
Wie rasch das vergangene Jahr mit zahlreichen Aktivitäten abgelaufen ist, stellt man oft erst nach einer chronologischen Aufarbeitung fest. Das Jahr 1992 war durch so viele Aktivitäten gekennzeichnet, dass manches bereits heute als unbedeutend erscheint, das einem zuerst besonders wichtig war.
Finanzielle Konsolidierung und Liquiditätsengpass
Größere Probleme hatte die Stadt bei Beginn des Jahres durch einen Liquiditätsengpass. Dieser war so erheblich, dass die Kassenkredite bis auf nahezu 8 Mio. DM ausgeweitet wurden. Deshalb war ein Konsolidierungsprozess unabdingbar. Der Gemeinderat hat durch entsprechende zeitnahe und rasche Beschlüsse ermöglicht, dass umgehend zahlreiche Grundstücksveräußerungen für Wohnbebauung getätigt und somit die erforderlichen Einnahmen erzielt wurden. Bereits nach 9 Monaten war die Kassenlage wieder ausgeglichen, und kleinere Festgeldbeträge konnten angelegt werden. Mit dem entsprechenden Sparwillen und Beschränkungen der Ausgaben in der ersten Jahreshälfte wird es sicherlich auch möglich sein, künftig eine ausgewogene Jahresgesamtfinanzierung zu erreichen.
Entscheidungen zum Pflug‑Areal und Bürgermeisterdebatte
Durch den finanziellen Druck wurden gleichzeitig alle Anstrengungen unternommen, die wichtigsten risikobehafteten Probleme zu lösen. Dazu gehörte vor allem das Pflug‑Areal. Der Gemeinderat wurde unruhig, eine Entscheidung war überfällig. Wenig hilfreich für die Verhandlungen mit den Investoren waren jedoch Äußerungen aus nicht‑öffentlichen Sitzungen, die nur Fragmente darstellten und zu zusätzlichen Irritationen führten. Schließlich hat der Gemeinderat richtungsweisende Entscheidungen gefällt, die sehr schnell in einen Kaufvertrag umgesetzt werden konnten. Der von der SPD‑Gemeinderatsfraktion erhobene Vorwurf, ein „völlig überforderter Bürgermeister zum Schaden der Stadt allein weiterwurstelt“, wurde durch die Verhandlungs‑ und Beschlussergebnisse völlig widerlegt. Der an dieser Stelle nicht mehr erwartete Erfolg und das konsequente Handeln führten dann wieder dazu, dass dem Bürgermeister eine „formelle Rüge“ in nicht‑öffentlicher Sitzung erteilt und am nächsten Tag natürlich sofort wieder in der Presse publiziert wurde. Aber damit kann man dank des Erfolgs gut leben.
Internationale Partnerschaften und Jubiläen
Besonders intensiv wurden im vergangenen Jahr die Partnerschaften gepflegt. Hier war es vor allem das 25‑jährige Jubiläum mit dem reizvollen Jura‑Städtchen Poligny, das wir gemeinsam im Rahmen des Städtlifestes gebührend feiern konnten. Mehr als 300 französische Gäste waren angereist. Es fand eine Verschwisterung statt, die an Herzlichkeit kaum mehr zu überbieten war. Als Gastgeschenk Schopfheims wurde ein Musikstück uraufgeführt und übergeben, die „Fanfare der Freundschaft“, komponiert von dem Schopfheimer Rektor und Stadtkapellmeister Hermann Egner.
Aber auch die Partnerschaft mit der schwedischen Stadt Ronneby wurde vor allem durch eine große Jugendbegegnung in Schweden ausgebaut.
Die partnerschaftliche Hilfe zur Gemeinde Kleinmachnow, Land Brandenburg, brachte zahlreiche persönliche freundschaftliche Kontakte und ein besseres Verständnis zwischen den neuen und den alten Bundesländern.
Persönliche Verluste im Jahr 1992
Zwei Ereignisse haben mich im vergangenen Jahr persönlich sehr getroffen, der Tod von Stadtrat Karlfrieder Andris während einer Gemeinderatssitzung und von Paramount‑Chief John Mokete, aus unserem Partnerdistrikt Dikume/Kamerun. Beide haben eine große Lücke in den jeweiligen Kommunen hinterlassen.
Infrastrukturprojekte: Umgehungsstraße II
Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung Schopfheims war die Fertigstellung des II. Abschnitts der Umgehungsstraße. So spürbare Entlastungen hatte man gar nicht erwartet. Der Stau in der Innenstadt ist bereits weitgehend verschwunden. Es war deshalb richtig und konsequent, dass der Gemeinderat rechtzeitig durch entsprechende Beschlüsse die Weichen für den Innenstadtumbau gestellt hat und nun ermöglicht, die Vorarbeiten für den Straßenrückbau voranzutreiben. Nachdem der Tunnelbau durch den „Langenfirst“ konsequent vorangetrieben wird, sind auch die letzten Skeptiker überzeugt worden, dass die Umgehungsstraße komplett zügig fertiggestellt wird. Die zahlreichen Bewohner der Hauptstraße können nun hoffen, dass in Kürze der Verkehrslärm wesentlich reduziert wird.
Umweltpolitische Initiativen zur Energieeinsparung
Auf erhebliches Interesse stießen die umweltpolitischen Aktivitäten der Stadt zur Reduzierung des Heizenergieverbrauchs. Niedrigenergiebauweise in so großem Umfang wurde in der Bundesrepublik noch nirgends praktiziert. Zahlreiche Städte und Gemeinden, Verbände und Umweltorganisationen informierten sich über das Konzept, das sowohl in der Presse als auch im Fernsehen mehrmals dargestellt wurde.
Haushaltsfragen, Gebühren und gemeinsamer Dank
Kommunale Leistungen kosten ihren Preis. Dies sah auch der Gemeinderat, als es im Vorfeld der Haushaltsberatungen 1993 um entsprechende Gebührenerhöhungen ging, die ja immer unpopulär sind. Man muss dem Gemeinderat bescheinigen, dass er zum Wohle einer gut ausgebauten, sozial‑ und umweltgerechten Stadt die entsprechenden Ausgaben beschließt und auch für zusätzliche Einnahmen sorgt. Verwaltung und Gemeinderat ziehen an einem Strang, mit Ausnahme von wenig „politischem Geplänkel“ wird konstruktiv und harmonisch zusammengearbeitet. Deshalb möchte ich den Rückblick mit einem besonderen Dank an die bürgerschaftliche Vertretung abschließen, aber auch darin alle Bürger einschließen, die sich für die Allgemeinheit zum Wohle aller engagieren. Solange bei uns ein solcher Gemeinschaftssinn vorhanden ist, wird es auch in den nächsten Jahren positiv weitergehen.
Klaus Fleck, Bürgermeister
01. Januar 1992
Gut beginnt das neue Jahr für einige Schopfheimer, denn im Rosengarten und im Oberfeld fließt für eine halbe Stunde kein Wasser. Wassermeister Adolf Walz meint, daß vermutlich ein Kabeldefekt nicht rechtzeitig signalisierte, daß der Hochbehälter leergelaufen war. So ging es etwa eine Stunde, bis wieder genügend Wasser in den Altig-Hochbehälter gefördert wurde.
Eine wunderschöne Winterlandschaft lockt viele Schopfheimer in den Ortsteil Gersbach, um das neue Jahr winterlich weiß zu beginnen.
02. Januar 1992
Werner Keil feiert das 25jährige Betriebsjubiläum beim Modehaus Kilian in Lörrach. Er lebt in Schopfheim und ist stellvertretender Geschäftsführer des Modehauses.
Die Sternsinger der St. Bernhard-Pfarrei sind wieder unterwegs. In diesem Jahr ist das zu ersingende Geld bestimmt für die Kinder der Dritten Welt. So soll dieses Jahr die Hilfe nach Bolivien fließen.
03. Januar 1992
Erhard Pompe feiert seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar hat sich große Verdienste im und um den Sportverein erworben. Neben der SVS-Ehrenmitgliedschaft erhielt er auch die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Das Ehepaar Fritz und Luise Bechtel wurde für 20jährige treue Dienste als Kirchendiener und Kirchenuhrbetreuer in Gersbach geehrt. Pfarrer Trautwein würdigte die Arbeit im Rahmen einer Mitarbeiterfeier.
In den Ruhestand verabschiedet hat dieser Tage Bürgermeister Fleck die ehemalige Mitarbeiterin Irma Klein, die 10 Jahre lang Raumpflegerin am Theodor-Heuss-Gymnasium war, ebenso wie Adolf Bühler aus dem Bauhof und Gerhard Würger, der seit 1972 in der Stadtgärtnerei beschäftigt war.
04. Januar 1992
Zum ersten Spatenstich treffen sich Mitglieder des Tennisclubs Langenau. Ortsvorsteher Hermann Schmitt und der Vereinsvorsitzende Werner Lederer vollzogen ihn symbolisch gemeinsam.
Der Kulturring lädt erneut zum bereits Tradition gewordenen Neujahrskonzert ein. Mit der Weiler Orchestergesellschaft unter Fridolin Uhlenhut und der Schopfheimer Sopranistin Madeleine Strütt-Chappuis gelingt erneut ein großer Konzertabend.
Der Gewerbeverein nimmt die Auslosung der Glückstaleraktion vor. Ohne große Show ging dies in diesem Jahr vonstatten.
Große Arbeit kommt auf die Stadtverwaltung infolge der Umstellung auf neue Müllgefäße zu. Im städtischen Rechnungsamt zweifelt man am Funktionieren, da die Vorgaben vom Landkreis zu vage sind.
Der Singkreis Schopfheim trägt sich mit dem Gedanken, aus dem gemischten Chor einen reinen Frauenchor zu machen.
Außerordentlich zügig ging die Generalversammlung der Sportgemeinschaft Eichen über die Bühne. Der Vorsitzende Julius Waßmer meint, das gesteckte Ziel, ein Platz unter den ersten drei Mannschaften in der Bezirksliga, sei leider nicht erreicht worden. Dafür verbuchten die Jugendringer der SG aber sehr gute Erfolge. Thomas Grether wurde Südbadischer Meister, konnte aufgrund einer Verletzung an den Deutschen Meisterschaften jedoch nicht teilnehmen. Für 10jährige Vorstandsarbeit konnte Rechner Harald Strecker geehrt werden.
Hans Schickele konnte zur alljährlichen Generalversammlung eine große Anzahl von Freunden des Hundesportvereins Schopfheim-Fahrnau begrüßen. Über 1500 Arbeitsstunden wurden für die Renovierung des Vereinsheimes von den Mitgliedern geleistet. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden Erich Ochsner, Arno Niklaus und Horst Laukart zu Ehrenmitgliedern ernannt. Einstimmig wählte man schließlich Hans Schickele, weiter das Vereinsschiff zu lenken.
06. Januar 1992
Traditionell ist bereits der Dreikönigs-Frühschoppen der SPD. Robert Zapp erinnert dabei, an der SPD führe kein Weg vorbei. Außerdem sagt er: »Was wir wollen, setzen wir auch durch«. Der Rückblick auf das Haushaltsjahr 1991 erfolgt mit sehr viel Kritik an der Stadt und deren Vollzug des Haushalts. Im Ausblick auf das neue Jahr will man ein innerstädtisches Verkehrskonzept. Wenn der Bürgermeister in der ersten Sitzung im neuen Jahr keinen Vertrag mit dem Investor für den Pflug aus dem Hut zaubert, wollen die Genossen das seit Jahren betriebene Projekt endgültig platzen lassen. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit innerhalb der SPD mit einer möglichen anderen Nutzung des Pflug-Areals.
Unter Regie des Ortschaftsrates wurden die Senioren des Ortsteiles Eichen in die Hülschenmatthalle eingeladen. Für gute Unterhaltung sorgten die Eichener Sänger.
36 Jugendmannschaften spielen beim Dreikönigsturnier des Sportvereins Schopfheim um den Fußballsieg in der Ebert-Sporthalle. Die Siegestrophäe bei der E-Jugend verblieb dem TUS Stetten, bei der F-Jugend dem FC Hausen, bei der D-Jugend dem FV Lörrach und bei der C-Jugend ebenfalls dem FV Lörrach.
07. Januar 1992
Wie kroatische Kinder ihre Heimat sehen, zeigt eine Ausstellung, die von den CDU-Kreisfrauen organisiert wurde. Die Ausstellung ist derzeit im Rahmen einer Wanderausstellung in der Deutschen Bank in Schopfheim zu sehen.
Das Renaissance-Theater Berlin gastierte mit dem Schauspiel »Amadeus« von Peter Shaffer auf Einladung des Kulturrings in der Stadthalle. In der Rolle des Antonio Salieri gefiel Gerhard Friedrich einem begeisterten Publikum.
08. Januar 1992
Neue Wege will die Narrenzunft Schopfheim gehen. Nachdem man auf den Fasnachtsauftakt am 11.11. verzichtete, soll nun der 11. Januar zu einem besonderen Erlebnis werden. An diesem Tag soll der Bürgermeister auch gezwungen werden, seinen Schlüssel für die närrische Zeit an den neuen Statthalter, dessen Name noch unbekannt ist, abzugeben.
Angenehm überrascht zeigt sich die Turnierleitung des Tischtennisclubs Fahrnau über die Beteiligung an der Vereinsmeisterschaft, die schließlich bei den Herren von Horst Hoger gewonnen wurde. Bei den Damen siegte Heike Rabus.
Als Nachlese vom Dreikönigstreffen der SPD ist heute eine Äußerung von Artur Cremans in der Badischen Zeitung zu lesen: »Will denn keiner bei der SPD Kanzler werden?« Weiter: »Mir stinkt, wie sich alle zieren. Wir brauchen jemand, der Kanzler werden will. Leute, die nichts werden wollen, haben in der Politik nichts verloren«.
09. Januar 1992
Der kommunalpolitische Ausschuß der CDU kommt zusammen und diskutiert noch einmal den Haushalt 1992. Die Kritik der SPD bei ihrem Dreikönigstreffen weisen die Mitglieder entschieden zurück. Es ist von einem »bedenklichen Machtanspruch der SPD« die Rede. Die CDU-Fraktion mahnt, zu einer sachlichen Diskussion zurückzufinden.
Die »Pro Schiene« weist auf eine neue Restriktion der Bundesbahn hin. Allen Beteuerungen zum Trotz soll nun auch der Güterverkehr insgesamt eingestellt werden. Man vermutet, daß alleine die Lieferung von Quarzsand an die Firma Rietschle, die bisher auf dem Schienenweg erfolgte, 200 zusätzliche Silo-Lastzüge auf der Straße bedeuten wird.
Jörg-Uwe Sanio kauft, den heutigen Pressemitteilungen zufolge, das Burkhardt-Schmidt-Areal. Er will dort, ähnlich wie in Gündenhausen, einen Gewerbepark errichten. Damit sind Überlegungen, die Kulturamtsleiter Strütt dem Gemeinderat unterbreitete, völlig aus dem Rennen. Nach seiner Meinung hätte dieses Gelände die hervorragende Grundlage für ein Jugendkulturzentrum abgegeben; es wäre gleichzeitig für junge Künstler und für Veranstaltungen der vhs nutzbar gewesen.
10. Januar 1992
Der katholische Kirchenchor konnte im vergangenen Jahr ein umfangreiches Programm abwickeln. Höhepunkt war die Aufführung der Krönungsmesse von Mozart in der St. Bernhardskirche. Vorsitzender Albrecht Kordeuter dankte besonders Kantor Cornelius Holdermann, der seit bald 10 Jahren den Chor und die Frauenschola erfolgreich führt und demnächst die Männerschola für gregorianischen Gesang wieder aufbauen wird. Die Vorstandswahlen brachten nur einen Wechsel im Kassenamt. Ruth Volz übernahm das Amt von Udo Böhm nach fast 15jähriger Tätigkeit. Im neuen Jahr ist ein Auftritt in Paris in der Kathedrale »Notre Dame« geplant.
Dem Markgräfler Tagblatt ist zu entnehmen, daß die Ärztekammer die Ermittlungen gegen den Schopfheimer Krankenhausarzt abgeschlossen hat und nun zur weiteren Entscheidung an das Berufsgericht weitergegeben hat. Ob Anklage erhoben wird, soll im Laufe dieses Monats entschieden werden. Das angestrengte Strafverfahren hat die Staatsanwaltschaft Waldshut eingestellt.
Die Neuwahlen standen im Mittelpunkt der jüngsten Generalversammlung beim Schäferhundeverein Langenau. Einstimmig für die Amtszeit von drei Jahren wurde André Herzog als 1. Vorsitzender wiedergewählt.
Es schneit. Schopfheim liegt erstmals in diesem Jahr unter einer weißen Schneedecke.
11. Januar 1992
Die Reiter-Demo, zu der sich, laut Reitvereinsvorsitzendem Volker Trefzer, rund 150 Reiter am Samstag auf dem Marktplatz treffen wollten, wurde vorerst abgeblasen. Die Reiter, die sich in einer Interessengemeinschaft gegen die Pferdesteuer formiert haben, haben sich in einem Gespräch mit der Verwaltung geeinigt, erst die Entscheidung des Gemeinderates abzuwarten. Auf jeden Fall soll mit einem Informationsstand über die Konsequenzen der geplanten Pferdesteuer aufgeklärt werden. Die Gegner der Steuer argumentieren mit dem Wert ihrer Jugendarbeit und damit, daß den Landwirten, die rund 300 Hektar Land in Ordnung halten, ihre Existenzgrundlage entzogen würde.
Mit 11 Donnerschlägen aus der Hurlibaus-Kanone läuten die Narren die Fasnachts-Kampagne 1992 ein. Nach der »Uusgrabig« der Fasnacht auf dem Kronenbrunnenplatz, die dieses Jahr unter dem Motto »Lieber guet druff, wie immer nur muff« steht, wird der neue Statthalter vorgestellt. Wolfgang (Bühler) der III. vom Eicmer Schlößle übernimmt die Macht von Burgi Klaus Fleck.
Anläßlich ihres 5. Geburtstages boten die »Enninger« eine besondere Show im Stadtgarten. Mit Licht, Musik, Tanz und Feuerwerk inszenierten sie effektvoll den Auftritt des »Winterdämons«.
An der Generalversammlung der Turnerschaft Langenau drängt man auf eine baldige Realisierung der geplanten 100-Meter-Laufbahn. In Gesprächen, die der Vorsitzende Gerd Franke zusammen mit dem Elternbeiratsvorsitzenden Rolf Jäger mit der Stadt führte, wird deutlich, daß baureife Pläne, wie sie von der Stadt zugesagt wurden, noch nicht vorliegen. Stadt- und Ortschaftsrätin Henny Timmermann fordert die Turnerschaft auf, in dieser Sache hartnäckig am Ball zu bleiben.
Der Kürnberger Gesangverein stellte die Weichen für das Jahr 92 in seiner Mitgliederhauptversammlung im Stammlokal »Sternen«. Die Vorsitzenden wurden in ihren Ämtern bestätigt. Der Kassenwart Hans Keller gab nach 35 Jahren erfolgreicher Tätigkeit sein Amt an Gerda Blank ab.
An der Generalversammlung des Gesangvereins Gersbach wird der Blick auf das Jubiläumsjahr 1993 gerichtet. Vorsitzender Ernst Frieder Schmidt sowie die anderen Vorstandsmitglieder werden in ihren Ämtern bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Beisitzer Heinz Sutter für den ausscheidenden Walter Blum.
13. Januar 1992
Mit den Gegenstimmen von Michael Straub (GRÜNE) und Dr. Helga Beikirch (CDU) beschließt der Gemeinderat den Haushaltsplan 1992 mit einem Gesamtvolumen von 53,8 Millionen Mark. Mit der Erhöhung der Kassenkredite von 6 auf 8 Millionen will man die drohende Zahlungsunfähigkeit der Stadt verhindern. Auf Antrag der SPD verpflichtete der Gemeinderat den Stadtkämmerer, sämtliche nicht zwingenden Anschaffungen bis Ende April zurückzustellen. Erst nach Beratung des dann vorzulegenden Nachtragshaushaltes sollen die Mittel freigegeben werden. Bürgermeister Fleck will dafür sorgen, daß die Stadt so schnell wie möglich von den hohen Überziehungskrediten herunterkommt, die die Stadt bis zum Jahresende eine halbe Million DM kosten. Er macht deutlich, daß absolutes Sparen angesagt ist. So sollen Dienstleistungen für Bürger, Betriebe und Behörden nur dann verbessert werden, wenn die entsprechenden Kostenausgleiche vorhanden sind. Als Risiken des neuen Haushalts nannte er die Abdeckung der Haushaltsreste von 91 und die Mehrausgaben durch neue Tarifabschlüsse im neuen Jahr. Auch könne die Heraufsetzung der Kreisumlage Probleme machen; unsicher sei auch, wie schnell die Grundstückserlöse im Pflugareal realisiert werden könnten. Als weitere Sparrezepte, über die nachgedacht werden sollte, nannte der Bürgermeister Rationalisierung und Privatisierung. Gebührenerhöhungen sollten künftig in kürzeren Abständen erfolgen. Die Stadtwohnungen und die Abwasserentsorgung sollten zur besseren Überschaubarkeit künftig als Eigenbetrieb geführt werden, bei Zuständigkeit des Gemeinderats. Andererseits blickt der Bürgermeister auch optimistisch in die Zukunft. Durch den Abbau von Verpflichtungsermächtigungen von DM 6 Mio. (1991) auf DM 980.000,- (1992) könne man 1993 schon wieder neue Maßnahmen angehen. Von 1993–1995 sollen im Bereich Abwasser DM 5 Mio. und für den Wohnungsbau DM 800.000,-, für die Sanierung des Gymnasiums und der Entegastbrücke je DM 1 Mio. und für den Kindergarten Bremt DM 1,5 Mio. investiert werden. Die Ratsmitglieder sind sich weitgehend einig in ihrem Willen, die Finanzen in den Griff zu bekommen und zu sparen, wobei es nicht ganz ohne Schuldzuweisungen nach verschiedenen Seiten abgeht.
Die Zahlenanalyse, die Michael Straub von den GRÜNEN in seiner Stellungnahme liefert, findet den Beifall des BZ-Kommentators. Er maß die städtischen Einrichtungen und Dienstleistungen an dem jeweiligen Deckungsgrad und kommt zu dem Fazit, daß nicht einzusehen sei, daß überall im Sozialbereich die Einnahmen gesteigert wurden, daß aber der sachliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand in der Hauptverwaltung nur zu 39 Prozent durch Einnahmen gedeckt sei (vor 4 Jahren noch zu 53 Prozent), und daß nichts zur Einnahmeverbesserung getan werde.
Tiefbauamtsleiter Springmann beziffert in seinem Bericht über das Hochwasser vom 21./22. Dezember 91 den Schaden auf etwa DM 430.000,-, davon DM 80.000,- auf Privatgrundstücken. Zur Sanierung der betroffenen Wege und Gewässer bewilligt der Gemeinderat außerplanmäßig DM 100.000,-.
Die CDU-Fraktion stellt in einem Antrag die Frage an die Verwaltung, ob der Bau der Umfahrung Langenau auch dann noch nötig sei, wenn die Kreismülldeponie Scheinberg schneller als erwartet voll ist. Da die Umweltverträglichkeitsstudie noch nicht vorliegt, erhält sie keine befriedigende Antwort.
Nachdem immer mehr Geschäfte schon um 18 Uhr schließen, ziehen jetzt auch die Apotheken gleich. Damit verkürzte Arbeitszeiten aufgefangen werden können, empfiehlt der Gewerbeverein die neue Regelung. Nach den Erfahrungen der Geschäftsleute wird nach 18 Uhr kaum noch eingekauft.
Vorwiegend nachts wird an der Bahnlinie zwischen Fahrnau und Hausen gearbeitet, um den laufenden Zugverkehr nicht zu behindern. Es entsteht hier die Unterführung der Umgehungsstraße, die, vom Langenfirst her kommend, einmal in Tieflage unter den Geleisen hindurch auf die alte B 317 führen wird.
Die 44 Abiturienten des THG beginnen heute mit den Prüfungsarbeiten, die wie immer mit dem Fach Deutsch beginnen.
14. Januar 1992
Die IG »Pro Schiene« lädt zu einer Diskussion über die Ankündigung der Bundesbahn, den Mittelcontainer-Verkehr auf der Wiesentalstrecke bis zum Jahresende einzustellen. Zusammen mit Vertretern der SPD, der FDP und den GRÜNEN erarbeitete man eine Resolution, die möglichst von allen Gemeinderäten im Wiesental verabschiedet werden soll. In der Begründung heißt es, daß bei Einstellung des Mittelcontainer-Verkehrs ein Güteraufkommen von jetzt 10.000 Tonnen, mittelfristig sogar 20.000 Tonnen jährlich, auf die ohnehin schon überlastete B 317 verlagert werde, was ganz sicher einen Verlust von Lebensqualität für die Bewohner des Wiesentals bedeuten würde.
In der ersten Ortschaftsratssitzung des neuen Jahres in Enkenstein wird Ute Wagner als frischgebackene Deutsche Meisterin im Bodybuilding geehrt.
Die Senioren-Union informiert in einer Veranstaltung über »Altersgerechtes Bauen und Wohnen«.
15. Januar 1992
Über DM 10.000,- kamen zusammen, als auch dieses Jahr wieder Mädchen und Jungen mit dem Stern als Zeichen der Hoffnung und des Segens zum Dreikönigsfest in Schopfheim von Haus zu Haus zogen. Das Geld kommt notleidenden Kindern in aller Welt zugute.
16. Januar 1992
Aus dem Rathaus ist zu hören, daß die Umstellung der Müllabfuhr mit der Wahlmöglichkeit anderer Müllgefäßgrößen und zweier verschiedener Leerungstermine – sie soll bis zum 31. Januar abgeschlossen sein – den Mitarbeitern des Rechnungsamtes massive Arbeit bringt; sogar am Wochenende mußte gearbeitet werden. Es scheint nicht alles reibungslos zu laufen. Dabei liegt es nicht im Verantwortungsbereich der Stadt, daß die Verteilung der Informationsprospekte an die Haushalte nicht geklappt hat. Der Kreis hatte einen privaten Verteiler beauftragt. Die halbe Stadt wurde nicht bedient, und die Beschwerden liefen im Rathaus auf.
Am Bahnübergang Käppelimattweg wurden die neuen, automatischen Halbschranken in Betrieb genommen, dabei gab es heftige Diskussionen zwischen Anwohnern und Vertretern von Bundesbahn, Stadt und Polizei. Die Sicherheit für Schulkinder ist umstritten, darüberhinaus wird die Frage gestellt, wieweit die Autofahrer-Schrankenanlage einen Sinn hat, wenn der Bahnübergang nach Fertigstellung der Umgehungsstraße evtl. zum reinen Fußgängerüberweg gemacht wird, da am Käppelimattweg eine gemischte verkehrsberuhigte Fläche vorgesehen ist. Bürgermeister Fleck hält die Entscheidung für richtig, hält sie doch alle Alternativen offen. Er denkt daran, daß evtl. einmal zusätzliche Haltestellen für die Wiesentalbahn geschaffen werden müssen, wobei auch Park-and-Ride-Plätze für Zugbenützer nötig werden.
Endlich kann einem Antrag des Gemeinderats entsprochen werden. Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann stellt für März eine Teilfreigabe der neuen B 317 mit provisorischer Zufahrt über die Hohe-Flum-Straße in Aussicht. Der Verkehr nach Wiechs und nach Wehr wird so von der Innenstadt ferngehalten. Allerdings wird der Verkehr nur auf einer Spur von West nach Ost fließen. Die andere Spur bleibt den Baustellenfahrzeugen vorbehalten. Voraussetzung für diese Regelung ist noch die Fertigstellung der Wiechser Straße.
17. Januar 1992
Bei einem Gespräch mit Vertretern der Bundesbahn, des Landratsamtes und der IHK haben die Firmen Rietschle, Pleuco und Brennet ihr starkes Interesse bekundet, auch weiterhin über die Schiene beliefert zu werden. Es wurde zugesagt, daß der Bahntransport in diesem Jahr auf jeden Fall wie gewohnt weitergeführt wird. Auslöser für die Bundesbahnankündigung, die Bahntransporte aufzugeben, war anscheinend, daß sich der Unternehmer, der die Belieferung der Betriebe »ab Bahnhof« vornimmt, wegen eines veralteten Spezialfahrzeugs dazu nicht mehr in der Lage sieht. Es wird nun ein Unternehmen gesucht, das die Transporte mit einem neuen Zustellfahrzeug übernimmt. Es ist auch zu hören, daß die Bundesbahn höchstens noch fünf Jahre am herkömmlichen Containerverkehr festhalten will, um dann vielleicht ein anderes System anzubieten.
Kurt Vollmer von der Kfz-Innung verleiht Horst Lehmann für seine Mercedes-Werkstatt das Umwelt-Gütesiegel. Dies soll für alle Betriebe des Kfz-Gewerbes Ansporn sein, sich den geforderten Bedingungen des Umweltschutzes zu stellen.
Bei der 126. Generalversammlung des Gesangvereins Fahrnau wurde an der Spitze des Vereins ein Wechsel vollzogen: Rainer Alten übernahm von Manfred Vogt das Amt des 1. Vorsitzenden. Marianne Löffler wurde für 40jährige Treue zum Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Man blickt zufrieden auf das erste »Schnupperjahr« mit dem neuen Dirigenten Klaus Dürrschnabel zurück.
In einer Mitgliederversammlung stimmen sich die GRÜNEN auf den Landtagswahlkampf ein. Sie fordern u. a. ihre Gemeinderäte auf, etwas gegen den »untragbaren« Bahnübergang am Käppelimattweg zu unternehmen. Die Gemeinderäte Michael Straub und Klaus Böttger erläutern ihre Haltung zum Haushalt 92.
Bei der Generalversammlung der DLRG Schopfheim wurde die Stadt vom Vorsitzenden Heinrich Achstaller gerügt, da der Ortsgruppe für das 40jährige Jubiläumsfest die Fahrnauer Festhalle verweigert worden war. Die Begründung der Stadt, es handle sich hier nicht um einen Fahrnauer Verein, ist bei den Mitgliedern heftig umstritten.
18. Januar 1992
Ein DM 30 Mio.-Großauftrag des Automobilherstellers Ford in den USA bringt für die Fahrnauer Firma Laempe GmbH für zwei Jahre Auslastung. Die Firma geht auf Expansionskurs, sie wird in Moskau ein Verkaufsbüro eröffnen und ihren Personalstand um 20% erweitern.
Eugen Herzog berichtet von widrigen winterlichen Verhältnissen in unserer Partnerstadt im Dezember, die einige folgenschwere Verkehrsunfälle verursachten. Er berichtet auch von der Ernennung einer Bürgerin zum Offizier der Ehrenlegion; sie hatte im Widerstand gearbeitet und zusammen mit ihrer Familie unter der Besatzung der Deutschen ein schweres Schicksal erlitten.
Der Motorsportclub Schopfheim beschließt auf seiner Generalversammlung, auch im neuen Jahr mit seiner altbewährten Führungsmannschaft um Fritz Schrank zu starten. Nachdem im vergangenen Jahr das Motocross buchstäblich ins Wasser gefallen war – wir erinnern uns an eine große Schlammschlacht – hofft man in diesem Jahr auf bessere Bedingungen. Bürgermeister Fleck sagt die Unterstützung durch den Bauhof zu.
In bester Harmonie kann der Musikverein Wiechs in diesem Jahr auf sein 90jähriges Jubiläum blicken. Viel Lob wurde dem Verein und seinem Dirigenten Max Lehmann auch von den übrigen Wiechser Vereinen gespendet. Der Gesamtvorstand mit Reinhold Hagist an der Spitze wird einstimmig auf zwei Jahre wiedergewählt.
An der Generalversammlung des Musikvereins Langenau wird der Dirigentenwechsel von Walter Greiner zu Jürgen Kiefer im Sommer festgehalten. Bei den Neuwahlen des Vorstands wird Udo Räuber als Nachfolger für die bisherige 1. Vorsitzende des Vereins, Gaby Küttler, gefunden. Als Vize wird Hans Kuhny berufen.
Einen neuen Kommandanten hat die Gersbacher Feuerwehr. An der Jahreshauptversammlung wurde Roland Blum gewählt. Max Ühlin gibt nach 25 Jahren sein Amt an der Spitze der Abteilungswehr ab.
20. Januar 1992
Auf 25 Jahre Dienstzeit kann Stadtamtsinspektor Günter Lutterer zurückblicken. Der Beamte war bis 1990 in der Steuerverwaltung tätig, bis ihm die EDV-Organisation der Stadtverwaltung übertragen wurde.
Die ganze Nacht von Samstag auf Sonntag nutzten die Bauarbeiter, um an der Wiesentalstrecke bei Fahrnau Hilfsbrücken für die neue B-317-Unterführung einzubauen. Bis zum Frühzug mußte die Strecke wieder befahrbar sein.
Im Hauptausschuß nimmt sich die Stadt des neuen Jugendhauses an. Sie will wieder die Trägerschaft für das Jugendhaus übernehmen und nun den Umbau des Schlachthauses vorantreiben. Auf der Grundlage des von Hochbauamtsleiter Artur Gutmann erarbeiteten Konzepts will die Verwaltung den Kostenrahmen ermitteln und einen Vergabevorschlag für die Planung dem Gemeinderat vorlegen. Keine Möglichkeit sieht die Stadt, den Verein für Soziokultur, das »Irrlicht«, im neuen Jugendhaus unterzubringen. Dessen Mietvertrag auf dem Freudenberg-Areal läuft Mitte des Jahres aus.
Schnell abgehakt wurden im Ausschuß die von den Kindergärten in Absprache mit den Eltern erarbeiteten Öffnungszeiten. Die Verwaltung stimmt zu. Bei Krankheit oder Urlaub, aber auch zur Überbrückung der Unterrichtszeiten der Praktikantinnen, müssen die Ersatzkräfte vom Fach sein, anderenfalls gibt es keinen Landeszuschuß.
In nichtöffentlicher Sitzung wird beschlossen, die »Wagenburg« auf dem Schwimmbadparkplatz mit allen juristisch zur Verfügung stehenden Mitteln zu räumen. Seit einigen Wochen haben sich hier »Landfahrer«, die allerdings aus der Region stammen, mit einigen Wagen zum Wohnen niedergelassen. Aus Umwelterwägungen möchte die Stadt die Wagenburg nicht dulden, allen Aufforderungen zur Räumung des Platzes haben die Bewohner des Platzes bisher widerstanden. Bürgermeister Fleck drängt jetzt auf Durchsetzung der Räumung.
Bei der Generalversammlung des Skatclubs »As Raus« wird eine Statutenänderung und die Bildung einer zweiten Mannschaft beschlossen, die sich regelmäßig an Wertungsspielen beteiligen soll. Erster Vorsitzender bleibt weiterhin Helmut Pohl. Den Titel des Vereinsmeisters errang Klaus Wursthorn.
21. Januar 1992
Aus dem Museum ist zu hören, daß sich die Besucherzahl 1991 abermals steigern ließ. Es ergab sich die beachtliche Zahl von 4.638 Besuchern.
22. Januar 1992
Die Volkshochschule legt ihr neues Programm vor. Sie konnte im vergangenen Jahr einen Beteiligungszuwachs von 25% verbuchen und will auch weiterhin den Bürgern nicht nur im Bildungs-, sondern auch im Hobbybereich ein kompetentes Angebot unterbreiten. Als neu ausgebaute Schwerpunkte gelten die Angebote zum Autogenen Training und aus dem Bereich Politische Bildung und Wirtschaft.
Bei der Ortschaftsratssitzung in Eichen war man erfreut darüber, daß nun das Problem der Bebauung des ehemaligen Reitstallgeländes gelöst ist. Der Bauherr entspricht dem Wunsch der Räte, nur acht Wohneinheiten zu bauen, und der Dorfbach bleibt, wie von den Anwohnern und Eichener Bürgern gefordert, in seinem jetzigen Verlauf bestehen.
23. Januar 1992
Heute um 12.00 Uhr läuft die Frist zur Räumung der Wagenburg auf dem Schwimmbadparkplatz aus, teilte den Landfahrern Beigeordneter Bertsch mit. Nach einer gewährten Fristverlängerung sah es so aus, als zögen die jungen Leute, wie von der Stadt gefordert, weiter. Sie setzten ihre Wagen jedoch nur in Bewegung, um ein paar Meter weiter auf einem privaten Grundstück wieder anzuhalten. Hier ist die Stadt rechtlich nicht mehr zuständig und muß einen zeitaufwendigeren Rechtsweg beschreiten. Beigeordneter Bertsch gibt seinem Unmut Ausdruck und will nun eine generell härtere Linie gegenüber den Landfahrern einschlagen.
24. Januar 1992
Die Gruppe von Frauen um Regina Blum, die sich seit zwei Jahren regelmäßig trifft und sich als »Frauen in der SPD« bezeichnet hat, will nun ihre Gesprächsrunden weiterführen, ohne einen Bezug zur Parteipolitik in ihrem Namen zu führen. Die Frauengruppe nennt sich jetzt »Gegenwind« und legt ein umfangreiches Themenpapier vor, wo Gleichberechtigung und Emanzipation ebenso zu finden sind wie Weltfrieden, Ökologie, Bildung und Erholung.
Die Floriansjünger Raitbachs treffen sich zu ihrer Hauptversammlung. Wegen des Wegzugs von Ulrich Grether wurde das Amt des zweiten Löschzugführers mit Andreas Hug neu besetzt.
Bei der Generalversammlung der Museumsgesellschaft wird deutlich, daß die Mitglieder die Beilegung des seit längerer Zeit schwelenden Konflikts zwischen der Stadt und dem Verein wünschen. Unterschiedliche Vorstellungen in der Ausstellungsarbeit hatten zu Differenzen geführt, sodaß schließlich eine fruchtbare Zusammenarbeit dabei auf der Strecke blieb. Da man aufeinander angewiesen ist, soll in Gesprächen wieder ein Weg zueinander gefunden werden, wenn es sich auch nicht um eine »totale Partnerschaft« handeln kann, wie Beigeordneter Bertsch deutlich macht. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt. Harald Klemm löst Rolf Brüderlin als 1. Vorsitzenden ab; Rudolf Lenzer wurde Vize, Luise Wittrien ist Schriftführerin und Christoph Konstanzer Kassier.
Die Gersbacher Fleischdirektvermarktung hat Besuch von Staatssekretär Gallus vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Der Politiker sieht in der Initiative ein nachahmenswertes Beispiel für die Ausnutzung von Marktnischen, zeigt aber auch die Grenzen des Modells auf.
Der Verkehrsverein Gersbach legt in seiner Generalversammlung das Thema für die nächsten beiden Jahre fest. Nach dem Vorsitzenden Klaus Stark sollen alle Aktivitäten dem Thema »Die Natur im Urlaub« untergeordnet werden. Geplant ist auch ein Blumenwettbewerb. Bei den Vorstandswahlen für die nächsten zwei Jahre ergaben sich keine Veränderungen.
25. Januar 1992
Der Ortsverband des Kinderschutzbundes startet ein Projekt »Tagesmütter«. Hier sollen alleinerziehenden und berufstätigen Müttern Pflegeplätze für ihre Kinder vermittelt werden.
Ein für die Kleinheit des Vereins beachtlicher Erfolg errangen die Ringer der Sportgemeinschaft Eichen. Andreas Knüppel (Jugend C), Thomas Grether (Junioren) und Daniel Knüppel (Jugend E) wurden Bezirksmeister im doppelten Sinn, nämlich in den klassischen Stilarten und im freien Stil.
Mitglieder des Arbeitskreises »Citybus-Linien« sind unterwegs, um mögliche neue Haltestellen und andere Routen vor Ort zu überprüfen. In dem seit Sommer vergangenen Jahres bestehenden Arbeitskreis machen sich Vertreter der Polizei, der Verkehrswacht und der Verwaltung Gedanken über Attraktivitätserhöhung, Verhalten der Fahrgäste oder auch Verbesserungen in Verkehrsfragen.
Wolfgang Greiner konnte bei der Generalversammlung des Gesangvereins Wiechs von einem erfolgreichen Vereinsjahr sprechen.
Als einen Meilenstein in der Geschichte des Fußballvereins Fahrnau bezeichnet Vorsitzender Jürgen Jäckh die Einrichtung eines Versammlungsraumes, die durch insgesamt 3.500 Arbeitsstunden der Mitglieder möglich wurde. Bei den Neuwahlen wurden die Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt, lediglich Klaus Wagner schied als Beisitzer aus.
Bei dem vom DFB ausgeschriebenen Fußballturnier in Saig ist die Lehrersportgemeinschaft Schopfheim sehr erfolgreich. Sie holt den Fußballpokal und ist damit Südbaden-Meister.
Der Musikverein »Harmonie« Gersbach trifft sich zu seiner Generalversammlung. Bei den Neuwahlen des Vorstands ergibt sich nur eine Veränderung: Matthias Zimmermann löst Willi Sutter als Schriftführer ab.
26. Januar 1992
Jung und Alt tummelt sich auf dem gefluteten Eisweiher; der derzeitige Frost macht's möglich.
27. Januar 1992
Das Stadthallenrestaurant ist in neuer Hand. Der Wirt Bernd Greiner und der Metzger Karl-Friedrich Hug wollen das Restaurant mit einem gezielten Konzept wieder attraktiv machen. Sie sind ausdrücklich an einer Zusammenarbeit mit den Vereinen interessiert.
Dem Sicherheitsbedürfnis der Radler und Fußgänger an der Kreuzung Wiechser Straße/Schwarzwaldstraße wird nicht entsprochen. Heinz Klemm teilt in der Gemeinderatssitzung mit, daß der Kreis auf die Einrichtung eines Fußgängerüberweges verzichten wolle. Solange bis der Geh- und Radweg entlang der Umgehungsstraße noch nicht unter der Hebelstraßenbrücke hindurchführt, will der Kreis in beiden Richtungen 50 Meter vor der Vicemoosstraße ein Verkehrsschild »Schulweg kreuzt« aufstellen.
Dem Wunsch der Bewohner des Neubaugebiets »Niedere Weiermatt« auf Verbesserung des Lärmschutzes auf 100 m Länge an der Umgehungsstraße
Dem Antrag der Anwohner der Niederen Weiermatt, den Lärmschutzwall entlang der Umgehungsstraße von 3 m auf 3,50 m auf Kosten der Stadt zu erhöhen, wird nicht entsprochen. Das Versprechen der Stadt, den Lärmschutz entlang der Umgehung nachts auf 45 Dezibel zu erhöhen, gilt nicht für die »Niedere Weiermatt«, da das Wohngebiet erst später hinzukam. Bei einer Eigenbeteiligung von 50.000,-- DM wäre die Stadt bereit gewesen, die Aufstockung vorzunehmen; dies lehnten die Anwohner jedoch ab.
Die Bemühungen der Stadt, eine Pferdesteuer einzuführen, stoßen nicht nur auf die Proteste der Betroffenen. Auch Verwaltungen anderer Kommunen zeigen Interesse an dieser möglichen neuen Geldquelle.
28. Januar 1992
In einem Leserbrief zum Thema Wagenbewohner wirbt Constanze Streu bei der Stadtverwaltung für Verständnis für die jungen Leute, »die eine andere Lebensweise erproben wollen«.
Die Jugendkapelle der Stadtmusik sucht wieder Nachwuchs und versucht, über die Zeitungen Jungen und Mädchen, die ein Instrument lernen wollen, anzusprechen.
30. Januar 1992
Die Volksbank verleiht ihren anläßlich des 125jährigen Bestehens ausgeschriebenen und mit 10.000,-- DM dotierten Umweltpreis. Den 1. Preis teilen sich die IG »Pro Schiene« und das Naturparkprojekt Hausener Schüler. Bei den weiteren Plätzen werden ein Projekt der Waldorfschule sowie Aktionen von Schülern des THG und der Max-Metzger-Schule gewürdigt.
Wieder meldet sich eine Schopfheimerin zum Thema Wagenbewohner in einem Leserbrief zu Wort. Auch sie zeigt viel Verständnis für die Lebensweise der »Wagenburgleute« (Heidi Wickersheim). Es gibt aber auch die Meinung, daß man seine Ideale nicht auf Kosten seiner Mitmenschen leben kann, wie in einer anderen Leserbrief-Zuschrift deutlich wird (Dorothea Sanio).
Als neuer Verein wird das »Internationale Logistik-Forum Schopfheim e. V.« gegründet. Initiator und Geschäftsführer ist Bürgermeister Klaus Fleck. Die Öffentlichkeit soll über die Probleme des zu erwartenden Verkehrswachstums informiert werden. So sei die Forderung, mehr Güter auf die Schiene zu bringen, angesichts der Kapazitätsgrenzen der Bahn nicht ohne weiteres umsetzbar. Der Verein will sich einer ganzheitlichen Betrachtung des wachsenden Güterverkehrs widmen – von der Produktion bis zur Entsorgung – und will Anstöße geben zu einem möglichst leistungsfähigen Transportwesen. Als Vorsitzender fungiert der Vizepräsident der Handelskammer Deutschland/Schweiz, Henning Möller.
Viel Wirbel gibt es im Bauausschuß um die Bauvoranfrage für ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Himmelreichstraße/Feldbergstraße. Ein villenähnliches Haus mit Garten müßte dann abgerissen werden. Ein Lörracher Bauträgerunternehmen will ein Gebäude mit drei Läden, fünf Büros und zehn Wohnungen mit 24 Tiefgaragenplätzen erstellen. Einigen Gemeinderäten, wie Henning Kupfer, mißfiel die totale Flächenversiegelung, und Karl Selz von der SPD findet den Abriß der alten Villa sehr schade. Karl-Frieder Andris prangert das Vorhaben gar als »Spekulation« an. Angesichts der städtebaulichen Bedeutung des Ecks wurde das Vorhaben an den Gemeinderat verwiesen.
Die Mitglieder des Tennisclubs Schopfheim treffen sich zu ihrer Generalversammlung. Vorsitzender Walter Geng stellt fest, daß der Verein jetzt schuldenfrei sei und sich in sportlicher Hinsicht auf Erfolgskurs befinde.
15 Azubis der Stadtverwaltung machten unter der Führung von Hauptamtsleiter Strütt eine Bildungsreise nach Stuttgart. Sie nahmen dort an einer Debatte des Landtages teil. Außerdem standen ein Besuch der Staatsgalerie, des Staatstheaters und eines Kabaretts auf dem Programm.
31. Januar 1992
Ab heute werden in der Stadt die von Jeannot Weißenberger entworfenen Plaketten für den Fasnachtsumzug verkauft.
Das Gericht ordnet die sofortige Räumung des Stadtgrundstücks an, wohin die »Wagenbewohner« umgezogen waren. Die Stadt hatte eine einstweilige Verfügung erwirkt. Die Wagenbewohner zeigen Unverständnis für diesen Schritt der Stadt und machen deutlich, daß sie nicht das Recht brechen wollen, sondern die Legalisierung in einem »Freiraum für alternative Lebensformen« anstreben.
01. Februar 1992
Von der Stadt ist zu hören, daß es in Schopfheim nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts im Bremt mit weiteren 100 Häusern das größte zusammenhängende Baugebiet Baden-Württembergs geben wird, in dem – mit entsprechenden Auflagen versehen – wesentliche Energie eingespart wird.
Ein letztes Mal unter der seit nunmehr sechsjährigen Führung des Kommandanten Horst Roser findet die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Langenau statt. In Zukunft wird Klaus Strübe Abteilungskommandant sein, ihm zur Seite stehen als Novum gleich zwei Vertreter, nämlich Günther Strütt und Dietrich Schulz. Auch bei der Jugendfeuerwehr gab es einen Wechsel. Karlheinz Rümmele übergab die Leitung an Rainer Müller.
Zur 111. Jahreshauptversammlung lud Franz Schäuble, Vorsitzender des Krankenunterstützungsvereins Fahrnau, ein. Der Verein blickt auf ein ruhiges Jahr zurück. Die Führungsmannschaft wurde in ihren Ämtern bestätigt.
Der Musikverein Fahrnau zieht in seiner Generalversammlung stolz Bilanz über das vergangene Jahr, das »ein Jahr voller musikalischer Höhepunkte und Erfolge« war, wie Schriftführerin Sylvia Wagner feststellte. Nach dem Urteil ihres Dirigenten gehören die Musiker mit zur Spitze; der Leistungsstandard soll gehalten und noch ein wenig gesteigert werden. Das Vorstandsteam um Guntram Halter wurde einstimmig in seinen Ämtern bestätigt.
Die Floßkanal-Anwohner sprechen sich für eine Erhöhung des Lärmschutzwalls um einen halben Meter im Zuge der B-317-Umfahrung aus und sind notfalls bereit, auch Eigenmittel einzusetzen. Den von der Stadt ermittelten Kostenvoranschlag über 50.000,-- DM finden sie allerdings zu hoch. Außerdem sind sie bereit, unter kundiger Aufsicht selbst Hand anzulegen.
Im Museumskeller gastieren die Volksschauspiele Ötigheim mit dem spannenden Gerichtsdrama »Die zwölf Geschworenen« von Reginald Rose vor leider nur kleinem Publikum.
Der 14jährige Dirk Brugger aus Schopfheim, der für den TSG Schopfheim antritt, erringt bei den Südbadischen Meisterschaften der Ringer in der 50-Kilo-Klasse der Jugend C den Meistertitel.
02. Februar 1992
In der Galerie »Grüne Schlange« im Schopfheimer Kunsthaus stellt der türkische Künstler Mehmet Güler seine Werke aus. »Vergangenheit in der Sonne« ist die Ausstellung betitelt, die von der Kulturrezensentin der BZ als »aufregende Begegnung mit türkischer Malerei« angesehen wird.
03. Februar 1992
Die THG-Schüler Christoph Eisenmann und Thomas Volz wurden beim Mathematik-Landeswettbewerb 1991 mit einem 1. Preis ausgezeichnet.
Die Odyssee der Wagenbewohner geht weiter. Die Familien mit Kindern zogen mit ihren zehn Wagen weiter nach Langenau, nachdem sie zuvor Wiechs und Kürnberg angesteuert hatten. Aber auch hier wurden sie nicht geduldet. Sie pendelten schließlich zwischen einem Privatgrundstück und dem städtischen Bolzplatz hin und her. Eine Räumung durch die Stadt scheint unausweichlich.
Die von der CDU angeregte Umweltwoche löst im Umweltausschuß eine heftige Debatte zwischen Robert Zapp und Kurt Härzschel aus. Robert Zapp hält nach Abschaffung des Umweltberaters das Anliegen der CDU für einen »relativen Schauantrag« und sieht im Moment keine vorhandenen Haushaltsmittel dafür. Kurt Härzschel legt Vorschläge zur Gestaltung einer Umweltwoche auf den Tisch, die mit wenig Geld zu realisieren sind. Nach längeren Diskussionen einigt man sich auf praxisbezogene Aktionen, die den Bürgern Denkanstöße zum Haushalten mit Energien vermitteln können. Die Verwaltung wird die verschiedenen Vorstellungen prüfen.
Stadtkämmerer Hans Reif schildert den Umweltausschußmitgliedern, wie zeitintensiv und kompliziert der Gebühreneinzug für die Müllabfuhr geworden ist, seit der Landkreis die Fäden in der Hand hält. Artur Cremans zeigt wenig Verständnis dafür, daß ein bewährtes System ohne Not aufgegeben werden muß, und dies auf Kosten der Verwaltung und der Bürger geht.
Anwohner aus dem Bereich »Kolonie/Am Floßkanal« möchten ihr Wohngebiet gern in eine verkehrsberuhigte Zone umgewandelt sehen. Im Umweltausschuß einigt man sich darauf, die Verkehrssituation ein halbes Jahr lang zu beobachten und eine Umfrage zu starten, bevor man eine entsprechende Entscheidung trifft.
Dem Umweltausschuß liegen jetzt Meßergebnisse zur Luftbelastung vor, die bei einem Immissions- und Wirkungsmeßprogramm der Landesanstalt für Umweltschutz 1989 im Hochrheingebiet erhoben wurden. Danach ist die Luftqualität relativ gut, was die Belastung mit Schwefeldioxid, Stickstoffmonoxid und Kohlenmonoxid angeht. Bei einer mittleren Belastung mit Stickstoffdioxid und Schwefelstaub werden Maßnahmen im Verkehrsbereich empfohlen.
Im Ortschaftsrat von Wiechs ist man verärgert, daß die Stadtverwaltung den Antrag der Wiechser auf Einführung von Tempo 30 im gesamten Wohngebiet abgelehnt hat. Mit einer Unterschriftenaktion, initiiert von Elternbeirat und Rektor der Wiechser Grundschule, unterstreichen die Bürger ihre Forderung nach Verkehrsberuhigung. Sie führen an, daß nach Einführung von Tempo 30 auf der Kreisstraße viele Autofahrer die Dorfstraßen als Umweg benutzen und damit eine erhöhte Gefahr für die Fußgänger besteht.
Das Hochwasser vom Dezember letzten Jahres richtete in Raitbach einen Schaden von 35.000,-- DM an, ist aus der Sitzung des Ortschaftsrats zu hören. Besonders der Bifigweg wurde in Mitleidenschaft gezogen, dort sollte nach Einschätzung der Räte dringend grundlegend saniert werden.
04. Februar 1992
In einem Leserbrief beklagt Heidi Wickersheim den »Verlust der Lebensqualität« und appelliert an den Bauausschuß und die Stadträte, die Villa mit Garten und schönem Baumbestand Ecke Himmelreich-/Feldbergstraße nicht abzureißen.
Die Wagenbewohner haben Langenau verlassen und auf einem Gelände in Höhe von Eichen, das zum Bau der B 317-Umgehung vorgesehen ist, Quartier bezogen. Das Grundstück gehört dem Land Baden-Württemberg. Die Straßenbauverwaltung will ebenfalls gegen diese Nutzung einschreiten und prüft noch, ob es einen Pachtvertrag zur landwirtschaftlichen Nutzung gibt.
Die »Interessengemeinschaft gegen Pferdesteuer« sowie einige Reiterverbände haben die Politiker zu einem Gesprächsabend ins Gestüt Sengelen eingeladen. Reiter und Reiterfunktionäre legten vehement ihre entschiedene Ablehnung der geplanten Pferdesteuer dar. Sie möchten ein Umdenken bei den Stadträten erreichen und klären über ihre Jugendarbeit auf. Die Gegner der Pferdesteuer erhalten Schützenhilfe vom Staatssekretär im Bonner Landwirtschaftsministerium, Georg Gallus, FDP, der sich entschieden gegen die Steuer ausspricht.
06. Februar 1992
Zu einem schweren Verkehrsunfall kommt es auf der B 518 an der Kreuzung Wehrer Straße/Königsberger Straße. Ein Autofahrer beachtet die Vorfahrt nicht. Die Feuerwehr muß eine schwer verletzte Frau mit der Rettungsschere befreien.
Die Operettenfreunde kommen in der ausverkauften Stadthalle bei der Kulturringveranstaltung »Zarewitsch« voll auf ihre Kosten. Eine aufwendig gemachte Inszenierung mit temperamentvollen Tanzeinlagen und prächtigen Kostümen und Kulissen begeistert das Publikum.
07. Februar 1992
Auf dem Rathaus ist derzeit die Bodenrichtwertkarte, Stichtag 31.12.90, mit Erläuterungen einzusehen. Diese den Banken, Ämtern, Immobilienhändlern und Steuerberatern als Grundlage dienenden Richtwerte werden von den aktuellen Grundstückspreisen bereits überholt. Bernd Benz von der städtischen Bauverwaltung berichtet von dem Extrembeispiel, wo 500,-- DM pro Quadratmeter für ein eingeschlossenes Grundstück in der Innenstadt gezahlt wurden. Der Bauamtsleiter stellt fest, daß alle Nutzungen, wie sie im Flächennutzungsplan ausgewiesen sind, ausgereizt sind. So steht einer großen Nachfrage ein begrenztes Angebot gegenüber, was die Bodenpreise weiter nach oben klettern läßt.
08. Februar 1992
Die »Enninger« hieven am Kronenbrunnenplatz den Narrenbaum hoch. Etwa 500 Schaulustige lassen sich dieses Spektakel zum Auftakt der Aruba-Fasnacht nicht entgehen.
In der Bevölkerung ist die Betroffenheit angesichts des geplanten Abrisses des Hauses Feldbergstraße/Himmelreichstraße groß. Es soll ein Antrag an die Stadtverwaltung gerichtet werden, den gesamten Baumbestand auf dem Grundstück zu schützen. Zur Unterstützung hat Heidi Wickersheim eine Unterschriftensammlung organisiert.
Die Schopfheimer Rolf Trefzer und Rolf Schmidt vom THW sind mit dabei, wenn am 14. Februar ein Hilfskonvoi in die russische Stadt Gorki aufbricht.
Vikarin Renée Scholle verläßt nach einem Jahr Pfarrdienst in Fahrnau wieder ihre Gemeinde. Sie hat sich in einer anderen Gemeinde um eine feste Stelle beworben.
Der Gesangverein Langenau trifft sich zu seiner Generalversammlung. Vorsitzender Albert Wachter sieht den Verein, der sich von einem reinen Männerchor wegen Mitgliedermangels zu einem gemischten Chor formieren mußte, jetzt auf dem richtigen Kurs. Bei den Neuwahlen gibt es keine großen Veränderungen. Alfred Mutter löst Günter Eckenstein als bisherigen Schriftführer ab und Siegfried Würger gibt sein Beisitzeramt an Wolfgang Bartsch ab.
Der SVS veranstaltet in der Friedrich-Ebert-Sporthalle ein Jugendfußballturnier. Der Erlös der Veranstaltung kommt krebskranken Kindern zugute.
Bei der Generalversammlung des Turnvereins Wiechs ehrt 1. Vorsitzender Jan Schipper die Übungsleiterin Ruth Senn für 25jährige Tätigkeit. Das Führungsteam wird in seinen Ämtern bestätigt, ergänzt wird es durch Klaus Malnati. Den Neubau des Vereinsheims wollen die aktiven Turner in Eigenarbeit vorantreiben, wobei vorher noch einige formal-juristische Hürden zu nehmen sind.
09. Februar 1992
In einem Matinéekonzert in der Stadthalle bietet das Alemannische Blasorchester »Lurex« unter der Leitung von Ulrich Winzer moderne Blasmusik auf hohem Niveau.
10. Februar 1992
Die Schopfheimer Sozialdemokraten halten einen raschen Ausbau des Kanalnetzes für unbedingt nötig. Die jetzt laufenden Untersuchungen zur Überprüfung des bestehenden Kanalnetzes und die in den Folgejahren zu erwartenden Sanierungsmaßnahmen haben für die SPD Signalcharakter. Sie veranschlagen dafür 14 Mio. DM, die über Gebühren finanziert werden sollen. Wenn die ersten großen Sanierungen einsetzen, muß das Kanalnetz in Schopfheim komplett sein.
Der Gemeinderat verabschiedet eine Resolution, in der die geplante Einstellung des Mittelcontainerverkehrs auf der Wiesentalstrecke abgelehnt wird und die Verantwortlichen von Bundesbahn, Landes- und Bundesregierung aufgefordert werden, die Wiesentalbahn auch im Güterbereich durch zukunftsweisende Konzepte zu sichern.
An den geplanten Fahrplanänderungen des City-Busses ab Juni, wo zwei Haltestellen wegfallen sollen, gibt es im Gemeinderat heftige Kritik; bekräftigt wird der Wunsch nach Ansteuerung des Wohngebietes »Altig«; infolge Geldmangels wird er jedoch unerfüllt bleiben. Hauptamtsleiter Strütt macht deutlich, daß unter den bestehenden Voraussetzungen – ein Bus, ein Fahrer, begrenzte Finanzmittel – der Arbeitskreis »Citybus« das Optimale herausgeholt hat.
Nach Ablauf der gesetzten Frist für die Bebauung des Pflug-Areals fordert die SPD-Fraktion ein »alternatives Konzept« von der Stadt.
Die Besetzung der Rektorenstelle an der Fahrnauer Grundschule gestaltet sich schwierig. Zwischen dem Oberschulamt in Freiburg und der Schulkonferenz gibt es Differenzen über die Kandidatenwahl. In einem Informationsgespräch will nun das Oberschulamt den Schulvertretern seine Wahl erläutern.
Jetzt heißt es Bahn frei für den Golf-Übungsplatz im Oberfeld. Bei acht Gegenstimmen gibt der Gemeinderat seine Zustimmung zu einer Bauvoranfrage Rolf Wetzels, der nahe beim Sport- und Freizeitzenter ein »Green« für Golf-Anfänger errichten will. Ein Vertrag soll von der Stadt nur für fünf Jahre angeboten werden. Der künftige Betreiber der Anlage versichert den Räten, daß weder gedüngt noch Chemie eingesetzt werde. Das Projekt bleibt umstritten.
Der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Werner Bockstaller, wird nach achtjähriger Tätigkeit für die Stadt von Bürgermeister Fleck verabschiedet. Nachfolger im Amt ist Bernhard Kuri.
12. Februar 1992
Die Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Schopfheim stand ganz im Zeichen des Landtagswahlkampfes. Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Peter Reinelt referierte.
13. Februar 1992
Im Café »Irrlicht« findet eine Diskussionsrunde zum Thema »Wagenbewohner in Schopfheim« statt. Die betroffenen jungen Leute machen ihre Position deutlich. Sie fühlen sich von den Behörden »gejagt«. Als einziger Stadtrat nahm Henning Kupfer von den GRÜNEN an der öffentlichen Diskussion teil.
In eine Baulücke in der Feldbergstraße soll ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus eingepaßt werden. Es wird von der Heimbau gebaut. Das Haus mit 24 kleineren Wohnungen, das mit Fördermitteln im Rahmen des preiswerten Mietwohnungsbaus erstellt wird, soll vorrangig von Asylbewerbern genutzt werden. Im Bauausschuß wurde der Heimbau-Antrag zunächst zurückgestellt, da im Gremium Kritik an der äußeren Gestaltung geübt wurde.
Der Dorfbach in Eichen bleibt so, wie er ist. Der Bauausschuß stimmt dem geänderten Bauantrag zu, nach dem auf dem Platz der Reithalle jetzt acht Wohnungen in Reihenhausform errichtet werden. Die Stellplätze am Dorfbach sollen naturnah ausgebaut werden.
14. Februar 1992
Nach der großen Empörung, die die Bauvoranfrage zum Abriß der alten Villa Ecke Feldbergstraße/Himmelreichstraße in der Bevölkerung hervorrief, zeichnet sich jetzt eine neue Entwicklung ab. Um das Bauvorhaben zu verhindern, will die SPD einen Antrag für einen Bebauungsplan für das Gebiet beantragen, in dem das Grundstück liegt. Damit wäre auch ein weiteres, in der Nähe zum Verkauf stehendes Grundstück miterfaßt.
Überall, so auch in Schopfheim und Fahrnau, sitzen die Narren in den Startlöchern und proben für ihre großen Auftritte bei den Zunftabenden.
Der »Förderkreis Fußball e. V.« kann auf seiner zweiten Jahreshauptversammlung auf ein erfolgreiches Wirken zurückblicken. Die Mitglieder konnten durch ihren Einsatz das Spendenaufkommen für die Kicker verdoppeln. Bernhard Kuri wurde in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt, ebenso der übrige Vorstand.
In ihrem Jahresrückblick setzt sich die IG »Pro Schiene« kritisch mit der kommunalen Verkehrspolitik auseinander. Sie pflegt den Kontakt zu allen politischen Instanzen und setzt sich vehement für den Ausbau der Wiesentalstrecke ein. Es wird eine Vereinsgründung vorbereitet, die bis Ostern abgeschlossen sein sollte.
15. Februar 1992
Nach zweijähriger Abstinenz gestalten die Schopfheimer Narren mit Wolfgang III (Wolfgang Bühler) an der Spitze ihren ersten Zunftabend wieder mit viel Schwung. Vier Stunden lang wurden viel Klamauk und Komik, Musik und Tanz, Spott und Spaß und viele Seitenhiebe auf die lokale Politik geboten. Als Überraschung präsentierte sich ein Burgi in der Bütt.
Jörg Rittweger von der »Bürgerinitiative für eine menschengerechte Stadt« fordert in einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Krause die »Forcierung der Baumaßnahmen an der Gesamtumgehung Schopfheim«. Er fordert den Minister auf, sein Augenmerk auf den ohnehin benachteiligten ländlichen Raum zu richten und äußert die Befürchtung, daß die erwartete Verkehrsentlastung durch die Teilfreigabe der Umgehung voll kompensiert werde durch die zwischenzeitlich erfolgte Zunahme des Verkehrs.
Der Tennisclub Langenau trifft sich zu seiner ersten Mitgliederversammlung. Vorsitzender Werner Lederer berichtet über die bisherigen Aktivitäten und stellt fest, daß der Verein innerhalb weniger Monate auf die stattliche Zahl von 151 Mitgliedern angewachsen ist. Das macht einen Aufnahmestopp nötig.
16. Februar 1992
In der evangelischen Kirche von Fahrnau boten die beiden Kirchenchöre aus Fahrnau und Hausen ein vielstimmiges Chorerlebnis. Unter der Leitung von Ino Mantei standen u. a. Werke von Bach, Händel und Lübeck auf dem Programm.
17. Februar 1992
Nach dem erneuten Wintereinbruch mit heftigen Schneefällen ist die Polizei im Dauereinsatz. Im Bereich Schopfheim kommt es zu mehreren Verkehrsunfällen auf schnee- und eisglatten Fahrbahnen.
18. Februar 1992
Ein Maskenschnitzer ziert die neue Plakette der Wiechser Buurefasnacht. Dieter Dietz, Präsident der Wibufa, präsentiert die neue Reihe der Wibufa-Plaketten, die in den nächsten Jahren mit Motiven aussterbender oder alter Berufe fortgesetzt werden soll.
19. Februar 1992
Nadja Roth vom TSG Schopfheim wurde bei den südbadischen Judo-Meisterschaften der C-Jugend in St. Georgen/Schwarzwald in ihrer Gewichtsklasse Südbadische Meisterin.
Das Städtlifest-Komitee bereitet das Fest 1992 vor, das dieses Jahr ein besonderes Ereignis werden soll, wird doch gleichzeitig das 25jährige Partnerschaftsjubiläum mit Poligny gefeiert. Das erste Mal wird auch die Hauptstraße zwischen Stadthalle und Stadtapotheke in das Festgeschehen mit einbezogen.
20. Februar 1992
In der vhs wird eine »Geschichtswerkstatt« unter der Leitung von Heiner A. Baur angeboten. Unter dem Thema »Die Stadt erzählt – die Wiesentalbahn gestern, heute und morgen« will man sich in neuer Form mit der lokalen Geschichte auseinandersetzen und die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen.
Heinz Schreck, Schlossergeselle aus Fahrnau, wird für 25jährige treue Mitarbeit in der Schlosserei Schneegass geehrt, ebenso Rolf Funk, der schon letztes Jahr wegen Krankheit in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Nach einer von Stadtkämmerer Hans Reif angefertigten Zahlenanalyse ist die Verschuldung der Stadt mit rund 38 Mio. DM im Haushalt 1992 höher als das gesamte Verwaltungsvermögen (31,5 Mio. DM), zu dem Rathaus, Stadthalle und andere öffentliche Einrichtungen zählen. Das Gesamtvermögen wird mit 117 Mio. DM angegeben, von dem nach Abzug der Schulden 80 Mio. DM als »Wert« der Stadt bleiben.
Ab sofort gilt Tempo 30 auf der Roggenbachstraße, und zwar zwischen Himmelreich- und Schlattholzstraße. Damit wurde einem dringenden Wunsch der Friedrich-Ebert-Schule entsprochen.
Im katholischen Gemeindehaus erzählt die Reisegruppe, die im vergangenen November im Partnerbezirk der Schopfheimer Kirchengemeinden, Dikume, weilte, von ihren Eindrücken. Dekan Helfried Heidler und Ursula Schwald hatten eine Diaschau vorbereitet.
Bürgermeister Klaus Fleck und Hochbauamtsleiter Artur Gutmann wollten im Rahmen einer vhs-Veranstaltung im Rathaussaal die Bürger der Stadt über den Flächennutzungsplan und Perspektiven der Stadtentwicklung informieren. Es erschienen nur etwa zehn Leute. Der Bürgermeister begründete die Notwendigkeit einer langfristigen Entwicklungsplanung für den Raum Schopfheim mit Hausen, Hasel und Maulburg, weil die im gültigen Flächennutzungsplan ausgewiesenen Flächen zur Sicherung des Wohnungsbedarfes bis zum Jahr 2010 nicht ausreichten.
21. Februar 1992
Auf die heftige Kritik, die viele Schopfheimer im Hinblick auf das Bauvorhaben und Abriß des Hauses an der Ecke Himmelreichstraße/Feldbergstraße zwecks Errichtung eines massiven Wohn- und Geschäftshauses äußerten, reagiert jetzt die Stadt. Der Gemeinderat soll eine Satzung verabschieden zur »einstweiligen Sicherstellung des geplanten, geschützten Grünbestands Feldbergstraße«. In den nächsten zwei Jahren soll dann ein Bebauungsplan erarbeitet werden, mit dem unerwünschte Entwicklungen auf den vier betroffenen Grundstücken verhindert werden sollen. Für den Erhalt des Grünbestandes wurden von Anwohnern 855 Unterschriften gesammelt.
Walter Tritsch feiert seinen 85. Geburtstag im Georg-Reinhardt-Haus. Der ehemalige Leiter des Sozialamtes ist vielen Schopfheimern auch als langjähriger Präsident der Schopfheimer Narrenzunft und als Präsident des Alemannischen Sängerbundes bekannt.
Die Handballer des SVS treffen sich zu ihrer Generalversammlung. Der Vorsitzende Dieter Hohlfeldt äußerte, daß während die beiden Herrenmannschaften mit Schwierigkeiten zu kämpfen hätten – ihnen droht der Abstieg –, die C-Jugendmannschaft auf Erfolgskurs sei und auf dem Wege, Meister ihrer Klasse zu werden. Bei den Neuwahlen ergeben sich Änderungen in der Vereinsspitze. Joachim Stiefgen und Joachim Fechtig kümmern sich in Zukunft um die wirtschaftlichen Belange des Vereins. Jochen Amend und Ino Hodapp übernehmen von Erich Strütt die Leitung der Jugendarbeit. Die übrigen Ämter werden weiter von Dieter Hohlfeldt und seinem bewährten Team geführt.
Wolfram Lorenzen (Klavier) und Hansheinz Schneeberger (Violine) boten in der Stadthalle ein außergewöhnliches Konzert. Leider erschienen nur wenige Musikliebhaber, die den internationalen Rang der Musiker zu schätzen wußten.
22. Februar 1992
Der Elternbeirat des Fahrnauer Kindergartens tritt geschlossen zurück. Der Protest der Eltern richtet sich gegen die Entlassung einer Erzieherin während der Probezeit. Die Eltern haben an der pädagogischen Arbeit der Erzieherin nichts zu bemängeln und finden es nicht richtig, Probleme, die sich zwischen den Kolleginnen bei der Team-Arbeit ergeben, so hochzuspielen. Vor allem sehen die Eltern die Informationspflicht der Kindergartenleitung verletzt, die es nach Meinung der Elternbeiratsvorsitzenden versäumt habe, beim Elternabend eine Stellungnahme abzugeben.
Die Sängerinnen und Sänger der evangelischen Kantorei Schopfheim treffen sich zu ihrer Jahresversammlung. Sie blicken auf ein arbeits- und ereignisreiches Jahr zurück und wenden sich dem neuen Jahr zu, das gewaltige Aufgaben bringt, so Kantor Matthias Schneider, denn es gilt, einen würdigen musikalischen Rahmen für die Jubiläumsfeiern zum 100jährigen Bestehen der Stadtkirche zu schaffen. Kantorei-Obfrau Johanna Weber nahm einige Ehrungen vor, an erster Stelle ehrte sie Erika Grether für 35jähriges Mitwirken in der Kantorei. Sie selber verabschiedete sich nach ebenfalls 35 Jahren und wurde von Matthias Schneider geehrt. Dr. Ottmar Nübling stellt sein Amt als 1. Vorsitzender zur Verfügung. Für die nächsten beiden Jahre wurden Christa Schotte und Karl-Ernst Geiger als Vorsitzende gewählt.
Die IG Velo trifft sich zu ihrer Generalversammlung. Der bisherige Vorsitzende Herbert Wernery gibt sein Amt an Mario Waegner ab.
Der Skiclub Fahrnau ermittelt bei idealen Schneeverhältnissen seine Vereinsmeister. Meister im Langlauf auf der Hohtann wurden Claudia und Christian Meier. Vereinsmeister alpin wurden auf dem Hochkopf Anne Lenz und Daniel Wetzel. Hans Schwietala nahm die Siegerehrung im Stadthallenrestaurant »Zum Markgrafen« vor.
Die Bergwacht Schopfheim-Fahrnau schaut in ihrer Generalversammlung auf ein ruhiges Jahr zurück, in dem sie, wie der Technische Leiter Wolfgang Brutschin feststellt, in keiner Weise gefordert wurde. Die Neuwahlen brachten nur für das Amt des 2. Vorsitzenden eine Veränderung. Arno Reichert wird Nachfolger von Dieter Eckert.
23. Februar 1992
Zum fünften Mal in Folge gewann in Spaichingen die TSG Schopfheim in der Altersklasse U 14 die Südbadische Mannschaftsmeisterschaft im Badminton. Der erfolgreichen Mannschaft gehören an: Sabina Vogtmann, Bettina Pott, Christian Bruzek, Timo Kühnel, Adrian Siebold und Daniel Rosskopp.
Die Handballer des SV Schopfheim richteten in der Ebert-Sporthalle einen Mini-Sporttag aus. Rund 90 Kinder im E-Jugendalter waren aus der ganzen Region angereist, was für Marianne Hodapp und ihr Betreuerteam eine Menge Arbeit bedeutete.
24. Februar 1992
Die Heimbau GmbH erhält die Zustimmung des Gemeinderats zum Bau von 24 Wohnungen in der Feldbergstraße. Die im Rahmen des Programms »Preiswerter Mietwohnungsbau« geplanten Wohnungen sind vorwiegend für Großfamilien und Asylbewerber vorgesehen. Das Wohnungsproblem bleibt weiter akut. 750 Wohnungssuchende können momentan in Schopfheim keine Wohnung finden.
Dem Kaufhaus auf dem Pflugareal wird noch eine letzte Chance eingeräumt. Aus nichtöffentlicher Sitzung ist zu hören, daß es einen möglichen neuen Investor gibt, der »bereit ist, es so zu machen, wie in den genehmigten Plänen«. Der Gemeinderat will dem Bürgermeister noch eine Frist von 14 Tagen geben, um einen unterschriebenen Vorvertrag auf den Tisch zu legen.
Nach einer Grundsatzdebatte über die unterschiedlichen Interessen – Baumschutz contra freie Marktwirtschaft – lehnt der Gemeinderat den Bauantrag zur Errichtung eines Geschäftshauses mit Wohnungen an der Ecke Feldbergstraße/Himmelreichstraße ab. Angestrebt wird, baldmöglichst einen Bebauungsplan aufzustellen, um festzulegen, welches Grün erhalten werden soll und wie die Grundstücke bebaut werden können. Als akute Maßnahme beschließt der Gemeinderat eine Satzung über die »einstweilige Sicherstellung« des Grünbestandes Feldbergstraße. Diese ist längstens zwei Jahre wirksam.
25. Februar 1992
Spielzeug für ein Kinderheim in St. Petersburg stellen die Schüler der Berufsfachschule Holz her. Der Leiter der Gewerbeschule, Ernst-Günther Steinfurth, stellte den Kontakt nach St. Petersburg her und möchte die Aktion fortführen, wobei die Arbeiten ins Ausbildungsprogramm der Schüler passen müssen.
Die Schüler der 8. Klassen der Friedrich-Ebert-Schule absolvieren zur Zeit ein vierzehntägiges Betriebspraktikum. Betriebe ermöglichen den Schülern diese »Schnupperlehre«, damit sie vertieften Einblick in Tätigkeiten und Anforderungen eines Berufs gewinnen.
Bei einem Informationsabend des Städtischen Kindergartens zum Thema Einschulung werden die Eltern auf die wichtige Veränderung eingestimmt. Der Rektor der Max-Metzger-Schule, Hermann Egner, gab wichtige Hinweise. Kritisiert von Seiten der Eltern wurde die Schulbezirkseinteilung. Den Eltern unverständlich ist die Entscheidung, daß ein Kind aus der Roggenbachstraße den weiten Weg zur Fahrnauer Schule auf sich nehmen muß. Auch Rektor Egner zeigte sich darüber verärgert. Er sieht es als Politikum, da die Grenzen vor zwei Jahren so festgelegt wurden. Die Eltern des betroffenen Kindes suchen noch nach einer Lösung.
26. Februar 1992
Das Vermittlungsgespräch zwischen dem Oberschulamt und der Schulkonferenz, wo es um die Entscheidung über den neuen Rektor der Fahrnauer Grundschule ging – es gibt unterschiedliche Vorstellungen –, verlief ergebnislos. Jetzt wird die Entscheidung in Stuttgart getroffen. Die Schulkonferenz will diese Entscheidung akzeptieren und dem neuen Rektor »keine Steine in den Weg legen«.
Das Dreier-Vorstandsteam des Schopfheimer Gewerbevereins wurde während der Generalversammlung einstimmig gewählt. Werner Bühler und Dr. Thomas Wieland bleiben im Amt, und Wolfgang Lenz wurde für den auf eigenen Wunsch ausscheidenden Joachim Müller als Nachrücker gewählt. Dr. Wieland artikuliert den Überdruß des Gewerbevereins an der Geheimniskrämerei um das Kaufhaus-Projekt. Er drängt auf ein Konzept, da das Pflugareal mit seiner zentralen Lage bestimmend für die Weiterentwicklung der Innenstadt sei. Karl Selz kritisiert den Bürgermeister und fordert erneut einen professionellen Stadtplaner.
Claudia Meier vom SC Fahrnau wurde bei den Baden-Württembergischen Langlauf-Schülermeisterschaften Vize-Meisterin.
27. Februar 1992
Mit einer alternativen Planungsidee für den Fall, daß das Kaufhausprojekt Pflugareal nach der gegebenen Frist aufgegeben wird, gingen die Freien Wähler jetzt an die Öffentlichkeit. Sie bieten eine »realisierbare Lösung, die in die Stadt paßt«. Diese sieht den Abriß des Pflug, des Hauses Neef, des alten Feuerwehrgebäudes, des Hauses Hoßbein, des ehemaligen Reformhauses und den Abbruch des Hinterhauses vom Geschäftshaus Zeiher-Räuber vor. In dem Nutzungskonzept werden Wohnungen, Geschäfte, Büros, Praxen, ein Café, ein Restaurant und evtl. ein Hotel angeführt. Die Realisierung könnte in Abschnitten parzelliert und durch mehrere Investoren erfolgen.
Der Schwarzwaldverein plant im Juni eine mehrtägige Wanderfahrt nach Ronneby. Er nutzt damit die Möglichkeit einer Mitfahrgelegenheit, die sich aus dem Besuch der Jugendkapelle in der schwedischen Partnerstadt ergibt.
Zum ersten Mal besuchen die Narren die Schüler in der Max-Metzger-Schule. Narrenboß Enrico Blokbergen und Statthalter Wolfgang Bühler führen die Kinder in das alemannische Brauchtum ein und erklären ihnen den Hintergrund und die Bedeutung von Hemdglunki.
Der Statthalter mit seinem Gefolge fiel ins Rathaus ein, wo Bürgermeister Fleck den Thron für den Statthalter der Narren räumen mußte. Den erstmals verliehenen »Dilldapp-Orden« hängte Enrico Blokbergen dem zweiten Mann der Rathaushierarchie, Hartmut Bertsch, um den Hals. Dem Beigeordneten, der nicht so recht wußte, ob er geehrt oder veräppelt werden sollte, wurde erläutert, daß ein Dilldapp immer schlauer ist als andere.
In Schopfheim und Fahrnau sind traditionell die Glunkis unterwegs. Erst beim Ausklang mit Tanz und Schunkeln auf dem Marktplatz schlug die närrische Stimmung Wellen, die man anfangs bei nur mäßiger Zuschauerkulisse vermißte.
Das geplante Wohnhaus gegenüber der Friedrich-Ebert-Schule soll nun 16 statt der bisher vorgesehenen 12 Wohnungen haben. Daraus ergibt sich eine Verlängerung des Hauses um 2 Meter, wofür der Bauausschuß seine Zustimmung erteilte. Vorgesehen sind dafür 20 Stellplätze, die der Vertreter der Friedrich-Ebert-Schule Theilacker nicht ausreichend findet, da er befürchtet, daß die Bewohner des neuen Hauses auf die Stellplätze der Schule ausweichen.
Der Bauausschuß lehnt den Antrag ab, einen selbstfahrenden Imbißstand im unmittelbaren Anschluß an das bestehende Kioskgebäude am Bahnhof Raitbach einzurichten. Das Anliegen entspreche nicht dem Flächennutzungsplan, erklärt Hochbauamtsleiter Artur Gutmann.
28. Februar 1992
Der Kunstverein stellt im Museum Bilder und Collagen von Lena Bosch aus.
01. März 1992
Nachdem im vergangenen Jahr keine Fasnacht war, stand man mit umso größerer Begeisterung am Straßenrand und erfreute sich am prächtigen Fasnachtsumzug.
02. März 1992
Zu ihrem ersten Altennachmittag des Jahres lud Nelly Litzelmann vom Frauenkreis der evang. Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde einen Zauberer ein, der die Senioren mit seinen Tricks beeindruckte.
03. März 1992
Mit Heulen und Wehklagen nehmen die Narren, angeführt von Zeremonienmeister Waldemar Lutz, Abschied von der Narretei. In Schopfheim und Fahrnau wird die Fasnacht verbrannt.
04. März 1992
An einer SPD-Fraktionssitzung ist zu hören, daß die SPD wieder von der geplanten Pferdesteuer abrückt. In einer Stellungnahme heißt es, daß nach Kenntnis städtischer Untersuchungen der Verwaltungsaufwand größer sei als der Ertrag. Man will jetzt der Stadtverwaltung einen anderen Vorschlag zur Finanzierung der Sozialstaffelung der Kindergartenbeiträge unterbreiten.
Die Preisfrage nach der Höhe des Narrenbaumes hatten die »Enninger« gestellt. Jetzt wurde die Preisfrage beantwortet. Es waren genau 2.613 Zentimeter. Cornelia Berger aus Hausen kam der Zahl am nächsten und kann als Preis ein Wochenende in Paris verbringen.
Mit dem obligatorischen Heringsessen im Narrenkeller enden die närrischen Aktivitäten in Schopfheim. Bürgermeister Fleck erhält von Statthalter Wolfgang III wieder seinen Rathausschlüssel zurück.
05. März 1992
Unter der Regentschaft von Armin I (Armin Stocker) feiern die Wiechser ihre Buurefasnacht. Mit dem Hemdglunkiumzug und der Buureprinzeproklamation beim Narrenbrunnen ist das Startzeichen gegeben.
06. März 1992
Eine Kommission der Gemeindeprüfungsanstalt, die alle vier Jahre die Finanzunterlagen der Stadt durchforstet, stellte fest, daß in Schopfheim nicht wie anderenorts Gebühren für die Überlassung von Reihengräbern erhoben werden. Die Verwaltung schlägt nun dem Gemeinderat vor, dies ebenfalls zu tun.
Die Stadt gerät durch die Erhöhung der Kreisumlage um einen Punkt, was einen Betrag von zusätzlich DM 200.000,-- bedeutet, in große finanzielle Bedrängnis. Da im Haushaltsplan 1992 offensichtlich kein Spielraum mehr ist und Reserven für Hochwasserschäden verwandt werden müssen, soll der Bürger in verschiedenen Bereichen zur Kasse gebeten werden. Der Landkreis will die Stadt mit Nutzungsgebühren für Depot-Container auf öffentlichen Parkplätzen belasten, mit der Begründung, daß die Stadt bei knappem Parkplatzangebot aus ihren Mitteln für Ersatzparkplätze sorgen müsse.
Das Städtlifest, das traditionell am letzten August-Wochenende über die Bühne geht, wird in diesem Jahr ganz im Zeichen der 25jährigen Jumelage mit Poligny stehen.
Der Tierschutzverein schlägt Alarm. In der Altstadt verschwinden Katzen, und es wird der Verdacht geäußert, daß sich Katzenfänger im »Städtli« herumtreiben.
Die Sitzung des Ortschaftsrats von Kürnberg stößt auf reges Interesse der Bürger. Es geht um eine Bebauung am Glasbach, die mit Hilfe des Wohnungserleichterungsgesetzes möglich gemacht werden soll. Ein wichtiges Anliegen ist den Bürgern die Erhaltung des charakteristischen Dorfbildes, was bei allen Vorhaben im Blickpunkt sein müsse, macht Ortsvorsteher Rudolf Keller deutlich. Hinsichtlich der Gestaltung und Neufassung des alten Brunnens am Nußbaum gibt es eine Kampfabstimmung, die mit einem Patt endet.
Der Ortschaftsrat Raitbach sucht nach einer Lösung, den Spielplatz bei der Spielstube zu vergrößern, notfalls will man zwei Parkplätze der Gemeindehalle »opfern«.
Anläßlich des Internationalen Frauentags feiert die Frauengruppe »Gegenwind« zusammen mit der neu gegründeten türkischen Frauengruppe im Parkcafé ein Fest, bei dem es fröhlich hergeht. Ursula Skibbe begrüßt etwa 40 Frauen.
07. März 1992
Eugen Herzog berichtet in seinem Brief aus Poligny von den Sorgen, die man sich in unserer Partnerschaft über die mögliche Auflösung des Gymnasiums macht. Das würde für die Kinder aus Poligny entweder eine tägliche Fahrt von 80 km oder das Leben im Internat bedeuten. Die Bürger der Stadt wehren sich, protestieren und demonstrieren lautstark und öffentlich und versuchen so, die drohende Schließung abzuwenden.
Wolfgang Neininger wird während der Händel-Festspiele in Karlsruhe in Würdigung seiner Verdienste um den Aufbau des Orchesters »Deutsche Händel-Solisten« die Ehrenmitgliedschaft von Generalintendant Könemann vom Badischen Staatstheater verliehen.
Bei der Generalversammlung der Arbeiterwohlfahrt wurde eine stolze Bilanz guter Taten in vielen ehrenamtlichen Einsätzen für alte und kranke Menschen gezogen. Nach den Worten des 1. Vorsitzenden Otto Faller blickt der Verein sorgenvoll in die Zukunft, da man wegen Kürzung von staatlichen Zuschüssen die Arbeit einschränken müsse. Bei Neuwahlen wurde der gesamte Vorstand in seinen Ämtern bestätigt.
Björn Fehrke erringt für den Boxclub Schopfheim den Titel des südbadischen Meisters der Schüler, Jugend und Junioren in Tiengen.
Gerd Schneider vom Skiclub Fahrnau gelingt es, bei einem Vielseitigkeitslauf am Bezirkstest-Skirennen auf dem Hochkopf die Tagesbestzeit zu erzielen.
09. März 1992
Der Gemeinderat setzt sich mit den Sparvorschlägen der Verwaltung auseinander, die die Haushaltsverschlechterung, die sich aus der Erhöhung der Kreisumlage ergibt, ausgleichen möchte. Die Räte stimmen einer Gebühr zu, die dem Kreis für die Nutzung öffentlicher Flächen für Abfallcontainer abverlangt werden soll. Hier werden rund DM 50.000,-- erwartet. An die Vereine wird vorerst nur ein Grundzuschuß gezahlt. Nach Begleichung der Kosten für die Hochwasserschäden soll nach 2–3 Monaten der Rest bezahlt werden. Kurt Härzschel gefällt es nicht, an den Vereinen herumzusparen. Artur Cremans und Roland Meder sehen in der Diskussion um den »scheibchenweise servierten Haushalt« nur ein »Herumstreiten an den Symptomen«. Roland Meder möchte die haushaltsrelevanten Dinge lieber »en bloc« diskutiert sehen und regt eine Sondersitzung zum Gesamtkomplex an.
Dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Abbau von Beratungsaufgaben und Hilfen für das Ausfüllen von Anträgen für das Kreissozialamt, das bisher von Angestellten der Stadtverwaltung erledigt wurde, stimmten die Gemeinderäte nicht zu. Man möchte die Finanznot nicht auf dem Rücken Hilfsbedürftiger austragen. Walter Flößer von den Freien Wählern würde es begrüßen, wenn der Kreis Sprechtage in Schopfheim einrichten würde. Dieter Lepperts Vorschlag, Verhandlungen mit dem Kreis und mit anderen Kommunen Kontakt aufzunehmen, fand schließlich eine Mehrheit im Gremium.
Das Anliegen, den Bereich Abwasser und den städtischen Wohnungsbestand in jeweilige Eigenbetriebe umzuwandeln und so Darlehen zweckgebunden für Vorhaben in den kostendeckend arbeitenden beiden Bereichen erwirken zu können, wird auf Antrag Roland Meders vertagt, um mit zusätzlichen Unterlagen offene Fragen zu klären.
Die Gebühren für städtische »Amtshandlungen«, wie Bearbeitung von Anträgen, Bescheinigungen der Meldebehörde bis hin zu Fotokopien, werden teurer. Der bisherige Gebührensatz der Stadt stammt aus dem Jahre 1982. Die Gemeinderäte stimmen der neuen Regelung zu. Artur Cremans von der SPD verweigert seine Stimme. Ihm behagt es nicht, daß für die Bürger überall Höchstgebühren veranschlagt werden.
Aus nichtöffentlicher Sitzung ist zu hören, daß in Sachen Kaufhaus im Pflug ein Vertrag mit Investor und/oder Hauptmieter immer noch nicht unter Dach und Fach ist. Dem im Gespräch befindlichen Investor aus dem Wiesental fehlt bislang der »Hauptmieter«.
Walter Flößer (FWV) macht sich Sorgen um eine Quelle im Stadtteil Fahrnau, die im Bereich Kürnberger Straße dort zutage tritt, wo die Umgehungsstraße ihren Verlauf nehmen soll. Er möchte die unter dem Namen »Silberbrünnele« bekannte Quelle erhalten wissen. Tiefbauamtsleiter Springmann sichert zu, daß die Quelle, um die sich eine Sage rankt, an ihrem Ursprung neu gefaßt und der Nachwelt erhalten bleiben soll, wenn das technisch möglich sei.
Bei der Müllbilanz für 1991 zeigt sich ein rückläufiger Trend. Nachdem 1990 noch gut 276 kg Müll zusammenkamen, waren es 1991 nur noch 232 kg pro Einwohner.
Die Fotofreunde eröffnen in der Schalterhalle der Sparkasse ihre 15. Ausstellung unter dem Thema »Licht Schatten Silhouetten«.
12. März 1992
Seit fast einem Jahr ist das türkische Restaurant »Divan« im ehemaligen »Statthalter« geschlossen. Der Besitzer Jussuf Erdem findet für das renommierte und beliebte Restaurant einfach keinen neuen türkischen Koch, der dem gewohnten hohen Qualitätsanspruch genügt. Jetzt wird das Lokal definitiv nicht mehr weitergeführt, und es wird über eine andere Nutzung des »Statthalter« nachgedacht.
Ins Gerede gekommen ist die Schopfheimer Firma »Taurus Umwelttechnik«. Den Meldungen von Presseagenturen zufolge ist sie Absender von 950 Tonnen arsen- und bleihaltigem Müll, der im Hafen von Alexandria auf einem dänischen Frachter entdeckt wurde. Firmenchef Ulrich Frommherz weist die Vorwürfe von Greenpeace zurück; nach seiner Darstellung handelt es sich um »normale Handelsware«.
Im Bauausschuß äußert Walter Flößer (FWV) Zweifel an dem vom Straßenbauamt genannten Termin für die Fertigstellung der Umgehungsstraße. Auch Tiefbauamtsleiter Springmann glaubt nicht daran, daß die Straße am 10. Dezember 1992 fertig sein wird.
Der Antrag eines Bewohners des Ortsteils Ehner-Fahrnau, im Außenbereich einen Geräteschuppen in einen Pferdestall mit acht Boxen umzubauen, wird im Bauausschuß einmütig abgelehnt.
Ohne Diskussion werden drei Geldausgaben der Stadt bewilligt und die entsprechenden Arbeitsaufträge erteilt. Es wird wieder ein Teil der städtischen Kanalisation gereinigt, Straßen müssen ausgebessert und in Enkenstein ein durch das Hochwasser verursachter Erdrutschschaden beseitigt werden.
13. März 1992
Den 950 Tonnen Kunststoff-Batteriemüll, die die Schopfheimer Firma »Taurus Umwelttechnik« nach eigenen Angaben in Ägypten zur Wiederverwertung sortieren lassen wollte, bleibt die Umweltorganisation »Greenpeace« weiter auf der Spur. »Greenpeace« will ermittelt haben, daß das ganze Material in einem Zementwerk als Brennstoff verbrannt werden soll. Die Schopfheimer Firma will »Greenpeace« auf Schadensersatz verklagen.
Walter Timmermann aus Langenau feiert seinen 80. Geburtstag.
Die SVS-Fußballer treffen sich zu ihrer Hauptversammlung im Sportheim. Die erste Mannschaft strebt den Aufstieg in die Landesliga an. Man wünscht sich eine größere Zuschauerkulisse bei den Heimspielen, um die finanzielle Basis der Abteilung zu verbreitern. Vorsitzender Jürgen Müller beklagt einen Mangel an ehrenamtlichen Helfern. Bei den Vorstandswahlen wird Jürgen Müller als 1. Vorsitzender bestätigt. Stellvertreter sind Hans Itzin und Jürgen Pfeiffer. Für den zurückgetretenen Kassierer Wolfgang Lenz konnte noch kein Nachfolger gefunden werden.
Die SPD Gersbach diskutiert im Rahmen der Veränderungen des Flächennutzungsplans den künftigen Standort des Bolzplatzes, dessen Ausbau und Sanierung seit Jahren ansteht. Die Mittel sind zugesagt, aber die Baumaßnahme in Frage gestellt, da ein möglicher neuer Mehrzweckhallenstandort Ebnet neue Überlegungen nötig macht.
Vertreter des Schopfheimer Jumelage-Komitees sind nach Poligny gefahren, um Einzelheiten für das im Zeichen der Städte-Partnerschaft stehende Städtlifest Ende August zu besprechen. Es soll ein Fest fürs Volk werden. In bester Lage, auf der gesperrten Hauptstraße, werden fünf Winzer aus Poligny einen speziellen Jubiläumswein kredenzen, im Museumskeller ist eine Ausstellung von Künstlern geplant, außerdem denkt man an einen Boule-Wettbewerb auf dem Picard-Platz, wo Stadträte und Verwaltungsleute antreten können.
14. März 1992
Zum Reimen animiert die Umgehungsstraße drei Leser, die in den Zeitungen die Entwicklung der Umfahrung in Versen umschreiben: »Die Schnecke möge eilen ...«.
»Die Entwicklung der Stadtbibliothek – Schopfheim im Spiegel der Presse« heißt die Diplom-Arbeit einer Studentin der Fachhochschule für Bibliothekswesen in Stuttgart.
Bei der Stadtmusik-Generalversammlung gibt es vor allem viel Lob für die Jugendkapelle. Sie hat den Dirigentenwechsel ohne Probleme verkraftet und ist mit ihrer jungen Dirigentin weiter auf Erfolgskurs. Auf die jüngste Werbeaktion haben sich 35 neue Zöglinge gemeldet. Die Neuwahlen bestätigten Hans Moser als 1. Vorsitzenden.
Der Schwarzwaldverein blickt bei seiner Generalversammlung zufrieden auf das vergangene Wanderjahr zurück, in dem es 47 Wanderungen und Fahrten gab. Vorsitzender Gerold Blümle ehrt Georg Meyer aus Dossenbach für 40jährige Mitgliedschaft. Ebenfalls das Treuezeichen in Gold erhielten Alfons Erhardt, Dr. Renate Meister und Fritz Rabus.
Bäume und Sträucher pflanzt die Ortsgruppe des BUND an der Umgehungsstraße unterhalb des Frieseneggerwegs. Dort entstand durch die Bauarbeiten ein kleiner Tümpel, den die Naturschützer als Laichplatz für Frösche erhalten wollen.
Der Gesamtelternbeirat der Schopfheimer Schulen stellt einen umfangreichen Forderungskatalog auf, der darauf abzielt, die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu verbessern, und legt ihn der Stadt Schopfheim und dem Landratsamt vor. Zum Beispiel fehlt im Zuge der neuen B-317-Umgehung an der Kreuzung Wiechser Straße/Wehrer Straße ein kreuzungsfreier Übergang für Radfahrer. Aus Elternsicht muß für eine sichere Überquerungsmöglichkeit an den Zufahrten gesorgt werden.
Der Singkreis Schopfheim hat große personelle Probleme. Das wird bei der Generalversammlung deutlich. Trotz intensiver Werbung gibt es nicht genug Männerstimmen, aber auch die Fortführung des Kreises als Frauenchor scheint problematisch. Norbert Männlin, der Dirigent, hält 20 Sängerinnen, die sich zusammengefunden hatten, für einen Frauenchor zu wenig. Trotz der schwierigen Situation will man nicht aufgeben. Helga Lützelschwab wird wieder zur 1. Vorsitzenden gewählt, Hanne Reissner zu ihrer Vertreterin. Angesichts der schwierigen Lage wird nur für ein Jahr gewählt.
Die TSG-Badmintonabteilung blickt auf ein Jahr voller Erfolge zurück. Im Blickpunkt waren einmal mehr die Jugendmannschaften. Zwei Mannschaften wurden südbadische Meister und eine darüberhinaus sogar baden-württembergischer Vizemeister.
Die Tischtennisspieler des SVS wickeln ihre Jahreshauptversammlung ab. Aushängeschild des Vereins ist die Jugendmannschaft. Sie belegt seit Beginn der Runde den 1. Tabellenplatz in der Landesliga. Bei den Neuwahlen wurde ein fast neues »junges« Team zusammengestellt. Helga Isenmann gibt den Posten der Abteilungsleiterin ab, sie fungiert in Zukunft als Schriftführerin. An der Spitze ist jetzt Markus Cremans, sein Stellvertreter wird Jens Kraus sein und Jugendleiter Jürgen Körner.
17. März 1992
Der DRK-Ortsverein Schopfheim bietet ein Kursprogramm für Übergewichtige an, das zur Änderung von Eßverhalten und Lebensstil führen soll.
Der Ortschaftsrat von Wiechs befaßt sich einmal mehr mit der Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Kreisstraße. Ortsvorsteher Heinz Gräßlin vertritt vehement die Forderung der Wiechser Bürger, Tempo 30 auch in den übrigen Straßen von Wiechs einzuführen, da viele Autofahrer das Tempolimit auf der Kreisstraße umgehen und durch die Wohnstraßen preschen. Es wurde hitzig debattiert, wie man das unvernünftige Verhalten der Autofahrer stoppen könnte. Hartmut Bertsch sagte den Wiechsern eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Rathausstraße und die Silberrankstraße zu, machte aber auch deutlich, daß Schilder kein Allheilmittel seien.
18. März 1992
Die Besucher der Kulturring-Veranstaltung »Frühling in Wien« erleben in der Stadthalle mit dem Johann-Strauß-Orchester Budapest und seinem temperamentvollen Dirigenten Támás Gál ein musikalisches Feuerwerk der Spitzenklasse.
19. März 1992
Die dritte Klasse der Waldorfschule besucht im Rahmen einer Handwerksepoche traditionelle Handwerker in Schopfheim und Umgebung; die Schüler dürfen in den Werkstätten auch mal selbst Hand anlegen.
Bei der Generalversammlung der SVS-Leichtathletikabteilung wird deutlich, daß sich wieder kein neuer Vorsitzender finden läßt. Clemens Fabrizio, der seit vielen Jahren das Amt kommissarisch innehat, macht jetzt die Grenzen seiner Belastbarkeit klar. Er gibt sein Amt ab, so daß die Abteilung zunächst führerlos ist. Die übrigen Vorstandsmitglieder werden bei den Neuwahlen bestätigt, sodaß die Arbeit der Leichtathleten zunächst weitergehen kann.
Im BBZ gibt es eine Informationsveranstaltung der Südbadischen Bauwirtschaft, bei der die Bauberufe vorgestellt und die Schüler des Landkreises umworben werden.
Ein Mann mit einem Trommelrevolver überfällt ein Bekleidungsgeschäft in der Entegaststraße und zwingt die Verkäuferin, das Bargeld aus der Kasse herauszugeben.
20. März 1992
Die Kommunalaufsicht des Landratsamtes genehmigt den Haushalt 92 »trotz erheblicher Bedenken«. Sie ließ damit die geplante Kreditaufnahme von DM 1,7 Mio. durchgehen, allerdings unter der Bedingung, daß eventuelle Mehreinnahmen oder Minderausgaben zur Senkung der Kreditaufnahme verwendet werden.
Von Dr. Alfred Haak, dem Leiter der STUVA, ist zu hören, daß die Holzbrandversuche im Hasler Tunnel dieses Jahr nicht mehr fortgesetzt werden. Es werden lediglich administrative Vorbereitungen getroffen, wozu auch eine Abklärung mit dem Landratsamt über den Schutz der Fledermäuse gehört.
Im Mittelpunkt des 19. Sportabends der Friedrich-Ebert-Schule steht die Fortsetzung des erfolgreichen Rockmärchens »Tabaluga«. Die Schüler der Musicalgruppe, unter der Leitung von Brigitte Born, ernteten tosenden Beifall für ihre eindrucksvolle Inszenierung. Insgesamt wirkten 300 Schüler mit.
21. März 1992
Die evangelische Kirchengemeinde Schopfheim ist auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Gemeindemitglieder, die zwar über ein eigenes Einkommen verfügen, jedoch aufgrund von steuerlichen Freibeträgen keine Steuer zahlen, werden um ein jährliches »Gemeindegeld« gebeten. Die Höhe der freiwilligen Leistung soll jedes Gemeindemitglied selbst bestimmen. Die Steuerreformen der letzten Jahre haben zu einer beträchtlichen Mindereinnahme von Kirchensteuern geführt.
In einer Pressemitteilung der SPD heißt es, daß in Sachen Pflugbebauung »das Maß jetzt voll« sei. Besonderen Unmut erregte die Vorgehensweise der Stadtverwaltung bei der vergangenen nichtöffentlichen Gesprächsrunde des Gemeinderats. Der Bürgermeister sei offensichtlich nicht bereit, alternative Vorstellungen durchplanen zu lassen, obwohl der Gemeinderat dazu einen klaren Auftrag an die Verwaltung gegeben habe. Die SPD ist außerdem nicht mehr bereit, die Angelegenheit Pflug hinter verschlossenen Türen zu verhandeln.
Der Fall »Taurus« zieht weitere Kreise. Nachdem der Müllexport nach Ägypten ein Thema im Bundestag war, muß die Schopfheimer Firma jetzt für die illegale Abfallfracht eine Transportgenehmigung beantragen.
Bei der 130. Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schopfheim bilanziert Kommandant Bernd Schwöble das erste Jahr nach seinem Amtsantritt. Er sah die Floriansjünger mit 248 Einsätzen stark gefordert, manchmal bis an die »Grenzen der Zumutbarkeit«. Vom Bürgermeister gab es ein dickes Lob für die präzise Arbeit beim Jahrhunderthochwasser. Geehrt für 25jährigen Dienst in der Feuerwehr wurden Rolf Glatt, Manfred Kirschnick, Rolf Greiner, Günther Strütt, Herbert Kaufmann und Ernst Bäumle. Der Jahresbericht des Stadtjugendfeuerwehrwarts Hans Schrank weist vielfältige Aktivitäten der Jugendfeuerwehren aus; vom Zeltlager im Elsaß über eine Nistkasten-Aktion bis hin zu Spielabenden. Nach fünf Jahren Tätigkeit gibt Schrank sein Amt an Markus Reissner ab.
Neue Ideen stellt der Reitverein bei seiner Generalversammlung vor. Geplant ist ein Zusatzseminar »Erste Hilfe beim Pferd« und die Gründung einer Vereinszeitung. Um den größeren Anforderungen gerecht zu werden, wird beschlossen, den Vorstand von drei auf acht Mitglieder zu vergrößern und die Amtsperiode von drei auf zwei Jahre zu verkürzen. Volker Trefzger und Günter Basler sind auch die neuen Vorsitzenden.
SVS-Jugendleiter Günter Föhring nimmt mit großer Freude die Urkunde der »Sepp-Herberger-Stiftung« des Fußballverbandes entgegen, die dem Verein für vorbildliche Jugendarbeit verliehen wurde.
Bei der Generalversammlung der Kolpingfamilie, die 1. Vorsitzender Kurt Fischer leitete, wurde Paul Przybyzin für 40jährige aktive Mitgliedschaft geehrt. Die Vorstandschaft des Vereins, der großen Wert auf den Austausch mit anderen Gruppen legt, wurde in Neuwahlen bestätigt.
Zu einer munteren Generalversammlung trifft sich der Hammerzinken. Der Vogt Horst Attinger blickt zufrieden auf die vier Jahre des Bestehens zurück. Ihm wird viel Anerkennung von Oberzunftmeister Blokbergen zuteil. Bei Neuwahlen wird der Führungsmannschaft erneut das Vertrauen ausgesprochen.
22. März 1992
Der 14jährige Andreas Knöppel von der Sportgemeinschaft Eichen wird deutscher Meister der Jugend-C-Ringer in Witten bei Dortmund. Die Heimatgemeinde feiert den jungen Sportler bei seiner Heimkehr mit einem großen Bahnhof.
23. März 1992
Mekka für Gastronomen und Hoteliers aus dem Dreiländereck ist die Stadthalle. Hier findet der erste »Regio-Gastro-Kongreß« statt. Rund 500 Gäste werden erwartet.
Über die »Art und Weise der Genehmigung des Haushalts« durch das Landratsamt zeigt sich SPD-Fraktionsvorsitzender Robert Zapp wenig zufrieden, worin ihn die anderen Fraktions-Chefs bestätigen. Die Aufsichtsbehörde hatte die im Wirtschaftsplan der Stadtwerke vorgesehene Kreditaufnahme nur teilweise genehmigt, was aber, nach Aussage von Stadtkämmerer Reif, für die Stadtwerke keine Probleme bringt. Die Räte bekennen sich angesichts der Feststellung, daß die Finanzkraft der Stadt seit 1989 kontinuierlich abgenommen hat, erneut zum Sparen. Zapp formuliert den Antrag, sich im April grundsätzlich mit dem Szenarium »Finanzen der Stadt Schopfheim« auseinanderzusetzen.
Der Bereich Abwasser wird laut Beschluß des Gremiums rückwirkend zum 1. Januar zum Eigenbetrieb. So können in diesem Bereich Investitionen getätigt werden, die aus haushaltsrechtlichen Gründen im normalen Haushalt nicht mehr möglich sind. Die vorgesehene gleiche Prozedur für den Bereich städtische Wohnungen wird auf Antrag der SPD zunächst verschoben.
Aus nichtöffentlicher Sitzung ist zu hören, daß sich in puncto Kaufhaus immer noch keine definitive Entscheidung ergeben habe, daß aber neben der noch offengehaltenen großen Lösung jetzt über kleinteiligere Möglichkeiten nachgedacht werde. Im Rat wurde darauf gedrängt, die nächste Kaufhausrunde öffentlich einzuläuten. Hartmut Bertsch bestätigte dann, daß neue Konzepte öffentlich vorgestellt würden.
Im Gemeinderat gibt es Streit um das letzte Sitzungsprotokoll. Kurt Härzschel vermißt seinen Redebeitrag darin und moniert, daß die Beiträge aller Parteien in das Protokoll müßten und nicht nur die, die eine »persönliche Erklärung« beinhalten. Der Protokollführer beruft sich auf die Vereinbarung, nur ein Beschlußprotokoll zu führen. Es wird schließlich Einigung erzielt.
24. März 1992
Ein außerordentlich erfolgreiches Schuljahr verzeichnet die Volkshochschule mit ihren Außenstellen, nachdem die Statistik 91 ausgewertet wurde. 15.145 Teilnehmer nahmen an 593 Veranstaltungen teil. Das sind 30% mehr als im Vorjahr.
Die CDU-Fraktion nimmt Stellung zur SPD-Initiative zum Pflugareal und wirft der SPD eine Irreführung der Bürger vor. Sie hält der Genossen vor, daß sie kein schlüssiges Alternativ-Konzept anbieten könnten und außerdem die Beschlüsse des Gemeinderats zum Pflug mitgetragen hätten. Die Miteinbeziehung der Bürger in die Diskussion hält auch die CDU für richtig.
Von der evangelischen Bezirkssynode in Maulburg ist zu hören, daß Thomas Weber neuer Vikar in Fahrnau sein wird; Pfarrvikar Neijenhuis wird Schopfheim zum 1. August verlassen.
Bei einer CDU-Landtagswahlveranstaltung stellt Baden-Württembergs Verkehrsminister Thomas Schäuble fest, daß die Wiesentalbahn in ihrem Bestand völlig ungefährdet sei.
Bei einer vhs-Veranstaltung legt Jürgen Maier vom BUND seine Zukunftsvisionen zum aktuellen Thema »Regio-S-Bahn« dar. Für ihn gehört die Verwirklichung der Bahn zur Gegenwart.
25. März 1992
Vor rund 150 Zuhörern führt der SPD-Fraktionschef Hans-Ulrich Klose Wahlkampf in der Stadthalle.
Dieser Tage erscheint wieder ein neues Einwohnerbuch.
Große Resonanz findet der Diabetikertag, den das Kreiskrankenhaus veranstaltet. Zu den Informations- und Fortbildungsveranstaltungen kamen Interessierte sogar mit Bussen angereist.
26. März 1992
Einer langjährigen Tradition folgend, pflanzen Schüler der Gewerbeschule – Fachbereich Holz – jährlich einen Baum auf dem Gelände der Schule. Er ist als symbolischer Ausgleich für die von ihnen verbrauchten Rohstoffe gedacht.
Die Feuerwehr muß mit sieben Mann wegen Ölalarm ausrücken. Ein Tanklastwagen verliert beim Umfüllen in einen Heizöltank 50 Liter Heizöl, das im Erdreich versickert.
Der Antrag des Betreibers eines Imbißstandes, auf dem Areal des Gewerbeparks in Gündenhausen gegenüber seiner Verkaufsstelle ergänzend einen Aufenthaltsraum mit acht Sitzgelegenheiten zu errichten, wird im Bauausschuß abgelehnt. Eine andere Entscheidung würde dem inzwischen rechtskräftigen Bebauungsplan »Kleine und Obere Schleife« widersprechen.
27. März 1992
Wegen »umweltgefährdender Abfallbeseitigung« in Zusammenhang mit dem Transport von Batteriemüll nach Ägypten wird gegen die Schopfheimer Firma »Taurus Umwelttechnik« ermittelt. Eines scheint schon jetzt klar zu sein: Der Müllexport war nicht ordnungsgemäß genehmigt.
Bei der Generalversammlung des Sportvereins Schopfheim zeigt sich Vorsitzender Claus Huber sehr zufrieden mit seiner Jahresbilanz. Für den SVS-Vorstand ehrte er zahlreiche Mitglieder für ihre Treue zum Verein. Für 40jährige Mitgliedschaft wurden mit einer Ehrennadel bedacht: Wilfried Rünzi und Erich Pohlmann von der Abteilung Fußball und Karl Selz von der Abteilung Handball. Zu Ehrenmitgliedern wurden Hans Kappler und Rolf Knie von der Abteilung Fußball, Hans Schaubhut (Abteilungen Handball, Fußball und SVS-Vorstand) sowie Werner Beck von der Abteilung Tischtennis ernannt. Sie erhielten den Ehrenbrief des SVS für 20jährige Mitarbeit in verantwortlichen Positionen. Erfolgreich schlugen sich viele SVS-Sportler. Vier erste Plätze gab es für Sven Sprakties bei den Oberrhein-Meisterschaften der Leichtathleten. Björn Fehrke wurde südbadischer Meister im Jugend-Federgewicht der Boxer; mehrfache 1. Plätze und den 3. Platz bei der badischen Schülermeisterschaft der Leichtathleten belegten die Schülermannschaften des SV Schopfheim. Der Bürgermeister zollte dem inzwischen 1.183 Mitglieder zählenden Verein Anerkennung für hervorragende Arbeit, vor allem im Jugendbereich.
Die GRÜNEN veranstalten ein Forum zur Verkehrspolitik, bei dem die Sicherheit für Radler, Kinder und Fußgänger im Mittelpunkt stand. Grundlage für die Diskussionen waren Überlegungen des Gesamtelternbeirates, wie man die neuralgischen Punkte in der Stadt entschärfen könnte. Manfred Baer erläuterte die Pläne. Auch Berthold Dietsche von der Verkehrswacht und Edith Walter vom Kinderschutzbund setzten sich für einen sicheren Schulweg ein. Die GRÜNEN schlagen eine Beruhigung zwischen den Achsen Wiechser Straße und Himmelreichstraße vor und wollen dort Tempo 30 einführen. Michael Straub drängt auf eine schnelle Verwirklichung, möglichst gleichzeitig mit der Eröffnung der Umgehungsstraße.
In Schopfheim trifft aus Kamerun die Nachricht vom Tod Chief Moketes ein. Er war einer der Väter der Partnerschaft mit Kamerun. Im Rahmen der hiesigen Partnerschaft mit der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde war er mehrere Male in der Markgrafenstadt.
28. März 1992
Im Rahmen der 4. Mundartliteraturwerkstatt lesen acht Autoren im Museumskeller. Initiatoren sind wieder Thomas Burth und Markus Manfred Jung. Thema der Veranstaltung ist diesmal die Natur. Es wird der Frage nachgegangen, in welchem Verhältnis die Dialektdichtung zum Thema Natur steht.
Nach drei Jahren gibt es jetzt die 4. Schopfheimer Handwerk & Gewerbeausstellung in der Stadthalle, bei der 32 Aussteller eine Leistungsschau anbieten, die sich auf dem Stand der neuesten Technik befindet.
Die Polizei sucht immer noch nach dem Täter, der am 19. März ein Bekleidungsgeschäft in der Altstadt überfallen hat. Mit Hilfe eines Phantombildes soll die Bevölkerung bei der Fahndung mithelfen.
Der 14jährige Nachwuchsringer Dirk Brugger belegte bei den Deutschen Meisterschaften in der Jugend C (bis 50 kg) den 3. Platz.
Mit der schon traditionellen öffentlichen Lesung im Museumskeller geht die 4. Schopfheimer Mundart-Literaturwerkstatt zu Ende.
Für krebskranke Kinder sammelten die Jugendfußballer des SV Schopfheim DM 2.800,-.
Bestens gerüstet sieht sich das Harmonika-Orchester für das neue Vereinsjahr; dies wird bei der Generalversammlung des Vereins deutlich. Die Vorsitzende Barbara Weiß sieht eine intakte Gemeinschaft in ihrem Verein, der auf eine Reihe erfolgreicher Veranstaltungen zurückblicken kann. In der Vorstandschaft gibt es eine Änderung: 2. Vorsitzender Georg Räuber wird von Bettina Weidner abgelöst.
30. März 1992
Einig waren sich die Mitglieder des Hauptausschusses, als sie beschlossen, die Sprachförderung für alle Ausländerkinder an städtischen Kindergärten zu gewähren. Durch Änderung der Zuschußrichtlinien des Landes muß die Stadt auf Zuschüsse von rund DM 8.000,- verzichten.
31. März 1992
Keine Schonfrist gibt es mehr für die Gersbacher »große Tanne«. Im Mai wird der 51-Meter-Riese fallen.
Bei der Hauptversammlung der Sportschützen-Gesellschaft Fahrnau wurde nach ausführlicher Diskussion eine maßvolle Beitragserhöhung beschlossen. Schießleiter Siegfried Schmidt ehrte die Jahresmeister Heinz Bernauer (Luftgewehr), Roland Steinebrunner (KK3 Stellung), Petra Hoffmann (KK 60 Schuß liegend) sowie Roland Steinebrunner als Gesamt-Jahresmeister. Schützenkönig wurde Rainer Wohlschlag.
01. April 1992
Aus dem Wirtschaftsplan 1992 des Abwasserzweckverbandes Mittleres Wiesental, der dieser Tage vorgelegt wird, geht hervor, daß die Gemeinden DM 1 Mio. mehr an Umlage als bisher für das Abwasser aufbringen müssen. Dennoch ist nach Aussage von Stadtkämmerer Reif nicht mit Gebührenerhöhungen für dieses Jahr zu rechnen, da die Erhöhungen bei den Haushaltsberatungen schon mitberücksichtigt sind.
02. April 1992
Bisher suchen die Organisatoren des Café »Irrlicht« vergeblich nach neuen Räumlichkeiten; in drei Monaten endet ihr Mietvertrag im Gewerbepark Höfen in Gündenhausen. Sie hoffen jetzt auf die Unterstützung der Stadt bei der Raumsuche. Im Gespräch sind das Schützenhaus und das Bahnhofsgebäude in Hausen-Raitbach.
Bei einer Sitzung des Vereinsparlaments kam es zu einer Aussprache zwischen Vertretern der Fahrnauer Vereine und der Grundschule Fahrnau. Vorsitzender Klaus Jäckh bemühte sich, die Disharmonien, die sich beim letztjährigen Fahrnauer Dorffest wegen der Nutzung bestimmter Schulräume ergeben hatten, zu klären, bevor man an die Planung des diesjährigen Festes ging.
Schüler der Schopfheimer Dr. Max-Metzger-Schule gestalten in Konstanz ein Begegnungskonzert zum 40jährigen Bestehen des Landes Baden-Württemberg mit.
03. April 1992
Die staatlich geprüfte Altenpflegerin Monika John nutzt eine Marktlücke und bietet in ihrem Haus in Langenau private Kurzzeitpflege für ältere Menschen an. Sie stellt ihre Einrichtung bei einem »Tag der offenen Tür« vor. Das Interesse ist groß.
Die TSG Schopfheim hält seine Generalversammlung ab, an der Vorsitzender Heinz Leuger eine positive Bilanz des 1.500 Mitglieder zählenden Vereins zog.
05. April 1992
Die Landtagswahlen bringen in der Markgrafenstadt einen eindeutigen Sieg der Sozialdemokraten. Diese liegen mit knapp 700 Stimmen vor der CDU. Die SPD erreichte 41,5%, die CDU 32% der Stimmen. Die GRÜNEN etablierten sich mit 10,4% als drittstärkste politische Kraft in Schopfheim. Bestürzt war man über das Abschneiden der Republikaner, die mit 5,3% ihren Stimmenanteil innerhalb von 2 Jahren verdoppelt hatten. Die FDP blieb mit 4,9% knapp unter der 5%-Marke. Auch in Schopfheim war die Wahlbeteiligung mit 59,9% enttäuschend niedrig. Überraschend erringt Peter Reinelt (SPD) das Direktmandat im Wahlkreis 58 Lörrach.
06. April 1992
Ein »mündlicher Bericht Pflugareal«, wie er für die nichtöffentliche Sitzung des Gemeinderats vorgesehen war, wird von der SPD blockiert. Sie stellt den Antrag, den Tagesordnungspunkt abzusetzen und ihn in einer öffentlichen Sitzung zu diskutieren. Die SPD-Fraktion stellt klar, daß sie vorerst an keiner nichtöffentlichen Pflugdebatte mehr teilnehmen werde.
Endgültig vom Tisch ist jetzt die Pferdesteuer. Der Gemeinderat beschließt den Verzicht. Ausschlaggebend war der zu hohe Verwaltungsaufwand im Verhältnis zum möglichen Ertrag. Als Ersatz verlangt die SPD eine höhere Steuer auf Spielautomaten.
Der Bebauungsplan Rebacker-Rütteberg wird nochmals für 14 Tage offengelegt, um damit einen Verfahrensfehler zu korrigieren. Im Gemeinderat werden Bedenken laut hinsichtlich der Finanzierung und der Folgekosten des DM 14 Mio.-Projektes. Die Erschließung soll 1993 erfolgen und eine Bebauung innerhalb von zehn Jahren abgeschlossen sein.
07. April 1992
Zu einem Gespräch über die Zukunft des Pflugareals und des innerstädtischen Verkehrskonzepts trifft sich der Gewerbeverein mit der SPD. Gewerbevereinsvorsitzender Dr. Thomas Wieland kritisiert den Versuch, den Verkehr überall mit Tempo 30-Zonen zu beruhigen und damit alles in die Hauptstraße zu pressen. Da eine mögliche Unterführung Bahnhofstraße frühestens in 20 Jahren zu erwarten sei, fordert er, den innerstädtischen Verkehr auf die vier Ost-West-Achsen zu verteilen. Nach den Vorstellungen von Robert Zapp muß man weiterhin zumindest an einer reduzierten Form der Unterführung festhalten, da der Bahnübergang Wehrer Straße nicht bestehen bleiben könne, falls die Wiesentalstrecke im Rahmen der Regio-S-Bahn einmal im Takt-Verkehr befahren werden sollte. Erleichtert zeigten sich die Einzelhändler, daß die Planung eines Großkaufhauses auf dem Pflugareal endlich vom Tisch ist und der weiterhin gewünschte Anziehungspunkt Pflugareal nun auf seine ursprüngliche Größe gestutzt werden soll. Einig ist man sich darüber, daß eine Tiefgarage auf dem Pflug-Areal wünschenswert sei.
Das »Ensemble« von Ellen Schwiers sorgt mit seinem Kriminalstück »Ein Fremder klopft an« von Agatha Christie in der Stadthalle für Spannung und Nervenkitzel.
08. April 1992
Die evangelische Kirchengemeinde Fahrnau hat einen neuen Pfarrvikar. Ein Jahr lang wird Thomas Weber die Kirchengemeinde betreuen. Wie es dann weitergeht, bleibt offen.
Ein internationales Amateur-Radrennen richtet der Radsportverein am Sonntag, den 12. April aus. Für das Rundstreckenrennen auf dem Kurs rund um die Friedrich-Ebert-Halle liegen dem Veranstalter 200 Meldungen aus 70 Vereinen vor. Angelika Darsch, die vom Straßenrennsport offiziell Abschied genommen hat, wird in Schopfheim ihr Abschlußrennen bestreiten.
Die Mitglieder des Abwasserverbandes Mittleres Wiesental besichtigen die Baustelle der Kläranlage in Steinen, die für mehr als DM 50 Mio. erweitert wird. Die Kläranlage arbeitet im Moment am Rande ihrer Kapazität. Die Anlage, die ursprünglich für 72.000 Einwohnerwerte ausgelegt wurde, mußte zeitweise eine Spitzenbelastung aushalten, die einem Einwohnerwert von 117.000 entspricht. Da kann es zu Problemen kommen, für die dann der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Klaus Fleck geradestehen muß. Fleck fühlt sich auf dem »Schleuderstuhl« und drängt auf ständige Kontrollen, wozu auch das von Betriebsleiter Gerhard Glaser in seinem Jahresbericht erwähnte Kanalkataster gehört. Hier müssen 31 km Abwasserkanal überprüft, gereinigt und gegebenenfalls saniert werden.
Als engagierte Lobby für Kinder versteht sich der Kinderschutzbund. Der Ortsverband blickt bei seiner diesjährigen Generalversammlung zufrieden auf die fünf Jahre seines Bestehens zurück, die durch zahlreiche Aktivitäten geprägt waren. Als neue Aktion ist die kreisweite Einrichtung eines Sorgentelefons für Kinder geplant. Bei den Neuwahlen wird das Vorstandsteam mit Edith Walter an der Spitze bestätigt. Dazu kommt Brunhilde Tschann als neue Schriftführerin. Frau Tschann kümmert sich bereits seit Anfang des Jahres um das Büro des Kinderschutzbundes. Sie wird für ihre Tätigkeit von ihrem Arbeitgeber, einer Lörracher Firma, freigestellt.
09. April 1992
Zusammen mit Elternvertretern und der Polizei führt die Stadt eine Verkehrsbegehung durch. Zur Diskussion stand unter anderem der Bahnübergang Käppelemattstraße, der aus der Sicht der Eltern sicherer gemacht werden muß.
Bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Gelände der ehemaligen Hülsenfabrik Herbster treten die Mitglieder des Bauausschusses an, um zwischen künftigen Nachbarn zu schlichten. Es geht um eine Kanal-Abdeckelung und eine irrtümlich abgerissene Mauer. Man fand schließlich einen Kompromiß, sodaß nun einer Vertragsunterzeichnung zum Verkauf des Hülsenfabrikgeländes nichts mehr entgegensteht. Die Bauherrengenossenschaft Hupfer/Rösner will 39 Miet- und Eigentumswohnungen sowie eine Tiefgarage auf dem Gelände errichten.
10. April 1992
Nach einer langen Wartezeit wird endlich das Teilstück der B 317-Umfahrung zwischen Hohe-Flum-Straße und Wehrer Straße provisorisch für den Verkehr freigegeben.
Liebevoll ausgeführte Federzeichnungen, Aquarelle und Pastellbilder von Landschaftsbildern aus Italien zeigt Kurt Baumann in einer Ausstellung der Museumsgesellschaft in den Räumen des Museums.
Im Gersbacher Ortschaftsrat steht der Antrag einer Gruppe Cart-Fahrer auf der Tagesordnung, die samstags den Parkplatz der Skigesellschaft Bergbrunnen für ihr Hobby mieten will. Dagegen steht die Lärmbelästigung der Nachbarn durch Motorengeheul. Der Einbau von Schalldämpfern scheint zu teuer. Der Antrag wird dem Landratsamt zur Entscheidung weitergeleitet.
11. April 1992
Eine Frühlingseinstimmung besonderer Art bot die Stadtmusik bei ihrem Frühlingskonzert in der Stadthalle dar und präsentierte zusammen mit der Stadtmusik Bad Säckingen konzertante und modern arrangierte Blasmusik.
Mit einem Festakt in der Langenauer Festhalle feiert die Schopfheimer Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ihr 40jähriges Bestehen. Ortsgruppenleiter Heinrich Achstaller nimmt Dank und Anerkennung für seinen Verein entgegen. Dieses Jubiläum ist Anlaß für eine Landesverbandstagung in der Markgrafenstadt.
Sein erstes internationales Rundstreckenrennen wurde vom Radsportverein Schopfheim ausgetragen. 220 Fahrer von 70 Vereinen traten zu diesem ersten Rennen der Saison in die Pedale. Der 14jährige Daniel Echtle aus Schopfheim, der erstmals an einem Rennen teilnahm, konnte unter 24 Teilnehmern in der Schülerklasse den 11. Platz belegen.
Zur Einstimmung auf die österliche Karwoche ist der Freiburger Domchor in der katholischen Pfarrkirche St. Bernhard zu Gast und besticht mit einem bemerkenswerten, besinnlichen Vokalkonzert.
12. April 1992
Wie jedes Jahr an Palmsonntag, wird in der katholischen Stadtpfarrei der alte Brauch des Anfertigens von Palmsträußen und die Durchführung von Prozessionen wiederbelebt. Die Kirche konnte die vielen Besucher fast nicht fassen, so groß war die Schar der Teilnehmer am Familiengottesdienst.
14. April 1992
Die provisorische B 317-Umfahrung sorgt kurz nach Inbetriebnahme bereits für Wirbel. Das MT sieht sogar einen Skandal darin, daß kein einziges Schild an der B 317 in Gündenhausen dem Autofahrer verrät, daß er über die Hohe-Flum-Straße provisorisch auf der neuen Umgehungsstraße nach Wehr oder Säckingen fahren kann. Vom Straßenbauamt in Säckingen ist daraufhin zu erfahren, daß man bewußt auf eine Lenkung des Verkehrs verzichtet hat. Die Gündenhausener Zufahrt hält man eh nur für ein »komisches Provisorium« und fürchtet bei einer zu schwierigen Beschilderung ein Durcheinander. So vertraut man darauf, daß sich die mögliche Nutzung bei den Einheimischen »möglichst schnell herumspricht«.
16. April 1992
In einem internen Arbeitskreis möchte der Vorstand der Verkehrswacht Wege und Möglichkeiten einer vernünftigen Verkehrsplanung für die Stadt diskutieren. Dabei ist auch die Meinung der politischen Parteien erwünscht, macht Vorsitzender Berthold Dietsche deutlich.
19. April 1992
Am Ostermontag wird die Stadthalle Treffpunkt der besten Schlagerinterpreten der Regio. Zum 10. Mal veranstaltet die Turnabteilung des TSG einen Schlagerwettbewerb. Rund 1.000 Besucher erleben einen attraktiven Showabend, den auch ein verpatzter Komiker-Auftritt nicht verderben konnte. Siegerin wurde die 15jährige Steffi Lais aus Schönau.
20. April 1992
Drei junge Sportler werden im Rathaus von Bürgermeister Klaus Fleck für ihre großen Erfolge geehrt: Nicole Grether wurde in diesem Jahr Deutsche Juniorenmeisterin im Badminton-Einzel und Deutsche Jugendmeisterin im Doppelwettbewerb. Andreas Knüppel ist frischgebackener Deutscher C-Jugendmeister im griechisch-römischen Stil bei den Ringern. Im freien Stil kam Dirk Brugger bei den C-Jugendmeisterschaften auf den 3. Platz.
Bei herrlichem Frühlingswetter zieht es wieder eine große Zuschauermenge an den Eichener See zum Eierspringen. Nicht zuletzt die schöne landschaftliche Kulisse macht diesen traditionellen Osterbrauch in Eichen zu »der« Attraktion.
Auch auf dem Wiechser Schulhof war das Eierspringen ein Riesenspaß für Groß und Klein.
22. April 1992
In der Roggenbachstraße wird die Grünfläche gegenüber der Friedrich-Ebert-Schule abgeholzt. Dabei mußte auch eine alte Linde fallen. Die Baumfällaktion stößt auf Protest der Anwohner und der Naturschützer, ist doch das Fällen von Bäumen während der Blütezeit verboten. Das Ordnungsamt bestätigt dann die Rechtmäßigkeit der Aktion, da es sich um eine abgesicherte »Ausnahme« handelt. In dichter Bebauung sollen auf dem Grundstück nun 16 Wohnungen erstellt werden.
In einer außerordentlichen Hauptversammlung der Leichtathletikabteilung des Sportvereins Schopfheim präsentiert Clemens Fabrizio endlich einen Nachfolger als Abteilungsleiter. Jörg Schneider wird einstimmig zum Chef der Leichtathleten gewählt. Fabrizio hatte sein Amt, das er viele Jahre kommissarisch innehatte, bei der letzten Hauptversammlung niedergelegt, ohne daß ein Nachfolger bereitstand. Stellvertreter wurde nun Heinz Trefzer.
23. April 1992
Bürgermeister Klaus Fleck erklärt die bisherigen Pflug-Kaufhaus-Pläne für endgültig gescheitert. Er verabschiedet sich schweren Herzens von seinem Wunschprojekt, das auch aus seiner Sicht jetzt nicht mehr zu realisieren ist. Es wird eine – nach langer Zeit wieder öffentliche – Beratung im Gemeinderat geben. Die Zeitungen gehen in ihren Kommentaren ausführlich und wertend auf die Position des Bürgermeisters in dem Kaufhaus-Projekt ein.
Albert Schelb wird nach 28 Jahren Tätigkeit als Ausbildungsmeister bei der Firma Rietschle in den Ruhestand verabschiedet. Er hat in den zurückliegenden Jahren fast 300 Jugendliche in verschiedenen Berufen ausgebildet.
Für das Höhliplatz-Vereinsheim mit Aufenthaltsraum und Duschen, das der Turnverein Wiechs in Eigenarbeit errichten will, sind jetzt DM 8.000,- Landeszuschuß zugesagt worden, freut sich Ortsvorsteher Grässlin.
Die Stadt will nun das ehemalige Schlachthaus in der Mattenleestraße doch nicht zum Jugendhaus umbauen. Angesichts der angespannten Finanzlage ist ein Verkauf des Gebäudes vorgesehen. Vorgeschlagen wird, das Jugendhaus und das »Irrlicht« im Sport- und Freizeitbereich Oberfeld in einem oder zwei eigens zu errichtenden Gebäuden in Holzständerbauweise unterzubringen. Die Verwaltung hält auch den neuen Standort für günstiger in Bezug auf »Nachbarschaftsstörungen«.
Urabstimmung im Bauhof. Einige Tage später wird klar, daß die überwältigende Mehrheit bei den städtischen Bauhofarbeitern für den Streik war.
24. April 1992
Für die gesamte Bannmatt, d. h. auch für die Autofahrer in der Schwarzwaldstraße, gilt jetzt Tempo 30. Die Stadt löst damit das den Anwohnern gegebene Versprechen ein, nach Inbetriebnahme des Umgehungsstraßen-Teilstücks hier eine verkehrsberuhigte Zone zu schaffen.
Dem Briefmarkensammlerverein fehlt der Nachwuchs, wird an der Generalversammlung deutlich. Man bereitet sich auf das 25jährige Jubiläum vor, das Anlaß zu einigen Veranstaltungen sein wird. Clemens Fabrizio übergibt nach 20jähriger Tätigkeit für den Verein sein Amt als Kassenwart an Gerhard Buchheimer.
25. April 1992
In seinem »Brief aus Poligny« berichtet Eugen Herzog von den Departementswahlen, bei denen auch dort die GRÜNEN einen beachtlichen Erfolg errangen. Wieder ist über ein Fischsterben zu klagen, das durch Verunreinigung des Baches Orain verursacht wurde und den Petri-Jüngern den Spaß verdarb.
Der Bürgermeister reagiert auf die Forderung der SPD nach einem Haushaltssanierungskonzept ablehnend. Der Verwaltungschef sieht keinen Anlaß, in einer Sondersitzung über die finanzielle und wirtschaftliche Situation der Stadt zu beraten. Er legt eine umfangreiche eigene Analyse der städtischen Finanzlage vor, in der er beweisen möchte, daß die Stadt »ordentlich gewirtschaftet« hat und der Haushalt keiner Sanierung bedarf.
Bei seinem Jahreskonzert in der Stadthalle bot der Musikverein Fahrnau auch diesmal klangvolle Leckerbissen. Das Jugendblasorchester »Chromaphonia« unter Leitung von Ulrich Winzer stellte sich vor. Die jungen Leute aus verschiedenen Vereinen der Regio haben es sich zur Aufgabe gemacht, hochwertige Musikliteratur vorzutragen. Aber auch das Jugendorchester unter der Leitung von Stefan Ruf feierte an diesem Abend seinen ersten Auftritt. Der Musikverein Fahrnau erhält im zweiten Teil stürmischen Applaus der zahlreichen Zuhörer.
Die »Enninger« halten bei ihrer Jahreshauptversammlung Rückblick auf eine gelungene Fasnachtskampagne. Viel Lob gab es für den »Super-Statthalter« Wolfgang Bühler. Der gesamte Vorstand unter der Führung von Anton Weber wurde einstimmig bestätigt.
Der Ortschaftsrat Gersbach hadert mit den Beschlüssen des Gemeinderates. Man will eine höhere Priorität bei der Bebauung von Grundstücken und damit für deren Erschließung erreichen.
Vor wenigen Tagen wurde bei der Hauptversammlung der Segelfluggruppe Schopfheim Detlef Barth nach elfjähriger Vorstandstätigkeit abgelöst. Aus beruflichen Gründen stellt er das Amt seinem Nachfolger Diethard Schaubhut zur Verfügung.
Wachablösung beim Auma-Zinken. Nach neun Jahren Amtszeit legt Joachim Brokatzky das Zepter als Zinkenvogt in die Hände der Nachfolgerin Ilona Jahn.
Die Schopfheimer Firma »Taurus« setzt sich gegen die Vorwürfe, die in den letzten Tagen und Wochen gegen sie erhoben wurden, zur Wehr. In einer Presseerklärung, so teilt das MT mit, will man die Verantwortung auf andere lenken.
Eugen Herzog aus Poligny weiß viel Interessantes über seine Heimatstadt zu berichten. Das Problem mit dem Gymnasium, so meint er, scheint noch nicht endgültig gelöst zu sein. Interessant ist ein Jugendrat, der gewählt wurde und dieser Tage wohl zum ersten Mal – unter der Leitung von Frau Grand und Frau Munier – zusammentrat.
Einen Riesen-Beifall ernteten die Akteure des Gersbacher Musikvereines beim Frühlingskonzert in der Aula der Gersbacher Schule.
26. April 1992
Hermann Unger, 20 Jahre lang Stadtbaumeister der Stadt Schopfheim, feiert heute seinen 70. Geburtstag.
In der Kirche St. Bernhard gehen 59 Buben und Mädchen aus Schopfheim und den Ortsteilen zur Ersten heiligen Kommunion.
27. April 1992
Bürger, Gewerbeverein und Stadträte ließen in der Gemeinderatssitzung ihrem Unmut über die jüngste Verkehrsmisere freien Lauf: Verstopfte Innenstadt, überlastete Himmelreichstraße, wenig Entlastung durch die Teilöffnung der Umgehungsstraße und verfrühte Einführung von Tempo 30 in der Schwarzwald- und Roggenbachstraße erregen die Gemüter. SPD-Stadtrat Cremans nannte die Teilöffnung der Umgehungsstraße »ein weiteres Beispiel dafür, wie man Bürger frustrieren kann«. Eine bessere Nutzung der Umgehungsstraße erhofft sich nun der Gemeinderat mit der Forderung ans Straßenbauamt, an der Einfahrt in die Hohe-Flum-Straße in Gündenhausen einen Wegweiser zur Umgehungsstraße anzubringen.
Im Gemeinderat werden die Weichen für eine Unterbringung von JuZ und »Irrlicht« im Oberfeld gestellt. Die Räte, die sich von der neuen Entwicklung überrascht zeigten, erteilten der Verwaltung den Auftrag, Untersuchungen anzustellen und genauere Pläne vorzulegen. Für beide Einrichtungen sollen Neubauten in einfacher Holzbauweise errichtet werden. Der Schlachthof soll verkauft werden. Die Vertreter des »Irrlicht«, denen die Suche nach einer neuen Bleibe immer dringender wird, stehen dieser Idee eher ablehnend gegenüber. Sie liebäugeln mit dem alten Schützenhaus am Entegast und glauben, daß sie mit Eigenarbeit in einem Altbau besser ihre räumlichen Vorstellungen verwirklichen können.
In nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung wird das Verlangen auf Schadensersatz für die verhinderte Verwertung des Grundstücks Ecke Feldbergstraße/Himmelreichstraße abgelehnt. Hier wurde nach Protesten wegen des bedrohten Grünbestandes der Bauantrag für ein Wohn- und Geschäftshaus abgelehnt. Die betroffene Firma erhebt den Vorwurf, es werde mit zweierlei Maß gemessen: Die Stadt lasse es zu, daß in der Roggenbachstraße Bäume zugunsten eines 16-Familienhauses fallen durften, während in der Feldbergstraße der Naturschutz angeführt werde, um die Bebauung zu verhindern.
Nicht neu ist die Mitteilung der Bundesbahn auf eine Anfrage von Stadtrat Härzschel hin, daß am Schopfheimer Bahnhof keine Toilette durch die Bundesbahn eingerichtet und finanziert wird.
In Eigeninitiative wird in Kürnberg der Abwasserkanal verlegt. Elf Grundstückseigentümer arbeiten an diesem Projekt, um ihre Häuser anzuschließen oder neue Häuser bauen zu können.
Der erst vor wenigen Wochen aus dem Singkreis gegründete Frauenchor steht, wie man heute in der Zeitung lesen kann, auf »gesunden Beinen«, denn mehr als zwanzig Frauen seien derzeit schon mit von der Partie.
Der Nachtragshaushalt 1992 wird vom Gemeinderat verabschiedet, jedoch wird der Antrag der SPD auf Haushaltskonsolidierung, der in der Gemeinderatssitzung behandelt werden sollte, ebenso wie die gesamte Pflugproblematik, auf Antrag vertagt.
Zum »Irrlicht« und Jugendzentrum konnte sich der Gemeinderat noch nicht endgültig entscheiden. Die Verwaltung schlug vor, das Projekt Schlachthaus für das Jugendzentrum aufzugeben und dafür einen Neubau im Oberfeld zu errichten, da dies kostengünstiger sei. Für das »Irrlicht«, das ab Juni keine Bleibe mehr hat, schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat ebenfalls einen Neubau im Oberfeld vor. Die Irrlichter, die mit fast 50 Personen in der Gemeinderatssitzung waren, wollen hingegen diesem Projekt noch keine Sympathie schenken, sie wollen vielmehr das Schützenhaus als künftige »soziokulturelle Einrichtung«.
Die SPD zeigt sich sehr verärgert über die mangelnde Verkehrslenkung zur provisorischen B 317-Umfahrung hin. Im Gemeinderat spricht man sich nun dafür aus, eine Ausschilderung vorzunehmen. Unklar bleibt bei der Diskussion, ob im Sommer die Straße noch einmal für sechs Wochen gesperrt werden soll, um Erdaushubtransporte besser und mit größeren Fahrzeugen vornehmen zu können.
Bürgermeister Fleck gibt in der Gemeinderatssitzung bekannt, daß Franz Hoch im Rahmen des Lehrermodells weitere fünf Jahre Leiter der vhs Schopfheim bleibt. Die Lohnkosten werden größtenteils vom Land getragen.
28. April 1992
Auch in Schopfheim sind die Auswirkungen des Streiks im öffentlichen Dienst zu spüren. Die Arbeiter des Bauhofs und der Straßenmeisterei werden zwei Tage streiken. Nicht bestreikt werden Stadtgärtnerei und Wasserwerk. Busse und Züge fahren, auch im gesamten Bezirk der Oberpostdirektion wird nicht gestreikt. Dennoch ist mit Verzögerungen zu rechnen.
Der Schach-Club Schopfheim schafft den Aufstieg in die Landesliga. Nach über 20 Jahren kehrt der Club damit in diese Spielklasse zurück. Den großen Erfolg errangen Hans Walliser, Michael Rümmele, Wolfgang Sommer, Franz Hoch, Helmut Jendryssek, Karl Ganz, Alfred Müller und Ingo Osswald.
Bei einer Diskussionsveranstaltung des Gewerbevereins mit der CDU- und FWV-Fraktion über das Verkehrskonzept räumen die Stadträte offen ein, daß die Einführung von Tempo 30 in der Schwarzwaldstraße und Roggenbachstraße zum jetzigen Zeitpunkt ein großer Fehler war. Man sieht ein, daß der Verkehr auf einige Längsachsen verteilt werden muß, um nicht alles auf die Hauptstraße zu konzentrieren. Es ist ein Antrag vorgesehen, diese Entscheidung wieder rückgängig zu machen. In Sachen Pflug favorisiert man gemeinsam eine »kleinteilige Lösung«, bei der allerdings als Magnet ein größerer Einkaufsmarkt mit 800 bis 1.000 qm hinzukommen muß. Dieter Leppert und Kurt Härzschel versprechen, daß der Gewerbeverein schon in einem frühen Stadium in die neuen Pläne miteinbezogen werden soll.
Der städtische Bauhof wird bestreikt. Nach Auskunft der ÖTV haben sich in Schopfheim 94,9% der Gewerkschaftsmitglieder für einen Streik
der Gemeinderatssitzung behandelt werden sollte, ebenso wie die gesamte Pflugproblematik, auf Antrag vertagt. Zum »Irrlicht« und Jugendzentrum konnte sich der Gemeinderat noch nicht endgültig entscheiden. Die Verwaltung schlug vor, das Projekt Schlachthaus für das Jugendzentrum aufzugeben und dafür einen Neubau im Oberfeld zu errichten, da dies kostengünstiger sei. Für das »Irrlicht«, das ab Juni keine Bleibe mehr hat, schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat ebenfalls einen Neubau im Oberfeld vor. Die Irrlichter, die mit fast 50 Personen in der Gemeinderatssitzung waren, wollen hingegen diesem Projekt noch keine Sympathie schenken, sie wollen vielmehr das Schützenhaus als künftige »soziokulturelle Einrichtung«.
Die SPD zeigt sich sehr verärgert über die mangelnde Verkehrslenkung zur provisorischen B 317-Umfahrung hin. Im Gemeinderat spricht man sich nun dafür aus, eine Ausschilderung vorzunehmen. Unklar bleibt bei der Diskussion, ob im Sommer die Straße noch einmal für sechs Wochen gesperrt werden soll, um Erdaushubtransporte besser und mit größeren Fahrzeugen vornehmen zu können.
Bürgermeister Fleck gibt in der Gemeinderatssitzung bekannt, daß Franz Hoch im Rahmen des Lehrermodells weitere fünf Jahre Leiter der vhs Schopfheim bleibt. Die Lohnkosten werden größtenteils vom Land getragen.
28. April 1992
Auch in Schopfheim sind die Auswirkungen des Streiks im öffentlichen Dienst zu spüren. Die Arbeiter des Bauhofs und der Straßenmeisterei werden zwei Tage streiken. Nicht bestreikt werden Stadtgärtnerei und Wasserwerk. Busse und Züge fahren, auch im gesamten Bezirk der Oberpostdirektion wird nicht gestreikt. Dennoch ist mit Verzögerungen zu rechnen. Der städtische Bauhof wird bestreikt. Nach Auskunft der ÖTV haben sich in Schopfheim 94,9% der Gewerkschaftsmitglieder für einen Streik ausgesprochen. Weitere Streikmaßnahmen sind bisher nicht in Sicht. Wasserwerk und Gärtnerei streiken jedoch nicht.
Der Schach-Club Schopfheim schafft den Aufstieg in die Landesliga. Nach über 20 Jahren kehrt der Club damit in diese Spielklasse zurück. Den großen Erfolg errangen Hans Walliser, Michael Rümmele, Wolfgang Sommer, Franz Hoch, Helmut Jendryssek, Karl Ganz, Alfred Müller und Ingo Osswald.
Bei einer Diskussionsveranstaltung des Gewerbevereins mit der CDU- und FWV-Fraktion über das Verkehrskonzept räumen die Stadträte offen ein, daß die Einführung von Tempo 30 in der Schwarzwaldstraße und Roggenbachstraße zum jetzigen Zeitpunkt ein großer Fehler war. Man sieht ein, daß der Verkehr auf einige Längsachsen verteilt werden muß, um nicht alles auf die Hauptstraße zu konzentrieren. Es ist ein Antrag vorgesehen, diese Entscheidung wieder rückgängig zu machen.
In Sachen Pflug favorisiert man gemeinsam eine »kleinteilige Lösung«, bei der allerdings als Magnet ein größerer Einkaufsmarkt mit 800 bis 1.000 qm hinzukommen muß. Dieter Leppert und Kurt Härzschel versprechen, daß der Gewerbeverein schon in einem frühen Stadium in die neuen Pläne miteinbezogen werden soll. CDU und Freie Wähler sprechen mit dem Gewerbeverein über das Pflugareal. Dabei gehen die Vorhaltungen Richtung Bürgermeister, aber auch Richtung Gemeinderat. Nicht zuletzt wenden sich aber auch Gemeinderäte gegen den Gewerbeverein, von dem man mehr Unterstützung erwartet hat.
Vorhang auf für »Clown August«: Ein Theaterstück von Pavel Kohout verfolgten nahezu 400 Kinder sehr kritisch in der Stadthalle. Die jungen Zuschauer buhten sogar teilweise die Schauspieler aus.
29. April 1992
Die diesjährige Bezirksrindviehschau des Kander- und Wiesentales veranstaltet der Rinderzuchtverband Titisee-Neustadt in diesem Jahr in Gersbach. 63 Kühe und Bullen präsentieren eine überzeugende Leistungspalette.
Paul Eckenstein konnte dieser Tage bei der Firma Rietschle das 40jährige Betriebszugehörigkeitsjubiläum feiern. Aus den Händen von Bürgermeister Fleck erhielt er Ehrenmedaille und Ehrenurkunde des Landes Baden-Württemberg.
Bernhard Ruf, Hausmeister des Rathauses, verhinderte Schlimmeres. Er entdeckte beim ehemaligen Feuerwehrgerätehaus einen Brand, der dann durch die Feuerwehr, die um 15.53 Uhr alarmiert wurde, gelöscht werden konnte. Es wird Brandstiftung vermutet. Im Gebäude ist noch eine Wohnung von einer Asylbewerberfamilie bewohnt.
Nun kam er doch, der Osterhase. Dem Vermächtnis von Frau Kym folgend, sollte das Osterhasenfest des Kindergartens am Marktplatz im Stadtpark stattfinden. Gemeinderäte, insbesondere Stadtrat Leppert, wollten hierüber wachen. Wetterbedingt mußte man den Termin zweimal verschieben. Man feierte das Fest nun im Kindergarten, sicher auch im Sinne der Stifterin.
30. April 1992
Im Rechtsstreit ums Wasserrauschen am Bifig-Wehr unterliegt die Stadt vor dem Verwaltungsgericht. Der von den Anliegern als störend empfundene Lärm muß gedämmt werden, auch wenn er von einer natürlichen Lärmquelle wie dem Wasserrauschen herrührt. Die Stadt muß nun den Gewerbekanal auf einer Länge von 25 Metern überdeckeln.
Der städtische Bauhof nimmt nach zwei Tagen Streik die Arbeit wieder auf. Außer einigen überquellenden Papierkörben hat man vom Streik in Schopfheim nicht allzuviel bemerkt.
Bei der vor Tagen stattgefundenen Hauptversammlung des BUND wurde die Crew um Dr. Ruth Noack einstimmig wiedergewählt.
Wie jeder Verein oder jede Gruppierung blickt auch der »Hexenzinken« an der Generalversammlung auf das vergangene Jahr zurück. Ein erfolgreiches Jahr fand Niederschlag im Jahresbericht. Die Wahlen ergaben nichts Neues: Gerhard Kiefer bleibt weiterhin zweiter Zinkenvogt.
01. Mai 1992
Deutschlands Wandertag wird auch in Schopfheim begangen. Die Vereine bauen ihre Maischenken an vielen Stellen im Stadtgebiet auf.
02. Mai 1992
Einen absoluten Höhepunkt des Jahres schafft Franz Hoch mit seinem ersten vhs-Fest. Am Abend erlebten die Zuschauer der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadthalle ein unterhaltsames Programm. Akteure der Volkshochschule selbst, die »Pepperhouse Stompers« und nicht zuletzt »Harry and the Hipswingers« aus Freiburg waren es, die die Zeit der 50er nach dem Geschmack der Gäste wiederbelebten. Am Nachmittag erfreuten sich die Kinder am sehr sorgfältig ausgewählten Programmangebot.
Vom evangelischen Kirchenchor Kleinmachnow sind Mitglieder bei der Partnergemeinde in Schopfheim zu Gast.
Mit Uschi Wüst, der Zinkenvögtin des »Sternenzinken«, blicken die aktiven und passiven Mitglieder auf ein erfolgreiches Jahr zurück.
Ein schönes, altes Sandsteinhaus wurde in der Friedrichstraße abgebrochen. Die so entstandene Baulücke soll jetzt ein Neubau füllen.
Brandstiftung im Pflugareal: Die Polizei konnte drei Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ermitteln. Sie hatten am Mittwoch in den ehemaligen Feuerwehrgaragen einen Brand gelegt. Eine russische Familie, die im Haus wohnt, kam dabei gottlob nicht zu Schaden.
Der Gersbacher Achim Maier fuhr am Wochenende zusammen mit Herbert Kummle auf dem Nürburg-Ring in einem 4-Stunden-Rennen auf den ersten Platz.
Mit Genugtuung schauten die Narren aus Gündenhausen bei ihrer Hauptversammlung im Hexenheim auf das vergangene Jahr zurück. Die Gruppe um den Hexenvogt Walter Schott durfte auch die Gratulation der Narrenzunft für ihre besonderen Leistungen entgegennehmen.
Zum traditionellen Turnerkränzle treffen sich Fahrnaus Turner, um einen gemeinsamen, gemütlichen Familienabend in der Festhalle zu begehen, einen Abend voll guter Unterhaltung.
Ein nicht alltägliches Jubiläum feiert Hans Reif, Kämmerer der Stadt Schopfheim. Er trat vor 40 Jahren in den Dienst der Stadtverwaltung als Lehrling ein. Im März 1980 wurde der Stadtverwaltungsrat zum Leiter der städtischen Finanzverwaltung ernannt. Der Bürgermeister gratuliert auch im Namen des Ministerpräsidenten für die lange Tätigkeit im öffentlichen Dienst bei ein- und demselben Arbeitgeber.
03. Mai 1992
In der Galerie »Grüne Schlange« wird eine Ausstellung mit dem Arbeitstitel »Ton« eröffnet. Mit von der Partie ist der Schopfheimer Peer Clahsen im Rahmen einer Wanderausstellung des Landesgewerbeamtes Baden-Württemberg.
04. Mai 1992
Der Tarifstreik im Öffentlichen Dienst ist auch in Schopfheim wieder – oder weiterhin – zu spüren: Die Arbeiter der Straßenmeisterei sind erneut im Streik. 19 Arbeiter des städtischen Bauhofes streiken ebenfalls.
Im Umweltausschuß berichtet Herr Praetzel vom Eigenbetrieb »Abfallwirtschaft« über die Müllkonzeption des Landkreises. Es wird viel gesprochen, man trennt sich aber, ohne die besonders die Kommunalpolitiker drückenden Probleme gelöst zu haben.
Seit einem Jahr, so beschwert sich Klaus Dürrschnabel für die Gemeinschaft »Pro Langenau« und den Ortschaftsrat gleichsam, warte man auf die Antwort vom Landratsamt auf einen Brief, in dem Fragen zur Mülldeponie gestellt wurden. Die Geduld sei nun am Ende.
05. Mai 1992
Die 5. Internationalen Orgeltage Schopfheim werden vorbereitet. Matthias Schneider informiert, daß in diesem Jahr Matthias Eisenberg, früher Organist am Leipziger Gewandhaus, Lynn Zeigler-Dickson aus den USA sowie die finnische Organistin Maija Lehtonen in Schopfheim musizieren werden.
Bei der ÖTV und beim Kreiskrankenhaus denkt man über die Beteiligung am Streik nach.
Mit großer Genugtuung diskutiert der Vorstand der Schopfheimer Sozialdemokraten das Wahlergebnis zur Landtagswahl. Man sei, so ist von Dr. Noller zu hören, entschieden gegen eine große Koalition in Bonn, viel schwieriger stelle sich die Frage in Baden-Württemberg. Robert Zapp sagte, daß nachdem das Liebesgeplänkel der CDU mit den GRÜNEN erfolglos geblieben sei, sich die SPD der staatspolitischen Verantwortung nicht entziehen könne. Karl Selz meinte, die SPD dürfe der CDU nicht mithelfen, die gemachten Fehler auszubügeln und plädierte für eine Minderheitsregierung der CDU. Damit fand er aber keine Mehrheit. Walter Faller sah keine Alternative zur großen Koalition und faßte seine Meinung in den Satz: »Der Not gehorchen und nicht dem eigenen Antriebe«.
Gegen Abend mußte die Feuerwehr ausrücken, um einen Ölfilm auf dem »Floßkanal« zu binden.
06. Mai 1992
Das Berufsgericht der Ärztekammer tagte erneut in der Sache der Schopfheimer Krankenhausärzte. Zunächst ist mit keinem Urteil zu rechnen, die Verhandlungen werden erst am 18. Mai fortgesetzt.
Im Alter von 81 Jahren verstirbt Bernhard Köppel, ehemaliger Stadtkapellmeister in Schopfheim und Ehrendirigent des Musikvereines Fahrnau. Er leitete die Geschicke der Fahrnauer Musik 38 Jahre lang, außerdem führte er den Taktstock bei der Stadtmusik Schopfheim während 22 Jahren.
07. Mai 1992
Das Schwimmbad wird nun doch nicht geöffnet, obwohl die Arbeiter des städtischen Bauhofes am heutigen Tage den Streik beendet haben.
Ein Wahrzeichen der Stadt wird kleiner und in einigen Tagen verschwunden sein. Eine Spezialfirma baut den Kamin der Firma Hanf-Union Stein um Stein ab. Eine Sprengung ist unmöglich.
Eine neue Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftshaus »Im Winkel«, ehemals »Bau 4«, liegt vor. Der Gemeinderat wird sich damit zu beschäftigen haben.
Manege frei für den kleinen Zirkus »Aldano«, der für einige Tage im Oberfeld gastiert.
Bei der Firma Demag-Wittig wird ein einstündiger Warnstreik eingelegt.
08. Mai 1992
Jüngst war bei der F.D.P. das Thema »Pflug« auf der Tagesordnung einer Vorstandssitzung. Nach Meinung der Partei stellt die Pflugarealüberbauung mit dem Bau einer Tiefgarage von 150 Stellplätzen, mit Einfahrt aus der Feldbergstraße und Anlieferung aus der engen Friedrichstraße alles andere, als ein sinnvolles Konzept der Verkehrsberuhigung der Innenstadt dar. Die F.D.P. will das Stadtbild erhalten wissen und spricht sich gegen den Abriß des Pfluggebäudes aus.
Hauptversammlung beim Ortsverein Fahrnau des DRK. Helmut Mutter, dem Ersten Vorsitzenden, oblag es, den Dank an seine Mitstreiter auszusprechen.
09. Mai 1992
Im Streit um die Nachfolge von Rektor Diehl an der Grundschule Fahrnau hat das Kultusministerium nun entschieden. Reinhold Fetscher, Lehrer an der Grund- und Hauptschule Zell, wird die Schulleitung übernehmen. Der 43jährige wohnt in Fahrnau.
Mit Bestürzung reagiert die Bürgerinitiative »Für eine menschengerechte Stadt«, denn der Gemeinderat will über ein Verkehrskonzept am Montag beraten. Jörg Rittweger zieht gegen den Vorschlag der Verwaltung ins Feld.
Den bereits traditionellen Frühlingsball veranstaltet der Gesangverein Fahrnau in der Stadthalle. Alle Frauen erhalten als Muttertagsgruß eine Rose überreicht.
Die Hauptversammlung der »Schlatthölzler« ging trotz sehr guten Besuchs und Dank guter Stimmung zügig über die Bühne. Die Angst, daß sich die »Schweibislöser« nach einem Personalverlust auflösen könnten, ist verflogen, denn man hat die ursprüngliche Zahl von 40 Musikern wieder auf der Bühne. Einstimmig erhielt Achim Steinebrunner das Vertrauen, auch weiterhin dem Zinken vorzustehen.
10. Mai 1992
Meinrad Rümmele feiert seinen 65. Geburtstag.
11. Mai 1992
Die GRÜNEN geben zu erkennen, daß sie das Verkehrskonzept vertagen möchten.
Die Firma Arlington-Socks teilt in einer Betriebsversammlung mit, daß 23 Beschäftigte entlassen werden müssen. Die Geschäftslage zwingt das Unternehmen zu diesem Schritt.
Über das Verkehrskonzept wollte der Gemeinderat in seiner Sitzung sprechen. Ein entsprechender Antrag der SPD war hierzu neuerdings Anlaß. Eine große Anzahl von Bürgern kam zur Sitzung und stellte unterschiedliche Bitten vor Eintritt in die Tagesordnung. Elmar Stahl für die Bürgerinitiative »Menschengerechte Stadt« bat in einer langen Erklärung darum, das Thema auszusetzen, bis die Umgehungsstraße in Betrieb sei. Für die Verkehrswacht spricht Berthold Dietsche und bittet den Gemeinderat eindringlich um Beschluß dieses Verkehrskonzeptes, da sich über Jahre hinweg ein Arbeitskreis mit diesem Thema beschäftige und das vorgeschlagene Verkehrskonzept erarbeitet habe. Die jetzt gegen das Konzept formierte Bürgerinitiative hätte vor Jahren auch die Gelegenheit gehabt, an diesem Papier mitzuarbeiten. Schließlich wurde das Thema auf den 29. Juni vertagt.
Über den Haushalt und ein mögliches Sanierungskonzept wollte die SPD reden. Eine umfangreiche Gemeinderatsvorlage bildete die Grundlage für eine Diskussion, die sehr emotional geführt wurde. Uneins war man sich zuletzt über die Argumentation der Verwaltung, daß über Jahre hinweg eigentlich alle Maßnahmen außer Kanal- und Wohnungsbau über Eigenmittel finanziert worden seien. Man wollte diese Argumentation nicht gelten lassen, da dies zwar im Zeitraum von 20 Jahren stimmen mag, aber in einzelnen Haushaltsjahren nicht, da Maßnahmen hier jeweils mit Darlehen finanziert werden mußten.
Das Pflugareal beschäftigte ebenfalls die Ratsrunde. Frau Blümle wendet sich bei dieser öffentlichen Sitzung über das Pflugthema erneut gegen jede bauliche Veränderung und will, daß die gesamte Bausubstanz erhalten bleibt, und daß in diese Gebäude kleine Geschäftseinheiten eingeplant werden. Uneinigkeit bestimmt zunächst das Lager von Freien Wählern und SPD. Die SPD will zunächst nur mit möglichen Betreibern und die Freien Wähler mit möglichen Investoren reden. So war auch ein Antrag der Freien Wähler und der CDU zu verstehen, in nichtöffentlicher Sitzung mit möglichen Investoren ein Programm zu erarbeiten. Man einigte sich dann, mit der Gegenstimme von Frau Blümle, daß das den bisherigen Verhandlungen und Gesprächen zugrundeliegende Nutzungskonzept des großflächigen Einzelhandels für das Pflugareal nicht mehr weiterverfolgt wird. Daneben soll eine nichtöffentliche Sondersitzung mit interessierten Investoren und Betreibern zur Frage der Bebauung des Pflugareals anberaumt werden.
CDU und Freie Wähler stellen einen Antrag, die Temporeduzierung in der Schwarzwaldstraße und in der Roggenbachstraße wieder aufzuheben.
Eine Delegation des Gemeinderates und die Verwaltungsspitze besucht und besichtigt das Pfluggebäude. Ihnen eröffnet sich ein Trümmerfeld. Es gilt nun, polizeirechtliche Schritte gegen die weitere Nutzung einzuleiten.
12. Mai 1992
Der Turnverein Wiechs sucht Freiwillige, die beim Sportheimbau mitarbeiten wollen und bittet zu einem ersten Gespräch ins Schulhaus.
13. Mai 1992
Die letzten Vorbereitungen im Schwimmbad laufen auf Hochtouren, denn morgen soll die Badesaison nun mit einigen Tagen Verzögerung, bedingt durch den Streik, eröffnet werden.
Von nächtlichen Einbrüchen ins Jugendzentrum spricht Jugendbetreuer Hermann. Allerdings kommen die jungen Menschen nach 22 Uhr, wenn das JuZ geschlossen hat. Die meisten kämen, so Hermann der Presse gegenüber, jedoch aus Lörrach. Trotz dieser vom Gemeinderat bemängelten Situation meint der Jugendbetreuer, daß die Arbeit im Jugendzentrum eigentlich gut laufe.
Der SPD-Vorstand befaßte sich in der vergangenen Woche auch mit dem Asylrecht. Man beschloß ausdrücklich, daß das Asylrecht als Grundrecht zu erhalten sei. Allerdings müßten Regelungen gefunden werden, die einen Mißbrauch verhinderten. Auch müsse die Steuerung von Zuwanderungen aus Nicht-EG-Ländern möglich werden.
Bürgermeister Klaus Fleck wird bei der Vollversammlung der Handwerkskammer durch deren Präsident Wilhelm Jung geehrt. Er erhält die goldene Verdienstmedaille der Handwerkskammer überreicht. Er ist damit erst der Zweite, dem diese Ehre im Landkreis zuteil wird. Die Ehrung wird ihm für sein Engagement um das Berufsbildungszentrum Schopfheim zuteil.
Gertrud Strecker stellt in der Sparkasse ihr malerisches Oeuvre aus.
14. Mai 1992
Die Kulturinitiative »Soziokultur e.V.« stellt einen Antrag an die Stadt, den Schlachthof zu kaufen.
Bei der Hauptversammlung des Kunstvereines sprach Hans Theo Baumann darüber, daß man im kommenden Jahr großformatige Bilder ausstellen wolle und hierzu eventuell die alte Stadtkirche nutzen möchte. Gespräche mit der Kirche müssen noch folgen.
15. Mai 1992
Im »Haus der Geschichte« in Stuttgart wird eine Ausstellung gezeigt: »Geschichte in der Streichholzschachtel«. Der 14jährige Schopfheimer Jens Wendt aus der Johann-Peter-Hebel-Schule ist mit seiner Arbeit »Militärstiefel hängen am Nagel« unter den 20 besten Einsendern. Die ganze siebte Klasse fährt mit ihrem Lehrer Konrad Grund nach Stuttgart, um aus den Händen der Kultusministerin Marianne Schulz-Hector die Ehrung entgegenzunehmen. Geehrt mit einem Buchpreis wird auch der Maulburger Wolfgang Bühler aus der gleichen Klasse der Schopfheimer Schule.
16. Mai 1992
25 Jahre alt ist die TSG Ski-Abteilung. Bei diesem Jubiläum in der Stadthalle wurde auch die modische Entwicklung des Skisportes über die Jahrzehnte hinweg deutlich. Eine große Zahl von Gratulanten beglückwünschten den Abteilungsleiter Georg Kötzle zu diesem Jubiläum.
»Medizinisches« beim vhs-Kabarett im Museumskeller.
Auf ein aktives Jahr blickt die Narrenzunft Schopfheim bei der Generalversammlung im Narrenkeller zurück. Die Arbeit um Oberzunftmeister Enrico Blokbergen wird in den vielfältigsten Berichten deutlich. Ihm blieb es auch vorbehalten, Waldemar Lutz für die 13jährige Tätigkeit als Zeremonienmeister zu danken. Lutz möchte diese Arbeit nun nicht mehr weiterführen.
Im Langenauer »Hirschen« trifft sich der »Förderkreis Ferienzentren« zur Generalversammlung. Dietmar Rotzler löst den bisherigen Vorsitzenden Hofert-Thümmig in seinem Amt ab.
Ein denkwürdiges Ereignis am frühen Samstag in Gersbach. Die »Große Tanne« wird gefällt. Von dem 51 Meter hohen Baumriesen bleibt gerade noch ein meterhoher Stumpf übrig, ansonsten liegt das verfaulte Naturdenkmal am Boden. Mit Forstdirektor Rieger und Ortsvorsteher Ühlin treffen sich etliche Schaulustige, um das Fällen der mächtigsten Weißtanne Mittel- und Westeuropas zu sehen. In Brusthöhe hatte sie einen Umfang von 4,80 m, mit einem Holznutzvolumen von 40 qm. Es wird für Fachleute schwer sein, das auf 350 Jahre geschätzte Alter der Tanne zu dokumentieren, da das Innere des Baumes vollkommen faul ist und der wichtige Innenkern fehlt. Dietmar Blum aus Gersbach war verantwortlich für das Fällen dieses Riesenbaumes.
Die Schopfheimer Firma »Taurus« macht erneut Schlagzeilen: Direkt neben dem Landtagsgebäude in Dresden wurden mehrere Tonnen Restsondermüll zwischengelagert. Gegen die Schopfheimer Firma wurde Strafanzeige erstattet.
Im Wohngebiet »Bremt« wird eine Straße nach dem verstorbenen Beigeordneten der Stadt Schopfheim und früheren Bürgermeister von Fahrnau, Walter Brutschin, benannt.
17. Mai 1992
Lynn Zeigler-Dickson gestaltet den Auftakt zu den fünften Internationalen Orgeltagen in Schopfheim. Die amerikanische Organistin spielt in der evangelischen Stadtkirche.
Die Feuerwehr wird zu einem Brand auf der Kreismülldeponie gerufen. Die Wasserversorgung mußte im Pendelverkehr organisiert werden.
Das von Hans-Georg Kolodziej geleitete und organisierte Badminton-Turnier für Hobbyspieler erfuhr eine große Resonanz. Trotz mächtiger Hitze waren rund 120 Damen und Herren in vier Altersklassen gegeneinander angetreten.
Gleich Hochbetrieb herrscht in den ersten Tagen nach der Schwimmbaderöffnung. Mehr als 2.000 Gäste fühlten sich im erfrischenden Naß wohl.
Der Langenauer Musikverein stellt den neuen Dirigenten Jürgen Kiefer vor. Der 23jährige lebt in Häg-Rohmatt.
18. Mai 1992
Das Berufsgericht der Ärzte beschäftigt sich in Freiburg erneut mit den Vorwürfen gegen den Schopfheimer Krankenhausarzt.
Zusätzliche Überquerungshilfen sollen die Schulwege in Schopfheim und Fahrnau erfahren, dies beschloß man bei der Verkehrsschau. Betroffen davon sind die Wiechser- und die Kürnberger Straße.
Zwei Gartenhütten am Nikolaus-Singeisen-Weg werden ein Raub der Flammen. Die Feuerwehr konnte das Abbrennen nicht mehr verhindern, obwohl sie rasch zur Stelle war.
19. Mai 1992
56 Wohnungen entstehen demnächst auf dem Gelände der ehemaligen Hülsenfabrik Herbster. Bauherr wird die Gemeinschaft Rösner & Hupfer aus Grenzach-Wyhlen sein. Noch in diesem Jahr soll mit der Schließung dieser mehr als 100 Meter langen Baulücke begonnen werden.
In den frühen Morgenstunden verstirbt der »Alt-Engel-Wirt« Ernst Schwarzwälder im Alter von 96 Jahren. Der Sportverein verliert mit ihm das letzte noch lebende Gründungsmitglied, denn er hatte im Jahre 1912 zusammen mit anderen Fußballbegeisterten den Vorgängerverein des SVS gegründet.
Über neue Rekorde spricht Franz Hoch bei der vhs-Beiratssitzung. Mehr als 11.000 Unterrichtseinheiten in einem Jahr, dies entspreche einem Zuwachs von 20%, war von ihm zu hören. Die Tendenz nach oben sei ungebrochen. Für das neue Jahr will man versuchen, Eugen Drewermann nach Schopfheim zu bekommen.
Die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz ist zu Gast in der Stadthalle. Ein Konzert für Violine und Violoncello von Brahms – mit den Solisten Gottfried Ackermann aus Konstanz und Markus Stocker aus Winterthur – und eine Sinfonie von Anton Bruckner stehen auf dem Programm. Dirigiert wird das Orchester von Prof. Klaus Eisenmann, GMD am Stadttheater Pforzheim. Insbesondere die Bruckner-Sinfonie begeistert das zahlreiche Publikum.
20. Mai 1992
Vor einigen Tagen traf sich die Fasnachtsgesellschaft Fahrnau zur jährlichen Generalversammlung. Einig war man sich dabei, daß man den 11.11. zur Fasnachtseröffnung beibehalten will.
21. Mai 1992
Um Ehrenfried Barnet will sich eine Gruppe bilden, die sich zum Ziel setzt, durch gemeinschaftliche Nutzung von PKWs einen umweltfreundlichen Beitrag zu leisten. Die Gruppe soll am Beispiel des in München entstehenden »Share-Mobil« gebildet werden.
Peter Reinelt, Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Lörrach, wird Staatssekretär im Umweltministerium.
Um die Mittagszeit bricht ein Brand in einer alten Fabrikhalle an der Hammerschmiedgasse aus. Bei Lackierarbeiten hat sich eine Nitroverdünnung entzündet. Die Feuerwehr bringt das Feuer schnell unter Kontrolle, der Schaden beläuft sich auf DM 100.000,--.
Die 28jährige, in Karlsruhe lebende Autorin Bettina Obrecht liest in der Stadtbibliothek. Von der gebürtigen Lörracherin meint die Rezensentin der Badischen Zeitung, daß nach dem Einblick in deren dichterisches Schaffen noch Erfreuliches zu erwarten sei.
Matthias Eisenberg, Organist in Hannover, spielt auf der Schuke-Orgel der evangelischen Stadtkirche virtuos Werke von Böhm und Buxtehude bis hin zu Reger.
22. Mai 1992
Der Pflugsaal und das ehemalige Feuerwehrgerätehaus sollen nach dem Willen der Stadtverwaltung nun abgebrochen werden. Das Kopfgebäude des Pflugs bleibt aber bestehen, ebenso der Mittelteil zwischen Saal und Pflughauptgebäude.
Geklärt ist nun endgültig, wer die Containerstandorte sauberhalten muß. Es ist dies die »Markgräfler Recycling« in Buggingen und damit die Firma Oschwald.
Jindra Capek, einige Jahre in Schopfheim, nun in Hausen im Wiesental ansässig, stellt derzeit Buchminiaturen in der Gersbacher Galerie »Lochmühle« aus.
Dieser Tage spielten im Café »Irrlicht« die Bands »Identity« aus London und »Sheep on Tree« aus Hamburg.
Der langjährige Leiter der Außenstelle Schopfheim des Staatlichen Hochbau- und Universitätsbauamtes, Kurt Hodapp, ging in den Ruhestand.
Auf einer Fläche von 30 Ar bricht in Gersbach ein Waldbrand aus. Das Feuer, das ein Waldarbeiter entfachte, geriet außer Kontrolle. Die eingesetzte Feuerwehr hatte den Brand jedoch schnell eingedämmt.
23. Mai 1992
Aus der Presse ist das Ergebnis der kommunalpolitischen Beratung bei der SPD in Sachen Pflug zu entnehmen. Man ist gesamthaft für den Abbruch der jetzt bestehenden Saalbauten und des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses.
In einem sehr umfangreichen Brief weiß Eugen Herzog aus der Partnerstadt zu berichten. Man freue sich bereits heute in Poligny auf das Jubiläum im Herbst dieses Jahres. 260 französische Freunde haben sich zum Jubiläum bereits angemeldet.
Stadtmeisterschaft der Hobbykegler im Rosengarten. Der Schopfheimer Sportkegelclub trägt diese Meisterschaft aus. Es beteiligen sich 29 Mannschaften. Bei den Herren siegt im Einzel Rainer Wohlschlag, bei den Einzelkeglerinnen liegt Käthe Kraus auf dem ersten Platz.
Grundschüler der Dr. Max-Metzger-Schule und Schüler der Johann-Peter-Hebel-Schule knüpfen Kontakt bei einem Zaubernachmittag im katholischen Gemeindehaus. Die gemeinsame Aktion soll nicht die letzte ihrer Art gewesen sein. Man plant nun bereits einen gemeinsamen Schullandheimaufenthalt.
Nach 32jähriger Pause fand wieder einmal ein Verbandstag des Südbadischen Ringerverbandes in Schopfheim statt. Delegierte aus nahezu 50 Vereinen trafen sich in der Stadthalle. Das Präsidium wurde zuvor im Rathaus empfangen. Der Vorsitzende der Schopfheimer Ringerabteilung, Wolfgang Böhler, freut sich über diesen wichtigen Tag und durfte das Lob für eine umsichtige Vorbereitung entgegennehmen, ebenso Simon Sigl, der heute im Bereich Oberrhein und im Verband als »die Schopfheimer Ringerlegende« gilt.
24. Mai 1992
Der Männergesangverein Eichen weiht den neuen Yamaha-Konzertflügel in der Hülschenmatthalle während einer Matinée ein. Am neuen Instrument spielt mit sehr viel Innigkeit und Überzeugungskraft Ludwig Scheer.
Zum Abschluß der diesjährigen Orgeltage spielt die Finnin Maija Lehtonen in der katholischen Kirche. Schlußstück des Konzertes war die fis-Moll-Passacaglia von Oskar Merikanto, einem Landsmann der Künstlerin. Jürgen Scharf schreibt in seiner Kritik: »Eine Orgelentdeckung, die man der finnischen Gastorganistin wärmstens zu danken hat.« Bei den damit zu Ende gegangenen Internationalen Orgeltagen hatte man also wieder eine neue Orgellandschaft zu entdecken.
25. Mai 1992
Wegen berufsunwürdigen Verhaltens hat nun das Berufsgericht der Ärzte in Freiburg den Schopfheimer Chefarzt zu einer Geldbuße verurteilt. Welche Vorwürfe im Einzelnen berechtigt und anerkannt wurden, ist nicht publiziert. Der Arzt selbst hat Berufung angekündigt.
»Dem Pflug eine neue Chance«, »Bürgerinitiative gegen Pflugareal-Kahlschlag«. Solche Schlagzeilen beherrschen die Tagespresse. Man will nicht, daß der Gemeinderat heute über den teilweisen Abbruch des Pfluges positiv entscheidet.
Alle 44 Schüler und Schülerinnen am Theodor-Heuss-Gymnasium haben das Abitur bestanden. Für hervorragende fachliche Leistungen wurden Henriette Beikirch, Sibylle Hüber, Dagmar Fischler und Christian Lerner ausgezeichnet. Das beste Abiturientenergebnis mit der Durchschnittsnote von 1,0 erreichte Henriette Beikirch.
Auch die GRÜNEN haben sich gegen den Abbruch des Pfluggebäudes, wie er von der Stadtverwaltung vorgeschlagen worden war, ausgesprochen.
Nach der zweiten Offenlage faßt der Gemeinderat den Satzungsbeschluß für den Bebauungsplan »Auf der Au«. Hoch war die Stimmung im Gemeinderat. Freie Wähler und CDU wollen dem vorgesehenen Abbruch des Pflugsaales und des Feuerwehrgerätehauses zustimmen. Hingegen wollen SPD, die GRÜNEN und Frau Blümle von der F.D.P. auch diesen Abbrüchen nicht zustimmen. Die Motive sind unterschiedlich. Frau Blümle will, daß insgesamt kein Abbruch erfolgt; die SPD will dagegen durch das Stehenlassen der Gebäude auf die Verwaltung einen größeren Druck zur Neubauplanung ausüben. Nach heftigen Diskussionen wurde schließlich zweigeteilt abgestimmt. Der Abbruch des Pflugsaales wurde mit zwölf Ja- zu 15 Nein-Stimmen abgelehnt, das Feuerwehrgerätehaus muß ebenfalls stehenbleiben; denn hier sprachen sich nur neun für und 16 Gemeinderäte gegen den Abbruch aus.
Die Diskussion über die Betreuung von Kindergärten während der Mittagszeit und den Sommerferien ist auch zu Ende. Mangels Interesse werden diese Leistungen nicht angeboten.
Mit viel Emotionen verbunden war auch die Diskussion um die öffentliche Toilettenanlage im Bahnhofsbereich. Zunächst muß versucht werden, die öffentlichen Toiletten im Anna-Kym-Garten wieder nutzbar zu machen. Gleichzeitig hat die Verwaltung aber für den Bauausschuß Alternativ-Vorschläge für den Ausbau der Toiletten im Bahnhofsbereich, deren Unterhaltung oder eventuell für andere technischen Möglichkeiten auszuarbeiten.
25 Jahre Schüleraustausch mit dem Collège Jules Grevy Poligny und 20 Jahre mit der Broxbourne School waren Anlaß für das THG, ein Jubiläum zu feiern. 45 englische und 20 französische Gäste zwischen 14 und 16 Jahren weilten eine Woche in Schopfheim.
Den Fremdenverkehrsbericht des vergangenen Jahres erläutert Jutta Beer dem Gemeinderat.
26. Mai 1992
Die BUND-Vorsitzende Dr. Noack fordert von der Hohe-Flum-Straße über die Umgehungsstraße zur Wiechser Seite einen Steg. Sie meint, daß die Überquerung der verkehrsreichen Wiechser Brücke keine befriedigende Lösung sei.
Dr. Michael Hoffmann, derzeit Pfarrvikar in Weil am Rhein, hat sich um die freie Pfarrstelle St. Michael West beworben.
Sein 25jähriges Bestehen feiert das Autohaus Lehmann. Begonnen hatte Horst Lehmann damals als 28jähriger mit einer Autowerkstatt im »Hammer«. Heute führt er seinen Betrieb in Gündenhausen.
Der BUND beschäftigt sich nun auch mit einem städtischen Verkehrskonzept. Man will den motorisierten Verkehr aus der Stadt hinausdrängen. Dies soll erreicht werden mit Tempo 30 in der Stadt, in Fahrnau, Wiechs, Eichen; Altig und Lus inbegriffen. Der Verkehr soll so weit wie möglich auf die Umgehungsstraße gelotst werden. Eine weitere innerstädtische Längsachse mit Tempo 50 soll nach dem Willen des BUND nicht geschaffen werden. Konsequenterweise lehnt man daher auch die Unterführung Bahnhof-/Wehrer Straße ab. Für den städtischen Beigeordneten Bertsch ist klar, daß eine Gesamtzone 30 über die ganze Stadt gesetzlich nicht möglich ist. Nach seinen Worten sind Tempo 30-Zonen nur in überschaubaren Bereichen möglich, als maximale Ausdehnung würden 1.000 Meter akzeptiert.
Nach längerer Pause finden wieder Konzerte im »Goldenen Löwen« statt.
27. Mai 1992
Seit Anfang dieser Woche gehen die Arbeiten am 2. Bauabschnitt der Umgehungsstraße von der Wehrer Straße in Richtung Fahrnau weiter.
Wenig Erfolg hatte in diesem Jahr Kurt Seger bei der Versteigerung von Fundgegenständen.
28. Mai 1992
Wie überall, sind auch Schopfheims Väter unterwegs, um ihren Vatertag gebührend zu feiern.
Pünktlich zu Christi Himmelfahrt öffnet auch das Schwimmbad in Schweigmatt. Der Besucherstrom hielt sich jedoch in Grenzen, die Wassertemperatur betrug 20,8 °C.
29. Mai 1992
Wie das Markgräfler Tagblatt berichtet, ist in der letzten nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung ein Antrag des »Irrlicht« auf Kauf des Schlachthofes vertagt worden. SPD, GRÜNE und Verwaltung, so liest man, seien gewillt, den Schlachthof dem »Irrlicht« zu geben. Der Antrag auf Vertagung sei von der CDU und den Freien Wählern gestellt worden.
Das Theodor-Heuss-Gymnasium, in den letzten Jahren sehr erfolgreich im Leichtathletikwettbewerb »Jugend trainiert für Olympia«, wird dieses Jahr nicht am Kreisentscheid in Rheinfelden teilnehmen. Die Sportlehrer des THG äußern in einer Presseerklärung ihre Unzufriedenheit darüber, daß trotz der bekannten Dopingmisere im Spitzensport kaum Konsequenzen erfolgten. »Wir möchten ausschließen, daß sportlich begabte Schüler durch diesen Wettbewerb an den Spitzensport herangeführt werden, solange nicht garantiert ist, daß das Problem Doping durch die Arbeit in den Sportführungsgremien aus der Welt geschafft ist«, heißt es weiter.
30. Mai 1992
Zusammen mit den Narren aus Schopfheim feiert die Stadtmusik vor der Stadthalle ein Sommerfest, das im zweiten Jahr wohl schon zur Tradition werden dürfte.
Der Tierschutzverein Schopfheim hat im »Adler« seine jährliche Mitgliederversammlung. Marianne Rädel als Vorsitzende berichtete über das vergangene Jahr und dankte allen, die durch praktische Mitarbeit oder Spenden die Arbeit des Vereines ermöglichten. Der gesamte Vorstand, unter Führung von Frau Rädel, wurde wiedergewählt.
Erster Flohmarkt in der Altstadt in diesem Jahr.
Hubert Klemm aus Eichen wird von der Deutschen Triathlon-Union für die Weltmeisterschaft nominiert.
31. Mai 1992
Dr. Michael Hoffmann, 34jähriger Pfarrvikar, stellt sich der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael West vor.
Vor 40 Jahren gründete sich der Hundesportverein Schopfheim-Langenau im »Metropole«. Grund genug für die Langenauer, befreundete Nachbarvereine zu einem Wettkampf in den Ortsteil einzuladen.
02. Juni 1992
Der Bundesgerichtshof hat dieser Tage den Revisionsantrag des ehemaligen Medina-Chefs abgelehnt.
Das Städtlifestkomitee, Vereinsvertreter und die Stadtverwaltung treffen sich im Rathaussaal, um über das Städtlifest und das Jubiläum mit Poligny zu sprechen. Organisatorische Dinge werden beraten. Man überlegt derzeit, ob der Festakt von 20 Uhr auf den Nachmittag vorverlegt werden soll. Alles in allem sind alle auf das Jubiläum eingestellt. Es soll ein Fest der Menschen beider Städte werden und nicht ein Jubiläum der Förmlichkeiten.
03. Juni 1992
Die Arbeiten für das Sportheim Wiechs haben begonnen. Bereits an zwei Samstagen wurden die Gräben für die Fundamente und die Kanalisation ausgehoben.
»Das gab uns Amerika«, eine Sonderausstellung, die Dr. Ulla Schmid im Museum zusammengestellt hat, wird eröffnet; eine Ausstellung voller Überraschungen. Es ist dies keine Schau, wie sie in diesem Jahr landauf, landab zu sehen ist, sondern eine Dokumentation mit direktem Bezug zum Alltag, für Jedermann nachvollziehbar.
04. Juni 1992
Der Gersbacher Ortschaftsrat beschäftigte sich in den letzten Tagen mit Aufforstungsanträgen. Über die Aussagen einer Bewertungskommission zur Mindestflurkarteiung ist man nicht sehr glücklich. Bemerkt wird auch, daß die »Große Tanne« nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat, denn Wanderscharen pilgern zu diesem nun gefällten Naturwunder.
Das Markgräfler Tagblatt berichtet über das Stadtarchiv und insbesondere über die Arbeit von Erich Adler, der zum Jahresende aus Altersgründen ausscheiden möchte.
Die »Johann-Wolfgang von Goethe-Stiftung« in Basel hat den Schopfheimer Designer Hans-Theo Baumann als einen von vier Künstlern für den Oberrheinischen Kulturpreis vorgesehen. Damit wird das Gesamtwerk Baumanns gewürdigt. Der Preis, der am 24. Juni in Liechtenstein verliehen wird, ist insgesamt mit Sfr. 40.000,- dotiert.
Auf der B 518 kommt es zu einer Kollision zwischen einem Traktor und einem PKW. Die Autofahrerin blieb glücklicherweise unverletzt, obwohl ihr Auto sich überschlug und neben der Straße landete.
05. Juni 1992
In einer Informationsrunde informiert Robert Zapp, Fraktionsvorsitzender der SPD, über die verkehrspolitischen Ziele seiner Partei. Um Autofahrer auf Bus oder Bahn zu bringen, um Radfahren attraktiver zu gestalten, seien im Bahnhofsbereich Umgestaltungen notwendig. Eine überdachte Fahrradhalle sei ebenso nötig wie der geplante Busbahnhof. Diese Einrichtungen können aber erst bezuschußt werden, wenn ein gesamtes Verkehrskonzept vorliegt. Deswegen will die Partei, daß die Planung für die Verkehrsführung im Gemeinderat beschlossen wird.
Die Bürgerinitiative »Für eine menschengerechte Stadt« stellt in einem Leserbrief offene Fragen an den Bürgermeister. Elmar Stahl fragt u. a., ob sich die Stadt weitere DM 100.000,- dafür leisten könne.
Recht erfolgreich verlief vor einigen Tagen ein Wertungsspiel des Harmonikaorchesters Schopfheim in Wehr. Bei den Solisten- und Duowettbewerben der Jugend stand Jana Rabus gleich zweimal auf dem Siegerpodest. Beim Duo war Jochen Wächter noch mit dabei. Den Sonderpokal nahm die erste Vorsitzende, Barbara Weiß, für das Ensemble entgegen.
Zur Generalversammlung treffen sich um den Vorsitzenden Henrik Steingräber die Mitglieder des Sportkegelclubs »Blau-Weiß«. Die Neuwahlen bestätigten den bisherigen Vorstand.
06. Juni 1992
Wenn Querelen das Fahrnauer Dorffest in Gefahr bringen, entscheidet der Bürgermeister. Es bleibt alles, wie es ist; die Vereine können die Schulhausräume wie bisher nutzen.
Wolfram Hogrefe ist seit drei Monaten Umweltberater bei der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee.
07. Juni 1992
Ein schwungvolles Programm bieten die Gersbacher Kraftsportler bei ihrem Pfingstfest in der Aula der Schule.
Die Schopfheimer Senioren der TSG waren beim 41. Landesturnfest in Pforzheim recht erfolgreich.
Hubert Klemm nahm an der ersten offiziellen Meisterschaft im Duathlon teil. 700 Teilnehmer aus 27 Nationen waren dabei. Von den deutschen Teilnehmern war Klemm der Beste.
09. Juni 1992
»Ein kleines Dorf hilft Kindern in Not ganz groß.« Mit dieser Schlagzeile wird eine Aktion Eichener Vereine unter der Schirmherrschaft von Ortsvorsteher Hans Keller und dem Initiator Manfred Heck gewürdigt. Dieser Tage überreichten die Eichener dem »Förderverein krebskranker Kinder e.V.« in Freiburg einen Scheck in Höhe von DM 40.000,-.
Die Museumsgesellschaft meldet sich in Sachen »Pflug« zu Wort. Das Gebäude könne nicht aus der Geschichte der Stadt herausradiert werden, schreiben Vorsitzender Harald Klemm und der zweite Vorsitzende Rudolf Lenzer.
Jörg-Uwe Sanio hat wieder Ideen. In einem offenen Brief meint er, daß das »Irrlicht« die ideale Voraussetzung für den Weiterbetrieb im ehemaligen »Blauen Bock« bei Karsau hätte, ein Haus, das als Nachtclub lange Zeit für Schlagzeilen sorgte.
Reinhold Fetscher erhielt aus den Händen von Schulamtsdirektor Noe die Ernennungsurkunde zum Schulleiter der Grundschule Fahrnau.
10. Juni 1992
Kurt Ueckert stellt seine neueste Publikation »Rund um Schopfheim« mit dem Untertitel »Us dr Heimet verzellt« der Öffentlichkeit vor.
Das Berufsbildungszentrum Schopfheim gehört zu den fünf Projekten im Landkreis Lörrach, die ins Schulbauförderprogramm 92 aufgenommen wurden. Das Land fördert die Maßnahme mit DM 254.000,-.
Nach der erfolgreich verlaufenen Wahl von Dr. Michael Hoffmann erhält die evangelische Kirchengemeinde nun wieder einen Pfarrer. Er wird seine Stelle in Schopfheim voraussichtlich im September antreten.
11. Juni 1992
An der Hauptversammlung des Vereines »Soziokultur Schopfheim« wurde zwar ein neuer Vorstand gewählt, damit ist jedoch die Problematik, daß zum 30. Juni das »Irrlicht« geräumt werden muß, nicht ausgeräumt. Das neue Vorstandsteam hat als wichtigste Aufgabe, das Überleben des »Irrlicht« zu sichern. Mit einer Unterschriftenaktion will man die Bedeutung, die über die Stadt hinaus geht, dokumentieren.
Dieser Tage referierte Stadtkämmerer Hans Reif beim Stammtisch der F.D.P. über die Finanzsituation der Stadt. Er verteidigte dabei die Bildung eines Eigenbetriebes Abwasser. Außerdem meinte er, daß die Bedeutung der Gewerbesteuer als Einnahmequelle weiter zurückginge, während der Einkommensteueranteil künftig die entscheidende Bedeutung haben werde.
12. Juni 1992
Großes Nachdenken und uneinheitliche Vorgehensweise bei den Schopfheimer Schulen. Ob ein schulfreier Samstag eingeführt wird, will das Kultusministerium den einzelnen Schulen überlassen. Beim THG soll bis auf weiteres jedoch darauf verzichtet werden. An der Johann-Peter-Hebel-Schule sprach sich die Lehrerkonferenz einstimmig für die Abschaffung des Samstagsunterrichtes aus. An den Grundschulen und an der Hauptschule der Stadt ist die Entscheidung noch nicht getroffen.
Der Ortschaftsrat Langenau ist verärgert, weil der Tennisclub des Ortsteiles ohne Baugenehmigung eine Umkleidekabine baute. Man ist außerdem verärgert, weil Bäche in der »Holzmatt« geschlossen und in den Kanal abgeführt werden sollen. Allerdings vertritt die Stadtverwaltung hierzu eine ganz andere Meinung. Zur Erschließung dieses Wohngebietes muß die Drainage der Fläche erfolgen.
13. Juni 1992
»Unterwegs im Vertrauen«: Siegfried Fietz macht Station in der Schopfheimer Stadthalle. Auf Einladung der Freien Christengemeinde Schopfheim erfreute er 600 begeisterte Besucher.
Kaninchen und Autolack. Der Schopfheimer Kaninchenzuchtverein veranstaltet die diesjährige Preisschau mit 106 Kaninchen in den Räumen des Autohauses Böhler.
Die Gemeindeversammlung der evangelischen Kirche Fahrnau wählt Helmut Schulz zum neuen Vorsitzenden. Bei der Gemeindeversammlung beschäftigt man sich auch mit dem Bau eines Gemeindehauses und eines neuen Pfarrhauses. Eines sei nun gewiß: weder für das Gemeindehaus, noch für ein Pfarrhaus besitze die Gemeinde auch nur annähernd Eigenmittel.
Vor Tagen traf sich die Zunftmeisterversammlung im Narrenkeller. Die Schopfheimer Narren wählten dabei Enrico Blokbergen erneut zu ihrem Oberzunftmeister. Nach 13 Jahren aktiver Zunfttätigkeit scheidet Waldemar Lutz aus dem Führungsgremium aus. Aufgenommen wurden für ihn Wolfgang Lenz und seine Frau Vera.
Jörg-Uwe Sanio macht wieder von sich reden. Er will nun im Areal der ehemaligen Färberei Burkhardt & Schmidt Einzelhandel und Vergnügungsstätten etablieren. Er meint, der Bebauungsplan »Im Hammer« müsse als Konsequenz aus dem vermeintlichen »Pflugdammbruch« geändert werden.
»Manege frei« für Cowboys und Dompteure hieß es beim Sommerfest des Kindergartens Wiechs. Den Kleinsten bereitete der Nachmittag ebensoviel Spaß wie den Eltern.
14. Juni 1992
140 Schopfheimer fahren gemeinsam zum Käsefest nach Poligny. Sie werden dort freudig begrüßt und aufgenommen. Das Harmonikaorchester spielt am Nachmittag im Festzelt, sehr zur Freude der Franzosen.
Zu einem Dorfgemeinschaftsfest laden Langenauer Vereine und der Ortschaftsrat in den Ortsteil. Zahlreiche Helfer gestalten den Tag in der Festhalle.
Auf dem Fußballplatz Fahrnau treffen sich die Kleinsten, die D-, E- und F-Mannschaften haben ihren 3. Jugendtag während eines Turnieres. Der Sonntag stand ganz im Zeichen von E- und F-Jugendspielen. Die Kleinsten dieser Mannschaften gehen gerade mal in den Kindergarten.
Seit zwei Jahrzehnten veranstaltet die Schützengesellschaft Wiechs ihr Pokalschießen. Zwei Tage lang bewiesen 145 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Zielsicherheit, Konzentration und Nervenkraft.
15. Juni 1992
Bei der evangelischen Kirchengemeinde wird Renée Moucheboeuf als neue Gemeindediakonin vorgestellt. Die in Basel geborene Diakonin war zuletzt neun Jahre in Zaire tätig.
Stadtrat Karlfrieder Andris verstirbt während einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung im Rathaussaal. Erstmals wurde er 1975 in den Stadtrat gewählt, dem er seither ununterbrochen angehörte. Sein handwerkliches Fachwissen setzte er insbesondere in den technischen Ausschüssen sowie zuletzt in den Sonderausschüssen für das Krankenhaus und für das Theodor-Heuss-Gymnasium ein.
Eine kleine Delegation Schopfheimer Gemeinderäte weilt zusammen mit Bürgermeister Klaus Fleck in der schwedischen Partnerstadt Ronneby.
16. Juni 1992
Der Freiburger Bauträger Gernot Pöppel wird ab 1. Juli dieses Jahres die erste Fußballmannschaft des Sportvereines sponsern.
Die IG »Pro Schiene« wendet sich gegen eine Bahnunterführung. Das hierfür vorgesehene Geld sollte lieber in die Verbesserung des Schienenverkehrs gesteckt werden, meint man.
»Unser Herz hängt am Pflug«, stand für die im Gasthaus »Sternen« versammelten Mitglieder der »Muettersprochgesellschaft« und der Museumsgesellschaft fest. Man erinnerte an die Geschichte des Pflug und will gemeinsam für die Erhaltung dieses Gebäudes eintreten.
17. Juni 1992
Das Jahrbuch 1991 ist fertig und wird der Presse vorgestellt.
Einer Nutzungsänderung im ehemaligen Coop-Markt in der Blasistraße 23 in Fahrnau stimmt der Bauausschuß zu. Es soll dort eine Videothek mit einem Eiscafé Einzug halten.
88 Abschlußschüler der Friedrich-Ebert-Schule treffen sich zur Abschlußfeier in der Stadthalle. In seinem kurzen Rückblick ließ Rektor Gabriel das vergangene Schuljahr Revue passieren. Desweiteren informierte er darüber, daß 24 der Entlaßschüler die Mittlere Reife anstreben, 41 direkt in eine Lehre gehen und 43 Schüler die ein- bzw. zweijährige Berufsfachschule absolvieren werden. Zwei Schüler wollen ein Berufsvorbereitungsjahr ablegen, und einer wird ein Auslandsjahr einlegen.
18. Juni 1992
Mit einer Rettungswanne mußte die Drehleiter der Feuerwehr einen gestürzten und verletzten Bauarbeiter aus einer Baugrube gegenüber der Friedrich-Ebert-Schule hieven.
Das »Internationale Logistik-Forum« diskutiert während zwei Tagen über Straße und Bahn, wobei die Bundesbahn stark kritisiert wurde. Deren Vertreter nahmen am Gespräch in Schopfheim auch nicht teil. Die Zukunft, so ist zu hören, liege in einer EDV-gestützten Logistik, die über intelligente Bordcomputer via Satellit Fahrzeuge und Container zu Lande, zu Wasser und auf der Schiene dirigiert. Geschäftsführer ist Bürgermeister Klaus Fleck.
Die katholischen Christen feiern Fronleichnam. Eine Prozession, die seit Jahren wieder Tradition hat, führte über die Adolf-Müller-Straße, Bismarckstraße, Karlstraße hin zum Schulhof der Dr.-Max-Metzger-Schule.
19. Juni 1992
Unter großer Anteilnahme der Schopfheimer Bevölkerung finden die Trauerfeierlichkeiten für den beliebten Stadtrat Karlfrieder Andris in der überfüllten Alten Stadtkirche St. Michael statt.
Etwas Unruhe gab es bei der Hauptversammlung der TSG Skiabteilung: Georg Kötzle will den Vorsitz abgeben. Bei den dann anstehenden Wahlen löste, wie es in der Presse heißt, die Vorgehensweise des Vorsitzenden teilweise heftigen Widerspruch aus. Man einigte sich auf einen späteren Wahlgang, wählte aber dennoch ein funktionsfähiges Team, das derzeit die Abteilung leitet.
20. Juni 1992
Der Kinderschutzbund Schopfheim trifft Vorbereitungen, um ein Sorgentelefon ab April 1993 einzurichten. Man sucht noch ehrenamtliche Mitarbeiter.
Entschärft ist der Konflikt um das Umkleidegebäude des Tennisclubs Langenau. Im Bauausschuß sagt Beigeordneter Bertsch deutlich, daß der Verein mit der Erstellung des Gebäudes keineswegs illegal gehandelt habe, wie der Ortschaftsrat vor Tagen dem Verein vorgeworfen hatte.
21. Juni 1992
Nach 16 Jahren geht Pfarrer Traugott Stihler, der für den Ortsteil Raitbach zuständige protestantische Pfarrer, nach Kürnbach in Nordbaden. Erwin Jost, Ortsvorsteher von Raitbach, erklärte, es sei ihm ein persönliches Bedürfnis, dem scheidenden Seelsorger für die jahrelange, von Vertrauen geprägte Zusammenarbeit zu danken. Dabei erwähnte er insbesondere die Unterstützung der Spielstube und den lebendigen Jugendkreis.
Die Spielstube Eichen feiert ihr 20jähriges Jubiläum während eines festlichen Gottesdienstes, den Pfarrerin Jobst hielt. Sie würdigte dabei nicht nur die Einrichtung, sondern auch Frau Hoffmann, die seit Beginn, also seit 20 Jahren, in der Spielstube tätig ist. Frau Wirsch ist 15 Jahre und Frau Sütterlin zehn Jahre für diese Einrichtung engagiert.
Zum 33. Jubiläum veranstaltet der »Schlattholzzinken« auf dem Spielplatz an der Roggenbachstraße ein Spielfest. Künftig soll dieses Fest, da es zu einem großen Erfolg wurde, jährlich stattfinden.
22. Juni 1992
Beim Weiterbau der B 317-Umgehung wurden große Mengen Kalk zur Verfestigung des Baugrundes in den Boden gepflügt. Der Wind hat Kalkschwaden zum Schwimmbadgelände getragen, dort lagerten sie sich ab. Die Kalkung wurde einstweilen eingestellt, bis gesundheitliche Fragen geklärt sind.
Wer am Wochenende das Lindenfest der Stadtmusik besuchen wollte, hatte den Gang zum Marktplatz vergeblich angetreten. Wegen kühlen Wetters wurde dieses Fest abgesagt. Ein eventueller Nachholtermin steht noch nicht fest.
Die Ortsgruppe Schopfheim des Schwarzwaldvereins verbrachte eine Woche in der Partnerstadt Ronneby. Man nutzte die Möglichkeit, mit der Jugendkapelle der Stadtmusik nach Schweden zu reisen. Beeindruckt von der herrlichen Landschaft, kehrte die Gruppe nun wieder zurück.
23. Juni 1992
Erneut gibt eine Metzgerei auf: Theo Febon wird am 27. Juni seine Metzgerei in der Hauptstraße aus Altersgründen schließen. Am 14. August soll das Geschäft wieder eröffnet werden. Nachfolger wird der 27jährige Metzgermeister Urs Brändlin sein. Urs Brändlin ist der Urenkel des Geschäftsgründers im vorigen Jahrhundert.
Schopfheims MSC rüstet zum nächsten Motocross, das am kommenden Wochenende auf dem Programm steht. Erneut hat der für Schopfheim startende Matthias Kiok wichtige Meisterschaftspunkte zur Deutschen Motocrossmeisterschaft errungen. Der Höllsteiner belegte den 7. Platz in Northeim bei Göttingen.
Ohne Probleme verabschiedet die Gewährträgerversammlung der Sparkasse ihre neuen Statuten. Darin wird nun festgeschrieben, daß die Sparkasse ein Wirtschaftsunternehmen ist. Es dürfen nun, wie es in den Bedingungen heißt, bankübliche Geschäfte abgewickelt werden. Neu sei, daß der Vorstand unabhängig vom Kreditausschuß und der Kreditausschuß unabhängig vom Vorstand handeln könne.
24. Juni 1992
15 Schüler an der Waldorfschule bestanden ihr Abitur.
Professor Hans-Theo Baumann wird heute der von der »Johann Wolfgang von Goethe-Stiftung« in Basel gestiftete Kulturpreis in Liechtenstein überreicht.
Die letzte Woche im »Irrlicht« ist angebrochen, denn zum 1. Juli müssen die Räume im Gewerbegebiet »Höfen« (Sanio) geräumt sein. Ein volles Programm ist diese Woche noch vorgesehen. Am Freitag, um 21 Uhr beginnt dann die k.o.-Fete.
Zu einem tragischen Unfall kam es dieser Tage auf der Strecke Schopfheim-Gersbach, bei dem eine Frau ums Leben kam.
25. Juni 1992
Keine Gefahr für die Gesundheit besteht durch die Kalkung an der B 317-Umfahrung. Mit Vorkehrungen, die eine Staubentwicklung Richtung Schwimmbad reduzieren oder vermindern sollen, werden die Arbeiten nun weitergehen können. Die Kalkung, die eine weiße Staubschicht über das Schwimmbad legte, war vor Tagen Grund zur Besorgnis.
Fritz Trefzger jun. wird für den verstorbenen Stadtrat Karlfrieder Andris ins Gemeinderatsgremium nachrücken.
Noch geteilter Meinung ist man im Fahrnauer Vereinsparlament über die Nutzung der Schule während des Dorffestes. Im Schützenhaus beriet man dieser Tage, wobei der neue Schulleiter Fetscher, der heute seinen Dienst antritt, den Streitpunkt noch zu klären haben wird, ob der Gesangverein mit seiner Kaffeestube in den Altbau oder in den Keller des Neubaus ziehen muß.
In einem öffentlichen Brief sprechen sich Mitglieder der Museumsgesellschaft für den Erhalt des Pfluggebäudes aus. Beim Gebäude, so sagen die Unterzeichner Lenzer, Arnold, Wittrien, Brändlin und Brüderlin, handle es sich um einen städtebaulichen Akzent ersten Ranges. Man erinnert im Brief auch an die geschichtliche Vergangenheit dieses Gebäudes. Die Fassade wurde ästhetisch mit der des Rathauses gleichgesetzt. Allerdings sei das Gebäude während der letzten 40 Jahre fortlaufend demontiert worden.
Die Firma Trefzer-Druck in Gündenhausen wurde erweitert und hat nun das neue und erweiterte Betriebsgelände an der Hauptstraße in Gündenhausen bezogen.
Arnold Stadler liest aus seinen Romanen »Ich war einmal« und »Feuerland« vor dem gewohnten Publikum in der Stadtbibliothek.
26. Juni 1992
Beide Zeitungen publizieren ein Portrait von Irmi Klemm, die am vergangenen Wochenende in Freiburg am Schauinsland Deutsche Seniorenmeisterin im Berglauf wurde.
Zum Landesentscheid des Badischen Roten Kreuzes in einem Erste-Hilfe-Wettbewerb tritt auch die Gruppe, die im vergangenen Jahr Zweite beim Kreisentscheid wurde, an. Das Schopfheimer Team mit Klaus Deuss, Geraldine Ahlwede, Yvonne Burdenski, Julia Bethlen und Michael Schott erringt bei diesem Landesentscheid unter 14 Gruppen den dritten Platz.
Dem Antrag der »Irrlichter«, das Schlachthaus anzumieten, um dort ihre soziokulturelle Arbeit weiterzuführen, will die Stadtverwaltung nicht stattgeben. Der Gemeinderat wird sich kommende Woche damit zu beschäftigen haben.
Das neue Prachtstück der Feuerwehr, eine fast DM 1 Mio. teure Drehleiter, ist eingetroffen. Kurz darauf mußte die Wehr bereits zu einem Brand nach Wiechs ausrücken, der sich später glücklicherweise als nicht sehr gravierend herausstellte. So hatte die Leiter schon vor der offiziellen Übergabe ihren ersten Einsatz.
27. Juni 1992
Die Dr.-Max-Metzger-Grundschule entschied sich nun mit klarer Mehrheit für den schulfreien Samstag; ebenso die Grundschule Wiechs, die sich damit der Johann-Peter-Hebelschule und den Kaufmännischen Berufsschulen anschließt. Gegen die Abschaffung des Samstagsunterrichtes votierten die Schulen Langenau, Fahrnau, Gersbach und die Friedrich-Ebert-Schule sowie das Gymnasium.
»Ein langersehnter Wunsch ist nun Wirklichkeit geworden«. Mit diesen Worten Werner Lederers, des Vorsitzenden des Tennisclubs Langenau, konnte nach viermonatiger Bauzeit die Tennisanlage in diesem Ortsteil eingeweiht werden.
28. Juni 1992
Mit einem Fußballspiel der Nostalgie feiert der SVS das 80jährige Vereinsjubiläum. Die Altstar-Kickers des SV Schopfheim und des FW Lörrach traten gegeneinander an. Schopfheims Mannen der großen Fußballstunde von einst unterlagen schließlich mit 3:5.
Edward H. Tarr und Irmtraud Krüger-Tarr konzertierten in der katholischen Stadtkirche St. Bernhard. Das Publikum sparte nicht mit Beifall für das international bekannte Künstlerehepaar.
29. Juni 1992
»Splitternackt« sei, so schreibt die Zeitung, gestern ein Mann durch die Innenstadt spaziert.
Bürgermeister Klaus Fleck verpflichtet Bäckermeister Fritz Trefzger in den Gemeinderat. Er tritt die Nachfolge von Karlfrieder Andris an, der während der letzten Gemeinderatssitzung im Rathaussaal verstorben war.
Noch zwei Investoren, so kann man im Markgräfler Tagblatt nachlesen, haben Interesse am »Pflug«. In der Gemeinderatssitzung haben sie sich vorgestellt.
Über das Verkehrskonzept berät der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung. Anlaß war ein Antrag der SPD und der GRÜNEN, das bereits beschlossene Konzept zu vervollständigen. Erstens sollte nach dem Wunsch der Partei die Planung im Bereich Bismarckstraße und Bahnhofstraße schrittweise realisiert werden und die »Park-and-Ride-Plätze« sowie die Fahrradstellplatzanlage und der Busbahnhof fertiggestellt werden. Zweitens soll die Unterführung noch einmal einer Untersuchung unterworfen werden. Zum Dritten wollte man die Planungen erst vergeben, wenn städtische Mittel vorhanden und die Zuschußfrage geklärt seien. Gegner dieses Vorschlages hatten befürchtet, daß die Unterführung tatsächlich gebaut werde, wenn sie einmal geplant sei. Daher sprach sich Kurt Härzschel gegen diese Lösung aus. Auch Dieter Leppert gefiel die Lösung nicht. Er sprach der Unterführung und der Straße die Notwendigkeit ab. Roswitha Blümle ist ebenfalls gegen die Unterführung. Man beschloß dann nach langer Diskussion, die Planung in Auftrag zu geben.
Dem Antrag auf Anmietung des Schlachthauses für das »Irrlicht« entsprach der Gemeinderat noch nicht. Man will sich nach den Sommerferien noch einmal beraten. Die Verwaltung will nicht, daß das »Irrlicht« in den Schlachthof zieht; stattdessen will sie dort Räume für den Bauhof schaffen. Dies sieht Kurt Härzschel von der CDU ebenso.
In der letzten Sitzung vor den Sommerferien hat die Verwaltung den Rechenschaftsbericht für 1991 vorgelegt. Der erhebliche Fehlbetrag von rund DM 4,4 Mio. war dem Gemeinderat längst bekannt und fand auch schon Berücksichtigung beim ersten Nachtrag 1992.
Der Bebauungsplan Rebacker/Rütteberg wurde nun als Satzung im Gemeinderat beschlossen. Eine Flut von Anregungen und Bedenken wertete Stadtrat Bernhard Kuri als große Resonanz in der Bevölkerung. Unter der Bedingung, daß die Kostenobergrenze von DM 550.000,-- nicht überschritten und die Restfinanzierung gesichert werden kann, steht einer Ausschreibung für ein neues Jugendhaus im Oberfeld nichts mehr im Wege. Hochbauamtsleiter Gutmann äußerte Bedenken, daß es gelingen werde, mit DM 550.000,-- den Bau zu realisieren; er schätzt das Bauvorhaben eher auf DM 650.000,--.
Der Gemeinderat beschäftigt sich in seiner Sitzung unter anderem mit der Planung von Schallschutzmaßnahmen am Bifigwehr. Bekanntlich muß die Stadt aufgrund eines Urteils den Kanal teilweise mit einem Deckel versehen. Nun möchte der Gemeinderat wissen, ob es denkbar ist, durch viele kleine Sohlschwellen das Gefälle, bzw. das damit verbundene Tosen des Wassers zu vernichten. Weiter sollte von der Stadt geprüft werden, ob mit einer Rohrturbine nicht Energie gewonnen und der Energiezentrale zugeführt werden könnte. Einstimmig beschloß man, dies zu prüfen, obwohl, so der Beigeordnete, das Urteil rechtskräftig ist und die Stadt keine Alternative zum Deckel mehr hat.
30. Juni 1992
Das Kindersommerferienprogramm wird vorgestellt und soll den Kindern, die während der großen Ferien in Schopfheim verbleiben, abwechslungsreiche Tage bieten.
Vor Tagen feierten die Fahrnauer Grundschüler ihr Schulfest. Dabei konnte man sich über die Fertigstellung eines Biotops bei der Schule freuen. Die Anlage wurde im Wesentlichen von Lehrer Klaus Böttger initiiert und betreut. Schon bald werden sich Libellen und Wasserläufer einfinden.
Gerhard König, ein in Schopfheim lebender Holzbildhauer, arbeitet nun zum dritten Male auf dem Platz bei der Alten Kirche. In diesem Rahmen stellt er einige in den letzten Jahren entstandene Holzskulpturen aus.
Die Sanierung des Gersbacher Bolzplatzes stößt bei der SPD auf Skepsis. Allerdings meinen Artur Cremans und Rolf Strohm, daß die Sanierung überfällig sei, da dieser Bolzplatz ein Höhengefälle von zwei Metern aufweise.
01. Juli 1992
Nach 40 Jahren im Dienst der Schule, davon allein 31 Jahre an der Dr. Max-Metzger-Schule, wird Gisela Würger von Schulamtsdirektor Zimpfer in den Ruhestand verabschiedet.
02. Juli 1992
Die Jugendkapelle Schopfheim reist nach Ronneby ab, um sich dort mit den Musikern der Partnerstadt zu treffen.
Dieter Dietz wurde nach 22 Jahren Vorstandstätigkeit für die Wiechser Buurefasnacht zum Ehrenpräsidenten ernannt. Fritz Streule löst ihn nun in diesem Amt ab. Mit der Ehrenmitgliedschaft wurden auch Werner Baumgartner und Horst Liebmann bedacht.
Konrektorin Brigitte Gamer tritt nach 40 Jahren Schuldienst in den Ruhestand. Davon war sie 28 Jahre lang an der Johann-Peter-Hebel-Schule tätig. Schulrat Westermann meinte, daß sie im Leben für die Anderen den Lebenssinn gesucht und auch gefunden habe.
An der Ortschaftsratssitzung in Gersbach ehrte Bürgermeister Fleck Horst Sutter für mehr als 20jährige Tätigkeit als Gemeinderat der zuerst noch selbständigen Gemeinde Gersbach und später als Ortschaftsrat mit der Ehrenmedaille des Gemeindetages Baden-Württemberg.
Für 40jährige Betriebszugehörigkeit ehrte dieser Tage Bürgermeister Fleck Klaus-Dieter Osswald von der Firma Rietschle.
03. Juli 1992
Das »Aus« für die Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus Schopfheim ist beschlossene Sache. Der Kreistag entschied bei seiner jüngsten Sitzung, diese Abteilung aufzugeben.
Vor 36 Jahren kam Lutz Weberling als Studienassessor an die damalige Handelsschule Schopfheim. Jetzt wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Seit 1971 war er stellvertretender Leiter der Schule.
04. Juli 1992
Zufrieden war man mit dem reibungslosen Verlauf des jüngsten Motocross-Rennens. Dies ist die Schlußbilanz eines Ereignisses, das 2.200 Zuschauer verfolgt hatten. Die oberste Motorsportkommission erteilte den Schopfheimern – so der Vorsitzende Fritz Schrank – gute Noten. Der Zeitplan, der Rennablauf, die Abnahme und die Organisationsunterlagen, aber auch die Pressebetreuung seien sehr gut gewesen, heißt es weiter.
Konsequenzen zeigen jetzt die seit Monaten am Kreiskrankenhaus Schopfheim schwelenden Auseinandersetzungen zwischen zwei Ärzten. Der Kreistag entschied in nichtöffentlicher Sitzung, beiden Medizinern fristlos zu kündigen.
Reibungslos verlief nach Auskunft von Jörg-Uwe Sanio – so die Badische Zeitung – die Übergabe der Räume im Gewerbepark »Höfen«, die bislang vom »Irrlicht« benutzt worden waren.
Die Verantwortlichen des »Irrlicht« veranstalten einen Woodrock im Sengelen. Angesichts des Dauerregens hatten die Initiatoren der Veranstaltung das Programm kurzerhand gekürzt.
Trotz regnerischen Wetters wird das 17. Wiechser Dorffest pünktlich um 17.10 Uhr mit dem Faßanstich durch Bürgermeister Klaus Fleck eröffnet.
Ganz im Zeichen der Blasmusik steht das traditionelle Eckwaldfest in Raitbach.
06. Juli 1992
Die medizinische Abteilung des Kreiskrankenhauses Schopfheim wird ab sofort kommissarisch von Oberarzt Dr. Maraun geleitet. Dies teilt Kreiskämmerer Strittmatter nach der Entlassung des Chefarztes und eines Oberarztes mit.
Voller Stolz präsentiert die Feuerwehr ihr neues Fahrzeug. Stolze 256 PS, ein Automatikgetriebe und ein Gewicht von 14,5 t hat die neue Drehleiter. Das DM 920.000,-- teure Gerät hat eine Leiter mit der beachtlichen Länge von 30 Metern. Mit einem neuen Rettungskorb ausgestattet, wird es den Wehrmännern künftig auch leichter, mit diesem Fahrzeug Rettungen vorzunehmen.
07. Juli 1992
Für ein neues »Irrlicht« demonstrierten nachmittags mehrere Dutzend Jugendliche und Erwachsene in der Schopfheimer Innenstadt. Vor dem Rathaus forderten sie den Gemeinderat auf, den Einzug in den Schlachthof in der Altstadt zu ermöglichen.
In einer Kolumne meint heute Werner Müller, daß die »Irrlichter« beim Holz-Rock auf dem Holzweg waren; denn ein Mitarbeiter der Zeitung wurde nicht nur am Fotografieren gehindert, er wurde schließlich auch gezwungen, seinen Film aus der Kamera zu nehmen. Vermittelnde Gespräche zu führen war nicht möglich und Verantwortliche waren nicht zu finden.
Karl Bäumle erhielt die goldene Ehrennadel der Handwerkskammer Freiburg. Gleichzeitig wurde er zum Ehrenobermeister der Innung ernannt. Wie Kammerpräsident Jung herausstellte, hat sich Bäumle insbesondere um den Standort Schopfheim des Berufsbildungszentrums eingesetzt und verdient gemacht. Hansjürgen Blum wurde als nachfolgender Innungsmeister gewählt. Stellvertreter ist Willi Kiefer, der ebenfalls Bauunternehmer in Schopfheim ist.
08. Juli 1992
Ralf Itzin ist als Vorsitzender der TSG-Radsportgruppe zurückgetreten. Die zweite Vorsitzende, Silvia Schindler, hat nun das Amt kommissarisch übernommen. Im September soll in einer Abteilungsversammlung die endgültige Nachfolge geklärt werden. Persönliche Gründe, so gibt Itzin auf Befragen der Badischen Zeitung an, bewegten ihn zum Rücktritt.
Enttäuschung im Schopfheimer Rathaus: Für die Hochwasserschäden, die sich auf DM 520.000,-- beliefen, hatte die Stadt einen Zuschuß aus dem Ausgleichsstock in Höhe von DM 260.000,-- beantragt. Nun ist eine Ablehnung, allerdings noch ohne Begründung, eingegangen. Was nun passieren wird, weiß Stadtkämmerer Reif noch nicht. Denkbar wäre, bei der Reparatur der Schäden »kürzerzutreten«.
Der BUND legt ein eigenes Verkehrskonzept vor. Eine klare Absage erteilt man der Unterführung bei der Post sowie dem innerstädtischen Ringsystem. Die ganze Stadt soll nach diesem Papier flächendeckend mit Tempo 30 km/h belegt werden.
09. Juli 1992
Auf Hochtouren laufen derzeit die Arbeiten im Fahrnauer Abschnitt der Umgehungsstraße.
10. Juli 1992
Das Markgräfler Tagblatt schreibt, »Carmen« steige im Pflug als Investor ein. Der Gemeinderat habe nichtöffentlich schon zugestimmt, der Bürgermeister wolle heute abend »die Katze aus dem Sack lassen«. Diese Sätze werden mit der Frage verbunden: »Doch noch ein Happy-End im Pflug?«.
»Fühle mich plattgedrückt«, meint Ortschaftsrätin Henny Timmermann bei der Sitzung des Ortschaftsrates in Langenau. Ortschaftsrat Dürrschnabel meint gar, der Bürgermeister wisse sicherlich mehr und blocke ab; man fühle sich beschwindelt und hintergangen. Beim Landkreis ist die Rede von einem Abschnitt 3c bei der Deponie Scheinberg. Von dieser Erweiterung, die 55.000 qm betragen soll, war bisher keine Rede. Bürgermeister Fleck wies die Behauptungen zurück, denn er habe von dieser Erweiterung erst in der öffentlichen Ausschußsitzung des Kreistages erfahren. Er habe auch veranlaßt, daß die Gemeinden eine Kopie des Schreibens erhalten.
11. Juli 1992
Nach längerer Pause war es wieder möglich, Professor Dr. Johannes Lorenzen an der Orgel der Alten Stadtkirche zu hören. Eine bewegende Matinée des Altmeisters – so die Presse.
Michael Bittel, verantwortlich für den Holz-Rock im Sengelen, entschuldigt sich in einem Leserbrief beim MT dafür, daß bei der letzten Veranstaltung ein Mitarbeiter der Zeitung am Fotografieren gehindert worden sei.
Auch der Gewerbeverein wird im Zeichen der Freundschaft mit Poligny bei den Mitgliedern anregen, die Schaufenster passend zum Fest zu dekorieren.
Im Ortschaftsrat Langenau meint man, daß die Feuerwehr mehr Platz benötige, da die jetzt 20 und 27 Jahre alten Fahrzeuge durch neuere, größere Löschfahrzeuge ersetzt werden müßten.
Rettichfest in der Altstadt. Bereits zum 21. Male findet dieses Fest im Herzen der Altstadt statt.
13. Juli 1992
Der Pflugverkauf ist nun doch perfekt. »Alles unter Dach und Fach«, sagt Bürgermeister Klaus Fleck am Freitagabend in einer Pressekonferenz im Rathaus. Die Stadt hat das Pflugareal nach jahrelangem Suchen jetzt doch an den Mann gebracht. Der notarielle Vertrag mit dem Investor Karl Uttner, Eigentümer von Carmen-Modemarkt und der Wiesleter Textilfabrik, ist unterzeichnet. Urheber des neuen Pflugkonzeptes ist der renommierte Lörracher Architekt Professor Fritz Wilhelm. Zusammen mit dem Investor und dessen Rechtsanwalt Seidler wurden die Pläne in der Pressekonferenz vorgestellt. Alle auf dem Areal stehenden Häuser und Anwesen werden abgerissen, das gilt auch für den alten Pflug samt Kopfgebäude. An seiner Stelle soll ein neuer Pflug »das Licht der Welt erblicken« (so das MT). In Proportionen und Charakter dem alten Pflug nachempfunden, wird das neue Bauwerk wieder ein markanter Blickfang in der Innenstadt sein. Das Pflugareal selbst wird von Grund auf umgemodelt. Zentraler Punkt wird ein Pflug-Platz sein, um den herum sich das Carmen-Kaufhaus und ein SB-Lebensmittelmarkt neben diversen kleineren Läden und Cafés gruppieren wird. Der Zugang zum Pflug-Platz wird über die Hebelstraße erfolgen. Der Bürgermeister drängt in dieser Sache darauf, daß der Gemeinderat in der ersten Sitzung nach der Sommerpause sich nun mit dem Bebauungsplan befaßt. Eine Sondersitzung wird am 25. August im Feuerwehrgerätehaus stattfinden. Das Baugesuch müsse in der letzten Sitzung vor Weihnachten vorliegen.
Bei der Schopfheimer SPD herrscht Erleichterung über den Gang der Dinge in Sachen Pflug-Areal-Bebauung. Die jetzt im Gemeinderat gefundene Lösung ermögliche eine versöhnliche Bebauung, mit der auch viele Kritiker leben könnten, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei. Positiv wird insbesondere die erweiterte Bereicherung des Einzelhandels bei Textilien gewertet. Zu den finanziellen Fragen, so steht im MT, zeigt man sich etwas zugeknöpft. Die Stadt komme einigermaßen hin, versicherten Klaus Fleck und Beigeordneter Bertsch. Man räumt freilich ein, daß die Stadt die über viele Jahre hinweg vorgestreckten Ausgaben (Geländekauf, Zinsen und Tilgung) in mehrfacher Millionenhöhe nicht ganz wettmachen konnte.
Julie Blum feiert im Georg-Reinhardt-Haus ihren 98. Geburtstag; eine Frau, deren hartes Leben nicht nur literarisch, sondern auch filmisch festgehalten worden ist.
16. Juli 1992
Die weitere Erschließung des »Lus« von der EKATO bis zum Dreisternwerk liegt derzeit auf Eis. Die erwarteten Landeszuschüsse von DM 420.000,-- gingen nicht ein. Nach der Meinung des Stadtkämmerers ist Schopfheim bei der Hauptverteilung für dieses Jahr leer ausgegangen; eventuell bestehe im Herbst noch eine Chance.
Professor Bernhard Bischoff meint in einem Leserbrief, daß man die Pflugfassade nicht vernichten dürfe. Selbst wenn die Fassade abgebrochen werde, entstünden nur geringe Kosten, diese vorher sorgfältig aufzunehmen, die wichtigen, steinmetzmäßig bearbeiteten Teile zu numerieren und aufzubewahren. Es sei nicht das erste Mal, daß solche Fassaden magaziniert und zum Teil erst nach Jahren woanders wieder aufgebaut würden.
17. Juli 1992
Die »Irrlichter« wollten am Wochenende die Gebäude im Sengelenwäldchen renovieren. Dies hat die Stadt nun untersagt, da bei unsachgemäßer Handhabung unter Umständen mehr Aufwand als Nutzen entstehe und außerdem der Naturschutzaspekt außer Acht geblieben sei.
Karl Selz legt sein Stadtratsmandat nieder. Eine Sensation, die heute in der Zeitung steht. Zuletzt mit 6.400 Stimmen war er absoluter Stimmkönig bei der Gemeinderatswahl. Nicht der Bürgermeister, nicht der politische Gegner, es ist der Ärger über die eigenen Leute, der Karl Selz resignieren läßt; so wird er heute im Markgräfler Tagblatt zitiert. Viele Mosaiksteinchen hätten für seinen Entschluß den Ausschlag gegeben. In letzter Zeit habe er sich immer mehr herabgestuft gefühlt zum »verlängerten Arm« des Bürgermeisters. Als einen der entscheidendsten Anlässe, die ihn zur Aufgabe seines Mandates bewogen, nennt Selz auch das Procedere bei der jüngsten Entscheidung in Sachen Pflug. Entgegen aller Versprechungen sei wieder in einer Nacht- und Nebelaktion binnen einer Viertelstunde die Entscheidung gefallen. Zu seinem Bedauern hätten auch seine Fraktionskollegen dagegen nicht aufbegehrt.
18. Juli 1992
Obwohl sein Werk nicht beendet werden konnte, lädt Gerhard König zum Abschluß seiner Arbeiten hinter der Alten Kirche Freunde ein.
Eugen Herzog schreibt trotz sommerlicher Hitze über die Geschehnisse vom Juni in der Partnerstadt. Er teilt mit, daß im Gemeinderat ein Mandatswechsel bei den GRÜNEN und den Sozialisten erfolgt sei (rollierendes System) und auch, daß man sich sehr gefreut habe über den zahlreichen Schopfheimer Besuch am Käsefest. Weniger erfreut zeigt er sich in seinem Brief über das lange Warten auf die Wiesentäler; die Busfahrer hatten sich verfahren und kamen daher nicht pünktlich in der Partnerstadt an.
Das Wort Gottes verkündeten die »Gospel News« mit ihrem Konzert im Stadtpark.
19. Juli 1992
Der Rücktritt von Karl Selz beschäftigt die Tageszeitungen. »Ein Mann des Volkes wird uns fehlen«, ist mehrfach zu lesen.
Hoch- und Sommerfeststimmung bei den Gartenfreunden während eines langen Wochenendes.
20. Juli 1992
Mit ausschließlich einstimmigen Beschlüssen honoriert die Hauptversammlung der Künert AG, zu der auch Arlington Socks Langenau gehört, die Rekordergebnisse 1991. Diese seien 1992 nicht wiederholbar. Aus diesem Grunde sind Rationalisierungen notwendig, die auch Langenau treffen. Teil dieser Rationalisierung war bereits die Entlassung von 23 Mitarbeitern in diesem Jahr.
Auch die Schopfheimer leiden unter der großen Hitze. Das Schwimmbad hat dadurch bereits Rekordzahlen an Besuchern zu melden.
23. Juli 1992
Ortsvorsteher Gräßlin meint, daß man in Wiechs immer noch auf die Erweiterung des Sportplatzes warte. Der Landkreis will im Zuge der Rekultivierung des ersten Abschnittes der Bauschuttdeponie die Erweiterung dieses Sportplatzes nun verwirklichen. Ein entsprechendes Versprechen gab Robert Praetzel, Leiter des »Eigenbetriebes Abfallwirtschaft«, gegenüber dem Markgräfler Tagblatt ab.
Die Kette von Leserbriefen, die sich zu den Entlassungen im Städtischen Krankenhaus äußern, reißt noch immer nicht ab. Andauernd sprechen Bürger aus Schopfheim und Umgebung ihre Verwunderung über die fristlosen Entlassungen aus.
Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wird die Feuerwehr in die Luisenstraße gerufen: Eine ältere Frau konnte seit Tagen nicht mehr erreicht werden, man vermutete, daß ihr etwas passiert sei. Mit der neuen Drehleiter war es der Feuerwehr möglich, in den vierten Stock vorzudringen. Die Frau lag zwar hilflos am Boden, war aber erfreulicherweise ansprechbar, heißt es im Pressebericht der Feuerwehr. Die ältere Dame wurde nach Versorgung durch den Notarzt ins Krankenhaus gebracht.
24. Juli 1992
Eine kleine Hiobsbotschaft für den Ortsteil Langenau: Helga Roser schließt zum ersten November ihren Spar-Laden. Wie es weitergehen wird im 1.500-Einwohner-Ortsteil, ist noch völlig fraglich.
Im Rathaus sitzen Frauen in der dritten Reihe, meint das MT. Die Rollen in den Amtsstuben seien nach traditionellem Muster verteilt. Ganz so schlimm, meint man jedoch im Rathaus, könne es nicht sein; denn das Verkehrsbüro, das Museum und das Personalamt werden von einer Frau geleitet.
25. Juli 1992
Im Alter von 43 Jahren verstarb Hans-Jörg Roth, Richter am Landgericht Waldshut-Tiengen. Seit dem ersten August vergangenen Jahres war er kommissarischer Direktor der Amtsgerichte Schopfheim und Schönau.
»Taurus« ist wieder in den Schlagzeilen. Selbst auf der politischen Seite der Zeitung wird darauf hingewiesen, daß die Staatsanwaltschaft bei der in Schopfheim ansässigen Umwelttechnikfirma erneut eine Durchsuchung vorgenommen habe.
Bei der jüngsten Gersbacher Ortschaftsratssitzung besichtigte man auch die Baustelle am Bolzplatz. Ein Höhenunterschied von vier Metern soll mit der Sanierung des Platzes ausgeglichen werden.
Manch einer machte ein Schnäppchen beim Flohmarkt in der Altstadt.
26. Juli 1992
Der Schopfheimer Reiterverein lud zum dritten großen Reitturnier ins Gestüt Sengelen. Neben 300 Pferden war auch eine große Anzahl Schaulustiger eingetroffen. Volker Trefzger als Organisator war auch gleichzeitig die Überraschung des Tages: Er verwies die stärker eingeschätzten Akteure, wie etwa die Dreher-Brüder Markus und Hansdieter sowie den Haltinger Hans Brändlin, auf die hinteren Plätze.
29. Juli 1992
Der Beigeordnete fragt über die Presse, wer Unterkünfte für die Jugoslawien-Flüchtlinge bereitstellen könne. Über das Regierungspräsidium soll dann die Koordination erfolgen. Gleichzeitig stellt er die Frage, ob Schopfheimer Bürger bereit seien, Asylbewerber aufzunehmen, da die Stadt nicht mehr in der Lage sei, selbst Unterkünfte bereitzustellen.
Die Bemühungen eines beauftragten Immobilienmaklers, die noch freien Einzelhandelsflächen rund um das geplante Pflugkaufhaus zu belegen, laufen auf Hochtouren, ist aus der Presse zu entnehmen. Zunächst will man Schopfheimer Interessenten berücksichtigen, bevor im Raum Lörrach und Freiburg inseriert wird. Eine Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein wird angestrebt, damit ein gut abgestimmtes Einzelhandelsangebot erreicht werden kann.
Das »Milchhüsli« in Eichen schließt Ende dieser Woche seine Pforten. Da nur noch vier Anlieferer vorhanden sind, kann der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden. Es muß nun der einzelne Betrieb auf die Hofabholung umstellen und entsprechend investieren.
Knapp einer Katastrophe entging die Firma Laempe in Fahrnau. Ein Brand in der Werkstatthalle des metallverarbeitenden Betriebes führte beinahe dazu. Um 11.24 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein, die dann sofort ausrückte und das Feuer um 11.48 Uhr bereits unter Kontrolle hatte. Lösungsmittel und Farbreste hatten sich entzündet und zum Brand geführt. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.
30. Juli 1992
Der Haussegen hängt bei der SPD nicht (mehr) schief, steht heute im Markgräfler Tagblatt. Nach dem spektakulären Rücktritt von Karl Selz traf sich die Fraktion am Montag, um zu beraten. Stillschweigen habe man vereinbart, gab Fraktionschef Robert Zapp gegenüber der Heimatzeitung zu verstehen. Die Kritik des scheidenden Stadtrates, die Fraktion habe sich nicht deutlich genug vom Bürgermeister abgehoben, hat sich dem Vernehmen nach kein anderer Genosse zu eigen gemacht.
Michael Lauber aus Schopfheim wird von Bademeister Erich Walter als 50.000 Besucher im Schwimmbad Schopfheim begrüßt. Er erhält eine Jahreskarte für 1993 geschenkt.
Die Polizei nimmt Geschwindigkeitsmessungen vor. In Gündenhausen wird ein Kraftfahrer gar mit 150 km/h gestoppt.
31. Juli 1992
So sehr sich der Gewerbeverein über die jetzige Lösung im Pflug freut – Werner Bühler meint, diese Größenordnung sei das, was der Gewerbeverein von Anfang an gewollt habe –, bemängelt man doch
den Ablauf der Entscheidung. Es habe keinerlei offizielle Benachrichtigungen an den Verein gegeben, obwohl nach dem Scheitern des Großkaufhauses versprochen worden sei, die Einzelhändler künftig umfassend zu informieren und einzubeziehen. Der Gewerbeverein will nun mit dem Makler zusammen mögliche Interessenten an der Verkaufsfläche eruieren.
Oskar Hillebrandt, ein an internationalen Bühnen tätiger Opernsänger, ist auf Besuch in seiner Geburtsstadt Schopfheim. Der 1943 in Schopfheim geborene Heldenbariton hat im Rathaus mit dem Beigeordneten geplaudert und den Wunsch geäußert, in Schopfheim einmal ein Konzert zu geben.
01. August 1992
Nach Auskunft der Bauleitung dürfte die Aufschüttung der Dämme an der Umgehungsstraße zwischen den Brücken in Maulburg in etwa zwei Wochen abgeschlossen sein.
Der Strom von Leserbriefen zugunsten des entlassenen Krankenhauschefarztes reißt nicht ab.
Unterhaltsam und lustig war der Heimatabend des Verkehrsvereins Gersbach für Feriengäste und Daheimgebliebene. Der Vorsitzende des Verkehrsvereines, Klaus Stark, freute sich über den gelungenen Abend.
02. August 1992
Mit dem Schopfheimer Pianisten Wolfram Lorenzen durfte man eine Matinée im Martin-Luther-King-Saal erleben. Eine große Anhängerschar hatte sich zu diesem begeisternden Konzert eingefunden.
03. August 1992
Eine Urlaubsreise besonderer Art unternahmen Schopfheimer Jungmusiker. Sie kehrten zusammen mit ihrem Betreuer von großer Fahrt, die sie in die Partnerstadt Ronneby führte, zurück. Fast jeden Tag, steht im Reisebericht zu lesen, hatte man im Freien musiziert. Die jungen Musikanten hatten großzügige Gastfreundschaft erlebt.
04. August 1992
Der Ortsverband des THW feiert demnächst sein 40jähriges Jubiläum. Wie es jedoch künftig weitergehen wird, ist noch offen, denn durch die Verkürzung der Wehrdienstzeit wird sich auch die Struktur des THW verändern müssen. Eine Spezialisierung wird es, so der Vorsitzende Rolf Trefzer, wohl auch künftig in Schopfheim geben.
Auf nur geringe Resonanz stieß in unserer Stadt der Aufruf der Stadtverwaltung zur Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Laut Auskunft des Sozialamtsleiters Heinz Klemm sind bisher lediglich zwei Meldungen eingegangen.
Mit einer Art Ehrenerklärung hat sich Landrat Rübsamen vor seinen Krankenhausdezernenten Strittmatter gestellt. Er reagiert damit auf die ständige öffentliche Kritik an der Entscheidung des Kreistages, den Schopfheimer Chefarzt und den Oberarzt der Inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses zu entlassen.
05. August 1992
Für die Unterbringung der Gäste aus Poligny beim 25jährigen Jubiläum sucht das Verkehrsbüro noch 50 Privatunterkünfte. Es werden 330 Franzosen erwartet.
Das MT interviewt den Internisten Dr. Fritz Lenz zu den geplanten Kürzungen im Gesundheitswesen. Der Schopfheimer Mediziner, der auch Vorsitzender der Bezirksgruppe Südbaden der niedergelassenen Ärzte ist, meint, die Ärzte selbst hätten genug getan. Die wirklich Benachteiligten seien die Patienten; denn man könne nicht mehr die besten Präparate verordnen, sondern müsse auf andere Medikamente zurückgreifen. Dies bemerke der Patient oft nicht, es könne daher im Endeffekt zu einer Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient kommen, wenn der Kranke argwöhne, daß an seiner Medikation gespart worden sei.
Die Bundesbahn versprüht auf der Wiesentalstrecke Herbizide. Wie an vielen Orten im Landkreis wird auch diese Aktion sehr kritisch begleitet, ja man verfolgt die Maßnahmen mit sehr viel Skepsis.
06. August 1992
Der Sportverein stellt die Neuzugänge für die nächste Spielzeit vor. Fußballabteilungsleiter Jürgen Müller und sein Stellvertreter Hans Itzin stecken zusammen mit dem Spielausschußvorsitzenden Smutny, Trainer Bernauer und den Vertretern des Fördervereines die Ziele der neuen Saison ab. Man will in der Bezirksliga wieder vorne mitmischen.
Abgespeckt wurden die Kosten für ein neues Jugendhaus. Das Stadtbauamt überplante erneut und kommt nun auf einen Kostenaufwand von DM 550.000,-- für den Neubau.
07. August 1992
Unmut macht sich in Schopfheim breit: Am kommenden Dienstag führt die Regio-Tour, ein Amateur-Radrennen, durch die Stadt. Aus diesem Grunde müssen nachmittags einige Straßen gesperrt werden. Insbesondere Dr. Dieter Raps beschwert sich darüber, daß seine Arztpraxis nicht oder nur ganz schwer erreichbar ist.
Der japanische Chemieanlagenbauer Kimoa und der Schopfheimer Rührwerkhersteller EKATO unterzeichneten einen Vertrag zur Einfuhr und zum Vertrieb von EKATO Hochleistungsrührsystemen in Japan.
Im Bahnhofsbereich hat die Bundesbahn ein stillgelegtes Geleis abgebaut. Das Markgräfler Tagblatt befragt die Verantwortlichen und hört, daß der Nahverkehr auf der Wiesentalstrecke dadurch nicht beeinträchtigt sei. Begründet wird die Abrißaktion mit Kosten, da auch stillgelegte Geleise Kosten verursachten. Die »IG Pro Schiene« meint, daß die Bahn wieder einmal vollendete Tatsachen schaffe, zumal zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Klarheit über den künftigen Ausbau der Regio-S-Bahn herrsche. Die Bahn, liest man weiter, sei mit der jüngsten Aktion wieder ein Stück unglaubwürdiger geworden.
08. August 1992
Auf das 25jährige Jubiläum mit Poligny weisen die Zeitungen heute in einem ausführlichen Artikel hin.
09. August 1992
Die Feuerwehr muß ausrücken, weil Schaum im Gewerbekanal steht. Der Wirtschaftskontrolldienst entnahm Proben, die Feuerwehr errichtete eine Sperre. Über die Ursache ist nichts bekannt.
Bei übergroßer Hitze tummeln sich Menschenmassen im Schwimmbad.
10. August 1992
Noch 32 Kinder, so der Sozialamtsleiter Heinz Klemm, müssen in diesem Jahr auf einen Kindergartenplatz warten. Ansonsten sei die personelle Besetzung in den Kindergärten gesichert.
Hubert und Irmi Klemm waren erneut erfolgreich bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften in Mengen bei Meßkirch. Hubert erreichte als Erster, Irmi als Zweite das Ziel.
11. August 1992
Die Filialleiter der großen Lebensmittelbetriebe Schopfheims klagen über den Mißbrauch der Sammelboxen für Verpackung. Naßmüll werde ebenso in diese Behälter geworfen wie die zulässigen Verpackungen. Dies bedeute, daß man ständig sortieren müsse. Allerdings würden die Wertstoffsammelbehälter nicht in dem Maße, wie man ursprünglich gemeint habe, in Anspruch genommen.
Mit den Bauarbeiten für das 24-Familienhaus an der Feldbergstraße wird begonnen. Die Heimbau erstellt dieses Gebäude mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt. Die Fertigstellung ist für den Sommer 1993 vorgesehen. In die Sozialwohnungen sollen auch Asylbewerber aufgenommen werden.
12. August 1992
Die Regio-Radtour führt auf einem kurzen Stück durch Schopfheim. Nur wenige Schopfheimer standen an der Straße. In der Badischen Zeitung meint man, gemessen an den Zuschauern sei das sportliche Großereignis relativ spurlos an Schopfheim vorübergegangen.
Der Gleisabbau an der Wehratalstrecke geht weiter. In den letzten Tagen wurden Gleisanlagen weiter demontiert. Auch auf der Hasler Seite des Tunnels, so die Pressesprecherin der Bundesbahn, werde der Gleisabbau fortgeführt.
Wolfgang Dreiser, stellvertretender Direktor am THG, wird nun nicht Schulleiter am Scheffel-Gymnasium in Bad Säckingen. Das Oberschulamt zog den Vorschlag zurück, nachdem dieser weder durch die Schulkonferenz noch durch den Gemeinderat der Scheffelstadt Zustimmung fand.
Der Kinderschutzbund hat neue Räume bezogen. Das ehemalige Bezirksamt wurde geräumt; im evangelischen Pfarramt an der Wehrer Straße 5 hat diese Institution nun eine neue Bleibe gefunden.
Heiner A. Baur übergibt dem Stadtarchiv eine Reihe von Nachrichtenblättern der Bürstenindustrie aus den 50er Jahren. Lokal interessant dabei ist, daß der Schopfheimer Drucker, Redakteur und Verleger Max Bräunlin verantwortlich für den Druck dieser Bände war.
13. August 1992
Das Markgräfler Tagblatt publiziert einen größeren Artikel über Hans Klemm aus Schweigmatt. Er baute für die Olympiade in Barcelona den Military-Parcours. Hans Klemm ist der einzige Olympiafunktionär aus dem Schwarzwald. Er wird, so die Presse, auch bei den nächsten Olympischen Spielen in Amerika wieder dabei sein.
14. August 1992
Einwohner aus Eichen beklagen sich beim Ortschaftsrat über den, wie sie sagen, unzumutbaren Lärm aus der Hülschenmatthalle. Bis weit nach Mitternacht dauerten die Veranstaltungen. Diese Belästigung will man nicht mehr hinnehmen. Mit einer neuen Hallenordnung will der Ortschaftsrat nun gegen das Problem vorgehen.
Der Gleisabbau auf der Wehratalstrecke führt auch zu einem Protest der SPD-Bundestagsabgeordneten Marion Caspers-Merk. Sie nennt den Gleisabriß umweltpolitisch unverständlich und verkehrspolitisch kurzsichtig. In einem Schreiben an den Landesverkehrsminister bittet sie um Aufklärung dieser »Nacht- und Nebelaktion«.
Die Initiative für den entlassenen Chefarzt der Inneren Medizin geht weiter. Nun haben 97 Betroffene aus Schopfheim und Umgebung mit einer Unterschriftenaktion an den Landrat appelliert, die fristlose Entlassung nach den Sommerferien nochmals zu beraten. Sowohl die Kreisverwaltung als auch fast alle Fraktionssprecher, so das MT, sehen trotz der Unterschriftenaktion augenblicklich »keine Notwendigkeit«, erneut über die Entlassung des Chefarztes zu sprechen.
15. August 1992
Hochbetrieb herrscht beim »Güggelifest« des Hexenzinkens in Gündenhausen. Mit der 33. Auflage feierte man ein recht närrisches Ereignis.
»Wo bleiben die Mahnwachen?«, fragt Ehrenfried Bahnet, der täglich ab 18.00 Uhr vor dem Rathaus seinen Protest erheben will. Für ein friedliches Zusammenleben der Völker in Jugoslawien steht er mit seinem selbst gemalten Plakat. Er hofft, daß er nicht alleine bleiben wird.
Wut, Unverständnis und Resignation, so schreibt die Badische Zeitung, herrsche bei der »IG Pro Schiene« wegen des Gleisabbaus an der Wehratalstrecke. Das Telefon sei am Dienstag und Mittwoch nicht stillgestanden, so Heiner A. Baur über die Stimmung in weiten Kreisen der Bevölkerung.
Sehr zuversichtlich ist der Gewerbeverein nach einem Gespräch mit dem Pflugarealinvestor. Nach Meinung der Badischen Zeitung herrscht eine gute Atmosphäre.
Den Gleisabriß können auch Schopfheims »GRÜNE« nicht nachvollziehen.
16. August 1992
Der Gewerbekanal wird wieder für zwei Wochen geschlossen. Damit sind Reparatur- und Sanierungsarbeiten möglich.
660 Schüler besuchen derzeit das THG.
Der Gesangverein Kürnberg feiert sein Sommerfest in der Raitbacher Halle. Es wurde ein unterhaltsames Nachmittagsprogramm für viele Gäste geboten.
17. August 1992
Erster Schultag an Schopfheims Grund- und Hauptschulen nach den Sommerferien. Mit 420 Schülern in 16 Klassen beginnt auch an der Friedrich-Ebert-Schule der Alltag, allerdings mit einem neuen Angebot der Werkrealschule.
Das Spielbus-Angebot des Kinderschutzbundes Schopfheim während der Sommerferien kam erneut sehr gut an.
18. August 1992
»Anders wohnen«: dies ist ein Projekt umweltgerechten Bauens, dem sich sechs Bauherren mit der Heimbau zusammen verschrieben haben. Die Bauherren wollen drei Doppelhäuser, individuell und nach Umweltgesichtspunkten geplant, realisieren. Im September soll die Bauphase nach langen Beratungen beginnen.
Nachdem vor einigen Tagen mitgeteilt wurde, daß Hans Gögelein, Leiter des Polizeirevieres Schopfheim, Ende dieses Monats in den Ruhestand geht, wird heute publiziert, daß Bernhard Schlachter, derzeit in Weil am Rhein, die Nachfolge von Herrn Gögelein im Schopfheimer Revier antreten wird.
19. August 1992
Mit einem Antrag des Landkreises, das Markus-Pflüger-Heim um ein Geschoß aufzustocken, beschäftigt sich dieser Tage der Ortschaftsrat Wiechs. Mit der Aufstockung ist keine Erhöhung der Heimplatzanzahl, sondern eine Verbesserung der Wohnsituation beabsichtigt.
Schlechte Zeiten sieht vhs-Leiter Franz Hoch auf die Volkshochschulen zukommen. Das Land beabsichtigt, die Förderung drastisch zu kürzen. Wie dies auf kommunaler Ebene ausgeglichen werden kann, ist noch völlig offen. Wenn die Stadt, so meint er, nicht Zusätzliches aufbringe, müsse mit drastischen Reduzierungen im Angebot gerechnet werden.
Von der Aktion »Standesamt«, zu der die Schwulen-Verbände in der ganzen Bundesrepublik aufgerufen haben, merkt das Schopfheimer Standesamt nichts. Im Gegensatz zu anderen Städten hat kein gleichgeschlechtliches Paar den Antrag zum Aufgebot gestellt.
Beim Hieber-Markt im Ortsteil Fahrnau wird eine neue Ampel eingerichtet. Dort soll auch der offizielle Fußgängerüberweg und Schulweg vom Wohngebiet Bremt auf die südliche Seite der Hauptstraße sein.
20. August 1992
Die Interessengemeinschaft Wehratalbahn wendet sich an den Ministerpräsidenten. Sie bittet Herrn Teufel, das Hin und Her zwischen Politik und Bahn zu beenden und Klarheit zu schaffen.
Der Ortschaftsrat Kürnberg äußert Unmut in seiner jüngsten Sitzung. Kürnberg werde immer wieder bei Bezuschussungen vergessen. So habe es auch keine Aufnahme in das Entwicklungsmodell Kleines und Oberes Wiesental sowie in das Strukturprogramm Ländlicher Raum gefunden. Man meint, es liege daran, daß Kürnberg zur Gemarkung Fahrnau gehöre und nicht als eigenständiges Bergdorf gilt wie Gersbach oder Raitbach.
Unter Ausschluß der Öffentlichkeit trafen sich der Schopfheimer Chefarzt der Inneren Abteilung und der Landkreis vor dem Arbeitsgericht. Zu einer gütlichen Einigung sei es nicht gekommen, erklärte der Richter am Ende der zweistündigen Verhandlung.
Zu einer Gewässerverschmutzung kommt es im Eichener Dorfbach. Es wurde von Unbekannten Jauche eingeleitet, einige Fische sind verendet.
21. August 1992
Der Startschuß für das Kindertelefon Schopfheim, das der Kinderschutzbund einrichten will, ist gegeben worden. Raymund Giebel ist über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beauftragt worden, zunächst Frauen für die Betreuung des Kindertelefones auszubilden.
Aus der Fehlbelegungsabgabe soll die städtische Wohnungsbaugesellschaft Heimbau einen finanziellen Zuschuß erhalten. Der Gemeinderat muß sich kommende Woche damit auseinandersetzen, ob der Betrag in Höhe von etwa DM 350.000,-- bis DM 370.000,-- als Zuschuß oder als Kapitalerhöhung gewährt wird.
Die B 317-Umfahrung wird für die Dauer von 14 Tagen voll gesperrt. Die bituminöse Deckschicht soll aufgetragen werden.
Bester Intercoiffeur im Land Baden-Württemberg ist Dieter Zimmermann. In einem bundesweiten Test landete er gar auf Platz 8.
Schopfheim entrinnt knapp einer Explosionskatastrophe. Bei Tiefbauarbeiten reißt ein Bagger die Gashauptleitung an der Wiechser Straße auf. Um 9.43 Uhr wird die Feuerwehr alarmiert. Ein Arbeitstrupp des Gaswerkes war auch bereits fünf Minuten nach Alarm vor Ort. Da sich das Gas nicht entzündet hatte, übernahm die Feuerwehr zuerst die Evakuierung der nächstgelegenen Gebäude. So mußten die Maschinenbaufirma Dreisternwerk und das BBZ sofort evakuiert werden. Das Abschalten der Hauptleitung gestaltet sich indessen nicht so einfach. Zunächst mußten Industriebetriebe, die an der Hochleitung hängen, informiert werden, damit diese sich »ausklinken« konnten. Ein konzentrierter Einsatz von Gaswerk und Feuerwehr führte dann dazu, daß das Leck bald behoben war. Die Feuerwehr beendete den Einsatz gegen 11.20 Uhr. Gleichzeitig konnten nach abschließenden Maßnahmen auch die evakuierten Gebäude wieder freigegeben werden.
22. August 1992
Heute feiert Bezirkskantor Matthias Schneider ein kleines Jubiläum. Die Orgelmusik zur Marktzeit, die seit 1984 jeweils an Samstagen stattfindet, hört man zum 100sten Male; ein Zeichen, daß dieses Angebot sehr beliebt ist.
Auch die SPD beschäftigt sich im kommunalpolitischen Ausschuß mit der Wehratalstrecke. Die Kommunalpolitiker meinen, daß an Bonn die Forderung zu richten sei, endlich ein Nahverkehrskonzept vorzulegen. Zur Trasse selbst ist man der Auffassung, daß diese auf jeden Fall so lange erhalten werden müsse, bis über die endgültige Linienführung der geplanten Regio-S-Bahn entschieden sei.
Ortrun Schätzle hat in Sachen Gleisabbau recherchiert. Der Kommunalpolitische Ausschuß der CDU trifft sich vor Ort, um die Maßnahme zu begutachten. Frau Schätzle meint, die Gleise befänden sich in desolatem Zustand, weswegen sie sich für den Betrieb einer Regio-S-Bahn nicht mehr eigneten. Kurt Härzschel fehlt indes der Glaube, daß jemals wieder ein Schienenstrang ins Schotterbett gelegt wird. Die Entscheidung der Bahn, die Gleise herauszureißen, sei wirtschaftlich richtig und darüber hinaus keine Vorentscheidung über einen Regio-S-Bahn-Betrieb auf der Wehratalstrecke, zog Ortrun Schätzle letztendlich ein Resümee aus ihrer Sicht. Rudi Quandt will sich davon allerdings nicht überzeugen lassen. Er meint, daß niemals wieder ein Zug auf der Wehratalbahn rollen werde.
Der Vorstand der SPD Schopfheim beschloß eine Erklärung, die dem SPD-Parteivorstand der Bundestagsfraktion und der sozialistischen Fraktion im europäischen Parlament zugesandt werden soll. Darin heißt es, der Ortsverein zeige sich entsetzt darüber, daß heutzutage in Europa ein blutiger Krieg toben kann, dem offensichtlich niemand Einhalt zu gebieten im Stande sei. Die Partei fordert, alle Maßnahmen zu unterstützen, die geeignet sind, das Blutvergießen möglichst schnell zu beenden.
Das neue vhs-Programm wird vorgelegt.
Christa Hoheisel sucht zum Andenken an die Gründung des Kindergartens vor 125 Jahren Erinnerungsstücke.
23. August 1992
Zum Pokalwettstreit treffen sich die Hundezüchter mit ihren Tieren am Hundesportplatz in Fahrnau. Die Nase vorne hatte schließlich der Schäferhund Chico mit seinem Halter Jürgen Schlicht aus Fahrnau.
24. August 1992
Heute eröffnet das neue Hausbüro der Südbaden Bus GmbH im Scala-Kino seine Räume. In der neuen Lokalität sind neben den Büros ein Aufenthaltsraum, ein Übernachtungsraum für Busfahrer, ein Besprechungs- und Unterrichtsraum sowie ein Lager und der Verkaufsraum untergebracht.
Wie jetzt erst bekannt wurde, erhielt Günter Horschig vom Schwarzwaldverein das silberne Ehrenzeichen. Dieses Verdienstzeichen würdigt auch sein Engagement über die Ortsgruppe hinaus. Im Beisein des Präsidenten Eugen Dieterle überreichte ihm Gauobmann Otto Reinacher diese Ehrung.
Alt-Stadtrat Fritz Würger wird heute zu Grabe getragen. Am 29. Oktober wäre er 91 Jahre alt geworden. Würger war von 1956 bis 1971 Stadtrat in Schopfheim. Bei der ersten Wahl nach der Gemeindereform hatte er nicht mehr kandidiert. Zu seinen Freizeitaktivitäten zählte insbesondere die Mitarbeit im Alemannischen Sängerbund und beim Sternenzinken. Er war Mitbegründer der Fasnachtsgesellschaft; sein Fußballinteresse führte ihn bis zum Vorsitz für den SVS.
Von heute an ist nach Mitteilung des Straßenbauamtes Bad Säckingen die gesamte Umgehungsstraße für den öffentlichen Verkehr zwei Wochen lang gesperrt.
Karl Selz wird nach 24 Jahren Zugehörigkeit zum Gemeinderat der Stadt auf seinen Antrag hin verabschiedet. Bürgermeister Fleck betont in seiner Rede auf den Ausscheidenden insbesondere die Eigenständigkeit des Malermeisters. Selz verabschiedet sich dann in seiner gewohnten Art, also spart er auch nicht mit Kritik am Verhalten des Stadtrates.
Brigitte Leisinger, die bereits eine Legislaturperiode dem Gemeinderat angehörte, wird vom Bürgermeister für die Restzeit dieser Legislaturperiode verpflichtet; sie ist Geschäftsführerin der Heimbau.
Über den Verlauf des Haushaltes 1992 zeigt sich der Gemeinderat nach einem Zwischenbericht des Kämmerers zufrieden. Weniger zufrieden war er über die vorgesehene Bebauungsplanänderung Bremt. Zuletzt beschloß man, die Änderung erneut durchzuführen. Allerdings wird ein Gebäude nicht miteinbezogen, obwohl die Verwaltung es vorgesehen hatte. Die Bebauung erscheint allen zu massiv.
Zur Wehratalstrecke gibt es einen Antrag, wobei klar wird, daß man sich demnächst einmal im Umweltausschuß mit der Frage beschäftigen und auseinandersetzen wird.
25. August 1992
Im Feuerwehrgerätehaus tagt der Gemeinderat. Man beschäftigt sich erstmals öffentlich mit der Pflugbebauung. Etwa 40 interessierte Zuhörer verfolgen die Debatte und stellen Fragen, insbesondere zur Verkehrserschließung. Man will aber auch Informationen über Veränderungsmöglichkeiten gegenüber der jetzt vorgelegten Planung. Von der evangelischen Kirchengemeinde sind sehr kritische Stimmen zur Bebauung zu hören. Insbesondere macht man deutlich, daß man auf die Kirche zur Realisierung des Vorhabens angewiesen sei. Man erwartet daher faire und offene, aber auch die Kircheninteressen berücksichtigende Gespräche. Architekt Wilhelm aus Lörrach erläutert mit über Tageslichtprojektion präsentierten Folien das Vorhaben. Herr Uttner, gebürtiger Wiener, stellt sich als Investor für das Pflugareal vor. Er sagt auch deutlich, daß selbst wenn die geplanten Wohnungen und Läden nicht restlos verkauft seien, er mit dem Bau beginnen werde, wenn die baurechtlichen Voraussetzungen gegeben seien. Es sei davon auszugehen, daß im Frühjahr abgebrochen und im Frühsommer 1993 mit dem Bau begonnen werden könne. Grundlegend anders gegenüber der bisherigen Planung ist, daß kleine Läden von 130 qm bis 180 qm geplant sind, Wohnungen entstehen und nur ein Modehaus und ein SB-Laden im Gesamtgelände aufgenommen werden. Die Gemeinderäte waren sich über alle Fraktionen hinweg einig, daß dies eine gute bauliche Lösung darstellt. Dies gilt auch ungeachtet dessen, daß der Pflug abgebrochen werden muß.
26. August 1992
Tödlich verunfallt ist eine 57jährige Radfahrerin aus Enkenstein. Sie war auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle nach Langenau, als sie von einem Container-LKW, der von der Kreismülldeponie kam, erfaßt und überrollt wurde. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Sie ist das 13. Todesopfer auf den Straßen im Landkreis Lörrach in diesem Jahr.
27. August 1992
»Absoluter Schrott«, sagt Robert Zapp zur Stellungnahme der Stadtverwaltung auf die Rüge, die der Gemeinderat dem Bürgermeister in nichtöffentlicher Sitzung erteilt. Zapp ist, wie man lesen kann, stinksauer auf die Stadtverwaltung. Er empfindet auch als »starkes Stück« die einseitigen Darstellungen von Gemeinderatsaussprüchen hinter verschlossenen Türen. Wenn die Verwaltung fortfahre, aus nichtöffentlicher Sitzung zu berichten, nähmen die Gemeinderäte dasselbe Recht für sich in Anspruch. Anmerkung der Redaktion: Beigeordneter Bertsch sagte in einer Presseerklärung dem MT gegenüber am Mittwoch, daß die Rüge wohl ein letzter Liebesdienst der SPD an den scheidenden Stadtrat Selz gewesen sei.
In einer Kolumne schreibt Werner Müller vom MT, es sei ein Skandal, daß Langenau, Enkenstein und die Stadtverwaltung seit Jahren einen Radweg zwischen Langenau und Enkenstein fordern. Es werde ständig auf die Gefahren hingewiesen, die durch Brummis von der Mülldeponie entstehen. Doch dieser Weg sei nach dem Kreisradwegeplan frühestens für 1993 vorgesehen. Werner Müller meint, die Schuld am Tod der Frau den Ämtern zuzuschieben sei freilich allzu billig, denn die Weichen würden von der Politik gestellt – in die falsche Richtung. Derzeit müsse wieder mal gespart werden, unter anderem bei den Radwegen. Es stimme die ganze Richtung nicht, wenn gleichzeitig für einen bloßen PR-Gag, wie den Olympiatreffpunkt in Barcelona, mal locker Millionen zum Fenster hinausgeschmissen würden. Solche Sparpolitik sei ein Skandal, den Tod der Radfahrerin im Kleinen Wiesental vor Augen, sogar schlicht zum Kotzen.
28. August 1992
Der Regio-Gewerbepark wird nun vermarktet. Ein neu erstellter Prospekt stellt die Gesamtkonzeption vor und verspricht einen Gewerbepark »der dem Südwesten noch gefehlt hat«.
Die Schopfheimer CDU will einen Dringlichkeitsantrag zum Bau des Radweges auf der Strecke Langenau/Enkenstein formulieren. Der tödliche Unfall der letzten Tage erfordert diese Maßnahme.
Mit einem großen Sonderprospekt werben beide Zeitungen für das Schopfheimer Städtlifest und das Jubiläum der 25jährigen Partnerschaft mit Poligny.
Völlig unberechtigt ist die SPD-Kritik an der Verwaltung nach Auffassung der CDU-Fraktion. Dem Bürgermeister und dem Beigeordneten wird verantwortungsvolles Handeln in Sachen Pflug bescheinigt. Die Kritik des Vortages von der SPD wird als Theaterdonner bezeichnet.
29. August 1992
Der Schopfheimer Horst Rüdtlin, Landesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren, schloß während der Olympiade einen Kooperationsvertrag zwischen den Wirtschaftsjunioren Baden-Württembergs und denen Kataloniens. Frühestens würden konkrete Ergebnisse Ende 1992/Anfang 1993 spürbar.
Die evangelische Kirche leidet, wie die Öffentliche Hand, unter Geldsorgen. Von der Landeskirche wird weniger überwiesen. Dadurch ist für 1992/1993 ein Sparkurs verordnet worden.
Stadtrat Karl Schmid und Emma Schmid feiern das Fest der »Goldenen Hochzeit«.
Hochbetrieb herrscht in Schopfheims Altstadt. Das 20. Schopfheimer Städtlifest wird gefeiert. Gleichzeitig feiert Schopfheim das 25jährige Bestehen der Partnerschaft mit dem Jurastädtchen Poligny. Die Urkunden der Freundschaft werden erneuert und sollen in die gemeinsame Zukunft der Städte weisen und Verpflichtung sein. Ein Festakt in der Stadthalle eröffnet das Jubiläum und bildet gleichzeitig einen Höhepunkt, bei dem eine von Hermann Egner komponierte »Fanfare der Freundschaft« durch die Stadtmusik Schopfheim intoniert und den Freunden aus Poligny die Originalpartitur als Geschenk für die Zukunft überreicht wird. Die Stadt Schopfheim erhofft sich, daß dieses Geschenk nicht nur in Poligny erklingen, sondern auch in Schopfheim von den Musikvereinen als Zeichen der Freundschaft immer wieder gespielt wird. Um die Zukunft zu sichern, wirken an der Feierstunde der Grundschulchor Langenau und der Schulchor der Friedrich-Ebert-Schule mit.
31. August 1992
Dieser Tage erhielt Martina Launer aus Langenau das erste vhs-Zertifikat für den Abschluß eines Italienischkurses aus den Händen von vhs-Mitarbeiterin Brigitte Fleck überreicht. »Wir hoffen«, so sagt vhs-Leiter Franz Hoch, »daß Frau Launer damit eine Vorreiterrolle übernommen hat«.
Hans Gögelein, Leiter des Polizeireviers Schopfheim, geht nach fast 27jähriger Tätigkeit in Schopfheim in den Ruhestand. In einer Feierstunde wird er von Polizeidirektor Kees verabschiedet. Gleichzeitig wird sein Nachfolger Bernhard Schlachter ins Amt eingeführt. Den offenen und vertraulichen Umgang mit den Bürgern hob der Bürgermeister in seinen Dankesworten an Hans Gögelein hervor. Kontakte seien immer auf kürzestem Wege zustande gekommen. »Wir schätzen an Ihnen die offene und unkomplizierte Art«, sagt der Bürgermeister weiter in seiner Laudatio.
01. September 1992
Mit einer Ausstellung in der Volksbank macht das THW auf seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aufmerksam. Die Ortsgruppe Schopfheim feiert in diesem Monat ihr 40jähriges Bestehen.
Klaus Jäckh, stellvertretender Hauptamtsleiter bei der Stadtverwaltung, feiert sein 25jähriges Dienstjubiläum. Der Bürgermeister gratuliert ihm während einer kleinen Feierstunde.
02. September 1992
Dieser Tage informierte sich die Kreistagsfraktion der SPD in Gersbach über die Fleischdirektvermarktung.
Im Jahre 1994 soll der Kindergarten Bremt gebaut werden, wenn der Gemeinderat im Haushalt 1993 die ersten Mittel zur Verfügung stellt. Nach Ansicht des Bürgermeisters wird dies notwendig, weil die Grundschule Fahrnau in absehbarer Zeit mehr Platz benötigt.
Nun sind sie da, die neuen Mülleimer! Ab 14. September, so liest man heute, werden sie den Bürgern durch die Firma Oschwald zugestellt.
Die Interessengemeinschaft »Wehratalbahn« war unterwegs, um die Strecke zu besichtigen. Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Dieter Puchta (SPD) nahm man die Anlagen in Augenschein. Eigentlich habe die private Museumsbahngesellschaft »Eurovapor« die Strecke pachten wollen, verlautete bei dieser Zusammenkunft; die Bahn habe stattdessen jedoch die Brücken abgebrochen und die Gleise herausgerissen. Bei der Begehung war man sich hingegen einig, daß alles darangesetzt werden muß, die Trasse zu sichern, wenn schon Gleise und Brücken mittlerweile fehlen. Obwohl verhindert, sicherten CDU-Landtagsabgeordneter Peter Straub und die Bundestagsabgeordnete Ortrun Schätzle schriftlich ihre Solidarität zu.
03. September 1992
Auf die Initiative von Walter Flößer hin wurde die Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermißten beider Weltkriege auf dem Friedhof Fahrnau neu gestaltet und damit aufgewertet. Weitere Spenden sind noch notwendig, um die anfallenden Kosten zu finanzieren.
Ein Dankeschön aus Poligny trifft in Schopfheim ein. François Clément übermittelt den Dank der Partnerstadt an die Organisatoren und die ganze Bevölkerung Schopfheims.
Auf die Raumprobleme wollen die »Irrlichter« aufmerksam machen. Am kommenden Montag soll während der Gemeinderatssitzung ein »Lungerstreik« vor dem Rathaus stattfinden. Bereits am vergangenen Montag hatte man vor dem Rathaus gesessen und die Gemeinderäte so auf die Nöte aufmerksam gemacht.
Die Gesellenstücke von Schreinern waren dieser Tage im BBZ zu besichtigen. 40 Lehrlinge zeigten ihre praktischen Abschlußarbeiten.
In einem Leserbrief meint Daniel J. Berger im MT, daß das Pflugprojekt meilenweit von den Anfangsplänen entfernt sei. Als Fazit bemerkt er, daß die Gesamtkosten des »Pflugabenteuers« auf den Tisch gehörten. »Was hat der Pflug die Stadt gekostet?«, will er wissen; diese Frage müsse im Hinblick auf bevorstehende Kommunal- und Bürgermeisterwahlen neu gestellt werden.
Die SPD informiert sich über eine Selbsthilfeaktion Kürnberger Bürger. Diese haben mit Einverständnis der Stadt ihre eigene Abwasserleitung gelegt. Sie wollten damit den Bau einer Hauskläranlage umgehen, die für einige Jahre eine immense finanzielle Mehrbelastung gebracht hätte; denn man hätte sich zu einem späteren Zeitpunkt auch an den Kanalkosten beteiligen müssen. So wurde der Kanal bereits heute auf eigene Kosten – ohne finanzielle Beteiligung der Stadt – errichtet.
04. September 1992
Der Bürgermeister schreibt an das Landratsamt und das Straßenbauamt, daß der Radweg zwischen Langenau und Enkenstein absolute Priorität haben müsse.
Das Amtsgericht Schopfheim hat zwei neue Richter. Daniel Splitgeber hat als Straf- und Jugendrichter bereits die ersten Verhandlungen hinter sich. Seit dem 1. September ist nun Rupert Stork zuständig für das Zivilrecht.
Die Badische Zeitung weiht ihre neue Geschäftsstelle an der Ecke Hauptstraße/Feldbergstraße ein. Im Beisein des Geschäftsführers des Zeitungs-Verlages, Norbert Meyer, und in Anwesenheit zahlreicher Gäste konnten die neuen Räumlichkeiten übergeben werden.
05. September 1992
Die Eichener feiern das 19. Bockbierfest. Allerdings leidet es dieses Jahr etwas unter Besuchermangel, da rings um Schopfheim viele Feste gefeiert werden.
06. September 1992
Nach zweijähriger Vakanz in der evangelischen St. Michaels-Gemeinde West wird Pfarrer Dr. Michael Hoffmann in sein Amt eingeführt. Während eines festlichen Gottesdienstes, an dem zahlreiche Gemeindemitglieder teilnahmen, wünschte man ihm viel positives Wirken in der neuen Gemeinde.
300 Teilnehmer gehen an den Start beim 3. Schopfheimer Triathlon.
600 Jahre Enkenstein: Mit einem großen Fest in einem eigens aufgestellten Festzelt feiert der Ortsteil sein 600jähriges Bestehen. Am Freitag wurden die Festlichkeiten gar mit der Einweihung eines neuen Dorfbrunnens eröffnet.
Der Tennisclub Schopfheim trägt auf den Plätzen im Oberfeld die diesjährige Stadtmeisterschaft aus. In elf Disziplinen und an 110 Spielen beteiligen sich 86 Spielerinnen und Spieler. Bei den Damen siegt Ruth Strauch, bei den Herren Frank Sutter und Wolfgang Kämmerein bei den Jungsenioren.
Im Markus-Pflüger-Heim gab es ein großes Stelldichein mit Gästen. Die 300 Heimbewohner feierten einen Tag der Begegnung mit der Bevölkerung.
Zum zweiten Mal findet das Karl-Heinz-Baumann-Gedächtnisturnier der Tischtennisabteilung in der Vicemoos-Sporthalle statt. Das Rheinfelder Geschwisterpaar Ariane und Thorsten Spitznagel nahm die Trophäen mit nach Hause.
Die Langenauer Tennisspieler trugen auf ihrer neuen Sportanlage die Vereinsmeisterschaft aus. Erfolgreich war dabei die Familie Naskrent, die gleich mehrere Titel errang. Peter Naskrent wurde Sieger beim Herren-Einzel und -Doppel mit Alexander Naskrent, im Mixdoppel errang er zusammen mit seiner Frau Gaby ebenfalls den Sieg. Gaby Naskrent wiederum war im Damen-Einzel schließlich ebenfalls Siegerin.
07. September 1992
Die Bevölkerung von Enkenstein, Langenau und Wieslet dringt auf einen Radweg entlang der Landstraße zwischen den Ortsteilen. Eine entsprechende Unterschriftenliste wurde während der Gemeinderatssitzung dem Bürgermeister übergeben.
Der Gemeinderat beschloß, im Oberfeld für DM 500.000,-- ein neues Jugendzentrum zu errichten.
Mit der Gegenstimme von FDP-Stadträtin Roswitha Blümle stimmt der Gemeinderat dem Kaufvertrag für das Pflug-Areal mit dem Investor Uttner zu. Der Bauantrag, so heißt es, soll wie angekündigt zum Jahresende vorliegen. Im Frühjahr könnte mit dem Bau bereits begonnen werden.
Wie angekündigt, demonstrieren die »Irrlichter« vor dem Rathaus. Es ist allerdings sehr gemütlich; denn Tische, Stühle und ein Tischfußball vermitteln eher den Charakter einer Gartenwirtschaft, als den einer Demo.
Gegen Gerüchte, wie sie in Fahrnau kursieren, wendet sich der Bürgermeister. Danach soll der Kindergarten in der Schule geschlossen werden. Er macht deutlich, daß der neue Kindergarten im Bremt in Auftrag gegeben und es zu keiner kindergartenlosen Zeit kommen werde.
Während der Gemeinderatssitzung meint Stadtrat Böttger, die Motivation, für das »Irrlicht« etwas zu tun, sei ziemlich klein. Die Kulturinitiative habe sich offenbar darauf beschränkt, beim Städtlifest Gläser zu zerdeppern und vor dem Rathaus herumzusitzen. Er gibt damit seine bisher positive Haltung für die Kulturinitiative auf.
Von einer »tödlichen Falle« spricht Berthold Dietsche von der Verkehrswacht. Er meint damit die neue Planung des Radweges zwischen Maulburg und Gündenhausen. Das Tiefbauamt will sich bemühen, eine Änderung der Streckenführung zu erreichen. Man hat die Probleme selbst erkannt. Allerdings ist die jetzt geplante Strecke im Planfeststellungsverfahren festgeschrieben. Wie man aus der Situation herauskommt, ist noch nicht ganz klar.
Der Gemeinderat stimmt einer Vereinbarung mit dem Lörracher Bauunternehmen Heuer & Heuer über den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses zu. Die Firma will auf dem Gelände der einstigen Gottlieb-Baracke nun ein Bauvorhaben realisieren. Einige Gemeinderäte äußerten Bedenken, da der vorgeschriebene Anteil der Sozialwohnungen von 30–50% ein zu großer Spielraum für den Bauherrn bedeutet.
08. September 1992
Der Großzirkus Corty-Althoff baut im Oberfeld sein Zelt auf. Elefanten sorgten für Aufsehen, als sie nach dem Entladen am Bahnhof zum Zirkusplatz ins Oberfeld trotteten. Während zweier Tage gastiert das Unternehmen in Schopfheim.
Seit zehn Jahren treffen sich Schwimmbegeisterte zum Frühschwimmen im Schwimmbad. Gestern feierte man dieses Ereignis.
09. September 1992
Eine Jury bewertet den Blumenschmuck im Ortsteil Gersbach anläßlich eines Wettbewerbes, der vom Verkehrsverein ausgeschrieben wurde. Die Jurymitglieder waren sich einig darüber, daß im Dorf in dieser Sache noch mehr getan werden könnte.
Fuchsjagd in der Innenstadt: Ein tollwütiger Fuchs wird von einem Jäger zwischen Finanzverwaltung (ehemaliges Amtsgericht) und Hauptverwaltung niedergestreckt.
Architekt Wilhelm stellt die Pflug-Bebauung dem Hauptausschuß des Kirchengemeinderates vor. Über eine Einigungs-Variante zwischen Kirche und Stadt schreibt das MT: »Kommt die Kirche, genauer deren Einrichtungen, oder die Verwaltung in den neuen Pflug?« Von Pfarrer Schaupp wurde dies als mögliche Variante genannt.
Großes Gedränge herrscht bei der Ausstellungseröffnung zur Geschichte der Wehratalbahn im Museum; eine Ausstellung, die von der IG Wehratalbahn initiiert und organisiert wurde. Sie zeigt Fotos, Pläne und Modelle der 1887 in Betrieb gesetzten und 1971 wieder stillgelegten Bahnstrecke.
Klara Wentscher zeigt ihre Arbeiten in der Sparkasse. Feminin, zart, apart und geheimnisvoll wirken die Objekte, Bilder und Collagen, meint die Kritikerin in der BZ.
10. September 1992
Der BUND schreibt an den Bauausschuß der Stadt und macht sich in diesem Schreiben für den Erhalt des Grünbestandes an der Feldbergstraße stark.
Wieder geöffnet ist die Umgehungsstraße zwischen Hohe-Flum-Straße und Wehrer Straße.
Resignation ist aus einem Leserbrief von Michael Bittel vom »Irrlicht« zu spüren. Ausgehend vom Leserbrief über das Verhalten der »Irrlichter« beim Städtlifest meint Bittel, das Kulturcafé werde als psychosoziale Müllentsorgungsstation benutzt.
Künftige Bewohner des Bremt haben, wie die Zeitungen meinen, die Nase voll. Sie wollen nicht länger hinnehmen, daß der Bebauungsplan schon wieder geändert werden soll. In einem Schreiben an die Stadträte bitten Karlheinz Storbek und 70 weitere Unterzeichner, den Antrag Suchy auf Geschoßwohnungsbau abzulehnen. Der Bürgermeister vertritt allerdings die Meinung, daß diese Maßnahme bei der derzeitigen Wohnungsnot sinnvoll und gerechtfertigt sei.
Die CDU-Fraktion trifft sich, um in Gersbach das neue Schlachthaus zu besichtigen.
11. September 1992
Beim neuen Schlachthaus in Gersbach feiert man ein Fest. Ortsvorsteher Ühlin ging dabei noch einmal auf die Planungsgeschichte des Hauses ein. Dank sei dem Pfarrer, Herrn Trautwein, zu sagen. Erwähnt wird auch, daß 1.700 freiwillige Helferstunden im bisherigen Bau stecken.
12. September 1992
Mit dem Gemeinderat und den Bebauungsplanänderungen im Bremt gehen die Kommentare der Zeitungen hart ins Gericht. Man fragt sich, wozu man überhaupt Bebauungspläne mache, wenn diese ständig je nach Bedarf geändert würden.
Die evangelische Kirchengemeinde bereitet sich auf das 100jährige Jubiläum der Stadtkirche, das Ende der kommenden Woche gefeiert wird, intensiv vor.
Der vor Tagen auf dem Marktplatz geschossene Fuchs hatte Tollwut.
Franz Hoch, vhs-Leiter, meint zu den Kürzungen des Landes bei der vhs und zu den beabsichtigten Kürzungen des Landkreises für die Volkshochschule: »Wir sind finanziell praktisch kaputt. Wir müssen abspecken, aufschlagen oder aufhören«. Es ärgert ihn, daß gerade bei den Bildungseinrichtungen der Gürtel enger geschnallt werden soll.
Dorffest in Fahrnau. Einmal mehr war es Bürgermeister Fleck vorbehalten, das Faß, das quasi als Einstand vom neuen Schulleiter Reinhold Fetscher gestiftet worden war, anzustechen. Man feierte bei gutem Wetter zwei Tage in ungetrübter Freude.
13. September 1992
Das Schwimmbad Schopfheim schließt für die diesjährige Saison die Pforten. Etwa 84.000 zahlende Besucher bedeuten einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um ca. 4.000 Personen. Schweigmatt hatte in der vergangenen Badesaison etwa 9.500 Besucher.
Die Pächterin des Schwimmbadkioskes, Anneliese Grether, lud Heimbewohner des Georg-Reinhardt-Hauses, darunter 20 Rollstuhlfahrer, zu Kaffee und Kuchen ins Schwimmbad ein. Es war ein schöner Nachmittag, von dem alle fröhlich ins Heim zurückkehrten.
14. September 1992
Der Langenauer Ortschaftsrat wünscht sich eine Sondersitzung in Sachen Kreismülldeponie.
Über das Lörracher Frauenhaus informierte sich die Frauenunion des CDU-Kreisverbandes bei der Zusammenkunft in Schopfheim, wobei man bekundete, daß das Frauenhaus in Zukunft die politische Unterstützung der Union erhoffen darf.
Nachfolger des vor wenigen Wochen in den Ruhestand getretenen Lutz Weherling als stellvertretender Schulleiter an der Kaufmännischen Schule Schopfheim wird Studiendirektor Dietfried Fischer.
Henny Timmermann sammelt weiter, bzw. erneut Brillen für die Dritte Welt.
Das Schopfheimer Badmintontalent Nicole Grether ist nun in den Olympiastützpunkt Saarland nach Saarbrücken umgezogen. Dort sollen die sportlichen und beruflichen Ziele vertieft und ausgebaut werden.
Die Stadt bereitet sich auf die ersten Umwelttage vor. Mit Hilfe von Firmen und Organisationen wird im Oktober während einer Woche umfassend über Umweltthemen gesprochen. Positiv bemerkt man im Gemeinderat, daß Beigeordneter Bertsch dies ohne finanzielle Belastung für die Stadt organisiert.
Es gibt nun auch nach erneutem Anlauf keine Baumschutzverordnung in der Stadt; so lautet der Beschluß des Gemeinderates.
Entlang der Bahntrasse vom Käppelimattweg bis zur Innenstadt wird es vorerst keinen Radweg geben. Die Kosten hierfür sind zu immens, insbesondere für das Befahren der Brücke über die Wiechser Straße.
15. September 1992
Die Stadt führt derzeit Gespräche mit dem KWR. Man will versuchen, den gerichtlich auferlegten Zwang zur Lärmminderung am Bifigwehr in Stromerzeugung umzuwandeln. Um dies zu erreichen, denkt man an einen Zuschuß zur Stromerzeugung.
17. September 1992
Als wichtiger Schritt im zweiten Abschnitt der Umgehungsstraße wird jetzt mit dem Bau des »Langenfirst-Tunnels« begonnen. Die Baustelle, liest man in den Tageszeitungen, wird in der kommenden Woche im Krattental eingerichtet. Mit dem Beginn der Bauarbeiten ist etwa Mitte Oktober zu rechnen.
Alfred Bühler, Inhaber des Kiosk »Bühler Mäxle«, erhielt einen anonymen Drohbrief. Von einer Gruppe namens »Autonome Südschwarzwald« wird er aufgefordert, den Verkauf faschistischer Zeitungen aller Art unverzüglich einzustellen, wenn nicht, so heißt es weiter, sei man gezwungen, zu anderen Aktionsformen zu greifen. Alfred Bühler sei mitverantwortlich für den Rassenhaß. Der Presse gegenüber meint der Ladenbesitzer: »Ich lasse mich nicht einschüchtern«. Sein Demokratieverständnis gebiete es ihm, an Zeitungen auch weiterhin feil zu haben, was auf dem Markt sei, sei es vom rechten oder vom linken Lager. Die Nationalzeitung sei außerdem bis heute nicht verboten. Der Polizei ist gemäß einem heutigen Presseartikel die genannte Gruppe nicht bekannt.
Die Aktiven bei den Schopfheimer Kinderferienprogrammen trafen sich zum Abschlußgespräch. Zuviele Kinder, klagt man, dennoch – so Ordnungsamtsleiter Klemm – sei man sehr zufrieden. Rund 1.000 Kinder haben an den 20 Veranstaltungen teilgenommen.
Die Museumsgesellschaft präsentiert zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde eine gelungene Dokumentation im Museumskeller. Sie beschäftigt sich mit der 100jährigen Geschichte der evangelischen Stadtkirche. Pfarrer Jobst hält den Vortrag mit dem Thema »Verhältnis von Kirche und Staat«, während Rolf Hans Brüderlin, Ehrenvorsitzender der Museumsgesellschaft, Wissenswertes und heitere Anekdoten zur 100jährigen Geschichte beisteuert.
Eine neunköpfige Delegation aus Kleinmachnow trifft in Schopfheim ein. Unter Führung von Bürgermeister Nietsche weilen die Vertreter der Gemeindeversammlung und die Vertreter der Verwaltung bis zum Sonntag in der Markgrafenstadt, um sich über Schopfheim zu orientieren und Gespräche mit den Schopfheimer Gemeinderäten führen zu können. Bei der Begrüßung wird insbesondere deutlich, daß die Arbeitslosigkeit und die Wohnungsproblematik derzeit den Brandenburgischen Ort am meisten bedrückt.
18. September 1992
Nach fast zehnjähriger erfolgloser Suche nach einem Investor, der das ehemalige LVA-Gelände auf der Schweigmatt zu Fremdenverkehrszwecken nutzen soll, ist die Stadt wohl fündig geworden. Wie die Presse schreibt, soll ein Interessent auf dem früheren traditionsreichen Kurhausareal Ferienwohnungen bauen. Dennoch ist auch die Michaels-Gemeinschaft weiterhin am Kauf interessiert. Der Gemeinderat muß sich in Kürze definitiv entscheiden zwischen der geplanten Fremdenverkehrsnutzung und der Heimpädagogik durch die Michaels-Gemeinschaft.
Die Bundesbahn schafft die Kontrollschaffner im Zug auf der Wiesentalstrecke ab. Bahnkritiker bezweifeln jedoch, daß dadurch ein Spareffekt erzielt wird.
19. September 1992
Als Dauerleihgabe an die Stadt übergab der Schopfheimer Designer Hans Theodor Baumann 125 Exponate. Im Museum wurde dafür eigens ein Raum eingerichtet. Die wichtigen Zeugnisse designerischen Schaffens bereichern das Kulturgut der Stadt ganz wesentlich.
Die evangelische Kirchengemeinde feiert das 100jährige Bestehen der Stadtkirche. Während vier Tagen wurde »mit Pauken und Trompeten gefeiert«. Gäste aus Kamerun waren ebenso in der Markgrafenstadt wie solche aus der Partnergemeinde Kleinmachnow. Die Feiern werden erst am kommenden Wochenende abgeschlossen. Zum Jubiläum ist eine eigene Publikation, die über den Bau der Kirche informiert, entstanden.
Der Gewerbeverein veranstaltet an diesem Wochenende auf dem Parkplatz der »Bau 4« eine Gebrauchtwagenschau.
Haben die Sozialdemokraten auf die Asylfrage verspätet reagiert?, fragen sich Teilnehmer während einer Mitgliederversammlung ihrer Partei. Man will sich demnächst mit dem Thema intensiv beschäftigen.
»Als Lückenbüßer war die Michaels-Gemeinschaft gut«, lautet heute eine Schlagzeile im MT. Mitglieder dieser Gemeinschaft reagieren damit auf die Absicht der Stadt, das Gelände in Schweigmatt eventuell einem Investor für Fremdenverkehrseinrichtungen zu veräußern.
Ist Schopfheim eine Eisenbahnerhochburg? Nach der Ausstellung, die derzeit im Museum über die Eisenbahngeschichte gezeigt wird, kam nun ein historischer Triebwagen im Bahnhof Schopfheim an. Die Fahrt des Elektrotriebwagens ET 25015 nach Schopfheim haben die Eisenbahnfreunde Wehratal organisiert.
Anläßlich der 100-Jahr-Feier der evangelischen Stadtkirche gab das Vokalensemble Schopfheim ein Konzert. Mit den Liebeslieder-Walzern von Johannes Brahms hörte man das vor fünf Jahren gegründete und von Matthias Schneider geleitete Vokalensemble. Die Sänger wurden von Ulrike Wohlwender und Michael Donkel am Klavier begleitet.
20. September 1992
Das THW mit dem Vorsitzenden Rolf Trefzer feiert das 40jährige Jubiläum des Ortsverbandes. Der Vorsitzende durfte die Grüße der Bundestagsabgeordneten Schätzle, von Landrat Rübsamen und Beigeordnetem Hartmut Bertsch sowie von Gästen aus den Stadt- und Ortschaftsräten entgegennehmen. Bei einem späteren Rundgang auf dem Langenauer Gelände bestaunten die Gäste eine Fahrzeug- und Geräteschau.
Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Kleine Saal der Stadthalle beim Auftritt des Kabarettduos »Nestbeschmutzer«.
21. September 1992
In einer Vorlage an den Betriebsausschuß des Eigenbetriebes »Abwasserwirtschaft« des Landkreises Lörrach wird Gersbach wieder als Deponiestandort erwähnt. Bisher hatte man Gersbach in diese Überlegungen nicht einbezogen.
Mit zukunftsweisenden Dingen beschäftigt sich der Gemeinderat. So meinen die Vertreter der Fraktionen, daß der Beschluß über die Entwicklungsplanung wohl eine der wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft darstelle. Deutlich hört man in der Diskussion, daß die Grenzen des Wachstums (Bevölkerung und Wohn- sowie Gewerbebebauung) abgesteckt werden müssen. Es könne nicht angehen, daß dem Wachstumsdruck alles unterworfen werden müsse. Die freigegebenen Haushaltsmittel sollen nun dazu verwendet werden, erste Diskussionsgrundlagen für eine zukunftsweisende Entwicklungsplanung vorzubereiten.
Weiter beschloß der Gemeinderat das innerstädtische Verkehrskonzept. Dies sieht eine Verkehrsberuhigung der Innenstadt nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße vor. Die CDU betont, daß mit dem »Ja« zum innerstädtischen Verkehrskonzept kein »Ja« für die Unterführung der Bahnhofstraße verbunden ist.
Die SPD stellt einen Antrag, in der Roggenbachstraße, Feldbergstraße und der Schwarzwaldstraße das Schrägparken von Autos zuzulassen. Damit wäre automatisch eine Verkehrsberuhigung und eine Geschwindigkeitsreduzierung verbunden.
22. September 1992
Nach achtjähriger, erfolgreicher Arbeit im Dienste der Kirchenmusik in Schopfheim verläßt Matthias Schneider die Markgrafenstadt. Am 1. Oktober wird er die Stelle als wissenschaftlicher Assistent am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Basel antreten. In Schopfheim hat er einiges aufgebaut, die Kirchenmusik neu belebt und es verstanden, eigene Akzente im kirchlichen und kulturellen Leben der Stadt zu setzen. Bewährt hat sich die originelle Idee der Orgelmusik zur Marktzeit. Bedeutung erlangt haben auch die Internationalen Orgeltage, die nach seinem Wunsch weitergeführt werden sollen. Die Kantorei wurde unter seiner Leitung aufgebaut und verfügt nunmehr über 60 Stammsänger und -sängerinnen.
Der ungarische Maler Adam Misch stellt seine Werke in der Galerie »Grüne Schlange« aus. Die Rezensentin der Badischen Zeitung meint, zum wiederholten Male sei es der Galerie gelungen, einen mutigen, ungewöhnlichen, modernen Ausstellungsakzent zu setzen.
Die SPD bittet die Stadtverwaltung, ein Gespräch mit der Bundesbahn zu führen, um die Güterhalle dem »Irrlicht« eventuell als Interimslösung anbieten zu können.
Beim Referendum zum Vertrag von Maastricht fiel das Wahlergebnis in Poligny »aus dem Rahmen«. Die Schopfheimer Partnerstadt stimmte mit 59% für Europa. Die Wahlbeteiligung lag bei 69%, im gesamten Wahlkreis von Poligny stimmten 54% pro Maastricht. Bei der Abstimmung hätten viele Motive eine Rolle gespielt, meint Eugen Herzog: etwa die Unzufriedenheit mit der Regierung, parteipolitische Bindungen, aber auch eine gewisse Angst vor einem übermächtigen Deutschland. Als überzeugter Befürworter der Maastrichter Verträge habe Bürgermeister Tinguely Tage vor der Wahl höchstpersönlich Plakate geklebt.
Erstmals nahmen auch Forstleute aus Schopfheim und dem Umland Kontakt mit Poligny auf. Eine Delegation unter Forstdirektor Rieger wurde begleitet vom Beigeordneten der Stadt, Hartmut Bertsch.
23. September 1992
Vor fünfeinhalb Jahren ging er in den wohlverdienten Ruhestand: Erich Pohlmann, langjähriger Chefredakteur der Badischen Zeitung in Schopfheim, feiert heute seinen 70. Geburtstag.
Paul Ludwig Weinacht, Professor der Politikwissenschaft, skizziert in seinem Vortrag den »Weg zum Südweststaat« in der Stadtbibliothek.
Zur Erinnerung an das 40jährige Bestehen von Baden-Württemberg hat die Volkshochschule zusammen mit dem Landratsamt diese Veranstaltung angeregt und durchgeführt.
24. September 1992
Nahe der Grundschule in Langenau mußte ein Jäger einen Fuchs erlegen, der zuvor durchs Dorf spazierte. Es ist davon auszugehen, daß auch dieses Tier Tollwut hat.
Ein kleines Dorf hat große Probleme. Bei der Ortschaftsratssitzung in
Enkenstein drängt man auf die baldige Realisierung des Radweges zwischen Langenau und Enkenstein. Man will außerdem eine Unterstellmöglichkeit für Wartende an der Bushaltestelle. Weiter schließt man sich dem Antrag von Frau Timmermann an, bei der Deponieausfahrt ein Stop-Schild anzubringen und die Stundengeschwindigkeit zwischen Langenau und Enkenstein auf 70 km/h zu reduzieren. Im Dorfentwicklungsprogramm möchte man Aufnahme finden und neben einem Versammlungsraum einen Geräteraum für die Feuerwehr realisieren.
Der Bauausschuß beschließt, dem Gemeinderat vorzuschlagen, für ein kleines Gebiet in Kürnberg eine Abrundungssatzung zu erlassen.
25. September 1992
Der Gewerbeverein möchte, daß erste Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße nach Teilfreigabe der Umgehungsstraße im Jahre 1993 erfolgen. Der Durchgangsverkehr soll konsequent auf die Umgehungsstraße abgedrängt werden, Parkbuchten sollen entlang der Hebel- und Hauptstraße angelegt werden. Weiterer Parkraum soll an der Peripherie geschaffen werden; so der Vorschlag, der sich im wesentlichen mit dem der Stadtverwaltung deckt. Bis das Gesamtkonzept verwirklicht werden könne, könnten noch viele Jahre vergehen, meinen Mitglieder des Gewerbevereins. Dr. Wieland betont, daß mit einfachen Mitteln unter Einsatz von Verkehrsschildern und weißer Farbe Teilrealisierungen möglich seien.
Eine gute Nachricht für Gartenbesitzer. Auf dem Grünschnittsammelplatz am Kirchplatz kann jetzt jedermann Kompost und Häckselmaterial kostenlos abholen.
Irmi Klemm wurde dieser Tage bei den Deutschen Duathlon-Meisterschaften in Uslar Titelträgerin. Ihr Bruder, Hubert Klemm, erreichte in seiner Disziplin am gleichen Ort einen beachtlichen vierten Platz.
Die neue Haartracht resp. Haarmode wird in der Stadthalle präsentiert. Der Phantasie der Friseure aus den Innungen Säckingen, Lörrach und Müllheim war in der ausverkauften Stadthalle keine Grenze gesetzt.
Nach dem überraschenden Rücktritt des Radsportabteilungsleiters Ralf Itzin wurde nun eine außerordentliche Abteilungsversammlung angesetzt. In der Presse heißt es, die vielen leergebliebenen Stühle im Vereinsheim schienen symptomatisch für die Stimmung innerhalb der Abteilung zu sein. Recht gut sei es in sportlicher Hinsicht im vergangenen Jahr zugegangen, so die stellvertretende Abteilungsleiterin Silvia Schindler. Trotzdem schien die Welt nicht in Ordnung. Der Vorsitzende der TSG, Heinz Leuger, meinte, man solle vor dem Streit über die Vergabe von Ämtern grundsätzlich über die Zukunft der Abteilung diskutieren. Silvia Schindler machte deutlich, daß sie ein Amt im Vorstand bei gleichbleibend schlechter Beteiligung anderer Mitglieder nicht annehmen werde. Schließlich einigte man sich darauf, daß die Ämter derzeit unbesetzt bleiben und Silvia Schindler als Vertreterin der Radsportler an den Turnratssitzungen teilnehmen wird.
Viel Spaß hatten die Kleinen und die Verantwortlichen des Turnvereins Wiechs beim Kinderfest, das der Nachwuchsarbeit für den Verein dienen soll.
26. September 1992
Die Gersbacher SPD setzt sich mit den Plänen einer Mülldeponie in Gersbach auseinander. Man meint, daß dieser Vorschlag wohl kaum ernst gemeint sein könne und spricht sich gegen einen »Mülltourismus« nach Gersbach aus.
Das »Irrlicht« kann nicht in die Güterhalle einziehen. Auf eine entsprechende SPD-Anfrage hin erklärten nun die Bahnverantwortlichen, daß das Gebäude insgesamt vermietet sei.
Bürgermeister Vogt aus Hausen schenkt der Jubiläumsgemeinde Enkenstein zum 600jährigen Bestehen eine Linde, die vor dem Rathaus gepflanzt wird.
Der letzte Flohmarkt dieses Jahres präsentiert sich bei herrlichem Sonnenschein in der Altstadt.
27. September 1992
»Lieben Sie Brahms?«, so das Thema des Konzertes, das der Gesangverein Fahrnau in der Alten Kirche St. Michael gab. Zigeunerlieder von Dvořák und Brahms sollten das Publikum in der total gefüllten Alten Kirche begeistern. Der Dirigent des Fahrnauer Gesangvereines, Klaus Dürrschnabel, hatte dabei ein erfolgreiches Debut, das durch langanhaltenden Applaus für den Abend unterstrichen wurde. Solistin des Abends mit den Dvořákschen Zigeunerliedern war die Schopfheimer Sopranistin Madeleines Strütt-Chappuis. Sie war wieder einmal gefeierter Gast. Nicht nur als Dirigent wußte Klaus Dürrschnabel zu begeistern, er spielte zusammen mit dem Pianisten Michael Donkel vierhändig auch ungarische Tänze von Brahms. Michael Donkel begleitete den ganzen Konzertabend in überzeugender Weise auf dem Flügel.
28. September 1992
Die israelische Rechtsanwältin Felicia Langer, Dozentin für Völkerrecht an der Universität Bremen, hält einen Vortrag in der Waldorfschule vor mehreren Hundert Zuhörern. Sie berichtet als Augenzeugin über Menschenrechtsverletzungen, die sie als Anwältin in den besetzten Gebieten auf der Westbank, den Golanhöhen oder dem Gazastreifen beobachten mußte. Die in Polen geborene, in die Sowjetunion geflohene und 1950 nach Israel ausgewanderte Israelin meint, daß der Staat Israel wie eine Stiefmutter für sie sei. Seit ihrem 60. Geburtstag im Dezember 1990, als sie den alternativen Nobelpreis erhielt, hat sie ihre Anwaltskanzlei demonstrativ geschlossen und lebt seitdem in Tübingen.
30. September 1992
Das MT meint heute, der Pflug sei immer wieder für Überraschungen gut. Jetzt sprengt das Schopfheimer Jahrhundertprojekt sogar die alten Grenzen. Investor Uttner will seit Neuestem das Eckhaus Enz/Adolph in die Neubaupläne mit einbeziehen. Hansjörg Adolph läßt verlauten, daß er sein Anwesen samt Schuppen an der Ecke Hauptstraße/Feldbergstraße selbst völlig neu gestalten möchte. Die Baugenehmigung stehe kurz bevor, sagt er. Dennoch meint er, daß er zum Angebot Uttner wohl fast sicher »nein« sagen werde. Hingegen ist Dieter Enz grundsätzlich bereit, über einen Verkauf mit sich reden zu lassen, es komme allerdings schon auf das Angebot an.
Marek Puk, insbesondere als Dozent an der Volkshochschule bekannt, stellt Ölbilder in der Volksbank aus.
Die besten Einzelschützen beim Wanderpokalschießen des Schützenvereines Fahrnau kommen von der Firma Rietschle. So belegten die ersten beiden Mannschaften der Damen die Plätze 1 und 2, die Herren die Plätze 1 und 3, während auf Platz 2 die Herren der Firma EKATO landeten.
Mit aller Konsequenz will die Stadt Vorreiter sein in Sachen energiesparendes Bauen. So wird der zur Zeit in der Feldbergstraße entstehende Block der Heimbau absolut »dichtgemacht«, wie die BZ meint. Damit sollen die auferlegten Energiewerte erreicht werden. Die Be- und Entlüftung soll nach dem neuesten Stand der Technik gesteuert werden. Dabei sind im Fensterbereich Sensoren vorgesehen, sodaß bei Erreichen einer bestimmten Luftfeuchtigkeit die Lüftung automatisch in Betrieb geht.
Die Stadt gibt mit einer Broschüre an alle Interessenten die ersten Umwelttage bekannt; sie finden vom 6.–15. Oktober 1992 statt, und man hofft auf eine lebhafte Resonanz.
Die vhs veranstaltet ein Fleischseminar. Dabei soll über die Direktvermarktung in Gersbach informiert werden.
01. Oktober 1992
Die jetzige Pfluglösung sei nicht gut, meint Roswitha Blümle bei einer Veranstaltung der FDP zu diesem Thema. Obwohl der Kaufvertrag bereits unterschrieben ist und sie überstimmt wurde, sparte sie nun nicht mit Vorwürfen an den Gemeinderat. Dieser habe diese Situation infolge seiner »Salamitaktik« selbst gewollt. Die Vorwürfe teilten auch die Vertreter des Museumsvereines. Bei einem privaten Eigentümer, so der Vorsitzende der Gesellschaft, Harald Klemm, hätte das Denkmalamt den »Schwanz nicht so schnell eingezogen«.
Eindrucksvoller Auftritt des Pantomimekünstlers Clemens Lüthard in der Waldorfschule. »Legato durch die Nacht« ist die stumme Geschichte eines einsamen Herrn Jedermann, der sich in die schützenden Lichtkreise seines kleinen Lebens zurückzieht; dies der Kommentar des Regisseurs.
Verhandlungen mit einigen ernsthaften Interessenten gebe es bereits, so die Investoren für den Regiopark im Lus. Der Startschuß soll gemäß Presseberichten vermutlich 1993 erfolgen. Bisher wurden weder Banken noch Makler in die Vermarktung des Gewerbeparks miteinbezogen. Die Manager aus Karlsruhe machen indessen kein Hehl daraus, daß es noch ein paar Probleme gibt. Vor allem sei da die noch nicht fertiggestellte äußere Erschließung, weil die Stadt die erhofften Zuschüsse vom Land in Höhe von DM 420.000,- nicht bekommen hatte.
Am 28. dieses Monats sollen die gelben Wertstoffsäcke in Schopfheim ausgegeben werden.
02. Oktober 1992
Am Montag hat der Gemeinderat über den Abbruch von Gebäuden im Pflugareal zu befinden.
Über Änderungen beim Weihnachtsmarkt denkt derzeit der Vorstand des Gewerbevereines nach. Man möchte den Markt auf zwei Tage ausdehnen.
Peter Rehwald wurde als neuer Leiter des Kindergartens in der Schule Fahrnau eingeführt. Er ist der einzige männliche Kindergartenleiter in der Markgrafenstadt.
03. Oktober 1992
Mit Kerzen in der Hand demonstrieren Waldorfschüler gegen die Ausländerfeindlichkeit und den Rassismus am Tag der Deutschen Einheit vor dem Rathaus.
04. Oktober 1992
In Gersbach war es beim Weideabtrieb empfindlich kalt. Mit dem »Wind, der ins Gesicht pfeift« beschäftigten sich demnach sinngemäß der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, Wendelin Ruf, und Regierungsdirektor Elchleip. Die Herren sprachen von der Direktvermarktung, die durchaus einen Weg in die Zukunft für die bäuerlichen Betriebe darstelle.
»Fußgetrampel, laute Pfiffe, Schreie, Standing Ovations von über 500 jungen Leuten«, so beschreibt Hansjürgen Hege die Reaktionen des Publikums auf das Musical »Hair«, das in der Stadthalle aufgeführt wurde.
Der Bürgermeister setzt die Pflugdebatte im Gemeinderat ab, nachdem plötzlich eine viergeschossige Bauweise ins Gespräch gebracht worden war. Man will mit dem Investor und dem Architekten reden, um diese Planung wieder rückgängig zu machen.
Der Gemeinderat gibt grünes Licht für die Sanierung im Freibad, bei nur einer Enthaltung von Kurt Härzschel. Nach vorheriger Sitzungsunterbrechung werden die Mittel freigegeben. Allerdings darf diese Maßnahme alles in allem nicht mehr als DM 200.000,- kosten.
Zum Kirchenjubiläum führt die Kantorei ein besonderes Konzert auf. Dvořáks »Tedeum« sollte den glanzvollen Abschluß im Jubiläumsjahr bilden, aber auch Bachs Choralkantate Nr. 100 mit Soli für Sopran, Alt und Baß erhöhten den Wert des Jubiläumsschlußkonzertes. Die Lörracher Sopranistin Johanna Schutzbach, die Weiler Altistin Silke Marchfeld und der Freiburger Baßbariton Rainer Pachner waren Garanten für dieses Konzert. Der Chor der Kantorei war wie immer umsichtig und bestens vorbereitet von Kantor Matthias Schneider. Nach der Pause, so meint der Presserezensent, sei das Chor- und Orchesterkonzert zu einem halben Solistenkonzert geworden, mit einem Concerto für Orgel und dem Doppelkonzert c-Moll von Bach, wo die dänischen Gäste Merete Hoffmann (Oboe), Hans Hoffmann (Violine) und Asger Troelsen (Orgel) mit Streicherbegleitung barocke Pracht demonstrierten.
Eine Elternvertreterin des Kindergartens Lus will im Gemeinderat wissen, was die zweijährige Aussetzung der Kindergartenrichtlinien bedeutet. Bürgermeister Fleck kann die ganze Aufregung nicht verstehen, er spricht von Panikmache. »Wir werden als Träger selbst sagen, was wir wollen«, so sein Kommentar.
05. Oktober 1992
Regen Zuspruch fand der 14. Wiesentäler Preisskat am vergangenen Wochenende. Sieger wurde Ulrich Lothar. Die Vorjahressiegerin, Heide Hilten, kam noch auf den dritten Platz.
Bange machen gilt nicht; Verwaltung und Gemeinderat stehen dem neuen Haushaltsjahr durchaus gefaßt gegenüber. Bürgermeister Fleck sagt in der Gemeinderatssitzung: »Wir können zwar keine größeren Sprünge machen, aber die unabdingbaren Aufgaben können wir erfüllen«. Daß die Finanzbäume nicht in den Himmel wachsen, dafür sorgte die Auflistung des Kämmerers Hans Reif. Nach den vorläufigen Erkenntnissen darf Schopfheim bei ziemlich stabil bleibenden Einnahmen aus Grund-, Gewerbe- und Einkommensteuer vor allem mit höheren Zuweisungen im Rahmen des Finanzausgleichs rechnen. »Keine großen Perspektiven; wir können froh sein, wenn wir den Stand halten«, auf diesen Nenner brachte der SPD-Chef seine Einschätzung der Lage. Für die Freien Wähler meinte Dieter Leppert, es sei gut, daß uns der Kämmerer die rosarote Brille abgenommen habe und plädiert dafür, tatsächlich nur die notwendigen Dinge in Angriff zu nehmen. Ganz besonders hob er in diesem Zusammenhang die Wiesenbrücke in der Altstadt hervor. Nicht so optimistisch wollte Kurt Härzschel die Finanzlage beurteilen. Wer wisse denn schon, welche Ausgabenzwänge sonst noch auf die Stadt zukämen, zumal wenn das Land weitere Kürzungen beschließe.
06. Oktober 1992
Heinz Bernauer steht im Guinness-Buch der Rekorde. Die Topleistung beim Dorffest vor einem Jahr ist nunmehr dokumentiert.
Ein halbes Kilo Haschisch beschlagnahmte die Polizei dieser Tage in der Wohnung eines 24jährigen Mannes aus Schopfheim.
Für den verstorbenen Chief Mokete wurde ein Nachfolger gefunden. Dr. Linz berichtet vom Freundeskreis Partnerschaft Übersee, daß nun Nonyongo Daniael Basemban als Nachfolger gewählt worden ist.
Mit dem Thema »Stadt und Verkehr« beginnen die ersten Schopfheimer Umwelttage.
07. Oktober 1992
Auf die Absetzung des Themas »Pflug« reagiert sowohl der Bürgermeister, als auch der planende Architekt, Prof. Wilhelm, der Presse gegenüber. Beide meinen, daß es sich dabei um keinen Eklat handle, das Ganze sei harmlos. Trotz der von drei auf vier Geschosse aufgestockten Gebäude entlang der Feldberg- und Friedrichstraße entstehe keine Wohnung mehr, meint der Architekt. Lediglich seien flachere Dächer zu erwarten. Das Thema könne jedoch in einem Gespräch sicher wieder ausgeräumt werden. Der Bürgermeister sieht darin kein unüberwindliches Problem, nach seiner Meinung ist die Sache schnell ausgeräumt.
Am 12. und 13. Dezember, nunmehr an zwei Tagen, sollen die geschmückten Buden zum Weihnachtsmarkt des Gewerbevereines einladen. Am ersten Tag soll der Markt erst um 20.00 Uhr schließen; damit soll auch eine besondere Atmosphäre geschaffen werden.
08. Oktober 1992
Vor allem die Schopfheimer Gemeinderäte schienen sich für die Ausstellung »Elektrogeräte und Umweltschutz« im Foyer der Stadthalle zu interessieren. Ansonsten war der Informationsbedarf, wie bei manchen Veranstaltungen der Umweltwoche, eher gering.
Die Vorzeichen trügen nicht; in etwa sechs Wochen beginnen die Bohrungen für den Langenfirsttunnel. Derzeit richtet die Baufirma die Baustelle vor dem künftigen Bohrloch ein.
Lesefest in der Stadtbibliothek. Auf Initiative des französischen Kultusministers Jacques Lang und durch Vermittlung des Institut Français Freiburg kommt es zu mehreren deutsch-französischen Veranstaltungen in der Schopfheimer Bibliothek.
Adrian Siebold schaffte als einziger Badmintonspieler aus Südbaden die Qualifikation für die Deutschen Ranglistenturniere.
Der neue Leiter des Polizeirevieres, Schlachter, referiert zur Sicherheitslage in der Stadt Schopfheim beim CDU-Stammtisch.
Die Wohnungssituation in Schopfheim ist zwischenzeitlich so prekär, daß bebaubare Grundstücke umgehend realisiert werden müssen, schrieb Bürgermeister Fleck an die Baugenossenschaft Schopfheim. Dem Schreiben ist eine Bitte beigefügt, ein brachliegendes Grundstück im Hegen entweder einer Bebauung zuzuführen oder an die Stadt zu veräußern.
09. Oktober 1992
Gerhard Hauptmanns Tragikomödie »Die Ratten« wurde in der Stadthalle aufgeführt. Das Tourneetheater Landgraf präsentierte eine überaus interessante und dichte Aufführung, in der insbesondere Doris Kunstmann als Frau John zu überzeugen wußte.
Tommi Bayer liest in der Stadtbibliothek aus seinen Werken. Der Schriftsteller kam auf Einladung der Buchhandlung Ühlin in die Markgrafenstadt.
Die Rostocker »Kompanie de Comédie« gastiert in der Industrie- und Handelskammer. Die Wirtschaftsjunioren luden die neugegründete Theatergruppe ein. Die Kabarettisten sparten nicht mit deutlichen Worten, verbunden mit schwarzem Humor, ist der Presse zu entnehmen.
10. Oktober 1992
Die Scheffelstraße wird zu einem kleinen italienischen Marktplatz. Gewerbebetriebe in dieser Straße schlossen sich zu einem Aktionstag zusammen. Sie präsentierten sich unter dem Motto »Italienisches Fest«, boten italienische Produkte an. Durch »Bella Italia« wurde die Scheffelstraße zur kleinen Fußgängerzone.
Margit Egner stellt sich als neue Lehrvikarin der evangelischen Dietrich Bonhoeffer-Gemeinde vor. Eineinhalb Jahre verbleibt sie in den Orten Wiechs und Langenau.
Eugen Herzog informiert erneut aus seiner Heimat, unserer Partnerstadt Poligny. Dabei erwähnt er, daß fünf Gemeinderatsmitglieder der Opposition im vergangenen Monat zurückgetreten sind, so JP. Giraud (ehemaliger Generalrat), Michèle Roy, Claude Cheyassu und Jean Jaillet.
Weitere 49 Asylbewerber werden, so gibt die Stadtverwaltung bekannt, noch in diesem Jahr erwartet. Bürgermeister Fleck sagt, daß man sich überlegen müsse, wohin mit den Zugewiesenen. Für den Fall, daß die Quote erhöht wird, hat er schon einmal von Einfachstunterbringungen gesprochen.
12. Oktober 1992
»Machen unsere Häuser und Wohnungen krank?« So lautet das Thema eines Vortrages im Rahmen der Schopfheimer Umwelttage. Wie die Presse schreibt, war die Veranstaltung für die Mehrheit der vielen Besucher aufschlußreich. Man habe den Eindruck gehabt, daß so ziemlich alles in den eigenen vier Wänden nicht gerade gesundheitsfördernd, sondern im Gegenteil eher schädlich sei und nicht zuletzt zu Allergien führe. Als Alternative riet der Baubiologe Geng, auf natürliche, unbehandelte Materialien zurückzugreifen wie Zellulose, Kokosfasern, Öle, Massivholz und unbehandelte Wolle. Biologische Häuser seien zwar kostspielig, aber beständiger, erklärte er als Fazit der Veranstaltung.
Zu einem Kinderbuchkino lädt die Stadtbibliothek ein. Farbenfrohe Bilder über Diaprojektion hatten französische Texte. Die Grundschüler aus Langenau, Wiechs und Schopfheim waren gefordert, das von Kurt Menter Gelesene dann genau zu übersetzen. Dieses Bilderbuchkino steht im Rahmen einer Aktion vom Institut Français.
13. Oktober 1992
Erneut hat man während der Verkehrsschau den Radwegausbau zwischen Enkenstein und Langenau und Gündenhausen gefordert. Das von Henny Timmermann geforderte Stop-Schild an der Ausfahrt der Mülldeponie auf die Landstraße wurde allerdings von den Mitgliedern der Verkehrsschau abgelehnt. Eine Temporeduzierung auf der Landstraße zwischen Langenau und Enkenstein wird ebenfalls verneint.
14. Oktober 1992
Die nun zu Ende gegangenen Projekttage am THG standen unter dem Thema »Zeit«. Anhand 43 verschiedener Projekte wurde die Thematik beleuchtet.
Im Bebauungsgebiet Rebacker/Rütteberg, dessen Bebauungsplan in diesen Tagen rechtskräftig wird, hat die Stadt bereits Grundstücke für DM 2,5 Mio. aufgekauft.
Der Ausbau der Kalkofenkurve hat zu einer Unfallhäufigkeit geführt. Die Verkehrsschau befaßte sich nun mit diesem Thema und will vom Ortsausgang bis nach der Kalkofenkurve die Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzen. Insgesamt ist der Ausbau eher nachteilig gewesen.
Dieser Tage wurde der neue Elternbeirat am THG gewählt. Erste Vorsitzende ist D. Neubronner-Barnes aus Wehr. Stellvertreterfunktion hat Rainer Fuchs aus Maulburg.
»Was tun die Fachbehörden für den Umweltschutz?«, diese Frage konnte in einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Schopfheimer Umwelttage über Fragen und Selbstdarstellungen geklärt werden. Während dieser Veranstaltung unterstrich der Umweltdezernent des Landratsamtes, Detlef Müller, daß auf die Deponie Scheinberg keine dioxinbelastete Erde aus Rheinfelden verbracht werde.
15. Oktober 1992
Die Herbstsynode des evangelischen Kirchenbezirkes Schopfheim beschäftigt sich mit dem Thema »Profil der Vielfalt – zur Theorie und Praxis der Volkskirche«. Das Einführungsreferat hielt einer der Autoren des Arbeitspapieres, Dr. Nüchtern aus Karlsruhe. Über dieses Thema zu sprechen, hat die Landessynode angeregt. Die Vielfalt in der Kirche, so sagt er, müsse ein Maßstab sein, mit dem die Gemeinde umgehen lernen muß. Die Kirche hat den Auftrag, das Wort Gottes den verschiedensten Menschen nahezubringen, und zwar in vielfältigster Weise und dabei nicht zu vergessen, daß die Mitte des Tuns Jesus Christus sei. Unterschiedliches Tun und Denken gelte es zu verbinden zur Erfüllung des gemeinsamen Auftrages.
An der Dr. Max-Metzger-Schule hat die Elternschaft sich eine neue Vertretung gegeben. Die bisherige Vorsitzende des Elternbeirates, Jutta Tröndle, stellte aus beruflichen Gründen ihr Amt zur Verfügung. An der Spitze der Elternvertretung steht nunmehr Brunhilde Hauser. Edith Walter, die schon viele Jahre in der Schulkonferenz mitarbeitet, wurde als Stellvertreterin neu gewählt.
Der Ortsverband Schopfheim des Deutschen Kinderschutzbundes hat ein Tagesmütterprojekt gestartet. Es sollen Pflegeplätze für Kinder, zum Beispiel für alleinerziehende Mütter oder Väter, vermittelt werden.
Das Vereinsparlament trifft sich, um die Terminabsprachen für das kommende Jahr vorzunehmen. Dabei informiert der Vorsitzende Klaus Strütt darüber, daß die Stadthalle im kommenden Jahr zehn Jahre alt wird, und er hofft auch, daß sich alle Vereine und die Stadt überlegen werden, ob man aus diesem Anlaß eine gemeinsame große Veranstaltung durchführt und bittet um entsprechende Rückäußerung der Vereine. Insbesondere Enrico Blokbergen für die Narrenzunft meint, daß man dieser Idee entgegenkommen solle, zumal alle Vereine sehr froh über die Stadthalle seien.
16. Oktober 1992
Georg Diehl, der Kritiker der Badischen Zeitung, schreibt über das Parnassus-Ensemble, das in der Stadthalle gastierte: »Ein mitreißendes Konzert vor wenig Publikum. Zehn Solisten des Südwestfunk-Sinfonieorchesters, eingeladen von der vhs Schopfheim, gestalteten ein Galakonzert, das volle Säle verdient hätte. Die zehn Solisten, neun Streicher und ein Cembalist, waren so hervorragend, daß man sich fragen muß, welche international bedeutenden Ensembles man denn noch für die Markgrafenstadt engagieren kann, wenn diese hochkarätigen Musiker so wenig Publikumszuspruch haben«.
17. Oktober 1992
Heiter und beschwingt geht es beim Herbstkonzert des Harmonikaorchesters in der Schopfheimer Stadthalle zu. Das Jugendorchester eröffnet vor ein paar hundert Zuhörern den Abend, an dem sechs Orchester und Ensembles sowie zwei Solisten und ein Akkordeon-Duo das Publikum unterhalten.
Als einen Erfolg bezeichnet Beigeordneter Bertsch die diesjährigen Umwelttage. Er denkt an eine Neuauflage im kommenden Jahr.
Vor der Stadthalle demonstrieren Kinder gegen eine Pelzbekleidungsschau, die in der Stadthalle stattfindet. Der Veranstalter fühlt sich belästigt und ruft die Polizei, die die »ungenehmigte Demonstration« auch beendet.
Grund zum Feiern hatten die Kinder des Kindergarten Lus, denn ihr Kindergarten wurde 20 Jahre alt. Aus diesem Anlaß pflanzten sie zusammen mit ihrer Leiterin Rosemarie Schulz einen Bergahornbaum.
Nicht ganz ohne Blessuren ging es bei der Generalversammlung der Chrattenhexen in der Kupferpfanne in Fahrnau ab. Die Säckelmeisterin, Anneliese Lappe, wurde nicht entlastet, Ungereimtheiten im Finanzgebaren waren Anlaß hierzu. Bei den anstehenden Wahlen blieb Margot Strass auch nach der 8. Hauptversammlung Vorsitzende. Christel Echle wird nun das Amt der Säckelmeisterin führen.
Adrien Fink liest in der Stadtbibliothek im Rahmen der deutsch-französischen Gemeinschaftsaktion.
Walter Faller erinnert sich an seine Freundschaft mit Willy Brandt, der am heutigen Tage mit einem Staatsakt in Berlin verabschiedet wird. Er verliert, so sagt er, einen alten Weggefährten und Freund. In seiner Erinnerung gedenkt er auch des Besuchs von Willy Brandt im Jahre 1961 in Schopfheim.
Jahresherbstkonzert des Gesangvereines Wiechs. Karl Geiger wurde für 40jährige Mitgliedschaft und Werner Hautri für 50 Jahre Mitgliedschaft im Verein geehrt. Der Konzertabend wurde durch Gesangsbeiträge der Gesangvereine Minseln, Karsau und Nordschwaben bereichert.
Besinnliche Lieder trug der Gesangverein am Langenauer Altennachmittag für die Senioren vor.
Seit einigen Jahren wohnt die 85jährige Künstlerin Anneliese Meister-Grund in Schopfheim. Sie stellt nun ihr Lebenswerk in der Stadtbibliothek aus. Bildteppiche, Zeichnungen, Aquarelle und Batikarbeiten werden gezeigt.
Zum 12. Raitbacher Herbstfest des Gesangvereines kommen viele Besucher. Dem Konzert folgte dann am Sonntag ein Frühschoppenkonzert des Musikvereines. An beiden Tagen waren Chöre aus der Nachbarschaft und dem Markgräflerland zu Gast. Am Nachmittag des Sonntages lockerten zwei Sketche das unterhaltsame Wochenende zusätzlich auf.
In Gersbach schneit es, gleichzeitig treffen sich die Freunde des Gesangs und der Gesangverein in der Kirche zum Wunschkonzert. Zwischen den einzelnen Liedblöcken trug Ernst Frieder Schmidt Mundartgedichte vor.
18. Oktober 1992
16 Hunde mit ihren Hundeführern stellen sich einer Geschicklichkeitsprüfung auf dem Fahrnauer Hundesportplatz. Schließlich siegte Jürgen Schlicht mit seinem Hund Chico.
Mitgliederversammlung der evangelischen Krankenpflege im Gemeindehaus. Barbara Ittermann, die Pflegedienstleiterin der Sozialstation, gab einen Überblick über die Arbeit des vergangenen Jahres. So wurden 123 Patienten betreut, wovon 80% im Alter zwischen 80 und 95 Jahren waren. Alleine 8.845 Hausbesuche erfolgten.
Beim Diakonienachmittag der evangelischen Kirche spricht Dr. Hans Viardot über die Hospizbewegung. Dabei wird die Anregung gegeben, auch in Schopfheim eine Sterbehilfegruppe zu gründen.
19. Oktober 1992
Mit Zuversicht und Optimismus blickt die Sparkasse Schopfheim in ihr 150. Jubiläumsjahr. Am 27. Mai 1843 erfolgte die Gründung der Sparkasse. Die Bilanzsumme, so meint Dr. Neubauer, werde voraussichtlich die Grenze von einer halben Milliarde DM überschreiten.
20. Oktober 1992
Der Geschäftsbericht der Volksbank für 1991 liegt vor. Danach erhöhte sich die Bilanzsumme um 5,4% auf DM 168,9 Mio. Die Zahl der Mitglieder beträgt nun 3.559. Der Bilanzgewinn mit DM 312.000,- wird mit einer 5,76%igen Dividende ausgeschüttet.
Die Verhandlungen mit der evangelischen Kirchengemeinde über das Pflugareal sind, so schreibt die Badische Zeitung heute, abgeschlossen. Nach Auskunft von Pfarrer Schaupp wird das Verhandlungspaket am 5. November dem Hauptausschuß des Kirchengemeinderates vorgelegt. Dabei wird man zu entscheiden haben, ob der Kirchengemeinderat gegen den Bebauungsplan Einspruch einlegen soll und falls nicht, ob dem Verkauf eines Teils des Pfarrgartens zugestimmt wird.
Vor Ort will die Baufirma Informationen über den Tunnelbau geben.
An der Grundschule in Fahrnau wurde bei den Elternbeiratswahlen Jürgen Vetter Vorsitzender, sein Stellvertreter ist Horst Rüdtlin. Als Mitglieder der Schulkonferenz wurden Marianne Zabel, Ellen Krebs und Ursula Kiefer gewählt.
Der Schopfheimer Alfons Lienhardt löst den bisherigen Verbandsvorsitzenden des VdK, Willi Glorer, ab.
Bei der Information des Straßenbauamtes über den Tunnel hört man, daß das 270 m lange Bauwerk DM 13 Mio. kosten soll. Ein dichtes Gedränge herrscht in der Baubaracke, wo Informationen von der Münchner Tunnelbaufirma und dem Straßenbauamt gegeben werden. Es ist zu hören, daß die Sprengzeiten für den Tunnel sich auf die Zeit von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr begrenzen. Das gebrochene Material wird tagsüber entlang der künftigen Umgehungsstraße sofort wieder zum Bau der Lärmschutzwälle verwendet. Es ist weiter zu hören, daß 50 Lkw's mit Aushubmaterial unterwegs sein werden, insgesamt sollen 17 Leute während des Tunnelbaues beschäftigt sein, mit dem in der 46. Woche begonnen wird. Wenn alles glatt läuft, ist der Tunnelbau in 18 Monaten abgeschlossen.
Eine große Runde mit Landrat Rübsamen, Straßenbauamtsleiter Schneider, Beigeordnetem Bertsch und weiteren Beteiligten zerbrach sich den Kopf über die Radwege Maulburg – Schopfheim, Ortsdurchfahrt Langenau und Enkenstein. Eine Lösung beim Knoten Maulburg/Schopfheim in Gündenhausen zeichnet sich ab, sodaß die »tödliche Falle«, von der jüngst Berthold Dietsche sprach, entschärft wird. Die Radwege Langenau und Enkenstein seien politische Entscheidungen, so kann man in der Presse über das Gespräch lesen. Dabei spiele die Wehrer-Kurve eine nicht unbedeutende Rolle. Der Landrat seinerseits möchte beim Regierungspräsidium zugunsten der Mittelvergabe politisch mitwirken.
22. Oktober 1992
Zum Krach bei den Chrattenhexen meint heute eine leserbriefschreibende Gruppe, vor der Generalversammlung sei klar gewesen, daß die Säckelmeisterin abgesägt werden sollte. Alles sei bereits daraufhin angelegt gewesen.
Das Billardcenter »Big Charly« von Dieter Brödner öffnet seine Tore.
23. Oktober 1992
Dieser Tage wurde bei einer CDU-Runde eine große Zahl verdienter und langjähriger Mitglieder geehrt. Während dieser Parteisitzung verteidigte Rolf Nabbefeld die an das »Irrlicht« gezahlten DM 20.000,-, die fast ausschließlich für Raummiete ausgegeben werden müßten und mit normalen Vereinszuschüssen nicht vergleichbar seien.
Eine Versammlung der SPD und Unabhängigen in Gersbach stand am Wochenende ganz unter dem Eindruck der Überlegungen des Landkreises, Gersbach als Müllstandortgemeinde in politische Überlegungen
miteinzubeziehen. Eine Kreismülldeponie würde die Bemühungen der vergangenen Jahrzehnte zunichtemachen.
Mit einem nicht alltäglichen Antrag beschäftigt sich der Ortschaftsrat in Eichen. Ein Bürger des Ortes will auf einem 2.500 qm großen Gelände Damwild halten. Bevor die neuen Haustiere allerdings weiden werden, steht noch ein langer Behördenweg bevor. Der Ortschaftsrat jedenfalls befürwortet das Ansinnen.
Das Markgräfler Tagblatt teilt heute mit, daß der Kreistag in nichtöffentlicher Sitzung Dr. Martina Standop als neue Chefärztin der Inneren Abteilung gewählt hat. Sie wird damit die Nachfolge von Dr. Fabian-Krause am Kreiskrankenhaus Schopfheim antreten. Die 40jährige Medizinerin ist derzeit noch Leiterin der gastrologischen Abteilung am Kreiskrankenhaus Waldbröl in Nordrhein-Westfalen.
Mit einer großen Schlagzeile »Der Maschinenbau liegt am Boden« informiert das MT darüber, daß die Firma Rietschle im Oktober und November kurzarbeitet. Es sei eine Maßnahme zur Sicherheit, begründete Firmenchef Werner Rietschle die Kurzarbeit. Betroffen sind nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Ralf Kurz insgesamt 300 Mitarbeiter. Grund der Drosselung der Produktion sei die allgemeine konjunkturelle Lage.
Bilder des 1986 verstorbenen Gerhard Wendland sind derzeit in der Galerie »Grüne Schlange« zu sehen. Die Schopfheimer Retrospektive gibt einen Einblick in die verschiedenen Lebens- und Schaffensphasen des Künstlers bis hin zum informellen, tachistischen Alterswerk.
Gemeinsam mit Maulburg wird das Hochwasserrückhaltebecken »Weiher« auf Maulburger Gemarkung eingeweiht. Die Bauzeit betrug zwei Jahre. Das Nutzvolumen liegt bei 148.000 qm.
24. Oktober 1992
Zum letzten Mal in diesem Jahr und gleichzeitig zum Abschied des Kantors Matthias Schneider erklang die Orgel in der Alten Kirche zur Marktzeit. Klaus Schotte dankte ihm für diese Tätigkeit.
Unter dem Motto »Bewegung im Gleichgewicht« lud die Innungskrankenkasse Lörrach zu einer Informationsveranstaltung in die Stadthalle ein. Ein bunter Abend begleitete die Veranstaltung.
Der Gewerbeverein lobt die Straßenbauer, obwohl diese sonst eher der Kritik über zu schleppenden Baufortschritt ausgesetzt waren. Damit ist die enorme Geschwindigkeit, die derzeit bei den Arbeiten zur Anbindung in Maulburg an den Tag gelegt wird, gemeint.
Die Sparkasse führt ein Electronic-Cash-System einem ausgewählten Kundenkreis vor.
Stimmung mit »Lucky’s Black Forest Brass Band« in der Stadthalle; eine Veranstaltung des Fußballvereines Fahrnau, mit der man wieder einmal mehr für eine gut besetzte Stadthalle sorgte.
27. Oktober 1992
Insgesamt 1.322 Besucher kamen zur Bahn-Sonderausstellung ins Museum.
28. Oktober 1992
Die Fahrnauer Fasnachtsgesellschaft läßt, so sagt Bernhard Springmann während einer Sitzung des Präsidiums, den 11.11. »mit sause«. Allerdings soll die Organisation etwas verändert werden. Man will nicht mehr vom Kratten aus durch das Dorf zum Schulhof marschieren, sondern auf direktem Weg ins »Waldheim« gehen. Zum Fasnachtsauftakt, eine Woche später, verzichtet man auf den Einmarsch im Häs.
Von heute an werden die gelben Säcke für die Müllabfuhr verteilt. Sehr viel Skepsis begleitet diese Aktion.
29. Oktober 1992
Der Kreistag hat beschlossen, daß die Vereine für die Benützung von kreiseigenen Sporthallen nun Gebühren bezahlen müssen. Für die Stadtverwaltung, so der Beigeordnete, ist dies nicht ohne Probleme; wie diese allerdings gelöst werden können, kann er der Presse gegenüber noch nicht sagen. Hauptamtsleiter Klaus Strütt meint, daß die Stadt wohl auch über die Nutzung der Vicemooshalle und über die vertragliche Grundlage diskutieren müsse, denn dort ziehe der Landkreis sich durch geringere Schülerzahlen bedingt immer mehr aus dem Sportbetrieb zurück, sodaß die Kosten für die Stadt immer höher würden.
30. Oktober 1992
Eine Umfrage des MT bei Schopfheimer Zahnärzten zur Gesundheitsreform ergab, daß mindestens ein Zahnarzt erwägt, aus Protest gegen dieses Gesetz seine Kassenzulassung demonstrativ zurückzugeben. Andere meinen, dieser Schritt sei nur dann sinnvoll, wenn ein Zahnarzt viele Privatpatienten habe.
Erstmals seit der Währungsreform, so betont Bankvorstand Ammann, sind die Einlagen auf Festgeld- und Sparbriefkonten höher als auf den Sparkonten. Etwa 270 Menschen folgten der Einladung zur Vertreterversammlung der Volksbank in die Stadthalle. Im Geschäftsjahr hat die Bilanz mit 3,3% weniger stark zugenommen als im Vorjahr, erläuterte der Vorstand den Geschäftsbericht.
31. Oktober 1992
Seit Monaten ist das »Irrlicht« ohne Räume. Nun hat man bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ein Konzert vor dem Rathaus veranstaltet. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, bei der Suche nach Räumlichkeiten behilflich zu sein.
Erneut machen die Chrattenhexen auf sich aufmerksam. Der Vorstand hat nun beschlossen, zehn Mitglieder auszuschließen, davon neun, die sich vor Tagen in einem Leserbrief über die Nichtentlastung der Säckelmeisterin ausließen.
Südbadens Liberale halten ihren Bezirksparteitag in der Stadthalle Schopfheim ab. Der Lörracher Bezirksvorsitzende Hans Günter Gutberlet wurde bei der Wahl zum Bezirksvorsitzenden durch seinen Tuttlinger Kollegen Ernst Burbacher geschlagen. 130 FDP-Delegierte kamen zur Veranstaltung in die Stadthalle.
17 Schützen beteiligten sich beim Grümpel- und Königsschießen der Schützengesellschaft Fahrnau. Wer Schützenkönig wurde, bleibt Geheimnis bis zur Generalversammlung. Sieger des Grümpelschießens wurde Heinz Bernauer.
01. November 1992
Zum Reformationsfest referierte Dr. Georg Vischer, Präsident des Kirchenrates des Kantons Basel-Stadt, in der evangelischen Stadtkirche. Welchen Auftrag hat die Kirche für die Zukunft? Diese Frage beschäftigte ihn und war später auch Gegenstand der nachfolgenden Diskussion.
Viele Bürger gedenken ihrer Toten am Fest Allerheiligen. Gleichwohl muß die Polizei wegen »Störung der Totenruhe« ermitteln; denn auf vielen Gräbern wurden Pflanzen entwendet.
Der in Potsdam lebende Maler Lothar Krone wurde zur neuen Ausstellung des Kunstvereines nach Schopfheim eingeladen. Seine ausgestellten Bilder reflektieren die politische Wende und signalisieren den Aufbruch.
02. November 1992
Der Gemeinderat beschließt den Bebauungsplan für das Pflugarealgelände. Roswitha Blümle sagt auch hierzu nein, konsequent ihrer bisherigen Haltung.
In der gleichen Sitzung wurde beschlossen, das vor Jahren gekaufte LVA-Gelände auf der Schweigmatt nun an die Michaels-Gemeinschaft zu veräußern. Damit soll dieser Einrichtung eine Zukunft gegeben werden. Gleichzeitig nimmt man Abschied von dem Gedanken, das Gelände für Fremdenverkehrszwecke zu nutzen.
Einig war sich der Gemeinderat auch darüber, daß der Standort Gersbach für eine Mülldeponie völlig absurd ist.
Wie soll es künftig mit der Wohnungspolitik in Schopfheim aussehen? Diese Frage beschäftigt den Gemeinderat. Klar wird, daß ein immenser Wohnungsbedarf besteht, allein um den derzeitigen Wohnungssuchenden zu helfen. Wachstumsüberlegungen sind dabei überhaupt nicht berücksichtigt. Einige Gemeinderäte sind der Meinung, daß man sich mit den Umlandgemeinden zusammensetzen müsse, um die Wohnungsbaupolitik entsprechend abzustimmen. Offenkundig wurde auch, daß in Schopfheim weniger als im Landesdurchschnitt gebaut worden ist. Demzufolge meinten einige Gemeinderäte, daß der früher geäußerte Vorwurf, der Bürgermeister sei »bauwütig«, so nicht stimmen könne.
03. November 1992
Im Personalgebäude des Markus-Pflüger-Heimes bricht ein kleiner Brand aus, den die Wiechser Feuerwehrabteilung und ein Schopfheimer Löschzug sofort unter Kontrolle bringen.
Der CDU-Stammtisch beschäftigt sich mit dem Thema »Grünanlagen und Kleingärten« und hat dazu den Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann zum Referat eingeladen.
Man wird den Leistungsstandard im Kreiskrankenhaus Schopfheim nach dem Gesundheitsstrukturgesetz nicht halten können, meint Krankenhausdezernent Strittmatter im Gespräch mit der BZ.
Ein autobiographisches Stück von O’Neill, »Eines langen Tages Reise in die Nacht«, war in der Stadthalle zu sehen. Im Familiendrama spielte Dietmar Schönherr die Hauptrolle.
04. November 1992
Kurt Menter, Leiter der Stadtbibliothek, legt den Jahresbericht 1991 vor. 3.500 Leser nahmen 129.000 Ausleihungen vor. Eine sehr beeindruckende Zahl.
Die Volksbank zeigt derzeit in einer Ausstellung Zeichnungen und Aquarelle des in Schopfheim lebenden Heiner Wagner. Die Ausstellung, bei der auch die Goldschmiedin Agata Hörnle ihre Arbeiten vorstellt, ist noch bis zum 27. November zu sehen.
05. November 1992
Die GRÜNEN rufen zu einer Mahnwache am Montag, den 9. November, vor dem Rathaus auf. Es soll dabei an die Reichskristallnacht erinnert werden. Gleichzeitig lädt man zu einem Arbeitskreis für mehr Toleranz und Ausländerfreundlichkeit ein. Nach der Mahnwache wollen sich die Gesinnungsgenossen in einer Gaststätte treffen.
Die Verbandsversammlung des Abwasserverbandes vergibt erneut Aufträge für die Erweiterung der Anlage in Höhe von DM 11 Mio. Man verzichtet gar auf den Zuschuß für die Klärschlammtrocknungsanlage. Die Chancen, den Zuschuß zu bekommen, sind sehr gering. Das Abwarten auf den Zuschuß brächte möglicherweise eine höhere Preissteigerung mit sich, als dieser betragen würde. Bei der Versammlung wurde auch deutlich, daß die derzeit im Bau befindlichen Klärbecken bereits im Sommer des nächsten Jahres in Betrieb gehen werden. Man kann dann mit dem Umbau der alten Becken beginnen.
Der Bauausschuß wendet sich dagegen, in der Disco an der Johann-Sutter-Straße eine Spielhalle zuzulassen.
06. November 1992
Der alpine Rennsport stecke in der Krise, hört man von Hannes Schneider, Sportwart für den alpinen Rennsport beim Skiclub Fahrnau. Man könne oberhalb der Bezirksebene in Wettkämpfen kaum mehr mithalten, denn das Geld hierfür fehle dem Verein. Erfreulichere Mitteilungen kamen von den Tourenwarten und vom Leiter der Skischule.
07. November 1992
Stimmung gehörte auch dieses Jahr zum Familienabend der Narrenzunft in der Stadthalle. Es läßt sich, wie es in der Presse heißt, auch in »Zivil« gut feiern. Neu ins Leben gerufen wurde bei diesem Abend das »Zinkenvogtchörli«.
Die »Minifossis« der Friedrich-Ebert-Schule sind Preisträger im Wettbewerb »Fächerübergreifendes Arbeiten«. Mit dem verantwortlichen Leiter, Werner Störk, bereitet man derzeit eine Ausstellung, die in Schopfheim gezeigt wird, vor und rüstet sich gleichzeitig für die Goldwaschweltmeisterschaft in Finnland. Dort werden die Schopfheimer eine Dokumentation zeigen; außerdem haben sie die Möglichkeit, zusammen mit Profis Gold zu waschen.
Über die erfreuliche Weinlese in Poligny informiert Eugen Herzog in seinem monatlichen Brief.
Jüngst feierte die Kirchengemeinde Gersbach das 15jährige Bestehen des Posaunenchores.
Vom 6. bis 18. November finden in Schopfheim und Umgebung etliche Veranstaltungen zur Friedensdekade statt. Die Veranstaltungen werden von der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde geplant und durchgeführt.
300 Teilnehmer beteiligten sich an der Tischtennisgroßveranstaltung, die der Turnverein Fahrnau in der Friedrich-Ebert-Sporthalle austrug. Bei den Bezirksmeisterschaften kamen die Akteure aus 37 Mitgliedsvereinen des Bezirkes Oberrhein.
08. November 1992
350 Christen aus dem Wiesental kamen zur Evangelisationsveranstaltung in die Stadthalle.
118 Tiere aus 14 Rassen stellten Fahrnaus Kaninchenzüchter am Wochenende aus. Mit der großen Ehrenmedaille des Landes wurden Fritz Kahnau, Alfred Jäckh und Otto Möhrle ausgezeichnet.
09. November 1992
Dieser Tage beschäftigte sich der SPD-Vorstand mit der Frage, ob die Wasserwirtschaftsämter in die Regie der Landratsämter übergehen sollen. Dabei war man der Meinung, daß diese Behörde weiterhin direkt dem Umweltministerium zuzuordnen sei. Die Effizienz sei größer, die beabsichtigte Kostensenkung bei Angliederung an das Landratsamt sei nicht erreichbar.
Mahnwache gegen Intoleranz gegenüber Ausländern. Viele Menschen versammeln sich vor dem Rathaus, um ihrer Bedrückung über Gewalt und Fremdenhaß Ausdruck zu verleihen. Diese Aktion wurde bewußt auf den 9. November, den Tag der Reichspogromnacht, gelegt.
Vertreter von Parteien, der Stadtverwaltung sowie kirchlicher und sonstiger Gruppen und Interessenten gründeten den Arbeitskreis »Solidarität mit Ausländern«. Ziel ist es u. a., sich ganz spontan auch schützend vor jemanden zu stellen.
11. November 1992
Aus der Tageszeitung ist zu entnehmen, daß vor dem Arbeitsgericht noch keine Einigung im Schopfheimer Ärztestreit erzielt werden konnte.
Bei Sturm und strömendem Regen beginnen die Düfzelgeister und die Fasnachtsgesellschaft Fahrnau ihre närrische Zeit, die unter dem Motto »S’isch dumm gloffe« stehen wird.
Martinsumzüge im Stadtgebiet.
12. November 1992
Die Stadt muß nun den Bifigkanal doch überdeckeln, denn das Kraftwerk Rheinfelden, so ist zu heute zu lesen, hat eine Absage erteilt. Die Stadt bot dem Kraftwerk DM 300.000,-- als Kostenbeteiligung an, wenn über dem Kanal ein Kleinkraftwerk errichtet würde. Die finanzielle Beteiligung der Stadt ist jedoch zu gering; man sieht deshalb keine andere Alternative zum »Deckel«.
Die Schopfheimer Müllfirma Taurus, die vor Monaten weltweite Schlagzeilen machte, hat nun den Konkurs angemeldet.
Die geplante Sitzung der evangelischen Kirchengemeinde zur Pflugarealbebauung wurde verschoben.
Werner Dürrson liest in der Stadtbibliothek.
13. November 1992
Für den kommenden Montag hat sich der Gemeinderat die Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren vorgenommen. Gleichzeitig soll über das Problem der Glas- und Papiercontainer gesprochen werden.
Den Spielautomaten will die Stadtverwaltung weiter »an den Kragen«. Die Gebühren sollen vom kommenden Jahr an verdoppelt werden.
Eine Ausstellung mit Handwerksartikeln aus Kamerun wird in der Sparkasse eröffnet. Der Erlös geht nach Kamerun.
Argentinischer Tango, wie man ihn nur selten hört, wurde in einem vhs-Konzert gespielt. Das aus Buenos Aires stammende, seit neun Jahren zusammen musizierende Duo Porteno habe die Zuhörer in seinen Bann geschlagen, schreibt die Presse.
14. November 1992
Familienabend der TSG in der Stadthalle.
Fahrnaus Narren organisieren einen gelungenen närrischen Auftakt; das bunte Programm wurde durch das Engagement vieler Akteure zu einem vollen Erfolg.
Die Discothek »Big Charly« strahlt Lichtsignale in den nächtlichen Schopfheimer Himmel. Stadtverwaltung, Landratsamt und Regierungspräsidium beschäftigen sich mit diesem Lichtspektakel. Eine gewisse Ablenkungsgefahr für Autofahrer und Luftverkehr sieht die Polizei. Ob Genehmigungspflicht besteht, weiß bisher niemand.
Der ehemalige Gemeinderechner von Gersbach, Alfred Sutter, und seine Frau Hedwig feiern heute das Fest der Goldenen Hochzeit.
In Langenau gründet sich ein »Dart Club Salsa«.
15. November 1992
Gedenkfeiern zum Volkstrauertag finden auf allen städtischen Friedhöfen statt. Bürgermeister Fleck meint in seiner Ansprache auf dem Schopfheimer Friedhof, daß aus der Vergangenheit offenbar nichts gelernt worden sei, denn sie werde durch die Gegenwart immer wieder eingeholt. Man sollte sich selbstkritisch fragen, ob man seine Stimmen ausreichend für den Frieden erhoben habe. Auch wenn die Sicherung des Friedens viel Geld koste, müsse dies möglich sein.
Mit 2,4 Promille Blutalkohol fuhr ein Kraftfahrer auf eine Verkehrsinsel in der Hauptstraße.
Unter dem Thema »500 Jahre Amerika« steht das Herbstkonzert des Musikvereines Fahrnau in der Stadthalle; es wurde zusammen mit Freunden der Stadtmusik Solothurn gestaltet.
Großer Martinibazar bei der Waldorfschule.
Den Volkstrauertag ließen die Eichener in ihrer Kirche mit einer geistlichen Abendmusik des Vokalensembles Schopfheim unter der Leitung von Matthias Schneider ausklingen.
16. November 1992
Das Arbeitsgericht Lörrach hat in der Kündigungsangelegenheit des Schopfheimer Chefarztes entschieden. Die fristlose wird in eine fristgerechte Kündigung zum 31.3.1993 umgewandelt.
Der Gemeinderat berät zum ersten Mal über den Haushalt 1993. Die Investitionsrate mit DM 3.075.000,-- wird durch vorgeschriebene Schuldentilgung in Höhe von DM 1,6 Mio. gekürzt, sodaß noch eine frei verfügbare Investitionsmasse von DM 1.480.000,-- übrigbleibt. Der Gemeinderat läßt verlauten, daß ein Teilbetrag der Rücklage für das nächste Jahr zur Verfügung zu stellen sei. Stadtrat Cremans meint, daß diese Summe zu gering sei; ihm wäre lieber, wenn die Rücklage für den kommenden Haushalt sich auf mindestens DM 1 Mio. beliefe. Aufgrund dieses engen Finanzrahmens würden nur unabdingbare Maßnahmen begonnen oder beendet. Der wesentlichste Punkt wird der Bau des Kindergarten Bremt in Fahrnau sein.
Der Gemeinderat beschloß in gleicher Sitzung eine neue Wasser- und Abwassersatzung; die Gebühren wurden erhöht. Für Bürgermeister Fleck ist klar, daß sich auch in Schopfheim die Gebühren für Wasser und Abwasser bald auf DM 8,-- erhöhen werden.
Die Vergnügungssteuer wurde ebenfalls angehoben. Die bisher erhobenen Gebühren für Spielautomaten werden verdoppelt.
Klar und deutlich spricht sich das Gemeinderatsgremium gegen den Standort Gersbach für eine Mülldeponie aus. Man müsse alles unternehmen, daß diese Planung nicht weiter verfolgt werde und schon gar nicht zur Realisierung gelange.
Einem Antrag des Gewerbevereins, den Weihnachtsmarkt auf zwei Tage auszudehnen, stimmt der Gemeinderat zu.
Ganz gravierend ist der Beschluß, die Papier- und Glascontainer aus dem Stadtgebiet zu verbannen. Man will vom Bring- auf das Holsystem übergehen. Einziger Grund: Die Unordnung um die Container; die Entsorgerfirma SVR hat dieses Problem nicht in Griff bekommen. Mit 22 Ja- gegen zwei Nein-Stimmen – ein klarer Beweis für die derzeit unhaltbaren Zustände – wurde dieser Beschluß gefaßt.
Dreißig Jahre gehört Walter Flößer dem Gemeinderat an. Bürgermeister Fleck ehrt ihn während der öffentlichen Sitzung und überreicht ihm, damit er das »kommunalpolitische Päckchen« besser tragen könne, einen Rucksack. Sämtliche Fraktionen bringen ihre Sympathie für Walter Flößer und sein bürgerfreundliches Engagement in Dankadressen zum Ausdruck.
17. November 1992
Die Stadt Schopfheim beteiligt sich an der Aktion des Landkreises während der Swiss-Tech in Basel. Das vorhandene Gewerbegelände soll Schweizer Investoren nahegebracht werden.
Die Jugendfeuerwehr Schopfheim feiert während des Kreisjugendfeuerwehrtages in der Stadthalle ihr 25jähriges Bestehen. Stellvertretender Bürgermeister Artur Cremans beglückwünscht die Abteilung »Stadt« der Jugendfeuerwehr zu diesem Ereignis. Geehrt wurden die Gründer der damaligen Jugendwehr, Udo von Ahnen, der krankheitshalber nicht dabei sein konnte, und Udo Züffle. Gleichzeitig wurden auch die Gründer der Jugendwehr Fahrnau geehrt, die im kommenden Jahr 25 Jahre alt wird, nun aber mit der Abteilung »Stadt« vereinigt ist. Jugendwart Andreas Gänzle konnte die Gratulationen vieler umliegender Jugendwehren entgegennehmen. Während des Kreisjugendfeuerwehrtages wurde der Schopfheimer Uwe Horschig zum neuen Kreisjugendfeuerwehrwart gewählt. Verabschiedet und mit viel Lob bedacht wurde der Gersbacher Gerd Sutter, der die letzten zwei Jahre den Kreisverband der Jugendfeuerwehren geleitet hatte.
18. November 1992
Überragender Teilnehmer bei den Vereinsmeisterschaften der SV-Tischtennisspieler war Ulf Dägele. Er holte sich den Titel im Einzel und Doppel.
19. November 1992
Mit dem Müllproblem beschäftigt sich auch der Gewerbeverein. Es sei schwierig, gerade für den Einzelhändler die Rücknahmepflicht zu orga
nisieren. Nicht jeder könne eine Lagerhalle halten. Vom Vorstandsteam Bühler, Lenz und Dr. Wieland ist zu hören, daß es am sinnvollsten wäre, einen Recyclinghof, in dem Wertstoffe kontrolliert abgegeben werden könnten, zu errichten.
Beeindruckend und fesselnd spielten die 18jährigen Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule das Drama »Andorra« von Max Frisch.
In einem Pressebericht der SPD ist man erschüttert über die sich häufenden Fälle der Gewalt gegenüber Ausländern. Der Vorstand der Schopfheimer Sozialdemokraten ist überzeugt, daß die ganz große Mehrheit der Deutschen Gewalt verabscheut. Wer zur Gewalt schweige, mache sich mitschuldig an deren Opfern.
SPD-Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk sieht sich im Baugebiet Bremt nach den Energie-Sparideen der Stadt um.
Der Bauausschuß beschäftigte sich mit dem Bebauungsplan »Auf Hinterhofen« im Ortsteil Fahrnau. Die Besucherreihen waren restlos besetzt. Ein Amateur-Videofilmer wollte die Diskussion gar auf Film bannen. Dies hat jedoch der Bürgermeister nicht zugelassen. Entscheidungen wurden keine gefällt; die Pläne müssen neu überarbeitet werden.
20. November 1992
Kritisch setzt sich heute Werner Müller in einem Kommentar mit dem Beschluß des Gemeinderates zur Beseitigung der Glas- und Papiercontainer auseinander. Ein Schmierenstück nennt er es, weil die Konzeptlosigkeit durch Scheinlösungen übertüncht werde und einer das Problem dem anderen zuschiebe: Stadt, Gewerbetreibende, Verbraucher – ein Karussell.
Wie das MT heute mitteilt, ist Taurus-Chef Ulrich Frommherz, formell zwar nicht Geschäftsführer, seit Mitte Oktober in Untersuchungshaft.
Generalversammlung beim Angelsportverein. Dabei war u.a. zu erfahren, daß zwei Tonnen Unrat aus den Gewässern gefischt wurden. Die Neuwahlen bestätigten die Vereinsspitze; so wird auch Klaus Jäckh weiterhin den Verein führen.
Seit heute wird am B317-Tunnel im Langenfirst gesprengt.
21. November 1992
Übungsdemonstration der Jugendfeuerwehr beim städtischen Bauhof. Während der Übung, zu der 63 Nachwuchsfeuerwehrmänner mit zehn Einsatzfahrzeugen ausgerückt waren, goß es in Strömen.
Frauen sind entsetzt über Vergewaltigungen im Balkankrieg. Sie schreiben an die Bundesregierung und fordern die Schopfheimer zu einer Mahnwache am 24. November, 17.00 Uhr vor dem Rathaus auf.
Die L 144 aus Richtung Maulburg ist für den laufenden Verkehr freigegeben.
Gegründet wurde ein Freundeskreis der Friedrich Ebert-Schule. Edwin Heidt ist der erste Vorsitzende des neuen Vereines.
Das Jugendrotkreuz Fahrnau veranstaltet einen Bazar.
Der Beschluß des Gemeinderates, die Containerstandorte aufzugeben, hat bereits Wellen geschlagen. Dem MT zufolge fand beim Bürgermeister bereits ein Gespräch zwischen dem Landratsamt und der SVR statt. Die SVR, so heißt es, kündige ein kooperatives Angebot an.
Das Mundartstück »Morgen kommt der Schwed« von Gerhard Jung wird in der Stadthalle aufgeführt. Was sonst als Freilichttheater zu sehen ist, hat die Theatergemeinschaft Herrischried nun in die Stadthalle hineingetragen. Das Stück, eine Anklage gegen Krieg und Unmenschlichkeit, spielt im 30jährigen Krieg und ist von beängstigender Aktualität.
Organisiert vom Gesangverein Kürnberg, trifft sich der alemannische Sängerbund in der Raitbacher Festhalle.
22. November 1992
Der Musikverein Fahrnau wiederholt sein Herbstkonzert in der Fahrnauer Festhalle. Mit dabei ist zum ersten Mal die Jugendkapelle unter der Leitung von Stefan Ruf.
23. November 1992
Die Wiese hat Hochwasser durch den Regen der letzten Tage. Angst haben die Bewohner der Inselstraße in Langenau, denn dort ist die Kleine Wiese bereits über die Ufer getreten.
Schopfheim ist erneut Treffpunkt der Wagenburgbewohner. Etwa 20 junge Leute sind heute auf dem Parkplatz beim Schwimmbad zusammengekommen.
24. November 1992
Über Rechtsextreme in Deutschland informiert ein Vortrag von Christoph Walter aus Rheinfelden im Museumskeller. Die vhs hat dazu eingeladen.
Die Stadt fährt, so schreibt heute das MT, schwere Geschütze auf. Jörg Uwe Sanio droht in der kleinen und oberen Schleife die Enteignung. Die Stadt, so der Bürgermeister, habe vergangene Woche entsprechende Anträge beim Regierungspräsidium eingereicht.
Die Wagenbewohner haben den Schwimmbadparkplatz nach ultimativer Frist durch die Stadtverwaltung wieder verlassen.
Großes Interesse fand die Mahnwache vor dem Rathaus mit dem Ziel, Protest gegen die Vergewaltigungen in Bosnien zu verdeutlichen.
25. November 1992
Kurt Härzschel ist mit der Containerabschaffung, wie der Gemeinderat sie beschlossen hat, nicht einverstanden. Er möchte, daß im Gemeinderat über dieses Thema nochmals geredet wird.
Aus Bautzen gastiert ein sorbisches Tanzensemble mit dem Kinderstück »Pumpot«. Die Geschichtenerzählerin und die Tänzer verstehen es, die Kinder in die Märchenwelt zu entführen.
26. November 1992
Hiobsbotschaft aus Langenau: Arlington Socks will oder muß 110 Mitarbeiter entlassen. Die Strickerei wird aufgelöst. Mit der Entlassungswelle ist im Frühjahr 1993 zu rechnen. Wie aus der Presse zu entnehmen ist, soll die Produktion immer mehr nach Ungarn verlagert werden.
Die Stadtverwaltung plant, das Gebäude Wiesenweg 2 und 4 umzubauen und Notunterkünfte zu errichten. Aus diesem Grund wurden am gestrigen Tage alle Bewohner des Hauses ins Rathaus eingeladen und darüber informiert, daß ihnen neuer und besserer Wohnraum angeboten wird. Insbesondere soll Wohnraum in der Feldbergstraße vermittelt werden. Der Wiesenweg wird dann statt den jetzigen 14 Mietern etwa 140 Asylbewerbern Obdach bieten. Die Umzüge der jetzigen Bewohner will die Stadtverwaltung finanzieren. Das Gebäude selbst soll an die Heimbau verkauft und von dieser dann wieder angemietet werden.
Sanio kontert in einem Pressegespräch gegen die Stadt: »Ich kann nur hoffen, daß es nicht zu einer Klage kommt, denn die Folgen wären für die Stadt katastrophal.«
Kommt nun doch kein Deckel auf den Gewerbekanal? Wenn man der Presse heute Glauben schenken darf, plant der Kraftwerksbetreiber Hänßler den Einbau einer Turbine unterhalb des Stauwehres. Der Gemeinderat, so ist zu hören, gibt lieber Geld hierfür aus, als mindestens DM 300.000,-- für einen »Deckel« zu opfern.
Florian Schaudel, Schüler am THG, hat den dritten Preis beim Bundeswettbewerb Mathematik errungen. Die Preisverleihung erfolgt heute in Mannheim.
Jahreshauptversammlung bei der Baugenossenschaft, die in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiert. Man ist stolz auf den Geist der Gründungsväter, der bis zum heutigen Tage bewahrt worden ist. Nach 32 Jahren ehrenamtlicher Mitwirkung legt nun Alfred Wirthensohn aus gesundheitlichen Gründen sein Amt im Aufsichtsrat nieder. Hanspeter Maier rückt in dieses Gremium nach. Eine Laudatio wird noch folgen. Man wundert sich über das Gebaren der Stadt, die Bebauung eines Grundstückes im Hegne durchsetzen zu wollen. Die Baugenossenschaft könne es nicht verantworten, alten Wohnraum verkommen zu lassen, nur um den Forderungen der Stadt nach einem Neubau gerecht zu werden.
27. November 1992
Klaus Böttger, GRÜNE-Stadtrat und Lehrer, feiert sein 25jähriges Dienstjubiläum. Schulrat Weber vom Staatlichen Schulamt Lörrach überreichte ihm die Urkunde des Ministeriums für Kultus und Sport. Der Pädagoge, der aus der Nähe von Singen am Hohentwiel stammt, kam nach einer ersten Tätigkeit in Wälschingen im Hegau direkt nach Fahrnau, wo er nunmehr seit bald 20 Jahren an der Grund- und Hauptschule unterrichtet.
Für die nächste Gemeinderatssitzung plant die Stadtverwaltung eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge.
Die SVR (Verwertungsgesellschaft) bietet der Stadt nun einen besseren Vertrag an. Am kommenden Montag wird sich der Gemeinderat mit dem neuen Angebot beschäftigen.
Der Presseberichterstatter schreibt heute im MT, daß die Zuhörer beim Vortrag »Rechtsextremismus in Deutschland«, der durch die vhs organisiert wurde, enttäuscht gewesen seien. Christoph Walter habe Selbstgespräche geführt, statt Hintergrundinformationen zu geben.
Stadtrat Michael Strauß fordert heute in einem Leserbrief die Bürgerinnen und Bürger Schopfheims auf, von der Möglichkeit der Einsichtnahme in den Haushaltsplan Gebrauch zu machen.
»Yvonne, die Burgunderprinzessin« hat Premiere. Das Schauspiel wurde heute von der Spielbühne Schopfheim als zeitlos gültiges Drama im Gymnasium aufgeführt. Weitere Aufführungen folgen. Die Zuschauer haben – so der Presserezensent – mit der sehr gelungenen und überzeugenden Aufführung gewiß zwei amüsante Stunden verlebt.
28. November 1992
Über DM 2.500,-- haben die »Freunde des Gymnasiums Schopfheim« in diesem Jahr an das THG gespendet. Dies war bei der Generalversammlung zu erfahren. Bei den Neuwahlen ergaben sich keine Veränderungen, sodaß Dr. Karl Busch weiterhin die Geschicke des Freundeskreises leiten wird.
Im Reisebüro Grether liegt eine Unterschriftenliste gegen die Vergewaltigung von Frauen und Mädchen in Bosnien/Herzegowina aus.
Rückschau zu halten heißt es auch an der Jahresfeier des Motorsportclubs Schopfheim. Die goldene Club-Ehrennadel erhielten Maria Krupp und Rudolf Steinebrunner. Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft konnte Fritz Schrank Ernst Keller zum Ehrenmitglied ernennen.
In der Schopfheimer Stadthalle tagt die Gewerkschaft Textil und Bekleidung. Bei einer Podiumsdiskussion, an der 500 Personen teilnehmen, geht es um die alarmierende Situation, die derzeit im Textilbereich herrscht.
Klaus Kochendörfer meldet sich als Erster im Interesse der Eltern gegen die beabsichtigte Kindergartengebühren-Erhöhung.
Der katholische Vinzentiusverein zieht Bilanz bei der Jahreshauptversammlung. Von den etwa 5.000 Katholiken in der Pfarrei St. Bernhard, so hört man, sind 380 Mitglied im Vinzentiusverein. Die jüngere Generation fehlt fast vollständig.
Jahreskonzert beim Gesangverein Langenau. Die gemischten Chöre des Ortsteiles und von Wieslet, unter der Leitung von Georg Diehl, begeistern das Publikum.
Im Gasthaus »Sonne« in Eichen trifft sich der Gesangverein des Ortsteiles zur Jahreshauptversammlung. Im Mittelpunkt des Vereinsjahres stand vor allem die Anschaffung des Konzertflügels. Der Dirigent, Dieter Waibel, war mit dem Vereinsjahr im Großen und Ganzen zufrieden, wenn man auch gerade im Männerchor zahlenmäßig oft an der Schmerzgrenze gewesen ist. Prächtig entwickelte sich der sporadisch probende Kinderchor. Bei den Wahlen änderte sich nichts; Volker Jost wird weiterhin das Vereinsschiff lenken.
29. November 1992
Zu ungewöhnlicher Zeit, am Sonntagvormittag, treffen sich die Gründungsmitglieder der Ringerabteilung der TSG, um an die Gründung vor 40 Jahren zurückzuerinnern. Simon Sigl stellte einen Rückblick der vergangenen 40 Jahre und die wichtigsten Stationen zusammen.
Die Arbeiterwohlfahrt lädt zur jährlichen Adventsfeier in die Stadthalle ein. Gleichzeitig wird ein Bazar präsentiert.
Bereits traditionell ist der Altennachmittag in der Gemeindehalle in Raitbach. Der Gesangverein unterhielt die Gäste und bot eine Auswahl religiöser Lieder sowie heimatlicher Melodien.
Schopfheims Kaninchenzüchter stellen ihre Tiere im Autohaus Bühler aus.
30. November 1992
Die Erhöhung der Kindergartengebühren wird auf Antrag der SPD vertagt. Es sei Zeit, für diese Demokratie zu kämpfen, meinen unisono die Mitglieder des Schopfheimer Stadtrates. Robert Zapp verliest eine Erklärung namens aller Ratsmitglieder, die durch eine Schweigeminute, zu der sich alle von ihren Plätzen erhoben, und eine Resolution, die man einstimmig verabschiedete, deutlich unterstrichen wurde. Anlaß hierfür war die zunehmende Gewaltwelle in Deutschland, der man nicht tatenlos und schweigend zusehen kann.
Erneut spricht der Gemeinderat über die Müllcontainer. Der Beschluß der letzten Tage, ganz auf die Standorte zu verzichten, wurde nunmehr noch einmal geändert. Gespräche mit der SVR und dem Landkreis zeigten einen neuen Lösungsvorschlag. Danach sollen nunmehr vom nächsten Jahr an auf Schopfheims Parkflächen nur noch Glascontainer stehen. Für Papier werden Monotonnen an die Haushalte ausgegeben, die dann im Holsystem eingesammelt werden. Der Gemeinderat begrüßte dies, betonte aber auch noch einmal, daß die Lösung der Probleme nicht in der Bereitstellung von neuen Hol- oder Bringsystemen zu suchen sei, sondern einzig in der Müllvermeidung.
01. Dezember 1992
Bei regnerisch trübem Wetter beginnt der Kalte Markt, der traditionsgemäß immer am ersten Dienstag und Mittwoch im Dezember stattfindet. Viele Buden locken Käufer in die Altstadt.
Neue Wege geht in diesem Jahr der Gewerbeverein in Sachen Weihnachtseinkauf. Es wird keine Glückstaler zum Sammeln mehr geben, dafür Imbißstände in der Innenstadt, an denen man sich verköstigen kann. Mit Ausnahme des Samstages vor dem dritten Advent wird die Aktion jeden Advents-Samstag laufen.
Dieser Tage gab es eine Krisensitzung der TSG-Radsportabteilung. Silvia Schindler, die ins Ausland gehen wird, steht als Ansprechpartnerin nicht mehr zur Verfügung. Karlheinz Gutmann erklärte sich nach reger Diskussion schließlich bereit, die Verantwortung zu übernehmen. Wegen personeller Probleme wird es aber im kommenden Jahr kein Rundstreckenrennen geben.
02. Dezember 1992
Der Gewerbeverein beklagt sich darüber, daß bisher bei der neuen Weihnachtsaktion zu wenig Mitglieder mitmachen. Von 124 Mitgliedern haben lediglich 24 Teilnehmer Gutscheine erworben. Diese sollen in den Geschäften abgegeben werden, damit sich die Kunden an den Ständen verköstigen können.
Der vhs-Beirat berät das neue Programm und beschließt gleichzeitig höhere Gebühren. Franz Hoch meldet neue Rekordzahlen, gleichzeitig zeigt er sich betrübt, daß seine Raumprobleme nicht kleiner werden.
Großes Publikumsinteresse herrschte beim Vortrag der vhs über die »Wiking Saga«. Burkhard Pieske erzählte von seiner Abenteuerreise ins Nordmeer. Co-Referent des Abends war Bürgermeister Klaus Fleck, der den Nordmeersegler Pieske während seiner Sommersegeltörn in Grönland getroffen und die Veranstaltung in Schopfheim mit ihm abgesprochen hatte.
03. Dezember 1992
Im Ortsteil Fahrnau wurden bei der Festhalle, in der Höhe-Möhr-Straße und in der Stabhalter-Flury-Straße Hakenkreuze aufgeschmiert. Die Polizei ermittelt.
Die CDU läßt verlauten, daß sie dem Vorschlag der Verwaltung, die Kindergartengebühren zu erhöhen, nicht voll zustimmen wird. Kurt Härzschel gibt in einer Presseinformation zu verstehen, daß seine Partei lediglich bereit sei, die bisherigen Gebühren um DM 5,- zu erhöhen.
Die Umgehungsstraße soll von Maulburg bis zur B 518 kommende Woche geöffnet werden.
Im Ortsbauausschuß bewundert man einen Bauantrag für ein Grundstück auf dem Altig. Gebaut werden soll das futuristisch anmutende Gebäude von dem weltbekannten Architekten und Designer Ron Arad.
04. Dezember 1992
Um 10.30 Uhr findet beim Südportal des künftigen Tunnels im Langenfirst die »Anschlagfeier« mit der ersten großen Sprengung statt. Bürgermeister Fleck begrüßt. Dekan Felix Baumann von der katholischen Kirche erbittet für die Mineure Gottes Segen. Als Tunnelpatin wird während der gesamten Bauzeit Gisela Schneider, die Ehefrau des Straßenbauamtsleiters, fungieren.
Dieser Tage diskutierte die FDP mit Flüchtlingsberatern über das Zusammenleben mit Ausländern. Gerold Blümle meinte: »Wir brauchen Ausländer«, und er verwies dabei auf die bedeutende volkswirtschaftliche Seite. »Denn sie tragen mehr zur Sicherung der Rentenversicherung bei, als viele Andere«, betonte er.
Der Sozialausschuß des Landkreises hat den vom Arbeitsgericht vorgeschlagenen Kompromiß beim Verfahren gegen den ehemaligen Chefarzt der Inneren Abteilung abgelehnt. Man ist nicht bereit, die vorgeschlagene Abfindungssumme zu bezahlen. Nach diesem Veto wird nun voraussichtlich am 8. Dezember das Verfahren fortgesetzt. Anders sieht es im Falle des Oberarztes aus. Er soll jedoch, auch nach dem Willen der jetzigen Chefärztin, nicht mehr eingestellt werden. Man wird hier wohl eine Abfindung bezahlen.
Die Stadt erwägt Einschränkungen beim Kalten Markt, da militärische Artikel angeboten und verkauft wurden bis hin zu Attrappen von Handgranaten.
Umweltminister Harald B. Schäfer ist auf Einladung der SPD im »Restaurant am Park« zu Gast. Er legt dabei seine Überlegungen zum grundlegenden Denken im Umweltbereich dar. Ganz wichtig ist ihm das Verursacherprinzip. Im Kopf des Unternehmers beginne die Ökologie, erläutert er seine Idee, wonach der Hersteller die Verantwortung für sein Produkt vom Anfang bis zum Ende übernehmen müsse.
Im Kreiskrankenhaus Schopfheim trifft man sich zur Jahresabschlußfeier des Personals. In einer Zeit, in der Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhaß in Deutschland erschreckend weit verbreitet sind, werden Zeichen gesetzt. Pflegedienstleiterin Blum bekräftigt, daß ohne die ausländischen Mitarbeiter ein reibungsloser Ablauf des Pflege- und Gesundheitsdienstes überhaupt nicht mehr möglich wäre. Im Kreiskrankenhaus Schopfheim sind derzeit Mitarbeiter aus 14 Nationen beschäftigt.
06. Dezember 1992
Traditionell ist bereits die Nikolausfeier bei der Turnerschaft Langenau. Vor allem die Kinder haben sehnsüchtig auf den Nachmittag gewartet.
Die Fahrnauer Fußballer feiern, wie jedes Jahr, in der Festhalle ihren Nikolaustag. Bei Vorträgen des Schopfheimer Handharmonikaorchesters fühlen sich die eingeladenen Senioren sehr wohl.
Liebgewordene Tradition ist die Weihnachtsfreude, die die Kolpingsfamilie Schopfheim im Markus-Pflüger-Heim den Heimgästen bereitet.
07. Dezember 1992
Die Umgehungsstraße wurde von Maulburg bis zur B 518 dem Verkehr übergeben. Nach fünfeinhalb Jahren geht damit der erste Bauabschnitt zu Ende.
Weniger Mitglieder, weniger Spenden, das ist das Fazit der Generalversammlung beim Förderkreis der Johann-Peter-Hebel-Schule. Trotzdem
wolle man, wie der Vorsitzende Karlheinz Geiger sagt, den Kopf nicht in den Sand stecken. Für das kommende Vereinsjahr plane man wieder etliche Aktivitäten.
Das Schopfheimer Autohaus Levante & Wenger meldet den Konkurs an.
08. Dezember 1992
Bürgermeister Fleck, Schulleiter Tritschler und Schulrat Westermann eröffnen gemeinsam eine Beratungsstelle für Frühförderung an der Johann-Peter-Hebel-Schule; die Leitung übernimmt Hilde Kaufmann-Gaudert.
Die AWO bittet um Spenden; im Rahmen der Rußlandhilfe organisiert sie einen Hilfskonvoi, der am 27. Dezember die lange Reise nach Moskau antreten wird. Fünf Lastwagen sollen 35 Tonnen Hilfsgüter in die russische Hauptstadt transportieren. Otto Faller, Vorsitzender der AWO Schopfheim, bittet daher um Geld- und Sachspenden.
09. Dezember 1992
»Nie wieder Nazis, wir schaffen eine Zukunft der Menschlichkeit«, mit dieser Resolution sammelt die Firma Demag-Wittig Unterschriften bei der gesamten Belegschaft.
Es ist nunmehr hochoffiziell, so die Bundesbahn, daß der Zugverkehr auf der Wiesentalbahn vom Sommerfahrplan 1993 an schaffnerlos geführt wird.
Das Arbeitsgericht hat ein Urteil in Sachen Krankenhaus Schopfheim gefällt. Die am 3. Juli ausgesprochene fristlose Kündigung gegen den Oberarzt wird zurückgewiesen. Der Landkreis muß auch die Bezüge für die Monate Juli bis Oktober rückwirkend samt Zinsen zahlen. Das Arbeitsverhältnis bleibt bestehen. Das Kreiskrankenhaus kommt die Entscheidung teuer zu stehen, denn ein Nachfolger ist bereits eingestellt worden.
Fr. Ulla Schmid hat erneut eine wunderschöne Ausstellung im Museum vorbereitet. Bei der Eröffnung der Kinderbücherausstellung »Spieglein, Spieglein an der Wand« war eine große Zahl begeisterter Zuhörer, Zuschauer und »Begreifer« anwesend.
10. Dezember 1992
Die Gutscheinaktion des Gewerbevereines, so liest man heute, verläuft schleppend.
Jutta Beer vom Verkehrsbüro informiert in einer Gastgeberversammlung in der »Krone« in Wiechs über die ersten Zahlen des vergangenen Jahres. Danach sind die Übernachtungen und die Gästeankünfte rückläufig. Ganz so düster sieht es jedoch im Vergleich zum Jahre 1990 nicht aus, gilt es doch zu bedenken, daß das Jahr 1991 sehr großen Zuwachs gebracht hat.
11. Dezember 1992
Scharf kritisiert wurden die geplanten Entlassungen bei Arlington Socks durch die Gewerkschaft Textil und Bekleidung. Gewerkschaftssekretär Engelbart spricht von einem voreiligen Schritt. Bei der Pressekonferenz sagt er, daß er auch eine Reaktion des Bürgermeisters oder des Gemeinderates zu den Entlassungsplänen vermisse.
Die Aktion »Initiative zur Bewahrung der Menschenwürde« will der Gewalt gegen Ausländer entgegentreten. Kleine Aktionen sollen die Initiative unterstützen und Verständnis füreinander wecken. Der Kreis wird sich erneut im Januar treffen.
Klaus Dürrschnabel legt sein Mandat als Mitglied des Langenauer Ortschaftsrates nieder.
Die evangelische Landeskirche unterstützt den Aufruf der Schopfheimer Frauen, zu den Vergewaltigungen in Bosnien-Herzegowina nicht zu schweigen und ruft zu einer erneuten Demonstration am 14. Dezember auf dem Marktplatz Schopfheim auf. In der katholischen Pfarrkirche wird am 17. Dezember im Rahmen einer Gebetsmeditation auf diese Problematik eingegangen.
12. Dezember 1992
Die Elternbeiräte der Schopfheimer Kindergärten treffen sich, um über die anstehende Kindergartengebührenerhöhung zu diskutieren. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung soll nicht akzeptiert werden. Man ist bereit, DM 5,- Erhöhung hinzunehmen, allerdings beschließt man, daß die Gebührenbefreiung für Familien mit vier Kindern und mehr beibehalten werden soll.
Um 10.00 Uhr öffnet der 14. Weihnachtsmarkt des Gewerbevereines, der erstmals an zwei Tagen stattfindet. Der Markt selbst wurde auch erweitert auf Teile der Wallstraße bis zur Einmündung in die Konrad-von-Rötteln-Straße.
Die ausgeschlossenen »Chrattenhexen« dürfen vorerst bleiben. Ein von den Ausgeschlossenen hinzugezogener Anwalt hat diesen Teilerfolg erzielt. Am 17. Dezember soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden.
Unmut löst im nachhinein die Tunneleröffnung aus. Die IG Pro Umgehung, die lange Jahre für die Umgehungsstraße gekämpft hatte, ist zur Feier am vergangenen Wochenende nicht eingeladen worden.
Das Verhältnis der Ausländer zu den Deutschen bei der Firma Arlington ist gut. Mitglieder des Betriebsrates, darunter selbst viele Ausländer, heben dies bei einem Gespräch mit der Gewerkschaft Textil und Bekleidung hervor. Die Ausländer im Betriebsrat appellieren an die Wirtschaft, sie nicht zu entlassen. »Erst haben wir dem Land geholfen und zusammen mit den Deutschen den Wohlstand aufgebaut. Es kann nicht angehen, daß man jetzt aus wirtschaftlichen Gründen wieder abgeschoben wird«, so ihr Kommentar.
Voll besetzt war die Stadthalle beim Weihnachtskonzert der Stadtmusik und der Jugendkapelle. Den ersten Teil des Programmes bestritt die Jugendkapelle unter der souveränen Leitung der Dirigentin Kirsten Lin. Im zweiten Teil war es dann Max Lehmann, der seinen Klangkörper sicher durch den Konzertabend führte, bevor das Konzert mit weihnachtlichen Klängen im Schein der Kerzen ausklang.
Nur 20 von 200 eingeladenen Mitgliedern kamen zur Generalversammlung des Turnvereins Fahrnau. Siegfried Rabus wurde vom Vorsitzenden Norbert Schwald bei dieser 110. Jahreshauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Im Laufe der teilweise sehr kontrovers verlaufenden Versammlung gab Gerd Steiner sein Amt als stellvertretender Vorsitzender zurück. Der Verein bleibt vorerst ohne zweiten Mann.
Beim Jahreskonzert der Stadtmusik wurde Günter Lehmann zum Ehrenmitglied ernannt.
13. Dezember 1992
»Ein Wintermärchen« führt Marianne Neininger mit ihrem Theater auf der Au auf. Märchenhafte Begegnungen im winterlichen Zauberwald begeistern die kleinen Akteure so sehr, wie das in großer Zahl vorhandene Kinderpublikum.
Vorsitzender Alfons Lienhardt heißt die Gäste des VdK bei der traditionellen Weihnachtsfeier herzlich willkommen. Im katholischen Gemeindehaus werden die Gäste vom Harmonikaorchester unterhalten.
Zur Tradition ist der Altennachmittag des Kürnberger Gesangvereins am 3. Advent bereits geworden. Um zu feiern, trifft man sich im Sitzungszimmer des Ortschaftsrates. In der kleinen Dorfgemeinschaft wirkt jeder mit, um dem anderen eine Freude zu bereiten.
14. Dezember 1992
Noch bevor es in den Gemeinderat geht, sind die Tendenzen bei den Parteien zur Erhöhung der Kindergartengebühren erkennbar. Die SPD steht zur vorgeschlagenen Erhöhung, die GRÜNEN möchten die Gebühren vom vergangenen Jahr stabil halten. Die Freien Wähler stehen ebenfalls zum Verwaltungsvorschlag, die CDU will nur eine abgemilderte Steigerung akzeptieren. Die SPD begründet ihren Vorschlag damit, daß die Vollversorgung mit Kindergartenplätzen Vorrang behalten sollte. Die Verwaltung schlug vor, auf eine Erhöhung zu verzichten, wenn der neue Kindergarten im Bremt nur für zwei statt für drei Gruppen gebaut wird.
Die Stadtverwaltung soll sich zu den Entlassungen bei Arlington äußern. Da Betriebsratsmitglieder kürzlich geklagt haben, daß sich weder Bürgermeister noch Gemeinderäte gemeldet hätten, bittet der CDU-Fraktionsvorsitzende Härzschel, dieses Thema in der Gemeinderatssitzung zu besprechen. Er will insbesondere wissen, ob es zutreffe, daß unter anderem auch hohe Umweltauflagen in Langenau zur Verlagerung der Produktion führen.
Heiß geht es her in der Diskussion um die Kindergartengebühren. Der Gemeinderat diskutiert sehr kontrovers über die Erhöhung, wobei die SPD meint, es sei mit keinem Glücksgefühl verbunden, der Erhöhung zuzustimmen. Die Erhöhung sei maßvoll, die Schere des Defizits werde dadurch nicht weiter. Dem schließen sich die Freien Wähler und auch die F.D.P. an. Die GRÜNEN wollen keinerlei Erhöhung, wie Böttger sagt, um selbst glaubwürdig zu bleiben, da man im vergangenen Jahr einer Erhöhung im Folgejahr von vornherein eine Absage erteilt habe. Die CDU wirft der SPD Familien- und Kinderunfreundlichkeit vor. Dem wurde auf das Heftigste widersprochen. Die CDU will nur eine geringere Anhebung der Gebühren. Mit 20 Ja-Stimmen gegen 8 Nein-Stimmen wurde der Verwaltungsvorschlag für die Erhöhung der Kindergartengebühren angenommen. Der Gemeinderat unterbricht seine Sitzung und nimmt dann an der Mahnwache vor dem Rathaus für die vergewaltigten Frauen und Mädchen in Bosnien teil.
Die Diskussion über den Haushalt führt dazu, daß dem Zahlenwerk Namen verliehen wurden. So meint Robert Zapp für die SPD, es wäre ein Haushalt der neuen Chance, Härzschel äußert, der Haushalt sei besser als erwartet und Leppert für die Freien Wähler meint, der Haushalt sei eine Chance der Hoffnung, die uns immer bleibe; lediglich keine Hoffnung wollte Böttger für die GRÜNEN sehen. Frau Blümle für die FDP meint, es sei ein Haushalt ohne große Fehler.
Der Haushalt wird in den Einnahmen und Ausgaben in Höhe von DM 52.190.000,- beschlossen, wobei der Verwaltungshaushalt DM 42.570.000,- und der Vermögenshaushalt DM 9.620.000,- ausmacht.
Die Volkshochschule erhöht die Gebühren. Der Gemeinderat beschließt die vorgeschlagene Erhöhung um etwa zehn Prozent.
Eine schnelle Anfrage von Kurt Härzschel zu den Entlassungen bei der Firma Arlington beantwortet der Bürgermeister in öffentlicher Sitzung. So sagt er, daß die Verwaltung über die geplanten Entlassungen informiert worden sei, ebenfalls bejaht er, daß die Verwaltung nach Kenntnisnahme Kontakt mit der Firma aufgenommen hat. Er sagt auch, daß der Verwaltung die Gründe bekannt seien, weshalb die Firma die Maßnahmen ergriffen hat, verneinte aber die Frage, wonach die Entlassungen unter anderem durch zu hohe Umweltauflagen bedingt sein sollen.
Ein Novum wird im Gemeinderat behandelt. Michael Straubs Aufruf, Bürger sollten Einsicht in den Haushaltsentwurf nehmen, hatte Erfolg. Mehrere Bürger unserer Stadt nahmen die Gelegenheit erstmals wahr. Die IG Velo erhob gegen den Etat förmlichen Widerspruch, damit hatte sich der Gemeinderat nun zu beschäftigen. Man wollte DM 10,- pro Einwohner für Radwege und Radwegepläne zur Verfügung gestellt wissen. Dies wurde abgelehnt, weil der Betrag ohnehin für die Verbesserung der Radwegesituation im Haushalt enthalten ist.
Für die Bühlmatt-West wurde ein Arbeitskreis gebildet. Dieser hat die Aufgabe, sich dem Grünbestand zu widmen und die Grundlage für den Bebauungsplan zu erarbeiten.
15. Dezember 1992
Es gab fast kein Durchkommen mehr auf dem Marktplatz beim Weihnachtsmarkt. Nach schleppendem Beginn herrschte heute ein großes Gedränge.
Fünf Künstlerinnen aus dem Landkreis, unter ihnen die Schopfheimerin Elisabeth Keul, stellen derzeit ihre Arbeiten in Räumen der Firma Hanf-Union aus.
Dr. Martina Standop begann heute als Chefärztin der Inneren Abteilung am Kreiskrankenhaus Schopfheim ihre Tätigkeit.
Angehende Bürofachleute aus Thann im Elsaß waren bei der Kaufmännischen Berufsschule in Schopfheim zu Besuch. Gleichzeitig wurde eine offizielle Partnerschaft zwischen der Schopfheimer Berufsschule und dem Lycée Scheurer-Kästner aus Thann im Elsaß geschlossen. Schulleiter Herwig Friedl begrüßte den Thanner Schulleiter Zimmermann, Vertreter des Oberschulamtes, der IHK und der Stadtverwaltung zu diesem Ereignis.
16. Dezember 1992
Als rundum gelungen darf die BZ-Aktion »Hilfe zum Helfen«, die auch während des Weihnachtsmarktes lief, angesehen werden. DM 11.173,- sind der stolze Erlös aus dieser Aktivität.
Die Deutsche Bundesbahn hat der Stadt das leerstehende Haus zwischen Bahnhof und Post zur Nutzung angeboten. Überlegungen, hier das Kulturcafé »Irrlicht« unterzubringen, werden derzeit im Gemeinderat diskutiert. Größere Konzerte wären hier nicht möglich, der Treffpunktcharakter hätte Vorrang.
Im Rahmen der Haushaltsdiskussion fordert die CDU, vertreten durch den Fraktionsvorsitzenden Härzschel, daß als nächstes Ziel die Halle in Gersbach zu bauen sei.
Schüler der J.P.-Hebelschule stellen derzeit Arbeiten aus dem Kunst- und Werkunterricht in der Stadtbibliothek aus.
Zur alljährlichen Weihnachtsfeier für alleinstehende und alte Bürgerinnen und Bürger hat die Stadt auch dieses Jahr eingeladen. Bürgermeister Fleck begrüßte und dankte vor allem der Friedrich-Ebert-Schule, dem Kindergarten am Marktplatz und den Glöcklern des Städtli-Zinkens, die den Nachmittag für die alten Menschen gestalteten.
17. Dezember 1992
In einem Flugblatt nehmen die in Poligny zurückgetretenen Stadträte Stellung zu ihrer Haltung. Sie sind verärgert darüber, daß sie, die 46% der Bevölkerung Polignys repräsentieren, bei den Delegiertenwahlen für die regionalen Senatswahlen nicht berücksichtigt wurden. An den Gemeinderatssitzungen werden sie weiterhin teilnehmen, allerdings nur von der Zuschauerbank aus. Sie fordern die Bevölkerung auf, mit ihnen zusammen an den Gemeinderatssitzungen teilzunehmen.
Einige Monate nach Amtsantritt wurde nun Reinhold Fetscher offiziell durch das Staatliche Schulamt Lörrach zum Rektor der Grundschule Fahrnau ernannt.
Roland Gutmann, Lagerist, und Kfz-Meister Hubert Schwenninger feiern dieser Tage ihr 25jähriges Jubiläum im Autohaus Lehmann.
Der Bauausschuß lehnt einen Antrag von Horst Kuhfuß, in seinem Wohn- und Geschäftshaus eine Leitung zur Nutzung des Regenwassers zu verlegen, ab.
Der Bebauungsplan Bühlmatt-West war im Ortsbauausschuß schnell vom Tisch. Die Pläne der Landschaftsarchitektin wurden komplett »verrissen«. Ein im Gemeinderat gebildeter Ausschuß muß sich nun mit der Thematik beschäftigen.
Zur Anhörung der ausgeschlossenen »Chrattenhexen« kam es im Düfzelstüble im »Waldheim« nicht. Das Vorstandsteam hatte seinen Anwalt mitgebracht. Die Ausgeschlossenen wollen erst dann diskutieren, wenn sie ebenfalls ihren Anwalt dabei haben.
Der Ortsbauausschuß befürwortet den Bauantrag der Firma Heurer & Heurer Konzepthaus GmbH, auf dem Gelände der ehemaligen
Gottlieb-Baracke sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 70 Wohnungen zu errichten.
18. Dezember 1992
Der Verwaltungsleiter des Kreiskrankenhauses Schopfheim, Dieter Ahlbrecht, geht zum 1. April 1993 nach Rottweil. Er wird dort Geschäftsführer einer Krankenhaus GmbH.
Für ihre Betriebszugehörigkeit ehrt dieser Tage Firmeninhaber Gerhard Krückels einige Mitarbeiter. Gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Lage, die fast jeden Tag neue Hiobsbotschaften bringe, sei die Erfahrung der Mitarbeiter besonders wichtig. Für 35jährige Betriebszugehörigkeit werden Manfred Schott und Hansgeorg Ebner, für 30 Jahre Kurt Fischer und für 25 Jahre Ernst Kneusslin, Hans Bauer, Thomas Grether und Dieter Trefzer geehrt.
Seit 25 Jahren ist Barbara König im Schuldienst. Bevor die Lehrerin 1980 an die Fahrnauer Schule kam, unterrichtete sie an der Schopfheimer Hebelschule. Die Ehrenurkunde des Ministeriums für Kultus und Sport überreichte Schulrat Weber vom Staatlichen Schulamt Lörrach.
Der frühere Taurus-Verantwortliche Ulrich Frommherz wurde vom Schöffengericht Lörrach wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Er muß für zwei Jahre ins Gefängnis. Eine Haftverschonung wird auch über Weihnachten nicht erteilt; es bestehe, so ist zu hören, Fluchtgefahr. Bei Hinterlegung einer Kaution von DM 100.000,- und Deponierung seiner Ausweispapiere wäre eine Haftverschonung über Weihnachten, so der Richter, möglich.
Das Markgräfler Tagblatt zieht um. Aus dem traditionellen Gebäude an der Hauptstraße wird die Geschäftsstelle in ein ebenso traditionelles Haus (Anbau an die Stadtapotheke) umziehen.
Festlich gedeckt waren die Tische im evangelischen Gemeindehaus für Kinder asylsuchender Familien. Ohne Wenn und Aber dort wo Not ist anzupacken, hat sich Bettina Bethlen vorgenommen und diese Feier organisiert.
19. Dezember 1992
Jahreskonzert des Gesangvereines Fahrnau zusammen mit dem Kinderchor. Marianne Löffler wurde für 40jährige Zugehörigkeit zum Verein durch den Vorsitzenden Rainer Alten zum Ehrenmitglied ernannt.
Zu einer brutalen Schlägerei kommt es in der Nacht im Hof einer Diskothek. Ein junger Mann aus Brombach wird dabei so schwer verletzt, daß er mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden muß.
Jahresrückblick bei den Schopfheimer Freien Wanderfreunden, die sich um Hans Motsch gruppieren.
Zum Tag der offenen Tür lädt das Markgräfler Tagblatt in die neuen Geschäftsräume an der Hauptstraße ein.
20. Dezember 1992
Zu einem schweren Verkehrsunfall kommt es am Ortsausgang Enkenstein Richtung Wieslet.
Zur Weihnachtsfeier trifft sich der DRK-Ortsverein Fahrnau unter der Leitung von Wolfgang Stahl im »Hägihof«.
21. Dezember 1992
Waltraud Radmacher, Heimleiterin des Seniorenwohnstiftes im Bifig, verläßt das Heim. Ihre Arbeit wird auf verschiedene Schultern verteilt. Die Leitung des Pflegedienstes übernimmt Monika Heider, die Verwaltungsleitung liegt nun in den Händen von Eveline Krumholz.
50 Kinder aus dem elsässischen Masevaux waren dieser Tage Gast an der Dr. Max-Metzger-Grundschule.
22. Dezember 1992
Sensationelles ist der Projektgruppe »Minifossis« der Friedrich-Ebert-Schule gelungen. Unter Leitung von Werner Störk erbrachten die Schüler den allerersten Nachweis, daß in der Wiese Gold zu finden ist. Der Erfolg der Bemühungen waren drei Partikel echten Waschgoldes. Ein Artikel in der Badischen Zeitung am heutigen Tage kommentiert den hochinteressanten Fund.
Dieser Tage stellt Thomas Burth in der Regio Buchhandlung Schopfheim sein neues Buch »Mit Wurzeln und Flügeln« vor.
1994 soll's mit der Krankenhaus-Sanierung losgehen, so der Kreiskämmerer Strittmatter.
Derzeit wird die Asphaltdecke der alten B 317 zwischen Maulburg und Schopfheim herausgerissen. Aus einstigen Straßen wird nun Ackerland.
Weihnachtsfeier im Georg-Reinhardt-Haus. Heinz Leimgruber begleitet den besinnlichen Nachmittag an der Orgel mit weihnachtlichen Weisen. Die Schopfheimer Glöckler um Kurt Kiefer tragen ebenso zur Unterhaltung bei. Julia Bethlen und Marion Greiner haben für die Senioren des Hauses das Krippenspiel »Die drei Gaben« mit Kindern einstudiert und aufgeführt.
Sorgfältig dekoriert ist der Speisesaal des Seniorenwohnstiftes im Bifig zur Weihnachtsfeier, die von Harfen- und Querflötenmusik begleitet wird.
Der frühere langjährige Leiter der LVA-Beratungsstelle Schopfheim, Werner Kunst, ist in seinem 71. Lebensjahr verstorben.
23. Dezember 1992
Ab Januar werden die Papiercontainer im Stadtgebiet Schopfheim abgeschafft. Die Haushalte erhalten nun eine Papiermonotonne, wobei die noch nicht abgeholten 240 Liter-Müllgefäße dafür umgerüstet werden sollen. Die Regelung gilt allerdings nicht für die Ortsteile.
Der Triathlonverein Hochrhein hatte dieser Tage in Schopfheim die Jahreshauptversammlung. Bei den Neuwahlen wurde Hubert Klemm einstimmig im Amt des ersten Vorsitzenden gewählt. Den zweiten Vorsitz wird nun Fred Spieß innehaben, nachdem Peter Rotzinger sich aus beruflichen Gründen nicht mehr der Wiederwahl stellte.
Die Gründung einer Klinik GmbH ist auch für den Landkreis Lörrach attraktiv, heißt es heute im Markgräfler Tagblatt. Kreiskämmerer Strittmatter brütet derzeit darüber nach. Würde ein derartiger Plan realisiert, fielen alle Kreiskrankenhäuser dieser Gesellschaft zu. Die Nachfolge Dieter Ahlbrechts am Krankenhaus Schopfheim hängt nunmehr auch von der weiteren Entwicklung dieses Gedankens ab.
24. Dezember 1992
Der Bauantrag für das Pflugareal soll, so Investor Uttner, Mitte Januar gestellt werden. So wie es derzeit aussieht, wird Edeka in den SB-Markt einziehen.
Die Weihnachtsgottesdienste an Heiligabend sind sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Stadtkirche gut besucht. Dekan Baumann sprach in seiner Mitternachtspredigt den Frieden auf Erden an. Das Kind in der Krippe möge erinnern, daß der Mensch da sei, in Gerechtigkeit und Frieden zu leben, versöhnt mit sich, anderen und mit Gott. Er erinnert an den Golfkrieg, an Jugoslawien, an den Unfrieden, den Zwist und den Streit, wie er derzeit in Deutschland, insbesondere im Verhältnis zu den Ausländern, herrscht. Das Pfarrerehepaar Evi und Detlef Jobst baut in seinem Weihnachtsgottesdienst darauf, für mehr Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einzutreten.
25. Dezember 1992
Traditionell ist das Weihnachtskonzert des Musikvereins Wiechs in der Festhalle. Neben der musikalischen Gestaltung des Abends um Max Lehmann wurde der Einakter »Die verstellbare Statue« aufgeführt; die Lachmuskeln des Publikums wurden arg strapaziert.
Viel zu klein war auch dieses Jahr die Festhalle Raitbach beim Weihnachtskonzert des Musikvereins. Ein Theaterstück, wie es Brauch ist, gestaltete ebenso den Abend wie die musikalischen Darbietungen des Vereines, der unter der Leitung von Christian Strütt steht. Während des Konzertes wurden Walter Keller, Ernst Greiner und Wilfried Keller zu Ehrenmitgliedern ernannt. Alle sind 30 Jahre im Verein.
Abwechslungsreich war das vom Dirigenten Jürgen Kiefer zusammengestellte Programm für das Weihnachtskonzert des Musikvereins Langenau. Flotte Märsche wechselten sich mit besinnlichen oder verträumten Melodien ab, schreibt die Presse.
28. Dezember 1992
Die diesjährige Sternsingeraktion der katholischen Kirche wird zugunsten eines Nigeriaprojektes gehen.
29. Dezember 1992
Im ehemaligen »Statthalter« und späteren Restaurant »Divan« wird nun ein Bistro mit Billardbar unter dem Namen »Blue Moon« eröffnet.
Wie ein Schlag ins Gesicht empfindet Hans Schwietale in einem Leserbrief die Entscheidung für die Papiermonotonne. Er meint vertretend für den Skiclub Fahrnau, daß damit die Vereinssammlungen, mit denen der Skiclub vor mehr als 20 Jahren begonnen hatte, kaputt gemacht würden. Man vermißt auch eine vorherige Rücksprache mit den Vereinen.
Noch vor dem Jahreswechsel zogen die Badmintonspieler die Bilanz über ein durchweg erfolgreiches Jahr. Artur Seger gab nach vier Jahren das Amt des Abteilungsleiters ab, Nachfolger wurde Hans-Georg Kolodziej, der bislang für den rein sportlichen Sektor verantwortlich war.
Bei der Firma EKATO arbeitet man vorübergehend kurz.
Die Fraktionsvorsitzenden treffen sich mit dem Bürgermeister, um über das vergangene Jahr Bilanz zu ziehen.
30. Dezember 1992
Der Schopfheimer Designer Hans Theo Baumann zeigt sein Designerschaffen derzeit in der Kunstgewerbesammlung des Museums Bielefeld.
Das Hickhack um die Containerstandorte geht weiter. Die SVR, so der Bürgermeister, hat den Vertrag, der bis zum 15.12.1992 unterschrieben sein sollte, noch nicht gegengezeichnet. Damit müssen die Container zum Jahresende generell abgeräumt werden. Die SVR hingegen sagt, daß der Vertrag vom Grundsatz her ausgehandelt sei, es gehe nur noch um einige Detailfragen. Ein Jurist der Gesellschaft meint, er lasse sich nicht kopflos machen. Gleichzeitig warb ein Sprecher der SVR um Verständnis, falls man die Verspätung verschuldet habe, bitte man um Entschuldigung bei den Bürgern. Man darf also gespannt sein, wie die nächsten Tage sich weiterentwickeln.
Der Eichener See ist wieder da. Seit wenigen Tagen zeigt sich das Naturwunder.
Seit 40 Jahren gehört Walter Schott der Firma Brüderlin & Söhne an. Die Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten wurde dem Jubilar durch Bürgermeister Fleck während einer Feierstunde überreicht.
Nachdem die Umgehungsstraße doch seit einigen Tagen in Betrieb ist, diskutiert man nun bereits, sämtliche Ampeln im Stadtgebiet, beginnend in Gündenhausen, im kommenden Jahr zu entfernen. Es zeigt sich durch die Verlagerung des Teilverkehrs bereits eine Entlastung der Innenstadt.
31. Dezember 1992
Bürgermeister Klaus Fleck sagt den Bürgern der Stadt zum Jahreswechsel, daß sie gerade in wirtschaftlich etwas schwierigeren Zeiten zusammenstehen sollen; die Gemeinschaft sei gefordert, sich gegenseitig zu helfen. Wenn der bisherige Weg konsequent weitergegangen werde, könne auch das kommende Jahr mit Erfolg gemeistert werden. »Laßt uns das Jahr 1993 mit dieser Zuversicht beginnen«, wünscht er.
Die Teilnahme an den nächsten Olympischen Spielen 1996 ist das große Ziel der Badmintonspielerin Nicole Grether. In einem heutigen Presseartikel äußert sich so das große deutsche Talent aus Schopfheim, das seit einiger Zeit im Olympiastützpunkt in Saarbrücken lebt.
In der Stadthalle feiert der Tanzsportclub Excelsior zusammen mit 500 Gästen eine rauschende Silvesterballnacht.
Rege ist die Diskussion beim traditionellen Silvesterhock der CDU im »Markgrafen«. Ein Wort macht die Runde, das die Christdemokraten nicht kalt läßt. Man will gegen die Politikverdrossenheit alles unternehmen. Mehr Bürgernähe und Sachinformationen, heißt daher das Motto der CDU für das kommende Jahr. Sehr belastet habe die CDU die verlorene Landtagswahl, daneben, so meint man, scheine die Sonne wieder in der Kommunalpolitik. Man könne einigermaßen optimistisch in die Zukunft blicken (Kurt Härzschel). Es wird auch Kritik über die Straßen-Engstelle an der Königsberger Straße laut.
Heiner Schneegaß, ein in Schopfheim allseits beliebter Handwerksmeister, gibt seinen Schlossereibetrieb in andere Hände; Dieter Gebhardt wird ihn zum Ersten des kommenden Jahres übernehmen.