1991

Bürgermeister Klaus Fleck: Ein älterer Mann mit grauen Haaren und einem ernsten Gesichtsausdruck trägt ein gelbes Hemd vor einem unscharfen Hintergrund.

Sicherlich ist ein Jahresrückblick subjektiv und von persönlichen Eindrücken gefärbt. Er spiegelt jedoch auch die Empfindungen wider, die man während eines Jahres erleben und durchmachen konnte.

Krieg, Frieden und globale Konflikte

Das Jahr 1991 war von widersprüchlichen Eindrücken geprägt. Zunächst herrschte große Anspannung, banges Hoffen und Befürchtungen angesichts des anstehenden Golfkriegs. Der Konflikt spaltete die Gesellschaft in zwei Lager, selbst im privaten Bereich entstanden Gräben. Der Krieg aus dem Wohnzimmer über das Fernsehen zu verfolgen, war ungewohnt und erschreckend. Viele Schopfheimer Bürger traten öffentlich für den Frieden ein.

Nach dem Golfkrieg folgten weitere schreckliche Ereignisse: die Bekämpfung der Kurden und die Selbstzerfleischung im ehemaligen Jugoslawien. Für die zahllosen Toten wäre eine tiefere Bewusstseinsbildung nötig. Es bleibt unverständlich, warum nach dem Golf‑Kuwait-Konflikt zahlreiche Proteste auf die Straße gingen, für die Kurden und Jugoslawien jedoch keine vergleichbaren Aktionen stattfanden.

Zusammenbruch der UdSSR und Hilfsaktionen

Ein weiteres gemeinsames Erlebnis war das Auseinanderfallen der ehemaligen UdSSR und die Gründung der GUS. Die Menschen in den neuen Staaten litten unter Not und die Unfähigkeit, die auftretenden Probleme zu bewältigen. Die spontane Aktion von Horst Kuhfuß brachte für die Stadt Woronesch eine beachtliche Hilfssendung – ein Zeichen für den in uns steckenden Bürgersinn.

Wiedervereinigung und Herausforderungen in den neuen Bundesländern

Die ersten Monate nach der Wiedervereinigung beschäftigten uns emotional und finanziell. Meldungen über Wirtschaftsprobleme, Umweltzerstörung und marode Infrastruktur machten deutlich, welche Maßnahmen im nächsten Jahrzehnt nötig sind, um die neuen Bundesländer an unseren Standard heranzuführen. In Kleinmachnow erlebte ich, wie die Verwaltung überdurchschnittliche Leistungen erbrachte, um die dringendsten Aufgaben zu bewältigen.

Gleichzeitig lastete Druck von Investoren und Politik auf die Gemeinde, die stark von Zuschüssen abhängt. Die politischen Spannungen, denen eine solche Gemeinde ausgesetzt ist, wurden in Kleinmachnow eindrucksvoll dokumentiert. Ich hoffe, dass die Verwaltung ihren Kurs beibehält und nicht vom Druck des Großkapitals überrannt wird.

Bildung und Kultur in Schopfheim

1991 brachte in Schopfheim viele erfreuliche Anlässe. Besonders hervorzuheben sind die beiden neuen Kindergärten in Fahrnau und Langenau, die fast allen Kindern ab drei Jahren einen Platz sichern. Trotz eines jährlichen Defizits von etwa 300 000 DM hält der Gemeinderat diese Investition für wichtig, fragt sich jedoch, ob der hohe Standard von Fläche und Ausstattung langfristig gehalten werden kann.

Durch bürgerschaftliches Engagement konnten über 50 % der Kosten für den Altstadt‑Brunnen über Spenden gedeckt werden, sodass im August eine kleine Feier zur Übergabe an die Bürger stattfand. Dieses Beispiel zeigt, dass solche Anlagen auch künftig realisierbar sind, wenn Bürger und Institutionen mitfinanzieren.

Wohnungsbau, Umweltschutz und Energieeffizienz

Der Umweltschutz und die Wohnungssituation standen im Fokus des kommunalen Handelns. Die Bezugsfertigkeit der Wohnungen beim Hirschen‑Dreieck milderte die prekäre Lage nur kurzfristig; die Warteliste blieb groß. Deshalb wurden weitere Wohnbebauungen initiiert, wobei Grundstücke für den Geschosswohnungsbau bereitgestellt wurden. Trotz eines erwarteten Zuwachses von 1 200 Einwohnern und einem Bedarf von rund 500 zusätzlichen Wohnungen bleibt jede neue Einheit ein Tropfen auf den heißen Stein.

Großes Interesse wecken die Energiesparhäuser im „Bremt“. Der richtungsweisende Beschluss des Gemeinderates, Energiekennzahlen für alle kommunalen Grundstücke vorzugeben, wird von Bauherren akzeptiert. Wird diese Politik konsequent weitergeführt, können in fünf Jahren jährlich ca. 10 Mio. kWh Heizenergie eingespart werden – das entspricht etwa 1 Mio. Liter Heizöl.

Kanalisation und Abwassergebühren

Die zahlreichen Kanalisationsmaßnahmen und die Erweiterung der Verbandskläranlage in Steinen führten zu einem kräftigen Anstieg der Abwassergebühr. Da in den kommenden Jahren weitere Investitionen in die Kanalisation geplant sind, wird die Gebühr weiter steigen.

Veränderungen bei kommunalen Einrichtungen

Das Krankenhaus wurde an den Kreis übergeben, wobei die Vertragsverhandlungen nicht immer erfreulich verliefen. Die Aufgabe der Hauptschule Fahrnau erhielt ebenfalls breite Zustimmung und erwies sich als kommunalpolitisch richtig.

Gewerbliche Entwicklung und Hochwasser

Die Schopfheimer Gewerbebetriebe tätigten im vergangenen Jahr erhebliche Investitionen, um Arbeitsplätze langfristig zu sichern. EKATO präsentierte mit dem neuen Betrieb im Lus ein Beispiel für exzellente Organisation und menschliche Arbeitsplatzzgestaltung. Die Verlagerung der Hülsenfabrik Herbster war ein weiterer Schritt zur gesunden Unternehmensentwicklung. Durch die Zusammenarbeit von L‑Bank und IMBAU im Gewerbepark wird flächensparendes Bauen gefördert, und weitere Weichen wurden für zukünftige Erweiterungen gestellt.

Das Hochwasser vor Weihnachten richtete schwere Schäden an, zeigte aber zugleich das schnelle Eingreifen von Wehren, dem Umlands und dem THW, die größere Zerstörungen verhindern konnten.

Langwierige Bauprojekte und Ausblick

Die Bebauung des Pflug‑Areals bleibt ein Dauerbrenner, dessen Abschluss noch in weiter Ferne liegt. Der erste Spatenstich dürfte noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Schlussgedanken und Dank

Viele weitere Gedanken und Eindrücke aus dem Jahr 1991 lassen sich noch beschreiben. Eine aktive und positive Politik ist nur in guter Zusammenarbeit und Harmonie zu erreichen. Die Stadtverwaltung arbeitet zunehmend als Team, die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat hat sich spürbar verbessert, und die Bürger engagieren sich in großem Umfang. Mein Dank gilt allen, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Schopfheim im März 1992, Klaus Fleck, Bürgermeister

02. Januar 1991

Die Stadt versendet an alle Haushalte eine neue Müllbroschüre.

Die Sternsinger sind unterwegs. Die diesjährigen Sammelerlöse erhalten Kinder in Papua-Neuguinea.

Christa Hoheisel ruft die Schopfheimer Bürger auf, sich täglich um 18 Uhr auf dem Marktplatz an Mahnwachen gegen den Krieg am Golf zu beteiligen.

03. Januar 1991

Um 18 Uhr versammeln sich zum ersten Mal Menschen zu einer Mahnwache vor dem Rathaus. Sie wenden sich gegen eine militärische Auseinandersetzung am Golf.

Das Backen von Waffeln auf dem Weihnachtsmarkt erbrachte dem Skiclub Fahrnau einen Gewinn von 600 DM. Teils kam dieser Schopfheimer Familien, teils der Rußlandhilfe zugute.

Durch den Regen der letzten Tage ist der Schnee total weggeschmolzen. Das bringt für die Wiese gewaltiges Hochwasser.

Wenn es nach dem Fraktionschef der SPD, Robert Zapp, geht, muß bald in diesem Jahr das innerstädtische Verkehrskonzept wieder auf den Tisch.

Der See ist wieder da. Gemeint ist der Eichener See. Sicher haben die Regenfälle der letzten Tage dazu beigetragen.

Dekan Helfried Heidler informiert darüber, daß noch keine Nachfolge für Oskar Ackermann in die St. Michaels-West-Gemeinde gefunden ist. Auf die Ausschreibungen habe sich niemand beworben, teilt er mit.

04. Januar 1991

Auf 25jährige Tätigkeit bei der Firma Degussa in Rheinfelden kann Dieter Brenneisen zurückblicken.

05. Januar 1991

Der 25jährige Schopfheimer Fußballprofi Thomas Hauser, der seit zwei Jahren einer englischen Profiliga angehört, besucht für ein paar Tage seine Heimatstadt. Er muß wegen einer Verletzung eine Zwangspause einlegen.

Die Handballabteilung des Sportvereins Schopfheim hat die hochkarätige CSFR-Mannschaft Dukla Prag zu Gast. In der Friedrich-Ebert-Sporthalle trifft die Männermannschaft auf den fünffachen Europapokalgewinner und 27fachen CSFR-Meister. Die Zuschauer sehen Hallenhandball vom Feinsten, wie die BZ formuliert.

Das diesjährige Schopfheimer Neujahrskonzert in der Stadthalle gerät wieder zu einem musikalischen und gesellschaftlichen Ereignis. Der Orchesterverein Bad Säckingen, unterstützt von Mitgliedern des Bad Säckinger Kammerorchesters und etlichen Musikern aus Schopfheim und Umgebung, bietet den begeisterten Zuhörern unter der Leitung von Volker Brenzinger einen bunten Strauß musikalischer Darbietungen, wo der Bogen von Bach und Brahms bis hin zu Johann Strauß und Lehár gespannt wurde. Als Solistin brillierte einmal mehr Madeleine Strütt-Chappuis.

32 Jugendmannschaften treffen sich auf Einladung des SVS Schopfheim in der Friedrich-Ebert-Halle zum traditionellen Dreikönigsturnier. Die jungen Kicker gehen mit viel Ehrgeiz zur Sache und sorgen für Spannung und Unterhaltung.

Die Eichener Ringer wählen auf ihrer Generalversammlung Julius Waßmer erneut für zwei Jahre zu ihrem Vorsitzenden. Die jugendlichen Eichener Ringer hatten die Wahl mit einer spektakulären Plakatierungsaktion vorbereitet. »Juli for President, Wählen auch Sie Julius Waßmer« hieß die Parole.

06. Januar 1991

Die Schopfheimer Sozialdemokraten ziehen Bilanz beim traditionellen Dreikönigsfrühschoppen. Rolf Strohm zeigt die große Linie sozialdemokratischer Politik auf. Die neuen Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat bedingen aus seiner Sicht eine größere Verantwortung, die z. B. in der Krankenhausentscheidung wahrgenommen wurde. Robert Zapp lobt die Zusammenarbeit der 14 Mandatsträger im Gemeinderat als konstruktiv und bemängelt, daß in Schopfheim 80% aller Vorhaben geschoben und nur 20% realisiert werden.

In einer anschließenden Diskussion sorgt das Müllproblem für Zündstoff. Artur Cremans sind die katastrophalen Zustände an den Wertstoff-Sammelstellen aufgefallen. Werner und Ruth Sprich schlagen Partnerschaften für die verschiedenen Standorte vor.

Der Gesangverein Raitbach trifft sich zu seiner 128. Hauptversammlung. Vorsitzender Heinrich Strittmatter, der dieses Amt inzwischen 20 Jahre innehat, beklagt das alte Problem aller Gesangvereine, daß sich immer weniger Leute zum Mitsingen bereitfinden.

Die Eichener Vereine bieten ihren Senioren und Seniorinnen in der Hülschematthalle ein buntes Unterhaltungsprogramm. Eingeladen zum jährlichen Altennachmittag hatte der Ortschaftsrat.

07. Januar 1991

Seit Anfang des Jahres hat die IHK-Hochrhein-Bodensee eine neue Organisationsstruktur, die Prof. Dr. Klaus Theisleffje, der Präsident der Kammer, auf dem Neujahrsempfang erläutert. Die bisher in Konstanz und Schopfheim nebeneinander bestehenden Teilkammern sollen jetzt konsequent als Ganzes strukturiert werden, so daß die Kammer nach außen als Einheit wirken und auftreten kann. Dr. Haro Eden ist Hauptgeschäftsführer, in Schopfheim wird er vertreten von Dr. W. Lausberg. Die 7 Referate werden paritätisch auf die beiden Hauptgeschäftsstellen verteilt, die dann für den gesamten Raum zuständig sind.

08. Januar 1991

Paul Haberer, der Seniorchef der Pressegroßhandlung in der Blasistraße, feiert seinen 80. Geburtstag. Er wird als Pionier der Nachkriegszeit und als Vorbild des mittelständischen Unternehmens gewürdigt.

10. Januar 1991

Bei einem Rückblick des SV Schopfheim auf die Wettkampfsaison 1990 zeigt sich, daß die Leichtathleten des SV auch auf Landesebene gut vertreten sind. Besonders erfolgreich waren die Damen Britta Ganz und Brigitte Maenner. Britta Ganz wurde baden-württembergische Meisterin im Siebenkampf der Juniorinnen. Brigitte Maenner führte in der Klasse der Seniorinnen W 35 sowohl im Kugelstoßen wie auch im Diskuswerfen die Bestenliste an.

Die Mitglieder der ÖTV-Gewerkschaft wählen ihre Vertrauensleute und Delegierten. Für die Stadt werden Mario Bertolotti und Siegfried Schmidt gewählt.

Der Seniorchef des Schopfheimer Betriebes für lufttechnische Anlagen Albert Rüdtlin verstirbt achtzigjährig.

11. Januar 1991

Dem Rathaus liegt ein neuer Bauantrag auf Erstellung einer Diskothek vor. Die schon lange für Schopfheim gewünschte Einrichtung soll im Gewerbepark Sanio-Matt in Gündenhausen entstehen.

Die 56 Sternsinger der Pfarrei Sankt Bernhard, die von Haus zu Haus zogen, ersangen den stolzen Erlös von 10.400 DM.

Im Rahmen eines Schüleraustausches brechen die zwei Schopfheimer Schülerinnen Sybille Teipel und Madeleine Viardot für ein Jahr nach Australien auf, wo sie bei Familien untergebracht sind.

12. Januar 1991

Während des Wochenmarktes findet eine Unterschriftenaktion statt. Bürger protestieren gegen den Golfkrieg.

Die Renovation des Ausländertreffs feiern die türkischen Mitglieder des Ausländerbeirates zusammen mit Bürgermeister, Beigeordnetem und Ordnungs- und Sozialamtsleiter. Mehmet Ergün hat zur gemeinsamen Feierstunde eingeladen.

In der Stadthalle gibt es eine Rock and Roll-Fete.

Zum närrischen Dorfabend laden die Chrattenhexen in die Fahrnauer Festhalle ein.

Zur Jahreshauptversammlung trifft sich die evangelische Kantorei. Dabei werden Irmgard Harsch und Hildegard Schlinke für 25jährige Mitgliedschaft geehrt. Johanna Weber übernimmt nun das Amt der zweiten Vorsitzenden, während Otmar Nübling erster Vorsitzender wird. Beide haben ihre Ämter einfach getauscht.

An einer Grund- und Hauptschule in der Markgrafenstadt rumort es, steht heute im MT. Ein Großteil der Eltern macht Front gegen den Schulleiter. Man hat ein Disziplinarverfahren gegen ihn wegen der Züchtigung einer Siebtklässlerin beantragt.

Statthalter Bernd Sevecke läßt verkünden, daß im Falle eines Golfkrieges selbstverständlich die Fasnacht in Schopfheim ausfällt.

Der Bezirkskirchenrat des evangelischen Kirchenbezirkes Schopfheim hat an die Botschaften des Irak und des Iran, sowie an die Bundesregierung und die Wahlkreisabgeordneten einen Appell zur friedlichen Lösung des Golfkonfliktes gerichtet.

Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Waldorfschule protestieren während des Wochenmarktes gegen einen drohenden Golfkrieg.

Aus Woronesch traf ein Telex beim Reisebüro Grether ein, in dem mitgeteilt wird, daß der Konvoi, unter Leitung von Horst Kuhfuß und Hildebrand Jost, gut in der russischen Stadt angekommen sei.

Bei der Hauptversammlung des katholischen Kirchenchors würdigt Pfarrer Baumann den vorbildlichen Einsatz der Chormitglieder. Der Vorsitzende Albrecht Kordeuter wendet den Blick nochmal auf die Auftritte und die Veranstaltungen des vergangenen Jahres.

Zur jährlichen Hauptversammlung trifft sich der Musikverein Raitbach in der Gemeindehalle.

Bei der Hauptversammlung der Turnerschaft Langenau wurde Gerd Franke einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt. Der Negativtrend, der viele Sportvereine in den letzten Jahren im Hinblick auf den Personalstand begleitet, scheint an der Turnerschaft Langenau nahezu spurlos vorübergegangen zu sein, hört man während dieser Versammlung.

Jürgen Jäckh als Vorsitzendem blieb es vorbehalten, während der Hauptversammlung auf das Vereinsjahr des Fußballvereines Fahrnau zurückzublicken. Insbesondere der Vereinsheimanbau war Grund genug, auf ein erfolgreiches Jahr zu schauen, aber auch der Aufstieg der A-Mannschaft galt für den alten und neuen Vorsitzenden als besonders erwähnenswert. Karl Schmid wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

13. Januar 1991

Besorgte Bürger treffen sich weiterhin allabendlich um 18 Uhr zur Mahnwache auf dem Marktplatz. Sie machen gegen den drohenden Krieg am Golf mobil und dehnen ihre Wache am Tag vor dem Ablaufen des UNO-Ultimatums an den Irak bis Mitternacht aus.

Zu einem Frauen-Frühstück im Park-Café trifft sich die SPD-Frauengruppe und artikuliert ihre wachsende Sorge um den Frieden. Die 15 Frauen der Gruppe treffen sich seit einem Jahr zum Gedankenaustausch und zu konkreter politischer Arbeit. Die SPD-Frauengruppe feiert ihren ersten Geburtstag.

14. Januar 1991

Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern Ida und Max Sachweh.

Für 69 Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums beginnt das schriftliche Abitur, traditionell mit dem Deutsch-Aufsatz.

Wieder treffen sich viele Menschen zur Teilnahme an der Mahnwache vor dem Rathaus.

In der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres beschäftigt man sich mit dem Neubau der Umgehungsstraße Schopfheim-Fahrnau. Die Feststellung des Bürgermeisters, daß der Planfeststellungsbeschluß des 2. Abschnitts rechtskräftig wird, geht Dieter Leppert nicht weit genug, er möchte Druck machen und die Trasse von der Wiechser Abfahrt bis zur B 518 so schnell wie irgend möglich in Betrieb nehmen, um damit die Innenstadt zu entlasten. Tiefbauamtsleiter Springmann stimmt im Prinzip zu, sieht aber Probleme mit dem Transport von Erdaushub, der über dieses Straßenteilstück abgewickelt werden soll.

Stadtrat Dr. Jost Noller reklamiert die angekündigte Ampelanlage in Gündenhausen und erfährt, daß sich die Lieferfirma nach einigen wetterbedingten Verzögerungen an die Arbeit gemacht habe.

Jost Noller stellt im Gemeinderat den Antrag, die Sitzung für fünf Minuten zu unterbrechen, um an der Mahnwache vor dem Rathaus teilzunehmen. Abgestimmt über diesen Antrag wurde nicht, jedoch meint Bürgermeister Fleck, daß es jedem Gemeinderat freigestellt sei, nach der Sitzung an der Mahnwache teilzunehmen, was einige Gemeinderäte auch taten.

Im Adler trifft sich der Skatclub »Ass-Raus« zur Generalversammlung. Karlheinz Schwarzer, der bisherige Vorsitzende, verstarb bei einem Flug

zeugunglück im vergangenen Jahr auf tragische Weise. Neuer Vorsitzender wurde nun Helmut Pohl.

15. Januar 1991

Angesichts des drohenden Golfkrieges wird überall und auch in Schopfheim ein Verzicht auf Fasnachtveranstaltungen erwogen. Bei der ersten Sitzung des Vereinsparlaments im neuen Jahr beschließen die dort vertretenen Vereine auf Anregung von Klaus Strütt, der Narrenzunft mit einem Solidaritätsbeitrag über die möglichen finanziellen Einbußen hinwegzuhelfen.

Die TSG-Ringer haben sich von ihrem Jugendleiter Harry Leins getrennt. Die Kündigung kam fristlos. Simon Sigl wurde zum Nachfolger ernannt.

Bei einer Geschwindigkeitsmessung vor einigen Tagen wurde ein Kraftfahrer in Gündenhausen mit 94 km/h gestoppt.

16. Januar 1991

Die Volkshochschule legt ihr neues Kursprogramm vor. Sie startet mit 220 Kursen ins 1. Halbjahr 1991. Neu sind Angebote zum Thema Gesundheitstechniken. Erstmals gibt es auch ein Traumseminar und Aquarellzeichnen im Freien. Vereinbart wurde auch eine engere technische Zusammenarbeit zwischen THG und vhs. Die Schule gibt Geräte zur Benutzung frei und erhält im Gegenzug finanzielle Unterstützung beim Unterhalt der Gerätschaften.

Der Gesangverein Fahrnau hält seine 125. Jahreshauptversammlung ab. Manfred Vogt, der Vorsitzende des 345 Mitglieder zählenden Vereins, ernennt Volker Brenzinger zum Abschied zum Ehrendirigenten. In der Nachfolge Brenzingers wird Klaus Dürrschnabel am Dirigentenpult stehen.

Der Gewerbeverein verlost die Gewinne seiner Weihnachtsaktion, diesmal 15 Hauptgewinne, die etwa den Wert des bisherigen Auto-Hauptpreises haben. Die achtjährige Helga Oswald aus Sallneck gewinnt den ersten Preis und darf eine 3000 DM-Reise nach eigener Wahl machen.

Peter Domes, der Umweltberater der Stadt, begleitet die Sperrmüllabfuhr und reklamiert rigoros alles, was kein echtes Sperrgut ist. Er teilt dies den Bürgern auf roten Aufklebern mit und nennt auch den Grund der Beanstandung.

Die Besorgnis wegen eines drohenden Krieges veranlaßt manche Hausfrau, die Speisekammer mit Vorräten zu füllen.

Bei den Schopfheimer Narren will man mit einer Entscheidung, ob Fasnacht oder nicht, noch abwarten. Es wird von einer Krisensitzung mit den Zunfträten abhängen, zu welcher Entscheidung man gelangt. Dies sagt Enrico Blokbergen.

17. Januar 1991

Auch die Schopfheimer reagieren betroffen auf die Nachricht vom Ausbruch des Krieges am Golf. Die BZ ebenso wie das MT befragen die Bürger nach dem massiven Schlag der Alliierten Streitkräfte gegen den Irak nach ihrer Meinung, wobei hauptsächlich die Jüngeren ihre Betroffenheit und Angst artikulieren.

Die mögliche Auflösung der Fahrnauer Hauptschule ist Thema einer Podiumsdiskussion in der Festhalle Fahrnau. Das Oberschulamt will den Eltern die Entscheidung freistellen, ob sie an der Hauptschule in Fahrnau festhalten wollen oder ihre Kinder lieber in die Friedrich-Ebert-Schule nach Schopfheim schicken wollen. Der Vertreter des Oberschulamtes sichert die Respektierung des Abstimmungsergebnisses zu, erklärt jedoch zum Erstaunen der Eltern, daß bei einem Votum für den Erhalt der Hauptschule Fahrnau den Fahrnauer Kindern die Teilnahme an dem Schulversuch 7+3 in der Friedrich-Ebert-Schule verwehrt sei, da dieser auf den Schulbezirk begrenzt sei. Den Fahrnauern wäre damit auf Dauer die attraktive Möglichkeit versperrt, in der Hauptschule (Werkrealschule) die mittlere Reife zu absolvieren.

Fünf Frauen gestalten einen literarischen Antikriegsabend im Museumskeller mit Texten und Liedern gegen den Krieg. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule soll diese Veranstaltung ein Ventil schaffen für die Gefühle von Ohnmacht, Trauer und Wut.

18. Januar 1991

Das Präsidium der Narrenzunft sagt im Einvernehmen mit der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau sämtliche fasnachtlichen Veranstaltungen ab. Es wird auch kein Narrenbaum aufgestellt. Man findet, daß Stimmung und Ausgelassenheit in diesen Tagen nicht mit der weltpolitischen Stimmungslage zu vereinbaren seien.

Die Freiwillige Feuerwehr zieht in ihrer Generalversammlung Bilanz. Es war ein Jahr der personellen und organisatorischen Neuerungen. Nach dem Weggang von Volker Greiner wurde Bernd Schwöble zum neuen Kommandanten gewählt. Nach dem neuen Feuerwehrgesetz wurden die bisherigen Löschzüge Schopfheim, Fahrnau und Eichen zu einer Abteilung »Stadt« zusammengefaßt, die dadurch besonders schlagkräftig ist. 1990 gab es 147 Einsätze für die Feuerwehr. Das entspricht einer Steigerung von 17 %.

Auch die DLRG trifft sich zu ihrer Jahreshauptversammlung. Der Vorsitzende Heinrich Achstaller weist besonders auf die aktive Beteiligung der Jugendlichen hin, die großen Anteil an den vielfältigen sportlichen Aktivitäten des Vereins haben. Erich Walter und Wolfgang Koch erhalten das silberne Verdienstabzeichen für 15 Jahre aktive Mitarbeit.

Der evangelische Krankenpflegeverein hält seine Jahreshauptversammlung ab. Der Verein sieht seine Aufgabe darin, den Menschen zu helfen, die durch das Netz der Sozialversicherungen fallen. Die Institution versorgt jährlich viele hundert Menschen.

Mit einem bunten Musik-Mix zwischen Jazz, Pop und Klassik unterhält das Budapester Ragtime-Orchester in einer Kulturringveranstaltung in der Stadthalle rund 600 Zuhörer, die sich gern mal einen Abend lang von der guten Jazz-Laune und der lockeren lässigen Art der 10 Musiker anstecken lassen.

19. Januar 1991

In der Jahreshauptversammlung des Schwarzwaldvereins blickt der Vorsitzende Prof. Gerold Blümle zurück und würdigt die neu geknüpften Kontakte zu Eberswald in der Oberlausitz. 890 Personen beteiligten sich 1990 an 48 Wanderungen und legten dabei 795 km zurück, berichtet Wanderwart Bruno Polarzyk. Aktivste Wanderin war Helga Gänzle. Sie wird zur Wanderkönigin 1990 gekürt. Eine Erhöhung des Jahresbeitrags wird von den Mitgliedern widerspruchslos hingenommen.

Der Musikverein Wiechs blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Vorsitzende Reinhold Hagist freut sich mit seinen Musikern über die neuen Uniformen, auf die man 12 Jahre gespart hat.

Der Fußballverein Fahrnau veranstaltet seinen Familienabend in der Festhalle Fahrnau. Trotz der düsteren weltpolitischen Lage hielt man an diesem Termin fest; sieht man diese Veranstaltung doch als Art Dankeschön für diejenigen, die das Jahr über den Verein so tatkräftig unterstützen.

André Herzog, Vorsitzender des Vereins für Deutsche Schäferhunde in Langenau, analysiert in der Generalversammlung kritisch das Vereinsgeschehen im vergangenen Jahr. Als sehr erfolgreich wird die Herbstprüfung angesehen; man beklagt aber gleichzeitig die mutwillige Zerstörung des Vereinsheimes.

20. Januar 1991

Bürgermeister Klaus Fleck und Beigeordneter Hartmut Bertsch besuchen die Schopfheimer Moschee im Gewerbepark Höfen. Während die kriegerischen Auseinandersetzungen am Golf weitergehen, wird hier von der Verwaltungsspitze ein Zeichen gesetzt und mit den türkisch-muslimischen Mitbürgern ein Stück Völkerverständigung praktiziert.

22. Januar 1991

Die einstige Sekretärin im Hauptamt und zuletzt Hauptamtsleiterin in Todtmoos, Jutta Leininger, hilft beim Verwaltungsaufbau in Thüringen mit. Die tüchtige Schopfheimerin wird zusammen mit ihrem Todtmooser Chef als stellvertretende Geschäftsführerin der »Kommunalbau GmbH« eine neue Aufgabe anpacken.

Ein Autofahrer, der sein Fahrzeug in der Johann-Sutter-Straße abgestellt hatte und es vermutlich nicht richtig gesichert hatte, erlebte eine böse Überraschung. Das Auto rollte auf der abschüssigen Strecke in den Gewerbekanal und wurde 100 m im Wasser mitgerissen. An den schwierigen Bergungsarbeiten beteiligten sich die Feuerwehr und 4 Taucher des DLRG.

23. Januar 1991

Die Schopfheimer Schulen verzichten geschlossen auf die gewohnten fröhlichen Klassenfeiern zur Fasnachtszeit. Der Krieg am Golf beschäftigt auch die Kindergartenkinder. Im Städtischen Kindergarten am Marktplatz versucht man das Kriegsgeschehen in geeigneter Form aufzuarbeiten; in Fahrnau dagegen ist Margot Strass bemüht, den Krieg für die Kinder weitgehend draußen zu halten.

Der geplante Schulversuch 7+3 an der Friedrich-Ebert-Schule ist jetzt vom Kultusministerium genehmigt worden, allerdings mit der Auflage, auch die Beteiligung der Hauptschulen Fahrnau und Gersbach zu prüfen. Dieser Erlaß korrigiert die vom Oberschulamt in Fahrnau vertretene Position, der Schulversuch bleibe auf den Schulbezirk der Friedrich-Ebert-Schule beschränkt.

Auch die Wiechser Buurefasnacht findet wegen des Golfkrieges nicht statt, lediglich das Scheibenfeuer wird entzündet und für die Kinder ein Nachmittagsprogramm geboten. Schüler des THG halten im Hof der Schule eine Mahnwache ab.

25. Januar 1991

Die Stadtverwaltung nennt in einem Bericht, den sie auf Wunsch des Gemeinderats erarbeitet hat, Zahlen zum städtischen Wohnungsbestand. Danach sind zur Zeit 341 Wohnungen mit einer Wohnfläche von rund 27.000 qm und 133 Garagen in städtischer Hand. Für die Modernisierung wurden zwischen 1974 und 1989 1,7 Millionen DM aufgewandt.

Die Initiativgruppe gegen den Golfkrieg organisiert eine Kundgebung auf dem Marktplatz. Etwa 200 Bürger folgen dem Aufruf. Albert Staiger liest zu Beginn zwei eigene Gedichte für den Frieden. Als Hauptredner tritt der DGB-Kreisvorsitzende Manfred Dietenberger auf.

Möglicherweise wird sich die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts der Umgehungsstraße/Umfahrung Fahrnau verzögern. Eine Grundstücksbesitzerin will die Inanspruchnahme ihres Grundstücks für notwendige Bepflanzungen nicht hinnehmen und klagt beim Verwaltungsgericht.

Der Singkreis Schopfheim sucht dringend neue aktive Mitglieder, wobei der Mangel an Männerstimmen, wie Dirigent Norbert Männlin bei der Generalversammlung feststellt, besonders eklatant ist. Man erwägt eine Fusion mit dem Langenauer Männerchor. In Zukunft nimmt Harry Reißner an Stelle von Fred Allmannsberger die Geschäfte des 2. Vorsitzenden wahr.

Bei der ersten Generalversammlung des Förderkreises Fußball stellt Vorsitzender Bernhard Kuri fest, daß der Verein, der den SVS-Fußball stützt, Mitgliederwerbung betreibt und Mittel von Sponsoren organisiert, inzwischen auf festen Füßen steht. Bei den Wahlen wird Artur Cremans in seiner Doppelfunktion als 2. Vorsitzender und Schriftführer entlastet und Heinz Klemm das Amt des Schriftführers übertragen.

In Gersbach will man etwas gegen die sinkenden Übernachtungszahlen tun, beschließt der Verkehrsverein auf seiner Generalversammlung, bei der auch Jutta Beer und Klaus Strütt vom Schopfheimer Verkehrsbüro anwesend sind. Ein neues Btx-System soll komplizierte Belegsmeldungen vereinfachen.

Unter der bewährten Führung von Hartmut Heise geht die Ortsgruppe der Naturfreunde ins neue Vereinsjahr. Wie in vielen Vereinen wird auch hier der Mangel an Nachwuchs beklagt. Insgesamt wird ein schönes, abwechslungsreiches Wanderjahr bilanziert.

26. Januar 1991

Auf seiner Generalversammlung wählt der Musikverein Langenau Gabi Kuttler ins Amt der 1. Vorsitzenden, das Marco König nach einem Jahr aus beruflichen Gründen aufgeben muß.

Der Gesangverein Wiechs blickt in seiner Generalversammlung auf ein erfolgreiches Jahr unter der Führung des neuen Chorleiters Heinrich Schweikert zurück. Schweikert hat ehrgeizige Pläne für das Mozart-Jahr. Für seinen gemischten Chor kündigt er die Einstudierung einer Mozart-Operette an und will mit dem Männerchor einige Opernlieder zur Aufführung bringen. Otto Reif und Fritz Geiger werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Seit 10 Jahren besteht der Krankenunterstützungsverein Fahrnau. Er pflegt seine alten Traditionen, wenn auch die soziale Notwendigkeit in heutiger Zeit entfällt. Das wird auf der Generalversammlung deutlich, wo auch Hans Strütt für 60jährige Mitgliedschaft und langjährige Schriftführertätigkeit geehrt wird.

Der Musikverein Gersbach hält seine Generalversammlung ab. Im September übernahm Friedhild Müller von Rolf Keser den Dirigentenstock. In der Vorstandschaft gibt es eine Änderung. Dietmar Ühlin scheidet aus beruflichen Gründen aus. Stefan Deihs übernimmt das Amt. Zum neuen Schriftführer wird Willi Sutter gewählt.

Bei einem Hüttenaufenthalt überdenkt der Stadtjugendring noch einmal seine Haltung zum Jugendhaus-Konzept der Stadt. Die Auflösung der Stadtjugendpflege wird weiterhin abgelehnt, aber man signalisiert Kooperation und gründet einen »Aktionskreis Jugendhaus«, der die Möglichkeiten eines Trägervereins ausloten und die nächsten organisatorischen Schritte vorbereiten soll.

Die Schüler des Skiclubs Fahrnau nehmen erfolgreich an verschiedenen Rennen im In- und Ausland teil. Thorsten Sparr schneidet als bester Schwarzwälder im ARGE-Punkterennen in Mellau/Vorarlberg ab.

28. Januar 1991

Im Gemeinderat wird die Festlegung von Prioritäten bei der Durchführung von Hoch- und Tiefbaumaßnahmen sowie der Bebauungsplanbearbeitung für 1991 beraten. Klaus Böttger zeigt sich erschrocken über die Vielzahl von Bebauungsplänen. 25 Hoch- und Tiefbauprojekte von 20.000 DM bis 3,3 Millionen sind für dieses Jahr im Haushalt vorgesehen. 21 Bebauungspläne müssen noch weiter bearbeitet werden. Wegen der personellen Engpässe im Bauamt können voraussichtlich nur 17 Projekte begonnen und nur 9 Bebauungspläne 1991 fortgeführt werden. Die Verwaltung gibt den Bebauungsplänen vor Einzelvorhaben den Vorzug. Die FWV setzt sich für eine bevorzugte Berücksichtigung der Bauvorhaben in Enkenstein ein, während Kurt Härzschel den Bauwilligen von Kürnberg und Raitbach zum schnellen Bauen verhelfen will. Der Rat entscheidet sich für Enkenstein und gesteht Raitbach und Kürnberg die Dringlichkeitsstufe »C« zu.

Die Volksbank Schopfheim lobt einen Umweltpreis, der mit 10.000 DM dotiert ist, aus. Gefragt sind »vorbildliche Leistungen und Initiativen« auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes.

Nachdem die Schneeräumung im Stadtgebiet Anlaß zu Ärger gegeben hat, regt Stadtrat Meder von der SPD an, daß sich der Hauptausschuß noch einmal sehr intensiv mit der Organisation des Winterdienstes beschäftigen sollte. Im Grundsatz sind sich alle Gemeinderäte einig, daß weiterhin sparsam gesalzen und die Straßen so gut wie möglich geräumt werden, und daß von den Bürgern winterbedingte Unzulänglichkeiten hingenommen werden müssen.

Helga Beikirch denkt schon an den nächsten Winter. Sie regt an, den Eisweiher schon frühzeitig aufzuschütten, damit zum Jahresende der beliebte Tummelplatz auch nutzbar sei.

Ein letztes Mal ist die Stadt bei den anstehenden Pflegesatzverhandlungen für das Schopfheimer Krankenhaus Verhandlungspartner für die Krankenkassen. Die Kassen zeigen sich nicht bereit, die geforderten Erhöhungen der Personal- und Sachkosten zu tragen. Die Kassen möchten keine Kosten, die über die Grundversorgung hinausgehen, bezahlen.

29. Januar 1991

Horst Kuhfuß und Hildebrand Jost sind von ihrer Reise ins russische Woronesch, wohin sie Hilfsgüter aus ihrer Spendenaktion begleitet haben, zurück und berichten in der Waldorfschule von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Nach über 12 Jahren als Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes gibt Prof. Gerold Blümle sein Amt an Martin Kimmig weiter. Schatzmeister wird Michael Grab.

Der Rektor der Fahrnauer Schule, Georg Diehl, feiert dieser Tage sein 40jähriges Dienstjubiläum.

31. Januar 1991

Mit Unzufriedenheit und Kritik der Bürger an der Praxis der streng nach Vorschrift durchgeführten Sperrmüllaktion muß sich der Bauausschuß auseinandersetzen. Man diskutiert darüber, ob die an den Straßen liegengebliebenen Sperrmüllgüter liegengelassen werden sollen oder nicht. Man hofft auf die zunehmende Einsicht der Bürger, so daß es bei der nächsten Tour weniger Probleme gibt. Nach dem Ärger mit dem Sperrmüll wünscht die CDU-Fraktion eine Grundsatzdebatte im Umweltausschuß.

Den Enkensteiner Bürgern fehlt seit langem ein Versammlungsraum. Die Mitglieder des Bauausschusses diskutieren die Möglichkeiten einer Realisierung und halten einen Neubau für besser als einen Umbau des Feuerwehrgerätehauses.

Trotz des Abstieges der Herren wird auf der Generalversammlung des Tennisclubs das vergangene Jahr als ein erfolgreiches gewertet. Der Vorstand wird entlastet und Walter Geng bleibt Vorsitzender des TCS.

01. Februar 1991

Laut Standesamtstatistik sind für das Jahr 90 Tobias, Denise und Julia die beliebtesten Namen neugeborener Kinder.

Paul Wagner verstirbt im Alter von 83 Jahren. Der gebürtige Fahrnauer war in vielen Vereinen ehrenamtlich engagiert und trat mit Gedicht- und Prosabänden an die Öffentlichkeit.

02. Februar 1991

Mit einer nahezu komplett ausgetauschten Führungsmannschaft startet der Musikverein Fahrnau ins neue Jahr. Guntram Halter löst Thomas Hoyer als Vorsitzenden ab. Stellvertreter ist Jürgen Brändle. Ulrich Winzer, der als Dirigent einen Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik setzt, kann auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Den Gesangverein Langenau plagen die Sorgen um den mangelnden Nachwuchs. Das wird auf der Generalversammlung deutlich. Albert Wachter wird zum neuen Vorstand gewählt. Er löst Walter Kindorf nach zehnjähriger Arbeit ab. Über eine mögliche Fusion mit dem Singkreis Schopfheim wird noch nicht entschieden.

Der Kraftsportverein Gersbach fühlt sich den weiblichen Abteilungen gegenüber zu besonderem Dank verpflichtet und geht mit unveränderter Führungsmannschaft in ein neues Vereinsjahr.

03. Februar 1991

Im evangelischen Gemeindehaus versammeln sich die Gemeindemitglieder von St. Michael-Ost und West, um für die nächsten drei Jahre die neuen Vorsitzenden der Gemeindeversammlung zu wählen. Marliese Sehringer wird für die Michaelsgemeinde Ost berufen und Klaus Schotte für den West-Bezirk. Beide sind in der Gemeindearbeit erfahren. Thema der Versammlung ist auch der Pfarrgarten, der für das Kaufhausprojekt auf dem Pflugareal teilweise benötigt wird. Das Gelände fiel mangels bisheriger Bautätigkeit wieder an die Kirche zurück.

Der SVS veranstaltet einen Jugendtag in der Sporthalle Roggenbachstraße. In mehr als 100 Fußballspielen kämpfen die Jugendkicker von A-Jugend bis F-Jugend um gute Plazierungen. Verbunden mit dem Turnier ist eine Spendenaktion für krebskranke Kinder.

Zum Auftakt der vhs-Reihe »Schopfheimer Konzerte« tritt das Kammerorchester der Musikhochschule Freiburg unter der Leitung von Peter Baberkoff in der Stadthalle auf. Das Studenten-Orchester, dem die Presse große technische Souveränität und Klangkultur bescheinigt, besticht das Schopfheimer Publikum zum Auftakt mit einem »gepflegten Klassik-Schönklang« des populären Mozart-Divertimento D-Dur.

04. Februar 1991

1.000 DM bezahlte Jeannot Weißenberger für zwei geschichtsträchtige Betonsegmente der Berliner Mauer und stellt sie vor dem ehemaligen Gefängnis im Bifig, vor seinem künftigen Atelier für Grafik und Werbung, auf.

05. Februar 1991

Immer wieder wird von mutwilligen Zerstörungen auf der Baustelle B 317-Umgehungsstraße berichtet. Der Bauleiter schätzt den angerichteten Schaden auf 100.000 DM und schließt Verzögerungen für die Arbeiten an der B 317-Umfahrung nicht aus.

Mit dem Kauf von Fasnachtsplaketten können die Bürger die Narrenzunft unterstützen, der durch den Ausfall der Fasnacht große Defizite entstehen. Auf den ältesten Brauch des Markgräfler Landes, das Fasnachtsfeuer und das Scheibenschlagen, wird auch in diesem Jahr nicht verzichtet.

Eine anonyme Bombendrohung stiftet bei der Firma Arlington in Langenau Unruhe. Politische Hintergründe können nicht ausgeschlossen werden, man rechnet jedoch eher mit einer emotional bestimmten Einzelaktion. Erhöhte Wachsamkeit ist angesagt.

In der Stadtbibliothek gibt es wieder eine Vorlesestunde für die Kleinsten. Edith Walter, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, erzählt einer großen Schar gespannt zuhörenden Kindern eine spannende Mäusegeschichte.

06. Februar 1991

Die SVS-Tischtennisabteilung sammelt über 22 Tonnen Altpapier. Nachdem bekannt wurde, daß rückwirkend zum 1. Januar 1990 ein Zuschuß vom Landkreis gezahlt wird, ist das Sammeln wieder für viele Vereine attraktiv geworden. Peter Domes, der Umweltberater, hat Anträge von 19 Vereinen auf dem Tisch, äußert sich aber besorgt über den Preisverfall auf dem Papiermarkt.

07. Februar 1991

Große Resonanz findet der Vortrag des Journalisten Georg Stein über den Golfkrieg. 120 Zuhörer drängen sich zu der vhs-Veranstaltung im Museumskeller, der sich bald als zu klein erweist, so daß Besucher abgewiesen werden müssen. Eine Betroffene äußert ihren Unmut über die mangelnde Flexibilität des Veranstalters in einem Leserbrief.

08. Februar 1991

Die mögliche Schließung der Hauptschule Fahrnau und die Teilnahme am Schulversuch »Werkrealschule Schopfheim« werden nicht wie zunächst vom Oberschulamt herausgestellt, von dem Votum der Eltern abhängen. In einer neuerlichen Besprechung zwischen Oberschulamt, Stadt, Schulen und Eltern wird deutlich, daß die Entscheidung vom Schulträger getroffen werden muß. Man erwartet einen entsprechenden Beschluß des Gemeinderates noch vor Ostern, um die Weichen für das neue Schuljahr stellen zu können.

Die SPD-Fraktion setzt sich für alleinerziehende Mütter ein. Sie möchte von der Verwaltung geprüft wissen, ob Alleinerziehende evtl. in einem der Pöpperl-Häuser am Fahrnauer Hirschendreieck unter einem Dach »zusammengefaßt« werden könnten.

09. Februar 1991

Die Eichener Vereine machen von dem alten Recht, daß ihnen erlaubt, beim Auftreten des Sees eine See-Wirtschaft zu betreiben, Gebrauch. Die Seeteufel, der Gesangverein, die Spielstube und die Ringer boten Schlittschuhfahrern und Spaziergängern heiße Würste und Getränke an und besserten so ihre Vereinskasse auf.

10. Februar 1991

Rund zwei Dutzend närrisch gestimmte Leute durchbrechen die offiziell verordnete Fasnachtsabstinenz und ziehen am Sonntagnachmittag mit Trommelwirbel und schrägen Tönen durch die Innenstadt. Die Guggemusik »Schweibislöser« begleitet den Umzug. Der Schlattholzzinken-Chef Joachim Steinbrunner distanzierte sich entschieden von dem Auftritt seiner Musiker.

Eisglatte Fahrbahnen machen den Autofahrern zu schaffen und rufen die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs in aller Frühe auf den Plan. Der Schneeräumdienst kommt mit seinem Schneepflug nur mit Mühe und Not durch die schmalen Straßen der Kernstadt, auch in den Ortsteilen gibt es viele problematische Engstellen. Durch den erneuten Wintereinbruch kommt es zu einer großen Zahl von Bagatellunfällen auf eis- und schneeglatter Straße.

11. Februar 1991

Der Krieg am Golf unterband in diesem Jahr die sonst üblichen Fasnachtsaktivitäten, so daß auch der Rosenmontag ein Tag wie jeder andere ist. Die Geschäfte sind offen, und im Rathaus wird ganztags gearbeitet.

Für die Narrenzunft bedeutet der Fasnachtsverzicht einen großen finanziellen Verlust. Allein für die Plaketten hat man 9.000 DM ausgegeben, die man wenigstens zum Teil noch verkaufen möchte.

Der Kulturring kündigt sein neues Programm 91/92 an und verspricht wieder eine attraktive Mischung aus klassischem Theater, Komödien, Thriller und Konzerten.

12. Februar 1991

Dank einer Beschneiungsanlage, die am Wintersportort Herrischried eingesetzt wurde, hatte die Ski-Abteilung der TSG doch noch Glück und konnte die geplanten Skikurse termingerecht abhalten.

Im Stadtgebiet sorgt ein ominöses Flugblatt für Verwirrung. Ein fiktives »Landesamt zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung in Krisenzeiten« fordert die »sehr geehrten Mitbürgerinnen und Mitbürger« auf, sich beim Rathaus Berechtigungsscheine für den Bezug von Lebensmitteln, Benzin und Heizöl zu besorgen. Das sehr amtlich aufgemachte Schreiben ließ einige Bürger ins Rathaus kommen. Hauptamtsleiter Strütt stufte die ganze Aktion als »groben Unfug« ein und befaßte die Polizei mit dieser Angelegenheit.

13. Februar 1991

Einen Zuwachs von knapp 10 Prozent bei den Ankünften und von 7 Prozent bei den Übernachtungen in Gersbach und Schopfheim kann Verkehrsamtsleiterin Jutta Beer für das Jahr 90 bilanzieren.

Der Eichener See lieferte willkommene Schlagzeilen für die Touristenwerbung des Verkehrsbüros. Das Erscheinen des Sees fand sowohl in der überregionalen Presse wie im Funk Beachtung.

Bürgermeister Fleck reagiert auf den entsprechenden Antrag der SPD, einen Wohnblock am Hirschendreieck als »Haus für Alleinerziehende« bereitzustellen, und weist darauf hin, daß bereits alle 90 Wohnungen vergeben seien, wobei auch alle Alleinerziehenden zum Zuge gekommen seien, die einen Anspruch auf eine Sozialwohnung nachweisen konnten.

Liebevoll gefertigte Clowns in allen Variationen stellt die 23jährige Schopfheimerin Sonja Kupferschmidt in der Volksbank aus.

Der Langenauer Ortschaftsrat führt eine ausführliche Debatte um die Vor- und Nachteile einer Umgehungsstraße. Man entscheidet sich schließlich mehrheitlich für die Umfahrung, wobei man nicht an eine schnelle Verwirklichung glaubt. Werner Anti, der mit Klaus Dürrschnabel gegen eine Umfahrung stimmte, möchte den »gewaltigen Einschnitt in die Natur« nicht verantworten, und auch Dürrschnabel glaubt nicht an eine zwangsläufige Lärmreduzierung, nach seiner Ansicht locke jede neue Straße zusätzlichen Verkehr an. Da zum Rückbau der Ortsdurchfahrt die Mittel fehlten, regt er an, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Ortsdurchfahrt zu beruhigen und zu entlasten.

Dem Eichener Ortschaftsrat stehen für 1991 nur 5.000 DM zur Verfügung. Das engt den Spielraum für Vorhaben sehr ein. So einigte man sich auf drei Vorhaben. Die Straßenbeleuchtung wird um eine zusätzliche Laterne verbessert. Zwei alte Eichener Dorfbrunnen werden neu angeschlossen und der Seeparkplatz soll begrünt werden.

14. Februar 1991

Drei Rennläufer des Skiclubs Fahrnau nahmen an den Schwarzwald-Schülermeisterschaften auf der FIS-Strecke am Feldberg teil. Thorsten Sparr belegte im Slalom den 3. und im Riesenslalom den 5. Rang unter 80 Teilnehmern.

15. Februar 1991

Bei einer BLHV-Informationsveranstaltung in Gersbach wird eine heiße Diskussion um den notwendigen Anbau an das Schlachthaus geführt. Aus hygienischen Gründen ist die alte Anlage für die Direktvermarktungsinitiative nicht mehr akzeptabel, und es stand die Kostenfrage eines Neubaus im Raum. Nachdem Pfarrer Trautwein nun eine Zusage des Regierungspräsidiums Freiburg vorlegen konnte, das Gersbacher Projekt mit 120.000 DM zu bezuschussen, stellen sich die Landwirte hinter das Projekt, das nun finanzierbar scheint.

16. Februar 1991

Auf vielen Hügeln rund um Schopfheim, so auch in Kürnberg, werden die Holztürme aufgeschichtet, um die traditionellen »Schibefüür« zur Austreibung des Winters abzubrennen.

17. Februar 1991

Auch wenn die »Buurefasnacht« in Wiechs wegen des Golfkrieges ausgefallen ist, veranstaltet die Wiechser Fasnachtsgesellschaft dennoch für die Kinder einen Kinderball.

18. Februar 1991

Mitglieder der Guggemusik »Schweibislöser« melden sich in einem Leserbrief zu Wort und stellen richtig, daß sie den diesjährigen Fasnachtsverzicht voll akzeptieren, sie wollten mit ihrem Auftritt ihre Loyalität mit ihrem Musikleiter ausdrücken, der gegen ihren Willen kurzfristig entlassen wurde. Sie bedauern die negative Wirkung nach außen.

Die CDU-Stadtratsfraktion beantragt einen Sachstandsbericht über Kindergartenplätze und die Hortsituation in der Stadt.

Patrick Degenhard, einer der Stammesleiter des Pfadfinder-Stamm »Konrad von Rötteln«, wirbt für die Pfadfinder-Idee und stellt fest, daß das Mauerblümchen-Dasein seines Vereines längst vorbei ist. Mit der Nachwuchssuche gibt es bei den jungen Pfadfindern keine Probleme, eher mit den älteren, da diese ausbildungsbedingt nicht lange genug in Schopfheim bleiben. Von der Kirchengemeinde erhofft sich Degenhard mehr finanzielle Unterstützung, versteht er seine Arbeit doch als einzige Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde.

Im Gemeinderat ist man sich einig, daß die Aussegnungshalle auf dem Schopfheimer Friedhof erweitert werden sollte. Alle Fraktionen wollen dabei den Bestand der alten, wenn auch zu engen Aussegnungshalle garantiert sehen. Die Freien Wähler legten einen Entwurf vor, wie die Halle erweitert werden könne; dabei sollte die Grundfläche von 90 auf ca. 170 qm vergrößert werden, es könnten dann statt 75 110 Stühle Platz finden. Die SPD sähe es lieber, wenn ein Architekt mit der Planung beauftragt würde. Walter Flößer schlug vor, einen kleinen begleitenden Ausschuß bis zur Planungsvergabe zu bilden. Beigeordneter Bertsch hielt das für verfrüht, wisse man doch noch gar nicht, ob das Projekt überhaupt vergeben werde.

In der Gemeinderatssitzung wird klar, daß für den geplanten Altstadtbrunnen 30.000 DM zusätzlich für die Finanzierung der Fundamente und die Brunnenschale als nötige Voraussetzung zur Verwirklichung des Brunnens bereitgestellt werden müssen. Die Räte mußten sich eingestehen, daß sie bei der Planung im April letzten Jahres nur die Gestaltung durch den Bildhauer Eder im Auge hatten und den Bau des Brunnenbeckens in den Kosten nicht berücksichtigten. Man diskutiert über die mögliche Rest-Finanzierung und gibt der Verwaltung den Auftrag, durch eine Umschichtung im Haushalt die Finanzierung zu sichern.

Der Gemeinderat beschließt mit 14:10 Stimmen, die Schaffung einer Fußgängerverbindung zwischen Hebelstraße und Anna-Kym-Garten vorläufig zurückzustellen.

19. Februar 1991

Auch die Schopfheimer Sportvereine müssen sich mit der Forderung des Sportbundes nach einer Jugendordnung auseinandersetzen. Um der Jugendarbeit innerhalb der Vereine einen höheren Stellenwert zu geben, fordert der Sportbund von jedem Verein die Wahl eines Jugendleiters durch die Jugendversammlung, einen Vereinsjugendausschuß und eine eigene Jugendkasse. Nach einer Übergangszeit von 3 Jahren werden die finanziellen Zuwendungen gestrichen, wenn die vom Sportbund geforderten Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Kurt Härzschel hält einen Vortrag bei der Senioren-Union. Er fragt: »Ist das kleine Land Kuwait einen Krieg wert?«

20. Februar 1991

Die Ampelanlage beim Depot-Markt und auch die Fußgängerampel werden jetzt endgültig montiert. Die Ampelanlage ist so programmiert, daß der Verkehrsfluß auf der B 317 möglichst wenig stockt.

Die Jugendpflegerin Brigitte Hoffmann gibt vor Mitveranstaltern des Kinderferienprogramms 90 einen Bericht über den Ablauf der Ferienaktion und zeigt sich insgesamt zufrieden. Es wurden 22 Veranstaltungen 

angeboten, wobei 23 Vereine beteiligt waren. Als besondere Attraktion galt die Spielbusaktion. Sie wurde dieses Jahr zum ersten Mal in Eigenregie organisiert. Für rund 2.000 DM Materialkosten in etwa 150 unentgeltlichen Arbeitsstunden baute das Technische Hilfswerk einen Bauwagen in den Spiele- und Bastelutensilien transportierenden Spielbus um. Die Aktion wurde von der Stadt, d. h. von Brigitte Hoffmann unter Mithilfe von Mitarbeitern des Kinderschutzbundes und des Café Irrlicht organisiert. Ein weiterer Höhepunkt war die Kartonstadt »Klein-Schopf-Dorf«, die von rund 60 Kindern erbaut wurde, wo es von Geschäften bis zur Bürgermeisterwahl alles gab, was im großen Vorbild auch vorhanden ist.

21. Februar 1991

Auch Schopfheim muß sich den Problemen der Unterbringung von Asylbewerbern stellen. Derzeit leben in der Markgrafenstadt 89 Asylbewerber. Die Quote für Schopfheim liegt bei 97, so daß sich die Stadt schon jetzt über mögliche weitere Unterkünfte Gedanken machen muß. Dies ist bei der allgemeinen Wohnungsmarktsituation nicht leicht.

Die ersten Schopfheimer Theatertage beginnen. Dieses Gemeinschaftsprojekt des Café Irrlicht und der Stadt, die das Projekt finanziell unterstützt, sieht vier interessante Aufführungen des alternativen Theaters vor, u. a. ein Frauenstück des Freiburger Odem-Theaters und ein Clowns-Stück für Kinder. Aufführungsort ist der Museumskeller. Stoßen die Aufführungen auf Interesse, ist an eine Wiederholung der Veranstaltung im nächsten Jahr zu denken.

Im Städtischen Kindergarten am Marktplatz treffen sich Eltern und Erzieherinnen und unterhalten sich darüber, wie Kinder den Krieg verarbeiten. Die Leiterin Christa Hoheisel berichtet, daß die Kinder keine diesbezüglichen Fragen stellten, daß ihr aber ein erhöhtes Bedürfnis nach Gemeinschaft und »Liebhabespielen« auffalle. Die Auseinandersetzung mit der Angst findet zu Hause statt. Die Eltern tauschen sich darüber aus, wie sie und ihre Kinder mit der Angst umgehen.

22. Februar 1991

Die IG-Pro Schiene lädt die Bürgermeister der Wiesentalgemeinden zu einer Gesprächsrunde ein. Einer Züricher ETH-Expertise folgend ist die Bürgerinitiative der Meinung, daß weitere Umgehungen und Straßenausbauten nicht sinnvoll sind, sie ziehen Neuverkehr an. Man möchte auf den Ausbau des lokalen Schienenverkehrs setzen, verbunden mit einem lukrativen Fahrpreisangebot.

Die CDU-Fraktion möchte Druck in Sachen Wasserkraftwerk an der Wiese machen. Sie will die zuständigen Stellen zum Handeln auffordern und wünscht jetzt eine Expertenrunde im Hauptausschuß.

Der Alemannische Musikverband wählt in einer außerordentlichen Hauptversammlung den Schopfheimer Stadtkapellmeister Max Lehmann zum Verbandsdirigenten. Ihm obliegt vor allem die Weiterbildung von Verbandsmitgliedern. Er wird zweimal im Jahr Dirigentenkurse abhalten und bei der Vergabe von Leistungsabzeichen behilflich sein.

23. Februar 1991

Rund 30 Schützen aus acht Altersklassen traten bei den 13. Stadtmeisterschaften im Wettbewerb »Zehn-Meter-Luftgewehr-stehend« an. 40 Schuß hatte jeder Schütze abzugeben. Der Hausener Hubert Schwemmer sicherte sich den Titel des Stadtmeisters. Bei den Senioren siegte Heinz Kahnau aus Maulburg, bei den Junioren konnte sich Heiko Klemm aus Hausen an die Spitze setzen. Ursula Staudinger gewann in der Damenkonkurrenz.

Der Vorstand von »Pro Schiene« mahnt den Ausbau des Gütertarifpunkts Hausen-Raitbach an. Vorsitzender Hansjoachim Geitner möchte bei Bürgermeister Fleck nachhaken, der nach seiner Meinung eine Zusage zum Ausbau gegeben habe, wovon sich der Bürgermeister jetzt distanziere.

Das Rennläuferteam des SC Fahrnau unter der Führung von Hannes Schneider ist erfolgreich. Bei dem Bezirksschüler-Testrennen, das auf dem Notschrei ausgerichtet wurde, belegte Gerd Schneider bei den Jungen der Schülerklasse S 12 den 1. Platz, Thorsten Sparr fuhr in der Klasse S 14 die Tagesbestzeit und belegte ebenfalls Rang 1.

24. Februar 1991

Gleich zwei Rennen hatten die Skisportler des TSG Schopfheim am Wochenende zu organisieren. Am Samstag gab es zwei Riesentorlaufe in Wieden. 40 Teilnehmer stellten sich zum Kampf um die Vereinsmeisterschaft. Elke Schöne und Volker Lapp holten schließlich die Titel. Hervorragende Leistungen zeigte das Geschwisterpaar Jakob und Johanna Kalinowsky, acht und zehn Jahre alt. Sie glänzten mit ihrem Fahrkönnen und errangen die Titel als Schülermeister. Am Sonntag richtete das Team um Sportwart Dieter Andris ein Rennen mit 100 Teilnehmern auf Bezirksebene aus. Dem alpinen Nachwuchs des Bezirks Wiesental/Schauinsland wurden Vergleichsmöglichkeiten geboten.

In der evangelischen Stadtkirche ist bei einem Orgelkonzert in der Reihe der Schopfheimer Kirchenmusik Professor Gisbert Schneider, ein namhafter und anerkannter Organist, an der Schuke-Orgel zu hören. Es wurden Werke aus allen Epochen, vom Barock bis zur Moderne, geboten. Die Kulturrezensentin der BZ beurteilt das Konzert als »weiteres Beispiel dafür, daß sich Schopfheim immer mehr zum Orgel-Mekka der Region mausert.«

25. Februar 1991

Zuschüsse aus dem Dorfentwicklungsprogramm für kommunale und private Bauvorhaben fließen dieses Jahr schwerpunktmäßig nach Gersbach und Enkenstein. Für Enkenstein wurden 100.000 DM und für Gersbach 163.000 DM an Zuschüssen bewilligt. Es sind Anträge aus dem Jahr 1988, die jetzt zum Zuge kommen.

26. Februar 1991

Die Senioren-Union hat seit kurzem ein Sorgentelefon eingerichtet. Elfriede Bruttel und Lieselotte Müller stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie möchten älteren Leuten Hilfestellung bei ihren alltäglichen Sorgen und Nöten geben.

Die SVS-Leichtathleten werden weiterhin Altpapiersammlungen durchführen, obwohl von der Papierfabrik dafür nichts mehr gezahlt wird. Der Markt für Altpapier ist zusammengebrochen. Da die Vereinssammlungen im Gesamt-Müllkonzept eine Rolle spielen, subventioniert jetzt der Kreis die Papiersammlungen. Die Firmen Meier und RAG haben sich vertraglich verpflichtet, bis zum 1. Juli das Altpapier abzunehmen. Aus der Kreiskasse erhalten sie dafür 110 DM pro Tonne.

Die CDU-Frauen luden Peter Domes, den Umweltberater der Stadt, ein und wollten von ihm wissen, was im ersten Jahr seiner Tätigkeit in Schopfheim erreicht wurde. Domes meinte, daß sich das Umweltbewußtsein auf jeden Fall verändert habe. Die Bevölkerung nähme Neuerungen in Sachen Müllentsorgung, wie die Wertstoffcontainer, bereitwillig an und nutze sie. Probleme ergäben sich mehr bei den Müllentsorgern als bei den Müllverursachern. Es erzeugt Unmut, wenn sorgfältig sortierter Abfall hinterher wieder mit anderem zusammengeschüttet würde. Die Lösung des Problems sehen die CDU-Frauen in der Anstellung eines Umweltarbeiters, der zu bestimmten Zeiten Müll annimmt und für die richtige Verteilung sorgt. Einen entsprechenden Antrag wollen die CDU-Frauen im Gemeinderat einbringen.

27. Februar 1991

Bei dem Schlatholzzinken werden jetzt die Konsequenzen aus dem verbotswidrigen Auftritt einiger übermütiger Mitglieder der »Schweißlöser AG« am Fasnacht-Sonntag in Schopfheims Straßen gezogen. Der Vorsitzende des Schlatholzzinken, Joachim Steinebrunner, versuchte bei einer einberufenen Sitzung im Gasthaus Adler die Fronten zu klären. 13 Guggemusiker der Schweißlöser AG verließen den Schlatholzzinken. Die Guggemusik besteht dennoch weiter.

Nach den alternativen und experimentierfreudigen Theatertagen im Museumskeller gibt es jetzt im Rahmen der Kulturring-Veranstaltungen einen richtigen »Klassiker« in der Stadthalle. August Strindbergs Trauerspiel »Der Vater« steht auf dem Programm. Die Zuschauer erleben einen starken Theaterabend, der nach Meinung der Theaterrezensentin der Zeitungen alles in einem war: Psychothriller, Ehedrama, antike Tragödie, spannend und aufrüttelnd wie ein Kriminalstück.

28. Februar 1991

In Sachen Jugendhaus ist es nach Meinung von Stadtjugendpflegerin Brigitte Hoffmann bisher nicht zügig vorangegangen. Der Gemeinderat hatte zur Verwirklichung des Projekts die Bildung eines Trägervereins bis Mitte 91 gefordert. Bisher wurde lediglich ein Modell entwickelt. Im Vorstand des Vereins, der sich künftig aus Eltern und interessierten Bürgern zusammensetzen soll, ist geplant, den Jugendlichen Mitbestimmung einzuräumen. Ein Beirat aus Vertretern des öffentlichen Lebens soll darüber hinaus dem Jugendhaus eine breite gesellschaftliche Basis in der Stadt verschaffen. Johannes Hofert-Thümmig, der die Konzeption des Jugendhauses maßgeblich gestaltet und erarbeitet hat, kritisiert die Ansicht der Stadt, die bei freier Trägerschaft des Jugendhauses auf die Stelle des Stadtjugendpflegers verzichten will. Er meint, daß der Stadtjugendpflege in einem zukünftigen Konzept die Aufgabe zufalle, als notwendiges Bindeglied zwischen Verwaltung einerseits und Jugendhaus andererseits zu fungieren. Aufgabe der Stadtjugendpflege sei es außerdem, im Förderverein an der Gestaltung eines pädagogischen Konzepts mitzuarbeiten.

01. März 1991

Bernd Schwöble tritt sein Amt als neuer Kommandant der Feuerwehr Schopfheim an. Der gebürtige Lörracher kommt von der Berufsfeuerwehr München und bringt umfassende Erfahrungen in Theorie und Praxis mit.

02. März 1991

Die 87jährige Erika Wolff, die von 1912–1920 in Schopfheim lebte, beschreibt in ihrem Erinnerungsbuch »Damals in Baden«, das kürzlich in Heidelberg erschien, ihre Kindheits- und Jugendjahre in Schopfheim.

Mit Kindertheater, Stehempfang und einem Vortrag will der Kinderschutzbund seinen 5jährigen Geburtstag feiern, beschlossen Vorstand und Mitglieder während der Generalversammlung. Die Vorsitzende Edith Walter konnte auf vielfältige Aktivitäten, wie Hausaufgabenbetreuung an den Grundschulen, Vorlesestunden in der Stadtbibliothek, Mithilfe beim Kinderferienprogramm, zurückblicken. Um auch die zukünftige Arbeit sichern zu können, beschlossen die Versammelten eine Beitragserhöhung von jährlich 24 DM auf 36 DM.

In den Zeitungen wird über eine mögliche Nominierung Klaus Flecks als CDU-Zweitkandidat für die Landtagswahlen 1992 spekuliert. Der Bürgermeister soll von der CDU-Vorsitzenden Ortrun Schätzle vorgeschlagen worden sein. Wenn Heinz Eyrich, dessen erneute Landtagskandidatur erwartet wird, nicht die ganze Legislaturperiode von vier Jahren in Stuttgart bleiben würde, könnte Fleck vielleicht 1994 am Ende seiner zweiten Amtszeit als Bürgermeister nachrücken. Da zwei weitere Bewerber im Gespräch sind, wird man beim Kreisparteitag im April darüber abstimmen. Fleck gilt als Favorit.

Die evangelischen Christen des Kirchenbezirks Schopfheim beschließen in Maulburg auf ihrer Bezirkssynode eine Resolution zum Thema Rüstung, in der sie eine Mitschuld am Golfkrieg bekennen. »Zu lange haben wir geschwiegen«. Eingebracht wurde die Resolution vom ökumenischen Friedenskreis Schopfheim, vertreten durch Marliese Sehringer und Herta Strohm.

Die Generalversammlung des Turnvereins Wiechs im Gasthof Krone geht flott und reibungslos über die Bühne. Bei den Neuwahlen gibt es eine Veränderung. Renate Mößner, die 22 Jahre das Amt der Schriftführerin inne hatte, macht Christel Kessler Platz.

Rechtzeitig zum internationalen Frauentag am 8. März wird es in Schopfheim einen neuen Frauenverein geben. Im »Internationalen Zentrum« im Fahrnauer Rathaus konstituiert sich ein »Verein für türkische Frauen«. Initiatorin ist die junge Gamze Gürler, die in Lörrach das Berufskolleg besucht. Die türkischen Frauen, die aus allen Altersklassen kommen und auch nicht alle verheiratet sind, wollen die Geselligkeit pflegen, sich gegenseitig beim Leben in Deutschland unterstützen, aber auch an die Öffentlichkeit gehen und erzählen, wie die türkischen Frauen wirklich leben. Gewählt wird ein 7köpfiger Vorstand. Vorsitzende ist Sevim Güder.

Bei der Generalversammlung des Motorsportclubs Schopfheim zieht der Vorsitzende Fritz Schrank Bilanz. In sportlicher Hinsicht ist der Club mit dem vergangenen Jahr zufrieden, während man finanziell wieder rote Zahlen schreibt. Bei den Neuwahlen wird Fritz Schrank als 1. Vorsitzender bestätigt. Der Schriftführer Horst Wirth wird wunschgemäß abgelöst. Sein Nachfolger wird Manfred Grupp.

03. März 1991

Die Fotofreunde Schopfheim zeigen eine Bilderauswahl zum Thema Freizeit und Sport in der Schalterhalle der Sparkasse.

In der Stadthalle gibt es während des Wochenendes eine große Autoschau. Die Händler präsentieren hier die Neuheiten, mit denen sie 1991 die Kunden gewinnen wollen.

Die Arbeit der Kaninchenzüchter stand 1990 ganz im Zeichen des 75jährigen Vereinsjubiläums, wurde auf der Generalversammlung deutlich. Der Vorsitzende Richard Knittel wurde in seinem Amt bestätigt. Der langjährige Schriftführer Kurt Krumholz wurde von Horst Knittel abgelöst.

Leider fanden nur wenige Zuhörer den Weg ins Evangelische Gemeindehaus zu einem Kammermusikabend, mit dem La Roche-Quartett.

04. März 1991

Der Bürgermeister legt die Zahlen für einen künftigen Bedarf an Kindergartenplätzen für Schopfheim und Fahrnau vor und will die Notwendigkeit eines neuen Kindergartens im »Bremt« untermauern. Es werden etwa 390 Kindergartenplätze benötigt, wobei sich durch den Bezug des Neubaugebiets »Hirschendreieck« ein zusätzlicher Bedarf ergibt. Zur Zeit gibt es 330 Plätze für 448 Kinder. Ein Grundsatzbeschluß zum Bau eines neuen Kindergartens wird jedoch nicht gefaßt. Aus Kostengründen wird es zunächst eine provisorische Interimslösung wie in Langenau geben.

Für den Bau des neuen Kindergartens in Langenau werden jetzt die Arbeiten vergeben. Als Termin für die Fertigstellung wird der 1. November vereinbart.

05. März 1991

Die Jugendkapelle der Stadtmusik sucht über die Zeitungen Nachwuchs. Jungen und Mädchen von zehn Jahren an wird eine Ausbildung von geschulten Kräften angeboten und ihnen eine Mitgliedschaft in der Jugendkapelle schmackhaft gemacht.

Im Gewerbegebiet »Grienmatt« wird es demnächst eine neue Firma, die Rückstandsentsorgung-GmbH (RSH), geben, deren Inhaber Hermann Hauser ein Sondermüll-Zwischenlager in Betrieb nimmt. Die Firma hat sich auf Abholung und Entsorgung von Sondermüll spezialisiert, wie er in Kfz-Werkstätten, Tankstellen und produzierendem Gewerbe anfällt. Nach einem aufwendigen Genehmigungsverfahren erteilte schließlich das Stuttgarter Umweltministerium »grünes Licht«.

Der Wochenmarkt wird zunächst probeweise erweitert. Sieben neue Anbieter stellen ihre Stände in der Wallstraße auf. Ein Zusammenrücken, um in drei Reihen die Waren anzubieten, hatten die bisherigen Marktanbieter abgelehnt. Der Markt erfährt eine Bereicherung durch einen Olivenhändler, eine zweite Bäckerei, einen türkischen Händler mit landestypischen Produkten, zwei Gemüsehändler und einen Bio-Käse-Anbieter.

Die Bürgermeister und Gemeinderäte der vier Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Schopfheim, die zu einer Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses im Rathaussaal zusammenkamen, wollen auf den immer stärker werdenden Druck von außen durch mehr Wohnungssuchende, mehr Erwerbstätige und mehr Arbeitsplätze koordinierter reagieren. Sie nehmen Bürgermeister Klaus Flecks Idee von einer gemeinsamen Entwicklungsplanung positiv auf. Bis zum Herbst soll ein Arbeitspapier vorliegen, in dem den Fragen nachgegangen wird: »Was ist noch möglich? Wo liegen unsere Grenzen?«.

06. März 1991

Die Generalversammlung des Ortsverbandes der SPD wird vom spektakulären Parteiaustritt des langjährigen Parteimitglieds und zuletzt auch Vorstandsmitglieds Ulrich Stölzle geprägt. Stölzle übte scharfe Kritik an der Vorstandschaft und am Ortsverein insgesamt. Er sieht für sich nicht die Möglichkeit, in der vorhandenen Parteistruktur seine politischen Vorstellungen, die in der Friedens- und Deutschlandpolitik entschieden von der allgemeinen Linie abweichen, einzubringen. Werner Müller sieht in seiner Kolumne einen grundsätzlicheren Konflikt, der nicht nur den Ortsverein spaltet, sondern die Genossen bundesweit in zwei Lager spaltet. Die junge nachwachsende Generation, die von der 68-er Revolte, den Ostermärschen und der Friedensbewegung und nicht mehr von der Wiederaufbauarbeit nach dem Krieg geprägt ist, versucht ihre Vorstellungen in der Partei durchzusetzen. Ungeachtet der harten Kontroverse zwischen Ulrich Stölzle und der Vorstandschaft, wurde der bisherigen Führungsmannschaft um Dr. Jost Noller das Vertrauen ausgesprochen und alle bis auf Angelika Keil, die auf eigenen Wunsch ausschied, wurden wiedergewählt. Stellvertreter Nollers sind Rolf Strohm, Robert Zapp und Regina Blum. Wie Fraktionschef Robert Zapp ausführt, sieht sich die SPD im Gemeinderat in einer neuen Rolle als Mehrheitsfraktion und sieht ihre Aufgabe nicht darin, gegen den Bürgermeister zu opponieren, sondern darin, »Mehrheiten für Lösungen zu beschaffen«.

07. März 1991

Der Bauausschuß stimmt zwei Bauanträgen zu, die den Bau je einer Zeile Reihenhäuser im »Bremt« beinhalten. Die Erschließung muß allerdings vorher gesichert sein.

Am Nachmittag gibt es 1½ Stunden Stromausfall zwischen Schopfheim und Maulburg. Die Bürger und vor allem die Firmen machen die Erfahrung, daß ohne Strom fast nichts mehr geht.

08. März 1991

Das Krankenhaus ist Thema eines Kommentars der BZ. Hier wird der Termin der Übergabe zum 1. April in Frage gestellt. Alles hängt an der vom Kreis geforderten Änderungskündigung für zwei Ärzte, deren übertarifliche Bezahlung die Krankenkassen beanstanden. Diese möchte die Stadt nicht aussprechen. Man denkt sogar über eine gerichtliche Durchsetzung der Übernahme durch den Kreis nach, scheut aber das Prozeßrisiko. Der Kommentator hält einen Gerichtsstreit im Hinblick auf den Ruf des Krankenhauses, die Motivation des Krankenhauspersonals und des Vertrauens in den Träger für die schlechteste aller Möglichkeiten. Er plädiert unbedingt für einen Kompromiß, der gefunden werden muß.

Eine kleine Vereins-Delegation aus der schwedischen Partnerstadt Ronneby trifft zu einem kurzfristig geplanten Wochenendbesuch in Schopfheim ein. Die Gäste aus Ronneby kommen mit den Vertretern Schopfheimer Vereine zusammen, um sich zu informieren und Begegnungsmöglichkeiten auszuloten. Die Stadt hat sich ein kleines Programm für ihre Gäste, deren Interessen im sportlichen und kulturellen Bereich liegen, ausgedacht.

Was die Eltern und Lehrer der Friedrich-Ebert-Schule schon lange forderten, wird jetzt erfüllt. Das Regierungspräsidium gibt die Zustimmung für ein LKW-Verbot in der Roggenbachstraße. Die Umleitung erfolgt über die Hauptstraße. Eine Tempo-Reduzierung auf 30 wird jedoch nicht für sinnvoll gehalten.

Eine sportlich positive Bilanz zogen die SVS-Leichtathleten auf ihrer diesjährigen Hauptversammlung. Clemens Fabrizio übernimmt für ein weiteres Jahr die kommissarische Leitung der Leichtathletenabteilung.

Der Ortschaftsrat von Gersbach mußte sich nochmal mit dem Thema Standort »Mehrzweckhalle« auseinandersetzen. Der Vorschlag der SPD, mit dem An- oder Neubau der Schule eine insgesamt kostengünstigere Variante zu haben, wurde schließlich abgelehnt. Es bleibt beim Standort Buchleiterfeld.

09. März 1991

Aufmerksame Bürger beobachten, daß bei Entleerung der Sammelcontainer das Altglas, das getrennt erfaßt wurde, einfach als Mischglas in einem Transportfahrzeug zusammengeworfen werde. Das Unternehmen weist auf Anfrage auf verschiedene Kammern im Fahrzeug hin. Bei Überprüfung bei der Sortieranlage Buggingen findet die BZ jedoch heraus, daß nichts getrennt, sondern alles vereint auf einem großen Haufen landet. Derzeit wird auf dem Markt nur Mischglas verlangt, heißt es dazu.

Auf »Schärers Au« soll zwischen dem Haus Glinski und dem umgebauten ehemaligen Herbster-Anwesen ein Wohn- und Geschäftshaus mit moderner Architektur entstehen. Nachdem der Bauausschuß die Änderungen des Bebauungsplanes akzeptiert hat, soll nun nach Abbruch des Scheunenteils bald mit dem Bau begonnen werden.

Die evangelische Kirchengemeinde bietet der Stadt jetzt ein Stück des Pfarrgartens zum erneuten Kauf an. Die Fläche genügt der Stadt jedoch nicht.

Der Standortwechsel in die Altstadt hat sich für alle Vereine, die sich am Städtlifest beteiligen, positiv ausgewirkt, ist aus der jüngsten Vollversammlung des Städtlifest-Komitees zu hören. Die Vereinsvertreter wollen mit einer Spende von 500 DM für den geplanten Brunnen in der Torstraße den manchmal geplagten Anwohnern ein kleines Dankeschön sagen.

Im MT beklagt der Bäckermeister Heinz Bernauer die Müll-Situation der Schopfheimer Gewerbetreibenden. Sie müssen ihren Müll selbst auf die Scheinberg-Deponie fahren und dürfen laut Müll-Satzung nicht die überall aufgestellten Depot-Container benutzen.

In Rekordzeit wickelt die Stadtmusik ihre Generalversammlung ab. Präsident Klaus Fleck charakterisiert die Lage kurz und bündig: »Kasse stimmt, Vorstand stimmt«. Bei den Neuwahlen löst Peter Bühler den verabschiedeten 2. Vorsitzenden Erich Sutter ab. Die ausgefallene Fasnacht bedeutete auch für die Stadtmusik eine finanzielle Einbuße.

Die Arbeiterwohlfahrt hat ihre Jahreshauptversammlung. Vorsitzender Otto Faller sieht auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die AWO nahm an 

der Rußlandhilfe teil und mußte ein neues Auto für ihre weiterhin sehr erfolgreiche Aktion »Essen auf Rädern« anschaffen.

Von der Generalversammlung der SVS-Handballabteilung, die kurz und problemlos abgewickelt wurde, ist zu hören, daß die abstiegsbedrohten 1. und 2. Herrenmannschaften in Zukunft von Edgar Jäger und Otto Weiß »gecoacht« werden.

Bei der Generalversammlung des Kaninchenzuchtvereins Fahrnau wird der Rückgang von jugendlichen Mitgliedern beklagt. Eugen Ludin, der neugewählte Jugendwart, wird in den nächsten Jahren seine Hauptaufgabe darin sehen, dies zu ändern.

Die Sengelengeister wählen bei ihrer Jahresversammlung einen neuen Vorstand. Neben Michaela Leutner als 1. Vorsitzende und zugleich Schriftführerin bekleidet nun Carmen Goll, bisher schon Kassenchefin, das Amt des zweiten Vogts. Damit ist der Zinken nun fest in Frauenhand.

Sven Sprakties von den SVS-Leichtathleten holt sich bei den Oberrheinischen Bezirks-Waldlaufmeisterschaften in Wehr den Meistertitel in der Schülerklasse A.

10. März 1991

Nach dreijähriger Zwangspause richtet der Skiclub Fahrnau seine Vereinsmeisterschaften alpin in Sörenberg/Zentralschweiz aus. Dorothee Teipel, mit ihren 15 Jahren die jüngste Vereinsmeisterin in der Geschichte des SC, fährt allen davon. Bei den Männern siegt Volker Lapp.

Im städtischen Museum stellt der Kunstverein die Werke des österreichischen Malers Erich Smodics aus.

11. März 1991

Der Umweltausschuß spricht sich einstimmig dafür aus, daß die »Hohe Flum« und der Wiesendamm zwischen Fahrnau und Hausen als Naturdenkmäler geschützt werden. Beim Landratsamt Lörrach gibt es entsprechende Pläne.

12. März 1991

Wegen des langen Winters hinken die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet »Bremt« vier bis fünf Wochen hinter dem ursprünglichen Plan her, ist von Bauamtsleiter Bernhard Springmann zu hören.

13. März 1991

Das Ekato-Werk schickt sich an, in das neue Produktionsgebäude im Gewerbegebiet »Lus« umzuziehen. Am 8. April soll dort die Produktion beginnen. Hier wurden in einem Pilot-Projekt unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation modernste Arbeitsplätze geschaffen, fern von der herkömmlichen Arbeitsteilung.

Rund 800 Fans feiern das bekannte Volksmusik-Duo Marianne und Michael bei ihrem Auftritt mit den Kirmesmusikanten und dem Struwelpeter-Sextett in der Stadthalle.

14. März 1991

Bei einem CDU-Gespräch drängt der Gewerbeverein auf die baldige Teilfreigabe der Umgehungsstraße. Die Trasse zwischen Wiechser Straße und Kürnberger Straße solle vordringlich fertiggestellt und dem Verkehr übergeben werden. Die katastrophale Verkehrssituation in der Innenstadt lasse keine andere Wahl, fordert Dr. Wieland.

15. März 1991

Die neue Ampel an der Kreuzung B 317/Johann Sutter Str. geht in Betrieb. Sie soll mehr grünes Licht für den bisher benachteiligten Verkehr aus den Seitenstraßen bringen.

In der Kreisvorstandssitzung der CDU stellt Bürgermeister Klaus Fleck endgültig klar, daß er nicht für die Landtags-Zweitkandidatur, wie wochenlang spekuliert wurde, zur Verfügung steht. Er fühle sich zuerst der Stadt verpflichtet, teilt Klaus Fleck mit.

Aus der Hand von Ortsvorsteher Rudolf Keller erhält der Kürnberger Farrenwärter Heinz Greiner die goldene Ehrennadel für »hervorragende Vatertierhaltung in der Rinderzucht«, die von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rinderzüchter verliehen wird.

16. März 1991

Das Modell 7 + 3, das im nächsten Schuljahr an der Friedrich-Ebert-Schule eingeführt werden soll, führt zu einer grundsätzlichen, kontroversen Diskussion zwischen Lehrern und Eltern. Es gibt offizielle Diskussionsrunden, Äußerungen von Politikern, eine öffentliche Stellungnahme eines Lehrerverbandes, Leserbriefe in der Zeitung. Die Diskussion um das Schulmodell ist eng mit der möglichen Auflösung der Hauptschule Fahrnau verknüpft und läßt die Emotionen hochwogen.

Die neue Ampel am Gündenhausener Einkaufszentrum sorgt für chaotische Verkehrsverhältnisse. Nichts geht mehr, die Fahrzeuge stauen sich in alle Richtungen.

17. März 1991

Aus dem Keller einer alten Villa auf dem Gewerbepark-Areal muß die Feuerwehr 300 Liter ausgelaufenes Öl abpumpen. Spielende Kinder hatten die Wehr alarmiert.

18. März 1991

Die Sozialarbeiterin Marita Wendel, Ansprechpartnerin der AWO für den Mobilen Sozialen Hilfsdienst, ist jetzt täglich zu erreichen. Sie hat ein eigenes Büro im Dachgeschoß des ehemaligen Bezirksamtsgebäudes eingerichtet.

Mit überwältigender Mehrheit von 27 zu 21 Stimmen entscheidet sich der Gemeinderat für die Schließung der Fahrnauer Hauptschule. Die Zustimmung geht über alle Fraktionsgrenzen hinweg. Nur die GRÜNEN und Kürnbergs Ortsvorsteher Rudolf Keller wollen am Fortbestand der Schule festhalten. Man sieht die Vorteile für die Schüler und die Stadt überwiegen. Die künftige neunte Klasse soll in Fahrnau auslaufen. Das letzte Wort hat nun das Kultusministerium in Stuttgart.

Aufregung gibt es im Gemeinderat, als eine Südwestfunk-Reporterin die Erklärung der Fahrnauer Elternbeiratsvorsitzenden Isenbeck-Steven aufnehmen will und ihr dieses auf Wunsch der Stadträtin Helga Beikirch untersagt wird. Beigeordneter Bertsch vertritt die Rechtsmeinung, daß Bandaufnahmen nur dann zulässig sind, wenn sich alle Gemeinderäte damit einverstanden erklären; widerspreche nur ein Gemeinderat, seien solche Aufnahmen nicht zulässig. Diese Rechtsauffassung trifft zunächst auf Unverständnis bei der Presse, und Schopfheim erntete einigen Spott in der folgenden Radiosendung.

19. März 1991

Um das Schopfheimer Rathaus werden Stromdrähte verlegt, um die zur Plage werdenden Tauben vom Landen abzuhalten.

20. März 1991

Der Gewerbeverein zieht Jahresbilanz und sieht sich im Aufwärtstrend.

In einem Brief an den Regierungspräsidenten äußert das Vorstandsmitglied Dr. Thomas Wieland seine bittere Enttäuschung über den Zeitplan der Umgehungsstraße.

Ein Trägerverein wird gegründet, unter dessen Fittichen das zukünftige Jugendhaus im ehemaligen Schlachthof entstehen soll. Als Vorsitzenden wählt die Gründungsversammlung Martin Rothweiler, 2. Vorsitzender wird Edgar Müller und Schriftführerin Melina Rauch.

Der Elternbeirat der Fahrnauer Grund- und Hauptschule wendet sich mehrheitlich gegen die Auflösung der Hauptschule und erhebt die Forderung nach einem neuen Rektor.

21. März 1991

Im Schalterraum der Volksbank ist ein Modell der rechnergesteuerten Wurm-Kompostieranlage von Gustav Blessing ausgestellt. Der Erfinder wartet darauf, daß endlich eine Gemeinde oder Entsorgungsfirma genügend Geld hat und grünes Licht für ein Pilot-Projekt gibt.

Im Ortsbauausschuß gibt es eine hauchdünne Mehrheit für eine Gartenwirtschaft in der Altstadt. Der idyllische Kirchplatz zwischen Museum und Michaelskirche darf nun auf einer Fläche von 40–50 qm probeweise für ein Jahr für eine Bewirtung im Freien genutzt werden.

22. März 1991

Der Sportverein Schopfheim sieht sich auf seiner Generalversammlung im Aufwärtstrend. Es wird deutlich, daß auf grund großer sportlicher Erfolge die Jugend das Aushängeschild des Vereins ist. Der Vorstand wird in seinen Ämtern bestätigt.

Der Kinderschutzbund feiert sein fünfjähriges Bestehen mit einem Empfang in der Stadtbibliothek. Neben einer Ausstellung von Kinderbildern werden Referate über die Vater-Kind-Beziehung angeboten.

Patricia Schmidt, jahrelange Dirigentin des Schopfheimer Harmonikaorchesters, gibt bei der Generalversammlung ihr Amt an Brigitte Bichele ab. Im 60jährigen Jubiläumsjahr gibt es einige Glanzpunkte, und es wird vermerkt, daß alle Veranstaltungen mit einem finanziellen Überschuß abgeschlossen werden konnten.

Die Segelfluggruppe zieht auf seiner Generalversammlung Bilanz. Der Vorsitzende Detlef Barth kritisiert die geringe Auslastung der Segelflugzeuge.

23. März 1991

Eugen Herzog berichtet den Lesern des MT vom Leben in Poligny. Wir erfahren von erneuten Schneefällen und was sich so alles an mehr oder weniger alltäglichem in einer kleinen Stadt abspielt.

Vier zusätzliche Verkaufsstände in der Wallstraße werden jetzt probeweise für drei Monate in das bunte Markttreiben mit einbezogen. Die Händler hoffen auf die Akzeptanz der Marktbesucher.

Bei einem Tag der offenen Tür im Berufsschulzentrum wird den Achtklässlern Orientierungshilfe für ihre Berufswahl gegeben.

Bei der Generalversammlung des Sternenzinken übernimmt Ursula Wüst das Amt des Sternenvogt von Lothar Baumgartner. Auch hier hat die ausgefallene Fasnacht ein großes Loch in der Kasse hinterlassen, und man hofft, daß so etwas nie mehr passiert.

24. März 1991

Sakrale Chormusik verbunden mit intimer Kammermusik stimmte die Zuhörer der vollbesetzten katholischen Stadtkirche bei dem feierlichen Passionskonzert auf Ostern ein. Als Solistinnen wirken Madeleine Strütt-Chappuis (Sopran) und Silke Marchfeld (Alt) mit.

25. März 1991

Aus dem Rathaus verlautet, daß die Frist in Sachen Kaufhaus, die in einem Vorvertrag zwischen der Stadt und dem möglichen Investor GKI festgelegt wurde, abgelaufen ist. Neue Entwicklungen scheinen sich nicht abzuzeichnen.

Die Ortschaftsräte von Wiechs wollen notfalls die Straße mit Viehwagen blockieren und so zur Verkehrsberuhigung beitragen, wenn von Amts wegen nichts geschieht. Die Wiechser sind verärgert über die abermalige Ablehnung ihrer Tempo 30-Forderung vom Landratsamt.

27. März 1991

Abermals für Wirbel sorgt die Fehlbelegungsabgabe der Stadt. Nach längerer Odysee, verbunden mit viel Ärger bei der Computererfassung der Daten, verschickte die Stadt jetzt für 130 Wohnungen die Bescheide zur Erhebung der Fehlbelegungsabgabe. Bei der Berechnung sind einige Fehler unterlaufen, was der Stadt den aufgebrachten Protest der betroffenen Bürger einbrachte.

28. März 1991

Nach zehnwöchigem Umbau hat Schopfheim wieder ein Kino. Das neue »Scala« hat jetzt 175 Plätze.

29. März 1991

Zur Freude vieler Kinder und manch eines Erwachsenen gastiert über die Osterfeiertage wieder der Zirkus Alberti-Montana auf dem Festplatz Oberfeld.

30. März 1991

Die BZ meldet, daß die Stadtjugendpflege für alle Eltern, die versäumt haben, ihren Kindern etwas zu Ostern zu besorgen, in ihrem Büro ein Nothasenlager eingerichtet hat. Es ist am Ostermontag geöffnet. Wieviele Bürger diesem Aprilscherz aufgesessen sind, ist nicht bekannt.

31. März 1991

Mehr als 800 Gäste erleben am Ostersonntag in der ausverkauften Stadthalle eine Show der Superlative, die die TSG-Turner mit ihrem 9. Schlagerwettbewerb servieren.

Die Wiechser feiern ein Ereignis besonderer Art. Nach 33 Jahren gibt es wieder ein Doppelkonzert von Gesang- und Musikverein. Der Musikverein unter der Leitung von Max Lehmann in einer neuen weinroten Uniform. 15 Jahre lang hatte man darauf gewartet.

01. April 1991

Am Ostermontag macht beim traditionellen Eierspringen die Eierklauerbande beim Eichener See von sich reden. Viele Schaulustige sind zu dem Spektakel gepilgert und haben bei herrlichem Sonnenwetter viel Spaß. Die Originale »Ankebäbi« und »Beberich« sind auch wieder dabei.

03. April 1991

Clemens Fabrizio und Joachim Harder von der Leichtathletikabteilung des SVS überreichen dieser Tage 23 Teilnehmern das Sportabzeichen. Besonders geehrt werden Hildegard Würger (Turnerschaft Langenau) und Marianne Stadler (SVS) für 15malige Wiederholung in Gold sowie Werner Walter für 5malige Wiederholung.

Laut Statistischem Jahresbericht der Stadt wurden in der Stadthalle für 1990 nur 163 Veranstaltungstage gezählt, 1989 waren es noch 198 Tage. Während örtliche Vereine die Halle häufiger nutzten, fanden sich weniger Gastronomen und Fremdveranstalter in der Stadthalle ein. Die Anzahl der Besucher ging ebenfalls zurück. Davon wurden vor allem die örtlichen Vereine empfindlich getroffen, die trotz steigender Zahl der Veranstaltungstage weniger Besucher als 1989 hatten.

Die Besucher der Stadthalle erleben die Premiere einer deftigen Posse von Molière. Das Theater »Dreiländereck Basel« gastiert mit »Der Arzt wider Willen« mit dem bayrischen Volksschauspieler Toni Berger in der Hauptrolle.

06. April 1991

Aus der Arbeitsgruppe »Fleischdirektvermarktung Gersbach« wird ein Verein. 20 Gründungsmitglieder geben sich eine Satzung und wählen Pfarrer Gerhard Trautwein zum Sprecher und Vorsitzenden der Vermarktungsinitiative.

Wenige Wochen nach Vollendung ihres 85. Lebensjahres verstirbt Frieda Faller, die Witwe des einstigen Fahrnauer Bürgermeisters Emil Faller im Haus Columban. Manfred Bosch, Herausgeber ihres viel beachteten Buches »Wir trugen die Last, bis sie zerbrach«, hält bei der Abdankungsfeier, die auf Wunsch der Verstorbenen in kleinem Kreis stattfindet, eine Gedenkrede, die in Auszügen im MT abgedruckt wird.

Die Mitglieder des Hexenzinken bestätigen in einer problemlosen Generalversammlung ihren Zinkenvogt Walter Schott und seine Mannschaft in ihren Ämtern. Der höchste Vereinsorden wurde dem seit der Gründung aktiven Mitglied Klaus Blessing verliehen.

Der Musikverein »Harmonie« Gersbach lädt zu seinem Frühjahrskonzert ein.

07. April 1991

Eine Serie von Einbruchsdiebstählen verübten unbekannte Einbrecher in der Nacht zum Montag im Bereich Schopfheim. Acht Einbrüche wurden der Polizei gemeldet. Die Täter hatten es vorwiegend auf Bargeld abgesehen.

09. April 1991

Die CDU-Mitglieder wählen erneut Ortrun Schätzle an die Spitze ihres Stadtverbandes. Europa-Minister Heinz Eyrich, früherer Justizminister, stellt sich kritischen Fragen und bezieht Stellung zu den Spiegel-Vorwürfen gegen ihn. Er äußert sich auch zu der Steuerfrage, der Golfkrieg-Thematik und Verkehrsproblemen.

10. April 1991

Im Langenauer Ortschaftsrat ist die Freude groß. Die Querelen um den Bau einer Sport- und Tennisanlage an der kleinen Wiese sind vorbei. Vom Wasserwirtschaftsamt wird signalisiert, daß einer Planung nichts mehr im Wege steht, wenn der geforderte Hochwasserdamm in der Planung sei und das Wuhr verlegt werde.

11. April 1991

Rund 30 Bürger kommen zu einer Informationsveranstaltung der Heimbau und der Freiburger Architektengruppe, die ihr geplantes Projekt »Anders Wohnen« im Baugebiet »Bremt« erläutern. Mindestens acht Bauherren sollen sich zusammenfinden, die dann gemeinsam planen, bauen und wohnen.

12. April 1991

Nach den schlechten Erfahrungen mit der letzten Sperrmüllsammlung informiert die Stadtverwaltung ausführlich vor der nächsten Sperrmüllaktion. Die Stadt kommt den Bürgern in punkto Kühlschränken entgegen. Nachdem sie bisher vom Sperrmüll ausgeschlossen waren, werden sie das nächste Mal mitgenommen.

Seit im Gewerbepark Höfen das lange stillgelegte Wasserkraftwerk wieder Strom erzeugt, ärgert sich der Betreiber Ernst Hänßler über allerlei Wohlstandsmüll, der sich im Rechen verfängt. Der Kanal wird zur billigen Müllbeseitigung mißbraucht.

Bei der Generalversammlung des TSG wird Heinz Leuger als 1. Vorsitzender bestätigt. Elisabeth Jährig, Ursula Kiefer, Marianne Stadler und Christa und Andreas Urban erhalten die silberne Vereinsnadel für 25jährige Mitgliedschaft.

Erstmals muß in Schopfheim der Standesbeamte zwei Ehenamen in die Heiratsurkunde eintragen, wie es nach dem neuen Namensrecht möglich ist.

13. April 1991

Im Museum präsentiert Clemens Fabrizio in einer Ausstellung der Museumsgesellschaft Ansichtskarten mit Schwarzwaldansichten berühmter Maler.

Zum traditionellen Frühlingskonzert lädt die Stadtmusik Schopfheim ein. Zu Gast ist die renommierte Blaskapelle der Stadtmusik Lörrach. Die beiden Vereine brillieren mit Blasmusik vom Feinsten, wobei die musikalische Palette vom Elvis-Song bis hin zum Marsch reicht.

14. April 1991

Das Amadeus-Ensemble gastiert mit Sonaten und Liedern von Mozart in der Alten Kirche St. Michael. Solistin ist Madeleine Strütt-Chappuis. In den ausgewählten Liedern und Sonaten klingt laut der Kulturrezensentin der BZ die ganze Heiterkeit, Anmut, Empfindsamkeit und Schönheit der Mozartschen Musik an. Kantor Matthias Schneider bereichert den stimmungsvollen Abend mit Briefauszügen und Texten, die ein menschliches Licht auf Mozart werfen.

15. April 1991

Die auf einer Länge von 1,6 km geplanten Lärmschutzwälle entlang der Umgehungsstraße werden im Umweltausschuß von einem Experten des Straßenbauamtes erläutert. Die lärmdämmenden Vorrichtungen werden eine Höhe bis zu 5,50 m haben. Man rechnet bis Ende 1991 mit der vorzeitigen Freigabe der Umgehung zwischen Wiechser und Wehrer Straße.

Nachträglich erteilt der Umweltausschuß die Genehmigung für die Anlage zur Regenwassernutzung eines Schopfheimer Hauseigentümers, der Trinkwasser spart, indem er das Regenwasser in einem unabhängigen Kreislauf in WC-Kästen leitet und zur Wäsche oder im Garten nutzt. Das Projekt ist umstritten.

Pfarrvikar Jörg Neijenhuis nimmt seinen Dienst in der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael-West auf. Er überbrückt für zunächst ein Jahr die Vakanz, die durch den Weggang von Pfarrer Oskar Ackermann entstanden ist.

Viel Beachtung findet die Ausstellung »Wohnen im Alter«, die in den Räumen der Sparkasse gezeigt wird.

16. April 1991

Beim nachmittäglichen Treffen der CDU-Senioren-Union nimmt sich Erwin Konstanzer der Sorgen und Ängste älterer Bürger an.

18. April 1991

Clemens Fabrizio wird 70 Jahre alt. Als Sportpionier und Sammler hat er sich in der Stadt einen Namen gemacht.

19. April 1991

Schüler des THG müssen den Naturgarten der Urwald-AG neu anlegen. Die Umgehungsstraße ist im Weg. Bei der Flutung des neuen Teiches waren gleich ein paar Frösche da. Die Schüler hoffen, daß sich die Molche, Libellen und übrigen Insekten auch bald wieder in dem neuen Teich einfinden.

Das Verkehrsamt gibt den Fremdenverkehrsbericht 1990 heraus. In Schopfheim und Gersbach stehen 600 Gästebetten zur Verfügung. Entgegen dem allgemeinen Schwarzwaldtrend ist hier sogar eine Zuwachsrate von 9,3% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Man möchte in Zukunft nicht auf den jungen, erlebnisorientierten Verbraucher setzen, sondern auf alle diejenigen, die die Natur erleben und einen preiswerten Urlaub buchen möchten.

20. April 1991

Die Teiländerung des Bebauungsplanes »Im Lus I-IV« und die damit verbundene doppelte Anbindung der Hohe-Flum-Straße an den Lus-Weg hat bei den Anwohnern tiefe Besorgnis ausgelöst. Sie plädieren für eine strikte Trennung von Wohn- und Gewerbegebiet. Auf Initiative von Isolde Krauss sammeln sie 120 Unterschriften. Sowohl CDU als auch SPD teilen die Sorgen der Anwohner und beantragen bei der Stadtverwaltung, sich nochmal mit dem geänderten Bebauungsplan zu befassen.

Der Musikverein Fahrnau hat die Freunde der Blasmusik zu seinem Frühlingskonzert geladen. Zu Gast ist die Esslinger Stadtkapelle unter der musikalischen Leitung des gebürtigen Schopfheimers Rainer Kellmayer.

Im Museumskeller geht die 3. Schopfheimer Mundart-Literaturwerkstatt über die Bühne. Diesmal sind Autoren aus den unterschiedlichsten Regionen des deutschen Sprachraums zu Gast. Christian Schmid-Cadalbert aus der Schweiz experimentierte mit Jugendslang im Dialekt und fand ebenso Beachtung wie Uli Führe mit seinen kritischen Liedern. Außerdem stellt Konrad Kärn, der Moderator, den Tiroler Hans Haid vor, und als Besonderheit erleben die Zuhörer den 80jährigen Herbert Andert aus der sächsischen Oberlausitz. Als einheimische Literaten sind diesmal wieder Thomas Burth und Markus Manfred Jung präsent.

Nach einer Zitterpartie schaffen es die Handballer der 1. Mannschaft des SVS mit den Trainern Edgar Jäger und Otto Weiß doch noch, den Klassenabstieg aus der Landesliga abzuwenden. Die Freude ist groß.

Beim katholischen Kindergarten in der Adolf-Müller-Straße schaufeln die Väter kubikmeterweise Erde, pflanzen Bäume und Sträucher und legen ein Bächlein an. So entsteht in Selbsthilfe eine Spiellandschaft, die voll in das pädagogische Konzept des Kindergartens paßt.

Mit einem neuen Vorsitzenden geht die Schützengesellschaft Fahrnau in die neue Saison. Roland Steinebrunner löst den bisherigen Oberschützenmeister Heinz Bernauer ab.

21. April 1991

Zum Auftakt der diesjährigen Internationalen Schopfheimer Orgeltage spielt Kay Johannsen in der evangelischen Stadtkirche Werke von Bach, Max Reger und Busoni. Es sind im ganzen drei Konzerte geplant.

Der TSG veranstaltet zusammen mit der BZ ein Badminton-Turnier für Hobbyspieler. Vor großer Zuschauerkulisse kämpfen 140 Spieler in der Roggenbachhalle um den Sieg.

22. April 1991

Eine sehr gut besuchte Podiumsdiskussion zum Thema »Wohnen im Alter«, zu der die Landesbausparkasse in die Stadthalle eingeladen hatte, gibt Experten verschiedener Fachbereiche Gelegenheit, das Thema auszuleuchten.

Die Wiechser scheinen ihrem ersehnten Gehweg entlang der Kreisstraße ein Stückchen näher gekommen zu sein, wie sich bei einer Besichtigung vor Ort mit Bernhard Springmann ergibt. Die Anwohner sind bereit, ein Stück ihres Grundstückes zugunsten des Gehweges abzugeben. Sollten sich daraus jedoch noch Kosten ergeben, so wäre der Gehweg schon jetzt gestorben, hieß es aus dem Ortschaftsrat.

Bei einer Veranstaltung der IG »Pro Schiene« referiert Otto Müller-Girard von der Arbeitsgemeinschaft Öffentlicher Personennahverkehr im Parkhotel. Es geht um die Regio-S-Bahn. Die Arge bezieht die Haltinger Wendeschleife in die Bahnverbindung Zell-Weil-Basel-Mulhouse mit ein. Die Bundesbahn hält diese Lösung für zu teuer. Die IG »Pro Schiene« setzt sich weiterhin entschieden für die Regio-S-Bahn ein.

23. April 1991

Drei Schülerinnen der Klasse 10 des THG haben sich an einem Wettbewerb des Landtages von Baden-Württemberg zur Förderung der politischen Bildung beteiligt und mit ihrem Aufsatz »Wie haben sich die Übersiedler aus der ehemaligen DDR in der BDR integriert« einen 3. Preis geholt. Die Schülerinnen führten Interviews mit Übersiedlern durch, die sich im Schopfheimer Raum niedergelassen haben.

Regierungspräsident Norbert Nothhelfer eröffnet in der Stadtbibliothek eine Ausstellung, die über 50 Plakate von Schülern zum Thema »Miteinander gegen Drogen« zeigt.

24. April 1991

Das Krankenhaus veranstaltet seinen 5. Diabetes-Tag, an dem diesmal ein Münchner Professor referiert.

Die Stadt erhält aus staatlichen Toto- und Lottomitteln 15.000 DM für die Finanzierung des Eder-Brunnens in der Torstraße.

Die »Fleischdirektvermarktung Gersbach« lädt die Verbraucher zu einem Informationsabend ein, wo sie den fachgerechten Umgang mit Rindshälften demonstriert. Die Veranstaltung stößt auf großes Interesse.

Margarete Eichin sammelt etwa 50 Unterschriften von Bürgern, die sich gegen den Pfarrgartenverkauf der evangelischen Kirchengemeinde an die Stadt wenden.

25. April 1991

Zum 10. Mal finden in der Stadthalle die Schopfheimer Antiquitätentage statt.

27. April 1991

Es gibt enge Kontakte der Zeller Realschule zu Schopfheim, kommen doch mehr als die Hälfte der Schüler aus der Verwaltungsgemeinschaft und der Stadt Schopfheim. Dieser Tage überreichten vier Schüler ihre Jahresarbeiten, die sich mit Themen aus der Geschichte Schopfheims befaßten, an Beigeordneten Bertsch und Kulturamtsleiter Strütt. Jörg Selz hat über die Arbeiter-Turn und Sportbewegung in Schopfheim referiert. Carola Grether befaßte sich mit der Kirchengeschichte St. Michael, Jürgen Kupferschmidt ging unter lokalen Gesichtspunkten den Spuren der Geschichte der Feuerwehren nach, während Ralf Tastl die Entstehungsgeschichte des Südweststaates thematisierte.

Enrico Blokbergen kündigt auf der Generalversammlung der Aruba Narrenzunft ein großes Fest für Anfang Juli an, um damit das finanzielle Loch, das durch den Ausfall der Fasnacht entstanden ist, etwas zu stopfen. Die Zunfträte werden für zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Auch die Fahrnauer Fasnachtsgesellschaft klagt in ihrer Versammlung über die ausgefallene Fasnacht. Hier wird der Elferrat für die nächsten zwei Jahre nur aus neun Zunfträten bestehen, da sich nicht genügend Kandidaten finden ließen.

Eine Gruppe von Jugendlichen aus Kleinmachnow ist in Schopfheim zu Gast. Pfarrer Sieghart Schaupp und eine kleine Gemeindedelegation empfängt die Gäste. Es finden Begegnungen mit Jugendlichen aus Schopfheim, Wiechs und Langenau statt.

28. April 1991

Zum Abschluß der 4. internationalen Orgeltage in Schopfheim spielt der französische Organist Jean Pierre Maudet in der katholischen Stadtkirche.

29. April 1991

Der evangelische Kirchengemeinderat bleibt im wesentlichen bei seinem Beschluß vom November letzten Jahres. Er bietet der Stadt etwas mehr als die Hälfte des Pfarrgartens zum Kauf an, abgelehnt wird jedoch eine Unterbauung des verbleibenden Teils, so daß die geplante Kaufhausgarage nicht unter das Kirchengrundstück ragen darf. Es soll wieder eine 2-Jahresfrist gesetzt werden, nach der der Garten erneut an die Kirche zurückfällt, falls das Kaufhaus immer noch nicht realisiert wurde.

Peter Domes begleitet wieder die Müllfahrzeuge bei der Sperrmüllsammlung. Diesmal scheint es besser zu klappen. Es sei weit weniger Müll draußen gestanden als das letzte Mal und vorwiegend echter Sperrmüll, zieht der Umweltberater Bilanz.

Bürgermeister Fleck kritisiert den Gewerbeverein wegen dessen »Papierkrieg« zur Beschleunigung des Umgehungsstraßenbaus in der Hauptausschußsitzung. Wenn das Straßenbauamt ständig dem Regierungspräsidenten über den Stand der Bauarbeiten berichten müsse, gehe dem Amt wichtige Zeit verloren für die eigentlichen Aufgaben. Der Bürgermeister stellt fest, daß bisher noch kein Zeitverzug eingetreten sei, jedoch könnte der 2. Bauabschnitt erst ausgeschrieben werden, wenn die beim Verwaltungsgericht anhängige Klage ausgeräumt sei. Auf jeden Fall will man keine Zeit verlieren und beauftragt die Verwaltung, das Regierungspräsidium – Abteilung Straßenbau aufzufordern, einen Antrag auf Sofortvollzug der Planung zu stellen.

Aus der nichtöffentlichen Hauptausschußsitzung ist zu hören, daß jetzt die Hausmülldeponie Scheinberg dioxinverseuchtes Erdreich aus Rheinfelden aufnehmen soll. Nachdem das Wasserwirtschaftsamt keine Gefahr für das Trinkwasser sah, stimmte Bürgermeister Fleck dem Sondermülltransport zu. Die BZ kritisiert die Informationspolitik des Bürgermeisters, dieser hatte den Hauptausschuß unter Ausschluß der Öffentlichkeit erst informiert, nachdem er dem Sondermülltransport zugestimmt hatte. Die BZ meint, wenn das »bißchen Dioxin« auf der Kreisdeponie wirklich kein Problem bedeuten sollte, warum scheut man dann die Öffentlichkeit und informiert nicht offen über die Unbedenklichkeit.

Ebenfalls kritisiert wird der Bürgermeister, weil er bei der Besichtigung der Räume der Fahrnauer Schule zwecks Einrichtung eines provisorischen Kindergartens durch Vertreter des Landeswohlfahrtsverbandes und des Gesundheitsamtes den Schulleiter nicht vorher informiert hat.

Den Hauptausschuß beschäftigt auch die Signalanlage beim Depot-Markt, die erhebliche Staus verursacht. FWV-Stadtrat Dieter Leppert möchte vom Landratsamt fordern, die Signalanlage abzustellen, weil sie nicht verkehrsgerecht auf den Verkehr der B 317 eingestellt sei. Leppert sprach sogar von Fehlplanung. Es reift im Ausschuß die Erkenntnis, daß das Hauptproblem eigentlich die ständig steigenden KFZ-Zulassungen seien. Jost Noller sieht die Zeit für die Regio-S-Bahn für gekommen. Alfred Horn weist auf die Abhängigkeit von der Automobilindustrie hin.

Für den Ausschuß ist nochmal die grundsätzliche Frage von Zulässigkeit von Rundfunk-Bandaufnahmen auf der Tagesordnung. Beigeordneter Bertsch sieht sich in seiner Rechtsauffassung bestätigt und der Ausschuß schließt sich der Empfehlung von Stadtrat Meder an, daß keine grundsätzliche Entscheidung getroffen werden kann, da nicht über das Recht des einzelnen Gemeinderats hinweggegangen werden könne, nachdem es gefestigte Rechtsgrundlagen gäbe.

30. April 1991

Der Gewerbeverein lehnt die Teilnahme an einem City-Bus-Arbeitskreis ab, der sich mit Problemen des City-Bus-Verkehrs befassen und Verbesserungsvorschläge erarbeiten soll. Der Gewerbeverein möchte zuerst die katastrophalen Verkehrsverhältnisse verbessert sehen. Die Stadt hatte das Busunternehmen Deiss, die Polizei, die IG »Pro Schiene« und den Gewerbeverein eingeladen. Die Stadt bedauert die Absage.

Das Au-Bächle entlang der Mattenleestraße, für dessen Erhalt sich die Gemeinderäte lange eingesetzt haben, wird jetzt doch versiegen. Der technische Aufwand, das Bächle mit Wasser zu versorgen, wird als unverhältnismäßig groß angesehen.

01. Mai 1991

Pech mit dem Wetter hatten Radsportler und Radsportfreunde beim 6. Radkriterium rund um die Friedrich-Ebert-Sporthalle. Zum ersten Mal gehörte auch ein Frauen-Wettbewerb zum Kriteriumsprogramm der TSG Schopfheim.

03. Mai 1991

Informationen aus 1. Hand erhält der Ortsverband der SPD über die Probleme der ehemaligen DDR. Kleinmachnows Bürgermeister Dr. Klaus Nietsche ist zu Gast bei der SPD.

04. Mai 1991

Die Mitglieder des Arbeitsausschusses »Innenstadt« der Verkehrswacht Schopfheim, Bertold Dietsche, Hubert Probst und Walter Faller melden sich in einem Leserbrief zum Thema Ampel Depotmarkt zu Wort. Sie sind der Meinung, daß die Ampel richtig steht, daß dagegen ein Verkehrskonzept fehlt. Sie meinen, daß dringend ein gesamtstädtisches Verkehrskonzept her muß, das in der Zukunft Schopfheims Straßen entlastet, den Fußgängern mehr Sicherheit gewährt und den Radfahrern eigene Wege anbietet.

Die gute, intensive Jugendarbeit der Tischtennisabteilung des Sportvereins Schopfheim trägt Früchte. Die Jungenmannschaft gewann den Meistertitel der Südbadischen Landesliga und krönte damit eine zweijährige Erfolgsserie, die 1990 mit der Vizemeisterschaft und dem Gewinn des südbadischen Pokals begann. In der siegreichen Mannschaft waren Antonio Orlando, Markus Wellinger und Markus und Thomas Steinfelder.

Die Geburtshilfe der gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses wird vorerst geschlossen. Krankheitsbedingt stehen nicht mehr genügend Hebammen zur Verfügung. Damit sind die Aussichten, die Geburtshilfe in Schopfheim zu halten, noch geringer geworden. Die Kassen nennen als Vorgabe die Zahl von mindestens 250 Geburten als Voraussetzung für die weitere Finanzierung des erforderlichen Personals. Angesichts einer unzureichenden Bettenauslastung, die durch fehlende Akzeptanz der Geburtshilfe immer mehr absank, sah man die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt, denn auch bei niedriger Geburtenzahl muß eine personelle Mindestbesetzung vorgehalten werden.

05. Mai 1991

Das DRK, Kreisverband Lörrach, lädt zu einer Show-Veranstaltung, dem Welt-Rotkreuz-Tag in die Stadthalle nach Schopfheim. Den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern wird die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes, seine Aufgaben und Zielsetzungen vor Augen geführt.

06. Mai 1991

Außerordentlich groß ist der Andrang von Zuhörern zu der Gemeinderatssitzung. Von besonderem Interesse ist die Verkehrsführung im Gewerbegebiet »Lus«. Die Anwohner, angeführt von Isolde Krauss, die 150 Unterschriften gesammelt hatten, melden sich vehement mit ihren Befürchtungen zu Wort, daß nach den geänderten Plänen mehr Schwerlastverkehr als bisher durch die Wohnstraßen ins Gewerbegebiet rollt. Bernhard Springmann erläuterte die Pläne und Absichten, die hinter der geänderten Verkehrsführung stecken. Als Hauptverkehrsader für Lkws ins Gewerbegebiet »Lus« soll die Hohe-Flum-Straße mit einer Breite von 7 m ausgebaut werden. Bürgermeister Fleck sichert den Bürgern zu, daß alle anderen Straßen im Wohngebiet eine untergeordnete Funktion erhalten, wobei er sie notfalls durch entsprechende Maßnahmen beruhigen will. Der Gemeinderat stimmt schließlich einstimmig der geänderten Verkehrsführung zu.

Wahrscheinlich zum letzten Mal legt die Krankenhausverwaltung dem Gemeinderat die Jahresbilanz des Spitals vor. In dem Geschäftsbericht wird dargelegt, daß trotz etwas niedrigerer Auslastung schwarze Zahlen geschrieben wurden.

Aus nichtöffentlicher Sitzung weiß die BZ zu berichten, daß die Räte dem Kauf des Anwesens Neef zugestimmt haben. Die Stadt braucht das Gelände, um die zum Kaufhaus geplante Ladenzeile verwirklichen zu können.

07. Mai 1991

Im Rahmen der Verkehrsschau diskutieren sach- und fachkundige Teilnehmer auch die Auswirkungen der Ampelanlage im Bereich des Depot-Marktes der B 317, die seit ihrer Installation die mannigfaltigsten Reaktionen bei den Bürgern hervorgerufen hat. Aus der Sicht der Polizei, der Straßenbaubehörde, der Stadt Schopfheim und weiterer Teilnehmer an der Verkehrsschau hat die Ampelanlage trotz einiger Nachteile ihre volle Berechtigung. Bernhard Springmann wies auf die größere Verkehrssicherheit hin, die schon jetzt an sinkenden Unfallzahlen in diesem Bereich abzulesen seien. Die Behörden wollen die Situation entschärfen. Geplant ist eine längere Grünphase für den Gerade-aus-Verkehr.

Das Regierungspräsidium Freiburg stimmt dem Antrag auf Sperrung der Roggenbachstraße für den Schwerverkehr zwischen den Kreuzungen Himmelreich- und Schlattholzstraße zu. So wird vor allem die Friedrich-Ebert-Schule von Lärm und Abgasen der Brummis verschont bleiben.

08. Mai 1991

Beim Ortschaftsrat von Langenau finden die Bedenken des Langenauer Bürgers und Ortschaftsrates Klaus Dürrschnabel gegen die angekündigte Lieferung dioxinbelasteter Erde von einem Rheinfelder Kindergarten auf die Mülldeponie Scheinberg offene Ohren. Klaus Dürrschnabel hat einen Brief ausgearbeitet, in dem der Landrat um Klärung einiger offener Fragen gebeten werden soll. Der Rat stimmt dem voll zu.

11. Mai 1991

Der unter dem Namen »Jugendhaus Schopfheim e. V.« ins Vereinsregister eingetragene Jugendhaus-Trägerverein lädt zu einem Tag der offenen Tür in den Schlachthof ein. Neben Führungen durch das Gebäude ist ein vielfältiges Rahmenprogramm vorgesehen, wobei die Veranstaltung hauptsächlich im Außenbereich stattfinden muß, da ein Teil der Räume noch vom städtischen Bauhof genutzt wird. Es gibt bereits einen 1. Wechsel im engeren Vorstand. Edgar Müller, der zweite Vorsitzende, tritt aus privaten Gründen zurück. Als Nachfolger wird Johannes Klotz gewählt.

Die Frauen des evangelischen Kirchenbezirks Schopfheim waren zu einem Tag der Frau, unter dem Motto »Allein stehen – zusammen stehen«, ins Gemeindehaus eingeladen. Viele Frauen kamen. Monika Sacksofsky führte in das Thema ein.

Anläßlich des Winterabschlußfestes ehrt der Skiklub Fahrnau seine besonders erfolgreichen Sportler. Es sind dies Christian Meier, Thorsten Sparr, Claudia Meier, Dorothee Teipel und Volker Lapp.

13. Mai 1991

Der Wiechser Ortschaftsrat befaßt sich mit der Erweiterung der Bauschutt- und Erdaushubdeponie, die vom Landratsamt gewünscht wird. Die Räte fühlen sich schlecht informiert und fordern jetzt, daß die Fakten auf den Tisch des Rathauses gelegt werden, daß die Aussagen der Verantwortlichen nachprüfbar sind und später eventuelle Abweichungen exakt festgestellt werden können. Über die Stadt möchte man erreichen, daß einige »Visiere« im Gelände aufgestellt werden, über die man die endgültige Höhe der Aufschüttung zweifelsfrei erkennen kann.

Um die Temporeduzierung auf der Kreisstraße in Wiechs durchzusetzen, beschließen die Räte, einer Empfehlung von Hartmut Bertsch zu folgen und eine Bürgerversammlung einzuberufen, an der auch der Landrat Alois Rübsamen teilnehmen soll.

14. Mai 1991

In der Alten Kirche St. Michael sind bis Pfingsten die Gemälde der Malerin Gertrud Egervari zu biblischen Themen ausgestellt.

Die neue Leiterin der Jugendkapelle Schopfheim heißt Kirsten Lin. Sie löst Stadtkapellmeister Max Lehmann ab, der seit 1979 Leiter der Nachwuchsmusiker war.

In den späten Nachmittagsstunden stellen die Wiechser fest, daß im Oberdorf kein Wasser mehr aus den Leitungen fließt. Das war auch für die »Kronen-Wirtin« ein größeres Problem. Bei Ortsvorsteher Heinz Gräßlin läuft das Telefon heiß. Es wird schließlich eruiert, daß der Dinkelberger Wasserversorgungsverband seine Hochbehälter reinigte und bei diesen Reinigungsarbeiten eine Luftblase ins Rohrnetz geriet. Die Schopfheimer Wasserwerke kümmerten sich um die Misere. Fünf Tankfahrzeuge der Feuerwehr überbrückten die »wasserlose« Zeit in Wiechs. Ärgerlich empfanden die Beteiligten die mangelnde Information. Die Stadt ebenso wie der Ortsvorsteher wünschen in Zukunft über anstehende Reinigungsarbeiten informiert zu werden. Wegen der nicht ganz fachgerecht verlegten Rohrleitungen muß immer mal wieder mit einer Störung gerechnet werden.

15. Mai 1991

Bei der Hauptversammlung des »Förderkreis Ferienzentren« wird deutlich, daß die finanzielle Situation des Vereins sehr schwierig ist. Der Kassenwart Reiner Scholl mußte auch noch den Diebstahl von 12.000 DM beklagen. Außerdem konnte nicht alle Arbeit im erforderlichen Maß bewältigt werden. Bei den Neuwahlen wurde die 2. Kassenprüferin Katja Watzlick durch Bruno Huber und Schriftführerin Catrin Gruber durch Susanne König ersetzt. Für den ausscheidenden Beisitzer Edgar Müller wählte man Hanspeter Launer, Dieter Rotzler und Johannes Klotz.

16. Mai 1991

Die diesjährige Reihe der Autorenlesungen wird in der Stadtbibliothek mit dem Freiburger Autoren Hans Joachim Sell eröffnet.

Grünes Licht gibt das Regierungspräsidium Freiburg für den 2. Bauabschnitt der B-317-Umgehung. Da eine Teilrücknahme des Einspruchs von zwei Klägerinnen erfolgte, ist jetzt der Planfeststellungsbeschluß zum 2. (Fahrnauer) Bauabschnitt in der Hauptsache bestandskräftig.

Der Schopfheimer Ortsverband der Deutschen Verkehrswacht zeichnet auf seiner Generalversammlung Erich Pohlmann, den stellvertretenden Vorsitzenden, für 33jährige Mitgliedschaft im Vorstand aus. Vorsitzender Berthold Dietsche ernennt ihn zum Ehrenmitglied der Deutschen Verkehrswacht. Nachdem Erich Pohlmann nach so vielen Jahren sein Amt abgibt, rücken bei den Neuwahlen Hartmut Bertsch und Alfred Dierenbach nach. Vorsitzender bleibt Berthold Dietsche.

17. Mai 1991

In einer gemeinsamen Sitzung der Ortschaftsräte von Gersbach und Raitbach im Schopfheimer Rathaus geht es darum, welches Schlachthaus der beiden Gemeinden ausgebaut werden soll. Aus Kostengründen kann nur eines für die gewerbliche Schlachtung ausgerüstet werden. Vertreter des Veterinäramtes und der Stadtverwaltung sind ebenfalls anwesend. Die beiden Ortschaftsräte beschließen, daß jedem Ortsteil ein intaktes Schlachthaus bleibt. Gersbach bekommt ein modernes Schlachthaus, zum Teil mit neuem Anbau, das die Fleischdirektvermarkter auch zur gewerblichen Schlachtung nutzen können. Raitbachs Schlachthaus wird trotzdem noch einmal verbessert, wenn auch nicht auf den gleichen Standard wie Gersbach. Diese Entschlüsse gehen als Empfehlung an den Stadtrat.

18. Mai 1991

Zum Wochenende geht im Schwimmbad die neue Solaranlage in Betrieb. Die gesamte Flachdachfläche des Schwimmbadgebäudes ist nahtlos bedeckt mit schwarzen fingerdicken Schläuchen. Die Röhrchen der Sonnenfalle sind etwa 180 Kilometer lang. Über eine Umwälzpumpe im Keller des Badegebäudes wird das Beckenwasser aufs Dach gepumpt, dort heizt die Sonne es auf, bevor es wieder ins Becken zurückgeführt wird und dort für eine Wassertemperatur von 24–26° sorgt.

Karlherman Russ feiert seinen 70. Geburtstag.

Im Jugendzentrum im Pflug wird ein 15jähriges Mädchen vergewaltigt. Der 17jährige Täter stellt sich selbst und wird dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.

Das Ausländerzentrum lädt zu einem deutsch-türkischen Tanzabend in die Stadthalle ein. Leider folgten nur wenige Deutsche der Einladung, die zum besseren Kennenlernen deutscher und türkischer Landsleute dienen sollte.

21. Mai 1991

Zu einer von den Ortschaftsräten Ingrid Haas und Eugen Bernbach geforderten öffentlichen Dringlichkeitssitzung trifft sich der Ortschaftsrat von Enkenstein. Der wichtigste Tagesordnungspunkt ist die Ablagerung dioxinhaltiger Abfälle auf der Kreisdeponie Scheinberg. Mit 3:1 Stimmen einigt man sich auf die Forderung an die Stadt Schopfheim, daß diese einen Aufschub der Ablagerung von Dioxin-Erde auf der Hausmülldeponie Scheinberg erwirken möge.

22. Mai 1991

Bei der Sitzung des Abwasserverbandes Mittleres Wiesental macht der Verbandsvorsitzende Klaus Fleck mit drastischen Worten klar, daß es für die Erweiterung der Kläranlage Steinen höchste Zeit ist. Die Kläranlage ist längst an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen und bekommt die Schmutzfracht nicht mehr richtig sauber. Dies bringt den Abwasserverband in Schwierigkeiten. Ein Fischpächter erstattete Strafanzeige wegen Gewässerverschmutzung der Wiese durch das Abwasser aus der Kläranlage. Für die Erweiterung der Anlage ist nun als Baubeginn der 15. Oktober vorgesehen. Ende Juli erfolgt die Ausschreibung der Arbeiten für das 51-Millionen-Projekt, die EG-weit erfolgen muß.

23. Mai 1991

Die Gemeinderäte von Wieslet und Schopfheim und die Ortschaftsräte von Langenau und Enkenstein treffen sich zu einer gemeinsamen Sitzung in der Wiesleter Gemeindehalle zum Thema Ablagerung dioxinbelasteten Erdmaterials auf der Kreismülldeponie. Umweltdezernent Müller vom Landratsamt und der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Sprauer stehen Rede und Antwort. Der Landkreis stützt sich auf Experten-Gutachten, die alle unbedenkliche Werte attestieren, so daß »kein Bürger dagegen Einspruch erheben kann«. Es schien so, als ob auch nach dieser Informationsveranstaltung die Zweifel und Bedenken der Bürger nicht ausgeräumt waren. So gibt die BZ die allgemeine Stimmungslage wieder.

24. Mai 1991

Im Krankenhaus denkt man jetzt darüber nach, ob nicht die Mitarbeiter die neuen Träger des Krankenhauses sein könnten. Die Krankenhausver

waltung hat bei einer rechtlichen Prüfung festgestellt, daß dies möglich wäre. Im Gespräch ist eine Stiftung und eine AG.

Ohne Änderung im Vorstand geht der Kegelclub »Blauweiß Schopfheim« ins neue Vereinsjahr. Die Damenmannschaft holte sich den Titel der Oberrhein-Meisterschaft. Clubmeister wurden Walter Klatt und Erika Schnettler.

25. Mai 1991

Die Geburtshilfe-Abteilung des Städt. Krankenhauses, die schon seit einiger Zeit geschlossen ist, soll jetzt vom Land Baden-Württemberg endgültig geschlossen werden. Der Landkreis als mutmaßlicher neuer Träger heißt diese Maßnahme ausdrücklich gut.

Rund 1.500 Liter Styropor konnte Umweltberater Peter Domes und seine vier Helfer am Wochenende bei ihrer Sondersammlung entgegennehmen. Außerdem lieferten die Schopfheimer 560 Liter Aluminium ab.

Flohmarktstände, soweit das Auge reicht, füllten am Wochenende wieder einmal die Straßen der Schopfheimer Altstadt. Bei den Anbietern waren von Kindern, die ihre alten Spielsachen anboten, bis hin zu alten erfahrenen »Flohmarkt-Füchsen« so gut wie alle Altersklassen vertreten. Das herrliche Sonnenwetter trug zum Erfolg der Aktion bei.

27. Mai 1991

Um sich besser entscheiden zu können, welche Lärmschutzvorrichtungen entlang der neuen B 317-Umgehung aufgestellt werden sollen, sind die Mitglieder des Gemeinderats, Vertreter der Stadtverwaltung und des Straßenbauamts einen halben Tag lang unterwegs, um sich an konkreten Beispielen einen Eindruck von Lärmschutzeinrichtungen an belebten Straßen zu machen.

28. Mai 1991

Während der Offenlage des Bebauungsplans »Kleine und Obere Schleife« sind vier Einsprüche eingegangen, darunter auch einer von Jörg-Uwe Sanio, dem Eigentümer der größten Fläche. Bürgermeister Fleck will mit diesem Projekt bundesweit demonstrieren, wie man die baurechtlichen Möglichkeiten eines »Entwicklungsgebietes« zur Beschleunigung des Wohnungsbaus nutzt.

Der Schopfheimer Unternehmer Werner Rietschel erhält aus der Hand von Landrat Alois Rübsamen das Bundesverdienstkreuz am Bande. Während der Feierstunde im Rathaussaal lobt der Landrat Rietschel als einen Mann mit unternehmerischem Mut und Weitblick. Auch Bürgermeister Fleck, Kurt Härzschel und Ortrun Schätzle würdigen die Verdienste des in der Stadt hoch angesehenen Mannes.

29. Mai 1991

Über die neue Geldquelle, die jetzt zu sprudeln beginnt, freut sich Stadtkämmerer Reif. Gemeint ist die Vergnügungssteuer, die die Stadt für Spiel-, Geschicklichkeits- und Unterhaltungsgeräte verlangt, die in Gaststätten oder Vereinsräumen installiert sind.

Im Museum der Stadt wird die Sonderausstellung »Die Roggenbach im Umbruch ihrer Zeit 1770 bis 1870« eröffnet. Die Exponate sind zusammengetragen aus öffentlichen und privaten Sammlungen, u. a. auch aus dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt und aus Beständen von Roggenbach-Nachkommen. Die Ausstellung wird bis zum 28. August zu sehen sein. Zur Eröffnung überreicht Dr. Hubertus Freiherr von Landenberg stellvertretend für die Roggenbach-Nachfahren ein Portrait des Adam Franz Xavers Freiherr von Roggenbach als Geschenk. Die Lithographie wird künftig seinen ständigen Platz im Roggenbach-Saal des Museums einnehmen. Pünktlich zu Beginn der Ausstellung kann im Museum ein neuer Roggenbach-Führer erworben werden, der die Bedeutung des Geschlechts geschichtlich dokumentiert.

01. Juni 1991

Die Narrenzunft samt Zinken organisiert zusammen mit der Stadtmusik rund um die Stadthalle ein großes Fest, das helfen soll, die dringend benötigten neuen Uniformen der Stadtmusik zu finanzieren.

25 engagierte Bürger gründen einen neuen Verein, die »Bürgerinitiative für eine menschengerechte Stadt Schopfheim e. V.«. Die Aktiven der Bürgerinitiative, die über 1000 Unterschriften gegen die Südringplanung mit einer »Stadtautobahn« Bismarck-Bahnhof-Wehrer Str. gesammelt hatten, wenden sich gegen einen Eingriff in den Stadtpark Anna-Kym-Garten und eine Bahnunterführung Hebelstraße und formierten sich damit zwei Jahre nach der Stadtautobahn-Protestaktion zu einem Verein.

03. Juni 1991

Hinter verschlossenen Türen wird der Gemeinderat von der derzeitigen prekären Haushaltslage unterrichtet, weiß die BZ zu berichten. Der Stadt machen vor allem die Zwischenfinanzierungen zu schaffen, die nach Ausbleiben erhoffter Einnahmen zu Liquiditätsengpässen führen. Es fehlen in der Stadtkasse nicht nur die fürs Krankenhaus einkalkulierten 3 Mill. DM, auch das Pflug-Kaufhaus hat viele Millionen gebunden, die noch immer nicht zurückfließen. Hinzu kommt, daß die Gewerbesteuereinnahme nicht wie erwartet fließt.

Die Änderungsplanung für das Gewerbegebiet »Lus« wird im Gemeinderat abgesegnet. Die Anwohner hatten sich dagegen gewehrt, daß sie wegen der direkten Verbindung von Käppelimattstr. und Lusweg mit der Hohe Flum-Str. vom südlichen Erholungsgebiet Richtung Wiechs abgeschnitten werden. Alle Einsprüche wurden zurückgewiesen mit dem Hinweis, daß ein Durchgangsverkehr von und zum Gewerbegebiet verhindert werden soll.

Per Satzungsbeschluß erklärt der Gemeinderat das geplante Wiechser Baugebiet »Rebacker-Rütteberg« zum Entwicklungsgebiet. Das »Entwicklungsgebiet« zwecks Anwendung des »Wohnungsbau-Erleichterungsgesetzes« hält die Stadt für notwendig, da eine große Zahl von Grundstückseigentümern weitaus höhere Preisvorstellungen hat als die Stadt. Sie könnten jetzt notfalls enteignet werden. In einer Wohnungsprognose wird ein Bedarf von 1.750 Wohnungen für das Jahr 2000 angegeben, davon sollen in Wiechs 200 realisiert werden. Die GRÜNEN sind der Meinung, daß das Baugebiet »Rebacker« den Ortsteil Wiechs erschlägt und die Dorfstruktur zerstört.

In einem Grundsatzbeschluß legt der Gemeinderat fest, daß städtische Grundstücke künftig nur noch dann veräußert werden sollen, wenn die Käufer bereit sind, den Verbrauch von Heizenergie durch bauliche Maßnahmen auf festgesetzte Heizwerte zu drosseln. Die ersten solcher »Energiesparhäuser« sind im »Bremt« vorgesehen. Die Käufer von Baugrundstücken müssen sich im Kaufvertrag verpflichten, diese Werte nachzuweisen, anderenfalls muß eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden, die dann andere energiesparende Maßnahmen an Gebäuden finanzieren hilft.

05. Juni 1991

Im THG finden Aktionstage zum Einstieg in ein langfristig angelegtes Projekt »müllfreie Schule« statt. 16 Schüler der Klassen 7-13 wollen ihre Mitschüler und auch die Eltern zum Mitmachen motivieren. Es gibt viel Informationen, eine Ausstellung und immer wieder gezielte Aktionen.

Die Bürgerinitiative »Pro Langenau« lädt zu einer Informationsveranstaltung zum Thema: »Welche Risiken birgt die geplante Ablagerung von rund 1.000 Kubikmetern dioxinbelasteter Erde vom Rheinfelder Kindergarten auf der Kreismülldeponie Wieslet in sich?«. Als Referent spricht Heiner Lohmann, Kreisrat der GRÜNEN aus Rheinfelden, im evangelischen Gemeindehaus Langenau. Dieser kommt zu dem Schluß, daß die Belastung in der vorliegenden Konzentration nicht bedenklich sei.

Die Feuerwehr wurde in den Entegastwald gerufen, wo in unwegsamem Gelände ein Brand gelöscht werden mußte. Möglicherweise wurde der Brand von Kindern gelegt, die in der Nähe des Brandherdes gesehen wurden.

Der Kinderschutzbund erinnert in einem Schreiben an die Stadtverwaltung und den Gemeinderat an den im Bifig geplanten Kinderspielplatz. Seit drei Jahren warte man darauf. Die Vorsitzende Edith Walter sieht das Problem drängender werden, zumal die Zahl der Kinder durch neue Wohnblocks gewachsen sei.

06. Juni 1991

Die CDU und die FWV fordern in einem Antrag die Verwaltung und den Gemeinderat auf, sich für die Erhaltung der Geburtenabteilung im Krankenhaus Schopfheim einzusetzen. Zeitliche und personelle Probleme dürften nicht Anlaß für eine solch grundlegende Entscheidung sein. Das Sozialministerium beabsichtigt eine Schließung.

Der Ortsbauausschuß stimmt einer Bauvoranfrage zu, nach der in Gündenhausen nach Abbruch eines Ökonomiegebäudes ein Gästehaus sowie Wohnhäuser mit insgesamt 15 Wohnungen entstehen sollen. Zur Realisierung muß der Bebauungsplan »Lus I« geändert werden, um das Gewerbegebiet zum Mischgebiet umzuwidmen.

Die Stadt ließ ein Baulückenkataster der Kernstadt und für Fahrnau und Langenau erstellen, nach dem zusammengerechnet noch 280 Wohneinheiten geschaffen werden könnten. Dies entspricht einem Wohnungsbedarf von 1½ Jahren, erläutert Bürgermeister Fleck, und Beigeordneter Bertsch zerstreut Befürchtungen, daß jetzt pauschal darangegangen werde, die Baulücken mit Wohnungen zu füllen. Zuerst würden die betroffenen Eigentümer informiert. Er reagiert damit auch auf die Forderung von Wolfgang Lenz nach Bürgerinformation.

In den Anhörungen zum Bebauungsplan »Kleine und obere Schleife« wenden sich die »Bau-4« Geschäftsleute gegen die von der Stadt vorgesehene Beschränkung von Einzelhandelsgeschäften auf solche, die für die Einzelhandelsgeschäfte in der Innenstadt keine Konkurrenz bedeuten.

Im Bauausschuß wird der Bebauungsplan »Kleine und obere Schleife« beraten und die Weichen für die Realisierung gestellt. Westlich des Bifig entstehen rund 300 Wohnungen für etwa 1.000 Einwohner. Der Architekt, der für die Bauträgergesellschaft des Grundeigentümers Sanio die Planung anfertigte, rechnet mit einer Bauzeit von sechs Jahren. Laut Hochbaumsleiter Ottmann deckt sich der Bebauungsentwurf weitgehend mit den Vorstellungen der Stadt. Strittig ist die Tiefgaragenlösung, die Breite der Straßenbrücke über den Gewerbekanal und die von der Stadt verlangten beidseitigen Gehwege entlang des Kanals.

07. Juni 1991

Die IG »Pro Schiene« trifft sich mit den Betriebsräten der Firma E&H und Suchard, um zu erkunden, wie weit die pendelnden Betriebszugehörigen vom Auto auf die Bahn umsteigen könnten. Als wichtiger Hinderungsgrund wird der teure Bahntarif genannt. Die Teilnehmer des Gesprächs sind sich einig, daß erst ein Umdenken bei den Menschen im Wiesental, aber auch bei der Bundesbahn stattfinden muß, damit der Umwelt zuliebe das Auto stehen gelassen wird. Vor einem nächsten Gespräch soll in den Betrieben ermittelt werden, welche Mitarbeiter ohne Probleme die Bahn benutzen könnten.

08. Juni 1991

Obwohl die deutsch-türkischen Abende in Schopfheim schon eine lange Tradition haben, gelang es in diesem Jahr erstmals, in der Stadthalle ein echt gemischtes Publikum nicht nur der Nationalitäten, sondern auch der sozialen Schichten zusammenzubringen. Bunt und folkloristisch gestaltete sich dann der türkische Kulturabend, an dem Bürgermeister Fleck und Landrat Rübsamen neben dem türkischen Generalkonsul und dessen Bildungsattaché teilnahmen.

Der Rheinfelder Steinbildhauer Leonhard Eder stellt in seiner ersten Einzelausstellung in der Schopfheimer Sparkasse seine Frauenbilder in Skulptur und Zeichnung vor.

11. Juni 1991

Der Kindergarten Langenau, der am 1. November eröffnet werden soll, feiert Richtfest.

12. Juni 1991

Der »Adlerwirt« Georg Ludwig, der über mehrere Jahrzehnte zusammen mit seiner Frau das Gasthaus »Adler« in der Hauptstraße führte, verstirbt 77jährig.

13. Juni 1991

In der Reihe der Autorenlesungen präsentiert die Stadtbibliothek Georg Schmidt-Abels, einen Autor, der seine Liebe zu Freiburg und der Region literarisch verarbeitet hat.

In Stuttgart ist die Entscheidung gefallen, die Hauptschule Fahrnau aufzulösen. Das Kultusministerium schließt sich damit dem Wunsch der Stadt an, die als Schulträger die Fahrnauer Hauptschüler künftig in die Friedrich-Ebert-Schule nach Schopfheim schicken will.

Im katholischen Gemeindehaus stellt sich der neue Jugendreferent des katholischen Dekanats vor. Es ist der 24jährige Daniel Ham aus Karlsruhe.

14. Juni 1991

Der Landrat signalisiert der Stadt, daß eine Temporeduzierung auf der Kreisstraße durch Wiechs möglich sei, wenn die Stadt gewillt sei, einen durchgängigen Fußweg entlang der Kreisstraße anzulegen.

Auf Einladung der regionalen Sparkassen spricht »Report«-Moderator Franz Alt in der Stadthalle. Der streitbare Journalist, der sich als Um- und Querdenker profiliert hat, wirbt für ein radikales Umdenken und setzt sich für eine Wende zum Öko-Zeitalter ein.

15. Juni 1991

Der Elternbeirat der Friedrich-Ebert-Hauptschule wendet sich in einem offenen Brief an das Schulamt gegen die drohende Streichung des »Erweiterten Bildungsangebots an den Hauptschulen«, das wegen Lehrermangel gekürzt oder ganz gestrichen werden soll. Die Eltern erinnern an die Aussage der Kultusministerin, die das EBA als »wesentlichen Bestandteil und Merkmal der Hauptschule« ansieht. Man möchte nicht den Weg zur Restschule gehen.

Am bisher wärmsten Tag des Jahres feiert die Max-Metzger-Schule ihr Schulfest. Bei dem »Spielfest« reichte das Angebot vom Go-Cart-Rennen bis hin zum Kasperle-Spiel.

16. Juni 1991

Das 26. Moto-Cross-Rennen des MSC Schopfheim findet vor nur 1.500 Zuschauern statt. Petrus machte dem Club, der auch diesmal keine Mühe gescheut hatte, das traditionelle Spektakel perfekt zu organisieren, einen Strich durch die Rechnung. Die Veranstaltung geriet zu einer Schlammschlacht. Es gab einen 7. Platz bei den Viertaktern für Manfred Schäuble als bestem Fahrer des MSC. Die beste Seitenwagenplazierung für den MSC erreichten bei den Seitenwagen Armin Böhler/Jochen Zimmermann auf Platz 13.

Der Kegelclub Blau-Weiß Schopfheim richtete Stadtmeisterschaften für Hobbykegler aus. 35 Mannschaften und 74 Einzelstarter wetteifern um Pokale und Medaillen. Sören König, Käthe Kraus, Rudi Weber, die Blauweiß-Damen und die Herrenmannschaft »Jungfrauen I« wurden Sieger.

17. Juni 1991

Der Bebauungsplan »Kleine und obere Schleife« geht nach Zustimmung des Gemeinderats in die 2. Offenlage. Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung, in der der Bebauungsplan »Kleine und obere Schleife« auf der Tagesordnung steht, ist von seiten des hauptsächlich betroffenen Grundstückseigentümers Jörg-Uwe Sanio offensichtlich versucht worden, die Entscheidungen der Stadträte in seinem Sinne zu beeinflussen. Nachdem die Verwaltung einige Anregungen aus dem Sanio-Bebauungskonzept in die neueste Planung übernommen hatte und der Bauausschuß weitere Zugeständnisse abgelehnt hatte, zeigt sich Bürgermeister Fleck nicht gewillt, dem Druck nachzugeben. Strittiger Punkt ist die Vorschrift der Stadt, einen bestimmten Prozentsatz von Sozialwohnungen zu bauen, was Sanio ablehnt. Die Stadt erwägt ein Baugebot, das den Baubeginn in einer bestimmten Frist vorsieht. Einige Stadträte drängen auf einen Kompromiß. Klaus Böttger und Kurt Härzschel möchten die Kontrahenten nochmal an einen Tisch bringen, und Härzschel mahnt, daß es nicht im Interesse der Stadt sein könne, sich auf einen möglicherweise jahrelangen Rechtsstreit einzulassen.

Die Stadt hat Richtlinien zur Erhebung von Ablösesummen für baurechtlich vorgeschriebene, aber nicht nachweisbare Autostellplätze festgelegt. Demnach kostet der finanzielle Ausgleich für einen nicht angelegten Parkplatz im Stadtzentrum 25.000 DM, im übrigen Schopfheim und Fahrnau 10.000 DM, in allen anderen Stadtteilen 7.500 DM. Mit den Einnahmen werden neue Stellplätze finanziert, so z. B. die Parkplatzanlage Scheffelstraße hinter der Apotheke.

Die Gemeinderäte wenden sich einstimmig gegen das Vorhaben des Sozialministeriums, die geburtshilfliche Abteilung zum 1. Januar 1992 zu schließen und einen Bettenabbau von 150 auf 142 vorzunehmen. Das Ministerium, das sich auf den Krankenhausbedarfsplan III bezieht, weist darauf hin, daß die in den letzten Jahren gezählten Geburten nicht ausreichten, um dauerhaft die Sicherheit von Mutter und Kind zu gewährleisten. Die Stadt will das nicht akzeptieren und weist einen Bedarf von 166 Betten nach.

Der Streit um die Wassertemperaturen im Schopfheimer Schwimmbad wird im Gemeinderat diskutiert. Leidenschaftliche Schwimmer hatten in Leserbriefen und in einer Unterschriftenaktion wärmeres Wasser gefordert. Sie fühlten sich betrogen, da sie von 24 Grad garantierter Wassertemperatur ausgegangen waren, während das Bauamt im Probelauf die Temperaturen ermitteln will, die ohne Zusatzheizung erreicht werden. Der Gemeinderat beschließt, mit der reinen Sonnenheizung ohne Zuheizen als Probelauf weiterzumachen. Auf Vorschlag von Dieter Leppert wird den Inhabern von Jahreskarten eventuell am Jahresende ein Teil ihres Geldes zurückgegeben, entsprechend dem Anteil an kühlen Tagen.

Künftig gibt es sowohl an der Max-Metzger-Schule wie auch an der Fahrnauer Grundschule eine Kernzeitbetreuung. Schüler der Max-Metzger-Schule können künftig schon ab 11 Uhr den katholischen Kinderhort besuchen. Bis 17 Uhr ist damit eine Ganztagsbetreuung möglich.

18. Juni 1991

Der Hauptschulwechsel Fahrnau-Schopfheim wird vorbereitet. Nach Auflösung der Fahrnauer Hauptschule werden 47 Hauptschüler in neuen Klassen in der Friedrich-Ebert-Schule unterkommen. Laut Schulleiter Gabriel sollen sie behutsam integriert werden. Die 9. Klasse bleibt wie geplant in Fahrnau. Das erweiterte Bildungsangebot soll es auch im neuen Schuljahr geben.

19. Juni 1991

Der katholische Stadtpfarrer Felix Baumann, der seit 1984 in Schopfheim wirkt, wird zum Dekan für das Dekanat Wiesental gewählt und tritt damit die Nachfolge von Erich Egner-Walter an.

20. Juni 1991

Die Stufe vor den Arkaden des Stutz-Anwesens beim »Pflug« in der Hauptstraße ist für einige Räte im Bauausschuß ein Stein des Anstoßes. Sie sehen sie als gefährliche Stolperfalle an. Laut Bauamtsleiter Springmann ist eine gelbe Leiste als Markierung des Absatzes geplant, das Thema soll dennoch auf die Tagesordnung der nächsten Bauausschußsitzung.

Der Bauausschuß gibt dem Tennisclub Langenau grünes Licht für den Bau der geplanten drei Tennisplätze. Dem Wunsch von Ortsvorsteher Schmitt und mehrerer Räte, gleich die 100-Meter-Laufbahn mit in das Genehmigungsverfahren einzubeziehen, wurde nicht entsprochen, dies müsse als Antrag der Turnerschaft Langenau gesondert behandelt werden.

21. Juni 1991

Die Mitglieder des Vereins für Soziokultur, der für Schopfheims alternatives Kulturzentrum Irrlicht verantwortlich ist, treffen sich zu ihrer Jahreshauptversammlung. Bei den Neuwahlen ergeben sich einige Veränderungen, jedoch bleiben die gleichen Personen im Vorstand. Vorsitzende wurde Susanne König, Vize ist Martin Vollherbst, zur Schriftführerin wird Steffi Altmann, zum Kassier Heiko Hermann bestimmt. Der Verein investiert einiges in Jugendarbeit und stößt dabei ständig an finanzielle Grenzen. Immer schärfer zeichnet sich das Raumproblem ab. Zum einen herrscht Ungewißheit, ob der Mietvertrag, der im Juni 92 ausläuft, verlängert wird, zum anderen braucht man dringend weitere Räumlichkeiten, um weiterhin »Kultur zum Selbermachen« anbieten zu können. Man mußte schon jetzt etliche interessierte Aktionsgruppen aus Platzmangel abweisen.

Mit einem Rock-Musical, das die Lehrer Inge Böttger-Fisch und Dieter Waibel einstudiert haben, feiern die Schüler der Friedrich-Ebert-Schule in der Stadthalle ihre Entlaßfeier.

22. Juni 1991

Zum Auftakt des Lindenfestes auf dem Marktplatz, zu dem die Stadtmusik eingeladen hatte, gibt es heftige Gewitterschauer, die die musikalischen Darbietungen der Jugendkapelle mit ihrer Dirigentin Kirstin Lin erstmal verzögern. Die paar Dutzend Festgäste, die die Hoffnung auf besseres Wetter nicht aufgegeben haben, können schließlich im weiteren Verlauf des Abends bei angenehmen Temperaturen die Stadtmusik mit Max Lehmann erleben, der auch am Sonntag zum Frühschoppenkonzert einlädt. Mit bei der Gestaltung des reichhaltigen Musikprogramms wirken der Musikverein Langenau und Mambach. Ein Weinbrunnen, kühles Bier, Säfte, Sprudel und diverse Grillspezialitäten standen zur Stärkung von Gästen und Musikern bereit.

23. Juni 1991

Leider nur wenig Zuhörer findet das »Trio Danica« aus Aarhus mit seinem Konzert in der Evangelischen Stadtkirche. Kantaten und Choralvorspiele aus dem Barock und der Moderne werden in einem seltenen Zusammenklang von Sopran, Orgel und Oboe dargeboten.

24. Juni 1991

50 Schopfheimer Bürger beantworteten Fragen zum Thema »Umwelt«, die Schüler der Klasse 9a des Theodor-Heuss-Gymnasiums in einem Fragebogen zusammengefaßt hatten. Die Jungen und Mädchen starteten die Aktion als Vorbereitung für den Tag der offenen Tür des THG am 29. Juni, wo sie zusammen mit der Öko-AG eine Ausstellung zum Problem Umweltschutz veranstalten wollen. Bei der Auswertung der Fragebogen erfuhren sie z. B., daß nur 19 der Befragten Autos mit Katalysator fahren und die Hälfte der Antwortwilligen ihre Milch nicht in Flaschen kaufen, das wird als zu teuer angesehen.

Zu den erfolgreichsten Schulen beim diesjährigen Kreisleichtathletiktag im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs »Jugend trainiert für Olympia« gehören die Friedrich-Ebert-Schule im Wettbewerb der Hauptschulen und das Theodor-Heuss-Gymnasium auf Gymnasialebene. Die Mädchen vom THG konnten sich sogar für das Landesfinale im Stuttgarter Neckarstadion qualifizieren.

Um den überarbeiteten Bebauungsplan Rebacker-Rütteberg geht es in der Sitzung des Wiechser Ortschaftsrates. Architekt Untiedt stellte den kaum veränderten Plan vor. Das Interesse der Wiechser ist außerordentlich groß. Der Ortschaftsrat spricht sich noch einmal gegen die vorgesehene Größe des neuen Baugebiets aus. Für viel Unruhe bei den Bürgern sorgte die im Raum stehende mögliche »Enteignung« der Grundstücksbesitzer, falls diese nicht innerhalb von zwei Jahren auf ihrem Grundstück bauen. Durch die Ausweisung des Baugebiets als Entwicklungsgebiet wird der Stadt jeweils ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Die Stadt will nicht rigoros enteignen, sondern nur den Baubedarf und ein stetiges Wachstum des Wohngebiets kontrollieren und Spekulationen verhindern, beruhigte Bernd Benz von der Bauverwaltung. Der von der Stadt vorgesehene und von Benz erläuterte Zeitplan paßte einigen der betroffenen Grundstückseignern nicht. Da sich das künftige Wohngebiet inmitten landwirtschaftlich genutzter Flächen befindet, lag den Ortschaftsräten besonders die ungehinderte Berufsausübung der Wiechser Landwirte am Herzen. Dies wurde von der Bauverwaltung zugesagt. Der Ortschaftsrat reklamierte außerdem einen vorgesehenen Spielplatz, der vom Gemeinderat gestrichen worden war. Er wird für unverzichtbar gehalten.

25. Juni 1991

Der Skiclub Fahrnau sucht für sein Dorffest im September Geschirr. Er möchte auf Papp- und Plastikgeschirr verzichten und das Essen umweltfreundlich auf Porzellan oder Steingut servieren.

Die Finanzierung des Altstadt-Brunnens in der Torstraße ist endgültig gesichert. Nachdem der Verleger des MT, Dr. Hansjörg Jaumann, jetzt dem Bürgermeister nochmals einen Scheck von 10.000 DM überreicht hat und 15.000 DM aus Toto-Lotto-Geldern locker gemacht werden konnten, sind jetzt die Hälfte der Baukosten zusammen, und die Stadt trägt, wie versprochen, die zweite Hälfte. In der Altstadt sind die Vorbereitungen für die Aufstellung des von Leonhard Feder entworfenen Brunnens bereits im Gang.

15 Jungen und Mädchen des DLRG-Nachwuchses erproben nach eingehender Schulung durch Heinrich Achstaller und Ralf Itzin ihre Fähigkeiten und erwerben das »Deutsche Rettungsschwimmabzeichen«.

In einer Aktion des BUND Schopfheim wurde im Einmündungsgebiet der kleinen in die große Wiese bei Langenau der Kampf gegen den wild wuchernden Knöterich aufgenommen. Die Vorsitzende der Ortsgruppe, Frau Dr. Ruth Noack, hält es für notwendig, das Dickicht zu lichten und Platz für einheimische Pflanzen, wie z. B. Erlen, zu schaffen.

26. Juni 1991

Die größte Anerkennung der Deutschen Triathlon Union erfuhr die Schopfheimerin Irmi Klemm. Sie wurde für die Triathlon-Kurz-Europameisterschaft der Senioren in Frankreich nominiert.

Die gesamte Spitze der Badmintonspieler Baden-Württembergs wird in Schopfheim am Start sein, wenn die TSG-Badminton-Abteilung 1992 wieder ein großes Ranglistenturnier ausrichten wird. Den Auftrag hierzu erhielt sie dieser Tage.

27. Juni 1991

Nach 16jähriger Tätigkeit als Gemeinderat legt der CDU-Stadtrat Fritz Michalek sein Amt nieder. Der 49jährige Lehrer der Friedrich-Ebert-Schule versichert, daß »nichts Besonderes« dahinter steckt, er möchte einfach mehr Zeit für sich haben und sich vom ewigen Terminstreß befreien.

Auf großes Interesse bei Vermietern und Hoteliers stieß die erste vom Verkehrsbüro Schopfheim organisierte Vortragsveranstaltung mit Rechtsanwalt Treutler zum Thema »Rechtsverhältnis Gast – Gastgeber«.

Auch Schopfheim wird, wie alle Kommunen, zur Finanzierung der deutschen Einheit zur Kasse gebeten. Stadtkämmerer Reif rechnet mit rund 200.000 DM, die in diesem Jahr abgezweigt werden müssen.

Das Leben und Wirken Max Josef Metzgers wird in einem Oberstufen-Schulbuch des Katholischen Bibelwerks in Stuttgart dokumentiert.

Einen geschmacklosen Scherz leisteten sich Unbekannte, die auf dem Ausstellungsgelände des Bildhauermeisters Glatt am Käppelimattweg einen Grabstein beschädigten und mit Ölkreide beschmierten. Die Polizei sucht mögliche Zeugen.

28. Juni 1991

Nach 47 Jahren Tätigkeit bei der Stadtverwaltung wird Irmgard Harsch jetzt von Bürgermeister Fleck in den Ruhestand verabschiedet. Frau Harsch, die vielen Schopfheimern von ihrer Tätigkeit im Rathaus, sei es in der Finanzverwaltung oder im Büro der Volkshochschule, bekannt ist, hat ein langes und von vielen Zuständigkeiten geprägtes Berufsleben bei der Stadtverwaltung hinter sich. In den letzten Jahren hat sie sich immer mehr der Kultur gewidmet und wurde so zur Hauptanlaufstelle für die Besucher der Volkshochschule und auch zur »guten Seele« an der Abendkasse.

Nicht alle Baulücken, die in Schopfheim, Fahrnau und Langenau im Baulückenkataster erfaßt wurden, sollen für den Wohnungsbau vorgesehen werden. Einige Schopfheimer waren verunsichert, fürchtete man doch, daß jetzt jeder Garten zugebaut werden soll. Der Bauausschuß wählte lediglich fünf Baulücken aus, auf denen Geschoßwohnungsbau realisiert werden soll. Nach Berechnungen der Verwaltung wären dabei 114 Wohnungen zu realisieren. Die Eigentümer sollen demnächst angeschrieben werden.

Ein Jahr nach seiner Gründung trifft sich die Initiative für MCD-Kinder zu ihrer ersten Generalversammlung. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Minimale Cerebrale Dysfunktion zu informieren, einem Leiden, von dem rund 5 Prozent aller Kinder betroffen sind, erläutert der 1. Vorsitzende des Vereins Friedrich Albes.

29. Juni 1991

Zum Abschluß einer erfolgreichen Saison richtet die Jugendabteilung des Fußballvereins Fahrnau wieder einen »Jugendtag« aus. Sie veranstaltet Turniere für die E- und F-Jugend; die Erlöse sollen einem guten Zweck zugeführt werden.

Im alten Schlachthof haben ein paar Jugendliche damit begonnen, die Wände zu streichen und überflüssiges Inventar zu demontieren. Der Startschuß für den Umbau des alten Gemäuers zum Jugendhaus ist damit gefallen. Bis zum Winter soll das Jugendhaus dann fertig sein und seiner Bestimmung übergeben werden.

Mit dem Ausscheiden von Stadtjugendpflegerin Brigitte Hoffmann endet am 1. Juli die Ära der eigenständigen Schopfheimer Stadtjugendpflege. Mit der Gründung eines Jugendhaus-Trägervereins und der Absicht, eine Betreuungskraft für das neue Jugendhaus mitzufinanzieren, meinte man auf diese städtische Anlaufstelle verzichten zu können. Brigitte Hoffmann war vier Jahre lang zuständig für Jugendaustausch, Leitung und Betreuung des Jugendzentrums im »Pflug«, Stadtjugendring und Kinderkultur. Die scheidende Jugendpflegerin zieht Bilanz ihrer Tätigkeit und fühlt sich nicht immer in ausreichender Weise von der Verwaltung unterstützt.

vhs-Leiter Franz Hoch zieht nach Beendigung des Semesters eine beeindruckende Bilanz. Über 5000 Teilnehmer nahmen an 212 Kursen und 47 Einzelveranstaltungen mit insgesamt 4800 Unterrichtseinheiten teil. Hoch machte erneut deutlich, daß man damit vor allem an räumliche Grenzen stößt.

Die Jumelage mit der Partnerstadt Poligny läuft zur Zeit auf vollen Touren. Austausch von Praktikantinnen, Gruppenbesuche und Ferienfreizeiten sind an der Tagesordnung.

Chor und Band der Friedrich-Ebert-Schule sowie das Flötenensemble der Musikschule reisen anläßlich eines Konzertes von Jugendorchestern nach Poligny. 45 quicklebendige Musikbegeisterte freuen sich mit ihren Lehrern Anita und Dieter Waibel auf ein ereignisreiches Wochenende, das von Stadtjugendpflegerin Brigitte Hoffmann vorbereitet wurde. Begleitet wurde der Troß von Jutta Beer vom Verkehrsbüro. Mit von der Partie war auch eine kleine Abordnung von Schopfheimer Pfadfindern, die erste Kontakte zu »Scouts« im Jura-Städtchen knüpfen wollten. Die Begegnung wird dank der überaus herzlichen Gastfreundschaft ein großer Erfolg.

Seit 25 Jahren betreut Kurt Häuptli die Vogelvoliere im Stadtpark. Heiner Scheegab bedankt sich in einem kleinen Artikel in den Zeitungen für dieses Wirken zur Freude der Allgemeinheit.

An Fred Astaire und Gene Kelly wurde man beim internationalen Steptanzturnier, das der Tip-Top-Club Lörrach in der Stadthalle veranstaltete, erinnert. Der Tanz um den gläsernen Schuh war ein Augen- und Ohrenschmaus der besonderen Güte, was nur wenige Besucher bestätigen konnten, da viele Stühle in der Halle leer geblieben waren.

Mit Quiz und Geschicklichkeitsspielen unterhalten die Schüler der Friedrich-Ebert-Schule die Eltern und Mitschüler bei ihrem großen Schulfest.

Aktivitäten zuhauf gibt es beim Schulfest des THG, das pünktlich um 10 Uhr vom stellvertretenden Schulleiter Wolfgang Dreiser eröffnet wird. Von der Geisterbahn im Sozialkunderaum über das T-Shirt-Bedrucken im Klassenzimmer bis hin zum Sänftentragen im Pausenhof, von der Aufführung »Max und Moritz« im Musiksaal über den Videoclip im Filmsaal bis hin zum Armbrustschießen am Sportplatz reichen die vielfältigen Aktivitäten der Gymnasiasten.

30. Juni 1991

Fest in der Hand von Fußgängern und Radlern ist die Roggenbachstraße beim autofreien Sonntag des Stadtjugendringes. Der Stadtjugendring und ein Dutzend Vereine sorgten dafür, daß was los war in der Roggenbachstraße. Trotzdem äußerten sich manche der teilnehmenden Vereine enttäuscht über die Resonanz. In den ersten beiden Stunden verloren sich nur wenige Besucher zwischen den wenigen Ständen, es hatten ein paar Mitveranstalter kurzfristig abgesagt. In einem Leserbrief findet Jeannot Weißenberger die Idee eines autofreien Sonntags in der Roggenbachstraße unfair. Er meint, damit werde der Verkehr nur anderen Leuten in die Straße gedrückt.

Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes wird Elisabeth Rißmann für 15 Jahre Tätigkeit in der Versorgung der Schopfheimer Krankenhauspatienten mit Büchern geehrt. Frau Rißmann begann vor 15 Jahren mit einem kleinen Wägelchen, auf dem 58 Bücher lagen, durch die Krankenzimmer zu ziehen. Heute kann sie den Kranken fast 2.000 Titel anbieten. Pfarrer Jobst fand herzliche Worte des Dankes und überreichte der nun Scheidenden das silberne Kronenkreuz der Diakonie. Eine Nachfolgerin hat sich bisher noch nicht gefunden.

Die Feuerwehr muß zu einem Wohnungsbrand im Bifig gerufen werden. Eine nicht ausgeschaltete Herdplatte war die Ursache. Die Höhe des Schadens wird von der Polizei mit 20.000 DM angegeben.

01. Juli 1991

Vor genau zwei Jahrzehnten wurde die ehemals selbständige Gemeinde Fahrnau samt Kürnberg nach Schopfheim eingemeindet. Zur Feier dieses Jubiläums tagt der Gemeinderat im Feuerwehrgerätehaus. Eingeladen sind die ehemaligen Gemeinderäte, sowie die sogenannten »Sieben Weisen«, die im Eingemeindungsvertrag als Schlichter für Streitfälle vorgesehen waren, aber nie tagen mußten. Im Anschluß an die offizielle Gemeinderatssitzung gibt es einen kleinen Empfang. Für Werner Müller vom MT ist dieses kleine Jubiläum Anlaß, die Hintergründe der damaligen Entscheidung zu beleuchten.

Der Gemeinderat entbindet den CDU-Stadtrat Fritz Michalek von seinem Ehrenamt. Michalek, der sein Amt nach 16 Jahren niederlegte, erhielt aus der Hand von Bürgermeister Fleck den großen Golddukaten der Stadt Schopfheim. Fleck würdigt die Verdienste des scheidenden Kommunalpolitikers. »Sein Markenzeichen waren die sehr kritischen und pointierten Bemerkungen«, charakterisiert Fleck den CDU-Stadtrat. Als nachrückender Gemeinderat wird der Schreinermeister Max Ühlin verpflichtet.

Der Gemeinderat debattiert die prekäre Finanzlage, die der Rechenschaftsbericht 1990 erkennen läßt. Stadtkämmerer Hans Reif sieht auch für das laufende Jahr eine fallende Tendenz bei der Gewerbesteuer, die derzeit 1,6 Mill. DM unter dem eingeplanten Soll von 7,6 Mill. liege, außerdem belasten die Ergebnisse der Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst und die Kosten der deutschen Einheit das Budget. Angesichts einer angespannten Haushaltslage bekunden alle Fraktionen ihren Willen zum Sparen. Alfred Horn von der SPD plädiert für eine mehrere Jahre dauernde Konsolidierungsphase, weg vom Schuldentrend. Auch CDU-Fraktionschef Kurt Härzschel erinnert seine Ratskollegen daran, daß die Schulden schließlich nicht vom Himmel gefallen seien, sondern Folgen von Ratsbeschlüssen seien, und er empfahl dem Kämmerer, schon mal die »Notbremse« zu ziehen. Auch Dieter Leppert von den Freien Wählern hält es für notwendig, die »Begehrlichkeiten einzuschränken« und den Bürgern zu sagen: »Wir können nicht mehr«. Michael Straub von den GRÜNEN vermißt mittelfristige Ziele und fände einen »Gemeindeentwicklungsplan« nützlich.

Der Gemeinderat beschäftigt sich mit der Realisierung des Entwicklungsgebiets »Rebacker-Rütteberg«. Nachdem die Weichen mit dem Satzungsbeschluß bereits gestellt sind, geht es jetzt um die Abwicklung. Obwohl Kurt Härzschel und Michael Straub die beschleunigte Bebauung im »Rebacker-Rütteberg« noch in Frage stellen wollen, und mancher Rat an der Finanzierbarkeit des auf 17 Mill. DM veranschlagten Erschließungskonzept zweifelt, folgt man schließlich doch der Linie des Bürgermeisters. Dieser möchte das Projekt von einem Treuhänder, nämlich der Kommunalen Planungs- und Entwicklungsgesellschaft der Sparkassen, der KSG, abwickeln lassen.

Der Bebauungsplan »Reibematt« wird als Satzung beschlossen. Das Gremium lehnte auch endgültig die Bedenken von Anwohnern ab, die sich sowohl gegen eine geplante Erschließungsstraße als auch gegen die Ausweisung einer Teilfläche als eingeschränktes Gewerbegebiet richteten.

Am Ortsanfang von Schopfheim sollen Schilder, die auf die Partnerschaft mit Poligny und Ronneby hinweisen, aufgestellt werden.

Ruth Volz nimmt nach über 50jähriger Tätigkeit Abschied vom Reformhaus in der Feldbergstraße. Sie hat das Geschäft in andere Hände übergeben, es wird in der Hauptstraße einen neuen Standort haben.

Die Sänger und Sängerinnen des Gesangvereins Fahrnau folgen einer Einladung Peter Löfflers. Dieser hatte »seinen« Chor nach Lahr-Reichenbach zu einem Matinée-Konzert eingeladen.

In »Notwehr« handelt ein müllgeschädigter Bürger. Er stellte seinen Kühlschrank kurzerhand vors Rathaus und pinselte seinen stummen Protest gegen die immer noch nicht gelöste Entsorgungsfrage drauf.

02. Juli 1991

Das Museum steht wiederum mit erweiterten Ferienöffnungszeiten Gästen und Einheimischen offen, wobei die Ausstellung »Die Roggenbach im Umbruch ihrer Zeit 1770–1870« ein besonderer Anziehungspunkt ist.

Ob der Spielbus, der im Kinderferienprogramm der Stadt angekündigt ist, tatsächlich zum Einsatz kommt, scheint fraglich zu sein. Die Kinderschutzbund-Vorsitzende Edith Walter berichtet resigniert, daß bisher die Suche nach den nötigen Betreuern erfolglos blieb.

Aus Anlaß seines 70. Geburtstages erfährt Clemens Fabrizio zahlreiche hohe Ehrungen. U. a. erhält er den goldenen Ehrenring des Bad. Leichtathletikverbandes und die silberne Verdienstmedaille des Landesverbandes südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine.

Gemäß dem alten Brauch der Jünger Gutenbergs wird die frischgebackene Setzerin Anne Hudjetz von ihren Kollegen nach allen Regeln der Druckerkunst im Kronenbrunnen getaucht.

Der Düsseldorfer Schauspieler Michael Altmann ist mit dem Beckett-Stück »Das letzte Band« unterwegs von Flensburg nach Genua und macht Station in Schopfheim, wo sich im Museumskeller eine beachtliche Zahl von Theaterfreunden eingefunden hat, um ihn in dem absurden Drama, wo es um die Sinnlosigkeit und Trostlosigkeit des Daseins und die Tragik und Verzweiflung des Alterns geht, zu erleben.

03. Juli 1991

Das Café Irrlicht lädt zu einer zweitägigen Veranstaltung ins Eichenwäldchen oberhalb Schopfheims ein.

Junge Bands aller Stilrichtungen aus der Region geben sich am Wochenende ein Stelldichein. Dies ist keine Neuauflage des »Woodrock«-Festivals. Der Stadtrat hatte in einer Grundsatzentscheidung beschlossen, das Sengelen-Wäldchen aus Naturschutzgründen nicht mehr für mehrtägige Veranstaltungen freizugeben.

Ein Blütenmeer zaubern 24 Floristinnen in der Stadthalle, wo jetzt nach Abschluß der Landwirtschaftlichen Schule und der dreijährigen Lehre in Ausbildungsbetrieben der Landkreise Lörrach und Waldshut die praktischen Prüfungsarbeiten ausgestellt werden.

Nachdem einige Unklarheiten über das Nutzungsrecht der Ehrsberger Hütte zu Ärger geführt haben, fährt die Katholische Pfarrgemeinde, die das Hausrecht hat, jetzt eine klare Linie. Die Hütte soll nur für die Interessen der Pfarrgemeinde genutzt werden. Den Vereinen soll die Hütte nicht offenstehen.

Margit Klemm aus Wiechs feiert dieser Tage ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum im öffentlichen Dienst. Frau Klemm, die ihre Reinigungstätigkeit an der damaligen Grund- und Hauptschule Wiechs begann und seither ohne Unterbruch tätig ist, erhielt in einer Feierstunde im Rathaus von Hauptamtsleiter Strütt in Vertretung des Bürgermeisters eine Ehrenurkunde überreicht.

04. Juli 1991

Die Volkshochschule wird ihr neues Herbstprogramm erstmals jedem computererfaßten bisherigen Teilnehmer mit der Post zustellen lassen und auf die Zeitungsbeilage verzichten. Man möchte Kosten einsparen. Zu den geplanten kulturellen Veranstaltungen gehört ein Theatertreffen mit den Partnerstädten Poligny und Ronneby im September. In einem Leserbrief zur Sitzung des vhs-Beirats regt Meinrad Rümmele an, die in Raumnöte geratene Volkshochschule in ungebauten Räumen des Pfluggebäudes unterzubringen.

Der Bauausschuß beschäftigt sich mit den Erweiterungsplänen des Besitzers der Gärtnerei des Gutshofes Ehner-Fahrnau. Dieser möchte eine 41,55 m lange und 25 m breite Lagerhalle für Gemüse mit Kühlraum, Büros und Sozialräumen errichten. Hochbauamtsleiter Gutmann weist darauf hin, daß die Erschließung derzeit nicht gesichert sei. Rolf Kuri meint, daß eine Halle dieser Größenordnung ins Gewerbegebiet gehöre. Der Antrag wurde wegen seiner Brisanz an den Gemeinderat verwiesen.

Die Mitglieder des Bauausschusses sind in Gersbach unterwegs, um die umstrittenen Standorte für die geplante Mehrzweckhalle unter die Lupe zu nehmen. Ein neuer möglicher Standort ist ins Blickfeld gerückt – direkt am Ortseingang im Gewann »Ebnet« beim großen Parkplatz. Er findet bei der Gersbacher Bevölkerung offenbar große Zustimmung. Eine vom »Freistaat Gersbach« ins Leben gerufene Aktion erbrachte an einem einzigen Abend 305 Unterschriften für »Ebnet«. Ortsvorsteher Max Ühlin macht klar, daß man an diesem eindrucksvollen Votum der Bevölkerung nicht ohne weiteres vorbeikommt und sieht mit dieser Standortwahl eine Chance, im Ortschaftsrat zu einem Konsens zu kommen. Sollte das gelingen, steht der schnellen Verwirklichung allerdings noch die nötige Änderung des Flächennutzungsplanes entgegen, weil die Halle und der zusätzlich gewünschte Sportplatz im Außenbereich des Höhendorfes zu liegen kämen.

05. Juli 1991

Das Museum lädt alle Kinder und Jugendlichen von 6–18 Jahren zu einem Malwettbewerb unter dem Motto: »Wer malt den schönsten Roggenbach?« ein.

Die erst vor kurzem eingeführte Alu- und Styroporsammlung in städtischer Hand wird von der Bevölkerung gut angenommen. Bei der zweiten kontrollierten Sammlung kamen fast doppelt soviel Anlieferer wie beim ersten Mal.

Im Alter von 95 Jahren verstirbt Dr. Irma Weiher. Die ehemalige Oberärztin der Chirurgie versah fast 35 Jahre (von 1926 bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1961) am Krankenhaus Schopfheim ihren Dienst. Sie war in Schopfheim und im gesamten Wiesental hochgeschätzt und beliebt.

06. Juli 1991

Die Mitglieder des Schopfheimer Angelsportvereins treffen sich bei der Legi in Fahrnau zum Abfischen des Gewerbekanals, der wie jedes Jahr ein paar Wochen stillgelegt ist.

»Im Winkel«, wo für geraume Zeit die Gottlieb-Baracke für Wirbel sorgte, soll jetzt ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Stadt und »Bau 4« haben nach einigem Hin und Her Einvernehmen über Art und Umfang der Nutzung erzielt. Auf einer Gesamtnutzfläche von 6.500 qm sind 48 Wohnungen, davon 15 Sozialwohnungen geplant. Da für die 120 bis 130 Stellplätze eine eingeschossige Tiefgarage nicht ausreicht, soll die »Bau 4« die Fläche unter dem jetzigen Friedhofsparkplatz mitbenutzen dürfen. Grundsätzliche Bedenken gegen diese Planung meldet der Gewerbeverein an. Dr. Thomas Wieland und Werner Bühler bemängeln in einem Schreiben an die Stadt, daß mit diesem Projekt »in erheblicher Distanz« zur Kernstadt »jetzt ein drittes Einzelhandelszentrum« geschaffen werde; damit seien noch mehr innerstädtische Fahrzeugbewegungen vorprogrammiert. Der Gewerbeverein bittet die Stadtverwaltung und den Gemeinderat, die Bebauung im Winkel zu überdenken.

Zu einer Generalversammlung lädt der Vinzentius-Verein, der sich um Ausübung und Förderung der ambulanten Kranken-, Alten-, Haus- und Familienpflege kümmert und auch sozial-karitative Aufgaben innerhalb der katholischen Kirchengemeinde übernimmt. Adolf Krasa bilanziert, daß von den drei Krankenschwestern der Krankenstation 157 Patienten betreut wurden und 6.780 Hausbesuche gemacht wurden.

Die Bewohner der Wallstraße haben ein privates Straßenfest organisiert und »hocken« bis zur Mitternachtssuppe vor den Wallgaragen, gut versorgt durch Bäcker, Wirt und Metzger. Das Ehepaar Fleck feiert ebenfalls mit.

Pünktlich um 23 Uhr verstummen die Verstärker im Sengelenwäldchen – ganz so, wie es die Schopfheimer Gemeinderäte gefordert haben. Im Vergleich zu früheren »Woodrock«-Veranstaltungen gibt sich das diesjährige »Holz-Rock-Festival« sehr brav und familiär. Stimmung kommt nur gelegentlich auf. Das Publikum läßt sich weder von der Musik mitreißen, noch wirbeln, wie in der Vergangenheit, militante Politparolen das Eichenlaub auf. »Unterm Strich hat die Veranstaltung dieses Jahr, wie von Schopfheimer Kommunalpolitikern gefordert, tatsächlich ihren überregionalen Charakter verloren«, urteilt das MT.

07. Juli 1991

Die großen und kleinen Musikschüler der Musikschule Steinen-Schopfheim stellen vor, was sie im vergangenen Jahr gelernt haben. Im kühlen Schatten der mächtigen Bäume vor dem Parkcafé im Anna-Kym-Garten hatten die »Minis« von der musikalischen Früherziehung ihren großen Auftritt. Nett kostümiert bezauberten sie mit Singspielen wie »Bremer Stadtmusikanten« und der »Vogelhochzeit«. Der Eichener Kinderchor unter der Leitung von Dieter Waibel zauberte Cowboy-Romantik und der Flötenspielkreis von Susanne Kagerer brachte mit Schwung amerikanische Volkslieder zu Gehör. Für Zuhörer und Mitwirkende ein großer Spaß.

Am Abend zeigten dann die »Großen« in der Hülschenmatthalle, welch enorme Fortschritte sie auf ihren Instrumenten Violine, Cello, Gitarre oder Blockflöte im Laufe des letzten Jahres gemacht haben. Ein weiterer Höhepunkt war die Darbietung der Ballettklasse unter der Leitung von Borbala Meinig.

08. Juli 1991

Der Gemeinderat trifft sich zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Die Räte beschließen mit überwältigender Mehrheit, allen zwackenden Geldnöten der Stadt zum Trotz, eine neue Drehleiter für die Feuerwehr zu kaufen, statt die alte zu reparieren. Ein entscheidendes Argument für eine Neuanschaffung lieferte Roland Meder (SPD). Er wies darauf hin, daß mit der alten Leiter die Rettung alter oder behinderter Bewohner aus den oberen Etagen von Hochhäusern und Altersheimen schlicht nicht möglich sei. Die 930.000 DM teure Leiter kostet die Stadt 380.000 DM. Das sind 230.000 DM mehr als für die Reparatur der alten bezahlt werden müßte.

Die Stadt sieht sich nicht in der Pflicht, den notwendigen Anschluß der neu zu errichtenden Lagerhalle der Gärtnerei Oertlin in Ehner-Fahrnau an die Kanalisation zu finanzieren, das Baugesuch wird jedoch für baurechtlich genehmigungsfähig gehalten.

Dem Gemeinderat liegen erstmals die Entwürfe der »Bau 4« für ein Geschäfts- und Wohnungsprojekt auf dem Grundstück zwischen Hauptstraße, Amalienstraße und Wiechser Str. vor, das der Gewerbeverein bereits mit der Bezeichnung »Friedhof-Shopping-Center« abgelehnt hat.

Für die Realisierung des »Regio-Gewerbeparks« auf einem 6,3 Hektar großen städtischen Grundstück im Gewerbegebiet »Lus« hat die Stadt die Landeskreditbank als Träger gewonnen. Der Gemeinderat stimmt dem ausgehandelten Vertragsentwurf zu. Das 100-Millionen-Projekt diente auch als Begründung für die Landeszuschüsse, die inzwischen für die weitere Erschließung des Gewerbegebiets in Höhe von 1,4 Mill. DM bewilligt wurden. Die LKB tritt als Kreditgeber und Investor auf und präsentiert als Partner im planerischen und technischen Bereich die Firma »Imbau GmbH«, es sollen jedoch auch örtliche Firmen Aufträge erhalten.

Georg Diehl, Rektor der Fahrnauer Grund- und Hauptschule, wird nach 40 Jahren Schuldienst im Rahmen einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Oberschulamtsdirektor Zimpfer würdigte vor allem die künstlerischen Fähigkeiten Diehls, die tief in die Schule hineingewirkt haben. Er organisierte jahrelang Schultheaterabende, studierte Kinderopern ein oder führte Regie bei Kindersymphonien. Seine weitgefaßten Interessen haben auch ihren Niederschlag im außerschulischen Bereich gefunden. Als Dirigent des Schopfheimer Posaunenchores, des evangelischen Kinderchores Maulburg, des Werkchores der Fa. Freudenberg und seit 1988 des Langenauer Gesangvereins hat sich Diehl einen Namen gemacht. Georg Diehls Tätigkeit als Volkshochschulleiter von 1968 bis 1987 würdigte Hartmut Bertsch von der Stadt.

Seine erste Mitgliederversammlung veranstaltet der 1990 gegründete Landesverband Südbaden der Deutschen Schmerzhilfe, der seinen Sitz in Schopfheim hat. Als wichtige Aufgabe sieht Dr. Winfried Faust vom Städtischen Krankenhaus, der dem Verein vorsteht, auch die Sterbebegleitung. Nach Meinung des zweiten Vorsitzenden Prof. Gunther Haag beschränke sich die Aufgaben der hiesigen Gruppe zunächst darauf, ihre Arbeit auf verschiedenste Art der Öffentlichkeit darzustellen. Es laufen Vorbereitungen für eine größere Veranstaltung zusammen mit der AOK Lörrach.

Zum Ausklang des Schuljahres veranstaltet die Friedrich-Ebert-Schule wieder ihre Projekttage. In fächerübergreifenden Angeboten können die Schüler und Schülerinnen ihren Wünschen und Neigungen nachgehen. Ein besonderer Clou waren die selbstgefertigten Heißluftballons, die sich bei den anschließenden Flugversuchen majestätisch über das Schuldach erhoben.

09. Juli 1991

Schüler der Friedrich-Ebert-Schule wirken an einem Film über das Goldwaschen im Altrhein mit. Für eine deutsch-französische Co-Produktion des SWF-Schulfernsehens agieren sie zwei Tage lang in Goldgräbermontur als hartgesottene »Alaska Kids«.

10. Juli 1991

Der Kreistag entscheidet, daß das Schopfheimer Krankenhaus endgültig in die Regie des Landkreises übergeht, nicht wie geplant, rückwirkend zum 1. Juli, sondern erst am 1. August 1991. Für den Wechsel des Hauses votierten alle Kreisräte mit Ausnahme von vier Mitgliedern der Freien Wähler. Damit stimmten nach monatelangem Hin-und-Her die Kreisräte dem Übernahmevertrag zu und gaben damit auch den Segen für die gefundene Vereinbarung mit dem übertariflich bezahlten Arzt, um dessen Abfindung es letztlich noch ging. Der Kreis hatte es abgelehnt, für einen Vertrag geradezustehen, den die Gemeindeprüfungsanstalt bemängelt hatte. Der Kreis will das Haus in bisheriger Form weiterführen, versprach Landrat Alois Rübsamen. Der Blick richtet sich jetzt auf die geplante Modernisierung des Hauses.

Frauen sollen auch künftig im Krankenhaus Schopfheim entbinden können. Dafür macht sich der Landkreis beim Sozialministerium stark. Nach dem Krankenhausbedarfsplan III will das Land die Geburtshilfe in Schopfheim streichen. Bürgermeister Klaus Fleck glaubt, daß sich die problematisch niedrige Geburtenzahl im Schopfheimer Krankenhaus bald ändern wird, nämlich dann, wenn in etwa zwei Jahren sich eine Frauenärztin in Schopfheim niederlasse und das Krankenhaus dann wieder zwei Belegärzte hat.

Der Ortschaftsrat von Langenau muß seine Entscheidung, auf dem Spielplatz in der Talstraße eine Tischtennisplatte aufzustellen, revidieren, dies teilt Ortsvorsteher Hermann Schmitt mit. Proteste der Anwohner müssen 

berücksichtigt werden. Jetzt muß sich der Ortschaftsrat nach einem neuen Standort umsehen.

Auch in Eichen setzt sich der Ortschaftsrat, wie in anderen Stadtteilen, mit dem Angebot des Wasserwirtschaftsamtes auseinander, Uferrandstreifen zu erwerben.

11. Juli 1991

Das Oldtimer-Orchester im Harmonika-Orchester Schopfheim muß auf seinen Dirigenten, Horst Schottmüller verzichten. Schottmüller, der das Orchester seit der Gründung 1982 mit Erfolg leitete, kann seine Dirigententätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen. Nachfolger wird Hans Frieder Westphal aus Grenzach.

Lieselotte Klemm, die seit 1981 im Sekretariat des Theodor-Heuss-Gymnasiums arbeitet und auf eine fast 25jährige Tätigkeit im Dienste der Stadt zurückblicken kann, wird von Bürgermeister Klaus Fleck in den Ruhestand verabschiedet.

Mit etwas Glück und dank einer guten Aufstiegsrunde haben die Basketballer der TSG Schopfheim den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Für die Basketballer geht ein erfolgreiches Jahr 1990/91 zu Ende. Neben dem Aufstieg der ersten Mannschaft konnte die B-Jugend weiblich den Bezirksmeister, und die A-Jugend männlich einen vorderen Platz erreichen.

Der Brunnen in der Altstadt nimmt Gestalt an. Bildhauer Leonhard Eder beginnt damit, die Skulpturen und Ruhebänke aufzustellen. Schon in allernächster Zukunft soll das Wasser fließen.

An der Hauswirtschaftlichen Berufsschule wurde der erste Altenpflege-Ausbildungskurs erfolgreich beendet. Schulleiterin Marie-Luise Müller weist in der Abschlußfeier, zu der sich viel Prominenz und auch Landrat Rübsamen einfand, auf den hohen Stellenwert der helfenden Berufe in unserer Gesellschaft hin.

12. Juli 1991

Die Zeitungen haben Informationen aus der nicht-öffentlichen Sitzung des Kreistags vom 10. Juli erhalten, in der Landrat Alois Rübsamen den Kreisräten von Ungereimtheiten, die sich um einen leitenden Arzt der inneren Abteilung des Schopfheimer Krankenhauses ranken, berichtet. Gegen ihn soll aus den eigenen Reihen der Vorwurf erhoben worden sein, »fast doppelt soviel Untersuchungen in einem Spezialbereich wie in einer Klinik der Zentralversorgung vorgenommen« zu haben, darüber hinaus soll er mit seinen unter Narkose stehenden Patienten ruppig umgegangen sein. Es wird deutlich, daß vor dem Hintergrund dieser Anschuldigungen der Trägerwechsel zum 1. August sehr in Gefahr war. Die Kreisräte waren drauf und dran, die Frage erneut zu vertagen. Ob die Vorwürfe berechtigt sind oder nicht, wird sich noch weisen müssen. Der beschuldigte Arzt vermutet, daß gegen ihn eine Intrige laufe. Vorerst zieht die Affaire ihre Kreise. Das MT konstatiert folgenden Stand der Dinge: Die Stadtverwaltung ermittelt intern, um den Wahrheitsgehalt der Anschuldigungen festzustellen, nach Informationen des MT gibt es widersprüchliche Ergebnisse. Ein Teil des Krankenhauspersonals bestätigt die Vorwürfe, ein anderer stellt sich vor den beschuldigten Arzt. Die Ärztekammer »prüft« das Verhältnis zweier Ärzte zueinander. Nach offiziellen Angaben gibt es keine »Untersuchung« des Falles. Weiterhin weiß das MT zu berichten, daß der Schopfheimer Gemeinderat nach Kenntnis der Fakten, die nach Meinung der Stadtverwaltung eine Kündigung rechtfertigten, nicht die Verantwortung für diesen Schritt übernehmen wollte.

Nachdem das »Kirchhölzle« ein Jahr lang leer stand, sind jetzt die bautechnischen Schwierigkeiten, die einem Bezug entgegenstanden, beseitigt. Die preisgekrönten Häuser, die bei der Bevölkerung eine sehr unterschiedliche Beurteilung erfuhren, werden jetzt verkauft oder vermietet. Damit entlasten 11 Objekte den Schopfheimer Wohnungsmarkt.

In Eichen wird eine Wunsch- und Prioritätenliste zur Haushaltsvorberatung 1992 vorgelegt. Für den Eichener Ortschaftsrat hat die Oberflächenabwasserleitung in der Alten Wehrer Straße und die damit verbundene Aufbringung einer Fertigdecke mit Einrichtung eines Gehwegs absolute Priorität. Wichtig ist den Räten auch die Erweiterung des Seeparkplatzes und dann die Platzgestaltung vor der Kirche in Verbindung mit der Suche nach Parkraum. Punkt eins der Wunschliste ist nach wie vor die Ausweisung von Baugebiet für Eichener Bedarf. Für nötig wird auch die Innensanierung des Rathauses gehalten.

Wegen der Ausbaupläne für den Gutshof Ehner-Fahrnau hat Hausens Bürgermeister Vogt die Nachbargemeinde Schopfheim angeschrieben. Er fürchtet eine neue LKW-Flut auf Hausen zukommen, wenn die geplante Halle mit sieben Laderampen verwirklicht wird. Er fordert Schopfheim auf, über den Bau einer befahrbaren Brücke nachzudenken.

Auch in diesem Jahr ist der Bildhauer Gerhard König auf dem Platz vor der Michaelskirche zu finden. Er verarbeitet ein großes Rumpfstück eines dicken Baumstammes zu einer Skulptur. Das künstlerische Thema ist dem Friedensgedanken verpflichtet. 14 Tage lang wird er öffentlich arbeiten.

Im Gersbacher Ortschaftsrat wird das Raumprogramm des neuen Schlachthauses beraten, das Wilfried Geiger vorstellte. Zum wiederholten Mal steht das »Landschaftsschutzgebiet Oberes Wiesental« auf der Tagesordnung. Nach einer vorangegangenen Ortsbegehung und reger Diskussion einigt man sich auf neue Grenzen, die einen großen Kreis um Gersbach ziehen. Der Vorschlag wird dem Landratsamt vorgelegt.

13. Juli 1991

In einem Kommentar in der BZ wird die Krankenhausaffäre als eine Intrige gegen einen renommierten, erfolgreichen Arzt gewertet und das Handeln der Verwaltung gerügt, es ist sogar von alten Seilschaften zwischen Krankenhaus und Rathaus die Rede.

Die Musikzöglinge des Musikvereins Fahrnau zeigen beim Vorspielabend im Physiksaal der Fahrnauer Grund- und Hauptschule ihr Können. Der Verein unter dem Vorsitz von Guntram Halter setzt voll auf die Jugendarbeit und investiert dafür 8–10.000 DM im Jahr. Es fehlt dem Jugendorchester an Tenorinstrumenten wie Posaunen oder einer Tuba, da die meisten Jugendlichen höher gestimmte Blasinstrumente bevorzugen.

Julie Blum feiert ihren 97. Geburtstag im Georg-Reinhardt-Haus; es ist ihr 25. im Reinhard-Haus. Pünktlich zu ihrem Geburtstag bringt die ARD in der Sendereihe »Rückblicke« einen Film über Julie Blum, die Bauernmagd. Derzeit liegt die hochbetagte Jubilarin nach einem Unfall im Krankenhaus, es geht ihr aber den Umständen entsprechend gut.

Heinz Gräßlin eröffnet das inzwischen 16. Wiechser Dorffest, das dank des Einsatzes der Wiechser Vereine wieder ein großer Erfolg wird. Am Abend herrscht Hochbetrieb auf dem Platz vor dem Schulhaus.

Die evangelische Kirchengemeinde in Eichen will den Gästen ihres Dorffestes etwas Besonderes bieten. In einer Ausstellung in den Räumen des alten Rathauses stellen 18 Künstler aus, was in den »stillen Kämmerlein« Eichens und seiner Umgebung im Laufe der Zeit so alles an Künstlerischem entsteht. Es fanden sich phantasievolle Bilder neben anspruchsvollen Fotografien, Stücke aus Salzteig neben schönen Clownpuppen und vieles mehr. Die Ausstellung zog die Festbesucher magnetisch an.

Eine Gruppe von Türkinnen, die sich zusammengeschlossen haben, um sich gegenseitig zu helfen und zu beraten, suchen den Kontakt zu den SPD-Frauen, die sich offen zeigten, und bei einem ersten gemeinsamen Treffen, das in gelöster und herzlicher Atmosphäre verlief, wurden erste gemeinsame Pläne geschmiedet und Ziele und Gemeinsamkeiten abgesteckt. Christa Hoheisel stellte die Arbeit der SPD-Frauen vor, nachdem Silvia Stölzle die türkischen Geschlechtsgenossinnen auf türkisch begrüßt hatte. Gamze und Sevim Gürler erzählten von den Plänen und Vorstellungen der erst seit einem halben Jahr bestehenden türkischen Gruppe. Man will in Zukunft zusammenarbeiten und auch den Tendenzen von Ausländerfeindlichkeit, die in den Schulen und Freizeiteinrichtungen zu spüren sind, entgegenwirken.

Der Tennisclub Schopfheim kann sich über einen großen sportlichen Erfolg seiner Juniorenmannschaft AK 1 freuen. Die Mannschaft hat nach einer niederlagslosen Begegnung mit dem ESV Freiburg den Aufstieg von der zweiten in die erste Bezirksliga geschafft. Trainer des erfolgreichen Teams ist Volker Lamb.

15. Juli 1991

In der vergangenen Woche waren die Gemeinderäte Dr. Jost Noller, Ruth Sprich und Henny Timmermann, sowie Bürgermeister Fleck, Tiefbauamtsleiter Springmann, Bauverwaltungsleiter Benz und Hauptamtsleiter Strütt zu Gast in Kleinmachnow. Die Gemeinderäte nutzten die Gelegenheit, um sich über die strukturellen und gemeindeinternen Probleme der brandenburgischen Stadt zu informieren.

16. Juli 1991

Zehn Wochen vor dem 2. Schopfheimer »Triathlon für jedermann« am 15. September laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Organisatoren, allen voran Irmi und Hubert Klemm, haben alle Hände voll zu tun. Der Schopfheimer Wettbewerb ist dieses Jahr ein Teil des offiziellen baden-württembergischen Triathlon-Veranstaltungskalenders.

Auch im Leserbriefforum der Zeitungen schlägt sich das Thema Kritik am Krankenhausarzt nieder. Eine Leserin bescheinigt dem betroffenen Arzt ein besonders nettes Verhalten. Reinhold Fetscher, als ehemaliger Patient hochzufrieden, verfaßt sogar ein Lobgedicht auf die Behandlungsweise des Mediziners. Beigeordneter Bertsch nimmt Stellung zu den Vorgängen um den umstrittenen Mediziner vom Krankenhaus. Er stellt dar, daß der Arzt im Rahmen eines Anhörungsverfahrens vorschriftsmäßig mit den Vorwürfen konfrontiert worden sei und unter dem Hinweis einer möglichen Kündigung um eine Stellungnahme gebeten worden sei. Man warte jetzt auf die abschließende Stellungnahme der Ärztekammer. Bertsch zeigt sich betroffen von der Anschuldigung, alte Seilschaften spielten eine Rolle. Er weist den Vorwurf entschieden zurück. Im Krankenhaus bestätigt man ihn darin. Die BZ nimmt den Vorwurf zurück.

17. Juli 1991

Die Stadt kann nun alle vier offenen Erzieherinnen-Stellen in den Kindergärten besetzen. Personalchef Klaus Strütt war zwei Tage in Dresden und verpflichtete zum 15. August vier Anerkennungspraktikantinnen. Während hier in den Kindergärten Personalmangel herrscht, werden in den neuen Bundesländern viele Kindergärten geschlossen und die Erzieherinnen arbeitslos. Probleme wird noch die Wohnraumbeschaffung machen.

Das Jugendzentrum muß während der Ferien geschlossen bleiben, stellt Beigeordneter Bertsch mit Bedauern fest. Der Stadt ist es nicht gelungen, eine Fachkraft oder zumindest aushilfsweise jemanden zu finden, der sich um das Jugendzentrum kümmern könnte. Anfragen bei der Stadt zeigen, daß durchaus Interesse an einem funktionstüchtigen JuZ besteht.

Die THG-Schüler Björn Ittermann und Christian Lerner erreichen einen 3. Platz im Bundeswettbewerb Mathematik. Sie qualifizieren sich damit für die zweite Runde. Sollten sie noch die dritte Runde erreichen, winkt am Ende ein Stipendium.

18. Juli 1991

Bei der Stadt macht die Zuweisung von 10 Asylbewerbern Kopfzerbrechen. Bei der angespannten Wohnungsmarktsituation stellt es die Bürgermeister der Kommunen vor immer größere Probleme, ihren Unterbringungsverpflichtungen nachzukommen. Sechs Personen können untergebracht werden und für die fünf anderen hat man als Zwischenlösung Wohnungen auf dem Areal der Firma Burkhardt & Schmidt anmieten können. Zur Jahreswende erwartet man eine Entspannung der Situation, weil dann das geplante Wohnheim an der Wiese fertiggestellt sei.

Die Stadt sucht einen neuen Standesbeamten. Ulrich Brandstetter, der vier Jahre lang in Schopfheim war, verläßt die Markgrafenstadt.

Marita Wendl zieht nach drei Monaten Tätigkeit beim Mobilen Sozialen Hilfsdienst eine positive Bilanz. Zu Beginn ihrer Tätigkeit hatte sie sechs Menschen zu betreuen, inzwischen sind es 20, die ihre Hilfe und die ihrer Mitarbeiter, der »Zivis«, in Anspruch nehmen. Ihr macht die Arbeit Spaß, wobei der Mangel eines weiteren Fahrzeugs sie immer wieder vor Probleme stellt. Sie ist nicht so mobil wie der Name der Einrichtung verspricht.

Ein technischer Defekt in einem Küchenherd löst einen Brand in einer Gaststätte in Gersbach-Schlechtbach aus. Die Hausbewohner hatten das Feuer schon unter Kontrolle, als die Feuerwehr eintraf.

In Gersbach war dieser Tage Termin für das Abliefern von Schafwolle. Eine Firma aus Ravensburg nimmt alljährlich die Wolle zur weiteren Bearbeitung entgegen, wiegt und bewertet sie. Die Preise sind auf einen Tiefststand gerutscht. Es wurden jetzt in Gersbach rund 1.200 kg Wolle von 30 Anlieferern abgeholt.

19. Juli 1991

In der Firma Dreisternwerk wurden dieser Tage Alfred Räuber (Monteur) und Rudi Lutzer (Spritzlackierer) für 40jährige Firmenzugehörigkeit geehrt. In einer Feierstunde würdigte Geschäftsführer Gerhard Krückels die Verdienste der treuen Mitarbeiter und nahm dieses für die Firma erstmalige Ereignis zum Anlaß, in einem kleinen Rückblick die Entwicklung des Betriebes nachzuzeichnen. Bürgermeister Fleck überreichte den Jubilaren die Ehrenmedaille des Landes Baden-Württemberg.

Die Vereine bekommen in Zukunft doppelt so viel Geld pro Tonne abgeliefertes Altpapier, also jetzt 70 DM. Dafür müssen sie das Papier sortiert abliefern, d. h. eine Trennung in Zeitungen und Illustrierte einerseits und Kartonage und Pappe andererseits vornehmen und müssen das Papier ausschließlich an den neuen Vertragspartner des Landkreises, eine Freiburger Rohstoff-Recycling-Firma, abgeben.

Nach der Verwirklichung des LKW-Verbotes für einen Teil der Roggenbachstraße wollen verkehrsgeplagte Bürger auch anderswo Durchfahrverbote oder andere Schritte zur Verkehrsberuhigung erreichen. Viele Autofahrer suchen sich ihren Weg über Austraße, Mattenleestraße und Entegaststraße, um den Ampeln und Staus in der Hauptstraße auszuweichen. Die Austraßen-Anwohnerin Isolde Marqua wendet sich an die Öffentlichkeit und fordert die Stadträte und den Bürgermeister auf, sich mit diesen für die Anwohner gefährlichen Verkehrsverhältnissen zu beschäftigen. Die bisherige Verkehrsplanung sieht vor, die Austraße später zu beruhigen und für den Durchgangsverkehr zu sperren. Die Mattenleestraße soll die Funktion einer Nordumfahrung um die beruhigte Innenstadt übernehmen.

Richter Bruno Gebele verläßt das Amtsgericht Schopfheim nach fünf Jahren Tätigkeit. Bis zur endgültigen Neubesetzung der Stelle übernimmt Dr. Ernst-Friedrich Krauß die Amtsgeschäfte.

Die Stadtverwaltung wird mit einer neuen Telefonanlage ausgestattet. Die alte Anlage war mit zehn Amtsleitungen und 80 Nebenstellen völlig überlastet. Künftig stehen 15 Amtsleitungen mit 112 Nebenstellen zur Verfügung. Die alte Anlage soll der Stadtverwaltung Kleinmachnow überlassen werden.

20. Juli 1991

Eine Gruppe des Schwarzwaldvereins kehrt von einem einwöchigen Gegenbesuch bei den Ebersbacher »Heidelerchen« in der ostsächsischen Oberlausitz zurück.

Die BZ macht in einer Kolumne auf die Situation von Jugendlichen in Schopfheim aufmerksam. Es wird das Schließen des Jugendzentrums während der Ferien bedauert und Unverständnis für die Langenauer Diskussionen um die Aufstellung einer Tischtennisplatte geäußert. Dort hatten sich Anwohner wegen möglicher Lärmbelästigungen gegen das Tischtennisspielen auf dem Spielplatz gestellt und den Betrieb verhindern können. Marlies Jung-Knoblich meint, da hätte man sich im Gespräch arrangieren können.

40 kleine Detektive waren im Rahmen des Kinderferienprogramms zu Gast im Museum. Bei einem Sherlock-Holmes-Spiel galt es einige Fehler, die sich im Museum eingeschlichen hatten, aufzuspüren. Die Kinder hatten viel Spaß, bis sie die 20 Fehler gefunden und sich bei Frau Dr. Ulla Schmid, die das Unternehmen organisiert hatte, ihre Belohnung abholen konnten.

Auch die Aktion des Angelsportvereins begeistert die Kinder. Etwa 40 Kinder auch hier. Sie dürfen unter fachkundiger Anleitung eine Angel auswerfen und lernen, welche Arten von Köder verwandt werden.

Nach einer Verfügung des Staatlichen Schulamtes in Sachen Fahrnauer Hauptschule bleiben die künftigen Neuntkläßler jetzt doch nicht in Fahrnau, sondern gehen vom kommenden Schuljahr an als geschlossene Klasse in die Friedrich-Ebert-Schule. Sogar die Klassenlehrerin geht mit. Dieser Beschluß kommt für viele Beteiligten überraschend und erfordert einen neuen Organisationsplan.

Die Gersbacher SPD-Fraktion greift den Vorschlag der Bürgerinitiative »Freistaat Gersbach« auf und schlägt der Stadt vor, den Standort Ebnet für den Bau einer Halle in die Standortprüfung mit einzubeziehen. In einer Ausschußsitzung von SPD und Unabhängigen wird es jetzt für nötig gehalten, in Hinblick auf die verschiedenen Möglichkeiten, eine breitgefächerte, vorurteilslose Standortanalyse zu erstellen, in der alle örtlichen Gegebenheiten ebenso berücksichtigt werden wie die Wünsche und Hoffnungen aller an der Mehrzweckhalle interessierten Bevölkerungsgruppen.

21. Juli 1991

In der Altstadt herrscht am Wochenende Hochbetrieb. Der Städtli-Zinken lädt zum alljährlichen Rettichfest. Mehrere hundert Rettiche wurden gewaschen, geschnitten und gingen über die Theke.

22. Juli 1991

Dieser Tage erhielten 23 Jungen und Mädchen aus der Hand ihres Gruppenleiters Lars Mannzen das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze, den Juniorretter und einen Schnorcheltauchschein. Bei dem anschließenden Grillfest des DLRG wurde der Jugendleiter Sven Achstaller verabschiedet, der diesen Sommer nicht mehr zur Verfügung steht.

In der Torstraße ist der zur Hälfte aus Spenden finanzierte, von Leonhard Eder gestaltete Brunnen installiert worden. Eine Markgräflerin aus Kalkstein lädt ein, neben ihr Platz zu nehmen.

23. Juli 1991

Zur Klärung der Vorwürfe gegen den leitenden Internisten des Krankenhauses leitet die Ärztekammer ein förmliches Verfahren ein. Der Krankenhausarzt wird von seinem Oberarzt wegen »inadäquater Behandlungsmethoden« in verschiedenen Fällen angezeigt. Es wird auch der Tod einer 95jährigen Patientin untersucht. Das Verfahren kann sich drei bis vier Monate hinziehen. Da der Gemeinderat beschlossen hatte, die Entscheidung der Ärztekammer abzuwarten, ist der Fall jetzt für die Stadt erledigt. Der Kreis als neuer Träger muß sich den künftigen Problemen stellen. Im MT kommentiert Werner Müller die Affaire. Schon die Tatsache eines Verfahrens wiegt nach Meinung des Journalisten schwer, wenn damit auch noch nichts über den Ausgang gesagt ist. Er bezeugt nachträglich Verständnis für das Verhalten der Stadt, der auch von der Presse persönliche und sachfremde Motive bei der Handhabung der Affaire unterstellt wurde. Trotz allem kritisiert er das Hin und Her vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung. Als Fazit hält er fest, daß die städtische Regie übers Krankenhaus, wie nach all den verkorksten Jahrzehnten nicht anders zu erwarten, im Scherbenhaufen endet.

Schüler der Grund- und Hauptschule Gersbach kehren von einem Besuch in St. Symphorien de Marmagne, wo sie vier Tage lang aufs Herzlichste aufgenommen wurden, zurück. Die Kinder waren in französischen Familien untergebracht und waren begeistert von den Erlebnissen, die ihnen diese Schulpartnerschaft bescherte.

Sechs feste Interessenten sind nach Auskunft der Heimbau bereit, in dem Projekt »Anders wohnen« im Baugebiet »Bremt« ihren Traum von einem unkonventionellen Bau zu verwirklichen, das nach ökologischen Prinzipien als Reihenhaus-Gesamtanlage gemeinsam konzipiert und gebaut werden soll.

24. Juli 1991

Unter den Arkaden des Rathauses machen zur Marktzeit drei Mädchen Musik. Viele Marktbesucher, die vor dem einsetzenden Regen flüchteten, lauschen dem Gitarren- und Flötenspiel und geizen nicht mit Beifall. Manch eine Münze findet den Weg in den schwarzen Instrumentendeckel.

25. Juli 1991

Viele Kunden werden den Einkauf in der Drogerie Merkur mit ihrer Ladeneinrichtung aus dem Jahr 1904 vermissen, wenn Hans und Marlies Grether in den Ruhestand gehen. Sie schließen ihr Geschäft aus Altersgründen.

Der Fußballverein Fahrnau hat einen neuen Trainer engagiert. Der 34jährige, bis zur letzten Saison noch selbst aktive Karl-Heinz Klingele, trainierte zuvor die zweite Maulburger Mannschaft.

In der Johann-Sutter-Straße kann bald mit dem Bau einer Discothek mit Restaurant und Billardcenter begonnen werden. Das Landratsamt hat die nötige Genehmigung erteilt. Die Bedenken der Anwohner wegen Lärmbelästigungen wurden von der Stadt zurückgewiesen. Trotzdem kommt man den Anliegern mit einer Planungsänderung – die Baufläche wird vom Gewerbekanal weggerückt – in Richtung Hauptstraße entgegen.

27 Sängerinnen und Sänger der Gospin-News, begleitet von einer Band, singen im Stadtpark. Eine große Anzahl von Zuhörern fand sich zu dem Open-air-Konzert ein.

26. Juli 1991

Die Arbeiten für die Bahnbrücke der B 317 in Fahrnau sind ausgeschrieben. Im September, so sagt Bürgermeister Klaus Fleck, werden die Arbeiten zwischen der Wehrer und Kürnberger Straße ausgeschrieben.

Ortsvorsteher Heinz Gräßlin meint, seine Wiechser Bürger verstehen das Zögern des Landkreises nicht, ein Tempo-Limit in der Ortsdurchfahrt auszusprechen. Die Stadt ihrerseits hat die Grundstücksverhandlungen aufgenommen, um einen Gehweg zu errichten, der allerdings wohl kaum vor 1994 realisiert sein kann. Daß der Landkreis weiter zögert, stößt den Wiechsern sauer auf.

Dieser Tage berichteten die Zeitungen über die Grabfunde des vergangenen Jahres bei den Heidengräbern in Wiechs. Erwähnt wird der Beitrag aus der Publikation »Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg«. Heute schreibt das Markgräfler Tagblatt, daß Karl Weiß es bedauert, zumal er nach dem Sturm die Gräber entdeckte, in diesem Bericht nicht erwähnt zu sein. Er war es, der das Landesdenkmalamt auf die freigelegte Fundstätte hinwies.

27. Juli 1991

Zahlreiche Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde versammelten sich im Gemeindehaus, um sich von Christa Gulde zu verabschieden. Die Gemeindereferentin war sechs Jahre in Schopfheim. Mit herzlichen Dankesworten und guten Wünschen verabschiedete man sich von ihr. Sie wird nun ein Jahr in Argentinien arbeiten.

Bereits zum 3. Mal findet im Gestüt Sengelen ein Reitturnier statt. Gleichzeitig feiert Volker Trefzer sein 10jähriges Gestüt-Bestehen. Schätzungsweise 2.500 Zuschauer sind während der beiden Tage beim Reitturnier in den Sengelen zugegen.

Ein reichhaltiges Angebot wird beim Flohmarkt in der Altstadt präsentiert.

Die Polizei ermittelt gegen einen Schafhalter. In einer von ihm unterhaltenen Koppel ist ein Mutterschaf verendet. Mangelnde Pflege scheint die Ursache zu sein.

Im Verwaltungsgebäude der evangelischen Kirche wurde eingebrochen. Durch die Handlung entstand ein Sachschaden von 10.000 DM.

28. Juli 1991

Walter Brutschin, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Fahrnau und danach Beigeordneter der Stadt Schopfheim, verstirbt im 75. Lebensjahr.

Die Konjunktur ist jetzt deutlich abgeflacht, ist aus dem IHK-Wirtschaftsbericht zu entnehmen. Sie sei doch immer noch recht ordentlich, liest man über die Charakterisierung des 2. Quartals 1991 weiter. Die Unkenrufe, die jetzt schon einen Einbruch sahen, wurden nicht bestätigt, was nicht heißt, daß auf Grund der bekannten steuerlichen und lohnpolitischen Entwicklungen letzten Endes bald auch damit gerechnet werden muß. Die Produktionsauslastungen der Firmen sind freilich etwas schwächer geworden.

29. Juli 1991

Olivera Sarkarny wird als 50.0000. Badegast im Schwimmbad geehrt. Sie erhält eine Jahreskarte für die Saison 92.

30. Juli 1991

Noch vor dem Ende der Sommerferien trifft sich der Gesamtelternbeirat der Schopfheimer Schulen unter dem Vorsitz von Manfred Baer. Man diskutiert über die aktuelle Schulsituation und insbesondere darüber, daß der Klassenteiler von 34 Schülern in Zukunft nicht mehr akzeptabel sei.

31. Juli 1991

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wird der ehemalige Bürgermeister und Beigeordnete Walter Brutschin auf dem Friedhof in Fahrnau zur letzten Ruhe begleitet.

01. August 1991

Mit dem heutigen Tage ist das städtische Krankenhaus Schopfheim endgültig in die Hände des Landkreises übergegangen.

Es ist nun klar, seit dem 1. dieses Monats ist die Stadt Schopfheim untere Verkehrsbehörde auch für Maulburg, Hasel und Hausen. Sie wird nun zuständig sein für die Anordnung von Verkehrszeichen, soweit es sich nicht um klassifizierte Straßen handelt.

In Wiechs gilt nun Tempo 30. Damit geht ein langer Kampf um die Geschwindigkeitsbegrenzung zu Ende.

Rund 40 Kinder lauschen voll Spannung einer lustigen Geschichte, die Bibliothekar Kurt Menter im Rahmen des Kinderferienprogramms in der Stadtbibliothek vorliest.

02. August 1991

Manfred Stock, Hauptgeschäftsstellenleiter der Staatlichen Toto-Lotto-Zentrale Lörrach, überreicht Bürgermeister Fleck einen Scheck in Höhe von 15.000 DM für die Realisierung des Brunnens in der Torstraße.

Kerstin Schilling, die neue Leiterin des provisorischen Kindergartens in der Schule Fahrnau, wird in der Presse vorgestellt.

03. August 1991

Die Fremdenverkehrssaison scheint dieses Jahr positiv zu verlaufen, weiß Jutta Beer vom Verkehrsbüro zu berichten.

Mit einer Art Todesanzeige nimmt die Belegschaft des städtischen Krankenhauses Schopfheim Abschied, um dem Haus als Kreiskrankenhaus alles Gute und ein langes Leben zu wünschen. Es blühen eben manche Blüten.

06. August 1991

Die Mitarbeiter der Hülsenfabrik Herbster verrichten während der dreiwöchigen Betriebsferien Schwerstarbeit. Die Firma verlegt ihre Produktion von der Hauptstraße in die neue Produktionshalle des Gewerbegebiets »Lus«, nachdem sie 30 Jahre in der Hauptstraße residierte. Der Transport erfolgt mit Tiefladern und Schwertransportern, muß doch der gesamte teure Maschinenpark transportiert werden. Die zurückgelassenen alten Gebäude werden eingeebnet.

Aus der katholischen St. Bernhard Kirche wird berichtet, daß unbekannte Täter den Opferstock aufgebrochen und geplündert haben.

Vorübergehend wird das Trinkwasser mit geringen Mengen von Chlor versetzt, da im Wasser zweier Hochbehälter coliforme Bakterien auftraten. Für die Gesundheit der Bevölkerung besteht keine Gefahr, dafür werden die Aquarienfreunde gewarnt, jetzt das Wasser zu wechseln.

07. August 1991

Bis zum Ende des Jahres werden verschiedene Investoren ihre Pläne für den Bau von ca. 50 neuen Wohnungen auf dem ehemaligen Areal der Hülsenfabrik Herbster in der Hauptstraße vorlegen, ist aus dem Rathaus zu hören.

In direkter Nachbarschaft zur St. Michaelskirche entsteht ein neues griechisches Restaurant. Marc und Herbert Eller haben das 1566 erbaute Anwesen Torstraße 7 von Grund auf renoviert. Zusammen mit einem Freilichtcafé in malerischer Altstadtkulisse soll das Haus zur Belebung der Altstadt beitragen.

08. August 1991

Gegen den von der Stadt und dem Gemeinderat jetzt vollzogenen Gemeinderatsbeschluß, die Stadtjugendpflege abzuschaffen und durch einen Trägerverein Jugendhaus zu ersetzen, wird jetzt Protest laut. Edith Walter vom Kinderschutzbund und der Psychologe Siegfried Mennle von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche halten das öffentliche Angebot einer Stadtjugendpflege mit mindestens einer geschulten Kraft für wichtig. Sie weisen darauf hin, daß eine steigende Jugendkriminalität der Stadt noch teuer zu stehen käme. In einem Kommentar der BZ beschuldigt Marlies Jung-Knoblich die Stadt, sich mit der Einrichtung des Jugendhauses aus der Verantwortung zu stehlen. Beides, ein privater Trägerverein und eine unabhängige Stadtjugendpflege, müßten sich sinnvoll ergänzen und zu einer Jugendpolitik verschmelzen, ohne die eine Stadt heute und in der Zukunft erst recht nicht auskommen könne.

Rundum zufrieden äußern sich die im Schwimmbad befragten Frühschwimmer, die schon um 6 Uhr morgens ihre Runden schwimmen. Nachdem am Anfang der Saison schon mal Klagen über zu kühle Temperaturen geführt wurden, ist man mit der neuen Solaranlage jetzt rundum zufrieden.

Christoph Kokemoor aus Kürnberg möchte eine Selbsthilfegruppe für Asthmatiker gründen. Zunächst wartet er ab, auf welche Resonanz sein Vorhaben im Landkreis stößt, und will dann zusammen mit den Interessenten ein Konzept für die Aktionen der Gruppe erarbeiten.

Die Schopfheimer Tankstellen melden Absatzeinbußen bis zu 20 %. Das liegt wohl nicht am Weniger-Fahren als vielmehr am Ausweichen der Pendler auf das zur Zeit billigere Benzin in der Schweiz.

09. August 1991

Bei den Umbauarbeiten zu dem griechischen Restaurant in der Torstraße 7, einem ehrwürdigen Bau aus dem Jahre 1566, wird eine über 400 Jahre alte Balkenkonstruktion, die fast vollständig im Originalzustand erhalten ist, freigelegt. Die Eichenbalken sollen in die künftigen Sitznischen des Restaurants integriert werden.

10. August 1991

Durch eine Umfrage bei seinen Mitgliedern bestätigt, möchte der Gewerbeverein jetzt verstärkt von Plastiktüten auf Stofftaschen umsteigen. Er plant dafür noch eine Markt-Aktion im September.

Die BZ zeichnet ein Portrait des 78jährigen Jacob Freund aus Schopfheim, der als einer der wenigen noch tätigen Korbmacher sein Handwerk mit viel Freude ausübt.

Die Verkehrswacht meldet sich zu Wort. Auch sie hält eine innerstädtische Verkehrsberuhigung für nötig. Zunächst muß die Entwicklung der Umgehung abgewartet werden. Im Bereich der Hauptstraße denkt man sowohl an Parkbuchten als auch an einen ausgewiesenen Radfahrweg. Auch der Weiterbau eines Radfahrer- und Fußgängerweges entlang der Wiese bis hin nach Ehner-Fahrnau wird für wichtig gehalten.

Der Tennisclub lädt wie jedes Jahr die Schopfheimer zu Stadtmeisterschaften ein. Beginn des Tennis-Marathon ist der 29. August. Es soll bis zum 14. September gespielt werden.

Eugen Herzog berichtet vom Leben in Poligny im Ferienmonat Juli. Auch hier herrschen hochsommerliche Temperaturen vor. Besonderer Anziehungspunkt der schöne, gut ausgestattete Campingplatz. Die Polignesen verfolgen auch dieses Jahr wieder intensiv das Geschehen um die »Tour de France«. Herzog berichtet auch von einer kleinen Umweltkatastrophe. Auf einer 400 m langen Strecke des Baches Orain gehen alle eingesetzten Forellen ein, da jemand ein schädliches Putzmittel durch die Kanalisation hat einfließen lassen.

11. August 1991

Hubert Klemm hat sein Saisonziel erreicht. Bei der 1. Gesamtdeutschen Triathlonmeisterschaft der Senioren in Norddeutschland holt sich der Triathlet seinen ersten deutschen Meistertitel.

12. August 1991

Zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Schwimmbadsaison zeigt sich Schwimmmeister Erich Walter. Das konstant warme Wetter im Juli und August ließ bisher 62.000 Badegäste in das Schwimmbad strömen. Damit ist die Zahl der vorjährigen Besucher fast erreicht. Probleme mit dem Solarbetrieb gibt es nicht.

Der 81jährige Erwin Buchleither feiert ein seltenes Jubiläum. Er spielt seit 60 Jahren Schach. Vom Badischen Schachverband wird ihm dieser Tage die goldene Ehrennadel für 40jährige Vereinszugehörigkeit verliehen. Zur 50jährigen Mitgliedschaft und für langjährige Mitarbeit im Vorstand ernennt ihn der Schachclub zum Ehrenmitglied.

In der Presse ist zu lesen, daß die 16jährige Badminton-Spielerin Nicole Grether so hart wie noch nie trainiert. Ihr Ziel ist es, die absolute Nr. 1 der weiblichen Jugend in Deutschland zu sein.

13. August 1991

Die international bekannte, in Rheinfelden lebende Organistin Irmtraud Krüger hielt sich einige Tage in Poligny auf, um Rundfunk- und Plattenaufnahmen an der berühmten Cavaillé-Coll-Orgel in der Kirche Collégiale Saint Hippolyte aufzunehmen. Die Städte Schopfheim und Poligny unterstützen das Plattenprojekt unter grenzüberschreitenden Jumelage-Aspekten. Die Compact Disc mit den Aufnahmen aus Poligny soll im Dezember erscheinen.

Der Schopfheimer Karlheinz Storbeck sieht im Baugebiet »Bremt« die letzte Chance, in Schopfheim ein vernünftiges Reihenhaus zu bauen. Er sieht seine Ideen von der Freiburger Architektengruppe um den Freiburger Planer Gerd Dürr und den Schopfheimer Bernhard Kuri nicht ganz abgedeckt und sucht seine Vorstellungen zusammen mit Gleichgesinnten, die er per Zeitungsannonce finden will, zu verwirklichen. Von den 30 

Leuten, die sich für die Planungen der Architektengruppe interessierten, sind nur eine Handvoll echter Interessenten übrig geblieben.

14. August 1991

Der geplante Radweg zwischen den Schopfheimer Stadtteilen Gündenhausen und Langenau soll im Jahr 92 als kombinierter Geh- und Radweg ausgebaut werden, ist vom Landratsamt zu hören.

16. August 1991

Nachdem in Lörrach einige große Stauden der als giftig und somit gefährlich für Kinder und Gartenbesitzer eingestuften Bärenklau-Pflanzen für Aufregung gesorgt haben, sieht sich jetzt auch die Schopfheimer Verwaltung mit diesem Problem konfrontiert. Der Pflanzensaft der Herkules-Staude ist giftig und führt bei Sonneneinstrahlung zu schweren Hautverbrennungen. Zahlreiche Bürger rufen im Rathaus an, jedoch kann der Umweltberater Domes auch nicht viel tun, entsprechende Richtlinien fehlen.

Auch in diesem Jahr verteilt die Verkehrswacht wieder gelbe Mützen und Dreiecke an die Schulanfänger.

17. August 1991

Die 5. Etappe der 7. internationalen Regio-Tour führt durch Schopfheim. Auf dem 17,8 km langen Rundkurs von Wehr über Schopfheim, Dossenbach nach Wehr, – er wird 8mal gefahren –, gibt es in Schopfheim acht Sprintwertungen. Die Radsportfans verfolgen mit Spannung den Verlauf des »bestbesetzten Amateur-Etappenradrennens der Welt«. Das Radrennen hat für die Verkehrsteilnehmer seine Auswirkungen. Die gesamte Rennstrecke zwischen Wehr, Schopfheim und Dossenbach wird zwischen 13 und 18 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt.

Mit gebratenen Hähnchen frisch vom Holzkohlengrill lockt der Hexenzinken zahlreiche Besucher zum traditionellen »Güggelifest« beim Hexenheim in Gündenhausen. Das Fest wird vom rätselhaften plötzlichen Tod eines jungen Mannes überschattet. Die angeforderte Hilfe kam zu spät, da der Notarzt anderweitig beschäftigt war. Die Frage bleibt offen, ob bei schnellstmöglicher Hilfe der Mann zu retten gewesen wäre. Die BZ kommentiert, daß möglicherweise im Rettungssystem eine Lücke klafft. Die Staatsanwaltschaft läßt die Leiche obduzieren.

Vorhang auf – Manege frei, heißt es am Wochenende für den kleinen Wanderzirkus Barnum-Renz, der das erste Mal in Schopfheim zu Gast ist und seine Zelte bei der Esso-Tankstelle aufgeschlagen hat.

19. August 1991

Nun ist doch noch in der letzten Ferienwoche der Spielbus des Kinderschutzbundes in Aktion. Das Thema heißt »Wir spielen Zirkus«. Kinder ab acht Jahren sind eingeladen, ihre Nummer aufzuführen.

Auch die Schopfheimer Bürger sind bestürzt über die Ereignisse in Moskau und den Sturz Gorbatschows. Die Zeitungen geben Sonderblätter heraus.

20. August 1991

Die Renovierungs- und Einrichtungsarbeiten für den provisorischen Kindergarten in der Fahrnauer Schule sind in vollem Gang. Zwei große Räume für je 25 Kinder werden der Leiterin Kerstin Schilling, der Erzieherin Claudia Schmelz, und der Anerkennungspraktikantin Heike Weller Entfaltungsmöglichkeiten für ihre Arbeit ab 2. September bieten.

21. August 1991

Aus dem Rathaus kommt die Nachricht, daß das Jugendzentrum zum 1. September wieder seine Pforten öffnen kann. Mit Dietmar Hermann aus Wies hat die Stadt jemanden gefunden, der die Leitung des Jugendzentrums zunächst für ½ Jahr übernimmt. Bis dahin wird sich die räumliche Situation im Pflug geklärt haben. Das JuZ wird künftig je vier Stunden in der Woche von 18 bis 22 Uhr geöffnet sein. Sonntags ist geschlossen und samstags soll wie bisher die Disco laufen.

Die Stadtbibliothek stellt ihre neuen Spiele vor, als besonderen Clou eines mit Music und Compact Disc.

Die Eichener Ortschaftsräte verabschieden die Wunsch- und Prioritätenliste für das kommende Haushaltsjahr. An erster Stelle steht der Ausbau der Alten Wehrer Straße. Auf der Eichener Höhe soll der bestehende Geh- und Radweg an der B 518 weitergeführt werden und bei der Ortseinfahrt aus Richtung Wehr möchte man einen Parkplatz einrichten.

22. August 1991

Für das Städtlifest am 24./25. August gibt es erstmals Tischsets für die Besucher, auf denen die Standorte der Vereine und die Angebote übersichtlich dargestellt sind. Ein Plan von der Altstadt wird zum Wegweiser für die Gäste aus nah und fern. Wegen des Städtlifestes wird der Wochenmarkt am Samstag auf den Platz hinter dem Pflug verlegt.

Aus dem städtischen Verkehrsbüro ist zu hören, daß die in diesem Jahr erstmals angebotenen »Gästewanderungen«, die von Hans Motsch und seinen »Freien Wanderfreunden« zusammen mit dem Verkehrsbüro angeboten wurden, von den Gästen nicht angenommen wurden. Man will es nächstes Jahr nochmal versuchen und hofft dann auf größere Resonanz.

23. August 1991

Die vhs stellt ihr neues Herbst- und Winterprogramm vor. Sie bietet wieder ein breites Angebot an Einzelveranstaltungen, Konzerten, Vorträgen und Theateraufführungen. Neben einem Jazzfest im September finden im Rahmen des Mozartjahres drei Klassikkonzerte statt.

Im Museum haben mehr als 800 Besucher die jetzt zu Ende gehende Roggenbachausstellung besucht.

Der Schopfheimer Arzt Dr. Heinrich Mrachacz, Bereitschaftsarzt des DRK und Ehrenvorsitzender des SV Schopfheim, erliegt 73jährig einem Herzversagen bei einer Reise in seine alte Heimat Polen.

24. August 1991

Das Städtlifest gibt den festlichen und bunten Rahmen für die Einweihung des neuen Brunnens in der Torstraße. Der Bildhauer Leonhard Eder hat seinem Werk den Namen »Das Gespräch« gegeben.

Fritz Schrank, dem langjährigen Vorsitzenden des Motorsportclubs Schopfheim, wird in Würdigung seiner Arbeit, die er Jahr für Jahr als Organisator der Moto-Cross-Veranstaltungen leistet, an seinem 60. Geburtstag der goldene Dukaten der Stadt verliehen.

Das staatliche Forstamt Schopfheim schlägt Alarm. In den Wäldern des gesamten Forstamtbezirkes droht Gefahr. Der trockene und warme Sommer sorgte in den vergangenen Tagen für eine große Vermehrung der Borkenkäfer. Forstamtsleiter Dr. Gerhard Rieger richtet deshalb den dringenden Appell an die Waldbesitzer, befallene Bäume unverzüglich abzuholzen.

Probleme gibt es mit der Einhaltung der Verordnungen für die Wasserschutzgebietszonen. Die landwirtschaftliche Nutzung ist zum Schutz des Trinkwassers eingeschränkt, was ein Pferdehalter, der seine vier Pferde in einem Pferch einer Weide zwischen Schopfheim und Hausen in der eingeschränkten Schutzzone weiden läßt, nicht für sich gelten lassen will. Das Landratsamt als zuständige Behörde wird den Fall prüfen. Die BZ sieht die Kontrolle eines Wasserschutzgebietes als grundsätzliches Problem einer Stadt an und plädiert für absolut klare Richtlinien.

Bei warmem Sommerwetter ist das 19. Städtlifest als Sommerattraktion zum Abschluß der Ferien ein voller Erfolg. Die einzelnen Vereine haben wieder keine Mühe gescheut, die Gäste zu unterhalten und zu verköstigen, diesmal gibt es kein Plastikgeschirr und das Bier mundet besonders gut aus dem zünftigen Glashumpen. Es gibt ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm. Nach den Klängen der Shadows kann am Samstag getanzt werden. Die Stadtmusik bestreitet das Frühschoppenkonzert am Sonntag. Als neue Vereine beteiligten sich die Freiwillige Feuerwehr, die Narrenzunft und der Sternen-Zinken. Auch für die kleinen Gäste wurde einiges angeboten. Der Spiele-Parcours erfreute sich großer Beliebtheit. Über 300 Kinder beteiligten sich mit viel Spaß daran.

Die Mannschaft des Jugendrotkreuzes Fahrnau belegt beim Erste-Hilfe-Wettkampf in Rheinfelden mit Teilnehmern aus ganz Deutschland einen hervorragenden 8. Platz.

25. August 1991

Mit einem inzwischen zur Tradition gewordenen sommerlichen Matinée-Konzert im evangelischen Gemeindehaus spielt der Pianist Wolfram Lorenzen Stücke von Bach, Schumann, Chopin und Liszt und besticht einmal mehr die Musikfreunde mit seinem »großartigen sinfonischen Vortragsstil«.

26. August 1991

Der Ortschaftsrat Wiechs stellt seine Prioritätenliste auf, wobei die fälligen Wohnungsrenovierungen in der Bachtalstraße an 1. Stelle genannt werden. Als weitere Wünsche an die Stadt sind der Gehwegbau, der Ausbau des Sportplatzes und eine neue Aussegnungshalle für die Wiechser Bürger wichtig.

Nach den großen Schulferien beginnt die Schule wieder. Für die Fahrnauer Hauptschüler heißt es jetzt, sich neu in der Friedrich-Ebert-Schule einzuleben, was dadurch erleichtert wird, daß sie einen Teil der Fahrnauer Lehrer an der neuen Schule wiedersehen. 25 Schüler nehmen an dem erweiterten Bildungsangebot teil. Sie erproben mit Beginn der 8. Klasse das Modell 7+3 der Werkrealschule.

Derzeit wird ein neuer Rektor der Grundschule Fahrnau gesucht. Die Stelle ist ausgeschrieben.

Gleich am ersten Schultag nach den großen Ferien wird am THG Verkehrserziehung praktiziert. Die Polizei und die IG Velo zeigten den Fünftklässlern die für sie sichersten Radwege aus Langenau, Maulburg, Hausen, Fahrnau und nicht zuletzt durch die Stadt.

27. August 1991

Bademeister Erich Walter begrüßt die 10.000. Besucherin des Schwimmbads Schweigmatt. Der Schwimmmeister führt den Badeboom auf das diesjährig schöne Sommerwetter zurück, aber auch auf die schöne Lage des Bades in 800 m Höhe. Auch das Schopfheimer Bad meldet für diese Saison schon 80.000 Badegäste.

Der Ortschaftsrat von Enkenstein möchte die Bebauung am Ortseingang am Lachsgrabenweg abrunden. Nach Scheitern einer großen möchte man jetzt eine kleine Abrundung erreichen, um zumindestens einem ortsansässigen Bauwilligen grünes Licht geben zu können. Auf der Wunschliste für 1992 steht noch der geplante Gehweg an der Straße Richtung Wieslet, außerdem sollte das Feuerwehrhaus in den nächsten Planungsabschnitt gelangen.

28. August 1991

14 Mitgliedsunternehmen wollen eine Hand-in-Hand-Werker GmbH gründen. Mit dabei sind auch fünf Schopfheimer Firmen aus dem Dachdeckergewerbe sowie den Bereichen Elektroinstallationen, Fensterbau/Glaserei, Maler, Schreinerei und Zimmerei. Die Handwerkerbetriebe wollen künftig auf dem Gebiet der Renovation zusammenarbeiten und dem Kunden einheitlich gegenübertreten.

Die Ortschaftsräte in Gersbach befassen sich mit der Unterschriftenaktion des »Freistaats Gersbach«, die anläßlich der Ortsbesichtigung zum Standort Mehrzweckhalle an die Gemeinderäte des Ortsbauausschusses und an die Stadtverwaltung vor den Sommerferien übergeben wurde. Das Votum der Bürger für den Standort »Ebnet« führt noch zu keiner eindeutigen Abstimmung des Ortschaftsrates. Man möchte noch einige Punkte geklärt wissen.

In der Sitzung des Pfarrgemeinderats St. Bernhard schlägt Pfarrer Baumann vor, die Praxis der Firmvorbereitung für die 14-16jährigen Jugendlichen neu zu überdenken. Er legt unterschiedliche Konzeptionen vor.

29. August 1991

»Schule Fahrnau – Eine Hauptschule verabschiedet sich«. Unter diesem Thema werden in der Sparkasse Schülerarbeiten der letzten drei Jahre gezeigt.

30. August 1991

Die Hits der größten Musical-Erfolge des Broadways sind in der ausverkauften Stadthalle »live« zu erleben. Die Broadway Musical Company New York lädt dazu ein und erntet wahre Beifallsstürme von einem dankbaren Schopfheimer Publikum.

Auf dem brachliegenden Areal der ehemaligen Färberei Burkhardt und Schmidt soll nicht, wie das die Fa. Magbau mit Geschäftsführer Jörg-Uwe Sanio möchte, eine Wohnanlage entstehen, sondern nach dem Willen der Stadt sollen die Fabrikgebäude saniert und für Lagerhaltung und Dienstleistungsbetriebe genutzt werden. Bis Februar 92 ist noch die erlassene Veränderungssperre wirksam.

Mit den neuen Bestimmungen des Landratsamtes in Sachen Altpapiersammlungen kommen die einzelnen Vereine unterschiedlich zurecht. Während Andreas Gänzle von der Jugendfeuerwehr die jüngste Sammlung nach neuen Richtlinien »als durchweg positive Angelegenheit« bewertet, die den Helfern gerade ½ Stunde Mehrarbeit brachte und die Vereinskasse deutlich aufbesserte, spricht Sylvia Schindler hingegen in einem Leserbrief für die sammelnden Vereine des TSG Radsport, TSG Ski und die Jugendfeuerwehr Wiechs und findet die detaillierten Bestimmungen für die Sammler eine Zumutung. Sie fürchtet, daß bei soviel Auflagen der Bürger sich total verweigern könnte.

Sieben Radfahrer von der TSG-Radsportabteilung bewältigen bei einer Fernfahrt die 240-Kilometer-Strecke von Schopfheim nach Poligny in neun Stunden. Nach anstrengender Fahrt wurden die Schopfheimer Radler mit einem Apéritiv begrüßt.

31. August 1991

Nach 35 Jahren schließen die Eheleute Herta und Leo Linder ihr Geschäft in der Fahrnauer Blasistraße und verabschieden sich in den verdienten Ruhestand.

Wie überall werden auch in Schopfheim und den Stadtteilen die ABC-Schützen eingeschult.

Nach einer Umfrage der BZ bei den Schulleitern in Schopfheim und den Stadtteilen sind für die ABC-Schützen im neuen Schuljahr überschaubare Klassen und ausreichende Förderstunden zu erwarten.

Um den Aufstieg in die Landesliga geht es in einem Fußball-Spitzenspiel des SVS gegen Tiengen, was schließlich enttäuschend mit einem 2:2 endet.

Im Stadtwald am Entegast haben Unbekannte in einer Fichtenschonung ein Feuer entzündet, das auf den Baumbestand übergriff. Die schnell alarmierte Feuerwehr konnte einen Waldbrand verhindern.

01. September 1991

Der Richter Hans-Jörg Roth, der vorher am Amtsgericht Böblingen tätig war, tritt das Amt des kommissarischen Leiters des Amtsgerichts Schopfheim an.

Mit einem »Karl-Heinz-Baumann-Gedächtnisturnier« in der Vicemooshalle starten die Tischtennisspieler des SV Schopfheim in die neue Saison.

Im Markus-Pflüger-Heim wird das Sommerfest mit viel Musik, Tanz und einer Tombola gefeiert.

Die Eichener feiern ihr 18. Bockbierfest.

02. September 1991

Das Schadstoffmobil des Landkreises ist in Schopfheim. Hier können unter Aufsicht eines Chemikers Problemabfälle aus Haushaltungen abgeliefert werden.

Für das geplante Wohn- und Geschäftshaus der Gruppe »Bau 4« an der Ecke Hauptstraße/Wiechser Straße werden entgegen den ursprünglichen Plänen nun doch keine »Läden bis 100 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Gebietsversorgung« zugelassen. Der Gemeinderat folgte mit hauchdünner Mehrheit der Empfehlung der Verwaltung, die sich nach eigenem Bekunden von den Argumenten des Gewerbevereins überzeugen ließ. Die möglichen Einzelhandelsnutzungen wurden stark eingeschränkt, ausgeschlossen ist alles, was derzeit in der Stadt angeboten wird.

Erst einmal durchgerechnet werden soll der Bau eines neuen Kinderplanschbeckens im Schwimmbad, wofür die Stadt eigentlich kein Geld hat, es aber für dringend notwendig gehalten wird. Mit einer 20prozentigen Eintrittserhöhung rechnet Bürgermeister Fleck, wollte man das Projekt über die Besucher finanzieren. Die Gemeinderäte vertagen eine Entscheidung.

Bürgermeister Klaus Fleck zeichnet ein alarmierendes Bild der städtischen Wohnungssituation im Hinblick auf mögliche weitere Zuweisungen von Asylbewerbern und sieht schier unlösbare Probleme auf die Stadt zukommen.

Immer wieder zum Ärgernis für die Anwohner geraten die hinter dem Rathaus aufgestellten Müllcontainer. Roland Meder, der eine Beseitigung der Container an diesem Standort im Interesse einer Verkehrsberuhigung in der Altstadt im Auge hatte, erfuhr von Bürgermeister Fleck, daß dieser einen Vorstoß beim Kreis gemacht hat mit dem Ziel, ganz von den Containern wegzukommen und die Müllbeseitigung auf ein Holsystem umzustellen. Das heißt, der Müll würde schon beim Verbraucher getrennt und in verschiedenen Behältern abgeholt werden.

Maximal 117 Häuser mit 317 Wohneinheiten sollen im Baugebiet Rebacker-Rütteberg entstehen, beschließt der Gemeinderat. Der Bebauungsplan wird offengelegt und es kann zügig vorangehen, nachdem die Satzung für das »Entwicklungsgebiet« zwecks vereinfachter Realisierung rechtskräftig geworden ist.

Als Vorbereitung für die Haushaltsberatungen beantragt die SPD-Fraktion bei der Verwaltung eine Vorausschätzung der Einnahmen- und Ausgabensituation des Verwaltungshaushaltes. Die SPD möchte dadurch erkennen, »inwieweit der Verwaltungshaushalt noch Spielräume für den Vermögenshaushalt beinhaltet«.

03. September 1991

Im Museum wird eine neue Ausstellung eröffnet. »Der alte Brief«. Eine umfangreiche Auswahl an Handschriften, Dokumenten und Urkunden aus der Sammlung Clemens Fabrizio zeigt einen Entwicklungsquerschnitt schriftlicher Beziehungen zwischen Menschen seit 1600.

Das MT weiß aus einer nicht-öffentlichen Sitzung des Kreistags zu berichten, daß Peter Domes, der Umweltberater der Stadt Schopfheim, vom 11. November an als einer von vier neuen Abfallberatern beim Landkreis tätig sein wird. Peter Domes, der seit 1½ Jahren für die Stadt im Rahmen einer ABM-Maßnahme arbeitet, hat damit eine feste unbefristete Stelle. Möglicherweise wird die Stelle bei der Stadt Schopfheim, die zum 1. Januar 1992 ausläuft, nicht in eine feste Stelle umgewandelt, da ab 1. Januar 1992 nicht mehr Schopfheim selbst für seinen Abfall zuständig ist, sondern der Kreis. Das MT wendet sich in einem Kommentar heftig gegen eine Streichung der Stelle des Umweltberaters. Der Umweltausschuß wird die Entscheidung treffen.

Nach Angaben von Wolfgang Gabriel, dem geschäftsführenden Schulleiter der Schopfheimer Schulen, hat die Friedrich-Ebert-Hauptschule entgegen dem landesweiten Trend in Schopfheim im Vergleich zu Realschule und Gymnasium den größten Teil der Grundschulabgänger aufgenommen. Von 176 ehemaligen Viertklässlern gingen 48 (das sind 27,1%) ins Gymnasium, 40 in die Realschule (22,6%) und 88 in die Hauptschule (49,7%). Ins Auge fällt, daß von den 37 Fahrnauer Grundschulabgängern wohl im Hinblick auf den neu eingeführten Werkrealschulzug 54% der Schüler zur Friedrich-Ebert-Schule wechselten.

04. September 1991

Das umstrittene, preisgekrönte, über ein Jahr lang leerstehende Wohnobjekt »Kirchhölzle« wird jetzt endlich genutzt. Wenn sich auch keine Kaufinteressenten fanden, so sind jetzt doch 6 von 11 Wohnungen vermietet und die anderen werden nach Einschätzung des Maklers auch nicht mehr lange frei sein.

05. September 1991

Der Bäckermeister Heinz Bernauer will beim Fahrnauer Dorffest einen Weltrekordversuch unternehmen. Er will es schaffen, den bisher größten Hefezopf der Welt zu backen und zu verkaufen. Er muß die im Guinness-Buch der Rekorde genannte Länge von 243,3 m übertreffen. Ob es gelingt, wird man sehen, auf jeden Fall wird dem Publikum etwas Außergewöhnliches geboten.

Die Mitglieder des Bauausschusses tun sich schwer mit der Kostensteigerung für die Erweiterung des Schlachthauses Gersbach. Da die Finanzsituation für solche Überschreitungen keinen Spielraum mehr läßt, wird die Entscheidung an den Gemeinderat verwiesen und die Verwaltung muß prüfen, wo Mehrkosten eingespart werden können.

Der Bauausschuß stimmt dem Bauantrag des Gutshofes Ehner-Fahrnau für den Bau einer neuen Gemüsehalle jetzt zu, die Erschließungskosten muß der Gemüsehandel Oertlin selber zahlen. Der Wunsch der Hausener nach einer Straßenbrücke über die Wiese zur Entlastung Hausens vom Transportverkehr zur Fa. Oertlin wurde vom Gemeinderat nicht berücksichtigt.

Die noch stehenden Gebäudeteile des Anwesens Hauptstraße 92 müssen aus statischen Gründen auch abgebrochen werden, beschließt der Bauausschuß. Laut Architekt Glinski soll beim Wiederaufbau die Fassade fast originalgetreu nachgebildet werden. Nach dem Wiederaufbau werden im Erdgeschoß sieben neue Läden entstehen.

Der Ortschaftsrat von Raitbach beschäftigt sich eingehend mit der neuen Benutzungs- und Gebührenordnung für das modernisierte Schlachthaus und legt neue Benutzungsgebühren fest.

Mehrere hundert Besucher wurden vom großen Sommerfest der Freien Waldorfschule angezogen. Vom Speerlaufen über Kricket und Eierlauf bis hin zur Premiere des »Zirkus Maximus« war einiges geboten.

06. September 1991

Nach den Vorstellungen des Kultus- und Umweltministeriums soll die Umwelterziehung fächerübergreifend an den Schulen Baden-Württembergs Fuß fassen. In Schopfheim wird das bereits in die Tat umgesetzt. Im Unterricht am Gymnasium, der Hauptschule und Berufsschule werden Themen der Umwelt und des zukunftsorientierten Umgangs mit ihr ausgearbeitet. Lehrer kooperieren fächerübergreifend in Sachen »Umwelt«.

»Umwelt und Tourismus« will die Stadt auf einen Nenner bringen. Dies soll in einem gemeinsamen Projekt vom Verkehrsbüro und von Umweltberater Peter Domes realisiert werden. Als Grundlage dient die Resolution des Fremdenverkehrsverbands Schwarzwald. In einem ersten Schritt wird bei Rundgängen durch die Stadtviertel eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Das Ergebnis soll dann dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Pfarrer Felix Baumann wird feierlich in sein neues Amt als Dekan eingeführt. Viele Gläubige besuchen den von Kirchenchor und Instrumentalisten unter Leitung von Cornelius Holdermann feierlich umrahmten Vespergottesdienst in der katholischen Stadtkirche, in der Regionaldekan Hermann Schlatterer die von Erzbischof Oskar Saier ausgestellte Ernennungsurkunde überreichte.

Im Entegast 8 wird ein Kunst- und Auktionshaus eröffnet. Rolf R. Müller hat die »Alte Färberei«, ein stadtgeschichtlich bedeutsames Gebäude, von innen grundlegend neu gestaltet, um seinen antiken Möbeln, Gemälden und Schmuck einen stilvollen Rahmen zu geben.

07. September 1991

Von der vhs ist zu hören, daß sich eine Rekord-Teilnehmerzahl bei der Belegung der Kurse abzeichnet. Erstmals war auf die Zeitungsbeilage verzichtet worden und die Programmhefte nur an alle bisherigen Teilnehmer verschickt worden.

Der Schopfheimer Boxer Volkmar Mercezguy erringt in Meßkirch den Titel des 1. Südbadischen Meisters im Mittelgewicht.

Zum »Plauschkicken« beim Schützenhaus lädt der Turnverein Wiechs ein. In echter Grümpelturnier-Atmosphäre traten einige Mannschaften mit abenteuerlichen Verkleidungen und fasnachtsreifen Wagen zu ihren Spielen an.

08. September 1991

Die Jugendfeuerwehr Gersbach feiert bei einem Grillfest ihren 20. Geburtstag. Höhepunkt des Festtages ist die Schauübung der Jugendfeuerwehren aus der gesamten Stadt Schopfheim. Abteilungskommandant Max Ühlin begrüßte dabei auch Stadtbrandmeister Bernd Schwöble.

09. September 1991

Seit Beginn des neuen Schuljahrs gibt es an Fahrnaus Grundschule auch die Kernzeitbetreuung der Kinder nach dem Unterricht von 11–13 Uhr. Ingrid Isenbeck-Steven kümmert sich um die Betreuung. Das Interesse der Eltern scheint groß zu sein.

Im Hauptausschuß wird über die neuen Öffnungszeiten für städtische Kindergärten, wie sie die Verwaltung vorgeschlagen hat, um berufstätigen Eltern entgegenzukommen, diskutiert. Die Reduzierung der Nachmittagsbetreuung ist nicht unumstritten. Die Verwaltung will erreichen, daß die Öffnungszeiten der Kindergärten übers Jahr den normalen Arbeitszeiten der Eltern angeglichen werden. Um Ferienzeiten zu reduzieren, sollen »Nachmittage« abgebaut werden. Die SPD möchte erkunden, an welchen Kindergärten Bedarf für eine Nachmittagsgruppe besteht. Ebenfalls soll der Bedarf nach einer Ganztagsbetreuung und nach Öffnung einer Gruppe in den Sommerferien ermittelt werden. Jost Noller denkt an eine abgestufte Lösung, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Kindergärten gerecht wird.

Hohe architektonische und strukturelle Ziele haben sich die Investoren und die Stadt Schopfheim bei der Realisierung ihrer Regio-Park-Idee im Gewerbegebiet »Lus« gesetzt. Es konstituiert sich ein Arbeitskreis, der aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Investoren, dreier Parteien, der Wirtschaft und des Handwerks besteht. Architekt Ludwig erläutert das architektonische Konzept, das so anspruchsvoll sein soll, daß der Gewerbepark ein »Aushängeschild« für die gesamte Region werden soll. Bürgermeister Klaus Fleck zeigt sich zuversichtlich, daß bald konkrete Ergebnisse auf dem Tisch liegen.

Nach dem einstimmigen Votum im Hauptausschuß soll es künftig eine städtische Wohnung geben, in der Drogenabhängige nach einer Therapie für eine Übergangszeit leben können. Die Stadt vermietet die Wohnung an den Alternativen Verein für Selbsthilfe.

Die Stadtverwaltung möchte festlegen, daß Eingemeindungsjubiläen in den Stadtteilen für die Stadt kein Anlaß mehr zum Feiern sind. Die Vorbereitungen dazu seien zu aufwendig, lautet die Begründung. Walter Flößer meint während der Hauptausschußsitzung, daß wenigstens der Gemeinderat in den jeweiligen Ortsteilen tagen könnte, was auch von anderen Stadträten gutgeheißen wurde. Bürgermeister Fleck überließ es schließlich den Ortsteilen, ob sie die runden Jubiläen selbst feiern wollten. Er kündigte an, daß im Jahr 2000 ohnehin die 25-Jahr-Feier der vergrößerten Stadt fällig sei, die man dann zusammen mit dem 750. Stadtjubiläum feiern wollte.

Erneut erfolglos blieb die CDU-Stadträtin Helga Beikirch mit ihrem Bemühen, einen Schulbeirat zwecks besserer Koordination zwischen den Schulen ins Leben zu rufen. Ingrid Isenbeck-Steven will erst mit dem Gesamtelternbeirat reden. So vertagte der Hauptausschuß das Thema.

Nach Abschluß des Probelaufs spricht sich der Hauptausschuß dafür aus, den Wochenmarkt endgültig zu erweitern und die östliche Wallstraße zwischen Hauptstraße und Michaelskirche miteinzubeziehen.

Der Antrag der SPD, den Eisweiher als Bolzplatz zu nutzen, wird von der Verwaltung abgelehnt. Naturschutzbeauftragte Dr. Ruth Noack sah das Feuchtbiotop in Gefahr.

10. September 1991

Aus dem THG ist zu hören, daß mit Beginn des neuen Schuljahres jetzt 669 Schüler in 30 Klassen das Gymnasium besuchen. Das sind nochmal 13 mehr als im Vorjahr, wobei die Zahl der Lehrer konstant blieb. Direktor Winterhalder sieht Engpässe in den Unterrichtsfächern Musik, Kunst und Sport.

Besuch aus Nigeria im Rathaus. Rechtsanwältin Chief Folake Solanke wird von Bürgermeister Fleck und den Vertreterinnen des Schopfheimer Zonta-Clubs, Ortrun Schätzle und Gabriele Adam empfangen. Sie berichtet von der großen Akzeptanz, den die mit Sonnenenergie betriebenen Kocher in ihrem Heimatland fanden. Die Initiatoren waren die Zonta-Frauen.

11. September 1991

Der SPD-Ortsverein stellt die Kandidaten für die Landtagswahlen im kommenden Frühjahr vor. Peter Reinelt kandidiert erneut, außerdem stehen Gabi Schupp und Günter Schlecht für die Zweitkandidatur zur Verfügung.

Die Langenauer Ortschaftsräte beschäftigen sich damit, ob in Langenau eine »Hundetoilette« eingerichtet werden soll, es wäre die 1. auf Schopfheimer Gebiet, gedacht ist an einen Automaten, der entsprechende Verpackungsutensilien bereitstellt. Es wird jedoch daran gezweifelt, daß dies eine praktikable Lösung für die Hundebesitzer ist, die ihre Tiere eh weitgehend frei laufen lassen. Im Ortschaftsrat wird eine engere Zusammenarbeit mit Enkenstein und Wieslet ins Auge gefaßt. Die Zusammenarbeit hatte sich im gemeinsamen Vorgehen gegen die geplante Erweiterung der Deponie Scheinberg bewährt.

12. September 1991

Für das 2. Schopfheimer Kinder-Jugend- und Jedermann-Sprint-Triathlon am 15. September liegen bisher 160 Anmeldungen vor, ist von den Organisatoren zu hören.

Die beteiligten Vereine und Organisatoren der Schopfheimer Kinderferientage ziehen eine überwiegend positive Bilanz der diesjährigen Aktionen und stellen dennoch fest, daß sich dieses Jahr nur 800 Kinder, das sind 200 Kinder weniger als im Vorjahr, beteiligten. Man sieht den Grund zum einen in einem reduzierten Angebot, zum anderen darin, daß der Spielbus nur eine statt zwei Wochen zur Verfügung stand und dann in den organisatorischen Schwierigkeiten, die sich durch den Weggang der Stadtjugendpflegerin Brigitte Hoffmann ergaben.

Im kommunalpolitischen Ausschuß der SPD wird mit Eltern und Erzieherinnen über die von der Verwaltung vorgeschlagenen neuen Kindergartenöffnungszeiten diskutiert. Die Auffassungen und Bedürfnisse sind recht unterschiedlich. Nur ein halber Kindergartentag ist für Alleinerziehende offensichtlich nicht ausreichend. Man will nach flexiblen Lösungen suchen.

13. September 1991

In einem Leserbrief drücken die Eltern der 3. Klasse der Johann-Peter-Hebel-Schule ihr Unverständnis darüber aus, daß die Stelle des neuen Schulleiters, obwohl von der Stadt per Eilentscheidung abgesegnet, immer noch nicht besetzt ist, obwohl das Schuljahr bereits angelaufen ist.

Stolz zeigt und erläutert Bürgermeister Fleck Minister Dr. Heinz Eyrich das in Sachen Energieeinsparung beispielhafte Projekt »Bremt«.

Nachdem sich die Eltern des städtischen Kindergartens Wiechs ebenso wie in Fahrnau und Langenau für die neuen Öffnungszeiten mit reduzierter Nachmittagsbetreuung ausgesprochen haben, schlagen die Eltern des 

Kindergartens Oberfeld eine andere Lösung vor, die auch der Kindergarten am Marktplatz akzeptieren könnte. Eine Gruppe soll an vier Nachmittagen weiter im Kindergarten von 14.00–16.30 Uhr betreut werden, während an einer flexiblen Vormittagsöffnung zwischen 7.30 und 13.00 Uhr festgehalten wird. Dabei würde man sich voll im bisherigen personellen und finanziellen Rahmen bewegen. In den Elternversammlungen wird das Problem noch ausdiskutiert werden.

Auch die CDU nimmt sich des Kindergartenproblems an. In einem Informationsabend, zu dem der Stadtverband auch die Bundestagsabgeordnete Ortrun Schätzle und den ehemaligen Leiter des Kreisjugendamtes Lörrach, Keller, eingeladen hatte, wurden hauptsächlich die Öffnungszeiten diskutiert. Einig waren sich die Anwesenden, daß die von der Verwaltung vorgeschlagene Nachmittagsbetreuung (zwei Nachmittage im Wechsel) nicht kindgerecht sei.

14. September 1991

Theatergruppen aus den Partnerstädten Ronneby und Poligny gestalten zusammen mit dem Theaterworkshop der Volkshochschule am Wochenende das »Internationale Sommertheatertreffen Schopfheim«. Als Höhepunkt des Festivals gab es eine Welturaufführung. Theaterleiterin und Regisseurin Marianne Neininger hatte ein literarisches Fragment Mozarts entdeckt, weiterbearbeitet und führte es mit ihrem vhs-workshop unter dem Titel »Die Liebesprobe« im Stil der Commedia dell’arte auf. Roswitha Frey, die Rezensentin der BZ, meint, Mozart hätte es gefallen.

Bäcker Heinz Bernauer hat es geschafft. Nach neun Stunden Backzeit und einer Nacht Aufbau übertrifft er mit seinem 371,44 m langen Zopf den bisherigen Guiness-Rekord um fast 30 Meter. Fünf Bäckermeister und ein Lehrling haben mitgearbeitet, bis um Mitternacht der Hefezopf in der Schulstraße zusammengesetzt wurde. Er war die Attraktion des Fahrnauer Dorffestes und wurde von vielen Schaulustigen bewundert, bevor er unters Messer kam.

Bei Wetterverhältnissen, wie sie kaum besser hätten sein können, organisiert der Tennisclub die Tennis-Stadtmeisterschaften. 90 Teilnehmer bestreiten 153 Einzelpartien. Stadtmeister wurden Volker Lamb, Doris Haub und Wolfgang Kämmereit.

Fritz Lenz holt bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften der Seniorenschwimmer für den TSG Schopfheim in der Altersklasse 50 bis 55 den Titel eines Landesmeisters über 50 Meter Schmetterling.

In der Langenauer Festhalle treffen sich die Musikvereine aus Langenau und Oberndorf im Spessart zu einem Doppelkonzert.

15. September 1991

184 Frauen, Männer und Kinder, darunter Teilnehmer aus dem Elsaß, der Schweiz und dem gesamten Baden-Württemberg, nehmen am 2. Schopfheimer Triathlon teil. Das Publikumsinteresse ist groß an dem Spektakel. Die beste Zeit bei den Aktiven erreicht Hubert Klemm, der 300 m Schwimmen, 9 km Radfahren und 2 km Laufen in 28:20 Minuten schafft. Bei der Jedermann-Klasse siegen Bernhard Benz und Anette Pollul. Günter Friedlin kann sich bei den Jedermann-Senioren vor Pfarrer Detlev Jobst platzieren.

Der Kulturring eröffnet die Saison mit dem gewichtigen Geschichtsdrama »Thomas More – Ein Mann für alle Jahreszeiten« von Robert Bolt. Karl Heinz Martell brilliert in einer glänzend inszenierten Aufführung, über die die Zeitungen voll des Lobes sind.

16. September 1991

Die 6. Ausgabe des Jahrbuchs der Stadt Schopfheim 1990 wird von Bürgermeister Fleck der Öffentlichkeit vorgestellt.

17. September 1991

Bürgermeister Klaus Fleck ehrt bei einem Empfang im Rathaus den deutschen Meister der Triathlon-Senioren, Hubert Klemm. Er sieht in ihm ein Vorbild als Sportler und Organisator, der im weiten Umkreis den Triathlon-Sport populär gemacht hat. Klemm durfte sich ins Sportlerbuch der Stadt eintragen.

18. September 1991

Die drei Ringer Karsten und Erik Backhaus und Jörg Denner waren bei den Deutschen Meisterschaften erfolgreich. Die Radsportlerin Angelika Darsch vom TSG Schopfheim errang bei den gesamtbadischen Meisterschaften ihre 8. Goldmedaille im Straßenrennen. Für ihre sportlichen Erfolge wurden die vier Sportler von Bürgermeister Fleck im Rathaus geehrt.

Der Gersbacher Ortschaftsrat trifft sich, um u. a. über das Schicksal der »großen Tanne« zu beraten, die als größte Weißtanne Europas gilt, nun aber dürr wird. Nachdem verschiedene Sicherungsmöglichkeiten bedacht wurden, entschied man sich doch für das Fällen des Baumes, wenn möglich noch in diesem Herbst.

19. September 1991

Im Gewerbepark an der Johann-Sutter-Straße wird der erste symbolische Spatenstich zum Bau einer Discothek mit Tanzcafé getan. Das Zwei-Millionen-Projekt mit Billard-Center des Bauherrn Dieter Brödner soll ein »Erlebniscenter« für jung und alt werden. Nach jahrelanger Standortsuche konnte Dieter Brödner das als Sondergebiet im Bebauungsplan »Kleine und obere Schleife« ausgewiesene Grundstück von Jörg-Uwe Sanio für 90 Jahre auf Erbpachtbasis erwerben.

Auf Anregung des Maulburger Bürgermeisters Arzet wird im Rathaus geprüft, ob man den zwei Schopfheimer Vollzugsbeamten einen dritten zur Seite stellen soll, der dann für alle Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft zuständig wäre. Die Maulburger haben Ärger mit den Autofahrern, die die Gehwege vollparken.

Der Ortsbauausschuß billigt die Mehrkosten von 38.000 DM für einen größeren Schlachtraum in Gersbach, da vom Land ein um 60.000 DM erhöhter Zuschuß zugesagt wird.

Im Rahmen der Schopfheimer Konzerte der vhs gibt es in der Stadthalle einen Mozart-Klavierabend mit Reinhard Becker aus Trossingen.

20. September 1991

Das Einwohnermeldeamt teilt mit, daß die Einwohnerzahl von Schopfheim eine neue Höchstmarke erreicht hat. Am 31. August lebten in Schopfheim und den Stadtteilen 17.055 Menschen, das bedeutet, daß in drei Jahren 1.000 Einwohner hinzugekommen sind.

Für die Ortschaftsräte in Kürnberg steht für 1992 die Weiterführung der Kanalisation an erster Stelle ihrer Wünsche.

21. September 1991

Die »Bau 4« hat ihr Grundstück »Im Winkel« und die dazugehörigen Baupläne für ein Wohn- und Geschäftshaus an einen Schweizer Investor verkauft. Die Einwände von Gewerbeverein und IHK gegen uneingeschränkten Einzelhandel im »Winkel« hatten das Grundstück problematisch für die Bau 4 werden lassen. Der Bürgermeister konstatiert, daß sich jeder neue Besitzer an das festgelegte Planungskonzept halten müsse. Er sieht da keine Probleme.

Wiederum gastieren die Studenten der Musikhochschule Freiburg mit ihrem Theater-LKW »Göttertraum« auf dem Platz zwischen Museum und Alter Kirche, diesmal mit zwei Kurzopern von Mozart und Monteverdi. Etwa 100 Zuhörer erfreuen sich an diesem spätsommerlichen Abend am Spiel der engagierten Musiker.

Die Lärm-Probleme, die sich für die Anwohner des Bifig-Stauwehrs ergeben, sind wohl nicht so schnell zu lösen, möglicherweise erst durch ein Gerichtsurteil. Die Bewohner der oberen beiden Stockwerke des angrenzenden Hochhauses haben anscheinend besonders zu leiden, während es den unteren Mietern weniger ausmacht. Einige Anwohner haben nun eine Unterschriftenaktion für das nächtliche Rauschen gestartet. Sie wollen darauf keinesfalls verzichten. Wie soll man diesen Konflikt nur lösen?

Bürgermeister Flecks städteplanerischer Sachverstand ist in Kleinmachnow, ehemals DDR, besonders gefragt. Sechs- bis achtmal im Jahr reist der Rathauschef in die Gemeinde zwischen Potsdam und Berlin-Zehlendorf und wirkt an der Stadtplanung mit.

Schopfheimer Gastronomen berichten in Interviews der BZ von ihren Schwierigkeiten, Personal zu finden. Als Gründe werden unattraktive Arbeitszeiten, wenig Freizeit und schlechte Bezahlung genannt. Lediglich Christel Buchleitner vom »Adler« meint, keinen Grund zum Klagen zu haben.

Rund 300 Zuschauer wollten ein spannendes Spiel beim Lokalderby zwischen dem SVS Schopfheim und der Mannschaft aus Hausen sehen. In der BZ wird von einem enttäuschend ruhigen Spiel ohne Höhepunkte berichtet. Die Mannschaften trennten sich bei einem Stand von 2:0 für Hausen.

Da 1992 das 25jährige Jubiläum der Partnerschaft mit Poligny ansteht, werden schon jetzt die ersten Planungen vorgenommen. Um erste Absprachen für das deutsch-französische Städtlifest zu treffen, fuhren Schopfheimer Stadträte samt Angehörigen zum obligaten 2-Jahrestreffen in die Partnerstadt.

23. September 1991

Im Umweltausschuß wird die Einrichtung einer Dauerstelle für einen Umweltberater diskutiert. Thema ist auch der Wechsel von Peter Domes, dem bisherigen Umweltberater, zum Kreis. Die GRÜNEN und Teile der SPD üben Kritik an der Verwaltung, die zu spät über das Ausscheiden Domes informiert habe und die die ABM-Stelle nicht in eine feste umwandeln wolle. Klaus Böttger von den GRÜNEN zeigt sich »mehr als erzürnt über die Art, wie die Personalstelle durch die Hintertür aufgelöst wird«. Er verläßt unter Protest den Ratstisch. SPD-Fraktionschef Zapp sieht außer der Abfallproblematik, die in Zukunft von Lörrach aus behandelt wird, zahlreiche Beschäftigungsfelder, die einen Umweltberater notwendig machten. Daneben sieht Zapp auch die angespannte Haushaltslage, die zum Sparen anhalte. Im Rahmen der Haushaltsberatungen in den nächsten acht Wochen wird klar werden, ob es einen finanziellen Spielraum für eine feste Stelle ab Januar geben wird. Michael Straub von den GRÜNEN würde dann gegebenenfalls Peter Domes wieder vom Kreis abwerben wollen.

Die CDU-Fraktion stellt im Umweltausschuß den Antrag, eine Umweltwoche in Schopfheim zu veranstalten. Durch Vorträge und praktische Hilfestellung sollen Anregungen für ein »aktives Umweltverhalten« gegeben werden. Die Verwaltung, die den Antrag unterstützt, sieht einen Termin Anfang Juni 92 vor. Sie will ein Konzept für die Veranstaltungswoche, die von der Stadt, den Schulen und den Vereinen getragen werden soll, erarbeiten.

Zug um Zug sollen in der Stadt weitere Tempo-30-Zonen eingeführt werden. Wenn das erste Teilstück der Umgehungsstraße freigegeben ist, kommt das Gebiet zwischen Hebel- und Wiechser Str. an die Reihe, ebenso die Schwarzwaldstraße. Das gesamte Oberfeld wird dann »beruhigt«, wenn die Umgehungsstraße bis Fahrnau fertiggestellt ist, das beschließt der Umweltausschuß, entsprechend dem Vorschlag der Verwaltung.

24. September 1991

Der unter vielen Schwierigkeiten im März gegründete Trägerverein für das Jugendhaus droht zu scheitern. Der zum Vorsitzenden gewählte Schüler Martin Rothweiler sieht sich angesichts der verantwortungsvollen Aufgabe und mangelnder Unterstützung nicht in der Lage, das von der Stadt geforderte Gesamtkonzept für die Jugendarbeit vorzulegen. Die Stadt verlangt jetzt vom Trägerverein einen Sachstandsbericht und wird dann nach Auskunft von Beigeordnetem Bertsch, Konsequenzen ziehen. Statt eines hauptamtlichen Betreuers, wie aus den Reihen des Trägervereins gewünscht, wird an einen Pädagogen, der direkt bei der Stadt beschäftigt ist, gedacht. Ein Jugendhausleiter könnte auch die Verwaltungsaufgaben der Stadtjugendpflege wahrnehmen. Eventuell muß der Gemeinderat die Grundsatzentscheidung für eine freie Trägerschaft revidieren. Man wollte ein Engagement »von unten« fördern, statt alles von oben vorzugeben.

Trotz des noch ausstehenden Planfeststellungsbeschlusses für die Erweiterung der Kläranlage in Steinen soll am 15. Oktober mit dem Bau begonnen werden, teilt Bürgermeister Fleck bei der Sitzung des Abwasserverbandes Mittleres Wiesental mit. Der Bürgermeister sieht alle Auflagen erfüllt und will die Genehmigung nicht abwarten.

Das Vereinsparlament zieht eine überwiegend positive Bilanz des Fahrnauer Dorffestes, das durch die Hefezopfaktion von Bäcker Bernauer zusätzlichen Glanz erhielt. Der Hefezopf-Erlös von 4.200 DM wurde den beiden Fahrnauer Kindergärten gestiftet.

25. September 1991

Bürgermeister Fleck erläutert bei einem Pressegespräch, daß die Entwicklungsgebiete »Kleine und obere Schleife« und »Rebacker/Rütteberg« ebenso wie das »Bremt« mit Energie- und Preisvorgaben der Stadt belegt werden sollen. So findet die gesamte Bautätigkeit der nächsten Jahre in Gebieten statt, in denen bindende Vorgaben gemacht werden. Klaus Fleck stellt fest, daß bisher keine Stadt so weit gegangen ist wie Schopfheim.

Nach zweijähriger Bauzeit können nun die letzten der 130 Wohnungen, die die Stadt mit dem Bauträger Gernot Pöpperl im Rahmen des Programms »Preiswerter Mietwohnungsbau« am Hirschendreieck errichtet hat, bezogen werden. Bei einem Besichtigungsrundgang mit dem Bürgermeister zeigen sich die geladenen Gäste sehr beeindruckt von den stilvollen, mit einem gewissen Komfort gebauten Wohnungen, die mit einem auf Grund der Mietpreisbindung enorm günstigen Preis von 6 DM pro qm vermietet werden.

Der Antrag der Fa. Concepthaus auf Erstellung einer Wohnanlage auf dem Platz der jetzigen Reithalle sorgt in Eichen für ein volles Haus während der Ortschaftssitzung. Die durch das Bauvorhaben notwendige Verlegung des Dorfbaches ruft den Protest vieler Bürger hervor. 91 Bürger bekunden mit ihrer Unterschrift, daß sie die Dorfcharakteristik erhalten wissen möchten.

26. September 1991

Eine Studentin der Karlsruher Fachhochschule hat ihre Diplomarbeit zum Thema Flächennutzungsplan geschrieben und hat am Beispiel der Verwaltungsgemeinschaft ein Faltblatt entwickelt, in dem sie Schlüsse aus den Einwohnerzahlen, der Statistik über Erwerbstätige, Beschäftigte, Pendlerdefizit/Überschuß zieht und den größeren Zusammenhang eines Flächennutzungsplans verdeutlicht. 10.000 Faltblätter sollen an alle Haushalte kostenlos verteilt werden.

27. September 1991

Ein »Hilferuf« nach einer Kindergartenhilfskraft ist aus dem alten Kindergarten in Fahrnau zu hören, nachdem bisher keine Vorpraktikantin zu finden war. Die Stadt appelliert jetzt in der Öffentlichkeit an Mütter, Frauen oder Männer, die gern mit Kindern umgehen und vormittags Zeit haben, im Fahrnauer Kindergarten auszuhelfen. Ordnungsamtsleiter Klemm verweist auf die Kindergärten Wiechs und Langenau, wo die »Mutterlösung« hervorragend funktioniere.

Die diesjährige konstituierende Elternbeiratssitzung der Max-Metzger-Schule war geprägt von Harmonie zwischen Eltern und Lehrern und Zufriedenheit mit der Schulsituation. Den 329 Kindern in 13 Klassen können alle Pflichtstunden erteilt werden und es stehen darüber hinaus ausreichend Stunden für besondere Fördermaßnahmen zur Verfügung.

Das Café Deiß am Ortsrand von Gersbach schließt nach 26 Jahren. Unzählige Ausflugsgäste an der Wanderstrecke oder am Loipe-Parkplatz machten hier im Laufe der Zeit Rast.

Für 40jährige Betriebszugehörigkeit bei der Firma Werner Rietschle, Maschinen- u. Apparatebau GmbH wird Egon Harter geehrt. Der Bürgermeister überreicht ihm die Ehrenmedaille und Ehrenurkunde des Landes Baden-Württemberg.

In Fahrnau wird eine neue Guggemusik gegründet, die »Guggedätscher«. Ein provisorisches Vorstandsteam unter der Leitung von Simon Schmitt kümmert sich bis zur endgültigen Gründungsversammlung um die praktischen Voraussetzungen, wobei die Suche nach einem geeigneten Proberaum an erster Stelle steht.

28. September 1991

Michael Bittel, Kulturarbeiter der Soziokultur e. V., meldet sich in einem Leserbrief zum Thema Jugendarbeit der Stadt zu Wort und übt herbe Kritik an der Stadt und insbesondere am Bürgermeister. Er sieht in dem Bau einer Disco, der kürzlich begonnen wurde, keine sinnvolle Perspektive für die Jugendlichen. Hier geht es nach seiner Meinung einzig um Profit und nicht um Jugendarbeit. Er sieht hier die Stadt in der Verantwortung und schlägt vor, den Pflug zu renovieren und unter der koordinierenden Hand eines Jugendpflegers den verschiedenen Aktivitäten des JuZ, des Förderkreises Ferienzentren, des Café Irrlicht, der Vereine, der vhs und der kirchlichen Jugendgruppen Raum zu geben. Der Stadt, die nun ein neuerliches Engagement für das Schlachthaus-Projekt in Erwägung zieht, nachdem der neu gegründete Trägerverein scheiterte, wirft Bittel ein in der ganzen Handhabung von vornherein abgekartetes Spiel vor, um die umstrittene Jugendpflegerin Hoffmann auf elegante Weise loszuwerden.

Die Volkshochschule veranstaltet ihr 2. Jazzfestival und hat Frl. Mayer’s Hinterhaus Jazzer aus Freiburg und den Posaunisten Gene »Mighty Flea« mit seiner Band eingeladen, die die rund 800 Besucher mit ihrem kontrastreichen Spiel von Dixieland, Swing und Blues begeistern und weit über Mitternacht hinaus für Stimmung in der Stadthalle sorgten.

Rechte Flohmarktstimmung will in der Altstadt hinter dem Rathaus nicht aufkommen. Das regnerische Frühherbstwetter macht den Anbietern von Krust und Kram aus zweiter Hand einen dicken Strich durch die Rechnung, so daß nur wenige ihren Stand aufbauten.

Ebenfalls naßkaltes Wetter trübt die Fete des Förderkreises Ferienzentren, der sein 10jähriges Bestehen im Sengelenwäldchen feiert.

29. September 1991

Die Jugendorchester aus Fahrnau, Neustadt und Wollbach bieten am Vormittag in der Fahrnauer Festhalle ein vielseitiges Konzert, wobei auch Solisten ihr Können zeigen. Als ganz besonderer Leckerbissen wird die Uraufführung des »Festlichen Marschs für Jugendmusikorchester« von Markus Götz, einem jungen Fahrnauer Talent, gewertet. Das Publikum, das die Halle bis auf den letzten Platz füllt, zeigt sich begeistert, hatte doch Ulrich Winzer, der Dirigent, eine rundum gefällige ausgewogene Melodienfolge zusammengestellt.

Eine Mozart-Matinée für Kinder wird in der Waldorf-Schule angeboten. Im bis auf den letzten Platz besetzten Musiksaal werden Arien, Duette und Terzette aus Mozarts Werken Bastien und Bastienne, Figaros Hochzeit und die Zauberflöte von Helga Hein-Guardian und ihren Gesangschülern aus Obernburg am Main gesungen.

30. September 1991

Wegen »offener Fragen« zieht die Verwaltung bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung den Entwurf des Nachtragshaushaltes zurück. Das MT berichtet aus nichtöffentlicher Sitzung, wo die Haushaltsfrage schließlich behandelt wurde, von einem »Riesenliquiditätsloch«. Als Grund der Misere wird das Fehlen von Einnahmen aus Grundstücksverkäufen genannt, die fest eingeplant waren. Das Pflugprojekt spielt dabei eine Rolle. Um Löcher solange stopfen zu können, bis die Grundstücke tatsächlich verkauft werden könnten, müßte die Stadt kurzfristig ihren Kassenkredit von geplanten 3 Mill. auf 8 Mill. DM erhöhen. Dazu verweigerte der Gemeinderat zunächst seine Zustimmung. Damit die Stadt ihre Rechnungen zahlen kann, akzeptierte der Gemeinderat schließlich die weitere Überziehung des städtischen Kontos. Robert Zapp forderte in diesem Zusammenhang eine Liste der freiwilligen Subventionen, die von der Stadt geleistet werden. Er möchte eine Auflistung der Steuern und Gebühren, die für den Haushalt relevant sind und eine Übersicht über wesentliche Etatpositionen der letzten fünf Jahre, aus denen vor allem auch die Entwicklung der Ausgaben hervorgeht.

Von Sozialamtsleiter Klemm ist zu hören, daß der Platz in den Notunterkünften am Dammweg eng wird. Durch eine auffallend große Zahl von Räumungsklagen in letzter Zeit werden immer mehr Notunterkünfte gebraucht, so daß es auch zu Doppelbelegungen von Einzelzimmern kam, was von den Betroffenen als unzumutbar bezeichnet wird. Sollte der Bedarf weiter steigen, müßte der Bau weiterer Notunterkünfte beschlossen werden.

Die Verwaltung und der Gemeinderat reklamieren beim Kreis, der ab 1. Januar 1992 die »Müllgeschäfte« übernehmen will, ein in die Zukunft weisendes Konzept. Außerdem sind Übergangslösungen notwendig. Die umstrittenen Müllcontainer hinter dem Rathaus sind inzwischen abgebaut. Nach Ansicht des Bürgermeisters sind sie ohnehin städtebaulich nicht vertretbar.

Im Gemeinderat wird Zweifel am Sinn des Faltblatts, mit dem die Verwaltungsgemeinschaft Schopfheim, Maulburg, Hausen und Hasel der Bevölkerung den Flächennutzungsplan nahebringen möchte, laut. Robert Zapp übt Kritik und moniert, daß im Gemeinsamen Ausschuß vorher nicht darüber gesprochen worden sei. Nachdem die Stadt auch auf der Altstadtbroschüre »sitzen blieb«, möchte er Auskunft über Stückzahl und Kosten. Karl Selz zeigt sich überzeugt, daß der Flächennutzungsplan in der vorliegenden Form niemanden hinter dem Ofen hervorlocken könne.

01. Oktober 1991

Die Schopfheimer Narren nutzten die Zwangspause im Jahr 1991, wo die Fasnacht wegen des Golfkrieges ausfiel, und machen sich grundsätzliche Gedanken zum Brauchtum. Laut Oberzunftmeister Enrico Blokbergen hat die Fasnachtseröffnung am 11.11. nichts mit der traditionellen schwäbisch-alemannischen Fasnacht zu tun, man stellte beim Präsidium der Narrenzunft einen entsprechenden Antrag, dem nun entsprochen wird. Künftig wird die Ausgrabung der Fasnacht am ersten Samstag nach Dreikönig erfolgen, diesmal ist das der 11. Januar 1992. Beim Familienabend am 9. November wird die Narrenzunft auf Auftritte im Häs verzichten, auch der Statthalter soll diesmal im Januar vorgestellt werden.

Auf die Prioritätenliste für den Haushalt 92 ganz oben setzt der Ortschaftsrat von Enkenstein einen Bürgersaal und eine Feuerwehrunterkunft, die man auf dem Gelände beim Rathaus verwirklichen will.

Bernd Stephany tritt als neuer Filialleiter der Deutschen Bank die Nachfolge von Berthold Sutterer an.

02. Oktober 1991

Mit Neuem Süßen feiern die Bewohner des Georg-Reinhardt-Hauses das Herbstfest in fröhlicher und ausgelassener Stimmung.

Die Verlegung des Eichener Dorfbaches im Zusammenhang mit dem Bau von neun Reihenhäusern wird im Bauausschuß abgelehnt. Bürger hatten aus Protest 91 Unterschriften gesammelt. Nachdem die Verwaltung die Verlegung erst befürwortet hatte, schwenkte sie doch auf ein Nein zu den Reihenhaus-Plänen ein. Walter Flößer sieht angesichts der Reihenhaus-Pläne »Monotonie« um sich greifen. Karl Selz beklagt bei dieser Gelegenheit das Fehlen eines Stadtplaners.

Eine Bauherrengemeinschaft aus Rheinfelden will im Baugebiet »Bremt« ein Mehrfamilienwohnhaus mit 18 Wohnungen und Tiefgarage errichten. Der Bauausschuß stimmt dem Geschoßwohnungsbau zu, wenn auch nach den Vorgaben des Bebauungsplanes Reihenhäuser vorgesehen waren. Nur Klaus Böttger von den GRÜNEN moniert: »Fast in jeder Sitzung kommen Änderungen, wozu haben wir dann einen Bebauungsplan beschlossen?«

04. Oktober 1991

Das Areal der stillgelegten Färberei Burkhardt & Schmitt wird nun seit drei Jahren zum Kauf angeboten, und es zeichnet sich ab, daß keinerlei Kaufinteresse besteht. Die Schaffung eines »Handwerkerhofes« mit Erhaltung denkmalwürdiger Fassaden findet nicht das Interesse von Handwerkern. Vielleicht sind es die verschiedenen Auflagen der Stadt, die eine Ansiedlung für einen Gewerbebetrieb uninteressant machen. Die Pläne eines möglichen Käufers, eine Wohnanlage mit 50 Wohnungen zu errichten, passen nicht in das Konzept der Stadt. So ist weiter ungewiß, was mit diesem Areal geschieht. Der Bürgermeister sieht das nicht als ein Problem der Stadt.

05. Oktober 1991

Obwohl es nach fünf Jahren heftiger Auseinandersetzungen um die geplanten Brandversuche im Hasler Eisenbahntunnel ruhig geworden ist, ist das Projekt nicht gestorben. Von Dr. Haak von der STUVA ist zu hören, daß nach den Versuchen, für die man nach Norwegen ausgewichen ist, es 1993 mit Holzbrandversuchen im Hasler Tunnel weitergehen wird. Man muß vorher noch von der Naturschutzbehörde die Befreiung von Bestimmungen des Naturschutzgesetzes erreichen, vor allem eine Unbedenklichkeitserklärung im Hinblick auf das Fledermausvorkommen.

Das Kulturcafé Irrlicht hält als neues Angebot interessante und sehenswerte Filme und Videos bereit, die immer mittwochs im Abstand von zwei Wochen gezeigt werden sollen.

06. Oktober 1991

Das Weideabtriebsfest in Gersbach lockt wieder viele Besucher an. Die Bergbauern um Pfarrer Trautwein können nach drei Jahren Pionierarbeit zufrieden sein. Ein dickes Lob gab es vom Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser für das »Gersbacher Modell«. Pfarrer Trautwein legt mit Hand an beim symbolträchtigen ersten Spatenstich für den Neubau des Schlachthauses in Gersbach. Gleichzeitig wird in Gersbach das Erntedankfest mit einem Umzug durchs Dorf gefeiert, wo die Landwirte auch ihre Rinder vorführen, um deren Fleisch es bei der Direktvermarktung geht.

In der Schopfheimer Stadtkirche wird das Erntedankfest gefeiert. Zu Gast sind 16 Gemeindemitglieder aus der Partnergemeinde Kleinmachnow. Mit dem Erlös des »Suppensonntag« will man bedürftigen Menschen der ostdeutschen Partnergemeinde helfen.

Die Kulturring-Theaterbesucher werden mit einer ungewöhnlichen Schiller-Inszenierung von »Kabale und Liebe« in der Stadthalle konfrontiert, die von der Presse fast enthusiastisch gefeiert wird, aber beim Publikum eher auf Ablehnung stößt.

07. Oktober 1991

Der BUND setzt sich in einem offenen Brief an Verwaltung und Ratsfraktionen für die weitere Beschäftigung eines städtischen Umweltberaters ein. Der BUND listet auf drei Seiten die Gründe auf, die für solch eine Umwelt-Institution in der Markgrafenstadt sprechen.

08. Oktober 1991

Kleinmachnows stellvertretender Bürgermeister Blasig ist in Schopfheim zu Gast und erläutert in einer Versammlung des FDP-Ortsverbandes die Schwierigkeiten seiner Heimatgemeinde am Rande von Berlin seit der Wiedervereinigung.

Das Städtlifestkomitee zieht bei einer Nachlese im Restaurant am Park eine überwiegend positive Bilanz des Städtlifestes. Der Umsatz und damit die Gewinne fielen größer aus als im vergangenen Jahr. Obwohl mehr verkauft wurde, nahm die Müllmenge erfreulicherweise ab. Als besonderen Erfolg wertete Vorsitzender Markus Walter das Rahmenprogramm. Sorge macht den Veranstaltern der zunehmende Vandalismus, der auch vor Schopfheim nicht Halt macht. Einiges Glas, was zu Bruch ging, läßt die Organisatoren überlegen, wie man das Ganze in Zukunft im gewünschten Rahmen halten kann.

09. Oktober 1991

Markus Werner, Vorstandsmitglied des Trägervereins für das neue Jugendhaus, sieht eine letzte Chance, dem Verein eine breitere Basis zu geben und Leute zum Mitmachen zu gewinnen, in einem Informationsabend. Am 19. Oktober soll im Museumskeller ein Kennenlernfest veranstaltet werden.

Das MT weiß aus nichtöffentlicher Sitzung des Hauptausschusses, daß der Bürgermeister dem Stadtparlament von neuerlichen »Verzögerungen« in Sachen Pflug-Kaufhaus berichtete. Allem Anschein nach »rechnet« sich das Kaufhausprojekt für die Investoren immer noch nicht. Geänderte Marktbedingungen machen es nötig, entweder den Vertrag zu Lasten der Stadt nachzubessern, oder am Ende auf das ganze Projekt zu verzichten und die investierten Millionen abzuschreiben. Laut Beschluß des Gemeinderats soll Ende des Jahres die Frist für eine endgültige Entscheidung ablaufen. Werner Müller vom MT vergleicht in einem Kommentar die langwierigen Verhandlungen um das Pflug-Kaufhaus mit dem Monopoly-Spiel, wo auch die Stadt sich den Spielregeln unterwerfen muß.

Für eine Mark das Kilo Literatur können bildungshungrige Käufer aussortierte Bücher aus der Stadtbibliothek erwerben. Den ganzen Tag über wird die ausgemusterte Literatur im Pflug verscherbelt.

Die Feuerwehr wird zu einem Notfalleinsatz gerufen. Ein Mann mit einem Oberschenkelhalsbruch muß aus einem Haus in der Altstadt gerettet werden. Die Feuerwehr braucht für diesen Einsatz dringend eine Drehleiter, die in Schopfheim fehlt. Die Feuerwehr aus Steinen mußte mit dem entsprechenden Gerät aushelfen.

10. Oktober 1991

Nikolaus Cybinski aus Lörrach, Hebel- und Heimatkundler, vor allem aber Verfasser pointierter Aphorismen, liest in der Stadtbibliothek im Rahmen der Autorenlesungen.

11. Oktober 1991

Noch immer rufen bei der Stadtverwaltung viele Bürger an, die das Umwelttelefon nutzen wollen. Nach dem Weggang des Umweltberaters ist das Telefon verwaist. Als Ersatz bietet die Stadt nun die Nr. des Beigeordneten an, oder die Vermittlung verbindet mit dem für Landwirtschaft, Naturschutz und Straßenverkehr zuständigen Mitarbeiter beim Ordnungsamt.

Aus dem Rathaus ist zu hören, daß im Nachtragshaushalt die Obergrenze für Kassenkredite nicht wie ursprünglich gemeldet auf 8 Mill. DM festgesetzt werden soll, sondern »nur« auf 6,5 Mill. DM, da die prekäre Haushaltslage inzwischen durch eingetroffene Einnahmen abgemildert wurde.

Eine Gruppe von Schülern und Lehrern des THG meldet sich in einem Leserbrief zu der »Kabale und Liebe«-Aufführung in der Stadthalle zu Wort. Sie ist mit der enthusiastischen Rezension der BZ überhaupt nicht einverstanden und lastet der Aufführung schwere Mängel an.

Der 39jährige Johann Tritschler aus Dossenbach tritt seine Stelle als neuer Schulleiter der Johann-Peter-Hebelschule an. Der Sonderschullehrer war vorher Konrektor der Eichendorffschule in Rheinfelden und fand als einziger Bewerber auch die Unterstützung des Gemeinderats.

Im »Metropole«, der Musik- und Tanzbar, die seit einem Jahr unter neuer Leitung geführt wird, will man wieder an die alte Tradition der fünfziger, sechziger und der frühen siebziger Jahre anknüpfen. Die Premiere steigt mit den Pepperhouse Stompers, die ihre rund 120 Zuhörer mit frechem Dixie, getragenem Blues, New Orleans-Jazz und Swing unterhielten. In Zukunft sollen im 14tägigen Rhythmus Musikveranstaltungen stattfinden, ist von Yusuf Erdem, dem jetzigen Inhaber des »Metro«, zu hören.

12. Oktober 1991

Die CDU-Frauen sammeln ein letztes Mal Plastik und Alu auf dem Marktplatz. Nach zweieinhalb Jahren setzen sie einen Schlußpunkt unter ihren engagierten Einsatz für die Umwelt. »Jetzt gibt es neue Wege in der Wiederverwertung von Wertstoffen, die wir unterstützen wollen«, begründet die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Ortrun Schätzle das Ende der Aktion.

Den ganzen November über wird es in der Markgrafenstadt einen »Stadtmusikus« geben. Dank intensiven Kontakten zwischen dem Kulturamt und der Musikhochschule in Freiburg wird ein Projekt, das als »Kultur für den ländlichen Raum« finanziell vom Land getragen wird, in Schopfheim verwirklicht. Ein junger, studierter Komponist, Antonio Gomez, wird vier Wochen lang in der Stadt residieren und in dieser Zeit mit Vereinen, Schulen und anderen Gruppierungen zusammenarbeiten. Er fühlt sich besonders der modernen Musik verpflichtet. Für den Musikverein Fahrnau komponiert der Musikus ein modernes Stück, das dann im Rahmen des Herbstkonzertes aufgeführt wird. Die Veranstaltungen sollen eher Workshop-Charakter haben und nicht unter einem bestimmten Ergebniszwang stehen.

Etwa 70 Teilnehmer treffen sich im Berufsbildungszentrum des Handwerks zu einer Tagung zum Thema »Energiesparendes Bauen«. Das Modellprojekt im Baugebiet »Bremt« mit derzeit 52 Niedrigenergiehäusern steht im Mittelpunkt der Tagung, bei der es mit Vertretern des Innenministeriums und des Fraunhofer-Instituts neben Informationen über gesetzgeberische Bemühungen auch um die Erfahrungen der Praktiker ging.

Der seit sechs Wochen als Betreuer im Jugendzentrum tätige Dietmar Hermann berichtet von seinen ersten Erfahrungen. Er findet das JuZ einen wichtigen nichtkommerziellen Treffpunkt, der den Jugendlichen größtmögliche aber nicht völlig unkontrollierte Freiräume bietet.

Eugen Herzog berichtet von zwei wichtigen Ereignissen im Leben unserer französischen Partnerstadt. Zum einen wird am 15. September die Jagd eröffnet. Zum anderen bewertet er es als großes belebendes und das Stadtbild veränderndes Ereignis, daß am 9. September nach den Sommerferien sich 2.150 kleine und größere Kinder auf den Weg zu den verschiedenen Schulen und Bildungseinrichtungen machen.

Gesang und Gemütlichkeit ist Trumpf beim 11. Raitbacher Herbstfest. Die Raitbacher Sänger und verschiedene Gastvereine sorgen für gute Unterhaltung.

13. Oktober 1991

Die Kirchengemeinde Eichen mußte während der Renovierungsarbeiten an ihrer Kirche in den alten Rathaussaal ausweichen, jetzt kann sie ihren Erntedankgottesdienst wieder in der Kirche feiern. Bei einem Stehempfang bedankte sich Pfarrer Jobst bei allen, die zur Renovierung des Gotteshauses beigetragen haben. Prof. Lorenzen und der Gesangverein Eichen umrahmten die Feier musikalisch.

Mozarts Krönungsmesse dirigiert von Cornelius Holdermann sorgt in der Katholischen Stadtkirche für einen enormen Besucherandrang. Das Solistenquartett mit Madeleine Strütt-Chappuis, Silke Marchfeld, Stanislaus Stacszecki und Gerhard Böhler bereichern die sehr gelobte Aufführung in besonderem Maße.

14. Oktober 1991

Als Fazit der Tagung des SPD-Ausschusses in Gersbach ist zu hören, daß sich die SPD-Stadträte in ihrer Funktion als Kontrollorgane eingeschränkt sehen. Sie monieren, daß sie in der Vergangenheit von der Stadtverwaltung über eine ganze Reihe von finanziellen Entwicklungen erst sehr spät und erst auf beharrliches Nachfragen informiert wurden. Sie geben dem Kaufhausdilemma eine Mitschuld am Millionenloch in der Haushaltskasse. Sie drängen auf eine Entscheidung in dieser Frage und möchten lieber eine »Wende mit Schmerzen als ein Ende mit Schrecken«.

Im Gemeinderat wird der Nachtragshaushalt mit nur drei Gegenstimmen verabschiedet. Der Abstimmung geht jedoch eine emotionsgeladene Debatte um die verfahrene Haushaltssituation voraus. SPD-Fraktionssprecher Robert Zapp gibt dem Bürgermeister die Schuld an den Zahlungsschwierigkeiten. Die bisher gescheiterten Kaufhausverhandlungen geben der SPD Anlaß zur Kritik an der Verhandlungsführung des Bürgermeisters. Keiner der Parteiensprecher glaubt mehr daran, daß sich das Pflug-Gesamtkonzept noch umsetzen läßt. Ohne weitere Zugeständnisse der Stadt scheint sich das Projekt für die Investoren nicht zu rechnen und die Gemeinderäte wollen dem Projekt nur noch eine kurze Frist geben, um dann über Alternativen nachzudenken. Die SPD beharrt auf einer Frist zum Jahresende.

Die SPD stellt in einem Antrag weitere Fragen zum Thema Umweltberater. Sie möchte geprüft wissen, ob evtl. die Verwaltungsgemeinschaft sich an der Finanzierung eines Umweltberaters beteiligen könnte und inwieweit dieser dann ausgelastet sei.

Für den Winter-Räumdienst ist vom Bauamt eine neue Regelung gefunden worden. Die Schneeräumung in den Ortsteilen wird an private Unternehmen abgegeben. Der Bauhof räumt nur in der Kernstadt.

Die alte Kapelle auf dem Fahrnauer Friedhof wird auf Initiative von Stadtrat Flößer instandgesetzt. Er möchte sie als Gedenkstätte der in den beiden Kriegen Gefallenen von Fahrnau und Kürnberg angemessen herrichten. Der Gemeinderat stimmt dem Anliegen unter der Voraussetzung zu, daß sich Bürger und Fahrnauer Vereine mit Spenden an der Umgestaltung beteiligen.

15. Oktober 1991

Bürgermeister Klaus Fleck für die Stadt, Walter Weik für die Landeskreditbank und Udo Berner für die Imbau unterzeichnen den Vertrag über die Bebauung des geplanten Gewerbeparks »Regio-Park« im Lus. Damit wird der Startschuß für ein rund 100 Millionen DM Projekt gegeben, das in einem Zeitraum von 10 Jahren realisiert werden soll und rund 1.000 Arbeitsplätze schaffen soll.

In einem Sportgeschäft in der Scheffelstraße wird eingebrochen und Sportartikel im Wert von 100.000 DM entwendet. Die Diebe ließen nur Waren vom Feinsten mitgehen.

16. Oktober 1991

Bei der Gewährträgerversammlung der Sparkasse Schopfheim blickt Sparkassendirektor Dr. Neubauer zufrieden auf das Geschäftsjahr 1990 zurück. Bei den Spareinlagen sowie bei den Darlehen weitete die Sparkasse ihr Volumen überdurchschnittlich aus. Man setzt auf das breite Publikum und nicht auf wenige große Kunden. Es zeichnet sich ein Kurswechsel ab, indem die Sparkasse ihre Bankgeschäfte drosselt, stattdessen ihre Kundengeschäfte ausweitet. Auf evtl. Fusionspläne angesprochen, weist Dr. Neubauer entschieden auf die gesunde »wirtschaftliche Basis« des Geldinstituts hin, die »keinen Grund« für solche Zusammenlegungspläne liefere.

Bei den Kanalisationsarbeiten in Kürnberg wird ein alter Brunnen gefunden.

17. Oktober 1991

Eine junge türkische Mutter, die sich auf den Hilferuf des Kindergartens gemeldet hatte, hilft im Kindergarten am Marktplatz als Teilzeitkraft aus. Die Eltern und das Erzieherteam sind mit der Lösung sehr zufrieden, ist zu hören.

18. Oktober 1991

Der Jugendhaus-Trägerverein und der Stadtjugendring sind dabei, sich aufzulösen. Abgesagt wird jetzt das im Museumskeller geplante Info-Fest. Der Stadtjugendring will mit seiner Auflösung ein provokatives Zeichen setzen und auf die Vernachlässigung der Jugendarbeit durch die Stadt hinweisen. Johannes Thümmig-Hofert, Vorsitzender des Förderkreises Ferienzentren, von dem das Jugendhaus-Konzept stammt, weist einmal mehr darauf hin, wie notwendig das Vorhandenseins eines Stadtjugendpflegers und eines professionellen Konzepts für die Jugendarbeit ist.

Die »Bürgerinitiative für eine menschengerechte Stadt Schopfheim« trifft sich zu ihrer ersten Mitgliederversammlung nach der Vereinsgründung. Vorsitzender Claus Huber zeigt sich enttäuscht, daß nur 12 Leute der Einladung folgten. Er skizziert drei Ziele der Initiative. 1. setzt sie sich für die schnelle Inbetriebnahme der Umgehungsstraße ein. 2. bezieht sie gegen das geplante Kaufhausprojekt Stellung. 3. möchte sie mit allen relevanten Gruppen »Meinungsaustausch« pflegen und dann auch selbst Einfluß auf die Stadtplanung nehmen.

19. Oktober 1991

Beigeordneter Bertsch nimmt zur angekündigten Auflösung des Stadtjugendringes Stellung und reagiert gelassen. Er mißt der Arbeit des Stadtjugendringes kaum Bedeutung bei. Als einzige wichtige Aufgabe des Gremiums sieht er die Leitung des Jugendhauses. Im Moment sei man sehr 

Mit der Arbeit des JuZ-Betreuers Hermann im Pflug zufrieden. Aus der Sicht des Beigeordneten ist es nicht die Schuld der Verwaltung, wenn das Konzept eines Jugendhaus-Trägervereins zunächst scheiterte. Wenn die freie Trägerschaft nicht funktioniere, müsse die Stadt die Sache wieder in die Hand nehmen und eine Fachkraft einstellen.

In der vollbesetzten Stadthalle zündet das Harmonikaorchester Schopfheim ein Feuerwerk der Unterhaltung. Erstmals tritt das Jugendorchester unter der neuen Leitung von Patricia Grether-Schmidt, die bisher das Aktivorchester leitete, auf. Brigitte Biechele, neue Dirigentin des Aktivorchesters, reißt das Publikum mit zündenden Melodien mit. Neu am Dirigentenpult der Oldies ist Hans Friedrich Westphal. Vorsitzende Barbara Weiß kann sich mit dem Publikum über einen gelungenen Konzertabend freuen.

21. Oktober 1991

Kurt Härzschel, Fraktionsvorsitzender der CDU, fragt in einem Antrag nach dem gegenwärtigen Planungsstand der Umgehungsstraße Langenau. Aufgrund neuer Berechnungen sei zu erwarten, daß die Kreismülldeponie Scheinberg schneller als geplant voll sein wird, so daß die Frage über die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße neu gestellt werden muß.

Nach einem versuchten Raubüberfall auf das Spar-Lebensmittelgeschäft in Langenau fliehen die zwei Täter ohne Beute.

22. Oktober 1991

Die Schopfheimer Guggemusiker »Schweibislöser« sind sehr gefragt. Um ihre zahlreichen geplanten Termine zu bewältigen, suchen sie dringend weitere musikbegeisterte Mitspieler, die gern bei der Guggemusik mitmachen möchten, so ist es jedenfalls der Presse zu entnehmen.

Nachdem es aus dem Gemeinderat in letzter Zeit öfters Schelte wegen der undurchsichtigen Abfallpolitik des Landkreises gegeben hat, legt der Landkreis jetzt auf erneute Anfrage von Beigeordnetem Bertsch sein geplantes Müllkonzept vor.

23. Oktober 1991

In einem Leserbrief äußert sich Ernst Herold von der evangelischen Kirche zur Auflösung des Stadtjugendrings und hält es für falsch, »daß kein Hahn danach kräht«, wie es Beigeordneter Bertsch formulierte. Er ist der Meinung, daß nur die Wiedereinrichtung der städtischen Jugendpflegerstelle eine lebendige kommunale Jugendarbeit bewirken kann.

In ihrer zweiten Ausstellung in diesem Jahr präsentiert die Galerie »Grüne Schlange« fernöstlich orientierte Raku-Keramik von Klaus Schroeder und Papierbilder und Papierobjekte von Therese Weber im Kunsthaus.

Das Kölner Kindertheater »Die Kugel« gastiert mit dem Musical »Aristocats« in der Stadthalle.

24. Oktober 1991

Noch immer fehlt jede heiße Spur, die zu den Tätern führt, die am Montag zuvor das Spar-Geschäft in Langenau überfielen. Es ist jetzt eine Belohnung von 1.000 DM für die Ergreifung des Täters ausgesetzt.

Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk berichtet auf Einladung dem Vorstand der SPD über die Diskussion zum Paragraphen 218, der in Bonn zur Zeit beraten wird. Sie nimmt die Zustimmung der Schopfheimer SPD zum Gesetzentwurf der SPD mit nach Bonn.

Zur Terminabsprache für das kommende Jahr trifft sich das Schopfheimer Vereinsparlament, jedoch sind nur wenige Interessenten zu diesem gemeinsamen Treffen erschienen.

25. Oktober 1991

Zur Vertreterversammlung trifft sich die Volksbank in der Stadthalle. Von Bankdirektor Walter Ammann ist zu hören, daß sich die Bilanzsumme im 125. Jubiläumsjahr um fast 12 Mill. DM auf über 163 Mill. DM steigern ließ. Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich um 200. Zum ersten Mal konnte mit Liesel Tschummi eine Frau für 50jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Seit 65 Jahren ist der fast 96jährige Ernst Schwarzwälder treues Mitglied der Volksbank.

26. Oktober 1991

Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Südbaden tagt in der Stadthalle. Man ist sich einig, daß das Prädikat eines »Meisters« auch nach Öffnung des EG-Binnenmarktes 1993 gültig bleiben muß. Vorstandsmitglied Heinz Vollmer empfand es als beschämend, daß von 704 angeschriebenen Kfz-Betrieben Südbadens lediglich 81 Vertreter den Weg zur Verbandstagung nach Schopfheim fanden.

Die Orgelmusik zur Marktzeit findet für dieses Jahr zum letzten Mal statt.

Es scheint nun endgültig zu sein, zum 30. Juni 1992 muß das Kulturcafé Irrlicht aus dem Freudenberg-Areal ausziehen.

Zu einem Fahrzeugbrand muß die Feuerwehr in den Rosengarten ausrücken. Der Brand konnte allerdings vor Eintreffen der Wehr gelöscht werden.

Das Stadthallenrestaurant »Zum Markgrafen« wird wohl wieder einen neuen Wirt bekommen. Frau Herrmann hat um vorzeitige Auflösung des Pachtvertrages.

In der Krone in Wiechs treffen sich Kutscher aus nah und fern.

139 Schützinnen und 105 Schützen beteiligten sich in 48 Mannschaften beim Wanderpokal-Schießen des Schützenvereines Fahrnau. Bei den Herren siegte schließlich die 6. Mannschaft der Firma Rietschle. Bei den Damen die 2. Mannschaft des Dreistern-Werkes. Die Ehren-Scheiben »erschossen« sich Christina Strass und Wolfgang Böhler.

Festlich mit Blumen und Herbstlaub geschmückt war die Turnhalle in Wiechs zum Herbstkonzert des Musikvereins. Schwungvolle Melodien erfreuten ein zahlreich anwesendes Publikum. Zum Ehrenmitglied wurde während des Konzertes Hans Gräßlin ernannt. Er ist 38 Jahre dem Verein zugehörig.

27. Oktober 1991

Im Schloß Bonndorf wird eine Kunstausstellung mit Werken des Schopfheimer Malers Fritz Heege-Erasmus eröffnet. Die Ausstellung hat der Landkreis Waldshut zusammen mit der Galerie Schlichtenmaier in Dätzingen im 5. Todesjahr des Malers und im Jahr seines 90. Geburtstages organisiert.

28. Oktober 1991

Von der Volksbank Schopfheim ist zu hören, daß sie bereits im Mai dieses Jahres den langen Donnerstag wieder abgeschafft hat. Von der Möglichkeit, Bankgeschäfte bis 19 Uhr zu tätigen, haben nur wenige Kunden Gebrauch gemacht. Eine dreijährige Probephase ging damit zu Ende.

Der Ortschaftsrat Eichen will wieder einige nicht mehr im Betrieb befindliche Dorfbrunnen aktivieren.

Dieser Tage feiert die Lucky Black Forest Band ihren 15. Geburtstag. Vor dieser Zahl von Jahren trafen sich um Rainer Hug zum ersten Mal 18 Musiker, um ein Unterhaltungsorchester zusammenzustellen. Trotz aller Veränderungen in den letzten Jahren versucht Rainer Hug bis zum heutigen Tage dem Geschmack der Brass-Band-Fans musikalisch immer treu zu bleiben.

29. Oktober 1991

Als ein besonderes musikalisches Erlebnis erwies sich das Konzert des Volksinstrumentenorchesters des Staatskonservatoriums Odessa in der Stadthalle. Leider fanden sich nicht allzuviele Zuhörer zu dieser echten, unverfälschten russischen Volksmusik auf originalen Instrumenten ein.

Die SPD Gersbach will die nächste Zeit nutzen, um über alle Standorte einer künftigen Halle weiter zu diskutieren.

Fritz Würger feiert heute seinen 90. Geburtstag. Er war Gründungsmitglied der Narrenzunft Schopfheim.

Albert Schmidt wird auf eigenen Antrag aus dem Ortschaftsrat Kürnberg verabschiedet. Der Ausscheidende durfte den Dank von Bürgermeister Fleck entgegennehmen. Seit Gründung des Ortschaftsrates in Kürnberg im Jahre 1984 vertritt Schmidt die Interessen des Ortes in diesem politischen Gremium. In der gleichen Sitzung durfte Ortsvorsteher Rudolf Keller als Nachfolger Herrn Georg Blank verpflichten.

Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Klaus Fleck nimmt den ersten Spatenstich an der Erweiterung der Kläranlage in Steinen vor. Das 55 Millionen DM teure Erweiterungsprojekt wird eine bessere Abwasserversorgung und -behandlung für die nächsten Jahre gewährleisten. Unausweichlich wird nun, daß die Bürger der Verbandsgemeinden über ihren Abwasserbeitrag die teure Investition tragen müssen. Mit dem 1. Spatenstich geht eine dreijährige Planungszeit ihrem Abschluß entgegen. Hans Lang vom Planungsbüro Dr. Weber meint, daß die Bauzeit bis zum Jahre 1995 gehen wird. 1993 wird das Nachklärbecken und 1994 die biologische Klärstufe in Betrieb gehen können. Im Jahre 1995 wird dann nach den Restarbeiten auch eine Klärschlammtrocknungsanlage voll in Betrieb sein.

30. Oktober 1991

In Langenau wird der neue Kindergarten eingeweiht. Nach einer Bauzeit von nur einem Jahr ist das Haus, das künftig zwei Gruppen mit 56 Kindern aufnehmen wird, fertiggestellt. In einer schlichten Feierstunde übergibt Bürgermeister Fleck das wohlgelungene Werk an die Leiterin des neuen Kindergartens Angelika Keil. Es bleibt Hochbauamtsleiter Gutmann, dem Generalunternehmer Rolf Kuri (Holzbau) und dem Bauleiter, Architekt Rolf Nabefeld, vorbehalten, noch einige Worte zum Werk selbst und zur Bauzeit und Ausführung darzulegen. Angelika Keil umriß in ihrem Redebeitrag auch die gesellschaftspolitischen und zukunftsorientierten Aufgaben eines Kindergartens.

An den Ortseingängen zur Stadt stehen nun neue Schilder, die auf die Partnerschaft der Stadt mit Poligny und Ronneby hinweisen.

Für die kleinen Sparer baut die Volksbank während des Weltspartages ein kleines Karusell vor dem Bankgebäude auf.

31. Oktober 1991

Die Stadt plant eine Gebührenanhebung bei den Kindergärten.

Dieser Tage konnte Hans Gögelein, Leiter des Polizeireviers Schopfheim, sein 40jähriges Dienstjubiläum feiern. Polizeidirektor Kees von der Polizeidirektion Lörrach ehrte den Jubilar während einer Dienstversammlung mit der Dankesurkunde und einem Glückwunschschreiben des Innenministeriums Baden-Württemberg. Seit 1965 ist Hans Gögelein Leiter des Polizeireviers in Schopfheim.

02. November 1991

Um einen Ausweg aus der Haushaltsmisere zu finden, schlägt die Verwaltung Gebührenerhöhungen auf breiter Front vor. Nicht nur die Kindergartenbeiträge, sondern auch Abwassergebühr, Wohnungsmieten, Schwimmbadeintritt, Friedhofsgebühren, Hundesteuer und Feuerwehrabgabe sollen erhöht werden. Es wird darauf hingewiesen, daß die Gebühren jahrelang konstant geblieben seien. In den Kommentaren der Presse wird es für problematisch gehalten, gleichzeitig so viele Gebühren auf einmal heraufzusetzen.

Von einer festen Planstelle für einen Umweltberater hält die Verwaltung nichts. Sie schlägt dem Gemeinderat vor, für spezielle Aufgaben befristet ABM-Kräfte einzusetzen, die das Arbeitsamt mitfinanziert.

04. November 1991

Der SVS hält Rückschau auf die Leichtathletiksaison und hält fest, daß trotz Fehlens einer modernen Anlage die Schopfheimer auf Bezirksebene und auch im Verbandsgebiet gut mithalten können. Herausragend war die Leistung von André Hoyer, der als erster Schopfheimer die Marke von 2.01 m im Hochsprung übertraf.

Zu Beginn des Stadtmusik-Projekts gibt es eine kleine Panne. Die erste angekündigte öffentliche Probe der deutschen Kammerharmonie kann nicht stattfinden, die Künstler fehlen aus unbekannten Gründen, aber auch ein Publikum hat sich nicht eingefunden.

Der Gemeinderat verschiebt zunächst die geplanten umfangreichen Gebührenerhöhungen bis zur nächsten Sitzung. Beschlossen wird nur die Erhöhung der Abwassergebühr zum 1. Dezember. Generell führt jedoch kein Weg an der zusätzlichen Belastung der Bürger vorbei. 300.000 DM Mehreinnahmen werden erwartet. FWV und FDP unterstützen die vorgeschlagenen Erhöhungen generell. SPD und GRÜNE möchten noch über eine andere Verteilung der Mehreinnahmen diskutieren. Die SPD möchte eine Pferdesteuer einführen, die GRÜNEN eine Katzensteuer. Auf Wunsch der SPD soll über die Erhöhung der Wohnungsmieten in den 

Stadtwohnungen erst im Frühjahr entschieden werden. CDU-Fraktionsvorsitzender Kurt Härzschel setzt sich in der Diskussion dagegen zur Wehr, die Familien so stark zu belasten und erinnert an die soziale Verantwortung der Stadt.

SPD-Fraktionsvorsitzender Robert Zapp übt Kritik an dem Kindergartenprojekt Langenau. Er hält es für »überzogen im Verhältnis zu dem, was wir uns leisten können«. Das gilt für ihn ebenso für die Planung des neuen Spielplatzes im »Bifig«, der seit langem ein Wunsch der Anlieger und des Kinderschutzbundes ist.

Im Gemeinderat wird die Entscheidung über einen Umweltberater vertagt. Die Räte möchten erst abklären, ob sich die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft eventuell an den Kosten einer solchen Stelle beteiligen würden. Zu gleicher Zeit tagen die Gremien in Maulburg und Hasel. Dort wird deutlich, daß das Interesse gering ist.

Teuer für die Bürger und die Stadt wird die gesetzlich vorgeschriebene Eigenkontrolle der vorhandenen 102 km langen Abwasserleitungen. Bis in 10 Jahren sollen mittels Kanal-TV sämtliche Rohre im Erdboden auf Lecks untersucht werden, um sicherzugehen, daß kein Abwasser ins Grundwasser gelangt. In Fahrnau hat man einen Anfang gemacht und hat 9 km für 55.000 DM untersucht, d. h. für die gesamte Länge des Netzes sind rund 6 Mill. DM nötig.

Eine zehnköpfige Delegation aus Schopfheim, angeführt von Dr. Linz, Vorsitzender der Bezirkssynode und des »Freundeskreises Partnerschaft Übersee«, fliegt für 14 Tage nach Dikume/Kamerun. Neben den beiden Dekanen gehört auch Bürgermeister Klaus Fleck zu der Delegation, die praktische Entwicklungshilfe leisten will. Es wird vermerkt, daß die Helfer auf eigene Kosten fliegen und dafür 14 Tage ihres Urlaubs opfern.

Am Abend versammeln sich rund 50 Bürger auf dem Marktplatz, um an einer Mahnwache gegen den Ausländerhaß teilzunehmen. Aufgerufen dazu hatte der Ökumenische Friedenskreis und die Mahnwachengruppe.

06. November 1991

In der Bürgerversammlung zum Thema »Dorfbachverlegung und ein Baugrundstück in der Webergasse« in der Hülschematthalle bleiben die Bürger von Eichen bei ihrer Ablehnung des Baus von 9 Reihenhäusern und dem damit verbundenen Vorschlag zur Verlegung des Dorfbaches von der Webergasse auf die Südseite der neuen Häuser. Ortsvorsteher Keller faßt die Meinung der Bürger zusammen: Sollte diese Verlegung erstritten werden, stimmt der Ortschaftsrat nur zu, wenn parallel zu dem neuen Bach ein Verbindungsweg gebaut wird. Da der Bauherr die Kosten dafür aber nur übernehmen will, wenn er die ursprüngliche Planung von acht Häusern auf neun erweitern kann, bleibt der Bach, wo er jetzt ist.

07. November 1991

Stadtkämmerer Reif legt die ersten Eckdaten für den Haushalt 1992 vor. Auch nach Einbeziehung der geplanten Gebührenerhöhungen klafft immer noch ein Loch von 1,9 Mill. DM.

In einem Leserbrief melden sich Eltern des Kindergartens Fahrnau zu Wort und protestieren gegen die Erhöhung der Kindergartengebühren. Sie hätten nichts gegen eine maßvolle Erhöhung, finden aber die geplante Größenordnung, die zum Teil 100 Prozent ausmacht, als nicht zumutbar für Familien mit mehreren Kindern.

Im Streit um den Bau eines Wasserkraftwerks am Fahrnauer Hammerwehr hat das Verwaltungsgericht Freiburg beschlossen, das Verfahren ruhen zu lassen bis ein Gutachten vorliegt, das die Auswirkungen der geplanten Vertiefung des Wiesebeckens beurteilt.

08. November 1991

In einer Atelierausstellung präsentiert der Schopfheimer Kunstmaler Mark-Roland Fuchs seinen Bilderzyklus »Zodiacus Circulus«, in dem er sich mit den Tierkreiszeichen auseinandersetzt und sie in phantasievolle, farbig aufregende expressive Bilder umsetzt.

Das Team des MSC-Schopfheim mit Wolfgang Kühn konnte bei einem internationalen Moto-Cross in Asti/Italien einen Gesamtsieg feiern.

11 Schüler aus Rumänien sind jetzt für eine Woche in Schopfheim, nachdem zuvor eine Schülergruppe vom THG im Austausch in Klausenburg war.

Bei der Jahreshauptversammlung der GRÜNEN wird Ehrenfried Barnet für ein Jahr zum neuen Sprecher des GRÜNEN-Ortsverbandes gewählt. Zweiter Sprecher und gleichzeitig neuer Kassierer ist Bernhard Meier-Meßmer. Die Verkehrspolitik und die Jugendpflege sollen Schwerpunkte der Arbeit im kommenden Jahr sein.

Der Skiclub Fahrnau blickt in seiner Generalversammlung auf ein erfolgreiches Jahr zurück, daran kann auch der fehlende Schnee nichts ändern. Vorsitzender Hans Schwietale wird mit absoluter Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Der zweite Vorsitz wird künftig von Sabine Bucher bekleidet. Neue Schriftführerin ist Ute Köhler. Die Vorstandschaft hat sich verjüngt.

Im Mittelpunkt der Vollsitzung des Pfarrgemeinderats St. Bernhard steht die Diskussion um die Asylbewerber und das Phänomen der Gewalt in der Gesellschaft. Sie führt zu einem überzeugenden Votum des Pfarrgemeinderats gegen den neuen deutschen Rassismus und die mit ihm einhergehende Welle von Gewalt und Verbrechen gegen Menschen, die hier Schutz und Zuflucht suchen. Es wurde außerdem über Firmung und Firmvorbereitung 1992 gesprochen.

09. November 1991

Die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Edith Walter bietet in einem offenen Brief an die Stadtverwaltung und die Stadtratsfraktionen ihre Mitarbeit in Fragen der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik an. Sie weist kritisch auf die Diskussionen um die Kindergartengebühren, um geplante Spielplätze und die Jugendzentrums- und Jugendhaus-Frage hin und hält fest, daß die Kinder unsere Zukunft sind, und ihre Interessen ernst genommen werden müssen.

Die Kantorei Schopfheim unter der Leitung von Matthias Schneider führt in der Stadtkirche die Große Messe in c-Moll von Mozart auf.

Unter Leitung von Christian Strütt bietet der Musikverein Raitbach bei seinem Herbstkonzert eine breite Palette von verschiedenen Blasmusikstilen an.

Waldorfschüler führen das Theaterstück »Kinder der Sonne« von Maxim Gorki auf.

11. November 1991

Die Mitglieder des Städtli-Zinken, die inzwischen im Vereinsregister eingetragen sind, treffen sich zum Fasnet-Auftakt zum traditionellen Mehlsuppe- und Zwiebelwaie-Essen. Auf die Fasnachtsausgrabung soll verzichtet werden.

Zum Auftakt der Wiechser Buure-Fasnacht geben die WIBUFA-Narren bei der Prinzentaufe eine Kostprobe ihres Einfallsreichtums mit deftigen Sprüchen, schwungvollen Tänzen und amüsanten Sketchen.

Die Fahrnauer eröffnen die Fasnacht mit der traditionellen Düfzeljagd bei der Schillerlinde. Sie treten dieses Jahr unter dem Motto »Do hesch dr Brei, abwärts goht’s vo allei« an.

Am St. Martinstag ziehen die Kinder wie jedes Jahr in Gruppen mit ihren bunten Laternen durch die Stadt.

In der Hauptausschußsitzung stellt Dietmar Hermann seine Arbeit im Jugendzentrum vor. Im Schnitt kommen 15–25 Jugendliche in den alten Pflug. Gespräche mit Hermann, der während der Öffnungszeiten ständig präsent ist, werden gesucht. Die Atmosphäre sei harmonisch und entspannt, so der Jugendbetreuer, mit dessen Arbeit Hartmut Bertsch sehr zufrieden ist. Sein 13 Stunden-Deputat wird ab 1. Dezember auf 18 Stunden erhöht. Das Gremium befaßt sich auch mit dem Antrag des Stadtjugendringes auf Einrichtung eines »kommunalen Jugendbüros«. Man ist der Meinung, daß das Anliegen im Prinzip auf die Wiedereinrichtung einer Stadtjugendpflegestelle hinauslaufe und das sei per Grundsatzbeschluß des Gemeinderates bereits geklärt.

In der nicht-öffentlichen Hauptausschußsitzung wird beschlossen, daß die Stadt jetzt den Umbau des ehemaligen Schlachthauses in ein Jugendhaus übernehmen wird, nachdem es unter der Regie eines privaten Trägervereins nicht geklappt hat. Die Überlegungen werden sich dabei an bereits erarbeiteten Konzepten orientieren.

12. November 1991

Eine Gruppe von 14 Jugendlichen, begleitet vom Pfarrer-Ehepaar Schaupp, verbrachte eine erlebnisreiche Woche in Kleinmachnow.

Die Ausstellung »Vernetzungen«, die der Schopfheimer Bildhauer Peter Fritz in der Stadtbibliothek zeigt, stößt auf unterschiedliche Reaktionen bei den Besuchern. »Monster« urteilen die einen, »Poesie« schwärmen die anderen. Für den Künstler selbst sind die Figuren »aus dem Alltag gegriffen«.

Beim CDU-Ortsverband stellt sich der neue Kreisvorsitzende Josef Seidler vor. Er legt seine Meinung zu den Fragen der großen Politik vor.

13. November 1991

Elternvertreter von fast allen Kindergärten der Stadt treffen sich im »Kranz«, um über die geplante Anhebung der Kindergartengebühren zu diskutieren. Die Eltern zeigten sich enttäuscht, daß außer Michael Straub von den GRÜNEN keiner der eingeladenen Stadträte der Einladung gefolgt war. Die Diskussion wurde sehr sachlich geführt. Man war sich einig, daß Erhöhungen, die im Rahmen bleiben, zu akzeptieren sind und macht der Stadt den Kompromißvorschlag einer maßvollen Gebührenerhöhung, wobei die Sozialstaffelung beibehalten werden soll. Die Zeitungen zollen den Elternvertretern Respekt, wie diese ihre Interessen wahrnehmen und im Suchen nach einem echten Kompromiß auch die Interessen der Stadt berücksichtigen. Ein Stück praktizierter Bürgersinn, merkt das MT an.

Die Idee eines kommunalen Jugendbüros, die im Hauptausschuß wenig Resonanz fand, wird von den Initiatoren weiter verfolgt. Bei einem Pressegespräch im Büro des Förderkreises Ferienzentren wird unter Beteiligung von Johannes Hofert-Thümmig (Förderkreis/Stadtjugendring), Susanne König (Irrlicht) und Dietmar Hermann (Jugendzentrum) präzisiert, worum es dabei gehen soll. Das Jugendbüro, das als Ersatz für die Stadtjugendpflegestelle gedacht ist, soll unter hauptamtlicher Leitung die freien Träger der offenen Jugendarbeit in ihrer Arbeit unterstützen, es soll für sie die Verwaltungsarbeit, Pressearbeit, Zuschußanträge erledigen und die Jugendarbeit insgesamt koordinieren. JuZ-Betreuer Dietmar Hermann kündigt an, daß die in der offenen Jugendarbeit Tätigen der Stadt ein Konzept mit tragbaren Finanzierungsvorschlägen vorlegen wollen. Er setzt sich dafür ein, den Konsens mit der Stadt zu suchen.

14. November 1991

Nach gut zweieinhalb Monaten sind die Ermittlungen der Freiburger Ärztekammer abgeschlossen, die klären mußte, ob sich ein Arzt am Schopfheimer Kreiskrankenhaus »inadäquater Behandlungsmethoden« bediente. Die Akte befindet sich jetzt beim Kammeranwalt, der entscheiden muß, ob der Fall vor ein Berufsgericht geht oder nicht. Es ist also immer noch nichts entschieden.

Bei der Einweihung des neuen Produktionsgebäudes des Ekato-Werkes im Gewerbegebiet »Lus« gibt es viel Lob für die außergewöhnliche Konzeption einer Fabrik, die mit einer völlig neuen Betriebsstruktur auf die gängige Arbeitsteilung verzichtet. Hier wird eine neue Unternehmensphilosophie verwirklicht, wo bei einer ganzheitlichen Betrachtungsweise der Mensch im Mittelpunkt steht und trotzdem das Ziel erreicht werden soll, effektiver zu produzieren und die Durchlaufzeiten zu verkürzen. Dr. Peter Todtenhaupt schildert in seiner Festrede den gedanklichen Ansatz, der zur Entstehung der zukunftsweisenden Fabrik führte.

Als weitere Aktivität seiner vierwöchigen Arbeit in der Markgrafenstadt präsentiert der Stadtmusikus im Martin-Luther-King-Saal des evangelischen Gemeindehauses Kompositionen für Schlagzeug, die von drei bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts stammen. Es waren wenig Zuhörer, die sich auf dieses Musikerlebnis einlassen mochten.

Mit leichter Kost, nämlich der heiteren Komödie »Schon vor der Hochzeit«, lockt der Kulturring zahlreiche Besucher in die Stadthalle.

15. November 1991

Der Schopfheimer Kunstverein stellt im Museum Bilder von Natascha Mann aus. Die afrikanisch anmutenden Graphiken mit ihren kultisch-sinnlichen Figuren machen mit einer »wilden« Malerin und Graphikerin bekannt.

16. November 1991

In einem Leserbrief fordert eine Mutter einen Fußgängerüberweg in der Hebelstraße. Lore Barnet ist der Meinung, daß Schulkinder, die die stark befahrene Hebelstraße überqueren müssen, aufs höchste gefährdet sind. 

Sie möchte die Ablehnung ihrer Forderung nach Hinweisschildern, nach Geschwindigkeitsbegrenzungen und nach einem offiziellen Überweg nicht einfach hinnehmen.

Zum 20jährigen Bestehen der »Freien Gruppe Hochrhein« gestaltet der Lyriker Dieter Reinke einen Gedicht-Bildband und stellt ihn in der Regio-Buchhandlung vor.

Nach einem Jahr Abstinenz gestalten die Fahrnauer Narren einen Bunten Abend in der Festhalle.

Ebenfalls zu einem Bunten Abend luden die Eichener Seeteufel in eine »knallvolle« Hülschematthalle.

Die Turn- u. Sportgemeinschaft hält bei ihrem ausverkauften traditionellen Familienabend in der Stadthalle »alt und jung im gleichen Schwung«. TSG-Vorsitzender Heinz Leuger nahm bei dieser Gelegenheit einige Ehrungen vor. Mit der Ehrennadel in Gold wurden für 40jährige Mitgliedschaft Luise Herbster und Luise Baumann ausgezeichnet. Zu Ehrenmitgliedern wurden Elly Beyer, Margarete Stein, Ingetraud Itzin und Karlfrieder Andris ernannt. Den Ehrenbrief für besondere Verdienste um den Verein und den Sport erhielt Hans-Theodor Baumann.

Einen Familienabend veranstaltet der Schwarzwaldverein Schopfheim mit viel Musik und Gesang im katholischen Gemeindehaus. Der Vorsitzende Gerold Blümle konnte zahlreiche Ehrungen vornehmen. Für 40jährige Mitgliedschaft wurden Günter Adolph, Wilhelm Genter, Maria Grether, Johanna Lenzer und Rudolf Otto geehrt. 16 Mitglieder sind seit 25 Jahren dabei.

Aus einem Paradies aus Düften und Aromen und aus unvergeßlichen Eindrücken für Auge und Ohr besteht alljährlich der Martini-Basar der Waldorfschule und wird von vielen großen und kleinen Schopfheimern besucht.

Eugen Herzog berichtet in seinem Brief aus Poligny von einer düsteren herbstlichen Stimmung in unserer Partnerstadt, an der die katastrophale diesjährige Weinernte als Folge des Frostes im April auch ihren Anteil hat.

17. November 1991

Zum Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege finden Feierstunden auf den verschiedenen Friedhöfen statt.

19. November 1991

Die öffentliche Diskussion um die Kindergartengebühren reißt nicht ab. Nachdem aus dem Rathaus zu hören war, daß auch die Evangelische Kirchengemeinde auf eine Erhöhung der Gebühren drängt, und dies in einem Meinungsartikel der BZ vorausgesetzt wurde, stellt Pfarrer Sieghard Schaupp, Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderats klar, daß keinerlei Initiative von der Kirche ausging, daß man lediglich einen Alternativvorschlag vorgelegt habe, der die sogenannte Sozialklausel für Familien mit mehreren Kindern beibehält.

Das Gruppenprojekt »Energiesparhäuser«, das im »Bremt« vorgesehen ist, läuft. Eine Freiburger Architektengruppe betreut 6 Bauwillige. Statt Reihenhäusern sollen nun 3 Doppelhäuser realisiert werden. Es wird derzeit an der Ausarbeitung eines ökologisch ausgewogenen Konzepts gefeilt. Der Bauplan soll im Januar eingereicht werden.

21. November 1991

Besuch vom Fernsehen bekommen die Schüler der Grundschule Fahrnau. Für die Abendschau des 3. Programms ist ein Bericht über eine besondere Martinifest-Aktion vorgesehen. Unter dem Aspekt des Teilens haben die Schülerinnen und Schüler gut erhaltenes Spielzeug gesammelt und wollen es an Kinder aus Asylbewerberfamilien weitergeben.

Die Einsatzleiterin des Mobilen Sozialen Hilfsdienstes Schopfheim, Marita Wedel, nimmt eine Geldspende vom Vorsitzenden der AWO Maulburg, Manfred Engesser, entgegen. Sie ist als Grundstock für ein neues Auto gedacht.

Die Fleischdirektvermarktung Gersbach und der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband geraten in Bedrängnis. Sie richten einen Appell an die Verbraucher, einheimisches Fleisch zu kaufen. Die Direktvermarkter fürchten große Einbußen für die einheimischen Bauern, wenn sich ausländisches Fleisch – eine Supermarktkette setzt verstärkt auf irisches Fleisch – auf dem Markt durchsetzt. Es geht um die Sicherung der Existenz bäuerlicher Kleinbetriebe und damit auch um die Garantie für eine weitergehende Pflege der Landschaft, betont Gerhard Trautwein aus Gersbach.

Ob der Golf-Club Wiesental wie gewünscht im Bereich des Sport- und Freizeitzentrums Oberfeld eine Golfübungsanlage errichten kann, bleibt noch offen. Im Bauausschuß gab es geteilte Meinungen über die Bauvoranfrage des Clubs. Während die Naturschutzbeauftragte Ruth Noack von der Gefährlichkeit von gedüngten und gespritzten Rasenflächen sprach, sehen die Befürworter in der geplanten Anlage »nur« einen veredelten Rasen. Der Ausschuß verwies die Sache an den Gemeinderat.

Im Bauausschuß gibt es jetzt doch noch grünes Licht für den Kinderspielplatz Bifig, allerdings angesichts der schlechten Finanzlage der Stadt mit zwei Einschränkungen. Der Platz soll in zwei Etappen fertiggestellt werden, und auf die ursprünglich geplante Finnenbahn müssen die Benutzer verzichten.

Der geplante Bau eines Mehrfamilienhauses auf dem ehemaligen städtischen Spielplatz an der Roggenbachstraße wird vom Bauausschuß als »Politikum« an den Gemeinderat verwiesen. Das Bebauungskonzept wurde nach der genehmigten Bauvoranfrage, die im letzten Jahr erfolgte, geändert. Das Gebäude soll statt 25 jetzt 35 m lang werden, statt 12 sollen 16 Wohnungen realisiert werden. Probleme gibt es dann auch mit den Stellplätzen.

Der kommunalpolitische Ausschuß der CDU begrüßt die Vorschläge der Elternvertreter zur Gebührenerhöhung in den Kindergärten. Sie decken sich mit den Vorstellungen der CDU und sollen in einem Antrag gegen den Entwurf der Verwaltung im Gemeinderat eingebracht werden. Über die Haushaltslage der Stadt waren sich die Mitglieder einig, daß die Neuverschuldung zu hoch sei und unbedingt reduziert werden müsse. Die Größe des Sportplatzes von Langenau möchte man nochmal zur Diskussion stellen und darüber nachdenken, ob nicht auch ein kleinerer seine Funktion erfüllt. Der Einstellung eines Umweltberaters steht man grundsätzlich positiv gegenüber, möchte aber angesichts der angespannten Haushaltslage noch ein Jahr damit warten.

22. November 1991

Als »einen Meilenstein in der Firmengeschichte« feiert die Firma Rüdtlin die Inbetriebnahme der neuen Produktionshalle. Firmenchef Horst Rüdtlin weist in einem Rückblick auf das wachsende Unternehmen mit guter Auftragslage und treuen Mitarbeitern hin.

Der Gesangverein Eichen hält seine Jahreshauptversammlung im Gasthaus »Sonne« ab. Vorsitzender Volker Jost und sein Vize Gerhard Meyer werden in ihren Ämtern ebenso bestätigt wie die übrige Vorstandschaft. Bei den Beisitzern gibt es 2 Veränderungen.

In der Volksbank wird eine Ausstellung von stimmungsvollen Landschafts- und Naturbildern von Eugen Holdermann eröffnet.

23. November 1991

In der Markgrafenstadt wird hoher Besuch erwartet. Der neue gewählte Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Klaus Engelhardt, besucht den Kirchenbezirk Schopfheim vom 29. November bis 1. Dezember. Hauptthema der Visitation wird die Häufung von Vakanzen sein. Von 20 Stellen im Bezirk sind zur Zeit sechs nicht besetzt.

Experimentierfreude beweist der Fahrnauer Musikverein bei seinem Herbstkonzert in der Stadthalle. Ulrich Winzer als Dirigent präsentierte mit motivierten Musikern ein Blaskonzert der Spitzenklasse, wobei er den Schwerpunkt auf Werke zeitgenössischer Komponisten aus den neuen deutschen Bundesländern legte. Es kam auch das Stück »Rhythmusikus« des Stadtmusikus Antonio Gomez-Schneekloth zur Aufführung, was dieser mit den Fahrnauer Musikern erarbeitet hatte.

Die Tischtennisabteilung des SV Schopfheim ermittelt ihre Vereinsmeister unter Leitung von Günter Isenmann in der Max-Metzger-Sporthalle. Bei den Herren siegte Markus Cremans überlegen. Thomas Steinfelder holte bei den Jugendlichen den begehrten Meistertitel. Die Damen-Titel werden später ermittelt.

24. November 1991

Das Collegium Musicum der Volkshochschule Schopfheim feiert mit einem erlesenen Festkonzert, das ausschließlich dem Werk Mozarts gewidmet ist, sein 40jähriges Bestehen unter der Leitung von Wolfgang Neininger.

25. November 1991

Der Gemeinderat beschließt, die Kindergartenbeiträge zu erhöhen, gleichzeitig aber die bisherige Sozialstaffelung beizubehalten. Damit folgten die Räte dem Kompromiß, den die Elternvertreter kürzlich vorgeschlagen hatten.

Die Stadt Schopfheim will als erste Kommune eine Pferdesteuer einführen. Mit Ausnahme von Roswitha Blümle (FDP) und Kurt Härzschel (CDU) stimmt der Gemeinderat einem Antrag der SPD zu, eine Steuer auf Reitpferde zu erheben. Die Verwaltung wurde beauftragt, eine Satzung zu erarbeiten und sie zur Abstimmung vorzulegen. Eine hie- und stichfeste Satzung zu erarbeiten, sieht Hartmut Bertsch als schwierige aber reizvolle Aufgabe an, gibt es doch bisher keine Mustersatzung. Es gibt in Schopfheim rund 200 Reitpferde, für die diese Luxussteuer entrichtet werden soll.

Ein ganzes Paket von Gebührenerhöhungen segnet der Gemeinderat ab, um das Loch in der Stadtkasse stopfen zu können. So muß ab Dezember dieses Jahres mit höheren Abwasserkosten gerechnet werden. Die Eintrittspreise für die städtischen Schwimmbäder werden erhöht, ebenso die Hundesteuer. Auch die Friedhofsgebühren und die Feuerwehrabgaben werden künftig höher angesetzt.

Als »Herzensangelegenheit« stuft Fraktionsvorsitzender Zapp die Schaffung einer Planstelle für einen Umweltberater ein. Die SPD setzt sich zusammen mit den GRÜNEN durch und es gibt die lange umstrittene Stelle, für die aber im Haushalt 92 noch keine Mittel ausgewiesen werden.

Im Gemeinderat wird der Bebauungsplan für die Sportanlage Langenau bewilligt. Bei evtl. Überschwemmungen lehnt die Stadt Schadensersatzforderungen von Dritten ab, die im Plangebiet auf eigene Kosten Sportanlagen erstellt haben.

26. November 1991

Die Schopfheimer Delegation um die Dekane Heidler und Baumann ist von ihrem 15tägigen Aufenthalt in Dikume/Kamerun zurückgekehrt. Die Schopfheimer hatten zusammen mit vielen tatkräftigen Helfern Dikumes eine Stromversorgung für die Gesundheitsstation aufgebaut. Turbine, Werkzeug und OP-Tisch hatten sie im Gepäck mitgebracht. Die Teilnehmer der Reise zeigten sich beeindruckt von der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Dr. Johann Linz erklärte, daß der Gedanke der Hilfe zur Selbsthilfe in Dikume hervorragend funktioniere.

Sobald das Teilstück der neuen B 317 zwischen Wiechser Str. und Wehrer Str. in Betrieb geht, – was zum Jahresende vorgesehen war – soll bei Maulburg ein provisorischer Anschluß an die Umgehungsstraße gebaut werden. Dafür setzt sich die SPD-Fraktion jedenfalls ein. Sie möchte, daß der Gemeinderat eine entsprechende Resolution an das Straßenbauamt richtet.

Zwei Jahre nach seiner Gründung zog der Kulturring in seiner Mitgliederversammlung erste Bilanz. Diese fiel positiv aus. Gut bis sehr gut kamen die Theater- und Konzertabende des Kulturrings während der zurückliegenden Saison beim Schopfheimer Publikum an, stellt der Vorsitzende Roland Meder fest. Rund 6.000 Besucher kamen zu den Veranstaltungen in der Stadthalle, für deren reibungslosen Ablauf die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des Kulturrings sorgten. Für das neue Jahr wird mit einer angespannten finanziellen Finanzlage gerechnet, sieht man sich doch mit höheren Honorarforderungen konfrontiert. Ein Ausweg könnten gezielte Spendenaufrufe oder Fördermitgliedschaften sein. Bei den Neuwahlen des Vorstandes wurde die bisherige Mannschaft um Roland Meder als 1. und Volker Brenzinger als 2. Vorsitzenden bestätigt.

27. November 1991

Der Schopfheimer Maler Mark-Roland Fuchs und der Lörracher Bildhauer Konrad Winzer zeigen aufsehenerregende Bilder und Skulpturen vom Menschen in unserer Zeit in der Galerie Bifig.

Zusammen mit 30 Schülern des THG und der Friedrich-Ebert-Schule hatte es sich der Stadtmusikus Antonio Gomez-Schneekloth als letzte Aktion seines vierwöchigen Aufenthaltes in Schopfheim zur Aufgabe 

gemacht, den Chaplin-Stummfilm »Goldrausch« zu vertonen. Das Ergebnis wurde nun den Mitschülern und wenigen anderen Zuhörern in der Stadthalle vorgestellt.

Für besondere sportliche Leistungen der vergangenen Jahre wird der junge Ringer Maik Hohler von der Stadt geehrt. Hohler erkämpfte sich den Titel des Deutschen Vizemeisters der Jugend B im Freistil. Beigeordneter Hartmut Bertsch überreicht einen Bildband.

Für die SPD sind noch Fragen zur geplanten Mehrzweckhalle in Gersbach offen. Auf einer Fraktionssitzung berät sie den gegenwärtigen Planungsstand und möchte von der Stadt die Grundstücksverhältnisse und die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten einer angrenzenden Grünfläche geklärt wissen.

28. November 1991

»Hektisch geschafft« wird zur Zeit am Anschluß Wiechser Straße, um die Brücke über die Umgehungsstraße an die Kreisstraße anzuschließen. B-317-Bauleiter Schmidt vom Straßenbauamt will es schaffen, daß das Teilstück der Umgehungsstraße zwischen Wiechser und Wehrer Str. wie geplant zum Jahresende für den Verkehr freigegeben werden kann. Von der Forderung der SPD, den Verkehr bereits bei Maulburg durch eine provisorische Zufahrt auf die Umgehungsstraße zu lenken, hält der Bauleiter nichts. Eine Zufahrt auf die vorhandene Rampe würden die noch fehlenden Aufschüttungen zwischen den Maulburger Brücken blockieren, auch könne nicht so einfach eine provisorische Zufahrt durch ein Wasserschutzgebiet gelegt werden.

Der Vorsitzende des Reitvereins Schopfheim Hans Klemm wendet sich vehement gegen die Absicht der Stadt, eine Pferdesteuer einzuführen. Laut Klemm wollen die Funktionäre der Reiterverbände bis auf Ministerebene vorstellig werden, um zu verhindern, daß ein Schopfheimer Präzedenzfall in Sachen Pferdesteuer geschaffen wird.

Nachdem er die letzten Jahre nur auf dem Papier existent war, wurde jetzt der 1976 gegründete Förderverein der Johann-Peter-Hebelschule wieder erweckt. Der Verein will die Schule durch Spendensammlungen und Aktivitäten, mit denen besondere Anschaffungen und schulische Vorhaben finanziert werden können, unterstützen. Er will sich auch gegenüber der Stadt für die Belange der Schule einsetzen, deren Ausstattung sehr zu wünschen übrig lasse. In den neuen Vorstand des Vereines wurden die Lehrer Carlo Geiger (Vorsitzender), Hugo Brauer (2. Vorsitzender), sowie Monika Frick und Horst Sutter gewählt.

Bei einer SWF-Stammtischrunde im Gasthaus Engel wurde Bilanz über den einmonatigen Aufenthalt des »Stadtmusikus« in Schopfheim gezogen. In der etwa 55 minütigen Radiosendung zeichnete sich ab, daß die Aktion für den Kompositionsstudenten Gomez-Schneekeloth genau so bereichernd war, wie für die am Projekt Beteiligten, den Musikverein Fahrnau und die Schulen. Der Schwerpunkt wurde bewußt auf das Experimentelle gesetzt, wo statt fertiger Konzepte, Spontaneität gefragt war. Die Aktionen sprachen ein nur kleines Publikum an, was in der Natur der Sache liegt, wobei die Verantwortlichen sich vorstellen, daß man durch eine entsprechend gute vorbereitende Öffentlichkeitsarbeit die Wirkung noch steigern könnte.

Die Reihe der diesjährigen Autorenlesungen in der Stadtbibliothek wird von Walter Helmut Fritz abgeschlossen.

29. November 1991

Die Visitation des evangelischen Kirchenbezirks beginnt mit einem öffentlichen Empfang mit Landesbischof Engelhardt im evangelischen Gemeindehaus. Das Schwerpunktthema heißt »Verantwortung füreinander«.

Bei der städtischen Bauverwaltung liegen zum Ende der Offenlage für das Bebauungsgebiet Rebacker-Rütteberg 20 Einsprüche von privater Seite vor. Die Bürger wehren sich dagegen, daß sie erst der Stadt ihre Grundstücke für 130 DM pro qm verkaufen sollen, um sie dann erschlossen für 260 DM pro qm zurückzukaufen. Auch hat sich in Wiechs eine IG »Dörfliches Wiechs« gegründet, die sich vehement gegen den Bebauungsplan Rebacker-Rütteberg wendet. Sie findet die Größenordnung von 302 Wohnungen für rund 900 Menschen für ein Dorf wie Wiechs mit 1.200 Einwohnern unverhältnismäßig groß. Die nötige Infrastruktur sieht man in der Planung nicht berücksichtigt. Die Interessengemeinschaft will nicht akzeptieren, daß für die Erschließung von nur 8 Hektar Rohbauland 3,7 Hektar wertvolles Bauland und landwirtschaftliche Nutzfläche verschwendet werden sollen. Sie bemängelt grundsätzlich, daß die aktuelle Planung gegen die Mehrheit des Ortschaftsrates betrieben worden sei.

30. November 1991

Zum Thema »Pferdesteuer« meldet sich ein Pferdeliebhaber in einem Leserbrief zu Wort und wirft den Stadträten mangelnde Information vor. Im Zuge der Gleichberechtigung für alle beschwört er das Bild vom Wanderer mit Steuermarke um den Hals.

Zahlreiche Ehrungen waren traditionsgemäß Höhepunkt und Abschluß der diesjährigen Sportsaison des Motorsport-Clubs Schopfheim bei der Jahresabschlußfeier in der Fahrnauer Festhalle. Geehrt wurden Ulrich Hässig, Bernd Albrecht und Wolfgang Kühn sowie der 10jährige Daniel Müller, Matthias Rebmann und Matthias Kiok.

Aus Anlaß der Kirchenvisitation hat die evangelische Kirche in Schopfheim zu einer Gesprächsrunde zum Thema »Solidarität der Kirche mit den Frauen« eingeladen.

Die »Gemeinnützige Baugenossenschaft Schopfheim e. G.«, die 1912 gegründet worden war, wurde im Rahmen einer ordentlichen Mitgliederversammlung grundlegend umgestaltet und umstrukturiert. Die neuen Steuergesetze der Bundesregierung heben die Gemeinnützigkeit auf. Die Mitgliederversammlung entschied sich mit knapper Mehrheit für eine »Firma Baugenossenschaft Schopfheim e. G.«, deren Ziel und Aufgaben es weiterhin ist, preiswerten Wohnraum zu beschaffen und zu erhalten.

01. Dezember 1991

In einer vollbesetzten Hülschematthalle bot der Gesangverein Eichen unter der Leitung von Dieter Waibel ein festliches Konzert, das mit szenisch gestalteten Kästner-Gedichten bereichert wurde. Der Erlös dient der Finanzierung eines Flügels.

Aus allen Ortsteilen wurden die Gäste mit Bussen in die Stadthalle gebracht, wo die AWO für die Senioren eine Adventsfeier mit buntem Programm gestaltete.

02. Dezember 1991

Stefan Götz wird als Richter auf Probe am Amtsgericht tätig.

Nach einer der kürzesten Haushaltsberatungen, die es je gab, stand nach drei Stunden fest, daß auch die Einsparungsvorschläge der Fraktionen nichts Wesentliches mehr am Entwurf des Stadtkämmerers ändern konnten. So bleibt es dabei, daß im Verwaltungshaushalt 2,5 Mill. DM als Investitionsrate übrigbleiben, daß der Haushalt mit einer Kreditaufnahme von 1,7 Mill. DM ausgeglichen werden kann und der Schuldenberg bei 2,2 Mill. DM Tilgung unterm Strich um 500.000 DM abgebaut wird. Die SPD hatte einige Einsparungsvorschläge gemacht. Abgelehnt wurde, das Jahrbuch nur noch alle zwei Jahre erscheinen zu lassen. Akzeptiert von den Räten wurde eine Kürzung des Bücheretats in der Stadtbibliothek. Darüberhinaus wurden Überlegungen angestellt, in irgend einer Form wieder Benutzungsgebühren für die Stadtbibliothek einzuführen. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Kürzung der Mittel für die Ortschaftsräte fand keine Mehrheit.

Eine positive Bilanz konnten die Freunde des THG ziehen. Sie konnten 9.000 DM zur Förderung des Gymnasiums auf kultureller und sozialer Ebene aufbringen. Die Schulpartnerschaften erfuhren ebenfalls Unterstützung.

03. Dezember 1991

Wieder lockt der Kalte Markt die Massen in die Altstadt. Besonderer Anziehungspunkt ist einmal mehr der »Billige Jakob«, der mit seinen flotten Sprüchen die Kunden zum Kaufen animiert.

Der Stadtjugendring, den es gerade 15 Jahre gab, ist von seinen Mitgliedern mit überwältigender Mehrheit aufgelöst worden. Das ist der Schlußpunkt einer schon länger andauernden Misere. Die vier Vorstandsmitglieder um Johannes Hofert-Thümmig fühlen sich frustriert. Es gibt kaum noch Mitglieder, von der Stadt fühlen sie sich alleingelassen und spüren zu wenig Interesse von Seiten der Vereine. Sie sind der Meinung, daß ehrenamtliche Jugendarbeit nicht funktionieren kann.

04. Dezember 1991

Die geplante Modernisierung des Schopfheimer Krankenhauses läßt sich nicht so schnell verwirklichen wie von Bürgermeister Fleck angekündigt. Aus dem Sozialministerium bekam Kreiskämmerer Strittmatter zu hören, daß erst die Zukunft der Geburtshilfe endgültig geklärt sein müsse, bevor über die Förderung des 21 Mill. DM Projektes verhandelt werden könne. Vor 1994 sei nicht mit einer Realisierung zu rechnen.

05. Dezember 1991

Zwischen Langgasse und Krattenweg wird die letzte von 5 Brücken der stillgelegten Wehratalbahn von der Bundesbahn demontiert. Damit ist der Hasler Tunnel auf Schienen nicht mehr zu erreichen.

Die Kindergärten der Stadt erhalten von dem Berufsbildungszentrum Schopfheim der Handwerkskammer robuste Schaukelpferde. BBZ-Leiter Arno Baumann überreicht die Meisterstücke, die beim diesjährigen Meisterkurs für Schreiner im BBZ entstanden. Sie riefen bei den Kindern große Freude hervor.

In einer Vorstandssitzung der »Bürgerinitiative für eine menschengerechte Stadt Schopfheim« war man sich einig, daß die zügige Fertigstellung der B-317-Umgehungsstraße mit allen Teilstücken vorrangiges Ziel ist. Elmar Stahl hat von dem zuständigen Planer aus Bad Säckingen die Bestätigung erhalten, daß das erste Teilstück zwischen Wiechser und Wehrer Straße in Kürze eröffnet wird. Die Initiative ist der Meinung, daß der Verkehr in der Stadt selbst erschwert und beruhigt werden müsse, was nach ihrer Meinung nur mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 für alle Straßen möglich sei.

In der Stadtbibliothek werden in einer Ausstellung Bilder von Schülern der Helen-Keller-Schule in Maulburg gezeigt. Die behinderten Schüler haben sich zusammen mit ihrem Lehrer Manfred Peter im Rahmen einer Unterrichtsepoche mit dem Werk Paul Klees auseinandergesetzt und ihre Erfahrungen »bildnerisch niedergeschrieben«.

06. Dezember 1991

In dem neu herausgekommenen Gastro-Führer für Gourmets »Badische Lokale-Süd« werden Hymnen auf die »Stadtmühle« und die »Mühle« in Gersbach gesungen. Der »Alten Stadtmühle« von Horst Kuhfuß wird »eine Idylle mit hohem Erlebniswert – das erwartet den Besucher in der sehenswerten Altstadt von Schopfheim« bescheinigt und bei Buchleiters in der »Mühle« in Gersbach fanden die Tester »eine erstaunliche Aktivität und ein vorbildliches Konzept« vor.

Die Freude bei den Kindern der Asylbewerber war groß, als der Nikolaus sie bei einer adventlichen Feier im Martin-Luther-Saal des evangelischen Gemeindehauses besuchte und ihnen große und kleine Geschenke machte. Die Kinder der Max-Metzger-Schule und der evangelischen Jugendgruppe »Michaelskrümel« hatten in einer Aktion »Teilen lernen und praktizieren« von ihrem Spielzeug abgegeben und Bettina Bethlen gebracht, die diesen Nachmittag organisierte.

Die drei Helferinnen der Altenbegegnungsstätte, Wanda Hüglin, Luise Elsässer und Elsa Otto, wurden nach 12jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit im Rahmen einer Adventsfeier verabschiedet. Beigeordneter Bertsch überbrachte Blumen und Grußworte.

07. Dezember 1991

Die von der Stadt erwogene Pferdesteuer erfährt viel Resonanz in der Öffentlichkeit. In den Zeitungskommentaren wird gespöttelt und in einem weiteren Leserbrief zum Thema lehnt der Verband für Reit- u. Fahrvereine eine solche Steuer ab, die nach seiner Ansicht auch jeder rechtlichen Grundlage entbehre. Er weist auf das Reiten als Volks- und Breitensport hin, der als relativ unproblematisch für die Umwelt einzustufen sei.

Der Förderkreis »Ferienzentren« fordert von der Stadt einen Zuschuß, um damit laufende Kosten im neuen Jahr zu decken. Johannes Hofert-Thümming begründet seine Forderung damit, daß der Verein Jugendsozialarbeit leiste und eine Institution zur Förderung internationaler Begegnungen sei. Nach Wegfall der Stadtjugendpflege und Auflösung des Stadtjugendringes sieht er eine gute Chance für einen Zuschuß der Stadt.

Das »Wolfsbrünnli« am Sengelen, direkt neben der Dossenbacher Landstraße, dem die Sage wunderliche Kräfte zuschreibt, drohte einzufallen. Inge und Reinhard Hänßler haben den 1864 geschaffenen, aus aufgeschichteten Steinen bestehenden Brunnen in Eigenarbeit wieder hergerichtet. Josef Huyer meißelte eine Inschrift auf eine neue Marmortafel.

Das MT hat aus dem Rathaus vernommen, daß die Genehmigung des Nachtragshaushalts 1991 durch die Kommunalaufsicht auf Messers Schneide steht. Es gäbe Zeichen dafür, daß das Landratsamt auf Empfehlung des Regierungspräsidiums dem Nachtragshaushalt seinen Segen verweigert.

In Sachen Krankenhaus-Modernisierung fühlt sich das Sozialministerium von der Stadt Schopfheim getäuscht. Die Bürgermeister-Äußerungen über einen Baubeginn in diesem Jahr entbehrten jeder Grundlage. Der Kreiskämmerer hatte in Stuttgart erfahren, daß eine Förderung nicht vor 1995 denkbar wäre und das erst nach Einigung über die Zukunft der Geburtshilfe und die Zahl der Planbetten. Ärger gibt es auch mit der abgeschlossenen Sanierung des OP-Trakts. Hier steht der Vorwurf im Raum, daß der einstige Krankenhausträger statt wie genehmigt zwei aseptische und einen septischen OP drei aseptische OPs eingerichtet hat. Die Stadt beruft sich dabei auf mündliche Absprachen mit dem Sozialministerium, das diese bestreitet.

Der Singkreis Schopfheim lädt zu seinem Jahreskonzert in die Stadthalle, mit von der Partie ist das Akkordeonorchester Schopfheim. Zum ersten Mal tritt das Wiesentaltrio (bestehend aus Helga Lützelschwab, Marlies Kandziora und Ines Kiefer), das in Lörrach als Gesangsgruppe einen 1. Preis gewonnen hat, auf.

Die Volkshochschule zeigt im Museumskeller die Ergebnisse von vierjähriger Modellbaukunst. Die Eisenbahnen im Landkreis waren das Thema der Eisenbahnausstellung.

In seiner Jahreshauptversammlung zieht der Turnverein Fahrnau Bilanz und ehrt seine treuen Mitglieder. Einstimmig bestätigte die Versammlung den ersten Vorsitzenden Norbert Sehwald in seinem Amt.

09. Dezember 1991

Die Anlieger des Nikolaus-Singeisen-Wegs wehren sich gegen die Pläne, im Bereich des Sport- und Freizeitzentrums einen Golfübungsplatz einzurichten. Ulrich März begann mit der Sammlung von Unterschriften. Mit einem Flugblatt konnte er auf Anhieb 75 Spaziergänger zu einer Unterschrift bewegen.

Beim Rathaus geht die Entscheidung der Kommunalaufsicht ein, die die höhere Schuldenaufnahme im Nachtragshaushalt 1991 ablehnt. Der Gemeinderat muß das weitere Vorgehen entscheiden; der Bürgermeister sieht darin jedenfalls kein größeres Problem.

»Für die Menschenrechte« wird mit Kreide auf den Marktplatz geschrieben, wo sich Schopfheimer Bürger zu einer Mahnwache für Ausländerfreundlichkeit treffen. Anlaß ist der Tag der Menschenrechte am morgigen Tag.

11. Dezember 1991

Das MT berichtet von einer totalen Verwirrung des Handels und Gewerbes in Schopfheim über die neue Verpackungsverordnung, die seit 1. Dezember in Kraft ist. Die Transportverpackungen sollen an die Lieferanten zurückgeschickt werden und stapeln sich vorläufig bei den Händlern, da noch keine sinnvolle praktikable Handhabung gefunden wurde.

Die Aufregung der Anlieger über den geplanten Golfübungsplatz in Schopfheim kann der Vorsitzende des Golfclubs Schönau, Rolf Wetzel, der die Anlage einrichten will, jedenfalls nicht verstehen. Er schließt eine Gefährdung der Passanten durch Bälle aus und will die Wiese mit einem wasserdurchlässigen und atmungsaktiven Rasenteppich belegen.

»Fläsche, Gläser und Guttere«, die im 18. und 19. Jahrhundert im Schwarzwald hergestellt wurden, sind in einer Sonderausstellung über altes Glas und die Geschichte der Glasmacherei im Museum Schopfheim zu sehen.

12. Dezember 1991

Kurt Menter, der Leiter der Stadtbibliothek, erhebt in den Zeitungen laut seine Stimme gegen die Kürzung des Medienetats durch den Gemeinderat.

Im Neubaugebiet Bremt herrscht Ärger über die noch fehlende Straßenbeleuchtung. Die Stadt weist darauf hin, daß das Bremt noch eine Baustelle ist und die vorzeitig eingezogenen Bewohner keine Forderungen an die Stadt stellen dürften. Die städtischen Elektriker seien überlastet.

Die vhs blickt auf ein erfolgreiches Sommersemester zurück. Mit 4.500 Veranstaltungsbesuchern und 3.000 Anmeldungen wurde ein neuer Rekord erreicht. Der Mangel an Räumen ist weiterhin ein Problem. Auf Vorschlag der Verwaltung beschloß der vhs-Beirat, die Ermäßigungen für Rentner und Pensionäre zu streichen. Es soll so mehr Gerechtigkeit erreicht werden.

13. Dezember 1991

Die Freigabe des B-317-Teilstücks zwischen Wiechser und Wehrer Str. kann möglicherweise nicht, wie geplant, noch vor Weihnachten erfolgen, ist vom Straßenbauamt Säckingen zu hören. Die frostigen Temperaturen verzögern den Bau.

14. Dezember 1991

Die Geschäftsführerin der Heimbau, Brigitte Leisinger, nimmt im MT Stellung zu den Vorwürfen, bei der Grundstücksvergabe im Bremt habe es »Sonderkonditionen« für den Bauträger Pöpperl und Bürgermeister Fleck gegeben. Sie tritt anderweitigen Gerüchten entgegen und stellt klar, daß alles hochoffiziell nach den Regeln des Gesellschaftsvertrages gelaufen sei. Dennoch heißt es in einem Kommentar der Zeitung, daß die Dinge in einem schlechten Stil der Öffentlichkeit gegenüber abgelaufen seien, wenn auch formal alles in Ordnung sei.

Bei der Firma Rietschle wird derzeit an einigen Tagen kurzgearbeitet. 300 Beschäftigte sind davon betroffen. Damit reagiert das Schopfheimer Unternehmen auf die allgemeinen Marktbedingungen. Im Januar soll wieder voll gearbeitet werden.

Die Schlittschuhläufer können sich freuen. Der Eisweiher hinter dem Krankenhaus ist wieder geflutet worden, nachdem zur Umgehungsstraße hin ein Erdwall angelegt wurde und auch die Stellfalle erneuert wurde. Jetzt muß es kalt bleiben, daß der Spaß auf dem Eis beginnen kann.

Die Stadtmusik, die auf eine mehr als 175jährige Tradition zurückblicken kann, bot unter der Leitung von Stadtkapellmeister Max Lehmann ein qualitativ hochstehendes Weihnachtskonzert. In der vollbesetzten Stadthalle wurde eine Mixtur aus Anspruchsvollem und Unterhaltendem geboten. Begeistern konnte auch die gut besetzte Jugendkapelle unter der Stabführung der jungen Kirsten Lin.

Seinen Einstand als neuer Dirigent gibt Klaus Dürrschnabel bei der Jahresfeier des Fahrnauer Gesangvereins, die viele Mitglieder und Freunde des Chorgesangs in der Fahrnauer Festhalle miterlebten. Auch die 

Jüngsten des Gesangvereins, der Kinderchor unter der Leitung von Claudia Brenzinger, begeisterten mit Liedern und nahmen den »alten Hasen« ein wenig das Lampenfieber.

15. Dezember 1991

Bei sonnigem, wenn auch kaltem Wetter findet der diesjährige Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz statt. Die Jüngsten sind begeistert von den Weihnachtsmännern, die der Gewerbeverein als Organisator angeheuert hat. Aus neuem Holz waren die Stände, an denen 41 Geschäftsleute ihre Waren feilboten. »Die Glöckler« wie auch ein Leierkastenmann sorgten mit weihnachtlichen Klängen für eine stimmungsvolle musikalische Umrahmung.

16. Dezember 1991

Bürgermeister Klaus Fleck feiert seinen 50. Geburtstag. Die Zeitungen würdigen den Werdegang des aktiven Bürgermeisters, der bei der Gelegenheit seine Kandidatur für die dritte Amtszeit 1994 ankündigt. Er hat bis zum Jahr 2000 große Pläne mit Schopfheim.

Zur offiziellen Geburtstagsparty kamen rund 250 Gäste in die Stadthalle, um dem Bürgermeister zu gratulieren.

17. Dezember 1991

Ein neues längerfristig angelegtes Projekt zur Rußlandhilfe verfolgt Horst Kuhfuß, Besitzer der »Alten Stadtmühle«, zusammen mit dem Waldorf-Pädagogen Gotthilf Michael Pütz und dem Maulburger Landwirt Hildebrand Jost. Sie wollen die Grundlagen für den Aufbau einer Freien Waldorfschule mit angeschlossenem ökologischen Landbau in Rußland schaffen. Die benötigten Gelder sollen durch Spenden zusammenkommen.

Das Wetter schlägt Kapriolen. Eisregen verwandelt die Straßen des mittleren Wiesentals in den frühen Morgenstunden in spiegelglatte Eiskanäle und sorgt für ein Verkehrschaos. Auch zu Fuß ist die Fortbewegung schwierig. Die Straßenmeistereien sind seit 3 Uhr mit allen Streufahrzeugen im Einsatz. Trotz allem registriert die Polizei nur vier Unfälle mit 10.000 DM Gesamtschaden. Dafür gibt es zuhauf Knochenbrüche und Prellungen.

Bei der Gemeinderatssitzung, die wegen der Geburtstagsfeier des Bürgermeisters diesmal am Dienstag stattfindet, muß die Verwaltung eine »Unstimmigkeit« im städtischen Haushalt eingestehen. Im Haushalt 1991 waren 750.000 DM als Einnahmen aus Rücklagen eingeplant. Es stellte sich heraus, daß das Geld schon 1990 ausgegeben wurde. Als Grund dieses Versehens wird ein Rechenfehler angegeben, den der Bürgermeister gemeinsam mit dem Kämmerer auf seine Kappe nahm. Der Betrag schlägt nun als Mindereinnahme im Jahr 1991 negativ zu Buche. Zusammen mit dem vom Landratsamt nicht genehmigten zusätzlichen Krediten von 1.8 Mill. DM muß die Stadt für das laufende Haushaltsjahr ein Loch von 2.5 Mill. DM stopfen.

Der Gemeinderat stimmt der Ablehnung seines Nachtragshaushaltes 1991 durch das Landratsamt ohne Gegenstimme zu. Kurt Härzschel stellt fest, daß dies seit 1950 das erste Mal ist, daß ein Nachtragshaushalt nicht genehmigt wird.

Die SPD-Stadträte Ruth Sprich und Roland Meder gehören seit zwei Jahrzehnten dem Schopfheimer Gemeinderat an. Bürgermeister Klaus Fleck würdigt ihre engagierte ehrenamtliche kommunalpolitische Arbeit und überreicht den beiden Gemeinderäten die Ehrenmedaille des Gemeindetags Baden-Württemberg für besondere Verdienste.

Im Gemeinderat wird auf eine Teilfreigabe der B-317-Umgehung gedrängt. Es soll geprüft werden, ob mit der provisorischen Inbetriebnahme einer Einbahnstraße ab Hohe-Flumstraße/B 317 neu bis Knoten B 518 der Verkehr von Lörrach nach Wehr aus der Innenstadt ferngehalten werden kann. Diesem Vorschlag der CDU schlossen sich die anderen Fraktionen an.

Regierungsbaudirektor Schmidt steht den Gemeinderäten Rede und Antwort und macht deutlich, daß er wegen der geänderten Bedingungen seit Baubeginn Fragen nach dem Zeitplan nicht genau beantworten kann, daß er aber damit rechne, daß die Umfahrung 1994 betriebsbereit sei.

Anwohner der Straße »Am Floßkanal« fühlen sich ungleich behandelt. Vor ihren Häusern ist der Lärmschutzwall der B 317 nur 3 m hoch, im östlichen Anschluß daran jedoch 3,50 m. Sie werden in der Stadtratssitzung persönlich vorstellig. Zwar wollen weder die Stadt noch das Straßenbauamt die Mehrkosten für einen höheren Wall übernehmen, aber man wird sich einig, daß nach Ermittlung der Mehrkosten mit den betroffenen Anliegern über eine Kostenübernahme gesprochen werden soll.

Eine Zuhörerin spricht im Gemeinderat die Situation für Radfahrer und Fußgänger beim Verkehrsknoten Wiechser Str./Einfahrt Umgehungsstraße an. Sie bezieht sich dabei auf die völlig neue Verkehrssituation, die nach der Freigabe des Teilstücks der Umgehungsstraße entsteht. Eine Unterführung ist vom Straßenbauamt Säckingen nie geplant worden, dennoch muß jetzt das Problem gelöst werden, einen gesicherten Übergang für Benutzer des Rad- bzw. Fußwegs entlang der neuen B 317 über die Wiechser Str./Umgehungsstraße zu schaffen. Bei einem Ortstermin hatte die Stadt zunächst einen Fußgängerüberweg abgelehnt. Bürgermeister Fleck stellt fest, daß die Stadt Vorschläge zu diesem Thema habe, die im Moment vom Landratsamt geprüft werden.

Ein weihnachtliches Singen und Musizieren veranstaltet die Musikschule Steinen-Schopfheim in der Aula der Friedrich-Ebert-Schule. Der Erlös kommt der BZ-Weihnachtsaktion »Hilfe zum Helfen« zu gute.

18. Dezember 1991

Die Stadt Schopfheim hat traditionell die alten und alleinstehenden Menschen zu einer Weihnachtsfeier in die Stadthalle eingeladen.

19. Dezember 1991

Mit dem 20. TSG-Kurier erscheint die vorläufig letzte Ausgabe der Vereinszeitung des Schopfheimer Großvereins. Wolfgang Grether hat die letzten sieben Jahre das Blatt betreut. Es war für die einzelnen Abteilungen die Plattform, um sich selbst darzustellen und die Quelle, aus der sich jedes Vereinsmitglied über das Geschehen im gesamten Verein informieren konnte.

Der Bauausschuß beschließt einen Kompromiß für die Fassadengestaltung der ehemaligen Drogerie Merkur, d. h. das Reisebüro Veit, das diese Räume nun gemietet hat, muß die Werbeschrift altstadtgerecht verändern. Das Schaufenster darf es weiterhin wie bisher nutzen, so kann ein Zigarettenautomat an der Fassade bleiben.

Zusammen mit dem Landrat feiern die Bewohner des Markus-Pflüger-Heimes Weihnachten.

20. Dezember 1991

Dieser Tage erscheint in einem Stuttgarter Verlag ein neues katholisches Religionsbuch für die 7. Klasse, in dem unter der Rubrik »Propheten heute« ein Porträt von Max Josef Metzger gezeichnet wird.

21. Dezember 1991

Der Landkreis hat in diesen Tagen über die künftige Müllregelung ein Informationsblatt verteilen lassen. Stadtkämmerer Reif meint, daß die Stadt das Faltblatt nicht »verbrochen« hat, da Schopfheim teilweise in diesem Prospekt vergessen wurde.

Der Abbruch der Eisenbahnbrücken zwischen Fahrnau und dem Haseler Tunnel war rechtlich einwandfrei, betont das Regierungspräsidium Freiburg auf Anfrage von Landrat Wütz aus Waldshut.

Noch vor Weihnachten informiert Eugen Herzog mit einem Leserbrief aus der französischen Partnerstadt. Vieles erfahren wir dabei aus dem Vereinsleben der Stadt.

Die Arbeiterwohlfahrt erhält aus der BZ-Weihnachtsspendenaktion ein neues Auto.

Eine Kinderoper zum Mitmachen erlebten viele Schopfheimer in der Stadthalle. Das Riehener Ateliertheater war mit Mozarts »Zauberflöte«, die kindgerecht inszeniert wurde, zu Gast.

22. Dezember 1991

Hochwasseralarm auch in der Markgrafenstadt. Das Jahrhundert-Hochwasser sucht die Stadt heim. Feuerwehr, das THW und die Leute vom städtischen Bauhof wie des Wasserwerkes müssen über viele Stunden hinweg ihr Letztes geben, um den Naturgewalten zu trotzen. Die Straße nach Enkenstein war kurz hinter Langenau gesperrt, da sie überflutet war. Auch das Regenrückhaltebecken im Krattental erwies sich als zu klein. Das Wasser schoß über die Dammkrone hinweg. Ausgelöst hat das verheerende Unwetter ein stundenlanger Regenguß, der einem mehrstündigen Schneefall folgte. Der Schlierbach in Fahrnau überflutete Keller, auch in Eichen und Langenau drangen die nassen Massen in Wohnhäuser und Gewerbebetriebe ein. Große Schäden sind an Wirtschaftswegen in Raitbach entstanden.

Bei einer Betriebsfeier konnte Gerhard Krückels die Mitarbeiter des Dreisternwerks Gottfried Wagner, Klausdieter Bergau, Karl Oswald, Fritz Hess, Werner Koch und Manfred Frala für 25jährige Mitarbeit ehren. Rudi Lutze und Alfred Räuber sind gar 40 Jahre dem Betrieb zugehörig.

23. Dezember 1991

Der Bürgermeister bedankt sich bei den Helfern der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes sowie den Mitarbeitern des Bauhofes für den unermüdlichen Einsatz während des Hochwassers der letzten Tage. Manche seiner Leute, so erzählt der Feuerwehrkommandant Bernd Schwöble, seien 36 bis 40 Stunden ununterbrochen auf den Beinen gewesen.

Für 40jährige Betriebszugehörigkeit bei der Firma Werner Rietschel wurde kürzlich Ernst Würger geehrt. Im Auftrag des Ministerpräsidenten des Landes überbrachte Bürgermeister Klaus Fleck die Ehrenmedaille und Ehrenurkunde des Landes. Werner Rietschel selbst dankte dem Jubilar für seine langjährige Mitarbeit, die am 3. Dezember 1951 begann.

24. Dezember 1991

Wie in jedem Jahr spielen die Glöckler vom Städtli-Zinken ein kleines Weihnachtskonzert in der Alten Kirche St. Michael.

Die Blechbläser des Musikvereines Fahrnau treffen sich am Heilig Abend ab 16.30 Uhr zum Choral-Spielen im Dorf.

Die evangelischen und die katholischen Christen feiern in ihren Kirchen das Weihnachtsfest. Die Gotteshäuser sind wie jährlich bis auf den letzten Platz gefüllt.

Mit Lebensmitteln und Kleiderspenden aus Schopfheim und Umgebung konnte ein Kleinbus »Hilfe für Kroatien« vollgeladen werden. Initiator ist die Kroatin Ivanca Zvulj. Der Kontakt mit der in Konstanz lebenden kam über die evangelische Jugend Herrn Herold zustande.

Das neue griechische Restaurant, das von Mark und Herbert Eller im Hause Torstraße 7 errichtet wurde, hat eröffnet.

25. Dezember 1991

Im Alter von 93 Jahren verstirbt Alma Brüderlin. Sie war nach dem 2. Weltkrieg maßgeblich am Wiederaufbau des Markgräfler Tagblattes beteiligt.

Ganz auf das Weihnachtsfest ausgerichtet war das Programm beim diesjährigen Weihnachtskonzert des Gesangvereines Raitbach in der Festhalle. Wie gewohnt war dieses Konzert einmal mehr sehr gut besucht.

Unter der Leitung des Dirigenten Georg Diehl feiert der Langenauer Gesangverein das Weihnachtskonzert in der Festhalle. An diesem Konzert beteiligte sich auch die Grundschule.

Das Jahrhunderthochwasser hat auch den Eichener See wieder »kommen« lassen. Wenn nun die richtigen Temperaturen noch einträten, wird Schopfheim während des Winters eine schöne Eisfläche zum Schlittschuhlaufen haben.

Zusammen mit ihrem Dirigenten Heinrich Schweikert präsentiert sich der Gesangverein Wiechs beim traditionellen Weihnachtskonzert. Erstmals war auch die Kindermusik AG der Grundschule Wiechs an diesem Konzert beteiligt.

27. Dezember 1991

Der Tennisclub Langenau erhält die richtige Weihnachtsfreude mit dem roten Punkt. Spatenstich für die nun vorliegende Baugenehmigung der Tennisplätze soll am 4. Januar sein.

Sehr ruhig verliefen die Weihnachtstage für Polizei und Feuerwehr.

28. Dezember 1991

Nur 14 passive und aktive Schützen kamen zum diesjährigen »Päckchenschießen« des Schützenvereines Fahrnau. Die Verantwortlichen zeigen sich darüber etwas enttäuscht.

Ein »klingendes Feuerwerk« war nicht nur das Motto, sondern auch das Konzert des Gesangvereines Eichen selbst. Unter der Leitung ihres Dirigenten Dieter Waibel ließen der Männer- und der Frauenchor im gemeinsamen Auftreten die Herzen der Zuhörer höher schlagen.

Schopfheim trauert um Ludwig Dürrmeier, der im Alter von 72 Jahren verstirbt. Mit ihm stirbt ein nicht nur während der Fastnachtszeit bekannt gewordenes Original.

Vor einigen Tagen wurden Dieter und Günter Metzger und Max Walter bei der Firma Demag-Wittig für 25jährige Betriebstreue geehrt.

Die IG »Pro Schiene« kritisiert nicht nur den Brückenabbau der Wehratalbahn, sondern auch die mangelnde Reaktion der Stadt Schopfheim auf diese Maßnahmen.

Bei den Neuwahlen des Schopfheimer Gesamtelternbeirats wird Manfred Baer (Friedrich-Ebert-Schule) in seinem Amt bestätigt. So bleibt Ingrid Isenbeck-Steven (Grundschule Fahrnau) stellvertretende Vorsitzende.

Zum letzten Mal nach 17 Jahren betreute Traute Mrachacz die Senioren-Gymnastik des Roten Kreuzes.

29. Dezember 1991

Einen Schreck in der Morgenstunde erlebten die Redakteure der Badischen Zeitung. In der Nacht zum Sonntag haben Einbrecher die Büroräume durchwühlt. Im angrenzenden Reisebüro wurden ebenfalls Schubladen durchwühlt und Türen aufgewuchtet.

Kurz nach seinem 63. Geburtstag und eineinhalb Jahre nach seinem wohlverdienten Ruhestand verstirbt Karlheinz Röllgen, langjähriger Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, in Schopfheim.

30. Dezember 1991

Die Abbrucharbeiten am Gebäude der Firma Hülsenfabrik Herbster an der Hauptstraße sind fast abgeschlossen. Das Gelände wird nun frei für den Wohnungsbau.

31. Dezember 1991

Zum Silvester-Hock treffen sich die Christdemokraten im Fahrnauer Waldheim. Es wird wohl das letzte Mal gewesen sein, daß man sich am Silvestermorgen zu dieser Runde trifft, meint Ortrun Schätzle. Sie zog damit den Schlußstrich unter ein, wie sie meint, gutes und ungemein aktives Jahr. Kurt Härzschel seinerseits meint aber, es sei kein besonders gutes Jahr gewesen, denn in der Markgrafenstadt haben sich einige negative Entwicklungen vollzogen, dabei nennt er die Abgabe des Krankenhauses, die Zukunft der Geburtshilfe im Krankenhaus und auch die Frage nach der Modernisierung des Krankenhauses, die auf sich warten läßt. Kummer mache ihm aber auch die Finanzlage der Stadt.

Vom Feinsten, so ist zu lesen, war der Silvesterball des Tanzsportclubs Excelsior in der Stadthalle.

Die Feuerwehr mußte auch am Silvestertag ausrücken. Bei der Sparkasse floß aus einem Kraftfahrzeug Öl aus, das von den Floriansjüngern noch abgefangen werden konnte, ehe es in die Kanalisation floß. Ansonsten war der Jahreswechsel sowohl für die Feuerwehr als auch für die Polizei extrem ruhig.

Die Schopfheimer selbst feierten mit Feuerwerken den Übergang ins Neue Jahr.