will nicht abwarten, bis das von der Stadt angeregte Lärmgutachten vorliegt. Man bemängelte auch, daß die Verkehrsschau sich des Problems außerhalb der Schulzeit annahm.

31. Mai 1990

Für 40jährige Tätigkeit bei der Firma Rietschle, Maschinen und Apparatebau GmbH ehrt Bürgermeister Fleck Herrn Harald Haberbusch.

Durch den Weggang von Pfarrer Lichdi mußte auch ein neuer Vorstand für die Sozialstation gewählt werden. Der Gersbacher Pfarrer Gerhard Trautwein steht dieser Einrichtung nun vor.

Im Restaurant »Am Park« traf sich die IG Pro Schiene, um über den Gütertarifpunkt Schopfheim zu diskutieren. Danach soll ja der Güterbahnhof aufgelöst werden. Genau gegen diese Maßnahme wendet sich die Interessengemeinschaft vehement, wobei vom Vorsitzenden Karl Argast den Politikern der Stadt Vorwürfe gemacht werden, weil diese Schienenflächen bereits für Parkplätze umgeplant hat. Der Güterverkehr muß nach Meinung der IG weiter auf die Schiene und darf nicht noch mehr auf die Straße verlagert werden.

Es gibt kein Pardon mehr für das »Irrlicht«, meint Jörg Uwe Sanio gegenüber dem MT. Er will den Mietvertrag aufkündigen.

Im Rathaussaal diskutieren unter dem Vorsitz von Beigeordneten Bertsch Frauen und Männer über eine plastikfreie Stadt. Man will, so ist erklärtes Ziel, möglichst auf den Einsatz von Plastiktüten verzichten. Genauso problematisch ist aber auch die Beschaffung von Papiertüten, sodaß schlußendlich der Appell dahin geht, auf das Verpackungsmaterial generell zu verzichten und wieder Körbe und Taschen zum Einkauf mitzunehmen.

Kurz vor 20.00 Uhr kommt in der Abendschau des Südwestfunks ein einminütiger Beitrag über die derzeitige Fotoausstellung im Museum der Stadt.

01. Juni 1990

Joerg Uwe Sanio hat den Betreibern des Kulturcafés »Irrlicht« die fristlose Kündigung zugestellt.

Der Ortschaftsrat in Kürnberg wendet sich mit einem Beschluß gegen die Stadtverwaltung, die das Bauen im Außenbereich nicht zulassen will. Man möchte im Ortschaftsrat erlaubt sehen, daß der Bauwillige auch im Außenbereich sein Haus errichten kann.

02. Juni 1990

Die Holling-Dollar-Blues Band gastiert im Musikcafé »Channel«.

03. Juni 1990

Der Kraftsportverein Gersbach lädt zu einem Sportfest ein. Am Nachmittag ringen Jugendmannschaften – auch Eichen, Kandern und Gersbach – und liefern sich zum Teil spannende und mitreißende Kämpfe.

Erlebnisreich war der Aufenthalt für 50 französische Schüler aus St. Symphorien de Marmagne im Burgund, die sich einige Tage bei Gasteltern in Gersbach und ihren Mitschülern im Bergdorf aufhielten.

04. Juni 1990

Arno Zahlauer aus Höllstein feiert seine zweite Messe als katholischer Neupriester in der St. Bernhards-Pfarrei in Schopfheim. Er wurde vor einigen Tagen zum Priester geweiht. Herr Zahlauer ist in Schopfheim geboren und im THG zur Schule gegangen.

05. Juni 1990

Nicole Grether beendet die Saison 89/90 mit ihrem bisher größten sportlichen Erfolg. Zuletzt holte sie beim internationalen Bodenseeturnier den Sieg im Einzel-, Doppel- und Mixset-Wettbewerb. Vom Bundestrainer ist sie bereits für die Europameisterschaft 1991 in Budapest nominiert. Der Bundestrainer läßt verlauten, daß er Nicole zur Weltmeisterschaft nach Indonesien mitnehmen möchte.

Durch das warme Wetter der vergangenen Wochen sind bereits die Kirschen reif.

06. Juni 1990

Für 30 englische Schüler aus Broxbourne, die zu Gast bei Schülern des THG sind, geht der Aufenthalt in Schopfheim zu Ende.

Stadträtin Ruth Sprich feiert ihren 60. Geburtstag.

Eine Ausstellung von Geldbörsen und Geldkatzen aus vier Jahrhunderten ist in der Volksbank zu besichtigen.

07. Juni 1990

Kontakte mit der DDR knüpfte der Schwarzwaldverein. Eine Gruppe aus Ebersbach wird im kommenden Monat in der Markgrafenstadt sein.

Voll im Gang sind derzeit die Erschließungsarbeiten im Baugebiet Bremt.

16 Turnerinnen und Turner von der TSG kehren vom 28. Deutschen Turnfest in Dortmund-Bochum zurück. Karlheinz Andris belegte beim Gymnastik-Vierkampf der Männer (50–54 Jahre) den 11. Platz.

08. Juni 1990

Die Sparkasse eröffnet eine dem Schopfheimer Erzieher und Maler Hermann Strub gewidmete Erinnerungsausstellung. Strub wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

Bürgermeister Fleck will eine dichtere Bebauung des Rebacker/Rütteberg. Die durchschnittliche Grundstücksgröße soll auf 700 Quadratmeter reduziert werden, um so von 89 auf 105 bebaubare Grundstücke zu kommen.

Die Stadt sieht Handlungsbedarf für zwei neue Kindergärten. Der eine soll in Langenau, der andere in Fahrnau eingerichtet werden.

09. Juni 1990

15 Christen aus Kleinmachnow im Bezirk Potsdam sind derzeit in Schopfheim, um sich zu informieren.

Keineswegs geschlossen stehen die acht Mieter des Gewerbeparkes hinter dem Rausschmiß des »Irrlichtes«, so ist heute der BZ zu entnehmen.

In ihrem kommunalpolitischen Ausschuß setzen sich die Sozialdemokraten sehr entschieden für die Schaffung von Kindergartenplätzen in Langenau und Fahrnau ein.

Vor drei Jahren sind Wolfgang Kraus und Bernhard Mäder von Schopfheim aus auf die Walz gegangen. Nun sind sie wieder in der Heimatstadt und erzählen von ihren Erlebnissen.

Daß die Stadt demnächst eine Fehlbelegungsabgabe für Sozialwohnungen erhebt, erfährt man im MT vom Bürgermeister.

Einen Tag vor dem Käsefest berichtet Eugen Herzog aus seiner französischen Heimat. Er schreibt, daß aus Protest gegen die Grabschändungen auf dem jüdischen Friedhof in Carpentras sich spontan zahlreiche Personen um das Gefallenendenkmal, das die Namen von sieben Israeliten, die aus Poligny ins KZ kamen, trägt, versammelt haben und einen Blumenstrauß niederlegten. Er sagt auch, daß das Haus und das Auto eines Marokkaners mit rassistischen Parolen verschandelt wurde, weil dieser mit einer Französin verheiratet ist und die Kinder die katholische Religion annahmen.

21 Herren-, 7 Damenmannschaften und 177 Einzelpersonen spielten um die Stadtmeisterschaft des Sportkegelclubs. Stadtmeister wurden die Schlattholzdamen. Den Einzelwettbewerb gewann Edith Hoffmann aus Wiechs. Bei den Herren wurde im Einzel Gerold Dietsche Sieger, während die »Alten Herren« den ersten Platz bei den Herrenmannschaften belegten.

Vor sechs Jahren begann Bezirkskantor Matthias Schneider mit der Praxis, 14-täglich zur Marktzeit Orgel zu spielen. Heute erklingt zum 75. Male die »Orgelmusik zur Marktzeit«; zahlreiche Musikfreunde fanden sich zum Jubiläum in der Alten Kirche St. Michael ein.

In der Vicemooshalle beginnen die Titelkämpfe zu den Tischtennis-Stadtmeisterschaften, die dieses Jahr vom Tischtennisverein Langenau ausgerichtet wurden. Bei den Herren im A-Finale siegte Jens Kraus. Abonnementssieger Uli Brutschin war nicht am Start. Bei den Herren B stand Jürgen Kohler und bei den Senioren Rudolf Munz auf der Siegertreppe. Anne Reiss entschied den Sieg bei den Damen für sich. Im Herren-Doppel gewannen Stefan Bühler/Markus Lehmann und im Damen-Doppel Karin Bitterlich/Sandra Morkis.

10. Juni 1990

Die Guggemusik »Schweißblöser AG« ist in Poligny beim diesjährigen Käsefest, das auch vom Bürgermeister und vom Beigeordneten besucht wird.

11. Juni 1990

Umbauarbeiten am Haus Ecke Hauptstraße/Himmelreichstraße im Zuge der Überplanung der »Schärers Au« beginnen.

Langenau will nun einen gemischten Chor gründen. Der Männerchor alleine ist, so liest man, nicht mehr lebensfähig. Appelle an Sangesfreudige blieben ohne Gehör und Erfolg.

Im Gewerbepark Sanio wurde vor einigen Tagen eine neue Turbinenwasserkraftanlage installiert.

Je einen neuen Kindergarten in Langenau und Fahrnau wird es geben, beschließt der Gemeinderat. Die Verwaltung muß nun über die Realisierungsmöglichkeiten nachdenken. In Langenau soll gegebenenfalls ein Provisorium vorläufig Abhilfe schaffen. Man denkt an den alten Schulsaal beim Rathaus, falls die Vereine auf den als Probenlokal genutzten Raum für ein Jahr verzichten können.

Die Einführung eines Bonussystems für Lehrmittel am THG und an den übrigen Schulen lehnt der Gemeinderat ab. Es wäre mit Mehrbelastungen für den Haushalt verbunden, dies könne man derzeit jedoch nicht verantworten, da der Kindergarten, beziehungsweise die Einrichtung von Kindergärten Priorität habe.

Das Baugesuch für den Erweiterungsbau des Städtischen Krankenhauses wird im Gemeinderat mit einer Nein-Stimme verabschiedet.

Umplanungen muß es im Bebauungsplan Rebacker/Rütteberg noch geben. Die Grundstücke sollen nach dem Willen des Gemeinderates auf Vorschlag der Stadtverwaltung verkleinert werden, um so die Zahl der Wohnungen und Wohnhäuser zu erhöhen. Die GRÜNEN fordern einen ökologischen Ausgleich für das Baugebiet, während die übrigen Fraktionen der Neueinteilung der Grundstücke zustimmen.

Die Wiesenbrücke ist nun doch, so stellt das Landesdenkmalamt fest, ein Kulturdenkmal.

12. Juni 1990

Der Maler Herbert Wentscher feiert heute seinen 90. Geburtstag.

Im Kreisverband ist die AWO Schopfheim an der Spitze. Sie hat nicht nur mit 313 die größte Mitgliederzahl, sondern hat in diesem Jahr bereits 14.700,-- DM an Spendengeldern gesammelt.

In einer Mieterversammlung wollten die Mieter des Gewerbeparkes Sanio über die Zukunft des »Irrlichtes« sprechen. Diese platzte jedoch nach lautstarken und zum Teil sehr emotionalen Wortgefechten, weil Sanio teilnehmen wollte, ohne daß er eingeladen war.

13. Juni 1990

In einer Information an das MT meint Sanio, er sei nicht gegen die alternative Einrichtung des »Irrlichts« an sich, nur mit dem jetzigen Träger wolle er nichts mehr zu tun haben.

14. Juni 1990

Eine recht große Zahl katholischer Christen feiert mit einer Prozession von der Kirche St. Bernhard über die Bismarckstraße zum Schulhof das Fest Fronleichnam. Ein Altar befindet sich im Schulhof, ein zweiter ist an der Ecke Bismarckstraße/Bahnhofstraße aufgebaut.

Der Ortschaftsausschuß beschäftigt sich mit dem Bebauungsplan »Im unteren Dorf« in Fahrnau. Eine von einem Arbeitskreis zusammen mit dem Planer Gerd Dürr erarbeitete Variante soll nun dem Gemeinderat zur Beschlußfassung vorgelegt werden.

15. Juni 1990

Das Theater »Die Brücke« bricht die Zelte in Schopfheim ab. German und Christiane Greull verlassen Schopfheim.

16. Juni 1990

»Zeig Vernunft, geh weg vom Gas, Tempo 40 km/h macht doch Spaß«, mit solchen Hinweisen und Parolen werden Kraftfahrer in Langenau auf eine Temporeduzierung hingewiesen.

Der Vorschlag von Bürgermeister Fleck, das Übungslokal im ehemaligen Rathaus Langenau vorübergehend als Kindergarten zu nutzen, wird vom Ortschaftsrat abgelehnt. Es gäbe für die Vereine keine Ausweichmöglichkeiten, ist in der Sitzung zu hören, obwohl der Bürgermeister anbot, die Vereine in der Schule kurzfristig aufzunehmen. Der Ortschaftsrat macht nun den Vorschlag, mit der evangelischen Kirchengemeinde darüber zu reden, ob der Kindergarten für die Dauer eines Jahres im Gemeindezentrum aufgenommen werden könnte. Bürgermeister Fleck meint zu dieser Entscheidung, er fände das schlimm. Auch meint er, es sei eine echte Katastrophe, wenn die Ortschaftsräte den Vereinen einen Umzug in die Schulen nicht zumuten wollten.

Konzertpremiere in der Wiechser Kapelle: Klaus Dürrschnabel und Beate Lukanow-Dürrschnabel eröffnen eine neue Reihe »Das kleine Konzert«.

Händels Oratorium »Jephta« wurde vom Oberstufenchor und dem Orchester der Schopfheimer Waldorfschule unter der Leitung von Heiner Frank in der Stadthalle aufgeführt. Konzertmeister war der Uruguayaner Antonio Nunez vom Basler Sinfonieorchester.

17. Juni 1990

Vor 25 Jahren kamen die ersten Gastarbeiter aus Portugal nach Schopfheim. Die BZ erinnert heute an Männer wie Mario Moreira, Manuel Carneiro und Americo Da Silva.

Packende Rennen beim 25. Motocross in Schopfheim. 25 Jahre ist der Vorsitzende Fritz Schrank als Rennleiter für die Veranstaltung dieses Schopfheim weithin bekanntmachenden Ereignisses verantwortlich. Bürgermeister Klaus Fleck ließ es sich nicht nehmen, traditionell als Schirmherr die Veranstaltung zu eröffnen.

Bei den Seitenwagen wurden die Gebrüder Klaus und Thomas Weinmann aus Ottenheim Klassensieger.

Der katholische Kirchenchor Schopfheim empfängt Gäste aus der Pfarrgemeinde Poligny. Vorsitzender Albrecht Kordeuter lud, nachdem man gemeinsam einen herrlichen Tag verbrachte, die Freunde aus der französischen Partnerstadt zur 25-Jahrfeier in zwei Jahren wieder nach Schopfheim ein.

18. Juni 1990

Die CDU will auf ein Schreiben von Anwohnern des Dr. Max-Picard-Platzes reagieren, die sich über dessen Nutzung als Fußballfeld und den damit zusammenhängenden Lärm beschweren.

Bei der Jahreshauptversammlung des »Irrlichts« war von Resignation nichts zu spüren. »Wir machen mit verstärkten Kräften weiter« heißt es. Zum neuen Vorsitzenden wird Martin Vollherbst gewählt. Die bisherige Vorsitzende Susanne König übernimmt das Amt des Vize.

5.000,-- DM wird die Stadt Schopfheim zur Wiederaufstellung einer Statue in Poligny beisteuern. Dort will man General Travots gedenken, eines Kämpfers der Französischen Revolution, dessen Denkmal 1942 durch die deutsche Besatzung 1942 eingeschmolzen wurde.

Pfarrer Lichdi gibt einen Situationsbericht über die Sozialstation.

Im Hauptausschuß berichtet Franziska Gerhardt, die derzeitige Leiterin des Mobilen Hilfsdienstes, über diese Einrichtung.

19. Juni 1990

Als zu klein erweist sich das Sitzungszimmer des Ortschaftsrates Wiechs für die Durchführung einer Bürgerversammlung zum Thema Rebacker/Rütteberg. Man muß kurzerhand in die Turnhalle ausweichen. Der Ortschaftsrat formuliert auch diesesmal wieder ein klares »Nein« zu den Plänen der Stadt.

Arno Baumann, Gymnasiallehrer und Organisationsprogrammierer, ist neuer Leiter des Berufsbildungszentrums in Schopfheim.

Zum 50jährigen Bestehen des Löschzuges Enkenstein wird das Festzelt aufgebaut.

20. Juni 1990

Dieser Tage fand ein Gespräch der Bürgerinitiative gegen die Brandversuche im Hasler Tunnel mit dem Regierungspräsidium statt. Nachdem der Beweis wohl erbracht ist, daß Fledermäuse den Tunnel als Zwischenquartier nutzen, sollen weitere Untersuchungen offene Fragen klären, bevor die STUVA mit Brandversuchen beginnen kann. Wenn die STUVA weiter bauliche Vorbereitungen für die Holzbrandversuche im Hasler Tunnel betreibt, so wird sie sich nach Meinung von MdL Peter Reinelt möglicherweise wegen Verschleuderung von Steuergeldern verantworten müssen.

Die Fußballmannschaft des THG wurde Meister des Oberschulamtsbezirkes.

Monika Bruttel wird Anfang Juli nach Japan fliegen, um dort ihre Aufgabe als Missionarin zu übernehmen. Die 32jährige geht für die amerikanische Missionsgesellschaft »Saint« in das Land der aufgehenden Sonne.

Jörg Schaber aus Maulburg stellt abstrakte Bildkompositionen in der Stadtbibliothek aus.

Der Fußballverein Fahrnau steigt nun auch auf. Nach einigen Jahren der Abstinenz wird man nun wieder in der Kreisklasse A spielen. Freude herrscht nicht nur bei den Spielern, sondern auch beim Trainer Fellhauer.

Delegiertenversammlung des Stadtjugendringes: Dabei bleibt Annette Kleile erste Vorsitzende. Hanspeter Launer übernimmt das Amt des Vize. Man bemängelt, daß die Aktivität und die Beteiligung am Stadtjugendring zu gering sei.

21. Juni 1990

Im Schlechtbacher »Auerhahn« machen Mitglieder des Dänischen Kabinettes Halt und lassen sich vom Wirt verwöhnen. Sie informierten sich über die Verkehrssituation im Basler Raum.

Die GRÜNEN wollen, daß im Gemeinderat über den Bahnbetrieb diskutiert wird. Insbesondere ist nach Ansicht der Partei ein Überdenken des Aufhebungsbeschlusses für den Güterbahnhof angezeigt, denn jede weitere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße ist unzumutbar.

In der Altersklasse bis 14 Jahre schaffen die Mädchen des Tennisclubs Schopfheim den Aufstieg in die erste Bezirksklasse.

22. Juni 1990

Der Musikverein Wieslet eröffnet das Festbankett zur 50-Jahrfeier der Feuerwehr Enkenstein im eigens aufgestellten Festzelt. Sowohl Bürgermeister Fleck als auch Ortsvorsteher Dieter Meißner gingen bei ihrer Festansprache auf die Geschichte der Wehr ein und gratulierten den Männern, die heute noch das Löschwesen im Ortsteil garantieren. Artur Wagner, Albert Keller sen., Adolf Vogt, Fritz Wehrer und Fritz Leisinger waren am 30. April 1940 aktiv bei der Gründung dabei. Alle wurden heute geehrt.

Die Feuerwehr muß zu einem Öleinsatz ausrücken.

Die Künstlergruppe »Polygon« stellt im Kunsthaus Schopfheim aus. Jürgen Scharf, Rezensent im MT, meint hierzu, der interessanteste Neuzugang sei eine gebürtige Schopfheimerin mit Schweizer Paß, nämlich Marga Ebner. Sie sei, so sagt er, eine Entdeckung.

23. Juni 1990

Der Förderkreis Fußball lädt die Spieler des SV zur Meisterschaftsfeier ein und überreicht ihnen zur Vereinsförderung einen Scheck. Es wird aber an diesem Tage auch deutlich, daß Trainer Dieter Struwe sein Amt niederlegen wird.

Während einer Woche »grümpelt« es auf dem Fußballplatz in Fahrnau. 210 Hobbyfußballer sind beim 20. Grümpelturnier des FVF auf dem Rasen.

Stefan Deblon und Christian Lerner vom THG nehmen am Wettbewerb der Internationalen Chemie-Olympiade teil. Zur Runde der besten 60 Chemieschüler der Bundesrepublik darf sich Christian Lerner zählen, während Stefan Deblon sogar zur Runde der 15 Besten vorstieß und nun zu den ausgewählten Gästen eines chemischen Institutes in Rußland zählen wird.

Silvia Stölzle und Christa Hoheisel wenden sich in einem Leserbrief gegen den Beschluß des Hauptausschusses, 5.000,-- DM für ein Generalsdenkmal an die Partnerstadt Poligny zu geben.

Im Alter von nicht ganz 50 Jahren verstirbt der Architekt Jörn Hinzpeter.

24. Juni 1990

Die Radsportabteilung Schopfheim veranstaltet ein Kriterium rund um den Belchen, an dem zahlreiche Zweiradfreunde teilnehmen.

Das Ballettstudio Jean Berth und Schüler des THG unter der Leitung von Herrn Müller-Eser laden zu einer Doppelveranstaltung in die Stadthalle ein.

Ein Konzertmarathon mit Eric Saties »Vexations« beginnt im Kunsthaus. Acht Pianisten wechseln sich während 20 Stunden am Klavier ab. Steife Konzertatmosphäre war ohnehin nicht angesagt, die Gäste kamen und gingen, um diesem Spektakel beizuwohnen.

25. Juni 1990

Der Gemeinderat spricht sich nun endgültig für den Neubau eines Kindergartens in der Holzmatt in Langenau aus. Zunächst wird es aber ein einjähriges Provisorium in den Räumen des evangelischen Gemeindehauses geben. Die Vorbereitungen zu einem schon im September in Betrieb gehenden Kindergarten müssen nun beginnen.

Die Baugebiete Rebacker/Rütteberg und die Kleine und Obere Schleife werden vom Gemeinderat als öffentliche Entwicklungsgebiete ausgewiesen. So können künftig auch Baulücken mit gesetzlichen Mitteln besser geschlossen werden.

Der Traum vom Pilotprojekt einer funktionierenden Heizzentrale in Schopfheim ist wohl ausgeträumt. Der Gemeinderat beschließt eine Änderung dieses Objektes, da die bisherige Technik nicht mehr angewandt werden kann. Investitionen in Höhe von 1.6 Mio. DM werden hierfür notwendig, ein Betrag, dessen Finanzierung dem kommunalen Haushalt sicher noch Kopfzerbrechen machen wird.

Das von den GRÜNEN zunächst gewollte Mitteilungsblatt der Stadt wird im Gemeinderat mit Mehrheit abgelehnt.

Der Rechenschaftsbericht für das Jahr 1989 wird verabschiedet. Er schließt in den Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushaltes mit 40.768.213,06 DM und im Vermögenshaushalt mit 11.988.232,34 DM ab. Die Bilanzsumme der Stadtwerke liegt bei 14.075.905,35 DM und der Jahresabschluß des Städt. Krankenhauses hat eine Bilanzsumme von 19.879.261,42 DM mit einem Jahresverlust von 115.884,82 DM.

26. Juni 1990

Das Jahresergebnis für 1989 ist, so Bankdirektor Walter Ammann von der Volksbank, noch als befriedigend zu sehen. Das Kreditgeschäft ist durch die Erhöhung der Zinsen bemerkenswert zurückgegangen. Die Bilanzsumme konnte um 12,6 Mio (3,11 %) gesteigert werden.

Als sehr erfreulich bezeichnet Dr. Neubauer den Geschäftsbericht der Sparkasse, während der Vorsitzende der Gewährträgerversammlung, Bürgermeister Klaus Fleck, von ausgezeichnet spricht. Mit einer um 6,4% auf 405 Mio gestiegenen Bilanzsumme wurde erstmals die 400 Mio-Grenze bei diesem Kreditinstitut überschritten. Bei den Spareinlagen, so weiß Direktor Alfred Horn zu berichten, war ein Minus von 4,3% hinzunehmen, was einer Summe von 7 Mio entspricht.

Professor Roeck spricht bei der Gewährträgerversammlung der Sparkasse und versucht die Frage zu beantworten, was die deutsche Wiedervereinigung koste. Auf ein bis zwei Billionen DM meint er, seien die Kosten für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erneuerungsbedarf der DDR zu veranschlagen.

Die Stadtverwaltung unternimmt heute zusammen mit einem großen Teil des Krankenhauspersonals einen Betriebsausflug.

Die CDU plädiert für den Neubau eines Versammlungsraumes in Gersbach und nimmt Abstand von der Aufstockung des Schulhauses.

Eichen ist auf dem Prüfstand der Kommission »Unser Dorf soll schöner werden«. Welchen Eindruck der Ortsteil macht, wird in wenigen Tagen von der Prüfkommission zu erfahren sein. Ortsvorsteher Keller verstand es, seinen Ortsteil in der eigenen Struktur darzustellen.

Auch in Enkenstein ist die Kommission beim Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden«. Ortsvorsteher Meissner betont, man habe nicht teilgenommen, um einen Preis zu erringen, sondern um Ratschläge entgegen zu nehmen.

27. Juni 1990

Viele Schopfheimer fahren nach Basel, um die Altrockstars »Rolling Stones« mit Mick Jagger zu hören.

28. Juni 1990

Günter Bernauer übernimmt das Amt des Fußballtrainers beim SVS.

Die SPD lädt am kommenden Montag zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz ein. Sie will dort ihre Forderungen zur Deutschlandpolitik, insbesondere ihre Forderung nach einer Volksabstimmung für eine neu auszuarbeitende Verfassung, artikulieren.

29. Juni 1990

Dieser Tage durfte Bürgermeister Fleck von der Lehrerkonferenz der Gewerbeschule einen prall gefüllten Werkzeugkasten für die Partnergemeinde in Dikume entgegennehmen. Herr Link, der Vertreter der Lehrer, berichtete, daß der Werkzeugkasten mit einem Wert von etwa 1.000,-- DM durch eine Versteigerung bei der Weihnachtsfeier finanziert worden sei. Der Schrank wird wohl per Schiff nach Kamerun befördert werden.

01. Juli 1990

Unter dem Motto »Christus verbunden - Grenzen überwinden« feiern die Protestanten aus Ost und West in Schopfheim das 141. Landesfest des Gustav-Adolf-Werkes. Dekan Heidler gestaltet den zentralen Festgottesdienst in der evangelischen Stadtkirche. Es wirkt u. a. der Gesamtkirchenchor des evang. Kirchenbezirks Schopfheim unter Leitung von Matthias Schneider mit. Die verschiedenen Foren stehen im Zeichen des Aufbruchs der Kirchen Osteuropas. Kirchenvertreter aus Polen, der CSSR und der DDR berichten von ihrem Kirchenalltag.

Bei hochsommerlichen Temperaturen gefiel es der Stadtmusik, ihr traditionelles Waldfest auf den Marktplatz zu verlegen. So fanden die Gäste wenigstens unter den Arkaden Zuflucht, als ein kräftiges Gewitter ihr Sommerfest stören wollte.

Das 2. Mountainbike-Rennen auf dem Schopfheimer Moto-Cross-Gelände war angesagt. Rund 50 Mountainbike-Fahrer starten zu einem 930 m langen interessanten Rundkurs. Der Organisator Ronald Pieper möchte mit dieser Veranstaltung den Mountainbike-Sport bekannt machen.

Auf der Poststelle in Wiechs gibt es einen Wechsel. Astrid Schöbel hat die Nachfolge von Heinz Gräßlin angetreten. Die neue Posthalterin kennt ihre Kunden. Sie ist in Wiechs geboren und lebt dort auch.

Barbara Braun steht als neue Kultursachbearbeiterin Klaus Strütt zur Seite. Sie wird das Jahrbuch der Stadt betreuen und die kulturellen Aktivitäten der Stadt durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit nach außen transparent machen.

02. Juli 1990

Große und kleine Leute können wieder einmal Circusluft schnuppern. Der altbekannte Circus Barani ist zu Gast in der Stadt.

Der Tennisclub beginnt mit seinen Meisterschaften im Einzel.

Einige ältere Anwohner empfinden das Fußball- und Tennisspielen auf dem Dr. Max-Picard-Platz als störend, soll doch der Platz Begegnungsstätte für Jung und Alt sein. Der Umweltausschuß setzt sich mit diesem Konflikt auseinander und diskutiert in diesem Zusammenhang auch neue Gestaltungsmöglichkeiten. Man einigt sich schließlich darauf, die Neugestaltung in Verbindung mit dem neuen Spielplatz Wiesenweg vorzunehmen und das Bolzen vorläufig zu verbieten.

Fast unter sich bleiben die Schopfheimer Sozialdemokraten, als sie nach ostdeutschem Muster das Volk zu einer Montags-Demo aufrufen. Ihr Protest gilt der Art und Weise, wie die deutsche Vereinigung vollzogen wird.

03. Juli 1990

Das letzte Mal vor den Sommerferien bietet der Kinderschutzbund in der Stadtbibliothek eine Vorlesestunde für Vor- und Grundschüler an.

Nicht zum alten Eisen gehören und politisch aktiv sein wollen die Senioren, die sich in der Senioren-Union organisieren und in ihrer Gründungsversammlung Elfriede Bruttel zur Vorsitzenden wählen. Die neue Vereinigung steht der CDU nahe. MdB Ortrun Schätzle hält einen Vortrag und diskutiert mit den Senioren über die Frage: »Was nun in Deutschland?«

05. Juli 1990

Alarmiert von einem anonymen Anruf, sucht die Polizei auf dem Gelände der Hanf-Union nach Fässern, aus denen angeblich »giftige Substanzen« auslaufen. Die Aufregung ist umsonst. Es handelt sich um unsachgemäß gelagerte Ölfässer und -kanister, vor denen sich beim Regen Ölschlieren gebildet haben.

Im Bundeswettbewerb Mathematik konnten 2 Schüler des THG ausgezeichnet werden. In der 1. Runde qualifizierten sich Björn Ittermann und Brigitte Huber.

Nachdem die CDU sowie der Elternbeirat der Schule und die Turnerschaft erneut den Sportplatzbau in Langenau nachdrücklich gefordert haben, rückt die Verwirklichung jetzt näher. Die Stadtverwaltung kündigt an, bis zum Herbst die Voraussetzungen zu schaffen und eine entsprechende Planung vorzulegen.

Auf eine gemeinsame dezentrale Kompostieranlage für Häckselgut und Naßmüll im mittleren Wiesental verständigten sich die Gemeinden der Verwaltungs-Gemeinschaft und die Stadt Zell. Sie fordern den verantwortlichen Landkreis auf, das Vorhaben zu realisieren, dabei soll das Verfahren Gustav Blessings vorrangig berücksichtigt werden.

06. Juli 1990

Die monatlichen Altennachmittage der Arbeiterwohlfahrt werden von Frau Myrtha Lamb gestaltet. Dafür erhielt sie die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, die ihr Bürgermeister-Stellvertreter A. Cremans aushändigte.

Den Schilfmattenzaun um das Areal des Kunsthauses empfindet der Bürgermeister als störend. Was vom Stadtoberhaupt als »Einigelung« kritisiert wird, sehen die Betreiber als ihr Schutzbedürfnis vor der stark befahrenen Ortseingangsstraße an.

07. Juli 1990

Grünes Licht für den Bau eines größeren Schopfheimer Postamtes hat die Oberpostdirektion gegeben. Als einzigen noch möglichen Standort denkt die Stadt an das Gelände im »Winkel«, wo die »Bau 4« als Grundstücksbesitzer seit dem Erwerb der Gottliebbaracke um die gewerbliche Nutzung kämpft. Ein Gemeinderatsbeschluß sah bisher nur den Bau von Wohnungen vor. Jetzt soll im Erdgeschoß der zukünftigen Bebauung die Post unterkommen.

»Saurier-Riesen der Vorzeit«. Unter diesem Motto erarbeitete eine Projekttage-Arbeitsgruppe aus den 5.-7. Klassen der Friedrich-Ebert-Schule eine Sonderausstellung; es wurde ein über 2 qm großes Raummodell entwickelt.

Aus ganz Südbaden treffen sich die Reitsportfreunde auf der Anlage des Gestüts Sengelen zum Reit- und Springturnier des Reitvereins. Mit Silvia Albiez steht auch eine Schopfheimerin mit ihrem schwierigen »Back Sun« auf den vorderen Plätzen.

08. Juli 1990

Wie überall in der Republik geht es auch in Schopfheim nach dem Sieg der Fußballweltmeisterschaft durch die deutsche Nationalelf hoch her. Bis nach Mitternacht feiern die Fußballfans siegestrunken und lautstark den nationalen Triumph. Trotz einer Brandstiftung in der Rathaus-Toilette, die die Feuerwehr gleich unter Kontrolle hat, attestiert die Polizei den Fußballfans »vernünftiges Verhalten«. Manch einer sieht jedoch diesem geballten Ausdruck von Nationalgefühlen mit gemischten Gefühlen zu...

Als schulbeste Sportlerin schneidet Christiane Lacher bei den diesjährigen Bundesjugendspielen der Grund- und Hauptschule Fahrnau ab.

10jähriges Bestehen feiert der Verein der Gartenfreunde und stellt sich wieder einmal der Öffentlichkeit vor.

Cabrios und Oldtimer sind die Attraktionen des 3. Cabrio-Treffen im BBZ. Bei einer Rundfahrt ins Grüne müssen bei leichtem Nieselregen die Verdecke leider geschlossen bleiben.

09. Juli 1990

Nach vielen Diskussionen um die Kindergartengebühren beschließt der Gemeinderat jetzt eine Erhöhung zum 1. Sept. Die SPD hatte Bedenken, stimmt aber schließlich zu, um die geplanten Kindergärten in Langenau und Fahrnau nicht zu gefährden. Familien mit einem Kind zahlen künftig statt bisher 50,-- jetzt 65,-- DM, bei 2 Kindern ermäßigt sich der Betrag auf 50,-- DM pro Kind; Familien mit 3 Kindern zahlen nur noch 30,-- DM.

Eigenleistungen am geplanten Sportplatz in Langenau möchte die Turnerschaft erbringen, um wenigstens provisorisch leichtathletische Sportarten betreiben zu können. Fleck lehnt die vorgelegten Pläne für eine Übergangslösung ab. Zum einen seien sie nicht zu finanzieren, zum anderen müsse auch noch der Hochwasserschutz gewährleistet sein.

In nicht-öffentlicher Sitzung berät der Gemeinderat die Einsetzung eines Stadtplaners bzw. Bauamtsleiters. Dieses Thema bietet auch jetzt wieder politischen Zündstoff. Obwohl einer der 2 vorgestellten Bewerber durchaus die Zustimmung der SPD/FDP und Grünen fand - es gab eine Mehrheit von 18:12 Stimmen -, bringt Bürgermeister Fleck mit seinem Veto die Abstimmung zu Fall. Die Kolumnistin der BZ mutmaßt, daß es nach diesem »Coup« des Stadtoberhauptes mit den friedlichen Zeiten im Gemeinderat vorbei sein wird. Auch das MT setzt sich sehr ausführlich mit dem Thema auseinander. Es sieht in dieser Machtdemonstration Flecks eine politische Kampfansage an die Gemeinderäte.

Die CDU-Stadträtin Helga Beikirch ist mit der Berichterstattung der BZ zum Thema »Stadtplaner« gar nicht einverstanden. Sie wirft der Zeitung einseitige Parteinahme gegen die CDU und Klaus Fleck vor.

Im Rahmen eines Schulversuchs soll den Schülern der Friedrich-Ebert-Schule ermöglicht werden, an ihrer Hauptschule den Realschulabschluß zu machen. »7 + 3« heißt das Modell. Der Gemeinderat befürwortet einen Antrag zum Schuljahr 90/91.

Der Gemeinderat stimmt der Schließung des Güterbahnhofs Schopfheim mehrheitlich zu. Aus der Sicht der Bundesbahn rentiert es sich nicht, den Güterbahnhof zu erhalten. Im Jahre 1989 wurden für den Transport 109.000,-- DM eingenommen. Für 1990 rechnet die Bahn nur noch mit 50.000,-- bis 60.000,-- DM. Anders sieht es mit dem Umschlagplatz Hausen-Raitbach aus. Hier wurden im gleichen Zeitraum Einnahmen von 554.000,-- DM erzielt. Die Stadtverwaltung befürwortet die Stärkung dieses Umschlagplatzes. Für Michael Straub von den GRÜNEN ist ein Güterbahnhof Hausen keine Alternative für Schopfheim. Er fürchtet noch mehr Lastwagen auf der Straße. Alle Fraktionen stimmen jedoch für einen zügigen Ausbau des Hausener Bahnhofs, um damit mehr Güter auf die Schiene zu bekommen.

11. Juli 1990

Prächtiges Sommerwetter hatten die Senioren des Georg-Reinhardt-Hauses für ihr Gartenfest. Geschäftsführer Siegfried Walliser sowie Heimleiter Hans Aue freuen sich über dieses gelungene Fest. Das Alten- und Pflegeheim des Sozialwerkes kann dieses Jahr auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken.

Traditionell zum Ende des Schuljahres beginnen an der Friedrich-Ebert-Schule die Projekttage. Bei 15 Projekten konnten die Schüler ihrem Hobby frönen oder neue interessante Themenbereiche kennenlernen.

12. Juli 1990

In der Langenauer Sockenfabrik Arlington Socks gibt es einen Besitzerwechsel. Die 430 Beschäftigten wurden über den Verkauf der gesamten europäischen Unternehmensgruppe an den Strumpfhersteller Kunert informiert. Neuer Geschäftsführer ist Klaus Eberhardt.

13. Juli 1990

Seinen 65. Geburtstag feiert Prof. Dr. Andreas Digeser. Der verdiente Pädagoge lehrte von 1955 bis 1965 in den Fächern Englisch und Französisch am THG, bevor er sich als Hochschullehrer um die Ausbildung angehender Englischlehrer verdient machte. Zum 1. Okt. geht er in den Ruhestand. Er will dann sein Standardwerk »Phonetik und Phonologie« überarbeiten. Er gehört zu den Vätern der Partnerschaft mit Poligny.

Bei strahlendem Sonnenschein beginnt im Sengelenwäldchen das Woodrock Open-Air »Kunst und Widerstand«.

Die von den Schopfheimern liebevoll »Julchen« genannte Julie Blum feiert im Georg-Reinhardt-Haus ihren 96. Geburtstag.

14. Juli 1990

Der Schwarzwaldverein Schopfheim hatte für einige Tage eine Wandergruppe aus Ebersbach in der Oberlausitz/DDR zu Gast. Die Sachsen äußern sich in einem kleinen Bericht begeistert über die erlebte Gastfreundschaft der Schopfheimer.

Das Veto des Bürgermeisters in Sachen Stadtplanung erhitzt weiterhin die Gemüter. Die BZ befragt die Parteienvertreter und läßt sie zu dem Thema Stellung beziehen.

Die Bewohner des »Hegne« und »Oberen Dorfes« in Fahrnau fühlen sich von üblen Gerüchen, die vom Gelände der Firma Rietschle ausgehen, empfindlich gestört. Die Firma bringt Sandgußkerne zum Abkühlen ins Freie, wo aromatische Kohlenwasserstoffe austreten. Obwohl sie abgesaugt und in einer Abluftreinigungsanlage gewaschen werden, bilden sie eine große Belästigung für die Nachbarn. Die Firma verspricht schnelle Abhilfe.

14. Juli 1990

Eugen Herzog berichtet wieder vom Leben in unserer Partnerstadt. Das Hauptereignis war das Käsefest, an dem auch einige Schopfheimer, begleitet von ihrem Bürgermeister, teilnahmen. Es wurde viel Musik geboten und die Kinder der Volksschule führten eine Mini-Oper auf, die sehr erfolgreich über die Bühne ging. Der »Club 89« hielt seine Generalversammlung ab. Das im Jahre 1942 niedergerissene Standbild des Revolutionshelden Travot, einem Sohn der Stadt, soll wiederhergestellt werden. Hierzu will die Stadt Schopfheim auch einen Beitrag leisten. Eugen Herzog gibt uns einen kurzen Abriß vom Leben Travots. Er berichtet auch vom Besuch der Schüler vom BK 1 der kaufmännischen Schule mit ihrem Lehrer Albrecht Kordeuter in Poligny. Die Gruppe machte eine Woche lang Bekanntschaft mit dem Städtchen und seiner Umgebung und war überwältigt von der Gastfreundschaft, die sie erfahren durfte.

Unter den Eichen des Sengelenwäldchens ist das Woodrock-Festival in vollem Gang. Die neue Konzeption »Besucher/innen werden zu Macher/innen« erweist sich als positive Weiterentwicklung des Woodrock. Man versucht, dem hohen Anspruch des programmatischen Titels »Kunst und Widerstand« gerecht zu werden. Das gelingt gar nicht schlecht, wenn auch mit einigen Abstrichen bei der Präsentation, meint die BZ. Die nächtliche Ruhestörung scheint für einige Anlieger ganz beträchtlich gewesen zu sein, so ist einigen Leserbriefen zu entnehmen.

Einen weiteren Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Gesangvereins Eichen war eine sommerliche Serenade in der Hülschenmatthalle.

Für die 6- bis 8jährigen Buben richtet der FV Fahrnau ein Jugendturnier aus. Erst im Endspiel unterlag die F-Jugend des FC Fahrnau.

15. Juli 1990

Einen offiziellen Abschiedsgottesdienst feiert Pfarrer Oskar Ackermann in der evangelischen Stadtkirche. Auch Pfarrer Reiner Lichdi verabschiedet sich von seiner Gemeinde in Fahrnau.

Der musikalische Höhepunkt des Woodrock-Festivals wurde spät abends, nämlich um 22.30 Uhr präsentiert. Die schwedische Frauenband »Anitas Livs« mit ihrer Leadsängerin Anita Livstrand begeisterte das Publikum.

16. Juli 1990

Auch in den Ferien können Gäste und Daheimgebliebene jetzt das Museum besuchen. Bis zum 30. Sept. ist das Museum täglich außer freitags geöffnet.

Um einwandfreies Trinkwasser für Langenau und Wiechs zu gewährleisten, beteiligt sich die Stadt mit ansehnlichen Summen an Investitionen des Wasserversorgungsverbandes Dinkelberg.

Eltern der Dr. Max-Metzger-Schule äußern ihren Unmut über die Personalsituation an Schopfheims Grundschulen. Sie finden den Druck, der durch die Bildung von großen Klassen auf Lehrer und Schüler entsteht, unerträglich. Sie suchen Gehör beim Oberschulamt und den Landtagsabgeordneten in Stuttgart.

17. Juli 1990

Ein weiterer Schritt zur Verbesserung des Schopfheimer Müllkonzepts ist getan. Es gibt eine Extrasammlung von Metall, Papier und Kartonagen.

Woran sie in Zukunft mit ihren Mitgliedern ist, möchte die neue Vorstandschaft des Gewerbevereins wissen und verschickt Fragebogen an ihre Vereinsmitglieder, um deren Meinung zu den verschiedenen Aktionen des Vereins zu erfahren.

18. Juli 1990

In ein wahres Blumenparadies verwandelt sich die Stadthalle, als 27 Floristinnen zum Abschluß ihrer Ausbildung ihr Können zeigen.

19. Juli 1990

Für das alte Gefängnis scheint ein neuer Käufer gefunden zu sein. Es ist der Schopfheimer Graphiker Jeannot Weißenberger. Der neue Eigentümer wird aus Kostengründen zunächst das Erdgeschoß und allenfalls das erste Obergeschoß renovieren, möchte aber auf jeden Fall den Charakter des Gemäuers erhalten.

20. Juli 1990

In einem Brief an den Ministerrat des Landes Baden-Württemberg wendet sich der BUND Wehr gegen die Stillegung der Eisenbahnstrecke Bad Säckingen – Schopfheim. Der BUND möchte die Strecke in ein mögliches Regio-S-Bahn-Konzept miteingebunden sehen.

Die kindergartenlose Zeit in Langenau wird am 1. Okt. vorbei sein. Es wurden jetzt die Weichen für einen provisorischen Betrieb gestellt. Zwei neu verpflichtete Kindergärtnerinnen werden 15–20 Kinder betreuen.

Die Berufsakademie verabschiedet nach 33 Jahren Studienprofessor Paul Schalley. Er war Fachberater für das Bankwesen und betreute die 10 Bankfachklassen an den kaufmännischen Schulen.

21. Juli 1990

Der Städtli-Zinken lädt zum Rettichfest in die Altstadt ein.

Eine lange Familientradition geht mit Aufgabe der Altstadt-Bäckerei für Dörle und Erwin Müller zu Ende. Der seit der Jahrhundertwende existierende Familienbetrieb wurde jetzt an die Nachfolger, die Familie Bender, übergeben.

Bei tropischen Temperaturen übernimmt Bürgermeister Fleck beim Dorffest in Wiechs den Faßanstich.

Stück für Stück wird die einstige »Gottlieb«-Baracke im Winkel abgebaut.

22. Juli 1990

Die Tennis-Seniorinnen des TC beenden die Tennis-Saison als Vizemeister.

23. Juli 1990

Auf Initiative von Ärzten des Schopfheimer Krankenhauses wird Hilfe für ein Spital in Sinop/Brasilien organisiert. Ein Spendenkonto wird eingerichtet und auch die Stadt leistet einen Beitrag zur Hilfe.

Der Beschluß des Gemeinderats, den Hausener Güterbahnhof zu stärken, wird von der IG pro Schiene in einer Vorstandssitzung heftig kritisiert. Was in Schopfheim schon vorhanden sei, müsse in Hausen zusätzlich investiert werden, argumentiert der Verein. Heftig wendet er sich auch gegen den von der Bundesbahn geplanten begleitlosen Zugverkehr.

24. Juli 1990

Nach einigen Unstimmigkeiten wird jetzt dem Café »Irrlicht« eine Galgenfrist von eineinhalb Jahren eingeräumt, bevor es endgültig den Gewerbepark Gündenhausen räumen muß. Auflagen zur Nutzung der Räume wurden von dem Irrlicht-Team, Jörg-Uwe Sanio und der Stadt schriftlich fixiert.

Als offen sieht derzeit Bürgermeister Fleck die Jugendzentrumsfrage an. Die vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe »Jugendpapier« ist noch dabei, ihre Vorstellungen zu erarbeiten. Solange wird das ehemalige Schlachthaus, das als Standort diskutiert wurde, vom Bauhof genutzt.

25. Juli 1990

Carola Beer, Wahl-Gersbacherin, stellt im Sudhaus ihre Landschaftsaquarelle aus.

Auf dem Tannenhof in Raitbach gibt es ein Heustockfeuer. Tannenhofbesitzer Hans Klemm rettet in letzter Minute 6 Pferde. Die Feuerwehr bekam den Brand relativ schnell unter Kontrolle, sie schätzt den Schaden auf 350.000,-- DM.

Um den innerstädtischen Verkehr zu entlasten, bietet das Bauamt eine weitere Plan-Variante an. Mit einem 30.000,-- DM teuren Modell wird den Gemeinderäten in nicht-öffentlicher Sitzung die geplante Unterführung Bahnhof/Wehrer Straße vorgeführt.

Als überraschende Nachricht wertet Hartmut Bertsch die Kündigung des Chefarztes Dr. Vetter noch während der Probezeit. Bernd Vetter gibt an, im Städtischen Krankenhaus nicht die strukturellen und personellen Voraussetzungen gefunden zu haben, um eine leistungsfähige Chirurgie betreiben zu können. Er kehrt zu seiner ehemaligen Arbeitsstätte, einem 500-Betten-Krankenhaus in Lahr, zurück.

26. Juli 1990

Mit der achtköpfigen Gruppe »Pepperhouse Stompers« beteiligen sich auch Schopfheimer am großen Jazz-Meeting in der schwedischen Partnerstadt Ronneby.

Den geplanten neuen Standort der Post auf dem Gelände der ehemaligen »Gottlieb«-Baracke kritisiert der Gewerbeverein als zentrumsfern. Die Gewerbetreibenden meinen, der neue Standort führe zu weiterer »Dezentralisierung der Kernstadt« und werde weitere »Fahrzeugbewegungen provozieren«. Auch die SPD macht Front gegen die Auslagerung der Post in »den Winkel«. In einem Schreiben der Fraktion an das Rathaus heißt es, sie könne einer verbraucherfeindlichen Auslagerung nicht zustimmen. Sie bringt ihrerseits wieder den Standort Pflugareal ins Spiel.

Schwierigkeiten scheint es mit der Neubesetzung von zwei vakant gewordenen Pfarrstellen in Schopfheim zu geben. Laut Dekan Heidler könne von der Ausschreibung bis zur Einstellung eines neuen Pfarrers ein halbes bis ein Jahr vergehen.

Einen Unfall gab es bei der Heuernte in Wiechs. Eine 46jährige Traktorfahrerin wurde schwer verletzt.

27. Juli 1990

Die Bundestagswahlen im Herbst werfen erste Schatten voraus. Die SPD-Bundestagskandidatin Marion Caspers-Merk kommt nach Schopfheim. Sie besucht die Firma Ekato, informiert sich über kommunale Probleme und diskutiert mit Bürgermeister Fleck und Robert Zapp über Probleme der Gewerbesteuer.

Eine klangvolle Darbietung bis in höchste Schwierigkeitsstufen bietet Peter Hackel, laut BZ, den etwa 30 Besuchern im Museumskeller. Der Gitarrist spielt Meisterwerke aus 4 Epochen.

28. Juli 1990

Die Feuerwehr mußte am Abend einen Dachstuhlbrand im städtischen Wohnhaus Wiesenweg 2 löschen. Dank schneller Alarmierung konnte die Wehr unverzüglich am Brandherd sein und damit Schlimmeres verhüten.

Rund um die Alte Stadtkirche findet der 2. Flohmarkt dieses Jahres statt. Tropische Temperaturen um 30 Grad ließen wohl einige Händler daheimbleiben. Die Flohmarktbesucher zeigten sich begeistert über das Angebot. Das MT zieht die positive Bilanz, daß was los war in der zwar wunderschön ausgebauten aber sonst recht toten Altstadt.

Dr. Zabel vom Städt. Krankenhaus gelingt ein Meisterstück der Chirurgie. In einer 5stündigen Operation näht er einem 80jährigen Mann die abgetrennte Hand wieder an. Der Mann war in eine Holzspaltermaschine geraten.

31. Juli 1990

Wieder muß die Feuerwehr ausrücken. Diesmal gilt es, einen Dachstuhlbrand im Wiesenweg 4 zu löschen. Es wird Brandstiftung für möglich gehalten. Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr haben anstrengende Tage hinter sich. Innerhalb einer Woche mußten sie 9 mal ausrücken. Als kleinen Trost empfinden die Feuerwehrleute ihre neuen Uniformen. Sie sind atmungsaktiv und bei der sommerlichen Hitze angenehm zu tragen.

Der Mobile Hilfsdienst, der vielen schwer vermittelbaren Jugendlichen half, doch noch eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt zu finden, stellt seine Tätigkeit ein. Zurückgehende Einnahmen und ein ungünstiger Standort rechtfertigen das Defizit von 49.000,-- DM, das Franziska Gerhardt als Leiterin des Dienstes in ihrem Rechenschaftsbericht ausweist. Hartmut Bertsch erklärt, daß der Dienst seinen eigentlichen Sinn durch die verbesserte Arbeitsmarktsituation verloren hat.

01. August 1990

Auch in Schopfheim macht die Verkürzung der Zivildienstzeit auf 15 Monate Sorgen. Petra Meier von der Pflegedienstleitung des »Markus-Pflüger-Heimes« fürchtet, daß dies große Löcher in die Dienstpläne der Alten- u. Pflegeheime und der Krankenhäuser reißen werde.

02. August 1990

Das Bilderbuch-Sommerwetter der vergangenen Wochen zieht Scharen von Besuchern ins Städtische Schwimmbad. Bademeister Erich Walter stellt bei einer Zwischenbilanz fest, daß seit der Öffnung des Bades am 12. Mai 45.422 Besucher ins kühle Naß strömten.

Aus Anlaß ihres 125jährigen Jubiläums präsentiert die Volksbank eine Ausstellung unter dem Titel »Alte Wertpapiere«.

Wiederholte Vorstöße des Bürgermeisters in Stuttgart wegen einer höheren Mieteinstufung scheinen jetzt Erfolg zu haben. Bei Wohngeldanträgen aus der Markgrafenstadt wird künftig, wie bisher nur in den großen Kreisstädten, ein »überdurchschnittlich hohes Mietenniveau« zugrundegelegt. Deshalb gilt ab Oktober die Mietenstufe III, eine Stufe höher als bisher. Darüberhinaus werden die Höchstbeträge für zuschußfähige Mieten zwischen 10 und 16% angehoben.

03. August 1990

Aus dem Verkehrsamt ist zu hören, daß die Betten im 1. Halbjahr nicht ausgelastet waren. Zum einen fehlten wegen der Aus- und Umsiedler Betten im Angebot, zum anderen spielte der milde Winter eine Rolle und auch die erhofften Touristen aus der DDR blieben aus, wie Jutta Beer, die Verkehrsamtsleiterin, mitteilte.

Eine Reihe von SPD-Stadträten nutzt die Sommerpause und informiert sich vor Ort, nämlich im Schwimmbad Albbruck über die Nutzung von Solarenergie. Dort macht man seit 3 Jahren gute Erfahrungen mit den Sonnenkollektoren. Das beeindruckte die Stadträte, hat doch die SPD für das Schopfheimer Bad ebenfalls eine Solarheizung vorgeschlagen.

Nachdem die Serie von Bränden in Schopfheim nicht abreißt, und sich der Verdacht auf Brandstiftungen erhärtet hat, fahndet die Polizei fieberhaft nach den Tätern.

Mit einer neuen Maschine, einem 15.000,-- DM teuren Unkrautvernichter auf thermischer Basis, rückt die Stadt dem Unkraut zuliebe. Das Umweltpapier der Stadt untersagt den Einsatz von Gift. Da die mühselige Handarbeit keine Alternative ist, ist das neue Gerät ab sofort im Dauereinsatz.

04. August 1990

In der Stadt stöhnt man unter der Hitzeglocke. Bei Temperaturen über 30°C ist die Stadt mittags um 12 Uhr wie ausgestorben.

Als Chef des Schopfheimer Wirtevereins wendet sich der »Sonnenwirt« gegen die Praxis von Kreditkarten in der Gastronomie. Er möchte sie in Zukunft nicht mehr akzeptieren, da er den Kreditkartenunternehmen Rabatte einräumen muß, die seinen Verdienst schmälern.

Gute Ratschläge über richtiges Kompostieren gibt Peter Domes, der Umweltberater der Stadt, in einem Interview mit der BZ.

Mit einem Puppentheater im Museumskeller fördert die Polizei in spielerischer Weise das richtige Verkehrsverhalten der Kinder.

Reste eines römischen Tempels glauben die Mitglieder eines Grabungsteams des Landesdenkmalamtes vor den westlichen Toren der Stadt gefunden zu haben. Nur ein paar Handbreit unter den Getreidestoppeln stießen sie auf gut erhaltene Mauerreste. Eine kreisrunde Säulenfundamentierung weist darauf hin, daß die Römer hier möglicherweise eine Kultstätte, einen Tempel mit Wandelhalle errichtet hatten.

06. August 1990

Die Sperrmüllabfuhr erfolgt nochmal nach dem alten Muster. Begrenzung der Menge und Ausschluß verschiedener Materialien, worüber sich die Stadträte längst einig waren, konnte diesmal noch nicht zum Tragen kommen. Die Satzung muß noch geändert werden.

Schulleiter und Eltern fühlen sich betroffen von dem Vorhaben des Landesrechnungshofes, den Rotstift an das sogenannte erweiterte Bildungsangebot der Schulen anzusetzen. Die Eltern beklagen fehlende Lehrerstunden, während das Schulamt von einer ausreichenden Versorgung spricht.

07. August 1990

Nachdem auf 10 Autos des Seat-Autohauses in Gündenhausen ein Sprühanschlag verübt wurde, ging jetzt bei der BZ ein »Bekennerschreiben« mit der Überschrift »Der Lack ist ab« ein. Hintergrund der Aktion sei, so steht in dem Brief, der Hungerstreik politischer Gefangener in Spanien.

Der Alt-Stadtrat Max Greiner verstirbt im Alter von 62 Jahren.

08. August 1990

In einer Fragebogenaktion klärt der Gewerbeverein die Einstellung seiner Mitglieder zum nächsten Weihnachtsmarkt. Unter anderem plant der Verein für den Oktober eine Modenschau in größerem Rahmen.

Seit 10 Jahren hilft Henny Timmermann den Menschen in den Entwicklungsländern mit ihrer Brillensammelaktion. Diesmal hat sie 1916 Brillen gesammelt, die sie zu dem im Elsaß ansässigen Kapuzinerpater Francois Meyer bringt, der sie weiterverteilt.

Die SPD plant, im September schwerpunktmäßig die Frage des Güterverkehrs zu bearbeiten. Man ist davon überzeugt, daß die Schiene ein Comeback haben muß und möchte das Thema mit Experten diskutieren.

Auf dem Platz zwischen Museum und Michaelskirche hat der Schopfheimer Bildhauer Gerhard König sich eine Werkstatt unter freiem Himmel eingerichtet. Der Künstler gestaltet aus einem 6 Meter langen Baumstamm eine Holzskulptur, die die Geschichte von Jonas und dem Wal thematisieren soll. Die Arbeit findet einige Beachtung bei den Schopfheimern, die ihre Altstadt durch diese Aktion belebt sehen.

»Wer spinnt denn da« heißt das Kinderbuch, das Kurt Menter, Leiter der Stadtbibliothek, seinen kleinen Zuhörern in einer Vorlesestunde in der Stadtbibliothek vorstellt. Den großen Leuten werden so einige Streiche gespielt, was den Kindern viel Vergnügen bereitet.

Berthold Sutterer wird vom Vorstand der Deutschen Bank AG in Frankfurt zum Direktor der Deutschen Bank-Filiale in Schopfheim ernannt.

09. August 1990

Die alte Wiesebrücke in der Altstadt wird nun doch als »erhaltenswertes Baudenkmal« eingestuft. Stadtrat Walter Flößer ließ nicht locker und konnte das Denkmalamt umstimmen. Die Bauzeit 1911/12 falle in die Anfänge der Stahlbetonbrücken, weshalb das Schopfheimer Bauwerk damals viel Beachtung gefunden habe. Flößer ließ die Brücke von einem Experten, dem Stuttgarter Prof. Fritz Leonhardt, begutachten. Dieser empfiehlt die Wiederherstellung des alten Zustandes der Sichtflächen: Die Brüstung war ursprünglich außen kassettiert und schloß mit einer Gesimsleiste ab.

In einer Feierstunde im Rathaus würdigt der Bürgermeister die Verdienste des 21jährigen Enkensteiners Sven Ohoven. Der junge Kachelofenbauerlehrling wurde mit dem angesehenen Heinz Maresch-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird den jeweils besten Absolventen der 3 einzigen Berufsschulen für Kachelofen- und Luftheizungsbau in der Bundesrepublik verliehen.

Im »Bremt« tut sich was. Im Zuge der Bremt-Bebauung können nun auch die geplante Kleingartenanlage, der Spielplatz und ein neuer Radweg realisiert werden. Die dafür nötigen Grundstücksverhandlungen sind nun abgeschlossen. Der Radweg ist seit einigen Jahren im Haushaltsplan der Stadt enthalten. Nun gibt es grünes Licht.

Zu einem Spitzenteam in der Bezirksliga möchte der neue Trainer des SV Schopfheim, Günther Bernauer, die erste Mannschaft formen. Das hat sich der neue Mann aus Todtnau für die nächsten 2 Jahre jedenfalls vorgenommen.

10. August 1990

In einem Leserbrief des MT kritisiert Wolfgang Härtig aus Schopfheim die Art der Aufstellung von Ruhebänken auf der Schweigmatt. Die meisten Bänke seien voll der Sonne ausgesetzt und die paar wenigen, die sich im Schatten befinden, sind für ältere Menschen oder gar Gehbehinderte nicht nutzbar, da sie steil in den Hang hineingestellt seien.

Das MT weiß zu berichten, daß sich die Krise am Golf, ausgelöst durch die Invasion des Irak ins Nachbarland Kuwait, in Schopfheim nicht nur durch steigende Benzin- und Heizölpreise auswirkt. Durch das Handelsembargo sind u. a. die Firmen Ekato und Endress und Hauser betroffen.

11. August 1990

Am Hirschendreieck gibt es eine Großbaustelle. Es entstehen 130 neue Wohnungen. Das derzeit größte Wohnungsbauprojekt sprengt den lokalen Rahmen. Die Freiburger Niederlassung der Baufirma Müller und Altvater kann den ihr zugesprochenen Auftrag nur mit Hilfe eines Subunternehmens erfüllen, das genügend polnische Arbeiter zur Verfügung hat. Diese größere Präsenz von polnischen Arbeitern am Bau wird von der Bevölkerung als ungewöhnlich empfunden. Nachdem nicht genug deutsche Kräfte zur Verfügung standen, hat man die bürokratischen Voraussetzungen für diesen Arbeitseinsatz geschaffen.

Auch Poligny stöhnt unter der Hitze, wird uns aus der Partnerstadt berich

tet. In den Bächlein fließt nur noch ein Wasserstrahl, das kostete die Forellen das Leben. Eugen Herzog berichtet von dem Ferienvergnügen der meisten Polignesen. Es war auch hier die Fußball-WM, wobei die Landesliga Franche-Comté den Lehrer Vautrot als Schiedsrichter nach Italien geschickt hatte. Das zweite sportliche Ereignis, das unsere Freunde in Poligny begeisterte, war die Tour de France. Die »Geants de la route« fuhren von Besançon über die Nachbarstädte Salins und Champagnole. Das halbe Departement stand am Straßenrand. Den Weinkennern in Schopfheim wird von verschiedenen Auszeichnungen der Winzer am Ort berichtet.

12. August 1990

In die Bergwelt des Berner Oberlandes bei Kandersteg führt die Ortsgruppe Schopfheim der »Naturfreunde« ihre Mitglieder.

13. August 1990

Auch den Anglern macht die anhaltend trockene Witterung Sorgen. Die Wiese führt an manchen Stellen kaum noch Wasser. Das kann für die Fische der Tod bedeuten. Gewässerwart Wolfgang Markstaller vom Angelsportverein sieht auch ein Problem im Abfluß an der Fahrnauer Legi in den Gewerbekanal. Hier fließt kaum noch Wasser.

Neu ins Angebot der Stadtbibliothek aufgenommen werden nun auch Landkarten. Es sollen Straßenkarten verschiedener europäischer Länder, topographische Karten und auch Stadtpläne künftig zur Verfügung stehen, kündigt Kurt Menter an.

Der Stadtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Volker Greiner, kündigt und verläßt Schopfheim aus privaten Gründen. Greiner kümmerte sich 12 Jahre um die Angelegenheiten der Feuerwehr und hatte seit einem Jahr das Amt des Stadtkommandanten hauptamtlich inne. Die Stelle wird in gleicher Form neu ausgeschrieben.

Mit Blitz und Donner findet die anhaltende Trockenheit am Abend ein vorläufiges Ende. Ein heftiges Gewitter läßt die Temperaturen purzeln.

15. August 1990

Münzen, Medaillen aus Porzellan, Steinzeug und Ton stellt Clemens Fabrizio derzeit in der Sparkasse aus.

Vom Straßenbauamt in Säckingen ist zu hören, daß der erste Bauabschnitt der B 317-Umgehung im Zeitplan liege, der zweite Abschnitt jedoch, er erstreckt sich von der B 518 bis zum Anschluß der B 317 nördlich von Fahrnau, könne Probleme bereiten. Baurat Bernd Murgul rechnet mit dem Planfeststellungsbeschluß für den Herbst. Mögliche Klagen könnten dann am Zeitplan rütteln.

Das Ferien-Angebot für 3- bis 6jährige, das Christa Hoheisel vom Städt. Kindergarten anbietet, wird in diesem Jahr von 12 Kindern genutzt. Ein Bus bringt die Kinder täglich hinauf nach Gersbach, wo sie sich in der freien Natur vergnügen, mal in einen Kuhstall hineinschauen und sich am großen Tisch im Naturfreundehaus zum Essen zusammensetzen. Dieses seit 8 Jahren praktizierte Angebot ist einmalig im ganzen Land.

16. August 1990

Das Städt. Krankenhaus stellt sich mit ersten Ansätzen zu einem umweltfreundlichen Krankenhaus der Öffentlichkeit vor. Obwohl es noch kein fertiges Konzept gibt, daran wird noch gearbeitet, werden kleine Schritte, wie Umstellung auf Mehrweggeschirr, Altstoffrecycling oder Vermeidung von unnötigem Verpackungsmüll, gemacht.

Ein Erfahrungsaustausch auf Verwaltungsebene ist zwischen Schopfheim und Kleinmachnow/DDR verabredet worden. Nachdem Bürgermeister Klaus Fleck der Partnergemeinde des evangelischen Kirchenbezirks als Berater in Sachen Kommunalpraxis einen Besuch abstattete, ist jetzt der Besuch einer vierköpfigen Delegation aus der DDR in Schopfheim geplant, die hier das Funktionieren der Verwaltung studieren will.

Die BZ berichtet, daß die Bewohner der Altstadt immer noch Probleme mit den Autofahrern haben, die sich nicht so recht auf die Verkehrsregelung durch Spielstraßenschilder einstellen können.

17. August 1990

In Schopfheim soll es sanfter und leiser zugehen. Das stellt sich zumindest das Bundesamt für Umwelt für die Tempo-30-Zonen vor. Es wurden vorwiegend gute Erfahrungen mit Tempo 30 gemacht. Den noch immer rasenden Autofahrern soll jetzt mit entsprechenden Fahrbahnmarkierungen das Langsamfahren in Erinnerung gerufen werden.

Jens Kraus, frischgebackener Malermeister, übernimmt das Malergeschäft seines Vaters und führt damit eine über 30jährige Familientradition fort.

18. August 1990

Der Umweltberater der Stadt, Peter Domes, kündigt eine weitere Verbesserung im Sammelsystem für wiederverwertbaren Müll an. Ab September werden an den 23 Containerstandorten im Stadtgebiet auch Kunststoffe erfaßt. Eingeworfen werden können dann alle gereinigten Artikel aus Kunststoff, gleich welcher chemischen Zusammensetzung.

In Gündenhausen organisiert der Hexenzinken das 31. Güggelifest.

19. August 1990

Der 46jährige Fahrnauer Sportler Karlheinz Baumann verunglückt tödlich bei einer Bergtour in den Dolomiten.

20. August 1990

Einige Altstadtbewohner melden sich in einem Leserbrief der BZ zu Wort. Ihnen ist die Verkehrsregelung und deren Durchsetzung durch die Ordnungshüter zu wenig rigoros. Sie beklagen die mangelnde Einsicht der Autofahrer in die Vorschrift, im Altstadtbereich Schritt zu fahren und nur auf den vorgesehenen Flächen zu parken. Die Bewohner der Wallstraße, angeführt von Rosemarie Renk, Reinhold Helfert und Lieselotte Renouard, möchten noch einen Schritt weitergehen und reklamieren eine autofreie Altstadt.

21. August 1990

Nach dem Weggang von Pfarrer Ackermann muß sich die evangelische Kirchengemeinde St. Michael West auf eine längere Übergangszeit einstellen. Die Stelle ist ausgeschrieben, man rechnet jedoch nicht vor dem Sommer 91 mit einer Neubesetzung. Solange übernimmt Pfarrer Jobst zusätzlich die Verwaltungsarbeiten.

Nachdem von Stuttgart grünes Licht gegeben wurde, stehen jetzt auch in Schopfheim die Schulhöfe der Schulen nachmittags zum Spielen zur Verfügung.

Auch in Schopfheim nutzt man die neuen Handelsmöglichkeiten mit der DDR. Dort gibt es ein Überangebot an Schlachtvieh. Viehhändler Jürgen Engler nutzt dies und erhält pro Woche 100 Stück Großvieh.

22. August 1990

Die vom Kultusministerium vorgesehene Betreuung von Grundschülern in den unterrichtsfreien Stunden zwischen 7.30 Uhr und 13 Uhr muß von den Kommunen realisiert werden, das heißt, auch finanziert werden. In Schopfheim und Umgebung stößt die neue Möglichkeit auf unterschiedliches Interesse. Wie eine Umfrage ergab, lehnen viele Eltern eine Finanzierung über Beiträge ab. Die Elternbeiräte der Grundschulen in Schopfheim und Langenau sprechen sich generell gegen eine finanzielle Beteiligung aus.

Die Pflug-Kaufhauspläne sind erneut vom Scheitern bedroht. Die evangelische Kirchengemeinde macht von ihrer im Kaufvertrag vereinbarten Rückkaufsoption für den ehemaligen Pfarrgarten Gebrauch. Durch diesen Besitz fällt der Kirche ein wichtiges Mitspracherecht bei der Realisierung des Kaufhauses zu.

23. August 1990

Die organischen Abfälle der Stadt sollen nach dem Blessing-Wurmverfahren entsorgt werden. Die Mitglieder des gemeinsamen Ausschusses entscheiden sich für eine kompakte Wurmanlage auf der Mülldeponie in Wieslet.

In einer Nische des Museums können die rund zehn Bilder des verstorbenen Schopfheimer Malers Fritz Heeg-Erasmus, die teils im Eigenbesitz der Stadt, teils als Dauerleihgabe im Bestand sind, besichtigt werden.

»Der Bibliothekenbenutzer« ist der Titel einer Plastik, die der Schopfheimer Bildhauer Peter Fritz als Leihgabe der Stadtbibliothek zur Verfügung stellt. Das etwa 2,15 Meter große Werk wird im Eingangsbereich aufgestellt.

2.500,-- DM erzielen die Schüler der Haus- und Landwirtschaftlichen Berufsschule durch den Verkauf von selbstgefertigten Arbeiten und spenden den Betrag der Sozialstation.

24. August 1990

Das neue vhs-Herbstprogramm liegt vor. Es werden 225 Kurse sowie 70 weitere Veranstaltungen in Form von Vorträgen, Konzerten und Exkursionen angeboten.

Nach den Erfolgen der letzten Jahre mit gemieteten Spielmobilen, schafft die Stadt jetzt selbst eines an. Ein alter Bauwagen wird vom THW umgebaut und der Stadtjugendpflegerin Brigitte Hoffmann übergeben. Der Wagen soll auf dem künftigen Bifig-Spielplatz aufgestellt werden. Nach Brigitte Hoffmanns Vorstellungen könnte er mal das Herz eines betreuten Abenteuerspielplatzes werden.

Für Angaben in dem alle 5 Jahre erscheinenden Gewässergüte-Atlas wird die Wasserqualität der Wiese untersucht. Die Landesanstalt für Umweltschutz bewertet die Wasserqualität der Wiese um Schopfheim herum als durchweg gut.

25. August 1990

Das Wochenende steht unter dem Zeichen des Städtlifestes. Es nehmen 21 Vereine teil. Diese haben sich auf den feststehenden Begriff »Städtlifest Schopfheim« geeinigt. Die malerische Altstadt mit ihren verwinkelten Gäßchen bildet die Kulisse für dieses Ereignis. Erstmals gibt es Musik. Vor dem ehemaligen Bezirksamt ist ein Podium aufgebaut, wo nach der Musik der »Shadows« getanzt wird. Es gibt ein reichhaltiges Speisenangebot. Zahlreiche musikalische Einlagen sorgen für Stimmung. Den Kindern werden Spiele aller Art angeboten. Der einsetzende Regen läßt die Besucher unter die Arkaden und andere Dächer flüchten. Es wird trotzdem weitergefeiert.

Die Stadt möchte die gutsituierten Mieter ihrer Sozialwohnungen in Zukunft zur Kasse bitten. Zur Erhebung der Fehlbelegungsabgabe verschickt das Bauamt Fragebögen, die für allgemeine Unruhe und Ärger bei den betroffenen Sozialmietern sorgen. Es gibt Ungereimtheiten, Fehler und offene Fragen. Die Stadt stellt schließlich einen Sachbearbeiter halbtags frei, der mit der Abwicklung der Erhebung zur Fehlbelegungsabgabe betraut wird.

Irmi Klemm vom Tri-Team-Hochrhein ist sehr erfolgreich bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften im saarländischen Losheim. Trotz hochsommerlicher Temperaturen erzielt sie über die Kurzdistanz (1 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10,5 km Laufen) mit einer Zeit von zwei Stunden und 33 Minuten ihre bisher beste Zeit auf diesen Distanzen.

28. August 1990

Rund vier Hektar Fläche rund um die Hohe Flum wird künftig im Sinne des Naturschutzes bearbeitet. Das Landratsamt Lörrach schließt mit Wiechser Interessenten Pflegeverträge zur behutsamen Bewirtschaftung ab.

Peter Fritz sammelt 200 Unterschriften gegen den Feuerwehrabgabebescheid und übergibt sie dem Beigeordneten Hartmut Bertsch.

29. August 1990

Die BUND-Gruppen Schopfheim, Rheinfelden und Bad Säckingen starten eine Aktion zur Erhaltung und Erneuerung des Streuobstbestandes auf dem Dinkelberg. Die Landwirte erhalten die Möglichkeit, ihr ungespritztes Mostobst zu einem deutlich über dem Marktpreis liegenden Erlös zu verkaufen. Der BUND wird den Saft aus ungespritztem Obst weiterverkaufen.

Zur Entlastung der Zeller Apotheken wird ab 1. September der Notfalldienst der Apotheken neu strukturiert. Es gibt künftig einen Wechsel zwischen Zell, Schopfheim, Maulburg und Hausen.

Nach zwei Jahren Pause findet im Schwimmbad wieder eine Schwimmbaddisco statt. Die zuvor durch Handzettel informierten Anwohner zeigen Verständnis für die rund 300 Jugendlichen, die ihre schwungvollen Discotänze um Punkt 22.00 Uhr beenden.

Nach dem Willen des Eichener Ortschaftsrates hat die Sanierung der Alten Wehrer Straße absolute Priorität für 1991.

30. August 1990

Gerhard Jung trägt in der Stadtbibliothek Texte und Lieder von Frieden und Menschlichkeit vor. Es hat sich ein ungewöhnlich großer Kreis von Zuhörern eingefunden, dem er auch mit liebevollen Beschreibungen des Städtlis, Fahrnaus und der Sitten und Gebräuche der hiesigen Region huldigt.

Die Langenauer Eltern, die wegen der langen Warteliste auf die Einrichtung eines provisorischen Kindergartens gedrängt haben, können zufrieden sein. Es wurden alle technischen und personellen Voraussetzungen geschaffen, um ab 1. Okt. das Kindergartenprovisorium im Evangelischen Gemeindehaus in Langenau in Betrieb zu nehmen.

31. August 1990

Der Gersbacher Ortschaftsrat vergibt die Arbeiten für die Schutzhütte und für die Loipen- und Wandertafel auf den Schwellen. Ärger gibt es mit der Müllentsorgung an den Grillhütten. An die Benutzer wird appelliert, ihren Abfall in die Mülltonnen zu werfen.

01. September 1990

Nach 8jähriger Amtszeit verlässt Pfarrer Oskar Ackermann die Markgrafenstadt. Er kehrt in seine nähere Heimat zurück. Die Neubesetzung der Pfarrstelle von St. Michael wird nicht einfach sein.

Eine verblüffende Resonanz finden die SPD-Frauen mit ihrer Initiative „Plastiktüten raus“. Begleitet von der Bundestagskandidatin Marion Caspers-Merk verteilen sie in der Scheffelstraße kostenlos 500 Stofftaschen, die nach einer Stunde schon vergriffen sind.

Die neu gegründete Jugendkapelle des Musikvereins Langenau gibt beim Grillfest erste Proben ihres Könnens. Das 15köpfige Orchester spielt unter Leitung von Peter Geisler in Vertretung für Edgar Kaiser.

02. September 1990

Die Stadtmusik mit Max Lehmann heizt den Frühschoppen-Besuchern des 17. Bockbierfestes in Eichen kräftig ein. Max Lehmann scheut sich dabei nicht, auch mal Festzeltmusik aufzutischen. Leider lässt der Besuch zu wünschen übrig.

Zum Auftakt der Konzertsaison spielt das Basler Regio-Ensemble in der Kirche St. Michael Musik der Barockzeit. Solist ist der aus Schopfheim stammende Flötist Rainer Kellmayer.

03. September 1990

Der Gemeinderat gibt grünes Licht zur Einstellung einer Halbtagskraft zur Unterstützung des vhs-Leiters Franz Hoch, nachdem das Land keinen Lehrer mehr für diese Aufgabe freistellen wollte.

Ein Bürger aus Wiechs spricht in einem Leserbrief der BZ abermals die unbefriedigende Verkehrssituation in Wiechs an. Er meint, dass auch eine nicht ausgebaute Kreisstraße die Autofahrer nicht davon abhält, schnellstmöglich über den Dinkelberg zu brausen. Er appelliert an die Kreistage, für eine Entlastung dieser Kreisstraße zu sorgen.

In der Gynäkologie am Krankenhaus gibt es eine Änderung. Für den ausscheidenden Belegarzt Dr. Klopfer tritt Anfang Oktober der neue Praxiskollege von Dr. Harms, Dr. Richard Jankowski, ein. Die Stadt erwartet eine unproblematische Zusammenarbeit der beiden Kollegen am Krankenhaus.

Der SPD-Stadtrat Artur Cremans bringt den Ärger mit den Erhebungsbogen zur Fehlbelegungsabgabe im Gemeinderat zur Sprache. Er macht sich zum Anwalt der Bürger, die sich von der Stadtverwaltung schlecht beraten fühlten und möchte ganz genau von der Verwaltung wissen, wie die Abwicklung erfolgte. Um die Wogen wieder zu glätten, hat die Stadt ein neues Schreiben an die betroffenen Sozialmieter versandt und die Kritikpunkte berücksichtigt.

Auf Anregung von Roland Meder (SPD) beschließt der Gemeinderat, den Bebauungsplan Oberfeld zu überarbeiten, um einen endgültigen Standort für die geplante Diskothek festzulegen.

Hartmut Bertsch trifft die erfreuliche Feststellung, dass beim Bau der Aussegnungshalle in Fahrnau die geschätzten Baukosten mit knapp 1,7 Mill. DM um 7 000 DM unterhalb der geschätzten Bausumme lagen.

Robert Zapp ergreift die Gelegenheit, um auch auf einen Bedarf Schopfheims hinzuweisen; er findet das Gebäude auf dem Schopfheimer Friedhof angesichts der Größe der Stadt geradezu beschämend in seinen Ausmaßen.

04. September 1990

Die Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen bieten im Rahmen einer Neueinrichtung des Kultusministeriums einen neuen Ausbildungsgang unter dem Stichwort „Neuer Start ab 35“ an. Hier soll Frauen ermöglicht werden, zurück in ihren sozialen, pflegerischen oder hauswirtschaftlichen Beruf zu finden.

Der Gersbacher Pfarrer Gerhard Trautwein wird zum neuen Bezirksdiakoniepfarrer gewählt und ist als solcher Ansprechpartner an der Nahtstelle zwischen Diakonie und Seelsorge, zugleich tritt er die Nachfolge von Pfarrer Lichdi als Vorsitzender des Vorstands der Sozialstation an. Neuer Dekanstellvertreter wird der Todtnauer Pfarrer Geib, der die Öffentlichkeitsarbeit verstärken will.

05. September 1990

Der Umweltausschuss des Kreistages beschäftigt sich auf Antrag des Bürgermeisters Klaus Fleck mit den Problemen der Ortsdurchfahrt Wiechs. Der Ausbau der Kreisstraße wird abgelehnt und die eventuelle Einrichtung eines Gehweges in die Kompetenz der Stadt zurückgegeben.

Vor der malerischen Kulisse der Altstadt führen Musikstudenten aus Freiburg und Stuttgart die Stravinsky-Oper „Die Geschichte vom Soldaten“ auf. Ein umgebauter Theaterlastwagen dient als Bühne. Rund hundert Zuschauer lassen sich von dem mitreißenden Spektakel unter freiem Himmel begeistern.

06. September 1990

Ein vernichtendes Urteil fällt die IG Pro Schiene bei einer Informationsveranstaltung über den Zustand des Hausen‑Raitbacher Güterbahnhofs. Nach ihrer Meinung rächen sich jetzt die Fehler der Vergangenheit; man hatte vor 7 Jahren auf einen vernünftigen Ausbau verzichtet. Der Güterbahnhof wird wichtig für Schopfheim, wenn am 1. Okt. der Güterbahnhof Schopfheim schließt.

07. September 1990

Metzgermeister Hans Räuber gibt sein Geschäft in der Torstraße auf. Damit geht eine Ära zu Ende, die um die Jahrhundertwende ihren Anfang nahm.

08. September 1990

Die SPD bringt die Überlegung ins Spiel, das Schopfheimer Krankenhaus an den Kreis als Träger abzugeben und stößt damit schon im Vorfeld einer Gemeinderatsdiskussion auf die entschiedene Ablehnung bei der CDU wie auch bei den Freien Wählern. Die Pflegekräfte des Krankenhauses lehnen den Kreis als Träger des Krankenhauses ab und gehen für dieses Anliegen auf die Straße und sammeln Unterschriften.

Die Ärzte von Schopfheim und Umgebung kritisieren die neue Apotheken-Notdienstregelung, die die Apotheken von Zell und Hausen in den Apothekennotdienstbereich von Schopfheim mit einbezieht. Nach ihrer Meinung müssen die Patienten unzumutbar weite Wege auf sich nehmen.

Aus dem Schwimmbad werden die Besucherzahlen der Saison gemeldet. Mit 69 000 Besuchern hält man sich etwa auf dem Stand des Vorjahres, wobei sich alles auf die Monate Juli und August konzentriert.

09. September 1990

Die Firma ppe feiert ihr 20‑jähriges Betriebsjubiläum mit einem großen Zeltfest für alle Mitarbeiter.

Für die Bewohner des Markus‑Pflüger‑Heimes steht das Wochenende unter dem Zeichen eines großen Sommerfestes, zu dem die 200 Mitarbeiter und 300 Bewohner ihre Türen weit öffnen und den Mitbürgern Gelegenheit geben, mit ihnen zu feiern und sich über das Leben in dem Heim zu informieren.

Da es im Dorf so gut wie keine Baumöglichkeiten mehr gibt, beschließt der Raitbacher Ortschaftsrat, das bis 1995 befristete Wohnungsbauerleichterungsgesetz stärker zu nutzen.

10. September 1990

Nachdem die Wellen der Erregung um die Frage der Trägerschaft des Krankenhauses hoch schlagen, meldet sich die SPD wieder zu Wort und verteidigt ihre Krankenhauspolitik. Der CDU und den Freien Wählern wirft sie vor, Polemik und Wahlkampf zu betreiben.

11. September 1990

Nachdem in der Öffentlichkeit und in den Zeitungen weiterhin eine heftige, emotionsgeladene Diskussion um die Trägerschaft für das Krankenhaus geführt wird, beantragt die FWV jetzt eine öffentliche Debatte im Gemeinderat. Die SPD hatte zunächst eine nicht‑öffentliche Erörterung verlangt.

12. September 1990

Mit dem Bau einer neuen Produktionsstätte im Gewerbegebiet Lus hat die Hülsenfabrik Herbster begonnen. Die Firma hat auf dem jetzigen Areal an der Hauptstraße keinerlei Ausdehnungsmöglichkeit und kann mit der Umsiedlung auch die untragbar gewordene Verkehrssituation lösen.

Grabungen am Dinkelberg in Wiechs belegen, dass schon in der Jungsteinzeit Menschen im Wiesental lebten. Dr. Dehn vom Landesdenkmalamt in Freiburg ist bei seinen Grabungen auf die Überreste eines etwa drei auf drei Meter großen „Megalith“-Grabes aus dem dritten Jahrtausend vor Christus gestoßen. Dabei wurden auch Skelettreste und Grabbeigaben gefunden. Der Fund wird von den Archäologen als „hochinteressant“ eingestuft.

Die SPD lädt zu einem Verkehrsforum ein, wo sie mit Experten von Bahn und Wirtschaft über das Thema diskutiert: „Kann uns die Schiene vor dem Verkehrsinfarkt retten?“ Als Fazit wird festgehalten, dass die Bahn leistungsfähiger werden muss, durch mehr staatliche Unterstützung konkurrenzfähiger, und der Bürger müsste bereit sein, im Personennahverkehr mehr Zug zu fahren, um die Wiesentalbahn rentabler zu machen. Bundesbahndirektor Klaus Valk ist vom betriebswirtschaftlichen Aspekt her nicht sehr überzeugt von der Notwendigkeit der Wiesentalbahn. Er ist der Meinung, dass jeder normal denkende Kaufmann den Laden schon geschlossen hätte.

13. September 1990

Der Kulturring eröffnet die Theatersaison mit dem Durbridge‑Krimi „Zaradin 4“.

Mit einem Betriebsausflug an den Murtensee feiert die in Fahrnau ansässige Firma Superba ihr 20‑jähriges Bestehen. Die auf Bettenbau spezialisierte Firma beschäftigt heute 50 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von über 15 Millionen Mark.

15. September 1990

Die Raitbacher Feuerwehr feiert ihr 50‑jähriges Bestehen.

Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen junge Künstler aus der Region auf sich aufmerksam. Vor der idyllischen Naturkulisse des Sengelenwäldchens stellen 9 Wiesentäler Maler ihre Bilder aus. „Kunst im Wald“ nennen sie ihre Aktion und begleiten sie mit Musik und Picknick.

16. September 1990

Hubert Klemm und seine Helfer richten den 1. Triathlon‑Wettkampf in Schopfheim aus. 100 Starter wagen sich ins Wasser, aufs Rad und auf die Laufstrecke.

Bei den Tennis‑Stadtmeisterschaften erringt Volker Lamb als erfolgreichster Spieler 3 Titel. Bei den Damen siegt Ruth Strauch im Einzel. Bei den Doppelwettbewerben sind Ingrid Laugestien und Hanni Szcepanski sowie Volker Lamb und Wolfgang Röder erfolgreich. Das Mixed entscheiden Volker Lamb und Nicole Kölble für sich.

Dekan Heidler führt Evi Jobst in ihr neues Pfarramt ein. Die neue Pfarrerin unterstützt ihren Mann in der St. Michaelsgemeinde Ost. Das Ehepaar teilt sich die Arbeit hier und in der Gemeinde Eichen.

17. September 1990

„Wohin mit der Post?“ ist weiterhin eine offene Frage in Schopfheim. Die SPD möchte das Thema in einer öffentlichen Grundsatzdiskussion im Gemeinderat behandelt wissen und stellte einen entsprechenden Antrag, zu dem sich die Verwaltung äußerte. Sie hält den Standort Pflugareal für möglich, falls die Kaufhauspläne nicht realisiert werden, gibt aber zu bedenken, dass dort dann kein Platz mehr für weitere Einzelhandelsnutzungen wäre. Den ebenfalls ins Auge gefassten Standort „Im Winkel“ hält sie für nicht so ungünstig, wie die Kritiker, die die Post damit in einen Randbereich der Stadt gedrängt sehen. Man möchte vor einer Entscheidung die Wirtschaftlichkeits‑ und Nutzungsanalyse der Post abwarten.

Die Stadt nimmt den Kampf gegen die bestehende Wohnungsmisere auf. Sie hatte das geplante Neubaugebiet „Kleine und Obere Schleife“ zum Entwicklungsgebiet erklärt. Mit diesem Schritt, das Wohnungsbauerleichterungsgesetz ermöglicht ihn, wird es für die Stadt einfacher, den Wohnungsbau anzukurbeln. Auf dem Gebiet zwischen IHK und Freudenbergareal sollen bis 1996 300 bis 400 Wohneinheiten entstehen.

Die Vorstellung des Bebauungsplanes „Auf der Au“ findet im Gemeinderat heftige Bürgerkritik. Die Bewohner des Bereiches um das Hochhaus Mattenleestr. protestieren gegen die im Bebauungsplan vorgesehene Straßenführung. Sie werfen dem Bürgermeister und dem Planer vor, bei ihrem Vorgehen nicht die bei der Bürgeranhörung vorgetragenen Bedenken berücksichtigt zu haben. Die Stadträte schließen sich der Kritik an und verweisen den Plan nochmals an den Bauausschuss.

Ebenfalls Ärger gibt es um den Bebauungsplan „Reibematt“. Die Anwohner fühlen sich durch die neue Erschließungsstraße und durch das geplante Sondergebiet für das Küchenstudio Villringer gestört. Soll man das neue Baugebiet in Gündenhausen als „Mischgebiet“ oder als „Eingeschränktes Gewerbegebiet“ ausweisen, über diese Frage waren sich die Verwaltung und die Stadträte nicht einig, so verwies man den Plan zurück an den Bauausschuss.

18. September 1990

Das Schopfheimer Vereinsparlament tagt und hat dank des Computers alle Termine fest im Griff. Trotz allem gibt es hin und wieder Ärger durch Überschneidungen, die man laut Jutta Beer durch rechtzeitige Terminmeldungen einschränken kann.

20. September 1990

Das Hotel Metropole ist zum letzten Mal geöffnet. Bis in die sechziger Jahre war es ein weithin bekanntes und beliebtes Tanzlokal und bewahrte den Charme vergangener Zeiten bis heute. Das Wirteehepaar Sarrat verkauft nun das Haus und zieht damit einen Schlussstrich unter eine lange Tradition.

21. September 1990

Mit einem Diskussionspapier über ein neues Schopfheimer Jugendhaus bringt der Stadtjugendring ein altes Thema wieder neu auf den Tisch. Er möchte den ehemaligen Schlachthof von Jugendlichen und deren Eltern umbauen lassen und die sozialpädagogische Betreuung einem freien Träger überlassen. Nach dem vorgeschlagenen Finanzierungskonzept möchte man von der Stadt einen Umbaukostenzuschuss von 270 000 DM sowie jährlich 125 000 DM für Personal und Sachkosten.

Nach altem Brauch nehmen die drei frischgebackenen Gesellen der Druckerei Ühlin im Kronenbrunnen ein Bad. Björn Maier, Dieter Staib und Hans Tschammer werden auf einer Leiter gefesselt zur „Gautsche“ getragen, das heißt, sie werden von ihren Kollegen mit Wasser überschüttet und in den Brunnen gestoßen. Damit ist ihre Aufnahme in den Bund der Gutenberg‑Jünger besiegelt.

22. September 1990

Eugen Herzog berichtet im MT aus Poligny, das vorübergehend den Touristen gehört, die die Denkmäler, aber auch die Weinkeller besichtigen. Die Winzer erwarten eine gute Weinernte, obgleich die Beeren der Trauben klein sind. In den Ferien gibt es einige Feste und Boule‑Turniere. Die Besucher des Städtchens und die Urlauber auf dem sehr gut besuchten Camping‑Platz werden jeden Samstag von den Vertretern des Verkehrsamtes und einem Mitglied des Gemeinderates zu einer Wein‑ und Käseprobe eingeladen.

Eine rauschende Ballnacht bescherte der Tanzsportclub Excelsior Dreiländereck den Besuchern der Stadthalle. In einem gut besetzten Tanzturnier‑Mannschaftskampf brillierten 15 Tanzpaare mit Latein‑ und Standardtänzen. Auch für die Gäste gab es reichlich Gelegenheit zum Tanzen.

Ein Familienfest rund um die Stadthalle arrangierte die CDU. Dabei wurde gut gespeist, gespielt und in lockerer Atmosphäre mancher Kontakt gepflegt. Ortrun Schatzle verkaufte Lose und trug so auch dazu bei, den Erlös für den Kindergarten Langenau möglichst groß ausfallen zu lassen.

23. September 1990

Die Sonderausstellung „Schopfheim um die Jahrhundertwende“ ist den letzten Tag geöffnet. Sie wurde sehr gut angenommen, was sich auch in einem noch nicht dagewesenen Besucherrekord von 2 200 Interessierten ausdrückt.

Um 19 Uhr findet sich vor dem Rathaus eine stattliche Zahl von Eltern und Kindern ein, die eine Mahnwache als Vorbereitung für den Unicef‑Weltgipfel für Kinder halten. Der Deutsche Kinderschutzbund, der ökumenische Friedensgesprächskreis und die SPD‑Frauen engagieren sich im Rahmen einer weltweiten Aktion mit Kerzen und Trommeln für eine bessere Welt für Kinder.

Der Verein für Deutsche Schäferhunde in Langenau hält seine jährlich stattfindende Herbstprüfung ab. Mit der Beteiligung und den Ergebnissen ist man sehr zufrieden.

24. September 1990

Die BZ witzelt über die langen Wartezeiten an der Ampel am Marktplatz. Sie sieht dort ein neues Kommunikationszentrum im Entstehen, da die Fußgänger beim Warten auf die Grünphase unendlich viel Zeit für Gespräche aller Art haben.

Im Gemeinderat gibt es eine überraschend schnelle Entscheidung über die Trägerschaft des Krankenhauses. Mit 15 : 12 Stimmen bei Enthaltung des Bürgermeisters beschließen SPD, Grüne und FDP gegen CDU und FWV die Übergabe des Krankenhauses an den Kreis.

Die Markgrafenstadt stößt als begehrter Standort für Industrie und Handel und damit auch begehrter Wohnort an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Die Stadtverwaltung hat eine Umfrage unter 16 Schopfheimer Betrieben mit insgesamt 3 300 Beschäftigten, das sind 50 % aller Erwerbstätigen in der Stadt, vorgenommen und legt das Ergebnis dem Gemeinderat vor. In den nächsten 5 Jahren wird mit einer weiteren Steigerung um 1 000 bei der Zahl der Arbeitskräfte gerechnet. Zu dem ohnehin nicht abgedeckten Bedarf von 450 Wohnungen kämen nochmals 500 benötigte Wohnungen dazu. Die Stadt ist im Zugzwang, sie muss Flächenvorsorge treffen, um die Voraussetzungen für einen verstärkten Mietwohnungsbau zu schaffen. Weiterhin ergibt sich aus der Situation ein erhöhter Bedarf an Kinderkrippen, Kindertagesstätten, Ganztageskindergärten und einem Betreuungsangebot an Grundschulen. Die Stadt möchte zunächst die Möglichkeit eines zentralen Ganztageskindergartens prüfen.

25. September 1990

Die Ekato feiert das Richtfest ihres neuen Werks im Gewerbegebiet „Lus“. In dem neuen Betrieb, in dem ab März 91 gearbeitet werden soll, sind modernste Arbeitsplätze vorgesehen. In einzelnen Fertigungsinseln werden die Mitarbeiter in Gruppen jeweils ein Bauteil für die Rührwerke komplett fertigstellen.

Der Arbeitskreis Innenstadt empfiehlt nach heftigen internen Diskussionen, die Unterführungsplanung Bahnhofstraße‑Wehrer Straße weiterzuverfolgen. Jetzt hat der Gemeinderat das Wort.

In einer bis auf den letzten Platz besetzten Stadthalle stellt der Bauerverband in einer bunten und vielfältigen Modenschau seine Herbst‑ und Winterkollektion vor.

26. September 1990

Die Bürgerinitiative „Pro Langenau“ hat mit ihrer Arbeit erreicht, dass auf der viel befahrenen Ortsdurchfahrt mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h der Verkehr erträglicher wird. Die Regelung gilt probeweise für ein Jahr. Dies verkündet Landrat Alois Rübsamen auf einer gut besuchten Bürgerversammlung. Er stellt außerdem klar, dass eine Müllverbrennungsanlage am Scheinberg für den Landkreis „kein Thema“ sei.

Auf den Fernsehempfang des ZDF und des 3. Programms müssen einige Bürger vorübergehend verzichten. Unbekannte Täter haben einen Brandanschlag auf den Fernsehumsetzer in Langenau verübt. Der Sachschaden wird auf 20 000 DM geschätzt.

28. September 1990

Auf dem Festplatz des Sengelenwäldchens feiert die Schopfheimer Pfadfindergruppe „Konrad von Rötteln“ ihren 20‑jährigen Geburtstag mit einem vielfältigen Programm. Das ganze Wochenende steht unter dem Zeichen von Spielen, Workshops und Projekten wie Geländespielen, Höhlenwanderungen und Kürbismaskenschnitzen.

29. September 1990

Eine 33‑köpfige Delegation aus Poligny trifft zum Besuch in Schopfheim ein. Diesmal ist kein großes offizielles Programm angesagt, man trifft sich in ungezwungener Atmosphäre, sitzt gemütlich beisammen, geht spazieren und nutzt die Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen. Als Symbole der Freundschaft tauschen die Bürgermeister Tinguely und Fleck die Fahnen aus, sodass im Schopfheimer Rathaus die Fahne der Franche‑Comté mit dem Löwen aufbewahrt wird.

Eine neue umfassende Ausstellung des Fahrnauer Malers Ernst‑Friedrich Sutter wird im Museum eröffnet. Nach 10 Jahren Schaffensbilanz legt der Künstler Aquarelle, Ölbilder und Zeichnungen vor, die einen sicheren Blick für die heimische Landschaft verraten und des Malers Liebe zur Natur widerspiegeln.

30. September 1990

Bei dem ersten Tag der offenen Tür auf der Kreisdeponie Scheinberg können sich die Bürger über die Müllsituation, die Pläne und Absichten des Kreises in Sachen Müll informieren, aber auch Einblick in die Kosten solch einer Anlage nehmen. Bei einer Führung über die Deponie stellen die beteiligten Firmen ihre Arbeit vor.

01. Oktober 1990

Der Nachtragshaushalt wird im Gemeinderat ohne Zustimmung der GRÜNEN verabschiedet. Bei außerplanmäßigen Grundstückskäufen wurde der Etat überzogen, die Stadt mußte 2 Millionen DM mehr an Krediten aufnehmen, um den um 5 Millionen gestiegenen Vermögenshaushalt zu finanzieren. Obwohl diese Landkäufe den finanziellen Handlungsspielraum sehr einschränken und größere Ausgabendisziplin nötig machen, wird doch allgemein die vom Gemeinderat abgesegnete Bodenpolitik der Verwaltung für richtig befunden.

Der Planung des Stadtbauamtes für den neuen Kindergarten in Langenau stimmt der Gemeinderat zu. Die Räte äußern sich lobend über die überaus schnelle Planfertigstellung. Zum vorgesehenen Flachdach und der leichten Holzbauweise gibt es kritische Nachfragen.

Der Gemeinderat genehmigt den 1. Bauabschnitt von etwa 50 Reihenhäusern im »Bremt«. Nach der Vorstellung der Stadt sollen hier ökologisch sinnvoll gestaltete, aber auch preiswerte Häuser entstehen, die evtl. noch durch das Landesprogramm »Preiswertes Wohneigentum« gefördert werden können. Enttäuscht zeigt man sich im Gemeinderat, daß bei der Vorgabe preiswerten Bauens die Gestaltungsmöglichkeiten und Vielfalt zu kurz kommen.

Um die letzte Chance zur Verwirklichung des Pflugareal-Kaufhausprojekts wahrzunehmen, macht der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung einige Zugeständnisse. Der Gemeinderat wird informiert, daß der Investor den lang gesuchten Betreiber jetzt fest an der Hand habe und zur Entscheidung dränge. Die Bedingung des Betreibers, 300 Parkplätze zu schaffen, soll in einer doppelstöckigen Tiefgarage realisiert werden, von der Stadt mit jährlich 50.000,-- DM bezuschußt. Der Pflug soll abgerissen werden, ebenfalls das Haus Neef.

03. Oktober 1990

Andachten und Dankgottesdienste veranstalten die evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Schopfheim aus Anlaß der Vereinigung der Deutschen.

Bürger aus Raitbach nehmen den Tag der deutschen Einheit zum Anlaß, eine Bürgerinitiative zu gründen, und pflanzen am Rande des Bolzplatzes am Langenfirst eine »Friedenslinde«.

04. Oktober 1990

In diesen Tagen feiert die Firma Rietschle ihr 40jähriges Betriebsjubiläum. Knapp 2000 Gästen wird ein vielfältiges Programm geboten.

Im Ortsbauausschuß wird erneut der Bebauungsplan »In der Reibematt« behandelt. Uneinig ist man sich, ob das Baugebiet als eingeschränktes Gewerbegebiet oder als Mischgebiet ausgewiesen werden soll. Bürgermeister Fleck argumentiert für ein eingeschränktes Gewerbegebiet, gibt es doch dann die Möglichkeit, auf der Fläche zwischen ppe und dem bestehenden Wasserkraftwerk ein Blockheizkraftwerk zu erstellen. Das KWR wird als Betreiber genannt. Zweifel gegenüber der Verwirklichung dieser Anlage melden sowohl Karl-Frieder Andris als auch Karl Selz an. Schließlich einigen sich die Räte darauf, daß man nicht durch die Ausweisung eines Mischgebietes Zukunftsperspektiven im sensiblen Energiegewinnungsbereich verbauen sollte, und folgt der Empfehlung der Verwaltung, die betreffenden Flächen als »Eingeschränktes Gewerbegebiet« auszuweisen.

05. Oktober 1990

Der Gemüseladen Örtlin in der Wallstraße schließt. Der Schritt wird mit fehlendem Verkaufspersonal begründet.

Ein Privatmann erwägt den Bau einer Windkraftanlage in Gersbach. Der Ortschaftsrat Gersbach befaßt sich mit diesem Bauantrag.

Eine Verwaltungsdelegation aus Kleinmachnow/Brandenburg trifft zu einem Arbeitsbesuch im Rathaus ein. Man informiert sich über die Infrastruktur der Stadt und die Aufgaben und Arbeitsweise der Verwaltung. Der Delegation unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Klaus Nietsche wird die Stadt mit ihren Einrichtungen gezeigt, sie kann sich vor Ort über Wohnungsbau, Gewerbeansiedlung und Abwasserbeseitigung informieren und Schulen, Feuerwehr und die Altstadt kennenlernen.

Die Stadtbibliothek erweitert ihr vielfältiges Medienangebot um Stadtpläne und Straßen-, Wander- und Radwanderkarten. Der Anfangsbestand umfaßt etwa 150 Einheiten.

07. Oktober 1990

Den Auftakt zur zweiten Schopfheimer Musikwoche, die von der vhs veranstaltet wird, bildet ein Chor-Orchesterkonzert in der katholischen Stadtkirche. Unter der Leitung von Kantor C. Holdermann wirken M. Strütt-Chappuis (Sopran) und E. Gleichauf (Bariton) als Vokalsolisten mit. Die Instrumentalsoli übernehmen M. Grieder (Harfe) und W. Weber (Orgel). Im Mittelpunkt des Eröffnungskonzerts steht Faurés Requiem, dessen schwierige Umsetzung von den Aufführenden hervorragend gemeistert wird und in den Rezensionen enthusiastisch gefeiert wird.

Ein Weideabtriebsfest der Fleischdirektvermarktung Gersbach findet in der Gersbacher Reithalle statt. Verbunden ist die Veranstaltung mit einer Tierschau und einer Podiumsdiskussion über die Selbstvermarktung. Die 13 Bergbauern aus Gersbach und Umgebung, die sich in der Initiative unter Obhut von Pfarrer Trautwein zusammengeschlossen haben, konnten mit dem Interesse an ihrer Arbeit zufrieden sein. Es gab viel Lob und Schulterklopfen von offizieller Seite, aber auch viele Bürger und Landwirte aus der ganzen Region machten sich kundig über das Konzept des Direktverkaufs von qualitativ hochwertigem, nach strengen Kriterien aufgezogenem Fleisch.

Das Georg-Reinhardt-Haus feiert sein 25jähriges Jubiläum. Das Alten- und Pflegeheim steht ganz im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nach einem Festgottesdienst würdigt Kurt Härzschel als Gründungsmitglied des Trägervereins beim Empfang der Festgäste den guten Geist des Hauses und weist auf die Anfangsjahre dieser Einrichtung der Menschlichkeit und christlichen Nächstenliebe zurück.

08. Oktober 1990

Jutta Beer, die Verkehrsamtsleiterin, legt ihren Jahresbericht 1989 vor. Er zeigt Schopfheim mit weniger Gästen und Übernachtungen im Abwärtstrend. Durch die allgemeine Wohnungsnot stehen weniger Gästebetten zur Verfügung. Als wünschenswert wird ein zentrales Infohaus angesehen, was ankommenden Gästen schnelle Information bietet und sie daran hindert, an Schopfheim einfach vorbeizufahren.

Über die Errichtung einer Gedenkstätte für die Gefallenen des 2. Weltkrieges diskutiert man abermals im Hauptausschuß. Es werden verschiedene Ideen zusammengetragen, wie man die 230 vorliegenden Namen von Gefallenen am angemessensten verewigen kann. Entscheidungen werden jedoch nicht getroffen.

Kurt Menter, Leiter der Stadtbibliothek, gibt vor dem Hauptausschuß einen ausführlichen Tätigkeits- und Erfahrungsbericht der Jahre 88/89. Er kann eindrucksvolle Zahlen vorlegen. Es geht stetig und steil aufwärts. Es präsentiert sich eine modern ausgestattete Bibliothek mit großzügigen Öffnungszeiten, die immer mehr Benutzer und Ausleihen ausweisen kann, aber auch schon an ihre personellen Grenzen stößt. Kurt Menter beantragt eine neue Personalstelle, worauf sich die Räte im Moment noch nicht einlassen wollen. Ebensowenig erhält er grünes Licht für die Anschaffung von Videos ab 1992.

09. Oktober 1990

Seine Marschroute für die nächsten Monate legt der Gewerbeverein fest. Man ist sich einig, bei der diesjährigen Weihnachtsaktion kein Auto zu verlosen.

10. Oktober 1990

In der Scheffelstraße gibt es jetzt eine eigens für Radfahrer markierte Fahrspur, wo sie auch entgegen der Einbahnrichtung fahren dürfen.

12. Oktober 1990

Mit 285 kg Müll pro Einwohner und Jahr liegt Schopfheim in der Abfallbilanz des Landkreises Lörrach an der Spitze. Vielleicht reizt der große »Otto« zur großzügigen Müllproduktion. Dem entgegenzuwirken wird Aufgabe des Umweltausschusses sein.

Nicole Grether spielt im National-Team in Kopenhagen für den »Danish Junior Cup«.

Ein Gutachten über das geplante Gewerbegebiet »Lus III« liegt vor. Diese letzte zusammenhängende Gewerbefläche befindet sich fast ausschließlich in der Hand der Stadt. Die beauftragte Beratergruppe Auctor untersucht drei Varianten und empfiehlt eine Ansiedlung von Gewerbe, Dienstleistungen, Läden mit Einrichtungen wie Kantine, Konferenzraum bis hin zu Kinderbetreuung und Post auf einer Nutzfläche von 64.000 qm. Rund 1000 Parkplätze sind vorgesehen. So können 500 bis 1000 Arbeitsplätze von hoher Qualität geschaffen werden. Man strebt eine gute Anbindung an das Straßennetz und an den öffentlichen Nahverkehr an. Auf eine unverwechselbare Architektur soll großen Wert gelegt werden.

Der neu gewählte Elternbeirat der Max-Metzger-Schule unter der Führung von Jutta Tröndle sucht das Gespräch mit Kommunalpolitikern, um die Diskussion um die Schulbezirksgrenzen nochmals zu beleben und zu erreichen, daß alle Schopfheimer Grundschulen etwa gleich große Klassen haben.

Rund 1000 Schüler versuchen sich beim 1. Tag der offenen Tür im BBZ einen Überblick über die Handwerksberufe zu verschaffen. Daneben gibt es Autogramme von der Leichtathletik-Spitzensportlerin Gabi Lippe.

13. Oktober 1990

Unter dem neuen Dirigenten Heinrich Schweikert präsentiert der Gesangverein Wiechs ein gelungenes Herbstkonzert.

14. Oktober 1990

Die Schopfheimer Musikwoche findet mit dem Galakonzert der Hasler Geigerin Kathrin Rabus und des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim einen krönenden Abschluß. Über 500 Zuhörer in der ausverkauften Stadthalle feiern ihren Star. Ihre Bach-Interpretation überzeugt, geradezu begeistert zeigt sich die Musik-Kritikerin der BZ von ihrer Schubert-Darbietung, die sie ganz auf der Linie ihrer Persönlichkeit sieht. »Sie spielt hier beschwingt-tänzerisch, mit rhythmisch federndem Geigenton, was ihrem sehr virtuosen und klar phrasierten Spiel eine charmante und gefühlvolle Note gibt.«

15. Oktober 1990

Michael Straub, als Vertreter der GRÜNEN, äußert sich in einer Stellungnahme zum Verkehrskonzept der Stadt. Er übt Kritik an einer kreuzungsfreien Führung der Bahnhofstraße in die Wehrer Straße. Er sieht darin eine Benachteiligung der Fußgänger und Radfahrer.

Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 13 : 12 Stimmen quer durch alle Fraktionen lehnt der Gemeinderat die Weiterplanung der Unterführung Bahnhofstraße-Wehrer-Str. ab. Damit ist das seit Jahren diskutierte Gesamtverkehrskonzept auf Eis gelegt. Die Fraktionen sind sich darin einig, zunächst die Auswirkungen der Umgehungsstraße abzuwarten, bevor Eingriffe ins Stadtbild vorgenommen werden.

Mit einer Entlastung der Innenstadt durch die neue Umgehungsstraße kann nicht vor 1992 gerechnet werden. Bauleiter Schmidt plant aber, die Trasse der Umgehungsstraße durchgängig von Maulburg bis zur B 518 

für Baufahrzeuge befahrbar zu machen, um den Transport von Aufschüttungsmaterial für den zweiten Bauabschnitt in Fahrnau zu gewährleisten. Für die Planungen für einen »Gewerbepark im Lus« gibt der Gemeinderat grünes Licht.

16. Oktober 1990

Die Schopfheimerin Elisabeth Eisele erhält aus der Hand von Landrat Alois Rübsamen das Bundesverdienstkreuz am Bande. Damit wird ihr selbstloses soziales Engagement geehrt. Sie leistete 40 Jahre aufopfernde Pflege für ihren Mann, der nach schweren Kriegsverletzungen immer mehr auf ihre Hilfe angewiesen war.

Unter dem Titel »Einfälle statt Abfälle« hat die Abfallberatungsstelle des Landratsamtes eine Ausstellung auf dem Flur des ehemaligen Bezirksamtes arrangiert. Wer auf dem Bau- oder Standesamt zu tun hat, wird durch Dosenberge, Plastikbecher, Einkaufskörbe oder das Innenleben eines richtig sortierten Mülleimers an ein umweltgerechtes Verhalten gemahnt.

17. Oktober 1990

Der Gewerbeverein richtet zum ersten Mal eine Modenschau in der Stadthalle aus. Das Publikum in der voll besetzten Stadthalle zeigt sich begeistert von der originellen Präsentation der »living dolls«. Für Pep sorgen die ausgesucht flotte Musik und das Schauspieltalent der Models.

Die Freimaurerloge in Schopfheim wählt turnusgemäß einen neuen Vorsitzenden. Nach drei Markgräflern ist es diesmal der in Kaiseraugst lebende Berliner Dr. Knut Bannier, der in Basel eine private Handelsschule als Rektor leitet. Die Loge »Friedrich zur Eintracht« besteht seit dem 8. November 1908 und umfaßt über 40 Mitglieder aus allen Alters- und Berufsschichten. Sie will die Entwicklung eines ethischen Lebensstils fördern, der geprägt ist von Toleranz, Mitmenschlichkeit und Brüderlichkeit.

18. Oktober 1990

Im Streit um den Bebauungsplan »Auf der Au« findet ein Vorschlag der SPD im Bauausschuß volle Zustimmung. Der Plan trägt den Forderungen der Hochhausbewohner an der Mattenleestraße Rechnung. Er sieht einen direkten Zugang zur Hauptstraße vor, über den auch der Verkehr von und zur Tiefgarage eines geplanten Wohnblocks abgewickelt werden könnte.

In der Bauausschußsitzung zeigt sich, daß die Architekten und Investoren beim Bebauungsplan »Bremt« Schwierigkeiten haben, die Garagen und Stellplätze unterzubringen. Peter Kober sorgt mit seiner Reihenhausplanung für eine heftige Diskussion.

Den Autofahrern, die wie üblich den Feierabend in langer Schlange im B 317-Stau beginnen, raten die GRÜNEN bei ihrer Stau-Beratung, auf die Bahn umzusteigen. Den Berufsverkehr auf die Schiene zu bringen, ist das Ziel, für das sich Stadtrat Michael Straub, Verfasser des verteilten Flugblatts, einsetzt.

19. Oktober 1990

Die Diskussion um den möglichen neuen Poststandort auf dem Grundstück der ehemaligen Gottliebbäckerei ist von der Post vorläufig beendet worden. Im Bonner Ministerium wird an einer generellen Neukonzeption für den defizitären Frachtbereich gearbeitet, deshalb werden alle Neubauvorhaben zunächst gestoppt.

Im Gersbacher Ortschaftsrat steht der Standort und das Raumprogramm der Mehrzweckhalle auf der Tagesordnung. Es stehen mehrere Standorte zur Diskussion. Die Entscheidung wird vertagt, um der Bevölkerung die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben.

In der Stadthalle erlebt das Kulturring-Publikum eine beeindruckende Inszenierung des Brecht-Stückes: »Die Heilige Johanna der Schlachthöfe«. Roswitha Frey von der BZ bescheinigt der Aufführung eine beklemmende Intensität, beeindruckende Dichte und atemberaubende schauspielerische Glanzleistung, wie man sie selten zu sehen bekommt. In den Hauptrollen spielten Gert Haucke und Ursula Berlinghof.

20. Oktober 1990

Der in Enkenstein lebende Maler Günter Scholz erhält den Adolf-Unmüßig-Regio-Preis für Bildende Kunst 1990. Der mit 10.000,-- DM dotierte Preis wird dem Künstler bei einem Festakt im Fürstensaal des ehemaligen Klosters St. Peter überreicht. In der Verleihungsurkunde dieses Regio-Kunstpreises, der von der gleichnamigen Freiburger Unternehmensgruppe gestiftet wurde, heißt es: »Im Medium neuer informeller Malerei hat Günter Scholz Figur und Geist menschlicher Präsenz in analogen Figuren sichtbar werden lassen, darin seinen unverwechselbaren Stil gefunden und die Gegenwartskunst über die Regio hinaus bereichert.«

12 Bilder des 1986 in Wiechs verstorbenen großen Schopfheimer Malers Fritz Heeg-Erasmus erhalten in den Räumen des Museums einen angemessenen Platz. 9 der Werke konnte die Stadt erwerben. Die Plazierung der Bilder führt zu Verstimmungen bei der Zusammenarbeit mit der Museumsgesellschaft. Eine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern legt aus Protest die Arbeit nieder. Auch der Vorsitzende, Rolf Brüderlin, ist der Auffassung, daß die Heeg-Erasmus-Bilder nicht ins zeitgeschichtliche Konzept des Raumes passen. Generell fühlt sich die Museumsgesellschaft mit ihren Vorstellungen nicht genügend berücksichtigt.

Eugen Herzog freut sich in seinem Brief aus Poligny mit den Winzern der Region, die eine überaus gehaltvolle Rebenlese einbringen konnten. Das Ende der Schulferien am 10. September bringt wieder mehr Leben in den Alltag. Am 16. September eröffneten die Jäger die neue Saison. Sie machten Jagd auf Fasane und Rebhühner, die zwei Tage zuvor von einer Zuchtfarm geliefert wurden. Diese Methode soll im nächsten Jahr verboten werden.

Zum Abschluß ihres Jubiläumsjahres kredenzt der Gesangverein Eichen eine »Musikalische Weinprobe« in der Stadthalle. Chöre aus Schopfheim und den Ortsteilen gestalten den musikalischen Teil und die amtierende badische Weinkönigin Anette Krieg stellt edle Tropfen des erlesenen Rebensaftes vor.

Auf Anregung von Heiner A. Baur treffen sich Regionalgeschichtler Südbadens in Schopfheim. Sie bemühen sich um eine Transparenz der Historie und diskutieren die Möglichkeiten eines Museumsbesuches als sinnvolle Begegnung mit der Vergangenheit.

21. Oktober 1990

Eine Delegation von Schopfheimern weilt in Poligny, um an der festlichen Orgeleinweihung in der Pfarrkirche teilzunehmen.

22. Oktober 1990

Im Umweltausschuß wird die Entscheidung über ein solarbeheiztes Schwimmbad vertagt. Die Räte können sich nicht zu einer Grundsatzentscheidung für die Nutzung der Sonnenenergie durchringen, wie es Robert Zapp vorschlägt. Stattdessen sollen erst Detailfragen von der Verwaltung geklärt werden.

Da der Müllanfall in Schopfheim mit 285 kg pro Einwohner im Jahr zu hoch liegt, diskutiert man im Umweltausschuß die Möglichkeit, den großen »Otto« (große Mülltonne) zu verteuern. Es wird damit ein Vorschlag der Grünen aufgegriffen und eine Gebührenerhöhung zum 1. Jan. 1991 vorgesehen. Außerdem strebt man eine strikte Trennung von Haus- und Gewerbemüll an.

Peter Domes, der Umweltberater der Stadt, legt seinen 1. Tätigkeitsbericht vor. Seine Arbeit kreist zu einem großen Teil um das Thema Müll, wo er durch gezielte Aktionen in Schulen, Kindergärten und Kontakten zum Gewerbeverein seinen Beitrag zur Vermeidung und Reduzierung von Müll leisten will. Er möchte aber auch Zeit für die anderen wichtigen Umweltthemen finden.

24. Oktober 1990

Vor genau 50 Jahren, mit zweitägiger Verspätung im Vergleich zur gesamtbadischen Entwicklung, wurden auch aus Schopfheim Juden deportiert, um in ein Lager in die südfranzösische Stadt Gurs abgeschoben zu werden. Hartmut Bertsch forschte in den Archivunterlagen der Stadt und stieß auf die Namen von 10 Juden, die in aller Eile nur das Notwendigste zusammenpacken konnten, um ihrem traurigen Schicksal entgegenzugehen.

25. Oktober 1990

Im Reinhardt-Haus rezitiert der blinde Künstler Richard Bastian Verse von Wilhelm Busch unter dem Motto: »Du siehst die Weste, nicht das Herz«.

27. Oktober 1990

Rund 180 Delegierte der Frauen-Union Baden-Württemberg treffen sich zu einer Tagung in der Stadthalle. Stargast ist die Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth, deren engagierte Rede von den CDU-Frauen mit stehenden Ovationen quittiert wird. Sie möchte mit den Frauen die Rahmenbedingungen erkämpfen, die den Frauen ermöglichen, im Beruf gleichberechtigt ihren Mann zu stehen und sieht gerade die Frauen in der Verantwortung für die drängenden Fragen unserer Gesellschaft.

Schwester Viatora, lange Jahre in der Pfarrei St. Bernhard tätig, feierte dieser Tage im Mutterhaus Gengenbach ihre diamantene Profeß; Schwester Stephanie legte am 21. Okt. ihre ewige Profeß ab. Beides ist für Pfarrer Baumann und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Gabriel Anlaß, in einer Feier das Dienen und Wirken der Schwestern zu würdigen. Ein Willkommensgruß gilt der neuen Oberin des Schwesternkonvents, Mathilde Zipfel.

Gemütlichkeit und Stimmung gibt es am Abend beim Herbstfest des Harmonika-Orchesters in der Stadthalle. Rund 300 Gäste lassen sich von Barbara Weiß, der Vereinsvorsitzenden, darauf einstimmen.

29. Oktober 1990

Im Zuge einer Umstrukturierung sollen künftig im Hauptamt des Rathauses bei Jutta Beer, der Touristik-Fachfrau, alle Fäden in Sachen Jumelage zusammenlaufen. Jutta Beer wird vor allem den Schriftverkehr mit den Partnerstädten übernehmen.

Im Beisein vieler Festgäste feiert die Deutsche Bank, Filiale Schopfheim, ihr 25jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß überreicht der Leiter der Bank, Berthold Sutterer, Bürgermeister Fleck einen Scheck von 6.000,-- DM für die Realisierung des geplanten Brunnens in der Torstraße.

30. Oktober 1990

Die Höhe der Kosten für den Ausbau der Kläranlage des Abwasserverbandes Mittleres Wiesental in Steinen bereitet den Gemeinden zunehmend Sorgen. 50 Mill. DM müssen investiert werden, um die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte zu gewährleisten. Der Verband beschließt die Erweiterung und vergibt die Planung einer Klärschlamm-Trocknungsanlage auf dem Gelände der Verbandskläranlage Steinen.

31. Oktober 1990

Antonio Orlando, der 15jährige Nachwuchs-Tischtennisspieler des SVS, qualifiziert sich für das »Top 12«-Turnier der besten Jugendspieler Südbadens.

Professor Dr. Johannes Lorenzen erhält aus der Hand des baden-württembergischen Ministers für Wissenschaft und Kunst Prof. Dr. Helmut Engler das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Damit wird ein vielseitiger profilierter Kirchenmusiker geehrt, der »mit seinen musikalischen Festwochen und qualitätvollen Oratorienaufführungen dem kulturellen Leben im Hochrheingebiet wesentliche Impulse vermittelt hat«, heißt es in der Würdigung.

In einer Feierstunde im Rathaus wird der langjährige Feuerwehr-Kommandant Volker Greiner verabschiedet. Volker Greiner, der sich 28 Jahre lang bei der Feuerwehr Schopfheim engagierte und dabei entscheidende Aufbauarbeit leistete, möchte jetzt ein neues Aufgabenfeld übernehmen.

02. November 1990

Die Volksbank Schopfheim feiert ihr 125jähriges Bestehen mit einem Festakt, in dessen Mittelpunkt der Festvortrag des österreichischen Wissenschaftlers Johann Millendorfer über die menschliche Dimension der Industriegesellschaft der Zukunft steht. Am Samstag lädt die Bank zu einem bunten Abend in die Stadthalle ein, den die Mitarbeiter als besondere Überraschung mit selbstgespielten Szenen aus der Volksbankgeschichte mitgestalten. Aus Anlaß ihres Jubiläums stiftet die Volksbank einen mit 10.000,-- DM votierten Umweltpreis für die besten Ideen zum praktischen Umweltschutz.

03. November 1990

Die ersten 10 Container für Plastikabfälle wurden im Stadtgebiet aufgestellt. Leider muß die erste Fuhre auf die Mülldeponie gebracht werden, weil die Bürger die neuen Behältnisse nicht sachgerecht bestückt haben.

Der Gewerbeverein wendet sich in einem offenen Brief an die Stadtverwaltung und die im Gemeinderat vertretenen Parteien. Thomas Wieland und Werner Bühler zeigen sich enttäuscht über das Scheitern eines Verkehrskonzeptes, das die innerstädtischen Verkehrsströme in erträgliche Bahnen lenken könnte. Sie weisen darauf hin, daß nach seriösen Erhebungen auch nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße immer noch etwa 50% des derzeitigen Verkehrsaufkommens bleiben.

In Gersbach steht die Planung und baldige Realisierung einer Gemeindehalle für die Vereine und den Fremdenverkehr an. Der kommunalpolitische Ausschuß der CDU, der sich bei einem Besuch über die anstehenden Aufgaben und Probleme unterrichten ließ, unterstützt dieses Anliegen. Er stimmte dem Standortvorschlag »Buchleiterfeld« des Ortschaftsrats voll zu.

In Langenau wird jetzt ein Tennisclub gegründet, nachdem die Stadt ein geeignetes Gelände für zwei Tennisplätze mit Erweiterungsmöglichkeiten zur Verfügung stellte. Die 30 Gründungsmitglieder wählen Werner Lederer zum 1. Vorsitzenden. Der neue Club, der das örtliche Vereinsleben bereichert, soll vor allem für die Langenauer Bürger da sein.

04. November 1990

Hunderte von Gästen, darunter auch eine Delegation aus der Markgrafenstadt, sind dabei, als auf dem Marktplatz von Poligny das Denkmal des General Travot, des großen Helden der Französischen Revolution, eingeweiht wird. Die Bürger von Poligny feiern im Rahmen eines beeindruckenden Schauspiels um Tricolore und Marseillaise die triumphale Rückkehr Travots auf den Sockel, von dem ihn die Nationalsozialisten 1942 gestoßen hatten, weil sie das Kriegsmaterial Bronze haben wollten. Als stellvertretender Bürgermeister hält Kurt Härzschel eine Rede und würdigt die deutsch-französische Freundschaft. Er wird mit der Ehrenmedaille der Stadt Poligny ausgezeichnet.

Mit einem glanzvollen Liederabend in der Alten Kirche St. Michael verabschiedet sich nach 13jähriger Dirigententätigkeit Chorleiter Volker Brenzinger vom Gesangverein Fahrnau.

07. November 1990

Aus dem Rathaus ist zu hören, daß sich für den Posten des neuen Feuerwehrkommandanten bereits 13 Bewerber gemeldet haben. Der Gemeinderat wird in Kürze entscheiden, wer die Nachfolge von Volker Greiner antreten wird.

In der Stadthalle heißt es Vorhang auf für den zweiten Thriller der Saison: »Tollkirschen küßt man nicht«.

08. November 1990

In einem offenen Brief an Ortrun Schätzle drängt der Gewerbeverein auf einen zügigeren Ausbau der B 317. Angesichts der »grauenhaften Verkehrsströme« sollte aus Sicht des Gewerbevereins alles nur Mögliche getan werden, um eine rasche Entlastung der Innenstadt zu erreichen.

Auch der Verkehrswacht brennt eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt auf den Nägeln. Sie möchte nicht erst die Erfahrungen mit der neuen Umgehungsstraße abwarten, sie kritisiert die Entscheidung des Gemeinderats, das vom Arbeitskreis »Innenstadtverkehr« erarbeitete Konzept zu vertagen.

Im Markus-Pflüger-Heim gibt es Besuch aus der sächsischen Kreisstadt Bischofswerda. Die leitenden Kräfte des dortigen Feierabend- und Pflegeheims wollen sich einen Eindruck verschaffen, wie eine Einrichtung wie das Markus-Pflüger-Heim nach wirtschaftlichen und pflegerischen Aspekten organisiert ist.

Nach Ansicht der IG »Pro Schiene« sollen sich Schopfheim, Zell und Hausen im selben Maße wie die Städte Wehr und Bad Säckingen für die Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf der Bahnlinie Schopfheim-Bad Säckingen einsetzen. Dies wird in einem Schreiben an die Bürgermeister und Gemeinderäte, sowie an die Kreistagsfraktionen und vier Bundestagskandidaten gefordert.

10. November 1990

Die Spielbühne Schopfheim bietet in ihrer neuesten Produktion »Das walzende Glück« ein »Kleines Welttheater« über das Leben, das Altsein und Jungsein. Die Theaterbesucher im Museumskeller werden in das Spiel mit einbezogen und lassen sich von den engagierten, spielfreudigen Akteuren mitreißen.

In Wiechs stehen die 11 Reihenhäuser des Baugebiets »Kirchhölzle« leer, was in Zeiten der großen Wohnungsnot besonders auffällt. Die Häuser können wegen Baumängel weder verkauft noch vermietet werden. Überhaupt stößt die weithin sichtbare Terrassensiedlung am Wiechser Hang bei den Interessenten entweder auf Begeisterung oder krasse Ablehnung. Man hofft auf eine Behebung der Mängel bis zum nächsten Frühjahr.

In einem Leserbrief spricht sich die Ringgemeinschaft Hausen-Zell dafür aus, daß Dr. Hadji-Cheykh, den sie als »hervorragenden Fachmann in punkto Sportmedizin« schätzen, dem Schopfheimer Krankenhaus erhalten bleibt und vom Landkreis als neuer Chefarzt eingesetzt wird.

In der Stadthalle wird mit einem Familienabend der Narrenzunft die Fasnacht eingeläutet. Bernd Sevecke wird als »Bernd vo de Mühli« zum Statthalter der Narren gekürt, die die neue Fasnachtssaison unter das Motto »Denebe dalbt isch au vorbei...« stellen.

11. November 1990

In Fahrnau eröffnen die Düfzel-Geister die Fasnacht. Ihr diesjähriges Motto lautet: »Mit unsere Schnuure, chömme mer überall duure«.

Beim traditionellen Martini-Basar der Freien Waldorfschule gibt es wieder ein großes Angebot von liebevoll gefertigten Geschenken bis hin zu szenischen und musikalischen Darbietungen. Der Clou ist diesmal das »Kulturcafé« im jüngst ausgebauten obersten Stockwerk der Schule, das die Freunde angenehmer Kaffeehausatmosphäre magisch anzieht.

Im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedet Pfarrer Detlev Jobst die Gemeindediakonin Ingrid Rothe. Sie wird künftig in der Erwachsenenbildung für die Kirchenbezirke Schopfheim und Waldshut tätig sein.

Oksana Sowiak erfreut ihre Zuhörer bei einem Liederabend der Volkshochschule mit jiddischen, polnischen und ukrainischen Liedern.

13. November 1990

In einer vollbesetzten Stadthalle führt Wim Thoelke durch eine Modenschau für Senioren und sorgt für einen unterhaltsamen Nachmittag mit viel Stimmung. Veranstalter sind der Kreisseniorenrat des Landkreises und ein Lörracher Bekleidungshaus.

Der Kunstverein präsentiert in seiner 4. Ausstellung im Museum den jungen in Trier lebenden Künstler Christoph Dahlhausen, der zugleich Maler und Musiker ist. Der Kunstverein versucht mit dieser Ausstellung junge, moderne, abstrakte Kunst dem Publikum näherzubringen.

14. November 1990

Die SPD fordert von Bürgermeister Fleck, daß das Thema Solaranlage für das städtische Schwimmbad erneut auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung kommt, wo Robert Zapp eine Grundsatzentscheidung herbeiführen möchte.

Die IG Pro Schiene richtet einen dringenden Apell an Abgeordnete, Verwaltungen und Gemeinderäte im Wiesental, sich für den Erhalt der Wehratalbahn einzusetzen. Nach ihrer Vorstellung würde eine attraktive Wehratalbahn im Verbund mit der Regio-S-Bahn wesentlich zu einer Steigerung des Fahrgastaufkommens beitragen.

Der 50jährige Ingenieur Karl-Heinz Schwarzer aus Langenau ist unter den Opfern des Flugzeugabsturzes bei Zürich, wo eine italienische Maschine aus Mailand kommend beim Landeanflug an einem Berg zerschellt. Der Ingenieur hatte für Ekato in Mailand Verhandlungen geführt. Der Skatclub verliert seinen 1. Vorsitzenden.

In den Kindergärten am Marktplatz und in Wiechs führen personelle Engpässe zu einer unbefriedigenden Situation. Weil Erzieherinnen krank 

sind, kann in Schopfheim vorübergehend nur in einer Notgruppe gearbeitet werden. Dies wird von Eltern und Erziehern nicht akzeptiert. Sie wenden sich deshalb an die Stadtverwaltung und an die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen.

15. November 1990

Rund 100 Kinder erleben einen faszinierenden Zauber-Nachmittag mit Magic Pino in der Stadtbibliothek. Der Zauber- und Märchenkünstler läßt die Kinder in die Trickkiste greifen und begeistert die kleinen Zuschauer mit seinen Künsten.

16. November 1990

Der Sozialausschuß des Kreistages segnet die Übernahme des Schopfheimer Krankenhauses durch den Landkreis ab. Der bisherige Oberarzt Dr. Hadji-Cheych wird zum Chefarzt der Allgemeinen Chirurgie bestellt und das gesamte Krankenhauspersonal übernommen. Diese Beschlüsse müssen noch vom Kreistag am 19. Dez. bestätigt werden.

17. November 1990

Aus Gersbach wird ein Rückgang bei Übernachtungen um 19,6 Prozent in der Saison 90 gemeldet. Da die Zahl der ankommenden Gäste noch leicht gestiegen ist, muß man einen Trend zu kürzerer Aufenthaltsdauer annehmen.

In der Stadthalle erleben die Gäste beim TSG-Familienabend ein buntes Programm. Dieter Spinoli führt durch ein »weinseliges« Programm, das mit einer flotten Weinprobe verbunden ist. Die Damen und Herren der verschiedenen Abteilungen glänzen mit abwechslungsreichen Schaueinlagen. Für Heinz Leuger gibt es die Silberne Ehrennadel des Vereins.

Im Museumskeller haben Schopfheims VHS-Kabarettisten Premiere. Unter der Anleitung von Kursleiter Reinhold Fetscher und begleitet vom Jazz-Quintett von Franz Hoch nehmen die munteren Akteure die Kommunalpolitiker von Maulburg bis Todtnau aufs Korn.

Nicole Grether wird zum zweiten Mal der Titel »Sportlerin des Jahres« innerhalb des baden-württembergischen Badminton-Verbandes zuerkannt.

18. November 1990

Der erste Volkstrauertag im vereinten Deutschland ist für Bürgermeister Klaus Fleck Anlaß, in seiner Rede auf dem Schopfheimer Friedhof auch der Opfer in Rumänien und der ehemaligen DDR zu gedenken. Er verknüpft ihr Leiden mit dem der Opfer des Nationalsozialismus. Sein Zorn gilt dem Rüstungsexport und er mahnt seine Mitbürger, den Profit nicht über die Moral siegen zu lassen.

Auch in den Teilorten und Nachbargemeinden gedenkt man der Toten mit Kranzniederlegungen und Ansprachen.

19. November 1990

Der Umwelt zuliebe sollen Schopfheims Bürger ab Januar 91 stärker in die Pflicht genommen werden. Der Gemeinderat beschließt die Erhöhung der Abfall- und Abwassergebühren. Für den »Otto« soll in Zukunft statt bisher 156,-- DM jährlich 216,-- DM bezahlt werden. Für den 50-Liter-Eimer sind 90,-- DM statt bisher 72,-- DM zu bezahlen. Vielleicht motivieren die hohen Preise den einzelnen, seinen Müll möglichst klein zu halten; zum anderen soll der Bürger dazu verpflichtet werden, was bisher auf freiwilliger Basis geschah, den Müll zu trennen und ihn zu den vorgesehenen Sammelstellen zu bringen. Mit Wirkung zum 1. Dez. wird es eine neue Abwassersatzung geben, die die Abwassergebühr je Kubikmeter auf 2,90 DM erhöht (bisher 2,60).

Eine zusätzliche Einnahme von ca. 50.000,-- DM erhofft sich die Stadt durch die Einführung einer Vergnügungssteuer.

Nach kontroverser Debatte beschließt der Gemeinderat, das Schwimmbad mit einer Solaranlage auszurüsten. Es soll eine durchschnittliche Temperatur von 24 Grad erreicht werden. Dem Wunsch des Ärztesprechers Dr. Lenz, das Wasser auf konstant 26 Grad zu erwärmen, wurde nicht entsprochen. Im Frühjahr und Herbst will man notfalls zuheizen, was von Mitte Juni bis Mitte August auf jeden Fall unnötig ist. Durch die Solarheizung können nach Schätzung der Verwaltung ca. 22.000,-- DM Energiekosten eingespart werden, das sind mehr als die Zinskosten für die Solaranlage betragen.

Seit 25 Jahren sitzt CDU-Fraktionsvorsitzender Kurt Härzschel für die CDU im Gemeinderat. Bürgermeister Klaus Fleck würdigt dieses außerordentliche »Engagement« für die Demokratie und überreicht ihm ein Geldgeschenk von 500,-- DM, das der Geehrte dem Georg-Reinhardt-Haus weitergeben will.

In nichtöffentlicher Sitzung wählt der Gemeinderat den aus Lörrach stammenden Bernd Schwöble zum neuen hauptamtlichen Kommandanten der Schopfheimer Gesamtwehr. Der neue Chef der Feuerwehr kommt von der Berufsfeuerwehr München. Der Nachfolger Volker Greiners tritt sein Amt voraussichtlich zum 1. März 1991 an.

Der Gemeinderat gibt grünes Licht für die Erweiterung des Sportplatzes Wiechs. Der Bebauungsplan muß zur Realisierung der Planung geändert werden.

20. November 1990

In der Muttersprochreihe liest Sophia Bauer aus Todtnau aus einem druckreifen Manuskript vor und begeistert die zahlreichen Zuhörer. Die Mundartdichterin erhielt den ersten Preis im Wettbewerb des Süddeutschen Rundfunks um die beste Kurzgeschichte in alemannischer Mundart.

22. November 1990

Die Psychologische Beratungsstelle des Landkreises bezieht in Schopfheim neue Räume in der Hauptstraße 63 und erweitert ihr Angebot für Eltern, Kinder und Jugendliche. Ab Januar 91 wird Diplom-Psychologe Siegfried Mennle von einer Mitarbeiterin unterstützt und kann dann an 5 Tagen in der Woche beratend tätig sein.

23. November 1990

Klaus Fleck wird erneut zum Vorsitzenden der Gewährträgerversammlung der Sparkasse Schopfheim gewählt. Die Neuwahlen für den Verwaltungsrat bringen nur geringe personelle Veränderungen. Walter Greiner aus Maulburg ersetzt Ex-Medima-Chef Scheurer. Klaus Fleck ehrt Fritz Reuter und Fred Brüderlin, die sich seit 30 Jahren zum Wohle der Sparkasse im Verwaltungsrat engagieren.

In einer außerordentlichen Abteilungsversammlung wechselt die Radsportabteilung der TSG Schopfheim ihr gesamtes Führungsteam aus. Für die nächsten zwei Jahre werden Ralf Itzin und Sylvia Schindler als Vorsitzende, mit Peter Fricker und Tobias Strobel als Schriftführer und Kassierer zur Seite, die Abteilung führen.

24. November 1990

Der MSC Schopfheim hält seine Jahresfeier in der Fahrnauer Festhalle ab. Es werden gleich drei Jubiläen gefeiert: 25 Jahre Moto Cross Schopfheim, 25 Jahre Rennleiter Fritz Schrank und das 65jährige Bestehen des Vereins. Die musikalische Unterhaltung wird von Reinhold Fetscher und Helga Alsdorf besorgt, die viel Schwung in das Geschehen bringen.

Werner Müller vom MT zieht nach einem Jahr Gemeinderat mit geänderten Mehrheitsverhältnissen Zwischenbilanz. Der Redakteur bescheinigt dem Gemeinderat einen neuen Stil der Sachlichkeit. Die umstürzenden Ergebnisse der letzten Gemeinderatswahl empfindet er wie ein reinigendes Gewitter. Der Bürgermeister hat sich auf die neue Mehrheit vom ersten Tag an eingestellt. Rot und Grün als neue Mehrheit gehen verantwortungsvoll damit um und proben den Durchmarsch nur in Ausnahmefällen. Die SPD als stärkste Fraktion übe die Tugend des Kompromisses. Es gibt wechselnde Mehrheiten. Als hilfreich sieht das MT die persönliche gegenseitige Wertschätzung von Bürgermeister Klaus Fleck und Fraktionsvorsitzendem Robert Zapp an. Er spricht von einer »Fast-Liebes-Ehe zwischen SPD und Fleck«.

Eine Woche vor der Bundestagswahl sind in Schopfheim die organisatorischen Vorbereitungen abgeschlossen. Für die 25 Stimmbezirke stehen 150 Wahlhelfer zur Verfügung. Es sind diesmal 12.303 Bürger wahlberechtigt.

Beim traditionellen Pfarrfamilienabend im katholischen Gemeindehaus erobert ein kleiner Jongleur die Herzen der Zuschauer. Neben Jürgen Buchholz gestalten noch weitere Künstler und Künstlerinnen den fröhlichen, stimmungsvollen Abend.

Nachdem der Gemeinderat im Oktober eine neue Feuerwehrsatzung beschlossen hat, in der die Gliederung der einzelnen Abteilungen neu festgelegt ist, wird satzungsgemäß die neue Abteilung »Stadt« gegründet, in der die drei Löschzüge Schopfheim, Fahrnau und Eichen zu einer Abteilung zusammengelegt werden. Als Abteilungskommandant wird mit großer Mehrheit Ralf Kurz gewählt. Sein Stellvertreter ist Hanspeter Meyer.

26. November 1990

Der Gemeinderat berät den Haushalt 1991. Um die städtischen Finanzen ist es schlecht bestellt. Kostensteigerungen im Tiefbau und notwendige Erschließungsmaßnahmen bringen den Haushalt ins Wanken. Vom Landratsamt kommt die Warnung, den Haushalt bei weiter steigenden Schulden nicht mehr genehmigen zu können. Die Finanzierung des Vermögenshaushaltes soll nach einem Antrag der CDU und Freien Wähler über den Erlös aus der Krankenhaus-Transaktion erfolgen. Die SPD nimmt für sich in Anspruch, durch die Übergabe des Krankenhauses an den Kreis vorausschauend gehandelt zu haben.

Für den Verwaltungshaushalt bleibt nur eine geringe Investitionsrate von 1,98 Mill. DM übrig, so daß für Wünsche der Fraktionen über den Etatentwurf hinaus kaum Spielraum bleibt.

Für die beschlossene Erschließung des Baugebietes »Hinterer Altig« muß die Stadt zusätzlich 580.000,-- DM berappen, weil die Baupreise inzwischen gestiegen sind. Hier sollen 30 Bauplätze entstehen.

Die Erschließung des restlichen Gewerbegebiets »Lus« soll 1991 erfolgen. Der Gemeinderat sieht sich mit seiner Entscheidung im Zugzwang, da laut Bürgermeister Fleck für den geplanten Gewerbepark bereits Interessenten vorhanden seien und bereits die Zuschußanträge beim Land gestellt seien. Die Kosten werden mit 8 Mill. DM veranschlagt. Der Stadtkämmerer regt im Einklang mit CDU und FWV an, die Erschließungskosten mit einem Sperrvermerk zu versehen, bis die Zuschüsse fließen.

Die Personalnöte des Kindergartens Wiechs sollen durch eine ehrenamtlich arbeitende Mutter gelöst werden, die vormittags im Kindergarten aushilft. Bei allem Verständnis für die personelle Situation in den Kinder

gärten, ist der Gemeinderat vorläufig nicht bereit, die Stellenpläne auszuweiten. Die anwesenden Eltern zeigen ihren Unmut über diese Entscheidung.

Die GRÜNEN möchten dem Umweltberater einen eigenen Etat von 30000 DM zur Verfügung stellen. Die Verwaltung sieht dazu keinen zusätzlichen Handlungsbedarf, da die Finanzierung der geplanten Abfallbroschüre über die Abfallgebühren erfolgen soll und Informationsveranstaltungen jederzeit über die Volkshochschule angeboten werden können.

27. November 1990

Lamas als Landschaftspfleger setzt die Familie Morath aus Ehner Fahrnau ein. Der Nebenerwerbslandwirt Hans Morath rückt dem Farn und anderem unwirtlichen Gestrüpp auf seiner ca. 30 Hektar Schwarzwaldweide ohne Gift zu Leibe. Vom Mundenhof in Freiburg erhielt er das erste Lama-Pärchen und hat inzwischen 5 weitere Tiere gekauft. Die für unsere Breitengrade exotisch anmutenden Tiere sind sanftmütig, intelligent und kinderlieb.

Im Schopfheimer Kunsthaus stellt die junge Freiburger Malerin Sonja Wagner aus.

Horst Kuhfuß, Chef der »Alten Stadtmühle«, knüpft Kontakte zu russischen Künstlern und möchte eine Hilfsaktion für Woronesch/Sowjetunion starten. Bruno Haas aus Maulburg sieht bei der Verwirklichung dieses Projektes große technische Schwierigkeiten, die schon mit dem Transport beginnen.

Ortstermin mit Forstamt, Landratsamt und Ortschaftsrat in Gersbach. Es geht um das Naturdenkmal »Große Tanne«. Obwohl die Tanne tot ist, wird nach Meinung der Experten der Baum in den nächsten Jahrzehnten dennoch nicht umfallen. Der Ortschaftsrat macht sich trotzdem Sorgen wegen der Sicherheit von Wanderern. Ob die Tanne nun im Frühjahr gefällt wird oder nicht, wird nun der Ortschaftsrat entscheiden.

29. November 1990

Die BZ startet wieder ihre Weihnachtsaktion »Hilfe zum Helfen« und freut sich über die ersten eintreffenden Spenden von Firmen und Geschäftsleuten.

Die Stadt braucht Geld. So gilt es nach Meinung der BZ als so gut wie abgemacht, daß die Stadt an der Steuerschraube drehen wird.

Die Gewerbesteuer, im Vergleich zu anderen Kommunen an der unteren Grenze, soll von 310 auf 320 Prozentpunkte angehoben werden, ebenso soll es eine Erhöhung der Grundsteuer geben.

30. November 1990

Fantastische experimentelle Fotographie. Ingrid Schubert stellt ihre neuen Werkschöpfungen in der Schalterhalle der Volksbank aus. Sie zeigt Bilder und Fotoschöpfungen, die man bisher von ihr in dieser Art nicht kannte.

Zu einer Matinée lädt Bezirkskantor Matthias Schneider in die evangelische Stadtkirche.

01. Dezember 1990

Mit einem großen und vielseitigen Programm lädt der Singkreis zum Jahreskonzert in die Stadthalle. Wahrhaft keine Mühen gescheut hat der Verein um die Vorsitzende Helga Lützelschwab und den Dirigenten Norbert Mennle, um einen schönen Abend unter dem Titel »Schwarzwaldmädel« zu gestalten.

Löschführer Helmut Bäckert gibt während der Hauptversammlung des Wiechser Löschzugs einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Insgesamt zehn Einsätze hatte die Feuerwehr Wiechs im Berichtsjahr zu absolvieren.

02. Dezember 1990

Nach einem ruhigen Wahlkampf gehen 8788 von 12305 wahlberechtigten Bürgern zur Wahl. Die Ergebnisse der Bundestagswahl 1990 liegen in der Stadt und den Stadtteilen entgegen dem Bundestrend.

Bei deutlich niedrigerer Wahlbeteiligung als vor 4 Jahren – sie erreichte mit 71,4 % einen neuen Tiefststand – konnte die SPD ihren Stimmenanteil von 38,1 % auf 39 % leicht ausbauen und die CDU (38,7 %) gerade mit 28 Stimmen überholen. Die großen Verlierer der Bundestagswahl bundesweit und auch in Schopfheim sind die GRÜNEN. Ihr Stimmenanteil wurde praktisch halbiert und hat sich von 12 % auf 6,2 % verringert, wobei der Direktkandidat Heiner Lohmann den Stimmenverlust in Grenzen halten konnte, er fiel von 10,3 % (1987) nur auf 8,7 %.

Die FDP schnitt im Rahmen des 87er Ergebnisses ab. 5,7 % Erst‑ (1987: 5,1) und 10,8 % (1987: 9,9) Zweitstimmen bewegen sich auf gewohntem Liberaleniveau. Die Republikaner hatten auch in Schopfheim mit ca. 2 % keine Chance.

Ortrun Schätzle schafft es mühelos mit einem Direktmandat wieder in den Bundestag einzuziehen. Sie wird von ihren CDU‑Freunden bei der Wahlparty in der Stadthalle gebührend gefeiert. Marion Caspers‑Merk, ihre SPD‑Konkurrentin, liegt mit nur 500 Stimmen hinter ihr, auch sie wird in den Bundestag einziehen.

Jörg Würger wird erneut Tischtennis‑Vereinsmeister in Langenau.

Wolfgang Dallmann, Professor für Orgelspiel, konzertiert in der evangelischen Stadtkirche.

Besinnlich war man wieder bei der Weihnachts‑ und Adventsfeier der Arbeiterwohlfahrt, die die Senioren der Stadt in die Stadthalle eingeladen hat.

03. Dezember 1990

Bei der Haushaltsvorberatung distanzieren sich die CDU und die Freie Wählervereinigung von einer nicht‑öffentlichen Absprache, Grund‑ und Gewerbesteuer um je 10 %-Punkte zu erhöhen. Dass dies in nicht‑öffentlicher klarer Absprache erfolgte, führte Robert Zapp, SPD‑Fraktionschef, aus.

Zu einem Einsatz im Dossenbacher Wald wird die Feuerwehr gerufen. Der Brand war schnell gelöscht.

Heiß diskutiert wurde im Gemeinderat bei den Vorberatungen für den Haushalt 1991. Insbesondere die Erschließung des Gewerbegebietes »Lus«, das Gutachten zur Realisierung eines Gewerbeparkes im »Lus« und die Schuldentilgung bestimmten das Geschehen. Freie Wähler und CDU wollen die Erlöse des Krankenhauses der Schuldentilgung zuführen, wobei Dieter Leppert für die Freien Wähler betont, dass diese zur Schuldenreduzierung verwandt werden müssen.

Auf Sachzwänge und finanzielle Folgen weist Stadtrat Alfred Horn bei der Haushaltsdebatte hin. Ihm ist unwohl bei den finanziellen Konsequenzen von Entscheidungen, die fallen oder bereits in die Wege geleitet sind. Er zählt eine Fülle von Dingen auf, die die Zukunft belasten und meint, dass eine Konsolidierungsphase das Schaffen von weiteren Sachzwängen verhindern müsse.

04. Dezember 1990

Bei schönem, trockenem und kaltem Wetter zieht der Kalte Markt wieder junge und alte Menschen aus Nah und Fern an. Die Partnergemeinde Poligny ist wieder mit einem Stand vertreten.

Die Zimmervermieter treffen sich zur Vermieterversammlung im Hotel »Berghaus Hohe Flum«. Ein wesentliches Thema des Abends war die Einsicht in die Notwendigkeit, Müll zu vermeiden. Insbesondere wurde über die Einwegverpackung des Frühstücks gesprochen.

05. Dezember 1990

Die Badische Zeitung meint, beim Kalten Markt werde der »Billige Jakob« schmerzlich vermisst. Hans Huber, so der bürgerliche Name des Händlers, liegt nach einem Unfall im Krankenhaus.

Gut besucht und sicher auch für die Händler erfolgreich, geht der Kalte Markt zu Ende. Eine besondere Aktion dieses Kalten Marktes war ein Stand von Horst Kuhfuß bei der »Alten Stadtmühle«. Er sammelte dort für Woronesch in Russland.

06. Dezember 1990

Die Arbeiterwohlfahrt hat auch in Schopfheim eine Hilfsaktion »Helft Russland« ins Leben gerufen.

07. Dezember 1990

Dieser Tage wurde Max Ühlin, Ortsvorsteher in Gersbach, während einer Sitzung des Ortschaftsrates für 25‑jährige Gemeinderats‑ und Ortschaftsratstätigkeit geehrt.

Wie das Naturdenkmal »Große Tanne« erhalten werden kann, soll die nächste Zeit die Ortschaftsräte beschäftigen. Der mächtige Baum ist krank und müsste gefällt werden.

Seine Erinnerung an das ihm lieb gewordene Städtli (Altstadt Schopfheim) hält Heiner Schneegaß in einem 60 Seiten umfassenden kleinen Buch fest. Aus seiner »Buebe‑Perspektive« erzählt er manch Interessantes und Lesenswertes.

Seit einigen Tagen darf im Ortsteil Langenau nur noch 40 km/h gefahren werden.

Kurt Ückert weiß heute im MT zu berichten, dass vor 100 Jahren eine Volkszählung stattfand und Schopfheim damals 3.115 Personen beherbergte. Zu dieser Zahl kamen noch 23 als vorübergehend Angemeldete hinzu.

08. Dezember 1990

Man trifft sich zur Jahresversammlung der Abteilung Langenau der Freiwilligen Feuerwehr. Insgesamt sieben Einsätze galt es im Vorjahr zu bewältigen. Sehr erfreut waren die Feuerwehrkameraden darüber, dass sie Ernst Seufert, Wilhelm Strittmatter, Albert Stofer und Ernst Roser für ihre langjährige Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernennen konnten. Horst Roser bleibt Kommandant der Feuerwehr des Ortsteils.

Zügig und schnell verlief die 108. Generalversammlung des Turnvereins Fahrnau. Der Vorsitzende Norbert Schwald konnte Hella Feuchtner für 40‑jährige Vereinszugehörigkeit ehren. Schwald übernahm das Amt des Vorsitzenden, nachdem Gerd Steiner bei der letzten Versammlung das Amt des Vereinschefs niederlegte.

Bei der Industrie‑ und Handelskammer ist Pablo Garcia Bida aus Lacorona, Spanien, zu Besuch. Er wird sich eine Woche lang in Schopfheim umsehen, um Leute, Betrieb und Organisationsform der Deutschen Handelskammern kennenzulernen. Dr. Lausberg von der IHK Schopfheim wird in Kürze eine Woche nach England gehen, um sich dort zu informieren.

Auf ein großes Jubiläumsjahr blicken die Mitglieder des Gesangvereins Eichen bei der diesjährigen Generalversammlung zurück. Das Jubiläumsjahr, so hört man, darf als rundum gelungen bezeichnet werden. Ganz in dieser Stimmung verliefen dann auch die Neuwahlen, zumal alle Vorstandsmitglieder erneut kandidierten.

09. Dezember 1990

Zur Weihnachtsfeier der Senioren lud der Fußballverein Fahrnau in die Festhalle des Ortsteiles. Zusammen mit dem Fahrnauer Musikverein erlebten die Älteren des Ortsteiles einen unterhaltsamen und besinnlichen Adventssonntag.

Zu einem vollen Erfolg wird das Musical »My Fair Lady« in der Stadthalle aufgeführt. Wahre Beifallstürme erntete Benno Kusche als Alfred P. Dolittle.

Viele frohe Kinderaugen sah man bei der Nikolausfeier der Turnerschaft Langenau. Zu hören war bei dieser Weihnachtsveranstaltung, dass die Leichtathleten am liebsten einen Sportplatz als Weihnachtsüberraschung hätten.

Die TSG Schopfheim feiert in der Friedrich‑Ebert‑Sporthalle ihre jährliche Nikolausfeier.

Der Schopfheimer Hexenzinken hat für 1.000 DM Schokolade gekauft und will diese zu Weihnachten zusammen mit anderen Hilfsgütern nach Moskau schicken. Die Spende, die noch durch 300 Tafeln Schokolade des Edeka‑Marktes Hieber in Fahrnau ergänzt wird, wurde der AWO Schopfheim übergeben. Otto Faller wird dafür sorgen, dass der Transport in die Sowjetunion erfolgt.

10. Dezember 1990

Es schneit. Große Verkehrsstaus bestimmen das morgendliche Bild in der Stadt. Viele werden wohl ihre Arbeit verspätet erreichen.

Am vergangenen Wochenende wurde Horst Rüdlin zum Vorsitzenden der Wirtschaftsjunioren gewählt.

Dieser Tage feiert Ernst Stein sein 40‑jähriges Betriebsjubiläum bei der Firma Mannesmann Demag Wittig. Daneben wurden Walter Dörr, Holger Sehringer und Heinrich Kibelka für 25‑jährige Firmenzugehörigkeit geehrt.

Im Baugebiet »Bremt« wird es zwei Straßen mit Namen ehemaliger Bürgermeister geben. Die Haupterschließungsstraße durch den »Bremt« wird nach dem Schopfheimer Bürgermeister Dr. Hans Vetter benannt, während eine kleinere Straße nach dem Fahrnauer Bürgermeister Emil Faller benannt wird. Nach Meinung der Stadtverwaltung kann mit der Namensnennung auch eine Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen, den früher selbständigen Orten, dokumentiert werden. Das Wohngebiet Bremt war die letzte größere Baulücke zwischen Schopfheim und Fahrnau.

Angemahnt werden im Gemeinderat offenbar defekte Hydranten im Ortsteil Langenau.

In die zweite Runde geht der Gemeinderat mit der Haushaltsberatung 1991.

Grünes Licht gibt der Gemeinderat für ein neues Jugendhaus im ehemaligen Schlachthaus. Der Stadtjugendring ist nun gefordert, bis zum Sommer einen Trägerverein zu gründen. Gleichzeitig wird bei der Stadtverwaltung alles vorbereitet, damit ein Architektenauftrag vergeben werden kann.

Die Freien Wähler und die CDU verlangen die Veröffentlichung des Protokolltextes einer nicht‑öffentlichen Hauptausschusssitzung, in der über die Gewerbe‑ und die Grundsteuererhöhung diskutiert wurde. Dabei wird, nachdem der Bürgermeister das Protokoll vorliest, deutlich, dass nach einer Sitzungsunterbrechung sich die Fraktionen noch einmal beraten wollten, ob sie einer Steuererhöhung zustimmen sollten.

Braucht die Feuerwehr eine neue Drehleiter oder nicht? Dies beschäftigt den Gemeinderat während der Haushaltsdebatte. Die Freien Wähler stellten den Antrag, zu prüfen, mit welchem Aufwand eine erforderliche Betriebssicherheit der jetzigen Drehleiter erreicht werden kann. Erst dann ist man bereit, über die Neuanschaffung in Höhe von 910.000 DM zu reden.

Die Polizei teilt mit, dass nach den heftig einsetzenden Schneefällen des Tages acht Verkehrsunfälle mit rund 20.000 DM Sachschaden im Bereich Schopfheim gemeldet wurden.

Für das Jahr 1991 scheint die Sanierung der Wiesenbrücke gesichert zu sein. Der Gemeinderat beschließt eine Verpflichtungsermächtigung für den Haushalt 1991 in Höhe von 500.000 DM.

Aus der französischen Partnerschule Sierentz und Masevaux waren Kinder bei der Dr. Max‑Metzger‑Schule zu Gast. Ein Gegenbesuch im Elsaß ist für das Frühjahr geplant.

11. Dezember 1990

Dieser Tage wurde Manfred Beer von der Friedrich‑Ebert‑Schule als Nachfolger von Erika Heldt zum Gesamtelternbeiratsvorsitzenden der Schopfheimer Schulen gewählt.

Der Planfeststellungsbeschluss für den zweiten Bauabschnitt der Umgehungsstraße B 317 zwischen der Wehrer Straße und Einmündung in die alte B 317 hinter Fahrnau ist unterschrieben, wie aus der Presse als Information des Regierungspräsidiums zu lesen ist. Damit ist, falls nicht geklagt wird, der zügige Weiterbau gesichert.

Das MT meldet heute, dass der Wohnpark »Kirchhölzle« in Wiechs, der von den Lörracher Architekten Günter Pfeiffer und Roland Maier konzipiert wurde, vom Bund Deutscher Architekten ausgezeichnet wurde. Man lobt die abwechslungsreiche Atmosphäre, die Eleganz, die nicht dominiert, sondern sich als Angebot an die Nutzer versteht. Leider stehen die Häuser, so schreibt das MT weiter, ein Jahr nach der Fertigstellung noch leer.

Zu einer Kollision zwischen einem Pkw und einem Feuerwehrfahrzeug kommt es auf schneeglatter Fahrbahn in Wiechs.

Offen wird eine Auseinandersetzung zwischen der vhs und dem THG während einer Sitzung ausgetragen. Das THG will, dass die vhs eigene Gerätschaften beschafft, während es die Stadtverwaltung und die vhs bevorzugen, die Geräte gemeinsam zu benutzen.

Brigitte Fleck, die neue vhs‑Mitarbeiterin, stellt sich in der Sitzung des vhs‑Beirates vor.

13. Dezember 1990

Etwa 29.000 DM sind inzwischen auf dem Spendenkonto der Russlandhilfe Woronesch eingegangen.

Mindestens ein halber Meter Schnee liegt in der Innenstadt. In den Außenorten ist die weiße Pracht um einiges höher.

14. Dezember 1990

Der schöne Winterschnee hat auch seine Nachteile. In Wiechs gehen zwei Nachbarn mit der Schaufel aufeinander los, weil einer dem andern den Schnee vor die Grundstücksausfahrt schippte. Mit Worten war eine Verständigung nicht möglich, dafür mit Schaufel, Besen und Schneeschipper. Am Schluss war das Krankenhaus noch gefragt.

15. Dezember 1990

Die FDP beschäftigt sich mit dem Jugendhaus und begrüßt die »Privatisierung« der Jugendarbeit.

Annette Kleile und weitere Mitglieder des Stadtjugendringes meinen in einem Leserbrief, dass sie den Beschluss des Gemeinderates, die Stadtjugendpflege im Falle der Bildung eines Trägervereins für ein Jugendhaus aufzugeben, ablehnen.

»Torten, Plätzchen und Pralinen« – unter diesem Motto steht eine von Dr. Ulla Schmid zusammengestellte Ausstellung im Museum. Rechtzeitig zu Weihnachten wurde diese interessante Schau fertig, die auch die Konditorei der Familie Dattler, die früher in der Scheffelstraße war, beleuchtet.

Die vor einigen Tagen prämierte Wohnanlage »Kirchhölzle« wird Zankapfel. Hochbauamtsleiter Artur Gutmann wendet sich an die Jurymitglieder des Bundes Deutscher Architekten und meint, dass eine solche Auszeichnung nicht zur Hebung des Architektenimages beiträgt.

Dieser Tage wurden Wilhelm Boos, Werner Bonda und Heinz Wagner für 25‑jährige Tätigkeit im Dreisternwerk geehrt. Gar 30 Jahre arbeitet Kurt Leisinger und Horst Kabler sogar 35 Jahre in der Schopfheimer Firma.

Der Fahrnauer Gesangverein feiert ein für ihn wichtiges Jahres‑ und Abschiedskonzert. Nach 13 Jahren des Dirigats verabschiedet sich Volker Brenzinger vom Chor des Ortsteiles. Er hat während der vergangenen Jahre die Leistungen des Vereins wesentlich geprägt. Der Abschied war bei einem Konzert, das einen Querschnitt des 13‑jährigen Schaffens bot, nicht ohne Wehmut. Während es dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Manfred Vogt, vorbehalten war, für den Verein zu danken, überreichte Bürgermeister Klaus Fleck dem scheidenden Dirigenten den Golddukaten der Stadt als Zeichen äußerster Wertschätzung und Ehrung. Klaus Dürrschnabel wird die Nachfolge von Volker Brenzinger beim Männerchor und gemischten Chor Fahrnau übernehmen. Hans Maier wird bei der Jahresfeier des Gesangvereines Fahrnau Ehrenmitglied für 40 Jahre Chorgesang.

Am Tage vor dem dritten Advent führt wie immer Max Lehmann den Taktstock beim Weihnachtskonzert der Stadtmusik. Der Klangkörper erfreute das Publikum mit herrlichen Melodien.

Lifte und Loipen im Ortsteil Gersbach sind aus dem dreijährigen »Dornröschenschlaf« erwacht. Der herrliche Wintereinbruch ermöglicht wieder das lang vermisste Schneevergnügen.

Weihnachtswärme wollte das Theater auf der Au nach den Worten der Leiterin Marianne Neininger mit dem Stück »Das Weihnachtswunder« vermitteln. Mit dieser Neuinszenierung beweist das Theater einmal mehr, wie notwendig es für den kleinen Schauspielnachwuchs in der Stadt ist.

17. Dezember 1990

Anna Kaiser, 70‑jährige Zeitungsausträgerin der BZ, verunfallt in Gündenhausen auf schneeglatter Fahrbahn tödlich. Sie wurde von einem LKW erfasst.

Der Gemeinderat trifft sich zur Haushaltsdebatte und verabschiedet den Etat für das Jahr 1991. Im Verwaltungshaushalt werden 43.925.000 DM und im Vermögenshaushalt 12.745.000 DM festgesetzt. Der Wirtschaftsplan der Stadtwerke schließt im Erfolgsplan mit 2,34 Mio DM und im Vermögensplan mit 1,31 Mio DM ab. Heftig diskutiert wurde dieser Haushaltsplan, wobei wesentlicher Punkt die Steuererhöhung war. Nur nach zähem Ringen entschloss man sich mit großer Mehrheit, die Grundsteuer und die Gewerbesteuer anzuheben. Es wird wohl aber das kommende Jahr und auch die Folgejahre so sein, dass die Ausgabenpolitik der Verwaltung von den Gemeinderäten, gleich welcher Fraktion, mit Argusaugen betrachtet werden wird. Die Schulden sind zu hoch. Für Reparaturarbeiten hat man kaum mehr Geld, so war deutlich zu hören. Der Bürgermeister selbst sagt auch, dass die Haushaltsansätze restriktiv gehandhabt werden. Die Abgabe des Krankenhauses an den Landkreis gilt in diesem Jahr als willkommene Finanzierungshilfe für den Haushalt. Gegen die Steuererhöhung hat sich insbesondere bei der CDU und bei der FDP bis zuletzt Widerstand gezeigt. Bürgermeister Fleck war an der Seite der SPD, die es auch für nötig erachtet, die Erhöhung vorzunehmen, um den Haushalt ausgleichen zu können.

18. Dezember 1990

Wie das MT heute schreibt, hat der Winter der vergangenen Woche dem Krankenhaus sehr viel Arbeit zusätzlich beschert. Dr. Zabel hatte mit seinem Team ebenso Überstunden zu leisten wie Dr. Hadji‑Cheykh, der in der Unfallchirurgie insbesondere Schenkelhalsfrakturen, Sprunggelenk‑ und Knieverletzungen zu behandeln hatte.

19. Dezember 1990

Trotz wunderschönem Winterwetter hat man noch keinen Eisweiher geflutet. Es wird auch keine allzu große Eisfläche werden, da wegen der Umgehungsstraße noch die notwendige Böschung fehlt, um das Wasser stauen zu können.

Der Kreisrat spricht über die Übernahme des Krankenhauses in die Obhut des Landkreises im Markus‑Pflüger‑Heim in Wiechs.

20. Dezember 1990

SPD‑Stadtrat Dr. Noller schreibt an den Landrat und bittet um baldige Inbetriebnahme der Ampel in Gündenhausen. Nach dem zwischenzeitlichen Abbau hat sich vor einigen Tagen wieder ein tödlicher Unfall in Gündenhausen ereignet.

Wie das MT heute schreibt, müsste die Ampel in Gündenhausen, so die Auskunft des Landratsamtes, bereits seit dem 19. November stehen. Warum dies nicht so ist, sei Sache des Straßenbauamtes, so Winfried Marx vom Landratsamt.

Die alten und alleinstehenden Menschen in Schopfheim wurden erneut von der Stadtverwaltung zu einer Weihnachtsfeier eingeladen, dieses Jahr zum ersten Mal in die Stadthalle.

Lebensmittel für die Russlandhilfe Woronesch werden in 1.500 Pakete verpackt. Als Umschlag‑ und Verpackungsstation dient das ehemalige Schlachthaus.

21. Dezember 1990

Die Krankenhausübergabe erfolgt nun doch nicht zum 01. Januar. Stadt und Landkreis können sich über einen Vertragstext, der wegen der Heizzentrale noch strittig ist, nicht einigen.

Dieser Tage erhielt der Schopfheimer Kreisrat Meinrad Rümmele die neu vom Landkreis geschaffene Ehrenmedaille vom Landrat ausgehändigt. Er hat mehr als 25 Jahre ein Mandat im Kreisparlament inne.

22. Dezember 1990

Der Kaninchenzuchtverein Schopfheim organisiert zum 75‑jährigen Jubiläum eine Kreisschau auf dem Parkdeck der Stadthalle. Es gab viele Glückwünsche. In der Stadthalle wurde auch eine Modenschau mit Kleidung aus Kaninchenfellen geboten. Kurios waren hierbei sicher auch ein Bikini und eine Badehose aus Kaninchenfell.

Dieser Tage feierte die Gersbacher Grund‑ und Hauptschule das Schulfest, das ganz im Zeichen von Märchen und kleinen Theaterstücken stand.

Weihnachtliche Freude vermittelten die Auszubildenden der Hauswirtschaftsschule bei der Weihnachtsfeier im Markus‑Pflüger‑Heim. Mit viel Applaus wurde das Krippen‑ und Hirtenspiel bedacht.

Wenig erbaut sind Schopfheimer Geschäftsleute von der vom Gemeinderat beschlossenen Gewerbesteuererhöhung.

23. Dezember 1990

Gegen 12.49 Uhr wird die Feuerwehr zu einem Dachgeschossbrand nach Eichen gerufen. Eine Dachwohnung stand vollkommen in Flammen. Bald hatten jedoch die Schopfheimer Floriansjäger den Brand unter Kontrolle und gelöscht.

Der Schneefall der vergangenen Woche lässt auch die Gersbacher Lifte wieder in Betrieb gehen. Interessant dabei ist, dass der vor drei Jahren tot gesagte Schlechtbacher Lift nie abgebaut wurde und nun wieder in Betrieb ist.

24. Dezember 1990

Christoph Eisenmann und Thomas Volz, Schüler der Klasse 9c am THG, beendeten den Landeswettbewerb Mathematik 1990 erfolgreich. Klassenkameraden und Lehrer halten den beiden für die nächste Runde den Daumen.

Das Autohaus Lehmann stellt der Arbeiterwohlfahrt 1.200 DM für bedürftige Menschen in Schopfheim zur Verfügung.

Zahlreiche evangelische und katholische Gläubige feiern das Weihnachtsfest in ihrer Pfarrkirche.

Die Weihnacht feiert man im »Irrlicht« mit der Kabarettgruppe »Nestbeschmutzer«.

25. Dezember 1990

Sehr abwechslungsreich war das Programm beim traditionellen Weihnachtskonzert des Musikvereins Wiechs. Für 40‑jährige aktive Mitgliedschaft wurden Willi Jakob und Ernst Greiner ausgezeichnet. Viel Beifall findet aber auch das bereits obligate Theaterstück.

26. Dezember 1990

In der Hauptstraße 41 geriet ein Zimmer in Brand. Nachbarn konnten aber den Brand bereits im Keim ersticken.

Den Applaus eines dankbaren Publikums hatte der Musikverein Raitbach beim diesjährigen Weihnachtskonzert auf seiner Seite.

Zahlreich waren die Gäste, die zum Weihnachtskonzert des Musikvereins Langenau in die Festhalle kamen.

27. Dezember 1990

Viele Firmen und Einzelpersonen haben bereits für die Aktion Woronesch Geld gespendet.

28. Dezember 1990

Es ist schon einige Tage her, dass der Auma‑Zinken sein 40‑jähriges Bestehen im Gasthaus »Zur Erdmannshöhle« in Hasel feierte. Frauen und Männer der ersten Stunde, wie Margarete Gutjahr, Paul Bruttel und Lothar Gsell, sowie Horst Lehmann, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates treffen sich mit dem Bürgermeister zum Jahresabschluss‑Hock, wobei insbesondere der neue Umgangston im Gemeinderat auch hier zu spüren war.

29. Dezember 1990

Das MT interviewt Bürgermeister Klaus Fleck, dessen zweite Bürgermeisteramtszeit in diesen Tagen in die zweite Hälfte geht. Vier Jahre der zweiten Amtsperiode sind um.

Der Verkauf von Raketen und Feuerwerkskörpern für Silvester hat eingesetzt. Einige Verkaufsstellen meinen, der Umsatz ginge zurück.

Eugen Herzog schreibt aus Poligny und informiert darüber, dass am 10. Dezember durch den plötzlichen und enormen Schneefall Poligny ohne Strom war. Es handelte sich um den größten Schneefall seit 1942, meint er. Die Schneeschicht lag bis zu 80 cm hoch. Im November feierte Frau Audry ihren 102. Geburtstag.

Der Gesangverein Eichen lädt in die Hülschenmatthalle zu einem unterhaltsamen, musikalischen Abend, bei dem es mit Melodien rund um die Welt ging. Mit sehr viel Witz und Einfallsreichtum begleitete man die musikalische Weltreise unter Leitung des Dirigenten Waibel.

31. Dezember 1990

Bürgermeister Klaus Fleck grüßt die Mitbürger und wünscht allen einen guten Übergang ins neue Jahr.

Mit Raketen und Knallkörpern verabschieden sich auch die Schopfheimer vom alten Jahr. Die Polizei meinte, dass es ruhig ins neue Jahr überging. Nur mit etlichen Betrunkenen, die aber nicht mehr fähig waren zu randalieren, hätte man sich beschäftigen müssen.

Mit einem Hauch der großen, weiten Welt feiert der Tanzsportclub Excelsior Dreiländereck den Jahreswechsel mit einem Galasilvesterball in der Stadthalle.

Der Ausgang der Bundestagswahl beschäftigt die CDU bei ihrem traditionellen Silvesterhock im »Hans Sachs«. Dabei ist die Wahl Ortrun Schätzles im Direktmandat Gesprächsthema. Man will im kommenden Jahr die Junge Union wieder beleben.

Andernfalls spricht sich die CDU gegen eine weitere Verschuldung der Stadt aus. Als Negativposten sieht Kurt Härzschel die Abgabe des Krankenhauses an.