1993

Bürgermeister Klaus Fleck: Ein älterer Mann mit grauen Haaren und einem ernsten Gesichtsausdruck trägt ein gelbes Hemd vor einem unscharfen Hintergrund.

Die Höhen und Tiefen des vergangenen Jahres sind so ausgeprägt, dass manches bleibende Erinnerung wird. Dabei fing das Jahr doch recht gut an. Das Dauerthema »Pflug‑Areal« schien Anfang des Jahres mit der Einreichung des Baugesuches und dem Beschluss über den Bebauungsplan zum Abschluss zu kommen. Doch plötzlich auftretende finanzielle Schwierigkeiten des Investors brachten sorgenvolle Monate für Verwaltung und Gemeinderat. Der Gemeinderat war sich dieser Verantwortung sehr bewusst und stand deshalb mit Ausnahme von Frau Stadträtin Blümle eindeutig hinter dem eingeschlagenen Weg und dem Konzept. Dann wurden jedoch Brandstiftungen im Pflug‑Areal verübt, die zum verheerenden Großbrand am 30. Juni führten, und weitere Zündelungen mit Wort und Schrift begleiteten den Sommer. Der mehr oder weniger versteckte Vorwurf, hinter diesen Bränden zu stecken, führte zu einer deutlichen öffentlichen Erklärung des Gremiums.

Projektübernahme und bürgerschaftliches Engagement

Der Abbruch der Gebäude und die Weiterverfolgung des Projektes gingen Hand in Hand. Gernot Pöpperl, ein in Schopfheim bekannter Investor, übernahm das Projekt und trieb die Maßnahme konsequent voran. Ob jedoch die Wunden, die durch persönliche Angriffe und Verunglimpfungen bei diesem Projekt gerissen worden sind, wieder vernarben, bleibt der Zukunft vorbehalten. Gleichzeitig hat Schopfheim bewiesen, dass das bürgerschaftliche Engagement und die Zielstrebigkeit des Gemeinderates, die Stadt positiv zu entwickeln und zu gestalten, zu hervorragenden Ergebnissen führte.

Vereinsaktivitäten und nationale Auszeichnungen

Vereinsaktivitäten wie der Bau des Sportheimes durch den TV Wiechs, das Schulungs‑ und Rettungszentrum DLRG, das Schlachthaus mit Verkaufsraum durch die Direktvermarktergruppe Gersbach, die Renovierung des SVS‑Sportheimes, die Erneuerung und Umgestaltung der Gedenkstätte Friedhof Fahrnau zeigen den ausgeprägten Willen engagierter Bürger, Gemeinschaftswerke zum Wohle aller zu erbringen. Solche Aktivitäten beflügeln neue Initiativen, die bereits in Vorbereitung sind. Auch die Stadt erfuhr nationale politische Beachtung: Ohne sich beworben zu haben, wurde die Stadt von einer Jury unter Vorsitz von Frau Dr. Irmgard Schwaetzer, Bundesministerin für Bauwesen, Raumordnung und Städtebau, mit dem »Hundertwasser‑Haus« für vorbildliche Aktivitäten zur Erschließung und Mobilisierung von Bauland ausgezeichnet.

Niedrigenergiebauweise und neue Entwicklungsgebiete

Schopfheim ist bundesweit in aller Munde bei der Frage »Niedrigenergiebauweise«. Das Baugebiet »Bremt« ist derzeit die größte Niedrigenergiehaus‑Siedlung der Bundesrepublik und wird innerhalb von 5‑7 Jahren rund 1.000 Wohneinheiten in dieser Bauweise hervorbringen, was jährlich etwa 1 Million Liter Heizöl einsparen wird. Auch die Entwicklungsgebiete »Kleine und Obere Schleife« und »Rebacker‑Rütteberg« haben bundesweit Neuland betreten: Noch keine andere Kommune ist so weit in der Realisierungsphase vorangekommen, insbesondere dank freiwilliger Einigungen mit allen Grundstückseigentümern.

Infrastrukturprojekte und kommunale Verbesserungen

Viele kleine Maßnahmen und Aktivitäten haben die Situation in der Stadt verbessert und zeigen die zukünftige Richtung. Dazu gehören die Komplettierung des Radwegenetzes entlang der Umgehungsstraße und dessen Fortführung nach Maulburg, die Fertigstellung weiterer Abschnitte der Umgehungsstraße und die spürbare Entlastung der Hauptstraße, das neue Kinderplanschbecken im Schwimmbad, der Spielplatz Wiesenweg, der Bau des neuen Kindergartens Bremt und weitere Vorhaben.

Finanzielle Herausforderungen und Haushaltsstrategie

Alle weiteren kommunalen Aktivitäten werden vor allem durch das »Diktat der leeren Kassen« geprägt. Um rechtzeitig der zusätzlichen Belastung durch den »Solidarpakt Ost« entgegenzuwirken, haben Verwaltung und Gemeinderat in Klausurtagungen Vorschläge erarbeitet, Kosten zu senken und Einnahmen zu erhöhen, sodass der Haushalt 1994 trotz zusätzlicher Belastungen von DM 3,8 Mio. einen gewissen Handlungsspielraum behält. Rechtzeitige und auch unpopuläre Entscheidungen waren notwendig; besonders vor einem Wahljahr verdient der Gemeinderat besonderen Dank und Anerkennung.

Internationale Partnerschaften und diplomatische Erfolge

Besonders freute mich, dass die Kontakte zu unseren Partnerstädten stetig ausgebaut werden. Gegenseitige Besuche von Ronneby/Schweden, Poligny/Frankreich und Kleinmachnow/Brandenburg zeigen die Bedeutung des Dialogs. Ergreifend war die offizielle Totenfeier des verstorbenen Paramount‑Chief John Mokete von Dikume/Kamerun und die offizielle Einführung des neuen Chief Daniel Monyongo.

Projekte, Fördermittel und wirtschaftliche Impulse

Es ist gelungen, nicht nur vier Fahrzeuge aus den Beständen der NVA dank der Vermittlung unserer Abgeordneten Ortrun Schätzle zu erhalten, sondern auch DM 175 000‑ für das Projekt »Wasserversorgung Bisoro« durch das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit zu bekommen. Das Kaffee‑Projekt, das Farmern eine konstante Abnahme ihrer Produkte ermöglicht, ergänzt diese Erfolge.

Aufruf zur Wahlbeteiligung

Dieses Jahrbuch erscheint kurz vor der nächsten Kommunalwahl. Sie sind als Bürger aufgerufen, das Wahlrecht auszuüben. Deshalb wünsche ich mir eine große Wahlbeteiligung, damit auch künftig Stadtrat und Ortschaftsräte mit einem größtmöglichen Votum ihrer Bürger beraten und beschließen können.

Schopfheim im März 1994, Klaus Fleck, Bürgermeister

02. Januar 1993

Vollbesetzt war die Hülschenmatthalle in Eichen bei der Jahresfeier des Gesangvereines. Neben dem Männerchor mit seinen derzeit 22 Sängern war auch der im Jubiläumsjahr gegründete Frauenchor zu hören.

04. Januar 1993

Bei einem Pressegespräch erläutern die Sparkassendirektoren Dr. Manfred Neubauer und Alfred Horn das erfolgreiche Bilanzjahr 1992. Gleichzeitig geben sie einen Ausblick auf das Jubiläumsjahr 1993. Das Sparkassengebäude soll aufgestockt und die jetzige Schieferplatten-Fassade durch eine Putzfassade ersetzt werden. Die Bilanzsumme des vergangenen Jahres liegt erstmals deutlich über DM 500 Mio.

Die älteste Einwohnerin der Stadt, Frau Johanna Schlemmer, verstirbt im 105. Lebensjahr im Georg-Reinhardt-Haus.

05. Januar 1993

Der Gesangverein Kürnberg trifft sich um den Vorsitzenden Werner Keller zur Generalversammlung und freut sich nun auf die Zukunft mit dem neuen Dirigenten.

Einen Führungswechsel gibt es bei der Generalversammlung der Sportgemeinschaft Eichen. Nach acht Jahren scheidet der bisherige Vorsitzende Julius Waßmer aus privaten und beruflichen Gründen aus. Zum neuen Vorsitzenden wurde Joachim Keller gewählt.

06. Januar 1993

Im »Engel« trifft sich die SPD zum jährlichen Dreikönigsfrühschoppen. Dabei wird über die Bundes- und Kommunalpolitik diskutiert. Robert Zapp hob die von der SPD Schopfheim maßgeblich gestaltete Kommunalpolitik hervor, die nicht zuletzt durch konsequente Sparpolitik seit 1989 wieder ein tragfähiges Fundament für die Stadt geschaffen habe. Ortsvereinsvorsitzender Dr. Noller äußerte seine persönliche Meinung, die nicht unbedingt der Mehrheit des Ortsvereines entsprechen müsse, über Bosnien, die Ausländerfeindlichkeit und das Asylrecht sowie zur Wirtschaftslage. Er resümierte zum Schluß der Debatte: »Wir sind uns einig, daß etwas geschehen und Europa handeln muß – notfalls militärisch«.

Eichens Ortschaftsrat lädt die Senioren zu einem gemütlichen Nachmittag ein. Neben den »Waibel-Chören« unterhalten die Ringer der Sportgemeinschaft.

Die Nachwuchsfußballer der C-, D- und E- sowie F-Jugendmannschaften halten ihr jährliches Dreikönigsturnier ab. Knapp 500 junge Kicker sind auf dem Platz der Friedrich-Ebert-Sporthalle versammelt.

07. Januar 1993

Auf 25jährige Betriebszugehörigkeit zum Autohaus Lehmann können Roland Gutmann und Hubert Schwemmer zurückblicken.

Aus personellen Gründen war kein Schopfheimer Taxiunternehmer bei der Aktion gegen Ausländerfeindlichkeit in Stuttgart anwesend.

Ingeborg Fritz trug in der Altenbegegnungsstätte Gedichte zum Thema »Poetisches Kalendarium« vor; die musikalische Begleitung gestaltete Uli Pfleiderer.

08. Januar 1993

Der provisorische Radweg in Gündenhausen sorgt weiterhin für Unmut. Verkehrswacht und Eltern mobilisieren sich gegen das Straßenbauamt.

Die Arbeitslosenzahl im Landkreis springt auf Rekordhöhe. Direktor Biewer vom Arbeitsamt gibt eine Quote von 5,9% für den Dezember 92 bekannt.

09. Januar 1993

Auf dem Kronenplatz sind die Narren los. Oberzunftmeister Enrico Blokbergen gab das Geheimnis um das Motto der bevorstehenden Fasnacht und den Namen des Statthalters preis. Am Kronenbrunnen hörte man »s zuerst: »De merkschs erscht, wenn de Deckel lüpfsch«. Dieses Motto wird den neuen Statthalter Bernhard I. (Bernhard Springmann) als »Meischder vom Undergrund« durch die Saison begleiten. Zu den Klängen der »Schweißbislöser« konnte der »Auma-Zinken« seine neue Maskengruppe »Die Aumännle« vorstellen.

Im allgemeinen zufrieden bewerten Schopfheimer Einzelhändler das Geschäftsjahr 1992, doch herrsche nicht durchweg eitel Sonnenschein. Dies berichtet heute die Badische Zeitung nach entsprechenden Gesprächen.

Der 83jährige Victor Doubek machte Schlagzeilen, als er im stolzen Alter von 80 Jahren seinen ersten Flugversuch mit einem Drachen unternahm. Nun stellt er alle Modelle von Zeppelinen und Flugzeugen, die er in den letzten Jahren neben Burgen und Schlössern maßstabgetreu gebastelt hat, der Dr.-Max-Metzger-Schule zur Verfügung.

Im Hundesportheim in der Grienmatt treffen sich die Freunde des Hundesportclubs Fahrnau zu Generalversammlung. En bloc wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt.

Eugen Herzog schreibt über manch Interessantes, was sich im Dezember in der Partnerstadt zugetragen hat. Politisch scheint hoher Wellengang zu herrschen. Es soll nun nach der Opposition auch die Rechts-Mehrheit im Parlament ins Wanken geraten sein. Dem zweiten Beigeordneten, B. Badoz, hat Bürgermeister Tinguely die Vollmachten entzogen. Viele Einwohner beginnen, sich Sorgen zu machen und werfen den von ihnen gewählten Vertretern vor, ihre Pflichten zu versäumen.

Der Musikverein Raitbach trifft sich um den Vorsitzenden Wilfried Keller in der Gemeindehalle zur Jahreshauptversammlung. Der Verein hat derzeit 32 Aktive, zwei Zöglinge und 150 passive Mitglieder. Bei den Wahlen wurde Roland Langendorf zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt.

»Ein Sound, der unter die Haut ging«, so die Kritiker über das Konzert von Harry de Wille und Mark Wise im proppenvollen »Metropole«. Der Schopfheimer Bandleader der »Real Blues Band« hatte den aus Hollywood stammenden Musiker bei dessen letztem Deutschlandaufenthalt kennengelernt und mit ihm ein Team gebildet.

Der TV Fahrnau, Abteilung Tischtennis, trägt die Vereinsmeisterschaften aus. Titelverteidiger Horst Hoger erreichte nur den fünften Platz. Bei den Männern wurde Rainer Grathwohl Vereinsmeister, während bei den Damen Eva Aber gewann.

Zum Neujahrskonzert lädt der Kulturring in die Stadthalle. Die »Vier Jahreszeiten« von Antonio Vivaldi mit der Basler Violinistin Annemarie Kappus begeisterten das Publikum ebenso wie im zweiten Teil die Wiener Melodien des 19. Jahrhunderts. Wiederum war die Weiler Orchestergesellschaft unter Leitung von Fridolin Uhlenhut zu Gast.

Im »Hägihof« in Gersbach trifft sich der Gesangverein des Ortsteiles zur Jahreshauptversammlung. Gut vorbereitet will man in das 125jährige Jubiläumsjahr 1993 gehen.

10. Januar 1993

Gegen 14.30 Uhr hörten Passanten am Lindenweg in Wiechs aus einer Wohnung Hilferufe. Die herbeigerufene Polizei schlug die Fensterscheibe zur Wohnung einer 83jährigen Frau ein. Die Frau hatte einen Schlaganfall erlitten. In lebensbedrohendem Zustand mußte sie sofort ins Krankenhaus gebracht werden.

12. Januar 1993

»Es gibt zu viele Stadträte«, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Zapp beim Dreikönigsfrühschoppen. Bei der Wahl 1994 sollte nach seiner Meinung auf die unechte Teilortswahl verzichtet werden. Dafür sollten die Ortschaftsräte gestärkt werden. Die Zeit hierfür sei noch nicht reif, äußerte Beigeordneter Hartmut Bertsch.

Beim Fußballverein Fahrnau wurde – wie vom Verband gefordert – ein Jugendausschuß gewählt. Gleichzeitig beschloß man die Jugendordnung.

Ein ereignisreiches Vereinsjahr haben die Naturfreunde hinter sich. Bei der jüngsten Sitzung verstand es Wanderwart Karl Weis, die wichtigsten Erlebnisse des vergangenen Jahres noch einmal in Erinnerung zu rufen.

Die SPD-Kreistagsfraktion traf sich dieser Tage zu einer Klausurtagung in Schopfheim. Dabei sprach sich die Fraktion einstimmig dafür aus, daß der Landkreis das Städtische Krankenhaus Lörrach übernimmt und zusammen mit den Krankenhäusern Schopfheim und Rheinfelden in eine Klinikgesellschaft mit beschränkter Haftung überführt.

13. Januar 1993

Deutlich zurück gingen die Verwarnungen im vergangenen Jahr, so Ordnungsamtsleiter Heinz Klemm. Das Verwarngeld habe eine Erziehungsfunktion.

Die Schopfheimer Sternsinger sammelten insgesamt DM 13.000,-- für Nigeria und Peru.

Es ist nun offiziell: Zehn Frauen wurden aus dem Verein der »Chrattehexen« formell ausgeschlossen. Während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde der Mehrheitsbeschluß gefaßt. Die Abstimmung sei über jedes vom Ausschluß betroffene Mitglied einzeln und geheim erfolgt. Vorgeworfen wird den Ausgeschlossenen vereinsschädigendes Handeln.

Die Ausbildung hat bei der Enkensteiner Feuerwehr einen hohen Stellenwert. Diese Bilanz zieht Kommandant Ernst Brutschin.

Ende Dezember startete ein Konvoi mit Nahrungsmitteln, Babynahrung, Spielsachen und Kleidern im Gesamtwert von DM 350.000,-- nach Moskau. Von der Schopfheimer AWO war Vorsitzender Otto Faller als Begleiter mit dabei.

Der Ortschaftsrat Langenau verabschiedete nach drei Jahren kommunalpolitischer Arbeit Klaus Dürrschnabel. Für den Ausscheidenden wird kein Ersatzmann nachrücken, da der einzige Nachrücker aus dem Ortsteil wegzog. Der Sitz bleibt während dieser Legislaturperiode daher unbesetzt.

14. Januar 1993

Auf den Vorstoß von Robert Zapp – weniger Stadträte zugunsten der Ortschaftsräte – reagieren heute in einer BZ-Umfrage die Ortsvorsteher.

Als Nachfolger von Matthias Schneider hat der evangelische Kirchengemeinderat den 28jährigen Kirchenmusiker Martin Winkler zum neuen Bezirkskantor gewählt.

Zügig ging es bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Kürnberg zu, bei der man sich mit den Gersbachern solidarisch erklärte. Gersbach soll ohne Deponie bleiben.

Dieser Tage übergab der Skiclub Fahrnau den Reinerlös aus dem Verkauf von Waffeln in Höhe von DM 1.100,-- an die evangelische Sozialstation.

Die Verkehrsbehörde hat eine neue Verkehrsregelung bei der Radwegüberquerung an der neuen L 144 angeordnet. Damit will man den Beschwerden der letzten Tage Rechnung tragen. Ein Überholverbot und eine km/h-Begrenzung auf Tempo 50 soll mehr Sicherheit bieten.

Eine große Zahl geladener Gäste trifft sich beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee in Schopfheim. Nicht nur Pessimismus, auch Optimismus war zu spüren. Der Präsident Prof. Klaus Theilseije meinte, Wirtschaftsflauten beinhalteten auch gleichzeitig Initialzündungen für Erholungen.

Prof. Klaus Knoch aus Passau referierte über den Fall Drewermann im katholischen Gemeindehaus.

15. Januar 1993

Eine neue Frauengruppe mit dem Namen »Courage« hat sich um Silvia Stölzle und Gerlinde Tempel gegründet.

Ein gestern bei Hausen verunfallter 48jähriger Mann wurde heute im Wiesewehr bei Fahrnau aufgefunden. Der Hausener war mit seinem Unglücksfahrzeug zuvor in die Wiese gefahren.

Der kommunalpolitische Ausschuß der CDU reagiert mit Kritik auf Äußerungen der SPD beim Dreikönigstreffen. In einer Stellungnahme heißt es, der »Absolutheitsanspruch«, der von der SPD erneut mit der Bemerkung »Wir haben die Mehrheit« verkündet worden sei, lasse ein bedenkliches Machtdenken erkennen.

Das erste mit energiesparendem Bauen geplante Wohnhaus der Heimbau feiert an der Feldbergstraße Richtfest. Die Geschäftsführerin der Heimbau, Brigitte Leisinger, bedankt sich beim Bauunternehmen Kiefer. Armin Hagist und Jürgen Bittdorf sprechen den Richtspruch.

Auf ein ereignisreiches Jahr blickt der katholische Kirchenchor bei der Generalversammlung zurück. Vorsitzender Albrecht Kordeuter erinnerte an mannigfaltige Tätigkeiten, insbesondere an die erfreulichen Kontakte mit Sängerfreunden aus der Partnerstadt Poligny.

16. Januar 1993

Am Radweg in Gündenhausen wird nun nach Wetterbesserung weitergebaut.

Jahreshauptversammlung beim Musikverein Fahrnau. Vorsitzender Guntram Halter spricht von einem erfolgreichen Jahr. Bürgermeister Fleck meinte, der Verein sei »absolut Spitze«.

Heinz Hinz, 2. Vorsitzender des Gesangvereins Fahrnau, legt bei der 127. Generalversammlung sein Amt nieder. Seine Ehefrau, Anneliese Hinz, einzige Kandidatin für dieses vakante Amt, wird nun nachfolgen.

Wenn der Ministerpräsident die Ernennungsurkunde unterzeichnet, wird Harald Gürtler, derzeit Strafrichter in Bad Säckingen, zum neuen Chef am Schopfheimer Amtsgericht ernannt.

Nun hat auch der Gesangverein Wiechs einen Kinderchor.

Jahresrückblick halten die Aktiven, die Jugend und die Altersmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Gersbach. Abteilungskommandant Roland Blum konnte in der Runde Ortsvorsteher Max Ühlin begrüßen. Einen Wechsel gibt es bei der Jugendfeuerwehr: Wolfgang Ühlin übergab das Amt des Jugendwartes an Thomas Ühlin.

Bei der Generalversammlung der Kürnberger Feuerwehr wurde für die nächsten fünf Jahre Siegfried Schmidt als Abteilungskommandant bestätigt.

Im »Maien« in Langenau trifft sich der Gesangverein zur Generalversammlung. Vorsitzender Albert Wachter konnte ein zufriedenstellendes Jahr erinnernd zurückrufen. Die Krise ist überwunden, gemeinsame Proben mit den Wiesleter Sängern haben sich bewährt.

Gut besucht war auch die Jahreshauptversammlung des Gesangvereines Raitbach in der Gemeindehalle. Dank gab es an den alten und neuen Vorsitzenden Heinrich Strittmatter, der außerdem eine Ehrung für 40 Jahre Sangestätigkeit erhielt. Von den 40 Jahren ist er 22 Jahre Vorsitzender des Vereines.

17. Januar 1993

Herrlicher Sonnenschein. Frühlingshafte Temperaturen locken Hunderte von Menschen auf die Höhen um die Stadt.

18. Januar 1993

Intensiv wird am neuen Sportheim in Wiechs gebaut.

Beim kommunalpolitischen Ausschuß der vergangenen Woche sprachen sich die SPD-Stadträte für eine möglichst schnelle Radwegeverlegung zwischen Maulburg und Gündenhausen aus. Außerdem will man eine Radwegunterführung unter der Umgehungsstraße, um eine zweite Radstrecke zwischen Maulburg und Schopfheim zu erhalten.

In der Stadthalle wird das Musical »Anatevka« aufgeführt. Mindestens so beeindruckend wie die Geschichte, so der Kritiker, sei zweifellos die Darbietung durch das Basler Scala Theater gewesen.

19. Januar 1993

Mit einem neuen Aufruf sucht die Stadtmusik interessierte Kinder und Jugendliche zum Mitspielen in der Jugendkapelle.

Die vhs legt das neue Kursprogramm vor.

In ihrer neuen Zeitschrift »Velopost« gibt die IG Velo der Stadt Schopfheim für ihr Radwegenetz schlechte Noten. Man räumt allerdings ein, daß mit der Umfahrung die Stadt die Chance habe, doch noch fahrradfreundlich zu werden.

Die Badische Zeitung schreibt, daß am Montag mit einer Mehrheit von SPD und GRÜNEN gegen die Stimmen der CDU und der Freien Wähler beschlossen worden sei, das leerstehende Bahnhofpersonalgebäude dem »Irrlicht« zur Verfügung zu stellen.

20. Januar 1993

Berthold Dietsche, Vorsitzender der Verkehrswacht, referiert bei der Senioren-Union über das Thema »Verkehrssicherheit für Senioren«.

21. Januar 1993

Die neuen Fasnachtsplaketten werden ab heute verkauft.

Die Badische Zeitung schreibt, daß Dr. Haak von der Studiengesellschaft für Unterirdische Verkehrsanlagen die Reaktivierung der Brandversuche im Haseler Tunnel plant.

Als unhaltbar bewertet der Tennisclub Langenau die von Klaus Dürrschnabel erhobenen Mauscheleivorwürfe. Man will daher ein Gespräch mit dem Ortschaftsrat führen.

Die Arbeiten für den »Pflug« werden, so Architekt Wilhelm gegenüber dem Markgräfler Tagblatt, vielleicht im Sommer dieses Jahres beginnen.

Mit einer Beitragserhöhung startet der Tennisclub Schopfheim bei der Hauptversammlung in die neue Spielsaison. Nach 20 Jahren im Vorstand gab Schriftführerin Henny Hölting ihr Amt an Marlene Niermann ab. Neuer Sportwart für den ausscheidenden Dr. Faust wurde Patrick Hager. Volker Lamb übernimmt das Amt des Jugendwartes von Ruth Strauch.

Generalversammlung bei der SPD. Für zwei Jahre wurde Rolf Strohm zum neuen Vorsitzenden gewählt. Zweite Vorsitzende sind nun Frau Waltraud Kuri-Daemisch, Immo Leisinger und Robert Zapp. Der bisherige Vorsitzende, Dr. Jost Noller, zog ein positives Fazit seiner Amtszeit. Eine Sorge ist und bleibt aus der Sicht des neuen Vorsitzenden die sinkende Mitgliederzahl und der Rückzug weiter Bevölkerungskreise von der Politik. Artur Cremans dachte wehmütig zurück an Männer wie Brandt, Schiller oder Möller. Er vermisse eine streitbare Demokratie. Als besondere Geschmacklosigkeit empfindet Robert Zapp, daß in Bonn ein Solidarpakt gebildet wurde, während gleichzeitig, auch mit den Stimmen der SPD, die Diätenerhöhung der Abgeordneten beschlossen worden sei.

22. Januar 1993

Die immer höheren Kosten zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes veranlassen den Fußballverein Fahrnau bei der Jahreshauptversammlung, über Beitragserhöhungen nachzudenken. Vorsitzender Jürgen Jäckh meinte, daß der Staat bei den Vereinen immer dichter neben den Kassierern stehe, um selbst mitzukassieren.

Jahresrückblick bei der Generalversammlung des Verkehrsvereins Gersbach: Klar wird, daß – wie andernorts – die Übernachtungen auch in Gersbach zurückgehen. Wie groß der Rückgang sein wird, ist noch nicht endgültig, da noch einige Meldungen ausstehen.

»Wir versuchen das Menschenmögliche«, so Burkhardt Engelbart, Geschäftsführer der Gewerkschaft Textil und Bekleidung in Sachen Entlassungen bei Arlington. Konkret ist bisher nur, daß nicht mehr von 110, sondern nur noch von 104 Entlassungen gesprochen wird.

Das Land Baden-Württemberg rief zu Demonstrationsveranstaltungen gegen die Ausländerfeindlichkeit auf. Während in den Orten und Städten um Schopfheim Lichterketten und ähnliche Veranstaltungen stattfanden, blieb in Schopfheim selbst eine offizielle Maßnahme aus.

23. Januar 1993

Schwer verletzt wurde eine 58jährige Frau, als sie auf dem Fußgängerüberweg beim Elektrogeschäft Villringer von einem Auto angefahren wurde.

Wesentlicher Punkt bei der Jahreshauptversammlung des DLRG war der Bau des neuen Vereinsheimes beim Schwimmbad. Es soll 1994 mit einem Kostenrahmen von DM 150.000,-- erstellt werden. Vorsitzender Heiner Achstaller konnte auch darüber berichten, daß 348 Stunden Wachdienst geleistet worden sind.

Barbara Franke-Caspari und Peter Franke stellen ihre Arbeiten in der Galerie »Grüne Schlange« aus.

Vor 25 Jahren wurde das neue IHK-Gebäude an der Hauptstraße errichtet.

Nach den Worten von Ortsvorsteher Hans Keller erstickt Eichen im Altpapier. Derzeit gibt es dort keine Container, aber auch keine Monotonnen.

Außergewöhnliche Veranstaltung in der Festhalle Fahrnau: Vertreter des Lehrerkollegiums der Grundschule und Eltern haben eine Spielgruppe des Basler Kinderspitals eingeladen. Die krebskranken Kinder spielten mit Playback das Musical »Cats«.

Wie Fritz Schrank bei der Generalversammlung des MSC bekannt gab, will er als Vorsitzender noch das 30. Motocross-Rennen im Jahre 1995 veranstalten. Der Verein blickt auf ein erfolgreiches 1992 zurück, in der sich die Zahl der Mitglieder nunmehr auf 300 erhöht hat. Fritz Schrank wurde ebenso wie Adolf Ückert, der als Rennorganisator tätig ist, einstimmig wiedergewählt. Beide bilden ein untrennbares Team.

Unter der Leitung des Vorsitzenden Reinhold Hagist wird die Generalversammlung des Musikvereines Wiechs im Probelokal abgehalten. Zahlreiche Musiker werden geehrt. Dirigent Max Lehmann bescheinigt den Aktiven ein musikalisch hohes Niveau und bedankt sich beim Vorstand für von Teamgeist geprägte Zusammenarbeit. Alle Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Im »Café Reichert« trifft sich die Abteilung Raitbach der Freiwilligen Feuerwehr zur Jahreshauptversammlung. Abteilungskommandant Walter Meier weiß von drei Notwassereinsätzen zu berichten. Während der Generalversammlung konnte Max Keller für 40jährige Treue zum Ehrenmitglied ernannt werden.

24. Januar 1993

Nach dem Bombenattentat auf eine Krankenschwester in Freiburg sind auch Sympathien für die junge Frau in Schopfheim erkennbar. Am Gymnasium und an den Pöpperl-Wohnbauten in Fahrnau sind entsprechende Sprühschriften während der Nacht angebracht worden.

Mehr als 120 kleine Handballer waren mit Feuereifer beim SVS-Handballturnier der Kleinsten dabei.

Das Ballettstudio »Aurelia« (Aurelia Poloczek) begeisterte in der vollbesetzten Stadthalle mit der Ballettaufführung »Der fröhliche Jahrmarkt« die Zuschauer. Neben den kleinen Balletteusen wirkte auch der Kinderchor Fahrnau mit.

25. Januar 1993

Frauen aus Schopfheim und Umgebung wollen, solange das menschenverachtende und zerstörende Kriegsgeschehen in Ex-Jugoslawien andauert, jeden Mittwoch von 18.00 Uhr bis 18.20 Uhr auf dem Marktplatz in Schopfheim eine Mahnwache halten.

Der Werkstatt für Behinderte der Lebenshilfe überreichten dieser Tage Wolfgang Lenz und Claus Stockburger DM 1.265,-- als Erlös aus der Aktion am vergangenen Weihnachtsmarkt.

26. Januar 1993

In diesen Tagen feierten die Mitglieder des Reitvereins Schopfheim den ersten Reiterball in ihrer zehnjährigen Vereinsgeschichte.

Gegen den geplanten Neubau des Jugendzentrums beim Sportgelände Oberfeld liegt ein Einspruch vor. Der Einsprecher befürchtet Auswirkungen auf sein Sportzentrum. Indes beteuert er, nichts gegen das JuZ oder gegen Jugendliche an sich zu haben. Stadtjugendpfleger Dietmar Hermann versteht die Einwände von Herrn Wetzel nicht. Die Befürchtungen seien nur an die Wand gemalt. Eingeschaltet hat sich bereits auch der Kinderschutzbund.

27. Januar 1993

Von den Vorstellungen der Stadt, den evangelischen Kindergarten in Lus baulich so zu verändern, daß aus den jetzt bestehenden drei Gruppen zwei Gruppen gemacht werden können, sind die Eltern nicht begeistert. Mit dieser Lösung könnten zwei Erzieherinnen eingespart werden, wenn die Gruppen von jetzt 20 dann auf 28 Kinder erhöht würden.

Nach Pressemitteilungen vom heutigen Tage hat die Südstrom das Rennen um ein Wasserkraftwerk am Fahrnauer Hammerwehr beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim verloren. Damit ist der Weg für weitere Verhandlungen mit dem Kraftwerk, das von der Stadt das Wasserrecht zugesprochen erhielt, frei.

Kürzlich gab Dieter Blum nach 14 Amtsjahren den Vorsitz des Musikvereins »Harmonie Gersbach« zurück. Zum Nachfolger wählten die Mitglieder bei der Generalversammlung Stefan Deiss. Zweiter Vorsitzender ist Klaus Sutter.

Zwei Dutzend Frauen und ein Mann protestierten vor dem Rathaus gegen Vergewaltigung und Mord in Bosnien.

Dürrenmatts »Der Besuch der alten Dame« wird vom Tourneetheater Greve Hamburg in der Stadthalle aufgeführt. Der Kulturring hat mit diesem Stück, in der Hauptrolle Eva Kotthaus, einen hochinteressanten Theaterabend geboten.

28. Januar 1993

Erneut ins Amt des Vorsitzenden wird Helmut Pohl bei der Generalversammlung des Skatclubs »As raus« gewählt.

29. Januar 1993

Dieser Tage vollzog sich ein Vorstandswechsel an der Generalversammlung der Modellfluggruppe Schopfheim. Der seit der Gründung fast ununterbrochen an der Spitze stehende Gerd Asal trat aus persönlichen Gründen überraschend zurück. Hartmut Schmidt löst ihn nun ab.

Von erfolgversprechenden ersten Schritten berichtet Pfarrer Schaupp der Presse. Er informiert über den Arbeitskreis »Frieden in der Stadt«, der sich die Betreuung von Asylbewerbern zur Aufgabe gemacht hat.

Nach 158 Jahren stellt der Singkreis Schopfheim seine Aktivitäten ein. Der Verein wird nach dem Willen der jetzigen Mitglieder zunächst für ein Jahr stillgelegt. Der gemischte Chor singt wegen Männermangels bereits seit einem Jahr nicht mehr. Nun reicht es auch von den vorhandenen Sängerinnen her nicht mehr aus, den Frauenchor zu halten. Entsprechend war dann auch die Stimmung unter den Anwesenden. »Zum Heulen«, fand es Chorleiter Norbert Männlin, daß eine so große Stadt wie Schopfheim es nicht fertigbringe, ihr kulturelles Aushängeschild besser zu unterstützen. Nach dem Vereinsbericht sind zur Zeit noch 16 Frauen im Chor aktiv. Bei den trotzdem anstehenden Neuwahlen wurden Helga Lützelschwab als erste Vorsitzende und Johanna Reissner als ihre Stellvertreterin in ihren Ämtern bestätigt.

Bei der Hauptversammlung der Langenauer Feuerwehrabteilung erfährt man, daß man im letzten Jahr zweimal ausrücken mußte. Wenig Resonanz fand eine Informationsveranstaltung über die Feuerwehr. Von 174 angeschriebenen Männern im Dorf folgten lediglich zwei der Einladung. Einer davon blieb immerhin als neues Mitglied bei der Wehr.

30. Januar 1993

Zahlreiche Zuschauer begleiten das Aufstellen des diesjährigen Narrenbaumes. Den fast 30 Meter hohen Stamm stellten in gekonnter Weise die »Enninger« auf.

Der Kanal im Baugebiet Bremt sei eine Gefahr für Kinder. Anwohner des neuen Baugebietes möchten, daß das Gewässer eingezäunt wird.

Das Markgräfler Tagblatt hat ein neues Gesicht. Die Schrifttypen wurden verändert und die Spalteneinteilung, sowohl im überregionalen als auch im regionalen Teil, hat plötzlich Linien erhalten.

Die Jugendlichen des Skiclubs Fahrnau haben nun auch einen Jugendausschuß gewählt. Jugendleiterin ist Anne Lenz.

Die neuen Postleitzahlen werden publiziert. Schopfheim wird künftig mit der Nummer 79650 postalisch erreichbar sein.

Allen Grund zum Feiern hat der Turnverein Wiechs. Im Beisein von Bürgermeister Fleck, Hochbauamtsleiter Gutmann und Ortsvorsteher Gräßlin sowie des Architekten Roder wurde für das neue Turnheim am Höhiliplatz Richtfest gefeiert. In rund 1.800 Stunden haben bisher ca. 40 freiwillige Helfer den Bau aufgerichtet.

Die Polizei ist auf dem Marktplatz mit der Aktion »Kampf dem Unfalltod« vertreten. Sie weist damit auf die 23 Unfallopfer des vergangenen Jahres im Landkreis hin.

Die 112. Generalversammlung hält der Krankenunterstützungsverein Fahrnau ab. Ein seltenes Jubiläum feiert dabei Hermann Ühlin. Der fast 92jährige kann auf eine 70jährige Mitgliedschaft in dieser Vereinigung zurückblicken. Einstimmig wurde Franz Schäuble als Vorsitzender bestätigt.

Hochstimmung herrschte in der Fahrnauer Festhalle. Die »Chrattehexen« haben zu einem Narrentreffen eingeladen.

31. Januar 1993

An der Jahreshauptversammlung zieht die Museumsgesellschaft im Roggenbachzimmer des Gasthauses »Sonne« Bilanz. Vorsitzender Harald Klemm blickt auf mannigfaltige Aktivitäten seines Vereins zurück.

01. Februar 1993

Mit dem Anlegen einer Baustraße von der Sengelen zum Erschließungsgebiet des Rebacker-Rütteberg beschäftigt sich der Gemeinderat. Alternativ dazu hat das Bauamt den Baustellenverkehr über die Straße im Rebenacker zur K 6336 geplant. Beide Lösungen wurden verworfen. Das Bauamt muß neue Vorschläge unterbreiten.

Während der Gemeinderatssitzung meinen Bürger zum Ausbau des Sengelenweges als Baustraße, daß damit eine Sengelenstrasse durch die Hintertür käme.

Mit der Mehrzweckhalle in Gersbach setzt sich der Gemeinderat sehr intensiv auseinander. Ortsvorsteher Ühlin kämpfte vehement dafür, daß sein Ortsteil eine Halle erhält. Fraktionsübergreifend ist unbestritten, daß Gersbach einen Versammlungsraum für die Bürger benötigt. Einzig bei den GRÜNEN ist keine einheitliche Zustimmung hierfür vorhanden. Gleichwohl will man zunächst einen Sonderausschuß bilden, der dann das Raumprogramm erarbeiten muß. Anhand dieses Raumprogrammes soll dann eine konkrete Kostenschätzung erfolgen, über die der Gemeinderat wiederum entscheiden wird.

Hochbauamtsleiter Gutmann stellt die Pläne des neuen Kindergartens im Bremt vor. Auf der Basis der vorgelegten Pläne soll nun das Baugesuch eingereicht werden.

02. Februar 1993

Auf der Wehratalbahnstrecke zwischen Schopfheim und Wehr sowie Bad Säckingen sollen wieder Züge rollen. Das fordern die GRÜNEN im Landtag Baden-Württemberg.

03. Februar 1993

Dieser Tage besuchte die 8. Klasse der Friedrich-Ebert-Schule den Landtag. Erstmals konnten die jungen Staatsbürger mit diesem Besuch den »Pulsschlag der Landespolitik« spüren, wie der Gesprächspartner der Klasse, Peter Reinelt (MdL), es ausdrückte.

Die Handballmannschaft der Friedrich-Ebert-Hauptschule steht im Wettbewerb »Jugend trainiert für Olympia« im Finale.

Bestens bewährt hat sich das »Essen auf Rädern«. Vor genau 20 Jahren wurde es erstmals eingeführt. Ruth Sprich war es, die im Jahre 1972 im Sozialausschuß des Gemeinderates den Vorschlag zu dieser Einrichtung machte. Otto Faller, Vorsitzender der AWO, meint, ohne die zwölf Mitarbeiter, die ehrenamtlich tätig sind, wäre die Aktion nicht möglich. Seit 20 Jahren ist Ruth Sprich dabei, Eva Steger sechs Jahre, Ursel Selz fünf Jahre, Margarete Becker über fünf Jahre, Emil Strauß mehr als 10 Jahre, Hermann Reinhard fünf Jahre, Werner Sprich fünf Jahre; von der evangelischen Kirchengemeinde Kriemhilde Frey seit 20 Jahren, Anni Westphal fünf Jahre; von der katholischen Kirchengemeinde Martha Spohn 18 Jahre und Lieselotte Grammelspacher fünf Jahre sowie Otto Benz fünf Jahre.

04. Februar 1993

Die Kürnberger Bürger treffen sich zu einer Bürgerversammlung. Man ist sich einig, im Jahre 2000 die 600-Jahrfeier des Ortes zu begehen, ebenso auch darüber, daß Kürnberg einen Veranstaltungsraum benötigt. Im Schulgebäude gibt es Möglichkeiten für eine Erweiterung.

Vor Tagen traf sich der Musikverein Langenau zur Generalversammlung. Man möchte auch in diesem Ortsteil künftig eine Jugendkapelle aufbauen. Udo Räuber wurde bei den Wahlen erneut zum Vorsitzenden gewählt.

Über den Altennachmittag, der von der Ortsverwaltung Langenau einmal im Jahr für Bürger aus Langenau und Enkenstein organisiert wird, berichten heute die Zeitungen.

Gute Tradition ist bereits, daß Schüler des THG beim Mathematikwettbewerb erfolgreich abschneiden. Beim Landeswettbewerb der Mittelstufenschüler konnte Kathrin Stiegeler aus der 10. Jahrgangsstufe einen dritten Preis gewinnen.

Der Ortsbauausschuß spricht über die Rekultivierung der Bauschutt-Deponie. Vor dieser Maßnahme sollen die Pläne jedoch mit den Bürgern besprochen werden. Walter Flößer (FWV) schlug vor, ein Modell anfertigen zu lassen. Herbert Rudloff vom Landratsamt hat das auch vor. Von SPD-Seite warnt Bernhard Kuri jedoch davor, einen Auftrag darüber zu erteilen, bevor die Kosten nicht geklärt sind.

05. Februar 1993

Erstmals seit der Neueröffnung im Jahre 1986 zählt das Museum 5.000 Besucher im Jahr. Museumsleiterin Dr. Schmid gibt bekannt, daß im vergangenen Jahr genau 5.418 Personen die Dauerausstellungen und Wechselausstellungen besuchten.

Das Markgräfler Tagblatt schreibt in seiner Kulturumschau heute über Michael Stock, der 15 Jahre in Schopfheim lebte. Der 24jährige hat mit Förderungsmitteln des Landes Berlin den Film »Prinz in Hölleland« als Erstlingswerk geschaffen. Es machte beim Filmfestival in Saarbrücken (Max-Ophüls-Preis) Furore.

Neuwahlen standen auf der Tagesordnung der Generalversammlung bei den Gartenfreunden. Die Vereinsführung übernahm Bruno Lenz von Meinrad Doll.

Für weitere zwei Jahre wird Werner Lederer bei der Generalversammlung des Tennisclubs Langenau gewählt. Auf den Bau von drei Tennisplätzen und eines Clubhauses kann der junge Verein im vergangenen Jahr zurückblicken. 150 Mitglieder zählt der Club zur Zeit. Darunter befinden sich 50 Kinder oder Jugendliche unter 16 Jahren.

06. Februar 1993

Die Narren wissen gute Tips und Ratschläge. Mit dem ersten Zunftabend wird die heiße Phase der Fasnacht 1993 eröffnet. In der Stadthalle zeigen die Akteure ihr Können. Sie präsentieren das Beste. Wiedereinsteiger Gotti Schleer weiß die Narren ebenso zu begeistern, wie Altakteure um Claus Stockburger, Jeannot Weißenberger und Hansi Glöggler. Flott und frech präsentieren sich die Damen der TSG-Jazztanzgruppe. Ein chaotisches Orchester, die »Schweißbislöser«, und der »Dilldapp aus dem Städtli«, Dieter Spinoli, mit seinem hintergründigen Wortspiel dürfen nicht vergessen werden. Die Presse meint, was die Fasnachter am Samstag, nachdem der Deckel gelüpft wurde so alles hervorzauberten, sei nicht von schlechten Eltern gewesen.

Der Widerspruch gegen das JuZ ist vom Tisch. Leicht verändert hat die Stadt den Standort für das neue Gebäude. Es wird näher in Richtung Schwimmbad gebaut.

Die Zahl der Unfälle ging in Schopfheim im Jahre 1992 um 14% zurück. Dies ist eine sehr gute Bilanz der Polizei, wenn man im Vergleich den Rückgang im Kreisgebiet um nur 1,7% sieht. Als Grund für den Rückgang wird die Installierung der Ampel in Gündenhausen vermutet. Daher hält die Polizei auch nicht viel davon, daß die Stadt nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße diese Ampel beseitigen will.

Die Kantorei freut sich bei ihrer Jahreshauptversammlung über ein hohes Gesangsniveau. Der scheidende Kantor Matthias Schneider meint, er sei stolz, mit der Kantorei recht anspruchsvolle Werke aufgeführt und mit einem Chor zusammengearbeitet zu haben, der schwere Aufgaben zu meistern verstehe. Verena Schleer, die 48 Jahre in der Kantorei mitsang, und Johanna Weber, die 46 Jahre aktiv dem Chor angehörte, nahmen vom aktiven Singen Abschied. Ihnen galt der Dank des ganzen Chores.

09. Februar 1993

Wie heute in einer ganzseitigen Reportage über den Langenfirsttunnel in der Badischen Zeitung gemeldet wird, ist der Tunnel bereits 120 Meter tief in den Berg vorgedrungen. Die Arbeiten wurden im November 1992 begonnen. Drei bis vier Meter pro Tag kommt man weiter.

Die SPD Schopfheim sieht es als strukturpolitisch einmalige Chance an, wenn die acht südbadischen Landkreise und die Stadt Freiburg die Südbadenbus GmbH kaufen können. Nur so wäre sichergestellt, daß der ländliche Raum auch weiterhin an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen bleibt. Wenn der Verkauf wegen geringfügig höherer Preise an Private erfolgt, würden defizitäre Strecken sehr schnell aufgegeben werden.

Dieser Tage errang Nicole Grether, zusammen mit Sandra Beisel aus Brauweiler, im Damendoppel bei den Deutschen Badmintonmeisterschaften in Mülheim a. d. Ruhr ihre erste Deutsche Meisterschaft außerhalb der Jugend.

Erfolgreich war die diesjährige Generalversammlung der Naturfreunde. 310 Teilnehmer, so der Vorsitzende Hartmut Heise, nahmen im vergangenen Jahr an 22 Wanderungen teil.

Hanspeter Maier feiert bei der Stadtverwaltung sein 25jähriges Dienstjubiläum. Dank und Anerkennung sprach ihm dafür Bürgermeister Fleck aus.

11. Februar 1993

Ab sofort bleibt die Kirchrain-Deponie für Schnittgut geschlossen. Dies ist das Ergebnis eines Gespräches zwischen der Stadtverwaltung und dem Wasserwirtschaftsamt.

Noch sind die Papiercontainer nicht aus der Stadt verschwunden, aber auch noch nicht alle Gefäße auf Papiertonnen umgerüstet.

Gute Stimmung herrscht bei der Generalversammlung des Wiechser Gesangvereins. Wolfgang Greiner, erster Vorsitzender, konnte Gerhard Bublitz für 35 Jahre und Kurt Weber ebenfalls für 35 Jahre Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernennen.

12. Februar 1993

Großes buntes Programm beim Zunftabend der Fahrnauer Narren. Mit von der Partie, bewährt und auch für Begeisterung sorgend, die »Groß- und Kleinkarierten«. Diesmal war Bernhard Springmann sogar in doppelter Funktion anwesend, denn ein aktiver Fahrnauer Narr, der auch Statthalter ist, das war noch nie da! Einen großen Auftritt hatten auch die »Düfzelwälder Dreckspatzen«, die ihre närrischen Kommentare als Moritatensänger präsentierten.

Generalversammlung bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiechs. Abteilungskommandant Helmut Bäckert erwähnt, daß Andrea Langer als erste Frau im Landkreis Lörrach einen Lehrgang als Gruppenführerin an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal absolviert hat. Herausragendes Ereignis war auch die Beschaffung des Mannschaftstransportwagens.

Von grobem Unfug spricht die Polizei. In der Nacht wurden 70 Müll-Ottos in der Hebel-, Wehrer- und Feldbergstraße sowie in der Himmelreichstraße auf die Straße gestellt. Der Verkehr wurde komplett blockiert.

Ulrich von Wrochem (Bratsche) und Wolfram Lorenzen (Klavier) überzeugten in einem Duoabend, der von der vhs veranstaltet wurde, das fachkundige Publikum im Martin-Luther-King-Saal. Der Konzertkritiker schreibt, der Kammermusik-Abend sei zu einem beglückenden Erlebnis geworden, wie man es in Schopfheim nicht missen möchte.

13. Februar 1993

Die von der Bundesregierung geplante Vignette für die Benutzung deutscher Autobahnen stößt bei den Schopfheimer Christdemokraten auf Mißfallen. Der vorgesehene Preis sei unakzeptabel, meint Fraktionsvorsitzender Kurt Härzschel nach der Sitzung des kommunalpolitischen Ausschusses.

Nach Meinung der CDU wäre eine Übernahme des Busnetzes durch den Kreis wünschenswert; allerdings müßten die Zuschüsse insgesamt neu geordnet werden.

Mit viel Schwung, Frohsinn und närrischer Ausgelassenheit geht der zweite Zunftabend über die Bühne der Stadthalle.

Joachim Tempel wird neuer Verwaltungschef am Kreiskrankenhaus Schopfheim. Der 39jährige bisherige Stellvertreter ist seit 1985 am Klinikum. Er tritt die Nachfolge von Dieter Ahlbrecht an, der nach Rottweil wechseln wird. Zur neuen Stellvertreterin hat der Landkreis die 24 Jahre alte Henrike Fuß gewählt.

Im »Hirschen« in Wiechs trifft sich der Turnverein zur Jahreshauptversammlung. Jan Schipper wird dabei erneut zum Vorsitzenden gewählt. Zum Ehrenmitglied konnte Walter Stocker, der dem Verein seit der Gründung im Jahre 1961 angehört, ernannt werden.

14. Februar 1993

Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Gersbach, Ernst Greiner, ist in Hasel verstorben. Greiner war in Gersbach von 1956 bis 1957 Gemeinderat. Von 1957 an bis zum Vollzug der Eingemeindung im Jahre 1974 war Greiner 17 Jahre Bürgermeister des Ortsteiles. Seine Verdienste liegen insbesondere im Feldwegebau. Er hat sich für den Ort immer engagiert. Nach der Gemeindereform war er dann noch bis zu zum Ruhestand im Jahre 1977 Ortsvorsteher.

15. Februar 1993

Über die Bedenken und Anregungen zur »Pflug«-Bebauung bzw. zum Bebauungsplan diskutiert der Gemeinderat. In der Ladenzeile bleibt aufgrund eines Einspruches vorerst eine Lücke bestehen.

Klaus Böttger von den GRÜNEN teilt mit, daß der Petitionsausschuß des Landtages eine Eingabe des BUND gegen die Begradigung der sog. Währerkurve (Enkenstein) abgelehnt hat. Damit kann die S-Kurve entschärft werden.

Für Enteignungsverfahren im Rebacker-Rütteberg gab der Gemeinderat grünes Licht.

16. Februar 1993

Mit einem erstaunlich vielfältigen Programm, so die Presse, stellten sich Markus Götz und Michael Hermann, beide Schüler am THG, als Nachwuchsmusiker vor. Götz hat auch bereits mit eigenen Kompositionen auf sich aufmerksam gemacht. Viele Zuhörer waren beim ungewöhnlichen Hörerlebnis im Musiksaal des Gymnasiums zugegen.

Dieser Tage feierte Reinhard Knittel anläßlich der Generalversammlung des Kaninchenzuchtvereins Schopfheim ein kleines Dienstjubiläum. Seit nunmehr 20 Jahren ist er Vorsitzender des Vereines.

17. Februar 1993

Im Ortschaftsrat Wiechs gibt man dem Unmut gegenüber der Stadtverwaltung Ausdruck. Man fordert, daß der Ortschaftsrat bei wichtigen Entscheidungen zukünftig mit einbezogen werde. Anlaß hierzu ist erneut die Rebacker-Rütteberg-Bebauung. Besonders umstritten ist die von der Stadtverwaltung geplante Baustraße zum Sengelen (das Vorhaben wurde von der Stadtverwaltung wieder zurückgezogen).

Der ehemalige Chefarzt der Inneren Abteilung des Krankenhauses Schopfheim, Dr. Fabian-Krause, wurde jetzt vom Landesberufsgericht der Ärzte vom Vorwurf des »unärztlichen Fehlverhaltens« freigesprochen. Zunächst war er vom Berufsgericht für Ärzte in Freiburg verurteilt worden.

18. Februar 1993

Die Polizei sucht noch Unfallzeugen. Ein von Gündenhausen stadtauswärts fahrender Radfahrer kam ohne Fremdeinwirkung zu Fall. Der Radler hat offenbar so sehr unter Alkoholeinfluß gestanden, daß der Verdacht auf Alkoholvergiftung nahe lag. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

Mit Hemdglunkiumzügen gehts so richtig in die fünfte Jahreszeit. Ganz ins Nachtgewand gekleidet ziehen Scharen von Glunkis durch die Straßen Schopfheims und Fahrnaus. Anschließend trifft man sich zu den Glunkibällen in den Hallen. Hemdglunki feiern aber auch am Nachmittag bereits die Senioren in der Stadthalle.

Der Kulturring stellt nicht nur sein neues Programm für 93/94 vor, er informiert auch darüber, daß erstmals einen ganzen Monat lang Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche geplant sind. »Theatermonat für junge Leute«, unter diesem Motto werden insgesamt sechs Stücke für junge Menschen aufgeführt. Gesponsert wird dieser erste Theatermonat von der Sparkasse anläßlich ihres 150jährigen Jubiläums.

Vor wenigen Tagen war bei den TSG-Ringern Generalversammlung. Wolfgang Böhler wurde dabei als Abteilungsleiter wieder bestätigt.

In der evangelischen Matthäuskirche in Fahrnau bot das Jugendblasorchester des Musikvereins Fahrnau eine beeindruckende Leistung.

Die närrische Zeit geht in die heiße Phase. Mit dem Statthalter Bernhard I. (Bernhard Springmann) sind dessen Leibgarde, der Zunftrat und die »Schweißlöser« unterwegs, um Ohmgeld einzutreiben. Pünktlich um 11.00 Uhr besetzt man auch den Rathaussaal. Es gilt ja, auch in diesem Jahr den »Dilldappenorden« zu verleihen. Wie Enrico Blokbergen meint, hat der neue Träger, Robert Zapp, den Orden verdient, weil er positiven Einfluß auf das Klima im Gemeinderat ausgeübt habe.

Der Kreistag beschließt eine Erhöhung der Kreisumlage um 1,75 Punkte. Die nunmehr mit 24,75 Prozentpunkten zu entrichtende Umlage belastet den Haushalt der Stadt sehr. Die beschlossene Erhöhung bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Mehrbetrag von DM 380.000,-. DM 120.000,- hat Kämmerer Hans Reif bereits eingeplant, DM 160.000,- führen nun zu einer neuen Belastung.

19. Februar 1993

Die Kinder können sich auf die närrischen Tage vorbereiten. »Tausend und eine Nacht« heißt das Motto, das von der Narrenzunft vorgeschlagen worden ist.

Unter dem Thema »Brennpunkt Balkan« hat die vhs Herrn Lothar Puk aus Freiburg zu einem Diareferat eingeladen. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Landeszentrale für politische Bildung. Nach einer kurzen Einführung wurden dann »Urlaubsfotos«, die Jugoslawien zeigten, wie es einmal war, vorgeführt. Der Vortrag war jedoch nicht gerade geeignet, das heutige Jugoslawien zu vermitteln. Einige Besucher fühlten sich zu vorzeitigem Verlassen der Veranstaltung veranlaßt.

20. Februar 1993

Mit einer Schlagzeile informiert das MT aus nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung. Die Heimbau ist scharf auf 420 Wohnungen der Stadt. Werner Müller schreibt in seinem Artikel, die Gemeinderäte legten Treueschwüre ab, es sollte kein Ton aus nichtöffentlicher Sitzung nach außen dringen. Er spricht vom größten politischen Deal, davon, daß der Gemeinderat das Problem vertagt habe und davon, daß der Bürgermeister »stinkesauer« darüber sei, daß diese ersten Überlegungen gleich nach außen gedrungen seien. Bürgermeister Fleck wehrt sich gegen Mutmaßungen, daß der mögliche Verkauf von Wohnungen dazu diene, den Haushalt zu schönen. Es gehe bei den Überlegungen nur darum, die Heimbau zu einem schlagkräftigen Unternehmen zu machen. Was in Lörrach und Rheinfelden gang und gäbe sei, könne ja auch in Schopfheim funktionieren.

Die IG »Pro Schiene« will weiterhin die Werbetrommel für die Wiesentalbahn rühren. Ähnlich wie in Sigmaringen, über dessen Supertarif Heiner A. Baur beim Vorstandstreffen der IG informierte, könnte man mit Schnupperfahrten für die Bahn auf der Wiesental- und Hochrheinstrecke werben.

Was in den letzten Wochen die Partnerstadt bewegte, beschreibt Eugen Herzog in seinem Monatsbrief aus Poligny. Die Gemüter der Stadtväter und -mütter, so meint er, hätten sich über Neujahr nicht abgekühlt. Die acht Mitglieder der RPR-Fraktion haben die Finanzpolitik des Bürgermeisters mißbilligt und beschlossen, ihr Mandat aufzugeben. Karikaturen über den Bürgermeister und die restlichen Mitglieder der UDP kursieren von Hand zu Hand. Bürgermeister Tinguely entgegnet in einem Brief und stellt seine Leistungen der vergangenen Jahre dar. Herzog meint, wenn die acht Räte nicht ersetzt würden von Kandidaten, die sich aufstellen lassen, müßten Neuwahlen stattfinden.

Als Missionarin in Argentinien arbeitet Christa Gulde. Die ehemalige katholische Gemeindereferentin informierte kürzlich über ihre Erfahrungen in Südamerika.

Bilder und Räume, die Fragen provozieren. Der Münchner Christoph Scheuerecker stellt in der Galerie »Grüne Schlange« aus. Großformatige, raumfüllende Fotoportraits erhalten durch philosophische Anmerkungen zusätzliche Bedeutung.

Die Badische Zeitung fertigt ein Portrait über Raphael Kress, der in seiner Fahrnauer Werkstatt Gonge und andere Klanginstrumente herstellt.

Einen Abschied nach Maß als Badmintonjugendspielerin auf nationaler Ebene feierte Nicole Grether. Bei den U-18 Meisterschaften in Markt Schwaben holte sie sich mit einem 3-Satz-Sieg erneut den Einzeltitel.

Hans-Peter Greiner amüsiert mit seinen Schnitzelbanktexten in den Gaststätten. Es war bereits das 35. Mal, daß die Narren vom »Sternenzinken« die Streiche des abgelaufenen Jahres mit einer Schnitzelbank glossierten.

21. Februar 1993

Narretei in Schopfheims Straßen. Das Schneegestöber konnte dem bunten Treiben der Fasnächtler nichts anhaben. Dicht gedrängt stehen die Menschen an den Straßen, um dem Umzug zuzusehen. Burgis Zauberküche, die internationale Schopfheimer Küche, die WC-Misere während des Weihnachtsmarktes, die Mülldeponie Gersbach und die Tunnelbohrungen im Langenfirst waren nur einige der glossierten Themen. Allen voran unterm Gullydeckel führte Statthalter Bernhard I. (Bernhard Springmann) den närrischen Wurm an.

22. Februar 1993

Gegen den Vorwurf von Bürgermeister Klaus Fleck, daß der Landkreis die Erschließung des geplanten Neubaugebietes Rebacker-Rütteberg blockiere, hat sich Landrat Rübsamen entschieden verwahrt. Er meint, daß es kurzsichtig wäre, wenn der Landkreis die 32 Ar im Neubaugebiet veräußerte.

Es hat die ganze Nacht geschneit. Schopfheim liegt nun unter einer geschlossenen Schneedecke. Der erste Schnee in diesem Jahr.

Kinder übernehmen am Rosenmontag das närrische Kommando. In Schopfheim und in Fahrnau sind sie nicht nur auf den Straßen, sondern auch in den Hallen anzutreffen, um dort ordentlich zu feiern.

Hauptamtsleiter Klaus Strütt ehrt, in Vertretung von Bürgermeister Fleck, Daniela Ruhnau. Sie wurde Ende vergangenen Jahres zweite Bundessiegerin im Bandagistenhandwerk. Zuvor war sie Kammersiegerin und erste Landessiegerin bei der jährlichen Berufsolympiade.

Walter Tritsch, ehemaliger Leiter des städtischen Sozialamtes, verstarb im Alter von 86 Jahren. Von 1960 bis zu seinem Ausscheiden 1973 war er Leiter des Fürsorge- und später des Sozialamtes der Stadt. Von 1953 bis 1980 war er Präsident des Alemannischen Sängerbundes, zu dessen Ehrenpräsident er später ernannt wurde. Für diese Tätigkeit wurde er auch mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg dekoriert. Viele Jahre wirkte der Verstorbene auch als Elferrat bei der Narrenzunft Schopfheim mit.

23. Februar 1993

Es gibt ein »Nachbeben« zum Fasnachtsumzug. Enrico Blokbergen meinte: »Eine Schweinerei«. Gemeint war der Wagen der Fahrnauer »Düfzelgeister«. Jeannot Weißenberger hatte ihn beim Umzug gar als Vergewaltigungsmaschine angekündigt. »Da hört der Spaß auf«, schreibt der Kommentator des Markgräfler Tagblattes, Werner Müller. Einige Frauen haben auf dem Polizeirevier das Verbot dieses Wagens gefordert. Die »Düfzelgeister« ihrerseits meinen, so sei das nicht gedacht gewesen.

Gerhard Nägelin wird von kommender Fußballrunde an die erste Fußballmannschaft des SVS trainieren. Er tritt damit die Nachfolge von Günter Bernauer an, der aus beruflichen Gründen vorzeitig aus dem Amt scheidet.

Paolo Trotta von der Sportgemeinschaft Eichen wurde am Wochenende in Hornberg Südbadischer Meister im griechisch-römischen Stil. Er setzte sich in seiner Klasse bis 85 Kilogramm gegen sechs Gegner durch.

Für das Finale um die Südbadische Hallenmeisterschaft hat sich die C-Jugend des SV Schopfheim qualifiziert. Sie wurde im Fußball-Bezirk Hochrhein/Oberrhein überraschend Hallenbezirksmeister.

Mit Heulen und Wehklagen werden die »Fasnachtskerli« zu Grabe getragen. Am Kronenbrunnen geht der Schopfheimer Strohkamerad in Flammen auf.

24. Februar 1993

Im Sommer dieses Jahres soll ein zweiter Hilfstransport nach Durres/Albanien gestartet werden. Die Schopfheimer Familien Albes und Bethlen, in der Arbeitsgemeinschaft Auslandshilfe des DRK Bad Säckingen engagiert, organisieren dies erneut.

Der Zeremonienmeister des VON, Hans Rudi Müller aus Lörrach, meldet sich nun auch in einem Leserbrief zum Wagen der »Düfzelgeister«. Nach seiner Meinung ist die Narrenfreiheit eindeutig mißbraucht worden.

Dieser Tage mußte ein tollwütiger Marder mitten im Ortsteil Eichen erschossen werden.

25. Februar 1993

Die Gruppe insgesamt, aber auch jeder Einzelne der »Düfzelgeister« fühle sich angegriffen. So äußerte sich Markus Kraft heute in einem Leserbrief zum Fasnachtsumzug. Der Wagen sollte lediglich ein Karussell oder ein Kreisel sein, auf dem nur sicherheitshalber ein Hästräger gesessen habe.

Für die »Courage«-Frauen meldet sich Silvia Stölzle in einem Leserbrief zum Fasnachtsumzug zu Wort. Sie meint, daß der Düfzelwagen einen Straftatbestand erfülle und mithin die Staatsanwalt gefragt sei.

Die Fasnacht in Fahrnau und Schopfheim ist tot, es lebe die Fasnacht in Wiechs, Langenau, Eichen und Raitbach! Mit Hemdglunkiumzügen beginnt die Buurefasnacht in diesen Teilorten und dauert bis zum Sonntag.

26. Februar 1993

Die Leserbriefe in Sachen »Düfzelgeister« gehen weiter. Heute meint Ursula Scheithauer: »Muß denn so ein Gezeter sein?«. Sie findet die Unterstellung der Vergewaltigung stark übertrieben.

Agnes Waibel und Katharina Sutter waren beim Kreiswettbewerb »Jugend musiziert« erfolgreich. Beide eroberten sich einen ersten resp. zweiten Platz im Blockflötenspiel.

27. Februar 1993

Die Badische Zeitung berichtet nun über die Absichten der Heimbau, Stadtwohnungen zu kaufen. Daraus wird klar, daß für die Wohnbaugesellschaft nur dann Überlebenschancen vorhanden sind, wenn sie Aufgaben hat, die über die reine Wohnungsverwaltung hinausgehen.

Prinz Uwe I. usem Erleweg (Uwe Kibelka) regiert die Wiechser Buurefasnacht.

Zum 7. Mal ging der Langenauer »Ratschobe« in der Turnhalle über die Bühne. Die Stimmung, so liest man, sei übergeschwappt.

Über die Bebauung des Rebacker-Rüttebergs ist eine alte Wiechserin sehr unglücklich. Das Markgräfler Tagblatt veröffentlicht heute einen Artikel über sie. Darin heißt es, wenn man ihr den »Beerigarten« wegnehmen wolle, stelle sie sich hin, wenn der Bagger komme.

28. Februar 1993

Noch einmal schlägt die Narretei hohe Wellen. In Wiechs zieht der Umzug durch die Straßen. Er glossiert mit seinen Wagen das Dorfgeschehen. Hunderte folgten der originellen Gaudi.

Die Scheibenfeuer auf den Höhen rund um die Stadt brennen. Die Fasnacht wird ausgetrieben.

Zwei Frauen stellen im Museum aus. Der Kunstverein hat Natascha Mann und Lena Bosch eingeladen, eine Ausstellung mit dem Titel »Erotica« zu präsentieren.

01. März 1993

Wie erst jetzt bekannt wird, hat im vergangenen Monat der in Schopfheim geborene Dr. Arno Villringer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn (DFG) zusammen mit anderen Kollegen den Förderpreis aus dem Hess-Programm erhalten.

Einmal mehr konnte Bürgermeister Klaus Fleck eine Sportlerin von Format ehren: Die 18jährige gebürtige Schopfheimerin Nicole Grether, die erneut deutsche Meisterin in der U 18 und gleichzeitig deutsche Badminton-Meisterin im Doppel bei den Erwachsenen wurde. Vier bis fünf Stunden am Tag werde trainiert, berichtet die 18jährige. Der Bürgermeister hofft, daß sie ihr Ziel, an der Olympiade 1996 in Atlanta teilzunehmen, realisieren kann.

Einen eigenen Vorstand wählten die Nachwuchskicker im SV Schopfheim. Günter Föhring wurde Jugendleiter, Jan Ebert Jugendsprecher.

Christiane Krüger, Horst Janson und Rudolf Knorr spielen für das Kulturring-Publikum auf den Stadthallenbrettern »Ein Sommerabend im Wintergarten«, einen Thriller von N. J. Crisp.

02. März 1993

Die »Düfzelgeister« und der Zunftrat der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau trafen sich zu einer außerordentlichen Sitzung. Ein einstimmiges Ergebnis, das in einer Presseerklärung publiziert wurde, lautet dahingehend, daß die »Düfzelgeister« eine Belästigung oder Verunglimpfung von Frauen nie im Sinn hatten. Interpretationen, die eine Verbindung zu den schrecklichen Kriegsverbrechen in Bosnien herstellen, weisen die Narren entschieden zurück. Ihr Verhalten wollen sie lediglich als dämonenhaftes Handeln verstanden wissen. Wie Fasnachtspräsident Ulrich Hermann weiter erklärte, wird in dieser Woche eine gemeinsame Gesprächsrunde mit den Frauen, die sich betroffen fühlten, den »Düfzelgeistern« und der Fasnachtsgesellschaft stattfinden. Teilnehmen werden auch Jeannot Weißenberger und Oberzunftmeister Enrico Blokbergen.

In einer kleinen Feierstunde in der Altenbegegnungsstätte verabschiedeten dieser Tage die Senioren ihren Alleinunterhalter Leo Mutter. Zehn Jahre spielte er allmonatlich beim Seniorentanz das Akkordeon. Nachdem er nun 75 Jahre alt wird, ist es zu verstehen, daß er die Aufgabe in jüngere Hände legen möchte.

Seit 25 Jahren verbringen Hanna und Franz Rosenkranz aus Lingen an der Ems ihren Urlaub in Gersbach. Verkehrsamtsleiterin Jutta Beer ehrte sie deswegen dieser Tage. Mit dabei waren auch die langjährigen Gersbacher Gastgeber, Familie Irmgard und Ewald Sutter.

03. März 1993

Beigeordneter Hartmut Bertsch äußert der Presse gegenüber, daß der Vertrag für das »Irrlicht« unter Dach und Fach sei. Bundesbahn und Stadt haben unterschrieben, sodaß die alternative Kultureinrichtung nun in das Gebäude an der Bahnhofstraße einziehen kann.

An die Gründung des SPD-Ortsvereines vor 90 Jahren und an dessen bewegte Geschichte erinnert heute Meinrad Rümmele in einem MT-Artikel.

04. März 1993

Der Bauantrag für das »Pflug«-Arealprojekt, so heißt es heute, liege der Stadtverwaltung vor. Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, will Investor Uttner eine eigene Grundstücksgesellschaft für Vermarktung, Betrieb und Verwaltung des Projektes gründen.

Die Diskussion um den Fasnachtsumzug ist noch nicht zu Ende. Die Frauen und Lebensgefährtinnen der »Düfzelgeister« melden sich zu Wort. Sie meinen, aus einem harmlosen Karussell sei eine zwielichtige Sache geworden, und dies nur durch eine ungeschickte Äußerung während des Umzugs. Gleichzeitig meldet sich Klaus Breusch, Narrenvogt der Vogtei »Dreiländereck« zu Wort und bedauert, daß die »Düfzelgeister« offenbar einen Fehler nicht eingestehen könnten. Da sie es anscheinend nichts übers Herz bringen würden, sich bei den Umzugszuschauern und den beteiligten Opfern zu entschuldigen, wolle er dies im Namen aller Narren tun. Gleichwohl vermerkt er in einem Brief, daß er selbst den Umzug nicht gesehen habe und sich daher auf Augenzeugenberichte stütze.

Die Skilifte in Gersbach sind in Betrieb, dennoch meinen die Liftbesitzer, der Schnee sei zu spät gekommen, und es bestehe kaum noch Hoffnung auf eine gute Wintersport-Saison.

Die Masseure in Schopfheim fürchten um ihre berufliche Existenz. Deutlich weniger Massagen, vor allem aber weniger Fangopackungen und Wärmebehandlungen werden verschrieben. Dies erfuhr das Markgräfler Tagblatt bei einer Umfrage. Die Rezepte seien um 40–60% zurückgegangen. Auch bei Krankengymnasten mache sich ein deutlicher Rückgang von Verordnungen bemerkbar.

05. März 1993

Friedrich Albes wird neuer Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderates. Er löst Pfarrer Sieghard Schaupp nach dreijähriger Amtszeit in dieser Aufgabe ab.

Zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilte das Schwurgericht in Waldshut einen 72jährigen Mann aus Schopfheim. Er hatte im Sommer 1991 seinen jetzt 36jährigen Sohn mit einem Messerstich im Gesicht verletzt. Das Gericht sah den Tatbestand des versuchten Totschlages für erwiesen an.

Seinem Bedauern gibt Franz Hoch Ausdruck, denn die vhs-Veranstaltung »Das Monster aus dem Kasten« war nur schlecht besucht. Das Thema sollte den Umgang mit den Medien verdeutlichen, dabei war insbesondere der negative Einfluß des Fernsehens auf Konzentration und Lernfähigkeit mit Frustfolgen in Schule und Ausbildung Zentrum der Überlegungen.

Guatemala, die Heimat der Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchu, steht im Mittelpunkt des Weltgebetstages der Frauen. Hierzu findet ein ökumenischer Gottesdienst im evangelischen Gemeindehaus statt.

Die SVS-Fußballabteilung hat eine neue Führungsriege. Bei der Jahreshauptversammlung wurde der bisherige Vorstand nahezu komplett ausgetauscht. Abteilungsleiter ist Bernhard Kur, Stellvertreter sind nun Hans Itzin, Jürgen Pfeiffer und Artur Cremans.

06. März 1993

Erneut wird die Stadthalle zum Ausstellungsraum glänzender Autokarrosserien. Schopfheimer Kfz-Betriebe stellen Fahrzeuge verschiedenster Art aus.

Nach knapp einer Stunde war der offizielle Teil der Generalversammlung der Stadtmusik Schopfheim bereits beendet. Der alte und wiedergewählte Vorsitzende Hans Moser dankte dem musikalischen Leiter, Stadtkapellmeister Max Lehmann, und der Dirigentin der Jugendkapelle, Kirsten Lin, für ihren Einsatz, beide hatten sie die Orchester zu Spitzenleistungen geführt. Die Stadtmusik hat 48 Aktive, die Jugendkapelle besteht derzeit aus 40 Jungmusikern.

Die Wanderfreunde des Schwarzwaldvereines Schopfheim treffen sich zur jährlichen Mitgliederversammlung. Wanderwart Bruno Polarczyk gibt in seinem Bericht bekannt, daß 850 Teilnehmer an 57 Wanderungen stolze 742 Kilometer zurückgelegt haben. Polarczyk, der nach 20 Jahren als Wanderwart zurücktritt, wird nun von Gunter Horschig abgelöst. Karin Polarczyk war 17 Jahre Schriftführerin, auch sie legte ihr Amt nun nieder. Rosemarie Kuhn wird ihr folgen. Vorsitzender des Vereines bleibt weiterhin Prof. Dr. Gerold Blümle. Seine Stellvertretung liegt in den Händen von Dr. Gerhard Rieger.

07. März 1993

Im Alter von 73 Jahren verstirbt Fritz Trefzer aus Enkenstein. Die Dorfgemeinschaft trauert um ihren Altbürgermeister. Er wurde 1946 zum Bürgermeister gewählt und war 28 Jahre lang Dorfoberhaupt bis zur Eingemeindung 1974 in die größere Stadt Schopfheim. Trefzer war dann bis zu seiner Pensionierung noch einige Jahre in der Tiefbauabteilung des Stadtbauamtes beschäftigt.

08. März 1993

Die »Düfzelgeister« entschuldigen sich in einem Leserbrief für ihr unbedachtes Treiben. Ein gemeinsames Gespräch mit betroffenen Zuschauerinnen führte zur Klärung der Mißverständnisse. Fazit: Man ist durch die Aussprache für die Würde der Frau sensibilisiert worden.

Für die Halle in Gersbach machen sich erneut die Unabhängigen und die SPD des Ortsteiles stark. Man könne ein Bauprojekt auch zu Tode sparen, heißt es in einer Pressemitteilung. Es gebe bei Einsparung im Raumprogramm durchaus auch eine »Schmerzgrenze«.

Aus Dikume kehrt eine Reisegruppe, die zwei Wochen in Kamerun war, in die Kirchenbezirke Lörrach und Schopfheim zurück. Anlaß der Reise war die feierliche Amtseinführung des neuen Chief von Dikume, Momyongo Daniel Baseban.

In der Sparkasse eröffnen die Fotofreunde Schopfheim ihre neue Ausstellung. Bilder unter dem Titel »Alt und neu« werden neben dem zweiten Thema »Herausgelöst« gezeigt.

Der Hauptausschuß im Gemeinderat beschloß, generell Erzieherinnen als Zweitkräfte an den Kindergärten zu beschäftigen, wenn keine Anerkennungs-Praktikanten gefunden werden. Die Entscheidung fand vor großer Kulisse, die den Ratssaal randvoll füllte, statt. Mütter, Kinder und Erzieher waren gekommen, um der Sitzung beizuwohnen. Niemand wolle die Qualität des Kindergartens mindern, meint CDU-Fraktionsvorsitzender Kurt Härzschel. Der Verwaltung kreidet er allerdings an, einen Finanzierungsvorschlag versäumt zu haben.

09. März 1993

Die Schopfheimer Leiterplattenherstellerfirma ppe hat als erster deutscher Betrieb dieser Branche die Anforderungen der internationalen Qualitätsnorm ISO 9001 erfüllt.

Bei den Schwarzwald-Meisterschaften im Langlauf wurde Claudia Meier vom Skiclub Fahrnau Beste in der Jugend.

Die CDU trifft sich im »Markgrafen«, um über das Thema »Fühlen sich ausländische Mitbürger in Schopfheim zu Hause?« zu sprechen. Sehr schnell war man sich einig, daß weitere Gespräche notwendig sind, um ein besseres Kennenlernen zu garantieren. Ein Thema des Abends, das heiß diskutiert wurde, war das Wahlrecht. Kurt Härzschel wies darauf hin, daß zur Zeit ein EG-Kommunalwahlrecht ausgearbeitet werde. Ein Wahlrecht für Ausländer müsse auf Gegenseitigkeit beruhen.

10. März 1993

Vor einigen Tagen beschlossen die »Eiemer Seeteufel« bei ihrer Generalversammlung eine Namensänderung. Sie heißen nun »Eiemer Seewicht 1985 e.V.«.

Generalversammlung beim Gewerbeverein. Auch wenn sie 1992 schleppend verlaufen ist, soll dennoch 1993 wieder eine Weihnachtsaktion gestartet werden. Ein Arbeitskreis wird sich damit beschäftigen.

11. März 1993

Zwischen »Pflug«-Investor Utner und der Bäckerei Trefzger kam es zu einer Einigung. Es wird nun keine Lücke in der Ladenzeile zwischen Hebelstraße und Pflugplatz geben. Die Bedenken des Bäckermeisters gegen den Bebauungsplan wurden zurückgenommen. Vorgesehen sind im eingereichten Bauantrag rund 5.100 qm Gewerbefläche, 1.100 qm Büros, 3.900 qm Wohnfläche, eine 4.000 qm große Tiefgarage. Die einzelnen Nutzungen sind unterteilt in 1.600 qm SB-Markt, 872 qm Textilmarkt, elf Kleinläden und 48 Wohnungen. In der Tiefgarage werden 162 Stellplätze nachgewiesen; 50 fehlen. Diese müßten zu einem Betrag von DM 1,25 Mio. durch den Investor abgelöst werden.

Der Gemeinsame Ausschuß der Verwaltungsgemeinschaft tagt in Maulburg. Erstmals soll eine Entwicklungsplanung in Angriff genommen werden. Eine noch zu bildende Arbeitsgruppe soll die Maßnahme begleiten. Zum einen wird die Beratergruppe Aucktor Lörrach die Planung vornehmen, zum anderen für die begleitende Kleinarbeit eine ABM-Stelle geschaffen werden.

12. März 1993

Auch nach dem Durchbruch des Straßentunnels durch den Langenfirst sind die Sprengarbeiten noch nicht beendet. Bis zu vier Sprengungen täglich sind weiterhin notwendig.

Was die Langenauer schon lange befürchtet hatten, tritt nun wohl ein: Der Landkreis will auf dem Gelände der Deponie Scheinberg einen Recyclinghof errichten. Er soll einer von zehn im gesamten Landkreis sein.

Im Gasthaus »Kranz« treffen sich die Mitglieder des Harmonikaorchesters zur Generalversammlung. Dabei wurde insbesondere über das Käsefest in Poligny berichtet. Wichtigster musikalischer Höhepunkt war das Herbstkonzert. Vorsitzende Barbara Weiß ehrte für ihre positive Arbeit die Dirigentin Brigitte Biechele mit einem Präsent.

13. März 1993

Zu einem Spielnachmittag lädt die Jugendfußballabteilung des SVS auf den Sportplatz ein.

Robert Zapp, Fraktionsvorsitzender der SPD, gibt beiden Zeitungen ein Interview. Damit wird eine Art Halbzeitbilanz der Legislaturperiode gezogen.

Zufriedene Gesichter sah man bei der jährlichen Hauptversammlung der Fahrnauer Kaninchenzüchter. Das vergangene Jahr, so Vorsitzender Fritz Kahnau, sei organisatorisch und züchterisch sehr zufriedenstellend verlaufen.

Oberschützenmeister Roland Steinebrunner konnte zahlreiche Mitglieder der Sportschützengesellschaft Fahrnau im Vereinsheim zur Mitgliederversammlung willkommen heißen. Schützenkönig wurde Werner Keller. Bei den anschließenden Neuwahlen erhielt Roland Steinebrunner erneut das Vertrauen.

Ein voller Erfolg wurde die Kinderkleiderbörse im katholischen Gemeindehaus; der katholische Kindergarten hatte sie veranstaltet.

14. März 1993

Zur Generalversammlung trifft sich auch die Kolpingfamilie Schopfheim. Vorsitzender Kurt Fischer erhielt erneut das Vertrauen ausgesprochen und wird die Gemeinschaft weiterhin führen.

15. März 1993

Die erste Mannschaft der Tischtennisabteilung des SV Schopfheim kämpft momentan um den Klassenerhalt in der Verbandsliga Südbaden. Dies teilt Markus Cremans während einer Abteilungssitzung mit.

Die SPD will die nächste Erhöhung der Kindergartengebühren, die »unausweichlich« sei, sozialgerecht gestalten. Die Fraktion hat den Bürgermeister gebeten, für die nächsten Haushaltsberatungen einen Vorschlag zu unterbreiten. Man denkt an eine Staffelung nach Einkommen.

Große Erleichterung war spürbar, als der Gemeinderat den Bebauungsplan für das »Pflug«-Areal unter Dach und Fach brachte. Baubeginn für das Wohn- und Geschäftshaus soll im September/Oktober sein. Die Bauzeit ist auf zwei Jahre veranschlagt. Die Freien Wähler und die CDU beanspruchen für sich, daß sie nie wankelmütig gewesen seien und immer an das Projekt geglaubt hätten. Dem Beschluß war die Einigung zwischen Utner und der Bäckerei Trefzger vorausgegangen.

16. März 1993

Die Vorbereitungen der Freien Christengemeinde für eine Dreitagesveranstaltung »Pro Christ« sind in vollem Gange.

Erfreut nahm die »Bürgerinitiative für eine menschengerechte Stadt« zur Kenntnis, daß Planer und Verwaltung endlich die nach ihrer Meinung völlig überzogene und menschenfeindliche Verkehrsplanung ad acta gelegt und von einer Bahnunterführung Abstand genommen haben. Doch auch für den Kreisverkehr kann sich die Initiative nicht erwärmen. Mißfallen erregte auch die Entscheidung, im ehemaligen Bahnwärterhaus das »Irrlicht« unterzubringen. Man hole sich damit unnötigerweise Probleme in die Innenstadt.

Lebhaftes Interesse zeichnete die jüngste »Muttersproch«-Runde aus, die von Ernst Kellmayer kommissarisch geleitet wurde. Die Diskussion erfolgte über »Sinn und Unsinn moderner Mundart« in der Literatur.

17. März 1993

Ein in Wiechs erlegter Dachs hatte Tollwut.

Zum »Damenkrieg«, einer Komödie von Eugène Scribe und Ernest-Wilfried Legouvé, lud der Kulturring in die Stadthalle ein. Die weibliche Hauptrolle wurde von Ellen Schwiers gespielt.

18. März 1993

Die IHK publiziert eine Broschüre mit dem Titel »Umweltschutzmarkt Hochrhein-Bodensee«. Darin sind 150 Firmen erfaßt, die im Kammerbezirk Umwelttechnik und Umweltdienstleistungen anbieten.

Die Vorbereitungen für die fünfte Mundart-Literaturwerkstatt laufen auf Hochtouren.

Der Bürgermeister hat nichts dagegen einzuwenden, wenn, wie vom Gemeinderat beantragt, auch in der Königsberger Straße Tempo 30 km/h eingeführt wird.

Im 25. Jahr des Bestehens lösten sich die Aquarienfreunde Wiesental mit Sitz in Schopfheim auf. Der zuletzt noch 15 Mitglieder starke Verein sah keine Zukunft mehr. Schriftführer Klaus Böttger meinte, daß die Blütezeit zwischen 1975 und 1985 gelegen habe. Die Entscheidung, räumt der erste Vorsitzende Josef Schoen aus Lörrach, Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender, ein, sei ihm sehr schwer gefallen.

Auf ein erfolgreiches Jahr blickt die CDU-Seniorenunion zurück. Bei der Generalversammlung bleibt es bei der bisherigen Vorsitzenden, Elfriede Bruttel. Stellvertreter bleibt Karl Bäumle. Die Veranstaltungen, so konstatierte die Vorsitzende, seien immer recht gut besucht gewesen. Man will auch 1993 an bewährten Strukturen festhalten, Vorträge für Mitglieder organisieren und durch mehrere gesellige Anlässe ergänzen.

Dr. Hans Viardot aus Tegernau hält einen Vortrag mit dem Thema »Das Leid – Sterbende begleiten«.

Etwa 600 Besucher kommen in die Stadthalle, um der Satellitenpredigt von Billy Graham zuzuhören. »Graham ist eine große Chance für Deutschland«, betont Moderator Rudi Prunu. Während auf Großleinwand die Sendung aus der Gruga-Halle in Essen empfangen wird, werden vor der Halle Flugblätter gegen die Veranstaltung verteilt.

19. März 1993

Die Fußballer des SV Schopfheim haben begonnen, das Vereinsheim im Oberfeld zu renovieren. Als neues Wirteehepaar halten Günter und Edeltraud Föhring nunmehr Einzug in das Haus, das vermehrt als Treffpunkt für den gesamten Verein genutzt werden soll.

Über Chancen und Herausforderungen für unsere Grenzregion sprach Ministerpräsident Erwin Teufel vor 300 geladenen Gästen aus der Wirtschaftspolitik diesseits und jenseits des Rheins in der Stadthalle. Vor der Veranstaltung war der Ministerpräsident, der sich auch ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte, fast zwei Stunden mit Repräsentanten der IHK, der Handwerkskammer und des Regionalverbandes zu Gesprächen zusammengekommen. Mit viel gutem Willen, aber wenig Geld sei er nach Schopfheim gekommen, so sein Kommentar.

Vor 40 Jahren hat Hans Theo Baumann ein Glasfenster für das Rathaus geschaffen.

20. März 1993

In der jüngsten Enkensteiner Ortschaftsratssitzung gedachte man während einer Schweigeminute des verstorbenen Altbürgermeisters Fritz Trefzer.

Der Skiclub Fahrnau muß die Vereinsmeisterschaften, die dieses Wochenende geplant waren, absagen.

Runde DM 200.000,-- sind für die Umsetzung der Grünplanung im ersten Bauabschnitt der neuen B 317 bisher ausgegeben worden. Der Freiburger Landschaftsplaner Gerhard Barbig informiert, daß etwa 10.000 Gehölze gepflanzt worden seien. Im zweiten Abschnitt wird noch einmal der gleiche Betrag für Büsche und Bäume ausgegeben werden.

Bei den Stadtmeisterschaften der Schützen im Vereinsheim der Schützengesellschaft Wiechs holte sich der Fahrnauer Bäckermeister Heinz Bernauer den Titel des Stadtmeisters. Bei den Damen siegte die Maulburgerin Ursula Staudinger eindeutig.

Die IG »Pro Schiene« will die Pläne der Bundesbahn, sonntags die Schalter geschlossen zu halten, nicht hinnehmen.

Rolf Glatt, bisheriger stellvertretender Gesamtfeuerwehrkommandant, stellt bei der Generalversammlung sein Amt zur Verfügung. Neuer Stellvertreter des Kommandanten Schwöble ist Ralf Kurz. Während der Generalversammlung in Langenau konnten mit dem silbernen Ehrenzeichen für 25 Jahre Feuerwehrdienst Heinz Engler, Siegfried Schmidt, Hugo Stubenvoll, Erhard Stritt, Dieter Schwald, Hanspeter Post und Hanspeter Weniger geehrt werden. Das Ehrenzeichen in Gold für 40jährige Dienstzeit erhielt Max Keller aus Raitbach. Den enormen Einsatz der Floriansjünger würdigte Bürgermeister Fleck. Kommandant Schwöble wußte zu berichten, daß man im vergangenen Jahr 149 Gesamteinsatztage zu verbuchen hatte.

Das DRK Schopfheim hat Generalversammlung. Es wurden für 25jährige Zugehörigkeit Hans-Peter Greiner und Rolf Redtmann geehrt. 35 Jahre ist Hans-Dieter Baier dabei. Walter Stocker gar erhielt das Treuedienstabzeichen in Gold für 40jährige Zugehörigkeit. Auf 50 Jahre Mitgliedschaft kann Alphons Fröhlin und auf 60 Jahre gar Otto Baier zurückblicken. Während der Hauptversammlung schied der bisherige Vorsitzende, Emil Walter, nach 20 Jahren aus seinem Amt aus. Bei der geheimen Wahl wurde Hartmut Bertsch, Beigeordneter, zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Manfred Frala.

Mit einer Primelaktion wirbt der Gewerbeverein auf dem Wochenmarkt.

»Neu-D-Ossis«, ein Kabarett aus Ostberlin, gastierte im Museumskeller. Die ausverkaufte Veranstaltung, die in geschliffenen Versen und Liedbeiträgen die DDR-Vergangenheit unter die Lupe nahm, wurde von der vhs organisiert.

22. März 1993

Der Schopfheimer Dirigent Max Lehmann wird nun – nach dem Rücktritt von Stadtkapellmeister Egner – auch die Leitung der Stadtmusik Zell übernehmen.

Herr Schäfer, als Vertreter der IG Velo, überreicht Bürgermeister Fleck in der Umweltausschußsitzung ein Hinweisschild auf Radfahrer. Dies soll Mahnung an die Stadt sein, die bei der unlängst stattgefundenen Radweginventur nicht gerade positiv aufgefallen war.

Über den Radweg zwischen Gündenhausen und Langenau wird lange im Umweltausschuß diskutiert. Soll es zu einer Lösung westlich der L 139 oder östlich der Straße kommen? Der Ausschuß folgte schließlich dem Vorschlag der Ortsverwaltung, den Weg auf der Westseite der L 139 anzulegen. Die Verwaltung hatte mehrheitlich die Ostlösung favorisiert.

Zum 01.01.1994 werden in Gersbach Wasseruhren eingeführt.

Erneut sind die Wertstoff-Container Gesprächsthema im Umweltausschuß. Die Papiercontainer sind noch nicht beseitigt. Der Bürgermeister meint, wenn die Müllfirma die Container bis Ostern nicht räume, würde dies automatisch mehr Druck von seiten der Verwaltung nach sich ziehen.

Entlang des Radweges am THG wird es keinen Zaun geben. Einem entsprechenden Antrag der Schulleitung widersprach der Umweltausschuß des Gemeinderates.

23. März 1993

Seinen 70. Geburtstag feiert Pater Graziani, der seit 14 Jahren die italienischen Katholiken im südbadischen Raum betreut.

Als Aushängeschild des SVS-Handballs fungieren in der abgelaufenen Spielzeit die Damen, die in der Landesliga Süd auf dem vierten Tabellenplatz liegen. Allerdings haben sie derzeit ein großes Problem: Sie haben keinen Trainer mehr. Der bisherige Trainer, Markus Räuber, trat zurück. Während der Abteilungsversammlung legte auch Dieter Hohlfeldt, der seit elf Jahren die Abteilung führte, sein Vorstandsamt nieder. Edgar Jäger wird das Amt ein Jahr kommissarisch führen.

Aus den Händen von Landrat Alois Rübsamen erhält Wolfgang Neininger das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande ausgehändigt. Die Auszeichnung erfolgte im Rathaussaal. Gewürdigt wird insbesondere das national und international bedeutende Engagement Neiningers, daneben aber auch sein singuläres Wirken als Orchesterleiter des Collegium Musicum Schopfheim, das er im Jahre 1951 in Zusammenarbeit mit dem damaligen Volksbildungswerk gegründet hatte.

24 Blutspender aus Schopfheim und Fahrnau werden durch Bürgermeister Fleck bei einem kleinen Empfang geehrt. Der Bürgermeister hebt insbesondere die Bedeutung der Blutspende zur Erhaltung und Rettung menschlichen Lebens hervor. Für 50maliges Blutspenden kann er Kurt Kiefer, für 40maliges Spenden Klaus Osswald und Herbert Reichert auszeichnen.

24. März 1993

Dieser Tage hat Dekan Helfried Heidler dem Verein »Frauen helfen Frauen« einen Scheck in Höhe von DM 3.000,-- überreicht. Damit will der Kirchengemeinderat einen über Kollekten gesammelten Betrag für das Frauenhaus zur Verfügung stellen.

Spenden im Gesamtwert von DM 11.000,-- überreicht Thomas Burth als Vertreter der Sparkasse Schopfheim an die Kindergärten und Spielstuben des Einzugsgebietes.

25. März 1993

Clemens Fabrizio als Ehrenvorsitzendem war es dieser Tage übertragen, die Abteilungsversammlung der SVS-Leichtathleten zu eröffnen. Bei dieser Versammlung wurden Johannes Schneider nun zum neuen Abteilungschef und Heinz Trefzer zu seinem Stellvertreter gewählt.

Über das Entwicklungsgebiet Rebacker-Rütteberg informiert der Bürgermeister die Pressevertreter. Es werden nun zur Realisierung des Bauvorhabens bald Enteignungsanträge erfolgen. Gleichzeitig meint man im MT, daß hinter vorgehaltener Hand – ganz gegen den Optimismus des Bürgermeisters – von einer Baulandung, ja sogar vom Aufhören im Rebacker-Rütteberg die Rede sei. Skeptiker aus dem Immobilienbereich meinen, daß Eigentum in diesem Gebiet kaum zu vermitteln sei. Dennoch, es bleibt beim Zeitplan des Bürgermeisters; nach den Sommerferien soll mit der Erschließung begonnen werden.

Die 18.000ste Blutspenderin kommt aus Schopfheim. Andrea Bublitz wurde vom Leiter der Blutspendezentrale Baden-Württemberg, Peter Breisler, und vom Ortsvereinsvorsitzenden des DRK, Hartmut Bertsch, ausgezeichnet.

Der kommunalpolitische Ausschuß der CDU trifft sich in Gersbach. »Wenn jetzt nichts läuft, dann läuft nichts mehr«, meint Ortsvorsteher Ühlin in Sachen Mehrzweckhalle des Ortsteiles. Fraktionsvorsitzender Kurt Härzschel bekräftigt, daß seine Fraktion auf zügige Festlegung des Raumprogrammes und auf die Planung drängen werde. Auch die Standortfrage müsse rasch geklärt werden, meint er. In Sachen Mülldeponie Gersbach sagt der Fraktionsvorsitzende die Unterstützung der CDU bei der Abwehr dieses Vorhabens zu.

26. März 1993

Die »Minifossis« der Friedrich-Ebert-Schule bereiten sich auf eine umfangreiche Ausstellung im Museum vor.

27. März 1993

Generalversammlung bei der Arbeiterwohlfahrt. Mit Sorge blickt Otto Faller auf die Entwicklung der caritativen Hilfsorganisationen, deren staatliche Zuschüsse für wichtige soziale Aufgaben rückläufig sind. Mit Bedauern nahmen die Mitglieder den Rücktritt des Vorsitzenden und dessen Stellvertreterin Hannelore Kaiser zur Kenntnis. An die Spitze der AWO wurden dann Waltraud Krüger als erste Vorsitzende und Erika Thoma als deren Stellvertreterin gewählt.

Zum Abschluß der Mundart-Literaturwerkstatt lesen die Mundartliteraten im proppenvollen Museumskeller. Experimentell und daher besonders interessant war der Beitrag des Italieners Giovanni Nardiani (in Romagnolisch). Diese Texte haben der Friese Oswald Andreae ins Plattdeutsche und der Alemanne Markus Manfred Jung ins Alemannische übersetzt. Die gleichen Texte in drei Dialekten, ein vom Publikum mit viel Beifall bedachtes Experiment.

Was im Februar in Poligny geschah, erfahren wir von Eugen Herzog in seinem neuesten Brief. Er weiß insbesondere darüber zu berichten, daß vier der zurückgetretenen PR-Gemeinderatsmitglieder durch neue Mitglieder ersetzt wurden. Bernard Badoz, der ebenfalls zurücktrat, war bei der Februar-Gemeinderatssitzung als Zuhörer im Saal. Dennoch sei die Haushaltsdebatte zwischen dem Bürgermeister und Herrn Badoz geführt worden.

Als beste deutsche Spielerin erreichte Nicole Grether in Paris beim French Open das Achtelfinale.

Vorsitzender Claus Huber unterstrich bei der Generalversammlung des Sportvereines eine harmonische Zusammenarbeit ebenso wie eine vorbildliche Atmosphäre. Bei den Wahlen wurde er als Vorsitzender wiedergewählt, ebenso Werner Smutny als sein Stellvertreter. Im Jahresrückblick sah man als Schwerpunkt der Vereinsarbeit die Jugendarbeit, wobei Aushängeschild der Fußball ist und bleibt.

29. März 1993

Etwa 40 Mitglieder des 106 Mitglieder umfassenden Reitvereins Schopfheim kommen zur Generalversammlung.

Eine grausame Entdeckung machen Spaziergängerinnen an der Wiese. Zwischen Schopfheim und Maulburg finden sie eine männliche Leiche. Um wen es sich handelt und welche Todesursache zu Grunde liegt, ist noch nicht bekannt.

30. März 1993

Ohne Genehmigung wurden Bäume auf dem Grundstück Ecke Himmelreichstraße/Feldbergstraße gefällt. Im vergangenen Jahr sorgte dieses Thema bereits für rege Diskussionen. Nach Aussage von Bürgermeister Fleck wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Bei einer Sitzung des Pfarrgemeinderates der katholischen Pfarrei St. Bernhard wird bemängelt, daß immer weniger Kinder am Schülergottesdienst teilnehmen. Es wird erwogen, diesen Gottesdienst nur noch alle vier Wochen anzubieten. Ebenfalls enttäuscht zeigten sich die Vertreter der Kolpingfamilie über den schlechten Besuch der diesjährigen Fasnachtsveranstaltung.

Eine Delegation aus dem nahen Elsaß findet sich in der Stadtbibliothek ein, um sich mit Kolleginnen und Kollegen zu besprechen. Die Reise der französischen Gäste wurde von der Staatlichen Fachstelle Freiburg organisiert und führt die Teilnehmer auch in andere Bibliotheken des Landkreises.

31. März 1993

Dieser Tage war Generalversammlung beim »Auma-Zinken«. Künftig wird der Zinken eine neue Häsgruppe haben. Sie wird unter dem Namen »Aumännle« die Fasnacht bereichern. Eine Neuigkeit, mit der bei ihrer ersten Generalversammlung die Zinkenvögtin Ilona Jahn aufwarten konnte.

Nur wenige Besucher waren bei einem Kammerkonzert der vhs zugegen.

01. April 1993

Dieser Tage wurde Reinhard Knittel durch Ortsvorsteher Rudolf Keller (Kürnberg) für 40maliges Blutspenden geehrt.

Der Kürnberger Ortschaftsrat beschließt, einen Antrag auf Tempo 30 km/h für die Ortsdurchfahrt zu stellen.

Der als beispielhaft geltende Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren« hat sich erneut getroffen. Aktuelles Problem ist die Beschaffung von Lehrmaterial für Kinder.

Kein Aprilscherz ist, daß sich die Bürgermeister der Verbandsgemeinden des Abwasserverbandes auf der Deponie Scheinberg treffen. Drei von fünf Grundwasserpegeln zeigen dort Verschmutzungen an. Weder der Abwasserverband, noch insbesondere die Dinkelberger Wasserversorgung wurden vom Landratsamt über diese Störungen informiert. Beim Gespräch vor Ort wird auch klar, daß es im Dezember 92 zwei Störfälle gegeben hat, bei denen Sickerwässer in die Kleine Wiese gelaufen waren. Fleck und Arzet machen deutlich, daß Offenheit in Sachen Mülldeponie herrschen müsse, da sonst das Vertrauen bei der Bevölkerung vollends verspielt sei. Es wurde auch bestätigt, daß auf der Deponie Chemie-Asche mit sehr hohen Arsenwerten eingebaut wird. Ob diese Asche Menschen, die auf der Deponie arbeiten, krank macht, konnte nicht geklärt werden. Drei Mitarbeiter sind jedoch erkrankt; man prüft derzeit einen möglichen Zusammenhang.

»Der Mann von La Mancha«, ein Musical mit dem Zuschauer und Zuhörer immer wieder begeisternden Karlheinz Martell in der Hauptrolle, ist an einem Theaterabend des Kulturrings auf der Stadthallenbühne zu sehen.

02. April 1993

Bezirkstag des Leichtathletikbezirkes Oberrhein in der Schopfheimer »Sonne«. Vor siebzig Jahren wurde dieser Verband gegründet.

Nach zwei Amtsjahren scheidet Georg Kötzle als Abteilungsleiter der TSG-Skiabteilung aus. Zum Nachfolger wurde einstimmig Michael Kraft gewählt. Silvia Fricker übernimmt die Stellvertretung.

Ein begeistertes Stadthallen-Publikum und zufriedene Darsteller beim Volksmärchen »Der König in der Kiste«, einer Aufführung der Volkskunstbühne Rheinfelden.

03. April 1993

33 Jahre alt ist der »Schlattholz-Zinken«. Bei der Generalversammlung hält Zinkenvogt Achim Steinebrunner auf diese Zeitspanne und das vergangene Jahr Rückblick. Eine besondere Auszeichnung erhielten die Zinkenmitglieder, die seit dem Gründungsjahr dazugehören: Hans Bechtel, Alice Frick, Werner Gerbel, Edmund Reimann, Helmut und Otto Schmidt, Benno Schneider, Leo Schott, Artur Selz und Gerhard Zeiher. Sie wurden Ehrenmitglieder.

Frühlingskonzert der Kürnberger Sänger in der Raitbacher Festhalle.

Über die gestrige Pressekonferenz zur Kreismülldeponie schreiben heute beide Zeitungen. Marlies Jung von der Badischen Zeitung meint, die Langenauer und Enkensteiner Skeptiker dieser Kreismüllanlage müßten sich nach den jüngsten Informationen in ihren Befürchtungen bestätigt fühlen, daß da etwas nicht stimme, da hülfen auch die »durchaus glaubwürdigen« Aussagen der Experten nichts, die Schadstoffbelastungen seien nicht gravierend gewesen. Der Landrat fordert, daß künftig Gespräche zwischen Betreibern und Gemeinden stattfinden, außerdem will er die Werte der verfüllten Asche prüfen lassen.

Nicht zufrieden waren die Boxer in sportlicher Hinsicht mit dem vergangenen Jahr. Nur noch wenige Sportfreunde sind aktiv am Boxsport beteiligt. Ein Dankeschön galt Trainer Friedrich Fackler. Abteilungsleiter bleibt auch nach den Wahlen Gerhard Fehrke und sein Stellvertreter wird weiterhin Friedrich Fackler sein.

Unter neuer Leitung steht das Seniorenwohnstift im Bifig. Marianne Kuster übernimmt die Führung des Hauses.

Die Schüler des THG wollen weiterhin nicht mehr für Olympia trainieren. Die Schulkonferenz, die Direktion und die Elternbeiräte schrieben an das Kultusministerium und begründeten den Verzicht mit dem Dopingmißbrauch im Spitzensport.

Doppelkonzert des Musikvereins Gersbach mit dem Musikverein Rohmatt im Höhenortsteil.

04. April 1993

In der Nacht zum Sonntag geht ein Einbrecher mit Brachialgewalt in einer Tankstelle in der Himmelreichstraße vor. Er fand, nachdem er mehrere Türen aufgewuchtet hatte, Bargeld. Der Sachschaden beträgt mehrere Tausend Mark.

Unter der Leitung von Cornelius Holdermann wird in der kath. Stadtkirche das traditionelle Passionskonzert mit einer Choralkantate von Felix Mendelssohn-Bartholdy eröffnet. Im Zentrum des Konzertes standen sechs biblische Lieder von Antonin Dvorak. Der Schopfheimer Sopranistin Madeleine Strütt-Chappuis gelang es überzeugend, den weiten Bogen vom angsterfüllten Klagen des menschlichen Herzens hinweg zu Jubelgesängen zu spannen; so der Rezensent des Konzertes. Danach brillierte der aus Schopfheim stammende und heute in Düsseldorf tätige Kantor und Organist Wolfgang Weber souverän und faszinierend in einer dreisätzigen Sinfonie für Orgel und Orchester von A. Guilmant.

Einem »Schlachtfeld« gleicht der »Pflug«-Hof. Eine größere Gruppe hat offenbar dort gefeiert, so die Polizei. Es kam nicht nur zur Ruhestörung, auch Wohnräume wurden total zerstört, Einbauschränke herausgerissen, Matratzen aufgeschlitzt, Toilettenschüsseln aus der Wand gewuchtet. Die Räume (Haus Neef) waren an Zivildienstleistende vermietet. Diese sind bereits ausgezogen. Dennoch befanden sich noch Schlüssel im Umlauf.

05. April 1993

Dioxinbelastete Erde kommt auf die Kreismülldeponie Scheinberg; so Dr. Rüdiger Draese von der Firma Hüls in Rheinfelden.

Für die IG Langenau sprechen Hubert Schindler und Albrecht Müller sich in einem Leserbrief zum Schutz der Menschen dafür aus, daß ein dichteres Netz von Meßstellen im Grundwasserbereich Müscheln installiert wird, ebenso verlangen sie die Durchführung der versprochenen Fackelgasuntersuchung auf der Deponie.

Die Papier-Container im Stadtgebiet wurden entfernt.

06. April 1993

Insgesamt zufrieden zeigt sich Horst Attinger, Zinkenvogt des »Hammerzinkens« bei der Generalversammlung. Bei den Neuwahlen wurde Andreas Koch sein Stellvertreter.

Vor einem Jahr feierte Karl Ganz, Amtsrat am Amtsgericht Schopfheim, sein 40jähriges Dienstjubiläum. Der Ministerpräsident dankte ihm mit einer Ehrenurkunde für die im öffentlichen Dienst geleistete Arbeit.

07. April 1993

Sorgenvoll blickt Bürgermeister Klaus Fleck in die finanzielle Zukunft der Stadt. Für den Haushalt 1994 erwartet er – nicht zuletzt durch den Solidarpakt bedingt – einen Einnahmeverlust von mindestens DM 3 Mio. Fest steht für ihn bereits heute, daß es zu höheren Gebühren kommen wird, und daß das zu erwartende Minus im Verwaltungshaushalt nur über einen Leistungsabbau zu bewältigen sein wird. Ansprüche müssen zurückgeschraubt werden.

Dioxinbelastete Erde wird derzeit nicht auf der Kreismülldeponie Scheinberg abgelagert. Dies sagen übereinstimmend Heiner Lohmann aus Rheinfelden (Kreisrat) und Robert Praetzel vom Eigenbetrieb Abwasser. Über einen Antrag der Firma Hüls, schwach dioxinbelastete Erde abzulagern, wird derzeit noch nicht entschieden.

Die Jugend der DLRG Schopfheim sammelt im Floßkanal Unrat.

Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen ermittelt wegen der Störfälle auf der Kreismülldeponie, ist heute in der Presse zu lesen.

Für 40maliges Blutspenden ehrte dieser Tage Ortsvorsteher Heinz Gräßlin den Wiechser Gerhard Mikat.

Die jüngsten Störfälle auf der Deponie Scheinberg können die Wasserversorgung in Wiechs gefährden. Wiechs wird vom Dinkelberger Wasserversorgungsverband aus beliefert. Der Ortschaftsrat äußert Ängste. Man möchte nun Pumpwerk und Brunnen besichtigen.

08. April 1993

Wie heute aus der Presse bekannt wird, hat die Landespolizeidirektion Freiburg gestern im Landratsamt Akten und Unterlagen zur Kreismülldeponie Scheinberg gesichtet und zur Auswertung sichergestellt.

Trotz starker finanzieller Belastungen des Haushaltes will die SPD-Fraktion die Veranstaltungsräume in Gersbach und Enkenstein bauen. Man will, so sagte gestern Robert Zapp der Presse gegenüber, die Zuschüsse von DM 1,6 Mio. nicht gefährden. Die Fraktion sei sich durchaus bewußt, daß die Realisierung beider Vorhaben die finanziellen Möglichkeiten der Stadt für einige Jahre ausreize. Die Folgen wären andererseits bei einem auf Jahre hinaus verschobenen Bau eher höher.

Das Eurythmeum Dornach, unter der Leitung von Christoph Graf, gastierte dieser Tage auf Einladung der vhs in der Stadthalle. Die Klangfülle eines Klaviertrios (Jacques Pasquier, Klavier, Vincent Providoli, Violine und Dieter Hilpert, Cello) bildete die musikalische Grundlage für die ausdruckstänzerische Darbietung der 13 Eurythmisten.

Umweltdezernent Detlef Müller hält es für vollkommen unvorstellbar, daß Arsenasche durch das kleine Wiesental weht.

Der Familienzirkus »Diana« gastiert vier Tage lang auf dem Platz im Oberfeld.

09. April 1993

Die evangelische Kirchengemeinde lädt zu einer Passionsmusik ein. Der Karfreitagabend wird vom scheidenden Bezirkskantor Matthias Schneider an der Orgel und von einem Vokalensemble gestaltet.

10. April 1993

Laut Polizeibericht suchte ein junges Ehepaar ein Juweliergeschäft heim. Es kaufte Eheringe. Kurz danach stellte der Juwelier fest, daß weitere Eheringe im Wert von DM 25.000,-- entwendet wurden.

Das Konzert mit dem in Schopfheim geborenen Opernstar Oskar Hillebrandt, das für kommende Woche geplant war, muß wegen zu geringer Resonanz abgesagt werden.

Der für den Tennisclub Schopfheim und für den Skiclub Fahrnau erfolgreiche Sportler Frank Sutter wird bei den 14. Ski-Tennis-Weltmeisterschaften im oberbayerischen Weilheim an den Start gehen.

Zwei Vereine stehen nun für die Gersbacher Fleischdirektvermarktung. Einer wird sich mehr dem ideellen, der andere dem wirtschaftlichen Teil widmen.

Es wird vorerst doch keine schaffnerlosen Züge im Wiesental geben. Die Bundesbahn hat die geplante Änderung aufgeschoben.

In seinem neuesten Brief schreibt Eugen Herzog, daß das Schlachthaus der Partnerstadt, das nicht mehr den Vorschriften entsprochen habe, geschlossen worden sei. Nun ist in das Gebäude, das vom Stil her interessant ist, ein Kunst-Glasbläser mit seiner Werkstatt eingezogen. Für Jean Weber, der 1958 in Algerien fiel, wurde jetzt in Poligny eine Gedenktafel errichtet. Bei den Parlamentswahlen ging mit 57,5% schließlich Jacques Pélissard von von den RPR als Sieger hervor. Seit einigen Monaten hat Poligny auch eine Partnerstadt in Tschechien.

Überfüllt war die katholische Pfarrkirche St. Bernhard während der Osternachtsfeier. Während des Gottesdienstes wurden vier Kinder getauft; drei davon werden demnächst zur Ersten hl. Kommunion gehen.

11. April 1993

Tradition hat der Schlagerwettbewerb des TSG in der Stadthalle. Unter der Leitung von Thilo Herbster wurde ein Wettstreit ausgerichtet, dessen durchschnittliches Gesangsniveau, so liest man, immer höher wird. Siegerin des Abends wurde die in Häusern lebende Elsa Kiefle.

Es war kein leeres Versprechen, zu dem der Gesang- und der Musikverein Wiechs in die Festhalle einluden. Frohe Stunden erwarteten die Zuhörer im vollbesetzten Saal.

Christen beider Glaubensgemeinschaften feiern das Osterfest.

12. April 1993

»Massen« von Zuschauern kamen wie in den Vorjahren an den Eichener See, um beim traditionellen Eierspringen dabei zu sein. Das gleiche Spiel ist auch in Wiechs im Gange.

Erstmals am Ostermontag feiert die katholische Kirchengemeinde das Fest der Ersten heiligen Kommunion.

13. April 1993

Das Museum lädt zu einer neuen Ausstellung »Goldwaschen in der Wiese« ein; eine informative und faszinierende Dokumentation über das Gold in der Wiese und am Rheinknie. Eine Ausstellung, die von der Arbeitsgemeinschaft »Minifossis« der Friedrich-Ebert-Schule unter der fachkundigen Leitung von Werner Störk zusammengetragen wurde.

14. April 1993

Das 70. Betriebsjubiläum feiert die Firma Elektro Quandt. In Fahrnau wurde sie allerdings erst nach den Kriegswirren am 05. August 1953 wieder- bzw. neu gegründet. Der Vater des jetzigen Inhabers hatte den Betrieb 1923 in Neudamm/Neumark ins Leben gerufen.

Der Schopfheimer Bahnhof hat einen Service weniger. Vom 23. Mai an können sonntags keine Fahrkarten mehr erworben werden. Die Schalter bleiben geschlossen.

Wolfgang Kühn, für den MSC Schopfheim startend, hat einen erfolgreichen Auftakt bei den Motocross-Gespannfahrern. Den ersten Weltmeisterschaftslauf 1993 gewann er zusammen mit Siegfried Ruf.

In einer öffentlichen Ortschaftsratssitzung beschäftigten sich die Langenauer mit der Entwicklung auf der Deponie Scheinberg. Dabei stand Robert Praetzel Rede und Antwort.

Bei der Senioren-Union spricht die Bundestagsabgeordnete Ortrun Schätzle über Rente, Gesundheitspolitik und Pflegeversicherung.

15. April 1993

Der Kreistag wird sich in seiner nächsten Sitzung mit der Modernisierung des Krankenhauses beschäftigen. Voraussichtlich sollen die Maßnahmen DM 35,5 Mio. kosten. Enthalten in den Kosten ist jedoch nicht der Umbau der Krankenhausküche. Dieser wird zusätzliche Kosten von DM 2 Mio. bis DM 5 Mio. verursachen.

16. April 1993

Mit einem großen Artikel in der Rubrik Regionale Wirtschaft wird in der Badischen Zeitung darauf hingewiesen, daß die Schopfheimer Firma ppe trotz allgemein rezessiver Bewegung investiert. Für DM 30 Mio. soll das Unternehmen erweitert und damit 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. 1992 verzeichnete man ein Umsatzplus von 10%.

Der heutigen Presse zufolge bestätigte der Landrat in einem Schreiben an die Firma Oschwald, daß es sich bei den Erkrankungen auf der Deponie lediglich um eine Grippe gehandelt hat.

Aufmerksam verfolgt auch Umweltstaatssekretär Peter Reinelt die Vorgänge auf der Deponie, kann man heute der Tagespresse entnehmen. Er betont, daß er dies als Wahlkreisabgeordneter und nicht in seiner Eigenschaft als Staatssekretär tue.

17. April 1993

Schüler der Zeller Monfort-Realschule gedenken des Todestages von Dr. Max Josef Metzger.

In der Fahrnauer Marienkirche gedenkt auch die katholische Kirchengemeinde des vor 50 Jahren in Brandenburg hingerichteten Priesters.

Sechs Bundesbahnbedienstete wollen den Bahnschalter an Sonntagen ehrenamtlich bedienen. Eine Genehmigung scheint jedoch aus rechtlichen Gründen unwahrscheinlich.

Männer-Strip in der Disco Miami!

Zum Frühjahrskonzert und gleichzeitigen 10jährigen Jubiläum des Stadtkapellmeisters Max Lehmann lädt die Stadtmusik in die Stadthalle ein. Den ersten Teil des Konzertes bestreitet die Jugendkapelle unter der Leitung von Kirsten Lin. Hans Moser blieb es vorbehalten, den Dirigenten für sein Wirken und darüberhinaus für seine Mitarbeit in der Jugendkapelle zu ehren.

Zehn Mannschaften mit jeweils drei Tanzpaaren lockt das erste Schopfheimer Breitensport-Tanzturnier aus ganz Baden-Württemberg in die Fahrnauer Festhalle. Eingeladen hat zum Turnier der Tanzsportclub Excelsior.

Generalversammlung bei den Kürnberger »Schiibechnechte«. Vorsitzender Zeno Haselwander bedauert insbesondere, daß die Dorfgemeinschaft nicht mehr unbedingt bereit sei, das Fasnachtsfeuer aufzubauen. Er befürchtet, daß es in einigen Jahren kein Scheibenfeuer mehr geben wird.

Mit einem Konzert in der evangelischen Kirche gibt der Gesangverein »Concordia« Gersbach den Auftakt zu seinem 125jährigen Bestehen. Der Vorsitzende Ernst Frieder Schmidt führte – einer Reise gleich – durch das Konzert, bei dem auch ein Bläserquintett mit jungen Musikern aus Lörrach und Freiburg imponierte. Großes Lob zollten die zahlreichen Gäste nicht nur den Sängerinnen und Sängern, sondern auch der Dirigentin Antje Ufer.

18. April 1993

Martin Winkler tritt die Nachfolge des bisherigen Bezirkskantors im evangelischen Kirchenbezirk Schopfheim an. Der in Paderborn geborene Pfarrerssohn studierte neben Schulmusik und Latein auch Theologie und evangelische Kirchenmusik. Er möchte die Tradition seines Vorgängers weiterführen.

19. April 1993

Bei der Jugendeuropameisterschaft im Badminton errang die Schopfheimerin Nicole Grether in Sofia die Bronzemedaille im Doppel.

Nahezu 70 Langenauer Bürger kommen zur öffentlichen Gemeinderatssitzung in die Turnhalle des Ortsteiles. Detlef Müller, Umweltdezernent des Landkreises, gibt Auskunft über die Mülldeponie, insbesondere über das, was am 01. April von den Verbandsbürgermeistern des Abwasserverbandes »aufgedeckt« wurde. Fazit des Gespräches, an dem sich die Bürger recht sach- und fachkundig beteiligten, war, daß mehr und schnellere Kontrollen mit schnelleren Analysen erfolgen müssen. Gefordert werden auch Luftmessungen und Sickerwasseruntersuchungen auf Dioxine, des weiteren eine getrennte Schmutzwasserleitung von der Deponie zur Kläranlage. Da der Sammelkanal zu gering ist, kann dieser überlaufen und westlich des Friedhofes, nahe dem Wasserschutzgebiet, wieder im Erdreich versickern. Die Langenauer wollen dies auf keinen Fall weiter hinnehmen. Für viele Gemeinderäte war diese Situation völlig neu. Man wird sich damit umgehend beschäftigen.

Der Gemeinderat gibt der Realisierung eines Radweges zwischen Langenau und Enkenstein Vorrang vor der Begradigung bzw. Entschärfung der Währerkurve, wenngleich die CDU die Kurve als außerordentlich gefährlich eingestuft hatte.

20. April 1993

Durch die Vorgänge auf der Kreismülldeponie sieht sich die Schopfheimer SPD bestätigt, die Wasserwirtschaftsämter unabhängig zu halten und nicht dem Landratsamt zu unterstellen. Die Fachaufsicht über diese Behörde müsse einzig dem Umweltministerium vorbehalten bleiben.

Offiziell ist die Schulpartnerschaft zwischen dem Lyceum Teoretic Dan Gheorghe Sincai in Cluj-Napoco (Klausenburg) und dem THG besiegelt. »Die Partnerschaften helfen, den Frieden zu sichern und Feindbilder abzubauen«, meint Hartmut Bertsch beim Austausch der Urkunden zwischen den Direktoren des Schopfheimer und des rumänischen Gymnasiums im Rathaussaal. Die Partnerschaft wurde auf Initiative des Lehrers Markus Manfred Jung ins Leben gerufen. Schuldirektor Comanaru übermittelte die Grüße des Bürgermeisters von Klausenburg mit der Einladung an den Bürgermeister Schopfheims zur künftigen Partnerschaft zwischen beiden Städten.

21. April 1993

Eine große Zahl von Freunden und Kunstliebhabern kommen zur Vernissage des Malers Günter Scholz in die Kundenhalle der Sparkasse. Alexa Rudolph aus Teningen führte das aufmerksame Publikum in das Werk des Künstlers ein. Sie sieht die ausgestellten Bilder als malerische Meditationen, die auf spielerischem Wege ins Bewußtsein des Betrachters gelangen.

Generalversammlung beim VdK. Alfons Lienhardt wurde in seinem Amt als erster Vorsitzender bestätigt. Die Schopfheimer Ortsgruppe hat nach seinem Bericht nun 179 Mitglieder; sechs sind im vergangenen Jahr neu zum Verein hinzugekommen.

22. April 1993

Die FDP spricht in einem Forum über die Entwicklungsplanung Schopfheims. Dazu referiert Donato Accocella von der Beratergruppe Aucktor. Er meint, daß sich Schopfheim in den nächsten fünf Jahren um 20% vergrößern wird. Bis 2010 sind 3.000 Wohnungen notwendig, was eine Gesamtfläche von 25 ha erfordern würde.

Der Hundesportverein Fahrnau konnte wiederum Prüfungen der verschiedensten Kategorien abhalten.

Eine Musikkapelle der Straßenwärter spielt im Beisein zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens zur letzten Sprengung am Langenfirsttunnel auf. Die Tunnelpatin löste die letzte Sprengung des 294 m langen Tunnels aus. Die Feierstunde erhielt auch den Segen des katholischen und des evangelischen Dekans. Beigeordneter Bertsch würdigte den Anlaß in den Grußworten, die er von der Stadt überbrachte. Durchschlagend war offenbar der Erfolg bei der letzten Tunnelsprengung! Mehrere Kilo schwere Steinbrocken flogen dabei ins Wohngebiet Hegne und zerstörten dort Hausdächer, Autodächer und bohrten sich in Gärten. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Der Schaden wird auf DM 30.000,- geschätzt.

Einen Bebauungsplanentwurf heißt der Ortsbauausschuß für das Gebiet »Auf Hinter Hofen« im Ortsteil Fahrnau gut. Danach sollen fast 100 neue Wohnungen auf dem freien Gelände zwischen Turnstraße und Schulstraße entstehen.

Eine neue Einrichtung in Schopfheim: Der Kinderschutzbund gibt den Start für das neue Kinder- und Jugendtelefon. Ab 03. Mai werden erfahrene Frauen Gesprächspartnerinnen für Kinder sein, die am Telefon über ihre Sorgen und Probleme sprechen wollen und Hilfe suchen.

23. April 1993

»Pflug«-Investor Karl Uttner gibt seine Carmen-Märkte auf. Heute ist zu lesen, daß nicht nur der Schopfheimer Carmen-Markt, sondern auch die Geschäfte in Lörrach und Säckingen aufgelöst werden.

Am kommenden Wochenende bestreiten die Handballerinnen nicht nur das letzte Spiel dieser Saison, auch der Abschied des Trainers Markus Räuber steht ins Haus. Er war vier Jahre für das Training zuständig und möchte nun seine Erfahrungen im Nachwuchssport einsetzen. Man suche händeringend nach einem neuen, qualifizierten Trainer, so Abteilungsleiter Edgar Jäger.

Über das Für und Wider der Einbürgerung des Luchses im Schwarzwald diskutieren Fachleute in der Volksbank. Die überwiegende Mehrheit wollte – im Gegensatz zur Luchs-Initiative Baden-Württemberg – das Tier lieber in der Verbannung wissen.

24. April 1993

In Hausen veranstaltet die IG »Pro Schiene« ein Regiobahn-Forum. Die Vertreter der Deutschen Bundesbahn versicherten den Teilnehmern des Seminars, daß die Wiesentalbahn unverzichtbar sei und somit auch in Zukunft bestehen werde. Die Schiene soll gar an die Wohngebiete herangeführt und die Haltepunkte vermehrt werden.

Mit Melodien entführte der Musikverein Fahrnau sein Publikum beim Jahreskonzert in die Hauptstadt Frankreichs. Einen besonderen Höhepunkt stellte das »Concerto de Paris« von Serge Lancen, das 1982 komponiert wurde, dar. Wolfram Lorenzen am Klavier wurde begleitet vom Fahrnauer Blasorchester. Begeisterter Beifall war der Lohn für das musikalische Experiment, das der Verein gewagt hatte.

»Wieder Zittern um den Pflug«. Mit dieser Schlagzeile wartet das MT auf. Die Gerüchteküche brodle um den Investor, meint die Zeitung. Der Gemeinderat habe sich auch bereits zweimal hinter verschlossenen Türen mit dem »heißen Thema« beschäftigt. Klar scheint, daß Investor Uttner für niemanden erreichbar ist, er soll im Urlaub sein. Auch sein Rechtsanwalt hat derzeit keinen Kontakt zu ihm. Ausgelöst wurde diese Diskussion wohl durch die Schließung der Carmen-Märkte und dadurch, daß auch die Textilfabrik Wieslet, die Eigentum von Uttner ist, seit Anfang des Monats die Pforten geschlossen hat.

Nachdem erst vor wenigen Wochen eine französische Bibliotheksdelegation die Stadtbibliothek besuchte, kam nun auch eine Fachdelegation von Schweizer Bibliothekaren, um sich die Schopfheimer Einrichtung anzusehen.

25. April 1993

Zu einem kleinen Dorfhock lud der Musikverein Langenau zahlreiche Gäste ein.

Konfirmation auch bei der neuapostolischen Kirche in Schopfheim, in diesem Jahr durch Bischof Karl Teufel.

26. April 1993

Jutta Beer, Leiterin des Verkehrsbüros, stellt im Hauptausschuß den Jahresbericht 1992 vor. Die Übernachtungen und die Gästeankünfte sind leicht rückläufig. »Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen; gleichwohl müssen wir uns Gedanken machen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um den Tourismus im Raum Schopfheim weiterhin zu aktivieren«, so das Fazit der Ratsrunde. Die 62.000 Übernachtungen bedeuten einen Umsatz von etwa DM 6 Mio. jährlich.

Über den neuen Fremdenverkehrsprospekt, der dieser Tage im Hauptausschuß vorgestellt wurde, meint der Redakteur im MT: »Schön, einfach schön«.

Nach dem Willen des Hauptausschusses im Gemeinderat kann die Kulturinitiative »Irrlicht« wieder einen »Holzrock« im Sengelen durchführen.

27. April 1993

Die Schopfheimer »Minifossis« an der Friedrich-Ebert-Schule machen weiter von sich reden. Sie stellen nun auch im finnischen Goldmuseum ihre Arbeit aus.

Operettenabend in der Stadthalle. Das »Schwarzwaldmädel« von Leon Jessel in einer Produktion des Scala-Theaters Basel gelangt zur Aufführung.

28. April 1993

Tempo 30 km/h wird nun auch in der Königsberger Straße, die in letzter Zeit als Umfahrungsstraße benutzt wurde, eingeführt.

29. April 1993

Der Regio Gewerbepark im Lus sei, so Geschäftsführer Peter Arnold, nicht gestorben, auch wenn die bisherigen Bemühungen nicht wie geplant verlaufen seien. Man will die Fläche nun zum Verkauf und zur Vermietung ausschreiben.

Fast vier Jahrzehnte waren Walter Faller und Alfred Dierenbach (Schönau) in der Verkehrswacht aktiv. Mit Dank und Anerkennung wurden sie nun bei der Hauptversammlung durch den Vorsitzenden Berthold Dietsche bedankt und verabschiedet. Gleichzeitig ernannte er sie zu Ehrenmitgliedern. Die Vorstandswahlen bestätigten den bisherigen Vorsitzenden und seinen Stellvertreter Hartmut Bertsch.

Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für das deutsch-ausländische Freundschaftsfest am 22. Mai. Parteien, Kirchen, Schulen, Kindergärten, Ausländerbeirat und Stadtverwaltung wollen diesen Tag gemeinsam organisieren.

Die SVS-Handballerinnen werden in der nächsten Saison wieder in der Oberliga spielen.

Zur kommunalpolitischen Runde trifft sich die CDU in Kürnberg. Man verlangt eine umgehende Klarstellung über die Bebauung des »Pflug«-Areales. Unzufrieden ist man auch mit den Vorschlägen zum Bebauungsplan Bühlmatt West.

In einem Wald bei Enkenstein wurde die 67jährige Seniorin, die aus dem Wohnstift vermißt gemeldet war, durch die Feuerwehr gefunden. Entkräftet wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert.

In Gersbach trifft sich die SPD zur kommunalpolitischen Runde. Man beschäftigt sich mit dem Schlachthaus und mit der Hallenfrage. »Die Finanzierung dieser Halle muß ohne Schuldenaufnahme möglich sein«, so Robert Zapp.

Johanna Walser, eine zerbrechlich wirkende, scheue Autorin, liest in der Stadtbibliothek.

30. April 1993

Die Wogen um die Gartenanlage beim Grundstück Himmelreichstraße/Feldbergstraße sind wieder aufgewühlt worden. Leserbriefe beschäftigen sich mit Grundstücksarbeiten, die, wie sie meinen, gegen städtische Vorschriften verstoßen. Beigeordneter Hartmut Bertsch antwortet ebenfalls in einem Leserbrief auf die Vorhaltungen.

»Die Sache erscheint bedenklich«, meint das MT heute zur »Pflug«-Situation. Man wartet vergeblich auf Uttner. Im Schopfheimer Rathaus wird dies mit zunehmender Skepsis registriert. Allerdings will man derzeit keine offizielle Stellungnahme abgeben. Das langangestrebte Gespräch mit Uttner ist bisher noch nicht zustandegekommen. Beigeordneter Bertsch äußerte jedoch, es gäbe handfeste Indizien, die die Sache bedenklich erscheinen ließen.

Dieser Tage feierten Dieter Mascha aus Elbenschwand und Siegbert Fink aus Maulburg bei der Firma Rüdtlin Lufttechnik GmbH ihr 25jähriges Jubiläum.

Verwaltungsratssitzung des Abwasserverbandes. Bald kostet das Abwasser pro Kubikmeter DM 8,-, ist aus der Versammlung zu hören. Für die neue Anlage in Steinen pendeln sich derzeit die Kosten bei DM 59 Mio. ein.

Mit einer Gartenbank haben die Mitglieder des »Städtlizinkens« ihren scheidenden Zinkenvogt Wolfgang Sprich geehrt. Einen Nachfolger fanden sie während der Generalversammlung jedoch nicht.

01. Mai 1993

Eine große Zahl von Waldschenken stehen zur Erfrischung der Mai-Wanderer bereit. Das Wetter der letzten Tage war so sommerlich warm, daß selbst in Gersbach sämtliche Bäume ihr Blattwerk voll entfaltet haben.

Um 9.00 Uhr öffnet das Schwimmbad seine Pforten. Mit 23 °C lockt das Wasser 265 Badegäste an.

02. Mai 1993

Die evangelische Kirchengemeinde nimmt nach einem Gottesdienst Abschied von Bezirkskantor Matthias Schneider.

03. Mai 1993

Ein besonderes Jubiläum feiert Elisabeth Denzer: Seit 50 Jahren arbeitet sie im Haushalt der Familie Wilhelm Maisel.

In der Presse heißt es, daß überwiegend ausländische Arbeitnehmer – allen voran Türken und Kurden – sowie »mutig colorierte« junge Altkommunisten der Einladung des DGB zur zentralen Maikundgebung nach Lörrach vor das Rathaus gefolgt sind.

Unter großer Beteiligung von Anwohnern aus dem Gebiet Bühlmatt West diskutiert der Gemeinderat kontrovers über die künftige Bebauung. Ein von der Planerin Keller aus Lörrach vorgelegter Bebauungsplanentwurf findet bei der SPD keinen Gefallen, bei den Freien Wählern stößt er nur auf teilweise Gegenliebe. Hauptgrund der Diskussion ist, ob die Erhaltung des vorhandenen Grünbestandes beim Bebauungsplanentwurf Keller im nötigen Umfang gewährleistet ist. Zum einen spielen dabei die Tiefgaragen eine Rolle, zum anderen steht zur Debatte, ob eine geringere Überplanung erfolgen soll. Auch der geplante Fußweg durch das Gebiet sorgt für unterschiedliche Meinungen. Auf Antrag der CDU wird der Punkt noch einmal vertagt.

Der Vorschlag zur Bebauung »Auf Hinter Höfen« in Fahrnau mit zwei- und dreigeschossigem Geschoßwohnungsbau passiert den Gemeinderat ohne Probleme.

Das Jahrbuch 1992 ist erschienen.

Um den Platzansprüchen der Friedrich-Ebert-Schule gerecht zu werden, wird die Hausmeisterwohnung zu Klassenzimmern umgebaut. Der Hausmeister hat eine Wohnung außerhalb bezogen.

Überrascht waren die Gemeinderäte darüber, daß beim Berufsschulzentrum in der Schwarzwaldstraße Parkgebühren erhoben werden sollen. Die Schüler müssen zwischen DM 60,-- und DM 120,-- jährlich entrichten, wenn sie auf den schuleigenen Parkplätzen parken wollen. Man befürchtet, daß nun wieder der öffentliche Straßenraum zugeparkt wird. Als Reaktion bleibt dem Gemeinderat wohl nur die »blaue Zone«.

Voll im Zeitplan seien die Arbeiten an der Umgehungsstraße zwischen B 518 und Kürnberger Straße sowie zwischen der Kürnberger Straße und der Anbindung beim Wasserwerk, sagt Bürgermeister Fleck auf Anfrage von Artur Cremans im Stadtrat.

04. Mai 1993

»Wer steckt in der Lederhose?« Zugunsten der Krebshilfe Freiburg spielt die Laienspielgruppe des Gesang- und des Musikvereines Raitbach in der Festhalle vor begeistertem Publikum das genannte Stück.

Neuer Obermeister der Zimmerer-Innung im Landkreis Lörrach wurde der Schopfheimer Zimmermeister Rolf Kuri.

Besuch aus der tschechischen Republik hat die Dr. Max-Metzger-Grundschule. Mit großem Können stellt sich der Schulchor aus Liberec bei einem Konzert im katholischen Gemeindehaus vor.

05. Mai 1993

Auf Nachfrage des MT, ob die rissigen Rohre auf der Deponie Scheinberg repariert seien, wurde nur ausweichend Auskunft erteilt.

Im Gasthaus »Sonne« trifft sich der Kunstverein zur jährlichen Generalversammlung, bei der der zweite Vorsitzende, Fritz Reuter, verabschiedet wird. Die Wahlen bewiesen dem ersten Vorsitzenden, Prof. H. Th. Baumann, für die nächste Wahlperiode erneut das Vertrauen.

Der gesamte Vorstand der CDU wurde bei der Jahresmitgliederversammlung – wie die Satzung es will – neu gewählt. Bisherige und neue Vorsitzende ist Ortrun Schätzle, MdB. Zu Stellvertretern wurden Rolf Hetzel, Horst Rüdtlin und Renate Bruhne gewählt. Die Vorsitzende strebt an, junge Leute in die Parteiarbeit einzubinden. Nicht gestorben, so hört man, sei die Junge Union, aber es sei schwierig, Angebote vor Ort zu bieten. Bei der Senioren-Union hingegen sei man auf dem richtigen Weg. Nach der Sommerpause, so der Fraktionsvorsitzende Kurt Härzschel, werde man sich konzentriert der Kommunalwahl 1994 widmen.

Hauptversammlung des Förderkreises Fußball. Nachdem die bisherigen Vorstandsmitglieder Vereinsaufgaben übernahmen, galt es, den Kreis neu zu organisieren. Erster Vorsitzender wurde nun Rolf Becker.

06. Mai 1993

Im neu eröffneten »Landesmuseum am Markt« in Karlsruhe ist auch der Schopfheimer Prof. Hans Theo Baumann vertreten.

Schüler der Johann-Peter-Hebel-Schule renovieren derzeit mit Pinsel und Farbe das Hebelhäuschen im Sengelenwäldchen.

Walter Flößer informiert den Ortsbauausschuß auf dem Friedhof Fahrnau über den Umbau der Gedenkstätte. Für die Umbaumaßnahme hat er DM 20.000,- zusammengesammelt.

07. Mai 1993

Rückschau hielt man jüngst bei der Generalversammlung der »Enninger«. 30 aktive Hästräger (Kinder inbegriffen) hat die Narrenclique derzeit. Enrico Blokbergen würdigte das Engagement und sprach den Dank für die vielfältigen Aktivitäten aus.

08. Mai 1993

Bürgermeister Fleck bezeichnet die Einweihung des neuen Schlachtraumes in Gersbach als wichtigen Tag. Neben vielen Gersbachern, Stadträten und Ortschaftsräten kann er die Bundestagsabgeordnete Ortrun Schätzle sowie den Staatssekretär Ludger Reddemann aus Stuttgart begrüßen. Den Dank von 18 Mitgliedern der Gersbacher Fleischdirektvermarktung durfte Pfarrer Trautwein für seinen Einsatz um die Idee entgegennehmen.

Eindrucksvoll war die Demonstration für den Männerchorgesang in der Stadthalle. Eine Chorgala der Chöre aus Eichen und Fahrnau, unter der Leitung der Dirigenten Klaus Dürrschnabel und Dieter Waibel, beeindruckte die Zuhörer.

Nur 30 Minuten dauerte die Generalversammlung der Wiechser Buurefasnacht im »Hirschen«. Am Vorstand ändern auch die Wahlen nichts.

Am Tag vor der Vernissage einer Ausstellung über Fritz Heeg-Erasmus versucht man in einem experimentellen Gespräch die Annäherung an den Künstler. Unter der Gesprächsleitung von Kulturamtsleiter Klaus Strütt sprechen Pfarrer Klaus Wiemer aus Donaueschingen, Buchbinder Karl Lutz aus Lörrach, Professor Bernhard Bischoff aus Langenau, Albert Staiger aus Schopfheim und die Galeristin Frau Andrae über den Maler und geben dem zahlreichen Publikum Antwort.

Kabarett im Museumskeller. »Ein rasantes Programm, Blödsinn mit Tiefgang«, schreibt die Presse über »Verkehr verkehrt«.

09. Mai 1993

Vernissage in der Galerie »Grüne Schlange« mit einer beeindruckenden Ausstellung über Fritz Heeg-Erasmus.

Zum Auftakt der diesjährigen Internationalen Orgeltage spielt Enyo Cominetti auf der Schuke-Orgel. Der Organist aus Soarena in Italien gestaltete ein Programm ausschließlich italienischer Komponisten. Lebhaft war der Beifall des nicht gerade zahlreichen Publikums.

Zu einem einstündigen Platzkonzert lädt die Jugendkapelle der Stadtmusik in die Altstadt ein.

11. Mai 1993

Die Bemühungen um die Rettung des »Pflug«-Areals laufen offenbar auf Hochtouren. Wie die Presse heute mitteilt, war am Freitag im Rathaus ein Gespräch mit Uttner zustandegekommen. Es war jedoch nicht zu erfahren, wie es künftig weitergehen soll.

Bei der jüngsten Hauptversammlung der GRÜNEN sagt Ehrenfried Barnet, daß der Ortsverband, zumindest was das parteipolitische Engagement betrifft, derzeit ruhe. Dafür engagiere man sich mehr bei gesellschafts- und kommunalpolitischen Themen, und dies meist mit engagierten Bürgern. Es hat sich eine Perspektivgruppe gebildet, die nach den Sommerferien Ideen vorlegen soll, wie der Ortsverband künftig präsenter sein kann.

Die Philharmonie Reutlingen gastiert mit ihrem Dirigenten Roberto Paternostro auf Einladung des Kulturrings in der Stadthalle. Im Mittelpunkt des Konzertabends steht das Cellokonzert Op. 104 von A. Dvořák mit der Luxemburger Cellistin Françoise Groben. Ein Konzertabend, der in Erinnerung der zahlreichen Zuhörer bleiben wird.

Bei der Generalversammlung des Schach-Clubs wird deutlich, daß das Ziel nach dem Aufstieg nun Klassenerhalt heißt. Erster Vorsitzender bleibt Karl Ganz. Stellvertreter und Turnierleiter ist Franz Hoch.

12. Mai 1993

Der BZ zufolge kommt die Firma Pöppel als Bauträger für den »Pflug« ins Gespräch.

»Raus mit der Sprache«, meint Kommentator Werner Müller an den Bürgermeister gerichtet. Er erwartet Aufklärung, ob das Gespräch mit Uttner am vergangenen Freitag ein Ergebnis gebracht hat oder nicht. Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch auf Information.

13. Mai 1993

Unerträglich findet die Stadtverwaltung den Zustand auf der »Schärers Au«. Eine Bauruine verunziert dort seit Monaten das Gelände und erinnert an die Pleite der Schweizer Baufirma. Der Gemeinderat soll nun darüber entscheiden, ob ein Baugebot als Druckmittel verhängt wird.

Die neue Kindererlebnis- und Planschlandschaft im Schwimmbad wird eingeweiht. Die Kosten dürften bei etwa DM 320.000,- liegen.

14. Mai 1993

Am Montag soll im Gemeinderat über die Zukunft der geplanten Hallen in Gersbach und Enkenstein gesprochen werden. Nach der Gemeinderatsvorlage der Verwaltung sieht diese derzeit keine Chance für den Hallenbau.

Letzte Jahreshauptversammlung beim VdK Ortsgruppe Fahrnau, denn die Gruppe löst sich auf und tritt der Ortsgruppe Schopfheim bei. 44 Jahre nach der Gründung sprachen sich die Mitglieder für diesen Schritt aus. Für 25jährige Zugehörigkeit konnte Helmut Schmidt geehrt werden.

Mit der Traumnote 1,0 beenden Sami Busch, Christine Peter und Clemens Winterhalder vom THG ihre Prüfungen. Die Abiturienten des diesjährigen Jahrganges feiern ausgiebig. Der Gesamtdurchschnitt liegt bei 2,35.

15. Mai 1993

Die Sparkasse will aufstocken. Der Bauausschuß wird sich mit dem Baugesuch zu beschäftigen haben.

Die Schulkonferenz der Grundschule in Langenau beschloß den schulfreien Samstag.

Die Hauptversammlung des Förderkreises Ferienzentren verlief nicht ganz nach Wunsch. Da die Vereinskasse nicht geprüft werden konnte, wurde dem Vorstand auch keine Entlastung erteilt. Neue und höhere Mitgliedsbeiträge sollen das vorhandene Finanzloch stopfen. Die Vorstandswahlen werden vertagt.

Eugen Herzog meldet sich mit seinem Monatsbrief beim Markgräfler Tagblatt. Trotz Krise im Gemeinderat gehe das Leben in der Käsestadt langsam weiter. Die zurückgetretenen Abgeordneten und Gemeinderatsmitglieder lassen kaum etwas von sich hören. Bürgermeister Tinguely schöpft daraus einen gewissen Optimismus.

Nach zweijähriger Amtszeit gab Zinkenvogtin Ursula Wüst vom »Sternen-Zinken« ihr Amt an Walter Meier ab.

16. Mai 1993

Die Internationalen Orgeltage schließen mit dem Konzert des Münsterkantors von Bad Säckingen, Michael Felix, in der katholischen Stadtkirche St. Bernhard ab.

17. Mai 1993

Der Gewerbeverein schlägt vor, das »Pflug«-Areal möglichst schnell abzuräumen und interimsmäßig als Parkfläche zur Verfügung zu stellen.

Bei der Jahreshauptversammlung der Vogelschützer in der vergangenen Woche regt sich Unmut gegen die Stadt. Man meint, von der Stadt sehr benachteiligt zu werden.

Über den Bebauungsplan Bühlmatt West entscheidet der Gemeinderat. Nachdem vergangene Woche die SPD und die GRÜNEN einen Alternativvorschlag vorlegten, kam ein weiterer Vorschlag der CDU und ein Vorschlag der Freien Wähler zur Bebauung des Gebietes. Mit Mehrheit wurde der Alternativvorschlag der SPD beschlossen.

Über die Veranstaltungsräume in Gersbach und Enkenstein berät und entscheidet der Gemeinderat. Während Ortsvorsteher Ühlin noch einmal die Platzfrage geprüft haben will, beschließt man dennoch über Grundstücksankäufe. Weiter ließ die zielflüssige Debatte erkennen, daß im Prinzip alle für die Gersbacher Halle sind, die Realisierung aber entscheidend von den Finanzen abhängt. Die Verwaltung, so der Bürgermeister, könne keine Beschlußempfehlung geben, derzeit seien die Hallen nicht finanzierbar. Dem Verwaltungsvorschlag, ein Nein für beide Hallen zu beschließen, schloß sich nur Roswitha Blümle von der FDP an. Die GRÜNEN setzen lediglich hinter die Enkensteiner Halle noch ein Fragezeichen.

Auf Antrag der SPD wird sich der Umweltausschuß mit dem Antrag der CDU, in Schopfheim ein Grünzonenkataster einzurichten, zuerst beschäftigen, bevor der Gemeinderat weiter befinden wird.

18. Mai 1993

Hauptamtsleiter Strütt hat die Vorwürfe der Ornithologen zum Städtlifest zurückgewiesen. Die Stadt zieht sich in keinem Falle aus den Leistungen für das Städtlifest zurück.

Im Alter von 69 Jahren verstirbt der Schopfheimer Arzt Dr. med. Helmut Walter.

19. Mai 1993

Die Allgemeine Ortskrankenkasse Lörrach stellt gegen die Textilfabrik Wieslet den Konkursantrag.

Die Schopfheimer Firma AFT hat in Bautzen die 1885 gegründete Förderanlagenunternehmung »Fabau« übernommen. Diese Firma heißt nun AFT Förderanlagen GmbH. Dies teilt Geschäftsführer Gerhard Brutschin mit.

Die Stadtverwaltung gibt zum »Pflug« eine Presseerklärung heraus. Darin wird außerordentlich bedauert, daß die Realisierung ins Stocken geraten ist. Der Stadt ist bislang keinerlei wirtschaftlicher Schaden entstanden. Es besteht auch nicht die Gefahr, daß ein solcher Schaden entsteht, gleich wie sich die vertragliche Abwicklung des Vertrages auch gestalten möge. Das »Pflug«-Konzept sei durch das Verhalten und die Verhältnisse des Vertragspartners in keiner Weise geschmälert. Die Stadt werde die Realisierung weiter betreiben.

20. Mai 1993

Der zur Tradition gewordene Gottesdienst an Christi Himmelfahrt findet wieder im Eckwald in Raitbach statt. Die evangelischen Kirchen

gemeinden Hausen, Raitbach, Fahrnau und Gersbach gestalten diesen mit Pfarrvikar Weber unter freiem Himmel.

21. Mai 1993

DM 660.000,--, so Bernd Benz von der Bauverwaltung, haben Private an Fördermitteln aus dem Dorfentwicklungsprogramm beantragt. Ganze DM 40.000,-- hat nun das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für Schopfheim bewilligt.

Mit großer Mehrheit wurde der seit Jahren amtierende Zinkenvogt Walter Schott erneut bei der Generalversammlung des »Hexenzinkens« bestätigt.

»Steht mit Ulrich Heuer aus Lörrach ein neuer Interessent für den ›Pflug‹ bereit?«, fragt das MT. Ein Wink genüge, meinte Heuer der Zeitung gegenüber. Der Lörracher Geschäftsmann denkt, daß die Bebauung »Im Winkel« und der »Pflug« sich gegenseitig nicht blockieren würden.

Dieser Tage traf sich der Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren« unter dem Vorsitz von Pfarrer Sieghard Schaupp. Wesentliches Problem der Runde war, wie die Asylbewerberkinder eingeschult werden können. Ein Förderunterricht in Deutsch sei kaum möglich.

Otmar Traber steht mit seinem Kabarett »Man(n) o Mann« auf den Brettern der kleinen Stadthalle.

22. Mai 1993

Einen wunderschönen Fest der Begegnung feiern ausländische und deutsche Mitbürger Schopfheims. Rund um die Stadthalle gelingt es ihnen, ein Fest der Freundschaft zu begehen. »Genauso freundlich, friedlich, harmonisch, einfach schön verlief der Abend mit gemeinsamen Programmpunkten in der Stadthalle«, schreibt die Presse.

Ein weiterer Erfolg für die Schopfheimer »Minifossis«. Die Arbeitsgemeinschaft wurde in das Programm »Förderung besonders begabter Schüler« aufgenommen.

50 Mitglieder der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau treffen sich im ehemaligen Rathaus zu 31. Generalversammlung. Dem Motto des Jahres entsprechend – »'s isch dumm gloffe« – meinte Zunftpräsident Ulrich Hermann, daß die Organisation am Narrentag in Rheinfelden, die unerwartete Kündigung des Zeremonienmeisters und der unerfreuliche Zwischenfall beim Schopfheimer Umzug gut zusammengepaßt hätten.

23. Mai 1993

Mit dem Hubschrauber und dem Notarzt mußte ein dreijähriger Junge, der beim Spielen in den Gewerbekanal gefallen war, ins Kantonspital Basel geflogen werden. Alarmierte Polizeibeamte konnten den Jungen am Rechen des ehemaligen Vogelbachareals retten. Das Kind verstarb jedoch in den frühen Abendstunden in Basel.

24. Mai 1993

Für den Schopfheimer Stefan Müller wird ein Fußballertraum wahr. Der FC Freiburg, der in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen wird, hat den 19jährigen Schopfheimer verpflichtet.

59 junge Fahrnauer Grundschüler fuhren mit ihren Lehrern zur französischen Schulpartnerstadt Thann. Der Besuch findet im Rahmen der Projekte »Lerne die Sprache deines Nachbarn« statt.

Gesundheitstag der AOK in der Stadthalle.

25. Mai 1993

Die Resonanz des Kinder- und Jugendtelefons, so die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Edith Walter, sei gut.

In der vergangenen Woche wurden auf der Wiesentalstrecke neue Wagen eingesetzt. Das neue Rollmaterial soll nach diesem Test künftig ständig eingesetzt werden.

Seit vielen Jahren findet wieder ein erstes Treffen der Gemeinderäte von Schopfheim, Hasel, Hausen und Maulburg statt. Maulburg hat zu diesem Treffen alle Gemeinderäte eingeladen. Zuerst wurde der in wenigen Tagen fertig werdende neue Kindergarten besichtigt. Danach traf man sich in der Alemannenhalle, um allgemein interessierende Themen zu behandeln.

26. Mai 1993

Mit einem Einspruch will die CDU-Fraktion des Gersbacher Ortschaftsrates den Beschluß, ein Grundstück bei der Schule für den Hallenbau zu erwerben, verändern. Man führt an, daß die in der Eingemeindungsvereinbarung zugesagte Anhörung nicht erfolgt sei. Beim Erweiterungsbau der Schule handelt es sich um eine Maßnahme im öffentlichen Interesse, dazu muß der Ortschaftsrat gehört werden.

Der Gemeinderat Maulburg wünscht, daß die Ortsverbindung zwischen Maulburg und Wiechs an Sonn- und Feiertagen für Kraftfahrzeuge gesperrt wird.

Gewährträgerversammlung der Sparkasse im »Auerhahn« in Schlechtbach. Dabei wird Alfred Horn für weitere sechs Jahre als Vorstandsmitglied gewählt.

Die IG »Pro Langenau« trifft sich im Gasthaus »Hirschen« zum Thema Mülldeponie. Der ehemalige Deponieleiter konnte, wie die Presse schreibt, endlich einmal nach Herzenslust wettern, nachdem er vom Betreiber der Deponie, der Firma Oschwald, vor einigen Tagen entlassen wurde und nun arbeitslos ist. Ungeniert goß er Öl ins Feuer, denn er meinte, vor Gasfackelmessungen habe man Angst, da würde ziemlich viel Dioxin entdeckt. Von erbärmlichen Zuständen auf der Deponie sprach er auch in Sachen Arsen.

27. Mai 1993

Der Gewerbeverein äußert sich zur Lage des Einzelhandels. Zehn Jahre habe man diskutiert und in Schopfheim nichts verbessert. Innenstadtnahe Parkplätze seien nicht geschaffen worden. Mit Abbruchplänen sei man in Schopfheim sehr zögerlich. In Steinen, Wehr, Bad Säckingen oder Lörrach ginge das viel schneller. Theodor Klever ist überzeugt, daß in den umliegenden Ortschaften es nur deshalb so gut läuft, weil es in Schopfheim schlecht läuft. Je länger das vom »Pflug« ausgehende Negativimage auf die Innenstadt abfärbt, desto schwieriger sehen die Einzelhändler die Lage.

Die Abbruchgenehmigung für das »Pflug«-Areal ist noch nicht fertig. Das Landratsamt meint, daß dies nicht so einfach sei, denn Abbruch und Baugenehmigung gehörten zusammen, da der »Pflug« nur im Zusammenhang mit dem Neubau abgebrochen werden dürfe. Ansonsten hätte das Denkmalamt dem Abbruch nicht zugestimmt.

Auch unter dem neuen Bezirkskantor Martin Winkler wird die Reihe der »Orgelmusik zur Marktzeit« von dieser Woche an wieder fortgesetzt.

Der vor Monaten für Schlagzeilen sorgende Discostrahl, der in Gündenhausen nachts in den Nachthimmel leuchtete, wurde jetzt vom Landratsamt untersagt. Der Betreiber hat gegen diese Entscheidung bereits Widerspruch erhoben.

Heute jährt sich zum 150. Mal die Gründung der Sparkasse Schopfheim. Pünktlich zum Jubiläum stellt Direktor Dr. Manfred Neubauer ein Buch im Berggasthaus »Hohe Flum« vor. Dieses Werk beleuchtet die Geschichte des Kreditinstitutes.

28. Mai 1993

Die Beratergruppe Aucktor hat an die Verwaltungsgemeinschaft den Auftrag für eine Entwicklungsplanung zurückgegeben. Die Beratergruppe hat den Konkursantrag gestellt.

29. Mai 1993

Sein 25jähriges Dienstjubiläum feiert Rainer Gerteis an der Kaufmännischen Schule Schopfheim. Der Oberstudienrat kam 1987 vom Wirtschaftsgymnasium Lörrach in die Markgrafenstadt, wo er auch lebt.

16 Schüler der Waldorfschule bestanden ihr Abitur. Angelika Sachs erzielte das beste Ergebnis mit der Note 1,4.

Erster Flohmarkt des Jahres in der Altstadt.

Zwiespältiges Echo bei der Schopfheimer SPD zur Basiswahl des Parteivorsitzenden, so die heutige Tagespresse. Es scheint ein Trend zum Duo Scharping/Lafontaine zu bestehen.

01. Juni 1993

Unlängst überreichten Realschüler aus Zell Dekan Felix Baumann eine Arbeit über Dr. Max Josef Metzger.

Wegen seiner Hautfarbe wurde vor wenigen Tagen ein 29jähriger Schopfheimer an einer Tankstelle in Müllheim angepöbelt. Es kam zu Handgreiflichkeiten. Der Pressemitteilung zu Folge soll die Polizei von einer Anzeige abgeraten haben.

Bei der Jahreshauptversammlung des Kinderschutzbundes zieht Vorsitzende Edith Walter eine rundweg positive Bilanz. Im vergangenen Jahr konnte man 38 neue Mitglieder aufnehmen.

02. Juni 1993

Die Stadt kündigt den Vertrag mit »Pflug«-Areal-Investor Karl Utner. Unterdessen wird beim Konkursgericht noch der Antrag der AOK zur Konkurseröffnung geprüft.

Zu den Äußerungen des ehemaligen Leiters der Kreismülldeponie Scheinberg nimmt nun das Landratsamt Stellung. Aus naheliegenden Gründen, so hört man, sage der entlassene Deponieleiter Zäh bewußt oder unbewußt die Unwahrheit.

Mit den Schäden am Rohrenkopf, die durch Holzerntemaschinen verursacht wurden, beschäftigt sich der Ortschaftsrat Gersbach. Man bemängelt die Kommunikation zwischen Forst-, Stadt- und Ortsverwaltung.

Eine sechsköpfige Delegation aus der schwedischen Partnerstadt Ronneby trifft in Schopfheim ein. Sie wird bis zum Samstag in der Markgrafenstadt bleiben. Erstmals mit dabei ist der neue Stadtdirektor, Christer Jacobsson.

Bei der Jahreshauptversammlung der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau wird Ulrich Hermann erneut zum Präsidenten gewählt.

03. Juni 1993

Das Trio »Avodah« (Violine, Akkordeon und Kontrabaß) sorgt mit einem Konzert in der Waldorfschule laut Presse für Super-Stimmung.

Die Heimbau GmbH soll einen neuen Namen erhalten. Sie soll künftig Städtische Wohnbau GmbH heißen. Das Eigenkapital wird gleichzeitig um DM 450.000,-- aufgestockt.

Mit dem Entwurf für den Bau eines Versammlungsraumes beschäftigte sich dieser Tage der Ortschaftsrat Enkenstein.

Ex-Investor Utner hat die Kündigung des »Pflug«-Vertrages akzeptiert, schreibt das MT heute.

Bei Mannesmann Demag Wittig wird nun auch wieder »kurz« gearbeitet. In Schopfheim liegt der Umsatzrückgang bei etwa 20%. Konjunkturbedingt hat das Schopfheimer Unternehmen mit Problemen zu kämpfen.

Rund 40 Beschäftigte der Schopfheimer Firma Mannesmann Demag Wittig folgten dem Aufruf des Arbeitgeberverbandes und der IG Metall zum Gedenken an die Opfer von Solingen. 15 Minuten wurde die 

Arbeit unterbrochen und der türkischen Opfer des heimtückischen Mordanschlages gedacht. An allen öffentlichen Gebäuden der Stadt ist Halbmast geflaggt. Man gedenkt der Opfer von Solingen.

04. Juni 1993

Im Umweltausschuß des Kreistages gibt man grünes Licht für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Gersbach. Die Straße soll eine neue Decke erhalten, gleichzeitig kann mit der auf DM 1,7 Mio. veranschlagten Maßnahme auch ein Gehweg entlang der Straße realisiert werden.

Der Malerbetrieb Albert Brüderlin, Inhaber Klaus Brüderlin, feiert sein 100jähriges Bestehen. Für den Kindergarten Bremt spendet der Betrieb DM 10.000,-.

Vor Tagen hat ein dem Bürgermeister beigegebener Beirat zusammen mit einem möglichen Investor aus dem Breisgau in Sachen »Pflug« getagt. Die Gespräche laufen auf Hochtouren.

05. Juni 1993

Das 25jährige Bestehen der Jugendfeuerwehren im Landkreis feiern die jungen Floriansjünger in Schopfheim ausgiebig mit einem Pokalwettbewerb im Oberfeld. 14 Gruppen treten an, um die Jugendfeuerwehrleistungsspange zu erringen.

Mit einem gemeinsamen Grillfest verabschieden sich die Gäste aus Ronneby wieder von der Markgrafenstadt.

Die Fußballer des SVS haben allen Grund zu feiern. Der Vizemeister der diesjährigen Runde und dessen Abteilungsleiter, Bernhard Kuri, laden zu einem Fest auf den Sportplatz ein. Der SVS-Vorsitzende Claus Huber, der sich wie viele andere an diesem heißen Nachmittag über den Erfolg der Fußballer freut, wünscht den Fußballern, daß sie nun im Relegationsspiel den Aufstieg schaffen.

Musik war Trumpf in Langenau. Der Musikverein lädt zu einem Zeltfest ein. Ganz besonders begrüßt wurde der Musikverein Uhldingen.

06. Juni 1993

Für ein friedliches Miteinander demonstrieren rund 20 Frauen und Männer vor dem Rathaus. Sie wollen schweigend der Opfer von Solingen gedenken.

23 Mannschaften und 171 Einzelkegler wollten Stadtmeister werden. Mit Brigitte Zeiher, Karl Selz und Sören König stehen diese in den Einzeldisziplinen nun fest. Bei den Mannschaften siegten zum einen die Damen des Sparkassenteams, zum andern die Herren des »Schlattholz-Zinkens«.

Pater Michele Graziani, der seit 17 Jahren in Deutschland lebt und arbeitet und in der Region für etwa 9.000 Italiener zuständiger Seelsorger ist, wurde in seinen Orden nach Florenz zurückgerufen.

07. Juni 1993

Die Hauptversammlung des Kegelclubs »Blau-Weiß« bestätigte vor wenigen Tagen Henrik Steingräber erneut als Vorsitzenden.

Mit dem Widerspruch aus dem Gersbacher Ortschaftsrat gegen den Grunderwerb für die Halle im Ortsteil beschäftigt sich der Gemeinderat sehr emotional. Heftige Auseinandersetzungen zwischen Ortsvorsteher Ühlin und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Zapp bestimmen die Debatte. Nach einer Sitzungsunterbrechung kommt man dem Antrag der Gersbacher in etwa entgegen. Das Grundstück soll wie vorgesehen zum 30. Juni gekauft werden, wenn der Grundstückseigentümer nicht mit einer Fristverlängerung der Grundstücksoption einverstanden ist. Heftige Vorwürfe werden der Verwaltung von allen Seiten gemacht, weil sie die Vorlagen zur Realisierung des Baues immer nur nach Aufforderung und mit Verzögerung lieferte. Alle Parteien sprechen sich unisono für den Gersbacher Hallenbau aus.

08. Juni 1993

Schüler aus dem englischen Broxbourne waren während der Oster- und Pfingstferien zu Gast im THG.

Hauptamtsleiter Klaus Strütt durfte von sechs Schülern der Montfort-Realschule Zell ihre Jahresarbeiten für das Stadtarchiv in Empfang nehmen. Die Arbeiten, die sich mit Zeitungsgeschichte, mit Ortsgeschichte, mit Innungsgeschichte, mit dem Genossenschaftswesen, aber auch mit der Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten und einem großen politischen Thema der GUS beschäftigen, werden ins Stadtarchiv aufgenommen.

Unter dem Slogan »Miteinander schwätze« lädt die CDU erneut zum Stammtisch mit der Bundestagsabgeordneten Ortrun Schätzle ein. Ein Thema der Diskussion war u. a. die doppelte Staatsbürgerschaft, für die sich die Abgeordnete nicht aussprach. Gleichwohl meint sie, daß man im Rahmen einer europäischen Lösung den Ausländern das Kommunalwahlrecht zugestehen sollte.

10. Juni 1993

Die Fußballer des SVS verlieren in Prechtal mit 0:1. Das Spiel am kommenden Sonntag wird entscheiden, ob ihnen der Aufstieg in die Landesliga gelingt.

Fronleichnamsfest der katholischen Kirchengemeinde. Nach dem Festgottesdienst ziehen die Gläubigen in einer Prozession über die Bismarckstraße, Karlstraße zum Schulhof der Dr. Max-Metzger-Schule.

12. Juni 1993

Hochstimmung im Ortsteil Gersbach. Der Gesangverein feiert sein 125jähriges Bestehen. Aus den Vorgärten und an den Häusern des Ortes grüßen Fähnchen den Jubiläumsverein. Während des Festaktes konnte der Präsident des Alemannischen Sängerbundes, Karl-Heinz Klein, die Aktivmitglieder Heidrun Blum für 25 Jahre, Gretel Deiss und Emma Sutter für 40 Jahre Vereinstreue ehren. Horst Sutter wurde vom Vorsitzenden des Gesangvereines »Concordia«, Ernst Frieder Schmidt, zum Ehrenmitglied ernannt.

Eltern und Schüler feiern mit dem Lehrerkollegium das Schulfest der Dr. Max-Metzger-Schule.

Das Ergebnis des Geschäftsjahres 1992, so Geschäftsführer Förster von der Firma Arlington, sei schwach positiv und damit nicht befriedigend.

Eine Wanderausstellung zum Thema Umweltschutz präsentiert Greenpeace während 14 Tagen in der Stadtbibliothek.

13. Juni 1993

Kurz nach 18.00 Uhr stand es fest: Rudolf Scharping macht in Schopfheim bei der Abstimmung der Sozialdemokraten über ihren Vorsitzenden das Rennen. 37% der Stimmen fielen auf ihn, 33,7% auf Gerhard Schröder. Heidemarie Wieczorek-Zeul erhielt 29%. Von 206 Mitgliedern des Ortsvereines nahmen 95 an der Basisbefragung teil. Die Wahlbeteiligung mit 46,1% liegt damit unter dem Ergebnis im Bundesgebiet.

Es ging ums Ganze beim Fußball. Das letzte Spiel sollte über den Aufstieg in die Landesliga entscheiden. Nach dem Spiel war die Enttäuschung groß, denn das Entscheidungsspiel gegen Prechtal endete mit einem 1:1. Dieser Spielstand wurde erst in der 91. Minute erreicht, nachdem Prechtal lange 1:0 geführt hatte. Man muß nun wiederum ein Jahr auf den möglichen Aufstieg warten.

14. Juni 1993

Sechzig Jahre Segelfluggruppe Schopfheim. Unter diesem Motto eröffnet die Museumsgesellschaft im Museum der Stadt eine Sonderausstellung. Eine gelungene Kooperation zwischen zwei Vereinen.

15. Juni 1993

Der Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren« trifft sich erneut, um zu fragen, was man zum Schutz der ausländischen Bürger tun könnte. Den Förderunterricht für Kinder von Asylbewerbern wird nun ein arbeitsloser Lehrer übernehmen, teilte Pfr. Schaupp mit. Rektor Hermann Egner hat eine außerstaatliche Geldquelle aufgetan, mit deren Hilfe das Deputat dieses Lehrers bezahlt wird. Von Christa Hoheisel kam der Vorschlag, Nachtwachen vor Häusern, in denen Ausländer wohnen, einzurichten. Über das Für und Wider solcher Wachen soll Ende August beraten werden. Man will von der Stadtverwaltung in Erfahrung bringen, was in Schopfheim für die Sicherheit ausländischer Mitbürger unternommen wird.

16. Juni 1993

Die Sperrung der Ortsverbindungsstraße zwischen Maulburg und Wiechs ist für den Wiechser Ortschaftsrat kein Thema. Man hält den Maulburger Beschluß für überflüssig.

Zu einem großen bunten Abend, ja zu einer Jubiläumsshow, lädt die Sparkasse in die Stadthalle ein. Die Veranstaltung war ausverkauft und das Publikum begeistert.

17. Juni 1993

Entsprechend dem Antrag der SPD will die Stadtverwaltung nach Vorliegen der Abbruchgenehmigung die Gebäude auf dem »Pflug«-Areal umgehend abbrechen. Die Kosten hierfür werden derzeit mit DM 470.000,- veranschlagt. Weiter soll alles unternommen werden, um keine Zeit mehr zur Realisierung des »Pfluges« zu verlieren. Eine städtische GmbH, wie sie ebenfalls von der SPD vorgeschlagen wurde, soll unter Beteiligung der Stadt, der städt. Wohnbau, der Sparkasse und von Privatpersonen gegründet werden. Diese soll die Abwicklung und die Suche nach neuen Investoren übernehmen.

In einer Umfrage will die Badische Gas- und Elektrizitätsversorgungs-AG wissen, ob Wiechs an einer Gasversorgung interessiert ist, da eine solche bis heute nicht besteht.

Zu keiner gütlichen Einigung zwischen dem Landkreis und dem früheren Schopfheimer Oberarzt kam es bei der erneuten Sitzung beim Arbeitsgericht. Der Landkreis wurde verurteilt, die ausgesetzten Lohnzahlungen von November 1992 bis Mai 1993 unverzüglich vorzunehmen.

Die Stadt versucht, vom Grundstückseigentümer des strittigen Gersbacher Grundstückes eine Fristverlängerung der Option zu erreichen. Man hat jedoch, so Beigeordneter Hartmut Bertsch, bis gestern keine Antwort erhalten. Der Beigeordnete hält das Gersbacher Hallenprojekt und die Enkensteiner Halle derzeit für unvertretbar. Wenn man sparen muß, sind andere Prioritäten zu setzen. In den nächsten drei Jahren dürfe es weder in Gersbach noch in Enkenstein eine Halle geben.

Matthias Kehle liest in der Stadtbibliothek.

18. Juni 1993

Mit dem Notauslaß am Abwasserkanal in der Langenauer Rüttelstraße wird sich der Gemeinderat nächste Woche beschäftigen. Diese Abwasserleitung kam beim Deponiestörfall ins Gerede. Die Verwaltung favorisiert eine Trennung des Schmutz- und des Regenwassers. Problematisch ist aber die Deponie, die bis zum Vierfachen der genehmigten Abwassermenge in den Kanal einspeist. Die SPD fordert, daß sich der Eigenbetrieb Deponie des Landkreises an den Kosten für den neuen Kanal beteiligt.

Mit Verwunderung nimmt der Ortschaftsrat Gersbach Kenntnis von Kanalisationsplänen der Stadtverwaltung im Ortsteil.

19. Juni 1993

Der Alemannische Sängerbund tagt in der Stadthalle.

In einem Leserbrief äußert sich der BUND durch Frau Dr. Ruth Noack negativ zum »Pflug«-Abbruch.

Bei herrlichstem Wetter feiert die Stadtmusik zwei Tage ihr »Lindenfest« auf dem Marktplatz.

Hermann Kumle wird als Betriebsleiter des Postamtes Schopfheim verabschiedet. Seit 1947 war er hier tätig. Sein Nachfolger wird Franz Köhler.

In Scharen kommen die Besucher zur Jazzfete auf den Sparkassenparkplatz. Das Kreditinstitut hat anläßlich des 150. Jubiläums zu diesem unterhaltsamen Nachmittag mit jazzig-fetzigen Klängen der »Pepper House Stompers« und von »Harry and the Hipswingers« eingeladen.

Erneut veranstaltet der Fußballverein Fahrnau ein Turnier für die Jungkicker.

20. Juni 1993

Den 20. Geburtstag feiert die Spielstube Raitbach mit einem kleinen Fest, das von der Feuerwehr und den Vereinen gestaltet wird.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst begann das 120. Jubiläum der Langenauer Feuerwehr. Das Fest, musikalisch umrahmt durch den Musikverein, wurde mit Wettkämpfen abgeschlossen.

Zurück zu den Wurzeln Sibiriens. Eine Musik- und Theatergruppe unter dem Titel »Weißes Rentier« gastiert in der Stadthalle.

21. Juni 1993

Eine Gruppe Schopfheimer Bürger wendet sich in einem offenen Brief gegen die »Pflug«-Abrißpläne, denn am heutigen Tage soll im Gemeinderat über den Abbruch entschieden werden. Die Vorgehensweise des Gemeinderates bezeichnet die Gruppe als »Frankfurter Westend-Methode«. Man habe intakte Gebäude ihrer Nutzung entzogen und bewußt »verlottern« lassen.

Der Gemeinderat verabschiedet den Rechenschaftsbericht des Jahres 1992. Dieser schließt in den Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushaltes mit DM 42.570.041,47 ab. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt betrug DM 4.101.695,19. Sie liegt gegenüber dem Ansatz um DM 1 Mio. höher, denn die Gewerbesteuer überschritt die 8-Millionen-Grenze. Der Vermögenshaushalt schließt mit einer Summe von DM 9.228.792,98 ab. Die Vertreter der Fraktionen begrüßten das doch recht positive Ergebnis und verabschiedeten den Bericht dann einstimmig.

Über das »Pflug«-Areal bzw. den Abbruch der Gebäude wird im Gemeinderat heftig diskutiert. Stadträtin Blümle verwahrt sich gegen den Abbruch, auch Stadtrat Härzschel möchte einem Abbruch nur bedingt zustimmen. Nach seinem Willen sollen das »Pflug«-Hauptgebäude und das Feuerwehrgerätehaus nicht abgerissen werden, die Häuser in der Himmelreichstraße und in der Feldbergstraße jedoch der Spitzhacke zum Opfer fallen. Im Rahmen dieser Diskussion wird deutlich, daß alles unternommen werden muß, das bestehende Konzept zu realisieren. Insbesondere Stadtrat Horn meint auf die Reaktionen aus der Bevölkerung der letzten Tage hin, daß man nicht alles zerreden dürfe. Dem Gemeinderat sei es ernst mit dem Konzept. Ein deutliches Ja dazu äußern auch Stadtrat Leppert für die Freien Wähler und Stadtrat Zapp für die SPD. Lediglich Stadtrat Dr. Noller schwenkt aus der Parteilinie der Sozialdemokraten aus. Er spricht sich derzeit gegen den Abbruch aller zur Diskussion stehenden Gebäude aus. Klar wird auch, daß der Gemeinderat, sollte in den nächsten Tagen kein Investor gefunden werden, zur Realisierung des Bauvorhabens selbst eine GmbH gründen will, um die Baumaßnahme zu realisieren. Vom Begriff »Kaufhaus Pflug« wird man sich künftig auch verbal trennen müssen.

Die Abbrucharbeiten sollen an die Firma Hermann, Grenzach-Wyhlen, vergeben werden.

In gleicher Sitzung beschäftigt sich das Gemeindeparlament auch mit dem Hauptsammler Langenau. Es muß dem Landkreis klargemacht werden, daß nicht mehr als die zulässigen 5 Sec/Liter in den Kanal des Abwasserverbandes eingeleitet werden dürfen. Der Landkreis muß das überschüssige Abwasser in Pufferbecken zurückhalten und dann in zulässigen Mengen einleiten.

Die Arbeiten für den neuen Kindergarten Bremt werden vergeben. Die Beton- und Maurerarbeiten wird die Firma Binder & Blum aus Schopfheim ausführen. Das Haus selbst wird in schlüsselfertiger Holzständerbauweise durch die Firma Breisgauhaus aus Staufen-Grunern errichtet.

Einstimmig verabschiedet der Gemeinderat auch die Abrundungssatzung »Nördlicher Ortsrand Kürnberg«.

Die Fremdwasserproblematik in der Kanalisation Gersbach ist ebenfalls Thema der Gemeinderatssitzung. Es soll nun die Planung in Angriff genommen werden, wie man dem Problem begegnen kann. Aktuell ist es auch dadurch, daß 1995 die Kreisstraße durch Gersbach erneuert werden soll.

Die Bauarbeiten zum neuen Jugendzentrum beginnen.

Die Äußerungen des Beigeordneten zur Gersbacher Halle in der vergangenen Woche rügt Robert Zapp im Gemeinderat.

Das Kindersommerferienprogramm wird vom Ordnungs- und Sozialamt vorgestellt.

In der Nacht werden in Gersbach zwei Kästen mit Bienenvölkern durch Diebe entwendet.

22. Juni 1993

Klaus Thiele von der evangelischen Kirchengemeinde meint der Badischen Zeitung gegenüber, daß zum Umbau des Kindergarten Lus noch keine Entscheidungen getroffen seien. Frühestens im Herbst wird man sich mit der Stadt wieder zusammensetzen, um über die gewünschten Umbaupläne zu sprechen.

Einbrecher dringen in das Schwimmbadgebäude ein. Es entstanden erhebliche Schäden, ein Münzwechselautomat wurde aufgebrochen und Geld entwendet.

23. Juni 1993

Ein Busfahrer durchbrach am Bahnhof Fahrnau die geschlossene Bahnschranke. Der Zug aus Richtung Zell stand im Bahnhof. Nach einem kurzen Disput zwischen Zugbegleiter und Busfahrer beschlagnahmte die Polizei den Führerschein des Busfahrers.

24. Juni 1993

Die sich vor Tagen formierte Aktion gegen den »Pflug«-Abriß will das Denkmalamt mit einer Unterschriftenaktion zum Umdenken bewegen.

Über die Aktivitäten des vergangenen Jahres berichtet der BUND bei der Jahresversammlung. Dr. Ruth Noack wies darauf hin, daß die Arbeit der Geschäftsstelle in Rheinfelden in Gefahr sei, da man um die Erhaltung der ABM-Stellen bangen müsse. Da der BUND Maulburg seit zwei Jahren ohne Vorsitz ist, erwägt man, den Ortsverein eventuell in den Schopfheimer BUND zu integrieren.

Mit roter Farbe werden in der Nacht mehrere Gebäudeteile des MSC-Sportheims besprüht.

Vertreterversammlung der Volksbank Schopfheim in der Stadthalle. Bankdirektor Walter Ammann lobte sein Bankteam. Der Haftungsanteil eines Mitgliedes soll von DM 300,- auf DM 600,- erhöht werden. Als insgesamt erfreulich bezeichnet er das Geschäftsjahr 1992. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Bilanzsumme um DM 9,2 Mio. gesteigert, die Kundeneinlagen stiegen um 5,3% auf rund DM 157,8 Mio. Die Mitgliederentwicklung der Bank geht nach oben. Derzeit hat sie 3.701 Mitglieder mit einem Guthaben von DM 1,9 Mio.

25. Juni 1993

Derzeit ist in der Friedrich-Ebert-Schule eine Ausstellung des BUND mit dem Thema »Anti Müll« zu sehen.

Nach der gemeinderätlichen Schelte gegen den Beigeordneten wehrt sich dieser nun in Sachen Gersbacher Halle. Er meint: »Keine Macht der Welt kann mich daran hindern, anderer Meinung zu sein als der Gemeinderat. Es steht auch nirgends geschrieben, daß ich mich nur im Gemeinderat äußern darf. Er bleibt dabei, daß derzeit die Halle in Gersbach politisch unvertretbar ist.«

Brand im »Pflug«-Areal! Im Haus Räuber an der Feldbergstraße wird an zwei Stellen Feuer gelegt. Die Feuerwehr wird um 20.00 Uhr alarmiert. Nur durch das schnelle Eingreifen und durch den Einsatz der neuen Drehleiter kann das Übergreifen des Feuers auf das Gebäude des Schuhmachers Enz vermieden werden. Das Gebäude Räuber, in dem der Brand ausbrach, steht leer.

Im Zunftkeller trifft sich die Narrenzunft zur jährlichen Generalversammlung. In Vertretung des erkrankten Enrico Blokbergen leitet der stellvertretende Oberzunftmeister Andreas Gaenzle die Sitzung. Für 22 Jahre aktive Mitarbeit wurde Wolf-Dieter Hagin geehrt. Werner Sprich als Gründungsmitglied des »Städtli-Zinkens« ist seit 35 Jahren aktiver Fasnächtler. Er wurde ebenso geehrt wie Hans Eckert, Gründungsmitglied des »Auma-Zinkens«, der schon seit 43 Jahren aktiv das Fasnachtsgeschehen mitbestimmt.

Die Volksbank Schopfheim verabschiedet zwei verdiente Mitarbeiter. Karl Kunz betreute zwei Jahrzehnte die fahrbare Zweigstelle. Er trat ebenso in den Ruhestand wie Elisabeth Brändlin, die 1949 bei der Volksbank als Lehrling begann.

26. Juni 1993

Beim Brand im Haus Räuber in der Feldbergstraße soll es offenbar nicht bleiben: Erneut heißt es Einsatz im »Pflug«-Areal. Die Feuerwehr rückt aus, um einen Brand im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus zu löschen. Im Gegensatz zu den anderen Gebäuden auf dem »Pflug«-Areal ist im Feuerwehrgerätehaus noch eine Wohnung von einer Asylbewerberfamilie belegt. Die Familie lebt nun in ständiger Angst. Sie soll, so die Stadtverwaltung, am Montag umquartiert werden.

Die Vorbereitungen zum diesjährigen 28. Motocross laufen auf Hochtouren. Eine Veranstaltung, die Fritz Schrank seit 28 Jahren als Rennleiter organisiert.

Mit Standing Ovations und Zugaben wurde das Gastspiel der Golden Gospel Singers aus den USA in der Stadthalle bedacht.

Roland Kroell präsentierte archaische und keltische Gesänge auf Einladung der vhs in der Alten Kirche St. Michael. Ein gemischtes und interessiertes Publikum hörte den Klängen des »Barden der Neuzeit« zu.

27. Juni 1993

Das Schopfheimer Motocross hielt, was 4.000 Fans entlang der 1.771 Meter langen Strecke erwarteten. Martin Gölz und Hans-Rudolf Stettler gewannen, wie im Vorjahr, die Gespannläufe der Deutschen Meisterschaft in Schopfheim. Die Motocross-Lokalmatadoren Wolfgang Kühn und Siegfried Ruf waren trotz Trainings-Schnellstzeit im Rennen vom Pech verfolgt. Ein defekter Stoßdämpfer ließ sie auf Platz 10 abrutschen. Das 28. Schopfheimer Motocross stand am Sonntagvormittag noch unter dem Zeichen beginnenden Regens. Zu den ersten Wertungsläufen aber tauchte die Sonne auf und sorgte innert weniger Minuten für eine nahezu ideale Rennstrecke.

Erneut Feuer in Schopfheim! In der Nacht zum Montag wird hinter dem Wohnblock am Wiesenweg 2-4 ein Holzschuppen in Brand gesteckt. Mit 20 Mann und vier Fahrzeugen rückt die Wehr dem Brand zu Leibe. Es stellt sich nun die Frage, ob wieder – wie schon einmal vor Jahren – ein Serienbrandstifter am Werk war.

29. Juni 1993

1.000 Unterschriften gegen den »Pflug«-Abriß sollen von empörten Bürgern geleistet worden sein.

30. Juni 1993

Die Gärtnerei Opitz schließt zum Ende dieses Monats. Marianne und Werner Opitz geben nach 33 Jahren ihre berufliche Tätigkeit auf. Auf dem Grundstück wird künftig ein Wohnhaus stehen. Unter fünf Bewerbern hatte Werner Opitz vor 33 Jahren den Zuschlag erhalten, die Gärtnerei an der Schwarzwaldstraße zu pachten.

Die »Minifossis« der Friedrich-Ebert-Schule waren dieser Tage wieder am Altrhein zu Gange. Sie suchten nach Goldflitterchen für die Ausstellung in Finnland.

Die Aktionsgemeinschaft »Pflug«-Areal schreibt an den Regierungspräsidenten Schröder und fordert die Verweigerung der Abbruchgenehmigung. Unterzeichnet ist der Brief von Bettina Bethlen, Prof. Dr. Gerold Blümle, Harald Klemm, Dr. Fritz Lenz, Karl Selz und Dr. Thomas Weiß.

Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Aufklärung der Brände der letzten Tage.

In Leserbriefen wenden sich Schopfheimer erneut gegen den »Pflug«-Abbruch. Die Briefe sind zum Teil sehr emotional gegen Verwaltung und Gemeinderat gerichtet.

Heidi Wickersheim, die sich in den letzten Wochen stark für den Grünbestand in der Feldbergstraße engagierte und massive Vorwürfe gegen die Verwaltung erhob, wandte sich auch an das Landratsamt. Von dort erhielt sie nun die Mitteilung, daß die Stadt nicht gegen die Satzung verstoßen habe.

Das Sicherheitsrisiko »Pflug«, wie viele es bezeichneten, hat sich als solches erwiesen. Um 23.15 Uhr wird die Feuerwehr zum Einsatz alarmiert. Der »Pflug« mitsamt dem »Pflug«-Saal steht in Flammen. 120 Feuerwehrmänner bekämpfen das Inferno. Ein gesonderter Bericht über diese Brandnacht ist in diesem Jahrbuch zu lesen.

Die Stadt Schopfheim wird für vorbildliche Aktivitäten zur Erschließung und Mobilisierung von Bauland sowie zur Sicherung einer ökologisch verantwortlichen Nutzung geehrt. Ein Preis von der Deutschen Bank Bauspar AG. Bürgermeister Fleck, Beigeordneter Bertsch und die Stadträte Flößer und Zapp nahmen den Preis in Düsseldorf in Empfang. Äußerliches Zeichen ist eine Keramik-Skulptur von Friedensreich Hundertwasser.

01. Juli 1993

Gewaltig klingt die Überschrift im MT: »Stadt will Bürgern Geld aus der Tasche ziehen«. Gemeinderat und Verwaltung diskutieren in Klausur über Einnahmeerhöhungen und Ausgabenreduzierung.

100 Jahre alt ist der evangelische Frauenverein Gersbach. Im Beisein von Oberkirchenrat Schneiders vom Diakonischen Werk und von Pfarrer Trautwein erhielten Ella Koch, Hilde Schmidt, Hedwig Sutter, Heide Trautwein, Emma und Gertrud Weniger das Kronenkreuz in Gold. Diese Auszeichnung wird von der Diakonie verliehen. Lina Schmidt erhielt das Ehrenkreuz in Silber. Zum Jubiläum ist eine Broschüre erschienen.

02. Juli 1993

Das Konkursverfahren gegen die Textilfabrik Wieslet GmbH wird nun doch eröffnet.

Auf dem Kinderspielplatz bei der Hülschenmatthalle soll ein ehemaliger Viehtränkbrunnen aufgestellt werden. Den Platz bestimmten Kinder bei einer kürzlich stattgefundenen Ortschaftsratssitzung.

Das Galli Theater Freiburg gastiert im Museumskeller. Das Publikum war vom ersten »Theatersommer« begeistert. Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist wohl garantiert.

03. Juli 1993

Um 23.17 Uhr erneut Alarm für die Feuerwehr. Ein Holzschopf am Eichener Sprankenweg brennt. Polizei und Feuerwehr gehen auch hier von Brandstiftung aus. Die ausgerückte Wehr mit ihrem Kommandanten Bernd Schwöble hatte den Brand schnell unter Kontrolle.

Die Sportvereine des Landkreises treffen sich zum Kreissporttag in der Stadthalle. Anliegen dieser Vereinigung ist es, die Bedeutung des Sports und der Vereine für Politik und Gesellschaft bewußter zu machen.

Walter Faller wurde dieser Tage durch den SPD-Kreisvorsitzenden Günter Schlecht für seine 65jährige Mitgliedschaft in der Partei geehrt.

Holzrock in den Sengelen. Auf Hunderten von roten und schwarzen T-Shirts liest man »Gib Nazis keine Chance«. Unter diesem Motto haben die »Irrlichter« zur Freiluftveranstaltung in den Eichenwald eingeladen.

04. Juli 1993

Brandnester flackern im »Pflug« auf. Die Feuerwehr muß erneut dem roten Hahn zu Leibe rücken.

Die Nahverkehrszüge wurden von der Deutschen Bundesbahn umgerüstet. Ein türkisfarbenes Design soll künftig den schaffnerlosen Zug attraktiv machen.

05. Juli 1993

Auftakt zum 18. Wiechser Dorffest mit dem traditionellen Faßanstich. Heißes Sommerwetter begleitet das Vereinsfest.

Mit einem offenen Brief wendet sich die »Aktionsgemeinschaft Pflug« an den Gemeinderat. Man will eine Bürgerversammlung zum Thema »Pflug« erreichen.

Begeistert war eine große Anzahl Zuhörer beim Konzert der Jugendkapellen Wollbach und Fahrnau in der Fahrnauer Festhalle.

06. Juli 1993

Die Sach- und Geldmittel, die der Bund zur Verfügung stellt, reichen dem THW nicht mehr aus, die notwendigen Aktivitäten zu finanzieren. Diese Lücke will eine Helfervereinigung um Thomas Spohn schließen.

Die Flut der Leserbriefe in Sachen »Pflug« reißt nicht ab. Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung werden massiv angegangen.

Das S3-Fernsehen berichtet über den »Pflug«.

Bürgerversammlung in Fahrnau zum Bebauungsplan »Auf Hinter Hofen«. In der Bürgerversammlung wird deutlich, daß zwischen den Vorstellungen der Eigentümer und denen der Stadt keine Übereinstimmung herrscht. Viele Fahrnauer befürchten, daß in diesem Gebiet, das 95 Wohnungen vorsieht, ein »zweites Hirschendreieck« entstehen könnte. Zur Überraschung der Stadtverwaltung legt Joerg Uwe Sanio, der sich mit den Bürgern in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen hat, eine eigene Planung vor.

07. Juli 1993

Die »Pflug«-Ereignisse überschlagen sich. Der Presse gegenüber teilt Beigeordneter Bertsch am Vortag mit, daß die Abbruchgenehmigung vom Landratsamt signalisiert worden ist und binnen weniger Tage schriftlich vorliegen sollte. Ein Fax des Landesdenkmalamtes wischte jedoch alles vom Tisch. Die Behörde hält das »Pflug«-Kopfgebäude nach wie vor für denkmalgeschützt. Die Stunden zuvor in Aussicht gestellte Abbruchgenehmigung ist nun wieder zurückgenommen worden.

Die Stadt Schopfheim setzt wegen der »Pflug«-Brände eine Belohnung aus. DM 10.000,-- werden für die Ermittlung des Brandstifters zur Verfügung gestellt. Weitere DM 2.000,-- an Belohnung kommen von der Staatsanwaltschaft.

Willi Leppert, ehemaliger Bauhofchef, feiert heute seinen 95. Geburtstag.

08. Juli 1993

Die Stadtverwaltung kündet an, daß am Montag bereits mit dem Abbruch des »Pflug«-Areals begonnen wird. Das Landratsamt hat nun die Abbruchgenehmigung für alle Häuser – außer dem »Pflug«-Kopfgebäude und dem Haus Neef – zugesagt. Das Landesdenkmalamt wird morgen das Areal besichtigen, um danach über den Rest-Abbruch zu entscheiden.

In nichtöffentlicher Sitzung verabschiedet der Gemeinderat eine Erklärung (mit einer Gegenstimme), in der er und die Verwaltung seine großen Sorgen wegen der Brände innerhalb der Stadt, insbesondere auf dem »Pflug«-Areal, zum Ausdruck bringt. Gegen die versteckten Unterstellungen, daß Verwaltung und Gemeinderat hinter diesen Bränden stecken, wendet sich die Resolution ebenfalls. Sie werden mit allem Nachdruck als unerhört zurückgewiesen. Gleichzeitig wird deutlich, daß Gemeinderat und Verwaltung hinter dem Konzept »Pflug« stehen.

09. Juli 1993

Das neu errichtete BMW-Autohaus Friedlin in Gündenhausen meldet Konkurs an.

Jeden zweiten Dienstag im Monat finden Bürgerstammtische der CDU statt. Sie sollen der Diskussion mit den Mitmenschen dienen.

Bürgermeister Klaus Fleck überreicht den seit 40 Jahren im Dreisternwerk Beschäftigten Klaus von den Eicken und Horst Döhring Medaillen und Urkunden des Landes Baden-Württemberg.

10. Juli 1993

Schopfheim macht in den Tageszeitungen erneut Schlagzeilen. Auf der dritten Seite der Badischen Zeitung erscheint ein Artikel »Eine Stadt hat Brandnarben und bald ein neues Gesicht«. In diesem Artikel wird nicht nur die Geschichte des »Pflugs« und der Investoren, sondern insbesondere die Rolle des Gemeinderates geschildert. Es ist von »Filz« die Rede. Der Artikel enthält Vorwürfe an den Bürgermeister, an den Fraktions-Vorsitzenden der SPD, an den Bankdirektor und den Notar, ohne zu fragen, ob sie auch richtig seien. Weiter verlautet, der ehemalige Stadtrat Karl Selz, auch »Stimmenkönig« genannt, habe die Konsequenz gezogen. Solchen »Mauscheleien« habe er nicht länger zusehen mögen und deshalb sein Stadtratsmandat niedergelegt.

Am gleichen Tag steht im regionalen Teil der Zeitung, daß Gernot Pöpperl das »Pflug«-Areal nun realisieren wolle und als neuer Investor bereitstehe. Der Gemeinderat erklärte in einer Sondersitzung am Donnerstag die grundsätzliche Bereitschaft, das Projekt mit Pöpperl zu bauen. Vorgesehen sind 70 statt bisher 50 Wohnungen und auf 2.000 m² ein Vollsortimenter. 19 von 21 anwesenden Stadträten gaben grünes Licht für die weiteren Vertragsverhandlungen.

Der Temperatursturz des Wochenendes vereitelte ein Waldfest des Raitbacher Musikvereins. Kurzentschlossen zog man in die Festhalle um und feierte dort.

11. Juli 1993

Trotz heftigsten Regens trifft man sich in der Altstadt mit dem »Sternen-Zinken« zum mittlerweile 17. Rettichfest.

Wegen der heftigen Niederschläge werden den Teilnehmern beim nationalen Schopfheimer Reitturnier in den Sengelen höchste Konzentration und Können abverlangt.

12. Juli 1993

Die Abbrucharbeiten am »Pflugsaal«-Gebäude beginnen. Das Unternehmen Hermann aus Grenzach ist damit beauftragt worden.

Die Sozialwohnungen in der Feldbergstraße, die in den letzten Monaten von der Städtischen Wohnbau errichtet wurden, sind bezugsfertig. In einer kleinen Feierstunde übergibt Brigitte Leisinger, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnbau (ehemals Heimbau GmbH), die Räume im Beisein vieler Stadträte. Es ist das erste Wohnhaus mit Niedrigenergiestandard in Baden-Württemberg. Das Haus kostete DM 2,4 Mio. bei einem Quadratmeterpreis von DM 2.430,--.

13. Juli 1993

Julchen Blum feiert im Georg-Reinhardt-Haus ihren 99. Geburtstag.

Bürgermeister Klaus Fleck wendet sich in einem Leserbrief gegen die »Pflug«-Areal-Diskussion der letzten Tage. Er meint, nicht nur das Zündeln mit dem Streichholz, sondern auch mit dem Wort bedrücke ihn sehr. Insbesondere die Art, wie Halbwahrheiten und Unwahrheiten verbreitet würden, schade der Stadt und dem Gemeinwohl.

Der in Schopfheim geborene und hier aufgewachsene Architekturprofessor Günter Pfeiffer äußert sich auch zum »Pflug« und fordert den Gemeinderat auf, vom Abriß Abstand zu nehmen, um neuen Gedanken Raum zu geben.

Nach Einspruch einer Angrenzerin mußte der Abbruch des »Pflug«-Areals vorübergehend eingestellt werden. Der von der Stadt umgehend beantragte Sofortvollzug der Abbrucharbeiten wird vom Landratsamt akzeptiert, sodaß mit einem Tag Verzögerung weitergearbeitet werden kann.

14. Juli 1993

Zweifacher südbadischer Landesmeister im Schießen mit dem Luftgewehr in der Jugendklasse und im Kleinkaliber in der Juniorenklasse wurde dieser Tage der 17jährige Wiechser Martin Wagner.

15. Juli 1993

Die Zahl der Leserbriefe gegen die Stadt zum »Pflug« wird nicht geringer. Heute meint gar Harald Wille, ein Mieter aus dem Bereich des besagten Areals, die verantwortlichen Politiker müßten mit ihrem Rücktritt die Konsequenzen aus dem eigenen Versagen ziehen. Er schreibt gar weiter, daß jeder Verantwortliche eines Privatunternehmens nach derart unglücklichen Verkettungen längst in Untersuchungshaft säße.

Vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer hat Anita Seger die Meisterprüfung im Friseurhandwerk abgelegt.

16. Juli 1993

Der SPD-Bundesvorsitzende Rudolf Scharping schrieb dieser Tage an Walter Faller und gratulierte ihm zu seiner kürzlich gefeierten 65jährigen aktiven Mitgliedschaft in der SPD.

Es gibt in Sachen »Pflug« nicht nur die Leserbriefschreiber! Dieser Tage sagte ein Schopfheimer der Presse gegenüber: »Bringet mol wider öbbis anderis in d’Zittig, mir wen si nümmi lese«.

Eine 50köpfige Delegation von Bibliothekaren, Kulturassessoren, Bürgermeistern und Verwaltungsleuten aus Südtirol besichtigt die Stadtbibliothek.

17. Juli 1993

Mit einer Stellungnahme hat sich der Vorstand des Gewerbevereins nun auch zum »Pflug« geäußert. Er meint, mit Verwunderung werde zur Kenntnis genommen, daß außer Rundumschlägen keine echten Alternativvorschläge für das Areal genannt worden seien. Der Gewerbeverein habe bisher keine Veranlassung gesehen, sich an der Pressediskussion um die längst verabschiedete »Pflug«-Überbauung zu beteiligen, zumal diese Diskussion von Einzelnen in einem Stil und zu einem Zeitpunkt geführt werde, den der Gewerbeverein ablehne.

Das Landesdenkmalamt hat nun entschieden, daß das »Pflug«-Kopfgebäude auch nach dem Brand ein Denkmal bleiben wird. Das Regierungspräsidium muß nun im Abwägungsprozeß der Interessen entscheiden.

Interessant ist auch in diesem Monat der Brief von Eugen Herzog aus Poligny. Er weiß unter anderem zu berichten, daß der finnische Außenminister der Partnerstadt einen Besuch abstattete. Gleichzeitig informiert er darüber, daß 350 Kinder der Volksschule die Oper »La petite sirène« (Die kleine Nixe) aufführten.

19. Juli 1993

Dieser Tage überreichte Schulrat Weber Reinhold Fetscher die Ehrenurkunde für 25jährige Tätigkeit im öffentlichen Dienst. Fetschers Tätigkeit begann bei der Bereitschaftspolizei Lahr. 1976 nahm er dann das Studium für das Lehramt der Grund- und Hauptschulen an der PH in Lörrach auf. Der jetzige Fahrnauer Schulleiter war nach den Dienstprüfungen in Schönau, Hausen und Zell tätig, bevor er als Lehrer an die Grundschule nach Fahrnau kam.

Erneut Feueralarm! Gleich zweimal wird die Feuerwehr zu Bränden gerufen. Erneut brennt es am Wiesenweg 2. Diesmal ist es nicht ein Schopf-, sondern ein Kellerbrand, zu dem die Feuerwehr um 7.58 Uhr gerufen wird. Vermutlich wurden Kartons und Altpapier angezündet. Das Haus ist teilweise geräumt. Im Gebäude werden künftig Asylbewerber untergebracht. Noch während die Feuerwehr im Einsatz war, gab es um 8.38 Uhr Alarm. Am Hofackerweg in Eichen brannte ein Schuppen. Laut Polizei wurde der Brand vorsätzlich mit einem Brandbeschleuniger gelegt.

20. Juli 1993

Die Grundstücke und die Bauruinen auf der »Schärers Au« sollen im September zwangsversteigert werden.

Die »Aktionsgemeinschaft Pflug-Areal«, die sich seit einigen Wochen stark artikuliert, will, so die heutige Presse, eine Denkpause bis nach den Sommerferien einlegen. Sie fordert den Gemeinderat und die Verwaltung auf, eine Bestandsaufnahme und eine Neuorientierung vorzunehmen, denn die Eckdaten »hätten sich geändert«. Es heißt weiter: »Wir respektieren als Demokraten selbstverständlich getroffene Entscheidungen. Diese sind jedoch umkehrbar, wenn sich die Ausgangslage ändert«.

21. Juli 1993

Schopfheim kommt nicht zur Ruhe. In den frühen Morgenstunden brennt es erneut in der Altstadt. Ein Schuppen auf der Au wird Raub der Flammen.

Dr. Paul Mörsdorf feiert seinen 80. Geburtstag. Neben dem Schopfheimer Bürgermeister ließ es sich auch der Altbürgermeister der Stadt Zell, Bernhard Lederer, nicht nehmen, dem Mediziner, der 30 Jahre Chefarzt am Zeller Krankenhaus war, zu gratulieren. 1952 wurde Dr. Mörsdorf an dieses Haus berufen, das er 1978 aus Altersgründen verließ.

22. Juli 1993

Das Schweigmatter Freibad steht auf dem kritischen Sparprüfstand, ist heute in der Zeitung zu lesen. Die Zeitungsmacher informieren über eine vor einer Woche stattgefundene Klausurtagung des Gemeinderates und der Verwaltung zur Haushaltssituation.

26. Juli 1993

Bislang besuchten 44.000 Besucher das städtische Schwimmbad. Die neue Anlage für Kinder findet regen Zuspruch.

Gut vorbereitet geht der SVS in die neue Spielsaison. Gerhard Nägelin wird die erste Mannschaft trainieren; die zweite Mannschaft des SVS übernimmt Klaus Jäckh.

Die Schopfheimer Kindertage sind ein großer Erfolg. Gleichwohl empört sich Christa Hoheisel über das Angebot des Luftgewehrschießens. Sie meint, Gewehre gehörten nicht in Kinderhand.

27. Juli 1993

Schopfheims große Sportvereine – TSG und SVS – sind aus der kreiseigenen Sporthalle bei der Berufsschule ausgezogen, nachdem der Landkreis Gebühren für die Nutzung verlangt. Sie weichen auf andere Sporthallen aus. Kritik an der Kreislösung übt Bürgermeister Klaus Fleck.

Die neu gegründete Bürgerinitiative »Interessengemeinschaft Auf Hinter Hofen« verfolgt kritisch, was zu diesem Baugebiet zwischen Haupt-, Turn-, Blasi- und Schulstraße in Fahrnau getan und gesagt wird. Man kritisiert, daß ausgerechnet die Sommerferien genutzt werden, um die Offenlage durchzuführen.

Ihr neues Vereinsheim-Projekt auf dem Schwimmbadgelände stellt die DLRG vor. Die Kosten für den Neubau werden bei etwa DM 190.000,-- liegen. Enttäuscht ist man über den geringen Spendenertrag zur Realisierung dieses Vorhabens.

28. Juli 1993

Vor 25 Jahren, so erinnert sich der langjährige, zwischenzeitlich pensionierte Betriebsleiter der heutigen Arlington-Socks GmbH, Karl-Heinz Röttel, sind die Amerikaner nach Langenau gekommen. Für die 30 Beschäftigten der damaligen Schappe GmbH seien sie wie »ein Segen vom Himmel gekommen«. Die »Burlington«-Socken wurden zunächst aus den Vereinigten Staaten geliefert und über die Betriebsstätte in Langenau europaweit verkauft. Die BZ druckt heute einen Artikel über diese Epoche der Firmengeschichte ab.

29. Juli 1993

Über eine fremdländische Pflanze wundert sich der Schopfheimer Förster. Im Entegast »stolperte« er quasi über eine Anpflanzung, die er nicht kannte. Die Polizei identifizierte die Gewächse dann als Cannabis; es wird zur Herstellung von Haschisch und Marihuana verwendet.

Das Regierungspräsidium Freiburg leitet die Enteignungsverfahren in der Kleinen und Oberen Schleife sowie im Rebacker-Rütteberg auf Antrag der Stadt Schopfheim ein. Ende August wird im Rathaussaal verhandelt.

»Die Würfel sind gefallen«, schreibt das MT. Der Gemeinderat stimmt dem Abbruch des »Pflug«-Kopfgebäudes zu, wenn das Regierungspräsidium die Abbruchgenehmigung erteilt.

30. Juli 1993

Das Regierungspräsidium hat die Abbruchgenehmigung für das Kopfgebäude »Pflug« erteilt. Damit hat die Behörde den Belangen des Denkmalschutzes keine Priorität eingeräumt. Der Wunsch der Stadt, einen neuen innerstädtischen Schwerpunkt zu setzen, wird in der Abwägung höher eingestuft.

Eine 16köpfige Abordnung des Schopfheimer Schwarzwaldvereines verlebte eine Woche in der Oberlausitz.

Mitarbeiter der Sparkasse stellen das aus, was sie selbst in ihrer Freizeit kreativ gestalten und schaffen.

31. Juli 1993

Die Polizei hat immer noch keine heiße Spur, die zu den Bränden im »Pflug« führt. Observationen, Zivil- und Streifenfahrten sowie Hinweise aus der Bevölkerung haben nicht weitergeführt. Auch die kriminaltechnischen Untersuchungen der Brandstelle sind bisher ohne Ergebnis geblieben. Der Polizei ist nicht einmal bekannt, mit welchen Mitteln die Brände gelegt wurden. Es sei nicht gesichert, daß Benzin als Brandbeschleuniger benutzt worden sei. Die Polizei bittet nunmehr die Bevölkerung weiter um Mithilfe.

Im »Winkel« werden 70 Wohnungen, davon 22 Sozialwohnungen, die bis 1995 bezugsfertig sein sollen, gebaut. Baubeginn für das DM 22 Mio.-Projekt ist im Oktober. Heuer + Heuer Konzepthaus stellten dies Vorhaben jüngst vor.

Der Fußballverein Fahrnau präsentiert sein stark verjüngtes Fußballkader. Ziel für die kommende Saison ist die Meisterschaft. Man will in die A-Klasse aufsteigen.

Erneut ist Flohmarkt in der Altstadt.

02. August 1993

Elmar Stahl, ehemaliger Zahnarzt aus der Bahnhofstraße, der seit einigen Monaten in Bolivien lebt, erhielt von der nordamerikanischen Stadt Jefferson City die Ehrendoktorwürde.

03. August 1993

Die 12jährige Andrea Lekscha wurde gestern als 50.000. Badegast dieses Jahres mit einer Jahreskarte geehrt.

Fünf Bundeswehrfahrzeuge für Dikume und Albanien wurden Ortrun Schätzle, MdB, und Bürgermeister Klaus Fleck aus ehemaligen NVA-Beständen zur Verfügung gestellt.

Der schaffnerlose Zugverkehr läßt nun doch auf sich warten. Er soll erst zum Jahresende realisiert werden.

04. August 1993

Es läuft beim »Pflug« alles programmgemäß. Bürgermeister Klaus Fleck gibt bekannt, daß am Montag der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung den Vertrag mit dem neuen »Pflug«-Investor Gernot Pöpperl einstimmig gebilligt hat. Der notarielle Kaufvertrag soll in der zweiten Augusthälfte unterzeichnet werden. Mit dem Baubeginn ist laut Bürgermeister noch in diesem Jahr zu rechnen.

05. August 1993

Das MT meldet heute, daß die Entscheidung Pöpperl in nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung nicht ganz vorbehaltlos über die Bühne gegangen sei. Der Beschluß war zwar einstimmig; es gab jedoch eine Enthaltung.

06. August 1993

Die Baumfällaktion im März dieses Jahres in der Bühlmatt ist nach Ansicht des Landratsamtes nun abgeschlossen. Ein Bußgeld wurde verhängt. Werner Müller meint dazu in seinem Kommentar, daß es »ein purer Hohn sei«, da das Bußgeld nicht einmal DM 200,-- betragen habe.

Der FDP-Ortsverband zieht eine Zwischenbilanz über den »Pflug«. Die Liberalen haben bis zuletzt auf den Erhalt der Gebäude, besonders des Kopfgebäudes, gesetzt. Wann immer es im Gemeinderat Gegenstimmen gegeben hat, war eine Frau stets dabei: Roswitha Blümle von der FDP.

07. August 1993

Erfolgreich kehren die Reiter vom Reitverein Schopfheim von den Meisterschaften in Neuenburg zurück. Die junge Schopfheimer Gruppe mit Volker Trefzger, Alexander Klein, David Berger, Thomas Berger wurden Vizemeister in der Klasse L.

Vor den nächsten Kommunalwahlen zieht Kurt Härzschel, Fraktionschef der CDU, eine positive Bilanz. Obwohl die CDU in dieser Legislaturperiode in der Minderheit sei, habe sie sich doch mehrmals durchgesetzt. Bedrückend empfindet er die derzeitige Finanzsituation der Stadt. Es müsse der Grundsatz gelten, erst Einsparungen, dann Gebührenerhöhungen. Lieber ein Schwimmbad in Schweigmatt schließen, als Kindergartenbeiträge zu erhöhen, meint er weiter.

09. August 1993

Die Gündenhausener »Hexen« rüsten sich zum »Güggelifest«, das an diesem Wochenende wieder viele Menschen anlocken wird.

Eine Rettungshundestaffel benutzt das Abbruchgelände »Pflug« zu Übungszwecken. Hunde verschiedener Rassen versuchen, verschüttete Menschen in kurzer Zeit unter den Trümmern zu finden.

Schopfheim hat einen neuen Verein: Erster Vorsitzender des Tanzkreises ist Erich Schmidt. Dieser Verein hat sich aus ehemaligen Mitgliedern des Tanzsportclubs Excelsior gebildet.

Zu Streitereien kommt es in der Hauptstraße. Drei Deutsche stellten einen aus Jugoslawien stammenden Asylbewerber. Die Polizei beschlagnahmte ein Messer. Nachdem die Wogen sich längst wieder geglättet hatten, drangen die Deutschen gegen 1.30 Uhr erneut in die Wohnung des Asylbewerbers ein.

10. August 1993

Am vergangenen Wochenende waren Gäste aus Poligny, die im vergangenen Jahr anläßlich des Jubiläums eingeladen worden waren, zu Gast in der Markgrafenstadt. Der Beigeordnete berichtete über die herzliche Atmosphäre des Besuches.

Raitbachs Ortschaftsräte mit Ortsvorsteher Erwin Jost greifen zu Schaufel und Pickel. Sie legen einen neuen Kinderspielplatz an.

Nein, kein Brand! Die Feuerwehr muß ausrücken, um bei der Firma ppe einen Abwasserschacht abzusaugen. Er drohte in das Betriebsgebäude einzudringen.

11. August 1993

Der rote Punkt für den Abbruch des »Pflug«-Kopfgebäudes ist da, ebenso für das Haus Neef.

Handwerker aus der schwedischen Stadt Ronneby besuchen derzeit Schopfheim. Beigeordneter Bertsch begrüßte die Delegation, die von Rudi Quandt eingeladen worden war.

12. August 1993

Mit der Vermarktung des Regioparkes, so ist von Geschäftsführer Peter Arnold in einer Pressemitteilung zu lesen, wollen die Regio GmbH und die Sparkasse intensiv beginnen.

15. August 1993

Die Rad-Amateure der 9. Regiotour kommen auf ihrem Rundkurs auch nach Schopfheim. Über die Eichener Straße geht es über die Wehrer Straße in die Schwarzwaldstraße Richtung Hebelstraße nach Dossenbach.

Das Regio-Ensemble Basel mit dem aus Schopfheim stammenden Rainer Kellmayer gastiert in der Alten Kirche St. Michael.

17. August 1993

Zwischen den beiden Schopfheimer Tanzvereinen, dem neuen Tanzkreis und dem bisherigen Tanzsportclub Excelsior, gibt es Meinungsverschiedenheiten um die Nutzung der Festhalle Fahrnau.

18. August 1993

Clemens Fabrizio hat ein neues Buch in Vorbereitung. Ansichten aus einer geruhsamen Kleinstadt, Postkarten aus der Zeit der Jahrhundertwende. Es wird in der kommenden Woche vorgestellt.

Im »Carmens Modemarkt« in der Hauptstraße wird Anfang September neues Leben einkehren. Das Modehaus Faller wird einen Zweig unter dem Namen »Fallers Company« mit Jeanswear, Streetwear und Sportswear eröffnen. Sweatshirts, Pullis und Hemden sowie sportliche Jacken soll es auch geben, daneben ein 100 qm großer Ableger des Radiogeschäftes Bühler, das in diesen Räumlichkeiten eine CD-Abteilung mit dem Namen »Musicbox« einrichten wird.

19. August 1993

Wartelisten gibt es auch in diesem Jahr für die städtischen Kindergärten. Trotz Neubau in Langenau, trotz neuem Kindergarten in Fahrnau reichen die Plätze nicht aus. 30 Kinder bleiben noch auf der Warteliste. Ordnungsamtsleiter Heinz Klemm meint, daß der neue dreigruppige Kindergarten im Bremt in Zukunft weitgehend ausreiche, wenn man erst einmal die Durststrecke der nächsten ein bis zwei Jahre überstanden habe.

21. August 1993

Fast 50 Spieler kommen zum Eröffnungsturnier auf dem neuen Boule-Platz bei der Stadthalle. Der schon lange existierende Platz ist nun offiziell ein Boule-Platz. Horst Keller aus Kirchzarten errang zum Auftakt den von der Stadt gestifteten Wanderpokal. Unter Leitung des Boule-Clubs Wehr und von dessen Vorsitzendem Rolf Leber wurde die Schopfheimer Initiative erst möglich. Die neue gegründete Spielgemeinschaft Schopfheim steht deshalb noch unter der Patenschaft des Wehrer Clubs.

54 Kinder werden in die Grundschule Fahrnau eingeschult. Schulleiter Fetscher meint, daß dieses Jahr zum letzten Mal zwei erste Klassen zustandekommen. Durch die Erschließung des Wohngebietes Bremt wird die Grundschule künftig dreizügig gefahren.

Die Heimbewohner des Markus-Pflüger-Heimes verbringen schöne Stunden bei ihrem diesjährigen Sommerfest.

Günter Scholz zeigt in seiner Scheunengalerie in Enkenstein Arbeiten der neuesten Zeit.

22. August 1993

Jede Menge Gäste kamen zum Waldfest des Musikvereines Fahrnau an die Schillerlinde.

23. August 1993

Erste Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause: Bei der Behandlung des Bebauungsplanes Bühlmatt West ging es, wie bereits bei den früheren Beratungen, hoch her. Die Baufenster waren nach Ansicht des SPD-Stadtrates Cremans nicht richtig eingezeichnet. Das folgende Hin und Her führte schließlich zu einem neuen Beschluß: Die bestehenden Bauten können um 25% erweitert werden. Die sonst im Bebauungsplan vorgegebenen Neubauten bleiben im Plan. Kurt Härzschel nannte die Debatte zirkusreif. Dagegen meinte Dieter Leppert, er verstehe nicht, was an dem von der Planerin vorgelegten Entwurf nicht recht sein sollte.

Als Zensur betrachtet SPD-Fraktionschef Zapp den Beschluß der Verwaltung, in der Stadtbibliothek die Badische Zeitung nicht mehr auszulegen. Die Fraktionen äußerten dann den Wunsch, daß die Tageszeitung wieder für die Bürger ausliege. Zapp meint, das Vorgehen der Verwaltung sei absolut unsensibel. In die gleiche Kerbe für Pressefreiheit schlug auch CDU-Fraktionschef Härzschel. In einer persönlich gehaltenen Erklärung warnte indes Artur Cremans davor, jetzt »Heiligenscheine zu verteilen, wo sie nicht hingehören«. Pressefreiheit, so der Stadtrat, höre dort auf, wo sie mißbraucht werde, und beim fraglichen Artikel (3. Seite vom 10.7.), der auch die Stadtverwaltung zur Abbestellung der BZ veranlaßte, handle es sich um Mißbrauch. Er enthalte bösartige Unterstellungen und haltlose Verdächtigungen. Es wird nun in der Bibliothek die BZ wieder geben. Der Gemeinderat faßte zwar keinen dahingehenden Beschluß, die Tendenz schien jedoch deutlich.

Mit der Verkehrsberuhigung in der Innenstadt beschäftigt sich der Gemeinderat. Nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße soll der Bereich zwischen Wiechser Straße und »Pflug«-Kurve mit Tempo 30 km/h belegt werden. Bernhard Springmann stellte eine Planung vor, wie dies provisorisch im kommenden Jahr umgesetzt werden könnte. Die vorgestellte Maßnahme sieht 115 Parkplätze mehr vor, wenn auf dem Marktplatz weiterhin geparkt wird. Sollte dies nicht der Fall sein, fallen auf dem Marktplatz 45 Plätze weg. Vermißt haben die Gemeinderäte gesonderte Radwege. Allerdings sei dies mit der IG Velo, so der Tiefbauamtsleiter, abgesprochen. Die GRÜNEN konnten sich mit dem vorgestellten Plan nicht anfreunden. Michael Straub stellte sein Kontrastprogramm, wie er es nannte, vor. Er und seine Fraktion wollen, daß auf dieser Strecke Rad- und Fußgängerverkehr Vorrang hat, mit der Bezeichnung »Kraftfahrzeuge frei«. Er will ein ausgewogenes Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer. Schließlich beschloß der Gemeinderat, die Springmann'sche Vorlage zu kalkulieren. Über die Realisierung wird man später sprechen.

25. August 1993

Was für weiterführende Schulen fast Routine ist, wurde erstmals an der Dr. Max-Metzger-Schule gewagt. Die ersten Schulwochen prägen Projekte. Die Klassenverbände wurden aufgelöst, und die Kinder der zweiten bis vierten Klasse beschäftigten sich ohne Bücher und Hefte in gemischten Verbänden mit alltäglichen Themen.

Das Haus Neef im »Pflug«-Ensemble wurde heute abgebrochen. Die Hauptstraße war deswegen für einige Stunden gesperrt.

Der 64jährige Simon Sigl nimmt an der Weltmeisterschaft der Freistilringer im kanadischen Toronto teil. Sigl ist in Schopfheim eine Ringerlegende.

Premiere beim Theater auf der Au: »Die geheimnisvolle Reise von Silvie und Tom«; ein Stück, das von der Sparkasse in Auftrag gegeben und von Marianne Neininger geschrieben und inszeniert wurde.

26. August 1993

Mit der Absicht, in Gersbach eine Klinik für Naturheilkunde zu errichten, mußte sich dieser Tage der Ortschaftsrat des Ortsteiles beschäftigen. Die Ayurveda-Klinik möchte in drei Häusern für ca. 60 Betten eine umfassende, ganzheitliche Medizin auf Naturheilbasis anbieten. Die Bauvoranfrage für dieses Projekt bezieht sich auf das Gelände östlich des »Auerhahns«. Sie wird befürwortet und an den Stadtrat weitergeleitet.

In der gleichen Sitzung beschäftigt sich der Ortschaftsrat auch mit der Erweiterung der Kläranlage im Ortsteil. Neben der Anlage selbst muß aber auch das Kanalnetz saniert werden, denn in dieses dringt Fremdwasser ein. Die gesamte Kanalisation bedarf der Überplanung. Im Rahmen dessen sollen nun die Kosten für ein Trennsystem ermittelt werden.

Vorsorglich Nein sagt der Gemeinderat zu einer Wertstoffannahmestelle im Gewerbegebiet Grienmatt. Der Ortsbauausschuß hat Bedenken, daß diese Anlage Auswirkungen auf das Wohngebiet Bremt haben wird. Stadtrat Karl Schmid von der SPD meint, er könne nur hoffen, daß das Gewerbeaufsichtsamt ein Machtwort spreche, sonst könnten die Leute nebenan »etwas erleben«.

27. August 1993

Mit einer Resolution an die Stadtverwaltung und den Stadtrat wendet sich der Ortschaftsrat Raitbach gegen die ins Auge gefaßte Schließung des Schweigmatter Schwimmbades. Das Bad sei ein wesentlicher Bestandteil der Fremdenverkehrsinfrastruktur für Schweigmatt, Gersbach, Schlechtbach, auch der ganzen Region, heißt es im Appell der Ortschaftsräte. Die überörtliche Anziehungskraft, die Beliebtheit bei der Gesamtstadt und der vom Bad ausgehende Nutzen wiegen die verhältnismäßig geringen Kosten bei weitem auf.

Der Leiter des BBZ informiert darüber, daß in diesem Jahr DM 1,2 Mio. für neue technische Ausrüstungen investiert wurden. Nunmehr wird auch der bisherige Namen BBZ aufgegeben. Die Bildungseinrichtung der Handwerkskammer Freiburg heißt ab sofort Gewerbeakademie (GA). Hinter der neuen Namensgebung stecken mehrere Motive, nicht nur Lehrlinge werden ausgebildet, mittlerweile sind 40% der Kapazität für Fortbildungskurse reserviert.

Wenn auch der Radweg zwischen Langenau und Enkenstein noch nicht gebaut wird, so soll doch in den nächsten Tagen mit den Vermessungsarbeiten begonnen werden, so Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann auf Anfrage im Gemeinderat.

Die Firma EKATO wird dieser Tage 60 Jahre alt.

28. August 1993

In Vertretung der Langenauer Bewohner beschwert sich Henny Timmermann wieder über die Mülldeponie. Diese stinke seit Tagen wieder.

Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises Lörrach plant auf dem Hanf-Union-Gelände eine Recyclinganlage. Klaus Böttger von den GRÜNEN hat Bedenken, worauf Bernd Benz vom Baurechtsamt meint, es handle sich nur um eine Sammelstelle für Wertstoffe.

Mit seinen monatlichen Informationen meldet sich Eugen Herzog aus der Partnerstadt. Ganz wichtig ist seine Nachricht, wonach François Clément weiterhin Präsident des Jumelage-Komitees ist. Die vergangenen Wahlen haben ihn bestätigt. Frau Gaillard und Jean Jaillet werden sich, wie in der Vergangenheit, um die Kasse des Vereines kümmern. Am Nationalfeiertag (14. Juli) fand ein traditioneller Fackelzug statt. Die Feuerwehrmänner luden die Mitbürger zu einem Besuch ihrer Einrichtungen ein. Allerdings waren sie schlechte Gastgeber, denn sie mußten ihre Gäste schnell verlassen, um in einem Nachbardorf einen Brand zu bekämpfen. Die Feuerwehr, so liest man weiter, wird immer öfter zu Unfällen gerufen.

29. August 1993

Die Wiesentalbahn sah sich in die Vergangenheit zurückversetzt. Eine Dampflok fuhr während des Tages mit historischen Wagen auf der Strecke Basel-Zell. Wären die Züge ständig derart besetzt, bräuchte man sich um die Wiesentalstrecke keine Sorgen zu machen. Die Dampflok gehörte zur Reihe D 03001 und stammt aus dem Eisenbahnmuseum Dresden. Die Lok selbst machte am 12. Juli 1930 in Osnabrück ihre Jungfernfahrt.

Auftakt zum Städtlifest. Schlechtes Wetter bis zum Faßanstich, zu dem Bürgermeister Klaus Fleck pünktlich aus dem Urlaub zurückkam. In eine Budenstadt verwandelte sich, wie jedes Jahr, ein Großteil der Altstadt. Viele Menschen vergnügten sich während zweier Tage bei einem Schwätzchen neben Kulinarischem, für das die Vereine wieder, wie seit vielen Jahren, bestens sorgten.

30. August 1993

Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern heute Agatha und Josef Spill. Sie gaben sich vor 60 Jahren im ostpreußischen Dorf Zubogen das Jawort. Über Schleswig-Holstein kam das Ehepaar dann nach Schopfheim.

31. August 1993

Henning Kupfer, Stadtrat der GRÜNEN, gibt sein Mandat im Gemeinderat auf. Beruflich geht er für einige Jahre nach Peru. Für ihn rückt Karl Mennicken-Martensen, der in Wiechs wohnt, nach.

Dieser Tage beschäftigten sich die GRÜNEN mit den Sparabsichten der Stadt. Es ist zu hören, daß die Partei weder für die Schließung des Schwimmbades Schweigmatt, noch für die Erhöhung von Gebühreneinnahmen zu gewinnen ist. Auch einer vorzeitigen Vertragsverlängerung mit dem KWR will man nicht zustimmen. Einzig wären Einsparungen bei Planerhonoraren und bei der Erschließung ohne Schäden möglich.

Simon Sigl erringt bei den Ringermeisterschaften im kanadischen Toronto bei den Veteranen in der Klasse bis 90 kg den Siegertitel.

Die Astrologin Patrizia Bahrani macht Halt in der Markgrafenstadt. Bis einschließlich 07. September will sie den Wiesentälern die Sterne deuten. Bekannt wurde sie nach eigenen Worten dadurch, daß sie den Tod von Franz-Josef Strauss und das Attentat auf Wolfgang Schäuble aus den Sternen gelesen hatte.

In der Enteignungssache Kleine und Obere Schleife tagte das Regierungspräsidium im Rathaussaal. Stadt und Grundbesitzer einigten sich auf eine rasche Erschließung und Bebauung des Gebietes zwischen Wiese, Bundesstraße und IHK. Beide Parteien gaben eine Vereinbarung zu Protokoll. Die Stadt zog ihren Enteignungsantrag zurück.

In der Enteignungssache Rebacker-Rütteberg stärkt das Regierungspräsidium der Stadt den Rücken. Die endgültige Entscheidung steht noch aus, doch die Verhandlungen im Rathaussaal lassen erwarten, daß die Entscheidungskommission die Enteignungen befürworten wird.

Die Arbeitsgruppe »Den Frieden in der Stadt wahren« beschäftigt sich erneut mit dem Zusammenleben von Einheimischen, Aussiedlern und Asylbewerbern. Bei der Gesprächsrunde war auch der Revierleiter der Polizei dabei. Er meinte, insgesamt sehe man keine Notwendigkeit zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen, weder durch die Polizei, noch durch engagierte Bürger. Die Schulsituation sei entspannt. Die Schulanfänger, sowohl im Grund- als auch im Hauptschulbereich, seien eingeschult; an der Dr. Max-Metzger-Schule bekämen die ausländischen Kinder viermal in der Woche an Nachmittagen Deutschunterricht. Die Lehrer hierfür werden vom Kinderschutzbund und der Diakonie finanziell getragen. Der Förderunterricht an der Ebert-Schule konnte noch nicht beginnen, da die hierfür bewilligte Lehrkraft bisher noch krank ist.

01. September 1993

Jan Schipper vom Turnverein Wiechs freut sich über den Neubau des Vereinsheimes. 50 Vereinskameraden haben bereits 3.500 Stunden freiwillig in den Bau investiert. Derzeit sind die Ausbauarbeiten in vollem Gange.

02. September 1993

CDU und Freie Wähler treten bei der nächsten Gemeinderatswahl wieder mit einer gemeinsamen Liste an. Erklärtes Ziel der Listengemeinschaft ist, so die Fraktionssprecher, die Mehrheit der Sitze im Gemeinderat zurückzuerobern. Kurt Härzschel bezeichnete den Zusammenschluß als »Vernunftsehe mit einem Schuß Liebe«. Beide Fraktionen hätten stets harmoniert. Ortrun Schätzle meinte, man solle dem Bürger die Chance einräumen, seine Stimme einer bürgerlichen Basis der Mitte zu geben. Gleichwohl, die Gefahr einer Blockbildung stellten beide in Abrede. Die gemeinsame Liste sei kein Zeichen für Konfrontation, so Kurt Härzschel.

Mit der Frage, ob Schopfheim einen Seniorenrat brauche, setzten sich dieser Tage im Markus-Pflüger-Heim überwiegend ehrenamtliche Mitarbeiter aus Verbänden und Kirchenorganisationen, die sich in der Altenarbeit engagieren, auseinander. Am 23. September soll es zu einer Gründungsversammlung für einen Stadtseniorenrat, der überparteilich agieren wird, kommen.

03. September 1993

Boulespielen bei der Stadthalle scheint zu einem wahren Renner zu werden, meint Rolf Leber.

Das neue Programmheft der Volkshochschule wird vorgestellt.

04. September 1993

Ortsvorsteher Hans Keller war es vorbehalten, beim 20. Eichener Bockbierfest das Faß anzustechen.

Schulfest der Hebel-Schule in der Altstadt.

05. September 1993

Zum fünften Mal gibt es in Schopfheim einen Triathlonwettbewerb, der rund um das Schwimmbad ausgetragen wird.

Mit einer Schulkunstausstellung im Treppenhaus der Ebert-Schule beginnt das Schulfest: An der Ausstellung beteiligen sich auch Schulen aus Maulburg, Gersbach, Hausen, die Realschule Zell, die Dr. Max-Metzger-Schule, die Hebel-Schule, die Freie Waldorfschule und das THG.

Zum Bockbierfest haben die Verantwortlichen den Starttrompeter Walter Scholz und weitere Akteure des Showbusiness eingeladen.

Vor 100 Jahren wurde der Möhrenturm vom Schwarzwaldverein erbaut. Sonnenschein und Regenschauer wechseln sich bei den Jubiläumsfeierlichkeiten beim Turm ab. Professor Gerold Blümle, Vorsitzender des Vereines, war es vorbehalten, die offiziellen Worte zum Jubiläum an eine große Schar von Wandergruppen, die aus dem ganzen Landkreis und dem Elsaß gekommen waren, zu richten.

Nach zwei Wochen enden die Stadtmeisterschaften des Tennisclubs Schopfheim. Bei den Damen stand Hanni Szczepanski, bei den Herren Volker Lamb auf der Siegertreppe.

Ein Theaterfestival »en miniature«, wie die Presse schreibt, findet auf dem Platz zwischen Kirche und Museum statt. Die Theatergruppe »Auf der Au« und eine Jugendtheatergruppe aus Ronneby zeigen ihr Können. Über das Spiel kommen sich die jungen Menschen aus beiden Ländern näher.

07. September 1993

Eine Hiobsbotschaft trifft die Mitarbeiter von ppe: Ab Oktober gibt es dort Kurzarbeit, teilt Geschäftsführer Hans Joachim Friedrichkeit in einer Presseerklärung mit. Er rechnet, daß das Auslastungsproblem bis zum Frühjahr behoben sein wird. Entlassungen sind nicht vorgesehen. Die Entscheidung hat auch keine Auswirkungen auf den derzeitigen Neubau.

08. September 1993

In der kommenden Woche wird sich der Kreistag mit dem Schopfheimer Krankenhaus beschäftigen. Im Jahre 1992 hat das Kreiskrankenhaus ein Plus von DM 23.000,- erwirtschaftet, und dies, obwohl die Betriebskosten um 6,5% gestiegen sind. Die Negativbilanz zeigt allerdings, daß von 150 Betten im Schnitt nur 110 belegt waren. Diese Zahl bedeutet im Vergleich zu den Vorjahren einen Minusrekord.

Der Ortschaftsrat Wiechs äußert seinen Unmut darüber, daß nichtöffentlich über seine Abschaffung verhandelt werden sollte. Der bei der Sitzung anwesende SPD-Stadtrat Alfred Horn stellte dies richtig, indem er meinte, die Ortschaftsverfassung selbst sollte unangetastet bleiben. Lediglich die unechte Teilortswahl soll abgeschafft werden, um den Gemeinderat zahlenmäßig nicht noch größer und damit in der Arbeit schwerfälliger werden zu lassen.

Genau um 12.23 Uhr wurde der Zuschlag bei der Zwangsversteigerung der »Schärers Au« erteilt. Die 27,2 Ar ersteigerte sich die Firma Rösner & Hupfer. Der Verkehrswert wurde auf DM 1.050.000,- festgesetzt. Genau bei der Hälfte erhielten die Bieter den Zuschlag. Die Lage um die Bauruine selbst ist von der Versteigerung nicht berührt. Für dieses Gebiet wurde kein Gebot abgegeben. In sechs Monaten ist der früheste Zeitpunkt, zu dem dieses Gelände dann unter den Hammer kommen könnte.

Sichtlich erfreut war Ortsvorsteher Erwin Jost, als er zusammen mit Bürgermeister Fleck die Druckentwässerungsanlage »Herrengraben« offiziell in die Wartung und Pflege der Stadt übergab. Die Anlage entstand in lobenswerter Eigeninitiative der Anlagennutzer. Was in Raitbach geleistet wurde, wertete der Bürgermeister als typischen Fall einer positiven Bürgerinitiative.

»Wald als Lebensraum«. Unter diesem Thema wird im Museum eine neue Ausstellung, die dieses Mal nicht alleine von Frau Dr. Schmid konzipiert wurde, eröffnet. Georg Schmidt, Ökologe und Pflanzenzüchter aus Uess/Vulkaneifel, hat zusammen mit Volker Frielingsdorf, Lehrer an der Freien Waldorfschule, und dem Schopfheimer Förster 

Helmut Bäckert hat die Ausstellung erarbeitet. Dementsprechend ist die Schau auch dreigeteilt: Zum einen informiert sie über den Wald in Schopfheim, zum anderen über den europäischen Wald und zum dritten über die Regenwälder dieser Erde.

10. September 1993

Am Montag wird sich der Gemeinderat mit der Halle in Gersbach beschäftigen. Die Stadtverwaltung hat nun eine weitere Variante ins Spiel gebracht. Es soll über eine reine Kulturhalle bei der »Mühle« nachgedacht werden.

11. September 1993

Faßanstich durch den Bürgermeister beim Fahrnauer Dorffest. Allerdings war der Wettergott den mit Festlaune gekommenen Gästen nicht ganz hold.

Der Widerstand gegen die Abschaffung der unechten Teilortswahl wächst. So ist zu lesen, daß in der SPD-Fraktion eine Mehrheit gegen die Abschaffung ist.

110jähriges Jubiläum der Bäcker-Innung, das in der Stadthalle gefeiert wird. Dabei erhält der Schopfheimer Bäckermeister, Obermeister der Innung, Fritz Trefzger, zusammen mit 17 Kollegen die Ehrennadel der Innung für 30jährige Treue.

12. September 1993

Die Fahrnauer scheinen einen guten Draht zum Wettergott zu haben, denn nach dem verregneten Auftakt verlief das Dorffest ohne Trübung von oben.

Grümpelturnier in Wiechs. Wie jedes Jahr ist damit eine große Gaudi verbunden.

Marga Ebner, eine in Schopfheim geborene Künstlerin, zeigt ihre Arbeit in der Galerie »Grüne Schlange«. Die Ausstellung steht unter dem Thema »Fliess-gleich gewicht«.

13. September 1993

Die IG »Pro Schiene« hält nichts vom Stadtbahnwagen, wie er derzeit im Kreistag im Gespräch ist. Derzeit könne man schon etwas für einen attraktiven Bahnverkehr tun. So sollten beispielsweise Fahrradabstellplätze überdacht oder der Bahnsteig mit Blumenkästen versehen werden.

Henning Kupfer scheidet aus dem Gemeinderat aus. Bürgermeister Fleck verabschiedet ihn nach viereinhalbjähriger Tätigkeit aus dem Gemeinderat. Herr Kupfer wird für das Land Baden-Württemberg eine Aufgabe im Peru im Rahmen der Entwicklungshilfe übernehmen. Der Bürgermeister gratuliert ihm zu seiner neuen Arbeit und dankt ihm für die sehr pragmatische Arbeit der vergangenen Legislaturperiode. Für Kupfer rückt Herr Karl Mennicken-Martensen in den Gemeinderat nach.

Die Gesamtüberplanung der Kanalisation in Gersbach wird vom Gemeinderat vergeben.

In der Hallenfrage Gersbach diskutiert man wieder sehr intensiv, teils auch sehr emotional, wobei der Bürgermeister verdeutlicht, daß die Zuschußmöglichkeiten, wie sie sich noch im Herbst des vergangenen Jahres zeigten, reduziert worden sind. Man konnte sich im Gemeinderat über die vorgestellten Alternativlösungen »Ebnet«, Schule mit oder ohne Anbindung an das Gebäude, Erweiterung der Turnhalle der Schule und einer reinen Kulturhalle beim Hotel »Mühle« nicht endgültig entscheiden. Die SPD favorisiert weiterhin den Standort Schule. Der Standort Ebnet wird sowohl von den Freien Wählern als auch von der SPD kategorisch abgelehnt. Der neue Standort beim Gasthaus »Mühle« scheint eine Alternativ- und Kompromißlösung zu werden. Der Ortschaftsrat soll sich nun umgehend mit den Alternativen beschäftigen. Beschlüsse werden am 04. Oktober in der Sitzung wieder behandelt. Deutlich wurde, daß über den Bau der Halle jedoch erst im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden wird.

Über neue Kindergartengebühren redet der Gemeinderat, wobei der Bürgermeister den Auftrag bekam, zunächst mit den Eltern zu sprechen, bevor eine Erhöhung beschlossen wird.

Künftig wird es im Museum Eintrittsgebühren geben. Die Stadtbibliothek scheint an Gebühren nicht vorbeizukommen. Obwohl Haupt- und Kulturamtsleiter Klaus Strütt dringend von der Erhebung der Gebühr abrät, hat sich eine große Mehrheit im Gemeinderat für die Gebührenerhebung ausgesprochen. Die Stadtverwaltung befürchtet dadurch einen starken Nutzerrückgang.

Die Beförsterung des Stadtwaldes soll in der städtischen Regie verbleiben.

Robert Zapp meint in der öffentlichen Gemeinderatssitzung, er habe Zweifel, ob der Gemeinderat die notwendigen Sparbeschlüsse tatsächlich fällen könne, denn viele im Gremium hätten keinen Mumm, angesichts der verschiedenen Interessengruppen unpopuläre Maßnahmen zu treffen. Ergänzend meint er, daß nichtöffentliche Vorberatungen durchaus sinnvoll wären.

Die Aktionstage »Älterwerden«, die am kommenden Wochenende schwerpunktmäßig in der Schopfheimer Stadthalle veranstaltet werden, erfordern viel Vorbereitungen, die derzeit auf Hochtouren laufen.

14. September 1993

Bürgermeister Klaus Fleck dankte den Vereinen für ihre Angebote zum Kinderferienprogramm bei einer gemeinsamen Nachbetrachtung.

Bei den Vereinsmeisterschaften des Tennisclubs Langenau dominierte die Familie Naskrent wiederum. Im Herren Einzel siegte Alexander Naskrent, das Damen Einzel entschied Gaby Naskrent für sich.

Auf 25jährige Tätigkeit beim Autohaus Böhler können Ursula Strütt und Thomas Zettler zurückblicken. Beide erhielten dieser Tage Urkunden der IHK Hochrhein-Bodensee im Rahmen einer kleinen Feierstunde vom Firmeninhaber überreicht.

15. September 1993

Weil die Parkplätze in der »Pflug«-Überbauung nicht ausreichen, müssen sie an anderer Stelle geschaffen werden. Sie sollen nun nach den Plänen der Stadt neben dem Bahnhof, auf dem Gelände, wo derzeit das »Irrlicht« umgebaut wird, erstellt werden. Das »Irrlicht« muß daher wohl wieder weichen.

16. September 1993

Wer will die Naturheilklinik in Schlechtbach betreiben? Diese Frage kann derzeit niemand so richtig beantworten. Das Markgräfler Tagblatt hat recherchiert und meint, daß hinter der Ayurveda-Medizin möglicherweise die TM-Sekte (transzendentale Meditation) steht. Der Chef der Ayurveda-Klinik in der Schweiz sagte jedoch, man habe mit dieser Sekte nichts zu tun. Hingegen formuliert der Sektenbeauftragte der evangelischen Landeskirche in Bayern, daß der Bezug zur TM auf jeden Fall nicht auszuschließen sei. Näheres über die möglichen Investoren und Betreiber weiß weder der Ortschaftsrat noch die Stadtverwaltung.

Im Hotel »Mühle« in Gersbach macht das Ehepaar Suanet aus Antwerpen zum 20. Male regelmäßig Urlaub. Zusammen mit dem Gastgeber, Familie Buchleither, ehrte Jutta Beer vom Verkehrsbüro die Stammgäste.

In einem Leserbrief verwendet sich Robert Zapp gegen den Kommentar von Werner Müller vom gestrigen Tage über die Einführung von Bibliotheksgebühren. Er meint, die Gebühren seien eine Alternative, um nicht über die Schließung der Bibliothek generell nachdenken zu müssen. Er sagt weiter, dieser Schritt werde getan aus dem Mut heraus, Verantwortung zu tragen und nicht, um die Leute zu ärgern. Im Übrigen meint er, daß die Argumente der Verwaltung reine Hypothesen seien.

17. September 1993

Schützenhilfe erhält die Stadt vom Wirtschaftsministerium. In einem Schreiben an den Bund der Steuerzahler meint die Behörde, daß die Gelder für den »Pflug«, die das Land bereitstellt, keinesfalls zur Finanzierung des Abbruchs, sondern zur städtebaulichen Neugestaltung eines ganzen innenstädtischen Bereichs eingesetzt werden. Das Gesamtkonzept wird als sehr günstig konzipiert angesehen.

Auch der Ortschaftsrat Enkenstein spricht über das Thema »unechte Teilortswahl«.

Bedauert hat man die Streichung der ministeriellen Zuschüsse für den Versammlungsraum. Man vermutet, daß die Gelder nach Gersbach gehen.

Makler aus ganz Südbaden treffen sich im Bremt, um das Neubaugebiet, das als Modellgebiet für Niedrigenergie-Bauweise gilt, zu besichtigen.

Dr. Winfried Lausberg von der IHK Schopfheim meinte dieser Tage, daß sich die Wirtschaft im Landkreis Lörrach an gleicher Stelle wie vor einem Jahr, nämlich auf der Talsohle, befinde. Die Konjunktureinschätzungen in den vergangenen zwölf Monaten hätten sich zwar nicht verschlechtert, jedoch auch nicht verbessert. Jedes zweite Unternehmen sei mit der Geschäftslage unzufrieden.

In der Eimeldinger »Reblandhalle« wurde Ortrun Schätzle dieser Tage von den CDU-Kreisverbänden wieder zur CDU-Kandidatin für den Bundestag nominiert. 174 von 182 anwesenden Mitgliedern votierten für sie.

Verärgert ist man im Ortschaftsrat Gersbach, da zugesagte Sitzungsprotokolle des Gemeinderates nicht eingetroffen sind. Man mutmaßt, daß dies eine Taktik der Verwaltung sei. Aufgrund dieser Tatsache wurde die Beschlußfassung auf den 24. September vertagt. In Gersbach ist man sehr unzufrieden. Ortsvorsteher Max Ühlin meint, die Verwaltung blockiere und er habe sich schon zu viel aufgeregt. Bürgermeister Fleck wird für die Disharmonie in Gersbach mitverantwortlich gemacht.

Stein für Stein wird jetzt das »Pflug«-Hauptgebäude abgetragen.

18. September 1993

100 Jahre besteht die Schreinerei Itzin. Während einer Jubiläumsfeier wird Glasermeister Gerhard Brugger für 40jährige Betriebszugehörigkeit geehrt. Bürgermeister Fleck gratuliert dem Firmeneigner Hans Itzin zum Jubiläum.

Wegen Reparaturarbeiten ist der Hohe-Möhr-Turm, der erst vor Tagen 100 Jahre alt geworden ist, gesperrt.

Das Markgräfler Tagblatt informiert heute über einen Störfall bei der Firma ppe, der in der Nacht zum Mittwoch dieser Woche festgestellt wurde. Ein Harzkocher lief heiß, Dämpfe traten aus. Von einer Umweltgefährdung, so ein Polizeisprecher, sei derzeit nicht auszugehen. Die Geruchsschwaden hätten sich schnell verflüchtigt. Man wartet noch auf Stellungnahmen des Gewerbeaufsichtsamtes.

»Wir haben einen gültigen Mietvertrag auf drei Jahre«, melden sich die »Irrlichter« zu Wort, als sie erstmals hörten, sie müßten ihr neues Domizil, daß noch gar nicht eingeweiht wurde, schon wieder verlassen. Erst vor zwei Wochen hätten sie den Mietvertrag mit der Stadt unterschrieben, und nun soll das Gelände abgeräumt und ein Parkdeck errichtet werden. Man ist sehr enttäuscht und will auf jeden Fall auf die Einhaltung des Vertrages pochen.

Mit einem hervorragenden dritten Platz bei der deutschen Jugendmeisterschaft kehrt der Luftgewehrschütze Martin Wagner aus München zurück. Der 17jährige Wiechser freut sich mit seinen Vereinskameraden über die Bronze-Medaille.

Kürnberg will auf keinen Fall auf die »unechte Teilortswahl« verzichten, verlautete aus dem Ortschaftsrat.

Alt-Gemeinderechner Georg Greiner aus Raitbach kann sein 90. Lebensjahr vollenden. Mit Bürgermeister Fleck gratuliert auch Ortsvorsteher Erwin Jost dem ehemaligen Bediensteten der Gemeinde Raitbach, der über 45 Jahre lang Gemeinderechner war.

19. September 1993

»Älterwerden heute«, eine Veranstaltung des Landkreises Lörrach in der Schopfheimer Stadthalle. Mit Info-Ständen wird über die Arbeit informiert. Bundesfamilienministerin Hannelore Rönsch kam eigens nach Schopfheim, um sich über diese Arbeit bzw. die seniorenpolitische Situation im Landkreis zu informieren. Später trug sie sich anläßlich eines kurzen Empfangs im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt ein.

»Sie sind ein Vorbild für unsere Jugend«, sagt Bürgermeister Fleck zu Simon Sigl während einer Feierstunde. Der 64jährige Schopfheimer Ringer hatte vor Wochen bei den Veteranen-Weltmeisterschaften im kanadischen Toronto bei den Siegertitel errungen.

Zu einem »Open-Air« der Guggenmusiker haben die Schopfheimer »Schweißblösser« in die Sengelen eingeladen. Scharenweise kamen Spaziergänger und Zuhörer in den Eichenwald, um den Schopfheimer und Basler Guggenmusikern zuzuhören. Mit von der Partie waren aber auch Gäste aus Dossenbach und Rheinfelden.

Außerhalb der Tagesordnung beschäftigt sich der Umweltausschuß mit dem geplanten Parkdeck in der Bahnhofstraße. Den GRÜNEN geht die Überlegung, ein Parkdeck auf dem Gelände zu errichten und das »Irrlicht« wieder aus den derzeit renovierten Räumen zu vertreiben, gegen den Strich. Michael Straub meint, dies sei städtebaulich eine Sünde und verkehrspolitisch eine Torheit. Er fordert die Verwaltung auf, nach Alternativen zu suchen.

Zahlreiche Kinder und Eltern zog es zum Familienfest des Kinderschutzbundes und der Freien Christengemeinde Schopfheim, das auf dem Gelände bei der ev. Stadtkirche stattfand.

Zu einem Händel-Abend lädt die Volkshochschule in die Alte Kirche St. Michael ein. Das Ensemble »Musica Antiqua« aus Basel mit der Schopfheimer Sopranistin Madeleine Strütt-Chappuis überzeugte das Konzertpublikum. Ein Kritiker äußerte sich begeistert über den Konzertabend.

20. September 1993

SVS-Jugendleiter Andreas Gsell staunte nicht schlecht, als er zusammen mit seinem Kollegen Günter Föhring von Hans Itzin einen Scheck ausgehändigt bekam. Anläßlich des Firmenjubiläums überreichte der Schreinereibesitzer den Scheck in Höhe von DM 12.000,- zur Förderung der Jugendarbeit.

Notartermin mit dem »Pflug«-Investor Gernot Pöppel. Der Bürgermeister und der Investor teilten anschließend der Presse mit, daß der Vertrag rechtskräftig abgeschlossen sei. Baubeginn soll laut Pöppel so schnell wie möglich sein. Bis Ende 1995 soll das Projekt zu Ende geführt sein. Nach Auskunft des Bürgermeisters will man mit den Abbrucharbeiten bis in zwei Wochen fertig sein, danach soll eine mobile Recycling-Anlage aufgestellt werden, die den Bauschutt verarbeiten wird.

Anwohner aus Gündenhausen beklagen sich über Geruchsbelästigungen, die von der Firma ppe ausgehen.

Die Planung für ein Regen-Klärbecken an der Niederen Schleife hat Tiefbauamtsleiter Springmann im Umweltausschuß vorgestellt. Das Becken, das eine Minimal-Lösung darstellt, wird Kosten von DM 750.000,- verursachen.

21. September 1993

Für den Förderverein krebskranker Kinder wurden während des Städtlifestes Aktionen durchgeführt. Der Institution konnte der Erlös in Höhe von DM 9.279,- sowie eine Spende der Schopfheimer Sparkassen-Mitarbeiter von DM 2.077,- überreicht werden.

Zum diesjährigen Weideabtriebs-Fest in Gersbach hat sich Umweltminister Harald B. Schäfer angesagt.

22. September 1993

Der SPD-Ortsverein schlägt Marion Caspers-Merk als Kandidatin für die kommende Bundestagswahl vor.

Dieser Tage ging ein privat organisierter Hilfs-Transport mit Unterstützung des Roten Kreuzes Bad Säckingen und der ev. Kirchengemeinde Schopfheim nach Durres in Albanien. Auf den Weg gebracht wurden Kleider, Spielzeug, Medikamente, Lebensmittel und medizinische Geräte sowie Krankenhauszubehör und darüberhinaus noch 40 Betten.

Wieder geht der Feuerteufel um: In diesem Jahr bereits zum neunten Mal. In der Mattenlee-Straße bricht ein Brand in einem leeren Gebäude aus. Der Schaden hält sich nach Angaben der Feuerwehr in Grenzen, da das Feuer rechtzeitig entdeckt wurde und in kürzester Zeit durch die Wehrmänner gelöscht werden konnte. Zusammenhänge mit dem »Pflug« und anderen Brandstiftungen kann die Polizei weder bestätigen noch völlig ausschließen. Vom Objekt her, so Rudolf Steck vom Polizeirevier Schopfheim, könnte es schon zusammenpassen. Das Feuer wurde gegen 22.40 Uhr entdeckt. Dreißig Mann der ausrückenden Wehr hatten es dann rasch unter Kontrolle.

»Tief in der Nacht«, ein Durbridge-Thriller zum Auftakt der diesjährigen Kulturring-Saison, wurde in der Stadthalle aufgeführt.

»Vier Frauen stellen aus«. So lautet schlicht der Ausstellungstitel in der Sparkasse. Ursula Zerrer, Barbara Franke-Caspari, Käthe Biermann und Uta Vollgärtner zeigen ihre Arbeiten bis Mitte Oktober.

23. September 1993

Das Gewerbeaufsichtsamt Freiburg beurteilt den Störfall bei ppe als nicht ernst. Gesundheitliche Schäden habe niemand davongetragen. Auch eine Mitarbeiterin, die die ausgetretenen Dämpfe eingeatmet hatte und ins Krankenhaus kam, sei durch die Dämpfe zwar gereizt worden, Schäden an der Lunge seien jedoch nicht entstanden. Zu den Klagen der Nachbarn meinte der Vertreter des Gewerbeaufsichtsamtes, eine Geruchsbelästigung sei eigentlich nicht möglich. Denkbar sei lediglich, daß bei abendlichen Inversionswetterlagen die Abgase, die bei dem Industriebetrieb anfallen, »runtergedrückt« werden.

Den ersten Stadtseniorenrat im Landkreis haben nunmehr Schopfheimer ins Leben gerufen. Die Freude darüber bringt die Vorsitzende des Kreisseniorenrates, Sepp Langenstein, zum Ausdruck. Unter der Wahlleitung von Kurt Härzschel wurde im »Markgrafen« der neue Vorstand gebildet. Anneli Roth, Hermann Reinhardt, Monika John, Elfriede Mutter, Ruth Sprich, Henny Timmermann, Wolfgang Gorenflo und Elfriede Bruttel gehören dem Gremium an.

24. September 1993

Die Bahn will das jetzige Bahnwärterhäuschen und »Irrlicht«-Domizil nicht sofort für ein Parkdeck zur Verfügung stellen. »In den nächsten zwei Jahren tut sich nichts«, erklärt Jürgen Lange, stellvertretender Leiter der Regionalabteilung der Bundesbahn in Basel, gegenüber dem Markgräfler Tagblatt. Die Bundesbahn befinde sich, was die Beseitigung der Bahnübergänge betreffe, noch immer in der Planungsphase.

Gäste von der sulawesischen Partnerkirche waren dieser Tage zu Besuch bei der ev. Kirchengemeinde in Schopfheim.

Car-Sharing macht wieder von sich reden. Die Idee hat vor einem Jahr in Schopfheim Fuß gefaßt. Das vorhandene Fahrzeug dieser Gemeinschaft wird derzeit nicht ausreichend genutzt und läuft daher nicht kostendeckend. Weitere Mitglieder werden gesucht.

Der Gersbacher Ortschaftsrat einigte sich. Nach heftiger Diskussion entschied man sich mit 7 zu 0 Stimmen für den Standort »Mühle« als Hallenstandort. Damit wurde ein Votum vom November 1990, als man sich mit 4 zu 2 Stimmen für das Buchleither-Feld entschied, aufgehoben.

25. September 1993

Die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit dem kürzlichen Störfall bei ppe.

Roswitha Blümle von der FDP wendet sich in einem Leserbrief kompromißlos gegen das Parkdeck in der Bahnhofstraße. Sie meint, daß das als Bahnwärterhäuschen bezeichnete Haus Bahnhofstraße 3 nicht abgebrochen werden dürfe. Es handle sich um das erste Empfangsgebäude der Wiesentalbahn aus dem Jahre 1862.

Eugen Herzog aus Poligny schreibt in seinem Monatsbrief, daß er über den neuen Boule-Platz in Schopfheim bestens informiert ist und hofft, d

aß es in nächster Zeit ein Spiel zwischen den Polinois und den Schopfheimern geben wird.

Die vhs lädt zum 3. Schopfheimer Jazz-Fest unter dem Dach der Stadthalle ein. 17 Musiker teilen sich die Bühne. Das Konzert eröffnete die Barrel-House-Jazzband, und zwischen den Auftritten der Frankfurter Band sorgten die Jackson-Singers für einen interessanten Kontrast. Die schwarzen Musiker begeisterten mit ihren Spirituals und Gospels das zahlreiche Publikum.

Im kath. Kindergarten findet eine gutbesuchte Kinderkleider-Börse statt.

26. September 1993

Weideabtrieb in Gersbach. Umweltstaatssekretär Peter Reinelt (SPD) vertrat Umweltminister Harald B. Schäfer, der krankheitshalber bei diesem für den Ortsteil wichtigen Ereignis absagen mußte. Der Staatssekretär brachte in einer Rede die Gersbacher Direktvermarktung in einen größeren, landespolitischen Zusammenhang und meinte, daß die regionalen Vermarktungskonzepte eine immer größere Bedeutung erhalten werden.

Freundschaftsbesuch aus dem Elsaß bei der Schopfheimer Feuerwehr.

27. September 1993

»Wir werden nicht weichen«, verkünden junge Mitstreiter der Kulturinitiative »Irrlicht«. Damit man auf eine breite Unterstützung hoffen kann, werden Flugblätter auf dem Wochenmarkt verteilt. Gleichzeitig lädt man zu einem »Tag der offenen Tür« ein.

Wie heute verlautet, haben die GRÜNEN am vergangenen Freitag notfalls einen Bürgerentscheid zum Parkdeck in der Bahnhofstraße gefordert. Die Gemeinderäte Straub und Mennicken-Martensen haben handfeste Bedenken gegen das Parkdeck. Aufgrund der vorgegebenen Größe würden die Alleebäume fallen müssen. Als Alternativ-Vorschlag empfiehlt man ein Parkdeck westlich der Güterhalle oder auf dem Gelände des jetzigen Busbahnhofes.

Eichens Ortschaftsrat wehrt sich ebenfalls gegen die Abschaffung der »unechten Teilortswahl«.

Zu Gunsten der Spielstube Raitbach wollen die Ortschaftsräte des Ortsteiles ihre Sitzungsgelder verwenden.

28. September 1993

Zu einem Bürgergespräch über die künftige Gestaltung der Innenstadt und deren Verkehrsführung lädt die SPD ein.

In einem Gespräch zwischen der Stadtverwaltung und Kindergarteneltern wird über die vorgesehene Erhöhung der Gebühren diskutiert. Der Bürgermeister macht deutlich, daß kein Weg an der laufenden Gebührenanpassung vorbeiführe. Mit der geplanten einkommensabhängigen Staffelung sei man jedoch einen sehr verträglichen Weg gegangen. Gering-Verdiener seien dadurch von der Erhöhung nicht betroffen.

29. September 1993

Walter Flößer nimmt Abschied vom Gemeinderat. Am kommenden Montag wird er sein Mandat nach fast 31jähriger Tätigkeit zurückgeben. Für ihn rückt Adolf Winterhalder, Direktor des THG, nach.

Schopfheimer Bauunternehmer schmücken ihre Baulastwagen mit Trauerflor. Die Belegschaft protestiert damit gegen die von Bonn geplante Abschaffung des Schlecht-Wetter-Geldes.

Die Hauptstraße beim »Pflug« ist gesperrt. Das Gebäude, um das seit Wochen und Monaten heftige Diskussionen in der Stadt entbrennen, wird nun vollends dem Erdboden gleichgemacht.

Erster »Theatermonat für junge Leute« in Schopfheim. Das von der Sparkasse gesponserte Theaterfestival beginnt mit dem Märchen »Der kleine Muck« von Wilhelm Hauff. Die Stadthalle ist mit über 500 Kindern voll besetzt. Das Märchen vom Tourneetheater Remscheid begeistert die jungen Zuhörer und Zuschauer.

30. September 1993

Großes Publikum hatte die SPD dieser Tage beim Bürgergespräch über die Verkehrsplanung in der Innenstadt.

Einen Ausweg aus dem »Irrlicht«-Dilemma und gleichzeitig auch aus der Parkdeck-Problematik in der Bahnhofstraße meinen die FWV gefunden zu haben. Walter Flößer hat für seine Fraktion einen Plan vorgelegt, der den Verzicht auf das Parkdeck ermöglicht. Er schlägt vor, sowohl auf der Nordseite als auch auf der Südseite der Bahnhofstraße zwischen Bahnhof und »Irrlicht« schräge Parkierflächen zuzulassen. Dies würde den Bestand des »Irrlichts« gewährleisten. Lediglich der Fußweg an der Nordseite der Bahnhofstraße müßte beseitigt und durch den Anna-Kym-Garten geführt werden.

01. Oktober 1993

An den »Pflug« erinnert das Markgräfler Tagblatt mit einer Sonderseite: »Aus und vorbei, Pflug ade, Chronik eines langen Niedergangs«.

Der engste Nachbar des einstigen »Pflugs«, die Bäckerei Adolf, ist bisher von Abbruchschäden verschont geblieben.

Wenn es nach dem Willen des Bürgermeisters geht, kann sich am Montag der Gemeinderat für die Übernahme der Unteren Verwaltungsbehörde aussprechen. Klaus Fleck möchte für die Verwaltungsgemeinschaft die Zuständigkeit im Bereich des Baurechts, des Ordnungsrechts und auch im Sozialwesen. Er begründet dies mit kürzeren Wegen für die Bürger und mit der Stärkung der Zentralitätsfunktion der Markgrafenstadt.

Für die nächste Gemeinderatssitzung liegt es nun schwarz auf weiß auf dem Tisch: Die Stadtverwaltung schlägt die grundsätzliche Abschaffung der »unechten Teilortswahl« vor.

02. Oktober 1993

Zu einem »Tag der offenen Tür« lädt die Polizei ins Revier ein. Zahlreiche Gäste nehmen die Gelegenheit wahr, den vom Innenminister in Auftrag gegebenen Sicherheitstag zu nutzen. Revierleiter Bernhard Schlachter durfte bei der offiziellen Eröffnung zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kirchen, Schulen und Behörden willkommen heißen.

Es regnet bei der Enthüllung der »Säule der Hoffnung und der Zuversicht«. Leonhard Eder hat das Kunstwerk, das im Bifig aufgestellt wurde, im Auftrag der Stadt geschaffen. Es ist das erste Werk, das beim Kunstwettbewerb Bifig 1987 preisgekrönt und später in Auftrag gegeben wurde. Es erinnert an die beiden Söhne der Stadt Schopfheim, Dr. Max Picard und Dr. Max Josef Metzger.

Die Abschaffung der unechten Teilortswahl, wie sie von der Verwaltung der Stadt vorgeschlagen wurde, ist vom Tisch. SPD und CDU sprechen sich in ihren kommunalpolitischen Ausschüssen für die Beibehaltung aus.

Der Vorschlag der Freien Wähler, auf das Parkdeck in der Bahnhofstraße zu verzichten und dafür das Schräg-Parkieren in der Bahnhofstraße zuzulassen, findet bei der CDU und bei der SPD Gegenliebe. Zapp meint jedoch für die SPD, es handle sich hierbei nur um eine Interims-Lösung.

Leserbriefe beschäftigen sich mit der vorgesehenen Gebühr für die Stadtbibliothek. Der Tenor dieser Briefe geht eindeutig gegen die Einführung.

Auf großes Interesse stieß das diesjährige Grümpel-Schießen bei den Fahrnauer Sportschützen. Die Ehrenscheibe erhielt Margot Strass, den Wanderpokal errang sich die Mannschaft des »Schlattholz-Zinkens«.

In einem Konzert vermittelte der katholische Kirchenchor unter der Leitung von Cornelius Holdermann einen eindrucksvollen Querschnitt durch Jahrhunderte der europäischen Chorliteratur. Bereichert wurde das gut besuchte Kirchenkonzert durch Orgelinterpretationen des Kantors.

04. Oktober 1993

Die Arbeitsgemeinschaft »Pro Schiene« spricht sich dieser Tage bei einer Tagung in Zell auch gegen die Schräg-Parkierung in der Schopfheimer Bahnhofstraße aus. Man folgt dabei den Vorstellungen des Schopfheimer Stadtrates Michael Straub, der meint, Parkplätze gehörten an die Peripherie, beispielsweise in die Wehrer Straße.

Auch der BUND wendet sich in einem Schreiben an die Stadtverwaltung gegen die Parkplätze in der Bahnhofstraße. Der Anna-Kym-Garten würde durch den zusätzlichen Verkehr im Zusammenhang mit den Parkplätzen erneut ein Stück weiter abgewertet. Ankommende Zug-Benutzer seien mit Autos konfrontiert, bevor sie in die Stadt kommen, heißt es weiter.

Walter Flößer wird im Gemeinderat nach fast 31 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit auf seinen Antrag hin verabschiedet. Der 74jährige erhält aus den Händen von Bürgermeister Fleck den Großen Golddukaten als Ehrung, gleichzeitig bemerkt der Bürgermeister, daß außer Walter Flößer bisher nur ein Stadtrat eine längere Gemeinderatszeit hinter sich habe.

Erstmals werden neue Kindergartengebühren einkommensabhängig gestaffelt. Besserverdienende sollen mehr bezahlen, bei den Geringverdienern wird sich der Betrag nicht erhöhen, so der Gemeinderatsbeschluß.

Die »unechte Teilortswahl« ist vom Tisch. Lediglich 8 Gemeinderäte wollten sie abschaffen. Ein Gemeinderat enthielt sich der Stimme. Die Verwaltung erhält nun den Auftrag, zu prüfen, ob die Zahl der Sitze nicht doch noch verändert werden könnte.

Die Parksituation in der Innenstadt und damit das Weiterbestehen des »Irrlichts« zieht viele Besucher in die Stadtratssitzung. Über das Für und Wider des Vorschlags der Freien Wähler Vereinigung, Schräg-Parkierungen zu ermöglichen, wird lebhaft diskutiert. Insbesondere die GRÜNEN wollen andere Möglichkeiten geprüft wissen. Der Gemeinderat beschließt, daß die Verwaltung die Realisierbarkeit des Vorschlags von Stadtrat Flößer im Detail untersuchen soll, wobei dann eventuell auf die Parkdecklösung verzichtet wird. Ein Antrag der GRÜNEN, nach Alternativen zu suchen, wird ebenfalls beschlossen. Die Ergebnisse sind im Umweltausschuß zu diskutieren und zusammen mit dem Verkehrskonzept und der Parkraumbewirtschaftung zu besprechen. Dieser Beschluß bedeutet, daß das Kulturcafé »Irrlicht« weiterhin im Gebäude bleiben kann. Deutlich wurde während der Sitzung, daß kein Gemeinderat dem Kulturcafé gegenüber vertragsbrüchig werden möchte.

Die erste Nachtragssatzung für das Haushaltsjahr 1993 wird beschlossen. Wesentlich bei diesem Nachtrag ist, daß der Verlust des Jahres 1991 mit DM 1,8 Mio. ausgeglichen werden kann.

Nachdem der Ortschaftsrat Gersbach sich für die Realisierung einer Mehrzweckhalle bei der »Mühle« entschieden hat, beschäftigte sich nun der Gemeinderat mit diesem Thema. Mit 26 gegen 3 Stimmen und bei 3 Enthaltungen beschloß der Gemeinderat diesen Standort. Die Verwaltung wird einen Antrag auf Zuschuß stellen, wobei die Realisierbarkeit des Bauvorhabens erst im Rahmen der Haushaltsberatungen besprochen wird.

Über die Untere Verwaltungsbehörde hat sich der Gemeinderat nicht unterhalten. Dieser Punkt wurde verschoben.

Beim Zuschuß für den evangelischen Kindergarten möchte die Stadt künftig den Maßstab der städtischen Kindergärten ansetzen. Bisher beteiligte sich die Stadt mit 70% am Defizit der Personal- und Sachkosten. Dies möchte sie künftig nicht mehr tun, da die Gruppen des Kindergartens im Lus kleiner sind. Der Gemeinderat möchte den Defizitausgleich so vornehmen, daß er demjenigen der städtischen Kindergärten im Durchschnitt entspricht.

Der Ruf nach einem Gehweg in Wiechs wird immer lauter. Sowohl der Elternbeirat der Grundschule als auch der Elternbeirat des Kindergartens und eine Gruppe von Müttern mit Kleinkindern drängen in der Gemeinderatssitzung auf die Realisierung.

Während der Beratung über den Nachtragshaushalt meinte Fraktionschef Zapp für die SPD: »Uns bleibt nichts anderes übrig, als konsequent gegen jedermann zu sparen.« Diese Marschroute gelte auch dann, so der Fraktionschef weiter vor einem vollbesetzten Rathaussaal: »…wenn wir nicht wiedergewählt werden. Und wenn wir nicht wiedergewählt werden, haben wir die richtige Politik gemacht«.

05. Oktober 1993

Gerd Lenz konnte dieser Tage bei der Raiffeisen-Technikwerkstatt auf 25 Jahre als Landmaschinenmechaniker zurückblicken. Geschäftsführer Karlheinz Klein überreichte ihm neben der Ehrenurkunde des Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Verbandes die Ehrenurkunde der IHK Hochrhein-Bodensee.

Bei der Bürgerversammlung in Langenau sollte der Eigenbetrieb Abfall des Landkreises zu aktuellen Fragen Stellung nehmen. Doch dessen Leiter Prätzel konnte die Fragen manch besorgten Langenauers nicht zufriedenstellend beantworten.

06. Oktober 1993

Der für das Kulturcafé »Irrlicht« von der Stadt verhängte Baustop wird um drei Wochen verlängert. Bis dahin, so Bürgermeister Fleck, soll entschieden sein, ob es nicht doch eine Dauerlösung für die alternative Kulturszene »Irrlicht« gibt. Ein Objekt mit einem Mietvertrag von 10 Jahren ist derzeit im Gespräch.

Das Sorgentelefon des Kinderschutzbundes sucht noch weitere Helfer.

07. Oktober 1993

Der Geduldsfaden der »Irrlichter« droht zu zerreißen. An der Hauptversammlung wird Unmut laut; denn man empfindet es als absolute Frechheit, wie mit einem umgegangen wird. Auch vom Baustop, wie ihn der Gemeinderat für drei weitere Wochen beschlossen hat, hat man nach eigenem Bekunden erst auf Anfrage bei der Stadtverwaltung erfahren. Bei den Neuwahlen wurden Mark Trautmann und Karin Küchenmeister das Vertrauen ausgesprochen.

Mit der Neubebauung Ecke Hauptstraße/Adolph-Müller-Straße beschäftigt sich der Ortsbauausschuß. Franz Villringer möchte hier ein modernes Wohn- und Geschäftshaus errichten. Das ehemalige Haus Glatt (Sattlerei) an der Hauptstraße soll zunächst abgebrochen werden und einem strengen Neubau, wie dieser bereits in der Adolph-Müller-Straße steht, Platz machen. Das Eckhaus soll erst in einem späteren Bauabschnitt eingeebnet und durch einen Neubau ersetzt werden. In einer weiteren Ausbaustufe sollen die Gebäude dann von drei auf fünf Stockwerke erhöht werden.

Bruno Epple liest in der Stadtbibliothek. Der Autor vom Bodensee stimmt die Stammzuhörerschaft in sein literarisches Schaffen ein.

08. Oktober 1993

Friedrich Albes, Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderates, nimmt Abschied von der Markgrafenstadt. Er wird seine berufliche Tätigkeit als stellvertretender Verwaltungsleiter am Elisabethen-Krankenhaus in Lörrach aufgeben und in Sonneberg in Thüringen Geschäftsführer einer Krankenhaus GmbH werden.

Neu in Betrieb genommen wurde das Jugendzentrum beim Schwimmbad. Offiziell eingeweiht wird das Haus erst Anfang Dezember. Es soll, so Jugendpfleger Dietmar Herrmann, künftig dreimal die Woche abends geöffnet haben und an zwei Nachmittagen den jungen Menschen zur Verfügung stehen.

09. Oktober 1993

Werner Müller schreibt im Markgräfler Tagblatt einen Artikel mit der Überschrift »Reden über – nur nicht miteinander«. Der Untertitel heißt »Weshalb die hiesige Kommunalpolitik in der Krise steckt«.

Das Haus Räuber in der Feldbergstraße fällt nun auch dem Abrißbagger zum Opfer.

Seit gestern, so Beigeordneter Bertsch, liege die Baugenehmigung für das »Pflug«-Projekt vor. Es fehle allerdings noch am roten Punkt, der dann erteilt wird, wenn die festgeschriebene Zahl der Parkplätze nachgewiesen werden kann.

Die Stadt hat den »Irrlichtern« die eingefrorenen Geldmittel wieder zur Verfügung gestellt. Damit ist auch der Baustop aufgehoben.

»Go for Comedy« in der Stadthalle zog wohl bei den Schopfheimern nicht so richtig. Auf Einladung der vhs kamen nur wenige, um bei diesem Kleinkunst-Abend dabei zu sein.

10. Oktober 1993

Saison-Abschluß bei dem erst kürzlich gegründeten Schopfheimer Boule-Club. 26 Damen und Herren kamen zum Turnier auf dem Picard-Platz, bevor der Schopfheimer Manfred Baer die Siegestrophäe mit nach Hause nehmen konnte.

11. Oktober 1993

Über die Gemeindeversammlung der ev. Kirchengemeinden St. Michael Ost und West berichten die Tageszeitungen. Überwältigend ist die Mehrheit gegen den Verkauf des Pfarrgartens. Ende 1992, so Pfarrer Jobst, sei man mit dem damaligen Investor Utner einig gewesen und habe dem Verkauf zugestimmt. Utner habe auch alle Bedingungen damals erfüllt. Dr. Fritz und Luis Lenz sind bei dieser Versammlung Wortführer. Man meint gar, der Rest des Gartens sei nichts mehr wert, wenn mehr als die Hälfte verkauft werde. Im übrigen erinnerte man daran, daß sich die Planung des neuen Investors in puncto Nutzung geändert habe. Das Bewußtsein für den Erhalt von Grünflächen sei seit der letzten Entscheidung gewachsen, betont Pfarrer Jobst. Allein auf weiter Flur im evangelischen Gemeindehaus stand bei dieser Versammlung Kurt Härzschel, der mehrfach zu Gegenreden ansetzen mußte und zusammen mit seiner Frau auch für die beiden Gegenstimmen zum Antrag verantwortlich war. Der CDU-Stadtrat äußerte die Bitte, daß die Kirche für ein gutes Miteinander mit der Stadt nach Lösungen suchen möge. Er warnte vor Emotionen und vor einem Gegeneinander. Die Entscheidung der Gemeindeversammlung, mit 41 gegen 2 Stimmen gegen den Verkauf, hat nur empfehlenden Charakter. Die endgültige Entscheidung trifft der Ältesten-Kreis beider Gemeinden.

»Schopfheim darf nicht zur Schlafstadt werden«, meint der Gewerbeverein. Er äußert sich zur »Pflug«-Überbauung und zum Innenstadtverkehr. Wer jedoch meine, daß Schopfheim Schlafstadt werden soll, möge seine Gründe offen nennen. Radwege und Fußgängerzonen beendeten den Einzelhandel in der Innenstadt. Dies führe wiederum zum Verlust von Arbeitsplätzen. Großes Verständnis zeigen die Unternehmer für die provisorische Umgestaltung der Hauptstraße. Mit Testphasen kann man nach Lösungen und Verbesserungen des innerstädtischen Verkehrs suchen. Verständnis bringt der Gewerbeverein auch für den »Pflug«-Investor auf, der aus Kostengründen keine zweite Tiefgaragen-Ebene erbauen will.

Bei der Informationsveranstaltung des Landkreises in Sachen Deponie in der vergangenen Woche nahm die Sickerwasser-Problematik großen Raum ein. Der Betriebsleiter des Eigenbetriebes, Robert Prätzel, hat zum Ziel, 8,5 Sec./Liter statt wie bisher bei Regen üblich 10 Sec./Liter in den Kanal des Abwasserverbandes einzuspeisen. Bürgermeister Klaus Fleck und Bernhard Springmann, Tiefbauamtsleiter, halten es doch für nötig, daß die 5-Liter-Grenze als oberstes Limit festgesetzt wird. Der Verbandsammler verkraftet nicht mehr. Dies ist auch die Menge, die der Kreismülldeponie zugestanden wurde.

12. Oktober 1993

Nach dem Nein der Gemeindeversammlung zum Kauf des Pfarrgartens ist für Bürgermeister Fleck das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Zusammen mit dem »Pflug«-Investor Pöpperl, so sagt er dem MT gegenüber, werde die Stadt das Gespräch mit der Kirche suchen. Die Rüge der Kirchenversammlung, daß der Investor bisher das Gespräch mit der Kirche nicht aufgenommen habe, relativiert der Bürgermeister insofern, als er dem Investor geraten habe, damit noch zu warten, um dann dem Gesprächspartner fertig überarbeitete Pläne zeigen zu können. Äußerlich ändere sich zwar nichts, doch die Nutzung sei gegenüber den Utner-Plänen eine andere.

Das Vereinsparlament tagt, um Termine für das kommende Jahr festzulegen und Vorschau auf das Jahr 1995 zu halten. Es wird sich künftig wieder mehr um allgemeine Vereinsbelange kümmern und nicht nur Terminabstimmungen vornehmen. Finanziell schwierigere Zeiten zwängen dazu, daß man enger zusammenrücken müsse, meint der Vorsitzende der Stadtmusik, Hans Moser. Klaus Strütt als Vorsitzendem des Parlamentes bleibt es nun vorbehalten, für das Frühjahr eine Sitzung zur noch besseren Zusammenarbeit der Vereine einzuberufen.

13. Oktober 1993

Dem alten Brauch Gutenbergs gemäß wurde Tanja Brugger nach bestandener Gesellenprüfung bei der Druckerei Ühlin dieser Tage im Kronen-Brunnen »gegautscht«.

14. Oktober 1993

Die IG Velo hat kürzlich eine interne Verkehrsschau durchgeführt, um die Radwege unter die Lupe zu nehmen. Als »erfrischend« bezeichnete die Gruppe den Radweg entlang der Umgehungsstraße, auf den man jedoch nicht hingewiesen werde.

»Momo«, das Schauspiel von Michael Ende, in der Stadthalle. Die Badische Landesbühne Bruchsal ist auf Einladung des Kulturrings zu Gast beim ersten »Theatermonat für junge Leute«. Die Inszenierung war für Kinder ab fünf Jahren einfach zu schwer zugänglich. Von den jungen Zuschauern gab es daher auch einige Buh-Rufe.

15. Oktober 1993

Kleinen Hauptschulen droht im Land Baden-Württemberg das Aus. Für die Hauptschule Gersbach, die nur 23 Schüler zählt, ist der Fortbestand jedoch nicht in Frage gestellt, betont Rektor Rolf Strohm. Der Träger beabsichtigt auch keinesfalls, einen Antrag auf Schließung zu stellen, versichert der Bürgermeister.

Manfred Baer wurde als Elternbeiratsvorsitzender der Friedrich-Ebert-Schule einstimmig wiedergewählt. Auch seine Vertreterin, Christel Schneider, wurde im Amt bestätigt. Zum schulfreien Samstag an der Hauptschule gab es nicht nur Befürworter, sondern auch Gegenstimmen. Die Schulkonferenz wird sich mit diesem Thema noch zu beschäftigen haben.

Zum 1. November schließt das Reisebüro Schmid in der Hauptstraße. Das Reisebüro Seilnacht aus Lörrach wird das Büro übernehmen.

Etwa 200 Liter Salzsäure laufen bei der Firma ppe beim Befüllen über und gelangen über den Gewerbekanal in die Wiese.

16. Oktober 1993

Gut besucht wie in jedem Jahr war das Herbstfest des Gesangvereins Raitbach. Vorsitzender Heinrich Strittmatter konnte die Gastvereine Gresgen, Wiechs, Riedichen und aus Olten in der Schweiz herzlich begrüßen. Als Höhepunkt des Konzertabends wurde eine Oltner Jodlergruppe präsentiert.

Bürgermeister und Fraktionsspitzen reagieren auf die Attacke von Pfarrer Schaupp. »Der Text, wie er über den Kindergarten Lus publiziert wurde«, schreiben die Kommunalpolitiker, »hat uns betroffen und nachdenklich gemacht«. Die Wortwahl wird als bewußt anmaßend empfunden.

Seit Anfang Oktober hat die ev. Kirchengemeinde Fahrnau einen neuen Pfarrvikar. Die ersten Eindrücke empfindet Bertram Zeller als recht positiv. Die Gemeinde habe der Familie ein herzliches Willkommen bereitet. Man habe sich vom ersten Tag an wohlgefühlt.

Fast voll besetzt war die Stadthalle beim zehnten Herbstkonzert des Harmonikaorchesters. Damit wurde gleichzeitig auch an die bereits 10jährige Stadthallentradition erinnert. Die ganze Bandbreite ihrer Instrumente demonstrierten die Musiker des Aktiv-Orchesters unter der Leitung von Brigitte Biechele. Insbesondere begeisterte der Solo-Auftritt von Patricia Grether-Schmid.

17. Oktober 1993

Generalversammlung bei den »Chrattenhexen« im »Waldheim«. Es herrsche wieder Harmonie und Eintracht, wurde in der Versammlung bestätigt. In gereimter Form ließ Vorsitzende Margot Strass das vergangene Jahr Revue passieren.

Martin Winkler wird in einem Gottesdienst von Schuldekan Kopf und Dekan Heidler feierlich in sein Amt als Bezirkskantor eingeführt. »Dazu bis du auf der Erde, damit es durch dich heller werde«, sprach der Schuldekan. Auch Bürgermeister Klaus Fleck hob in seinen Glückwunschworte den hohen Stellenwert der Kirchenmusik in Schopfheim hervor.

»Fanfare Royale« in der Schopfheimer Stadtkirche St. Bernhard. Das Lörracher Blech-Bläser-Quintett mit dem Schopfheimer Markus Götz verspricht vieles. Die von Götz erstaufgeführte Sonate habe dem jungen Komponisten durchaus einen Achtungserfolg gebracht, schreibt die Presse.

18. Oktober 1993

Einen Verletzten fordert der Tank-Unfall bei der Firma ppe.

19. Oktober 1993

Beim jüngsten Treffen der CDU-Senioren referiert Ortrun Schätzle, MdB, über das Thema »Asylanten in Deutschland (k)ein Problem?« Sie stellt dabei kräftig ins Zwielicht geratene Zahlen in die richtige Relation: Nicht 15% aller Weltflüchtlinge, sondern 1,4% kommen nach Deutschland. Auch die Beträge der Sozialhilfe stimmen bei weitem so nicht, wie es sich herumspricht.

Wie der Wirtschaftskontrolldienst mitteilt, können noch keine endgültigen Angaben über den Zwischenfall bei der Firma ppe der vergangenen Woche gemacht werden. Die Firma spricht von »menschlichem Versagen« als »wahrscheinlichen« Grund.

20. Oktober 1993

Landet der Klärschlamm von der Kläranlage Steinen künftig in einem Ofen der Firma Ciba-Geigy? Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises prüft derzeit, ob dies möglich ist, denn man will den Klärschlamm von der Kläranlage nicht mehr auf der Deponie Scheinberg dulden.

Herbstprüfung beim Fahrnauer Hundesportverein. Trotz strömenden Regens trafen sich Hundeführer mit ihren Vierbeinern auf dem Übungsgelände. Nicht zu schlagen war Jürgen Schlicht aus Fahrnau mit seinem Hund Chico.

22. Oktober 1993

Die generell rückläufige Tendenz bei der Ankunft von Asylbewerbern spürt man, so der Beigeordnete, auch in der Markgrafenstadt. Gleichwohl gehen die Umbauarbeiten am Wiesenweg 2 und 4 weiter. In der Ekato-Unterkunft ist es in der Vergangenheit wieder ruhiger geworden. Die Polizei kontrolliert regelmäßig.

Markus Manfred Jung stellt seinen neuen Lyrikband »Hexenoodle« in der Regio-Buchhandlung vor. »Unauslotbare gedankliche Tiefe und unendlich komplizierte Einfachheit« – mit diesen Worten stellt Dr. Reinhard Valenta das Werk vor, bevor der Autor daraus liest.

Ein vollbesetztes »Metropole« beim Zigeuner-Jazz, den Michael Wälde auf der Geige spielte.

23. Oktober 1993

Bis auf den letzten Platz war die festlich geschmückte Wiechser Festhalle beim Herbstkonzert des Musikvereins besetzt. Von sanft getragenen bis launig-schmissigen Klängen und mitreißend intonierten Blasmusikstücken auf anspruchsvollem Niveau spricht der Berichterstatter. Den krönenden Abschluß des Konzertes gestaltete das Wiechser Brass Quintett mit Reinhold Hagist, Markus Hauri, Martin Sänger, Joachim und Jörg Wendland.

In Langenau gründet sich ein deutsch-kroatischer Freundschaftsverein. 20 Teilnehmer wählen Wladimir Golubic zum 1. Vorsitzenden. Der Freundeskreis besteht vornehmlich aus Kroaten und einigen Deutschen.

24. Oktober 1993

Zum 25jährigen Bestehen des Briefmarkensammler-Vereins Schopfheim zeigen 57 Aussteller, in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen, was sie geordnet und gesammelt haben. Die Ausstellung ist in der Stadthalle zu sehen. Als Souvenir des Tages gibt es ein Sonder-Postamt mit einem Sonder-Poststempel. Für 25jährige Tätigkeit als Vorsitzender des Schopfheimer Vereins erhielt Karl-Friedrich Pfeiffer die silberne Verdienst-Medaille des Landesverbandes Südwest. Gleichzeitig wurde Clemens Fabrizio zum Ehrenmitglied ernannt.

25. Oktober 1993

Gehörigen Staub wirbelt das geplante Wohn- und Geschäftshaus Villringer im Gemeinderat auf. Nach kontroverser Debatte und einer von der SPD beantragten Sitzungsunterbrechung wurde das Baugesuch samt Bebauungsplan noch einmal vertagt.

Michael Straub von den GRÜNEN will zum Bebauungsplan Vorstadt I fordern, daß für das vorgesehene Wohn- und Geschäftshaus keine Mitarbeiter-Stellplätze geschaffen werden dürfen.

Der Gemeinderat wird weder größer noch kleiner; es bleibt bei den 26 Mandaten, beschließt der Rat für die kommende Wahlperiode. Robert Zapp meint, bei der Größe des Gemeinderates werde man es schwer haben, notwendige Sparbeschlüsse zu fassen. Als optimal bezeichnet Kurt Härzschel die jetzige Lösung, denn sie habe eine demokratische Struktur für die Ortsteile geschaffen. Zapp äußert für die SPD, er müsse resignierend feststellen, daß Dinge zerredet worden seien.

Zum 01. Dezember werden die Wasser- und Abwassergebühren erhöht. Für das Abwasser werden künftig DM 4,40, für das Frischwasser DM 1,70 zu bezahlen sein. Der Gesamtbetrag – so Stadtkämmerer Reif – wird sich in zwei Jahren auf DM 9,50 belaufen.

Die Entscheidung, ob Schopfheim Untere Verwaltungsbehörde werden soll, wurde vertagt. »Wir halten uns zunächst zurück, zuerst sollen die Nachbargemeinden gehört werden«, so der Tenor im Gemeinderat.

26. Oktober 1993

Franz Josef Wolf löst Wolfgang Gabriel im Vorsitz des katholischen Pfarrgemeinderates ab.

Bruno Haas ist derzeit mit seinen Arbeiten in einer Ausstellung in Kopenhagen zu sehen.

Aus den Trümmern des »Pflug«-Saales holen »Irrlicht«-Betreiber einen Balken und setzen ihn im Erdgeschoß ihres neuen Domizils in der Bahnhofstraße als Stützpfeiler ein.

27. Oktober 1993

In der Galerie »Grüne Schlange« stellt derzeit die Künstlerfamilie Grund ihre Arbeiten aus. Konrad Grund, der in Hausen lebende Maler, seine in Waldkirch lebende Schwester Gerlinde und die Mutter, Anneliese Meissner-Grund, die 86jährig in Schopfheim lebt, geben einen Einblick in das künstlerische Schaffen einer Familie.

29. Oktober 1993

»Orpheus in der Unterwelt«, die Offenbachsche Operette, wird vom Deutschen Tournee-Theater München im Kulturring-Zyklus in der Stadthalle zu Gehör gebracht.

Ulrich Menzer ist seit Monatsbeginn neuer Richter am Amtsgericht. Der 29jährige wurde in Frankfurt geboren.

30. Oktober 1993

Begeistert waren Fahrnaus Senioren beim Altennachmittag, den der Fußballverein für sie gestaltet hat. Der Musikverein wirkte ebenso mit wie die Grundschüler des Ortsteils mit ihrer Darbietung aus dem Musical »Cats«.

02. November 1993

Für das Wahljahr 1994 bereitet sich in der jüngsten Versammlung das Bündnis 90/DIE GRÜNEN Schopfheims vor. »Global denken – lokal handeln«, lautet das Prinzip der Öko-Partei. Zu Schwerpunkten sollen die Themen innerstädtische Verkehrsplanung, Regio-S-Bahn, Regio-Karte, Umgang mit kommunalen Finanzen sowie Landwirtschaft und Gen-Technologie werden.

DLRG baut ein neues Haus beim Schwimmbad. Dieser Tage wurde das Richtfest gefeiert.

03. November 1993

Mit größtem Erstaunen nimmt der Schopfheimer Gewerbeverein zur Kenntnis, daß im »Pflug« statt der bisher großflächigen Nutzung nunmehr kleine Ladengeschäfte geplant sind. Jahrelang ist man sich mit der Stadtverwaltung in der Zielsetzung für eine größere Nutzung einig gewesen, hatte man sich dadurch doch eine Magnetwirkung für die Innenstadt erhofft. In größerem Mitgliederkreis will man die neue Situation diskutieren.

Die Wehratal-Bahn hat kaum Chancen, ins Konzept der Regio-S-Bahn aufgenommen zu werden. Dies gab das Freiburger Regierungspräsidium bekannt. Man will jedoch, so Landrat Rübsamen, die Strecke offen halten und nicht überbauen. Die Freiburger Behörde hat gleichfalls festgelegt, daß zwischen Zell und Lörrach die erste Teilstrecke der Regio-S-Bahn realisiert werden soll. Hierfür wurde der Zeitraum 1998/1999 ins Auge gefaßt; Planungen sollen jedoch bereits 1995 aufgenommen werden.

Das Reisebüro Schmid wurde heute durch das First-Reisebüro Seilnacht übernommen. Damit führt das Lörracher Reiseunternehmen die 15jährige Tradition in Schopfheim weiter.

04. November 1993

Raitbachs Landwirte trafen sich, um über den Anschluß an die städtische Wasserleitung und den Benutzungszwang zu diskutieren. Man will die hauseigenen Quellen weiterhin nutzen, auch wenn die Stadt dies nicht mehr zulassen möchte. Es wird der Stadt vorgeworfen, die wirtschaftliche Lage der Landwirte zu wenig zu berücksichtigen. Die Landwirte sind auch der Meinung, daß das Bestreben der Stadt einzig dazu dient, Haushaltslöcher zu stopfen.

Sehr zufrieden zeigt sich Kulturamtsleiter Klaus Strütt über den ersten »Theater-Monat für junge Leute«. Das von der Sparkasse gesponserte Projekt hat insgesamt 1.800 Kinder in die Stadthalle und in den Museumskeller geführt.

Dr. Johannes Lorenzen feiert heute seinen 75. Geburtstag.

15 Teilnehmer kamen zum traditionellen Königs-Schießen der Sportschützengesellschaft nach Fahrnau. Den besten Schuß auf die Ehren-Scheibe gab Siegfried Schmidt aus Kürnberg ab.

05. November 1993

Vom Ende dieses Monats an soll nun der schaffnerlose Zug probeweise durchs Wiesental rollen.

Eine neue Idee des Gewerbevereins für die diesjährige Weihnachtsaktion wird vorgestellt: 24 Preise, die in den Schaufenstern der Schopfheimer Geschäfte ausgestellt werden, gelangen zur Verlosung.

Zu einer Auseinandersetzung zwischen Serben und Albanern kommt es auf dem Schopfheimer Marktplatz. Nach Angaben der Serben, so heißt es im Polizeibericht, hätten mehrere albanische Asylbewerber grundlos angegriffen. Einer der Serben wurde von einem Angreifer mit einem Messer in den Bauch gestochen.

06. November 1993

Johann-Georg Ries feiert sein 40jähriges Betriebsjubiläum bei der Druckerei Klaus Max Trefzer. Zum Jubiläum gratuliert auch Bürgermeister Klaus Fleck, der dem Jubilar die Ehrenmedaille des Landes Baden-Württemberg aushändigte.

Die CDU bemängelt in ihrer kommunalpolitischen Runde, daß nur Gebührenerhöhungen vorgeschlagen worden sind, wohingegen bei der Verwaltung vom Sparen nichts zu spüren sei.

Schopfheims SPD feiert im Museumskeller das 90jährige Bestehen. »Eine etwas andere Veranstaltung«, versprach Vorsitzender Rolf Strohm, und tatsächlich gab es eine lebendige Geschichte, die von Walter Faller, Heiner Schneegaß und Meinrad Rümmele den Schopfheimer Genossen zu Gehör gebracht wurden.

Zum ersten Zinken-Abend, der den bisherigen Familienabend der Narrenzunft Schopfheim ablöste, trifft man sich in der Stadthalle.

Um 20.11 Uhr beginnt in Wiechs die Buure-Fasnacht. Zum närrischen Auftakt feiert man in der Festhalle gemeinsam einen bunten Abend.

Traditionell beginnt der Schwarzwaldverein seine Hauptversammlung mit dem Badner Lied. Vorsitzender Prof. Gerold Blümle konnte im katholischen Gemeindehaus eine große Zahl von Mitgliedern begrüßen, insbesondere die Kürnberger Laienspielgruppe, die im späteren Verlauf ein Stück von Gerhard Jung aufführte.

07. November 1993

Werner Berges zeigt eine interessante Dokumentation seines neuesten künstlerischen Schaffens im Rahmen der Ausstellung des Kunstvereins im Museum. Im zentralen Blickpunkt der Ausstellung stehen seine Arbeiten in Holz und Mischtechnik.

08. November 1993

Die Stadt Wehr möchte Mittelzentrum werden. Schopfheim sieht sich derzeit nicht in der Lage, hierzu eine positive Stellungnahme abzugeben, denn in Mittelzentren dürfen großflächige Einzelhandelsgeschäfte errichtet werden. Dies könnte die Entwicklung des Mittelzentrums Schopfheim eingrenzen. Außerdem ist die Aufeinanderfolge von Mittelzentren auf kurzer Distanz, so Bürgermeister Fleck, nicht Ziel der raumordnerischen Planung.

Der Gemeinderat verabschiedet den Bebauungsplan »Bühlmatt« ebenso wie das Baugesuch Villringer an der Ecke Hauptstraße/Adolf-Müller-Straße.

Wichtigster Punkt für die Kommunalpolitiker ist jedoch der Haushalt des kommenden Jahres. Dieser steht unter dem Zeichen geringerer Finanzmittel. Die Friedhofsgebühren sollen drastisch erhöht, die Feuerwehrabgabe um zehn Mark noch oben gerückt und die Hallennutzungsgebühren auch in den Ortsteilen neu festgesetzt werden. Ebenso wird es eine Erhöhung der Grundsteuer A und B geben. Auf Antrag der SPD soll auch über die Erhöhung der Gewerbesteuer diskutiert werden. Die CDU wendet sich gegen noch höhere Friedhofsgebühren und gegen die Erhöhung der Gewerbesteuer. Tendenziell beschlossen wurde auch die Erhöhung der städtischen Mieten um 4%.

Über den Anschluß- und Benutzungszwang an die öffentliche Wasserversorgung gab es heftige Diskussionen, denn die Landwirte aus Raitbach wollen ihre privaten Brunnen nicht abstellen und sich der öffentlichen Wasserversorgung bedienen. Eine starke Delegation von Landwirten aus Raitbach und Eichen verdeutlicht im Gemeinderat ihre Anliegen. Auf die Frage, ob das Vieh künftig Stadtwasser oder Quellwasser bekommen wird, vertagte man schließlich. In einem Appell bat Erwin Jost, Ortsvorsteher von Raitbach, den Landwirten ihre jetzigen Rechte zu belassen, nämlich die eigenen Quellen zu nutzen. Unterstützung erhielt er von Eichens Ortsvorsteher Hans Keller. Kürnbergs Ortsvorsteher Rudolf Keller meinte hingegen, wenn Raitbach und Eichen ihre Vorteile behielten, bitte er um Gleichbehandlung für die Landwirte seines Ortsteiles, die keine eigenen Quellen haben.

Bürgermeister Fleck informiert in der Gemeinderatssitzung, daß keinerlei Enteignungsmaßnahmen mehr beim Regierungspräsidium anhängig sind. Sowohl in der »Kleinen und Oberen Schleife«, als auch im »Rebacker-Rütteberg« und in der Belchenstraße kamen gütliche Einigungen zustande.

09. November 1993

Die Idee der Bundesbahnangestellten, am Sonntagen freiwilligen Dienst im Schalterhaus zu tun, läßt sich nicht realisieren. Gesetzliche Bestimmungen, so heißt es von offizieller Bahnseite, lassen diesen freiwilligen Dienst nicht zu. Eine Selbsthilfe wird vereitelt.

10. November 1993

Richtfest für den neuen Kindergarten im Bremt wird gefeiert. Im Frühjahr des kommenden Jahres soll der neue dreigruppige Kindergarten, der 1,4 Millionen Mark kostet, bezugsfertig sein.

11. November 1993

Für den kommenden Montag ruft die IG-Metall zu einer Protest-Kundgebung vor der Schopfheimer Stadthalle auf.

Der Hauptausschuß der ev. Kirchengemeinde tagt, um über den Verkauf des Pfarrgartens an den »Pflug«-Investor zu diskutieren. Eine Entscheidung ist nicht gefallen.

Fahrnaus Narren eröffnen mit den »Düfzel-Geistern« im »Düfzel-Wald« bei der Schillerlinde ihre närrische Zeit. Das Motto des kommenden Jahres lautet: »S'isch halt schlecht, wie's machsch, isch's nit recht«.

Zu einem Gespräch mit Vertretern der Deutschen Bundesbahn trifft sich die Verwaltungsspitze der Stadt. Dabei redet man über die Schließung der Bahnübergänge Hebelstraße, Wehrer Straße und Himmelreichstraße. Einem Vorschlag von Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann folgend, will man nun nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße bis zur Kürnberger Straße probeweise die Bahnübergänge schließen, um Erfahrungen zu sammeln.

Berufsakademie Lörrach feiert ihren Abschluß in diesem Jahr in der Schopfheimer Stadthalle. 184 Absolventen erhalten ihre Diplome als Ingenieure oder Betriebswirte ausgehändigt.

Ein Investor, dessen Bauvorhaben im Bremt gescheitert ist, fordert von der Stadt DM 40.000,- Schadensersatz.

Die Deutsche Bank hat einen Antrag auf Zwangsversteigerung gegen die »Alte Stadtmühle« gestellt. Ein Konkursantrag der AOK vor dem Amtsgericht Waldshut-Tiengen wurde abgelehnt.

Damit vorhandenes Geld auch wirklich ausgegeben wird, sucht der Ortschaftsrat Langenau nach möglichen Maßnahmen. DM 700,- will man von den noch vorhandenen Verfügungsmitteln für ein Hundeklo beim Friedhof aufbringen; DM 1.800,- sollen zur Verbesserung der Lautsprecheranlage in der Halle Verwendung finden.

Philipp Trefzer wurde dieser Tage vom Bürgermeister Klaus Fleck für 40jährige Betriebstreue zur Firma Werner Reitschle geehrt. Klaus Fleck überreichte dem Jubilar die Ehrenmedaille und die Urkunde des Landes Baden-Württemberg.

25 Jahre ist Manfred Baer bei der Polizei. Der Jubilar, der in Schopfheim wohnt, war bis 1985 im Schopfheimer Revier tätig, bevor er zur Einsatzzentrale an die PD Lörrach wechselte.

Aus den Händen des ersten Vorsitzenden, Volker Jost, konnte Hans Grether bei der Generalversammlung des GV Eichen die Ernennung zum Ehrenmitglied entgegennehmen. Martin Jost und Alfred Heck wurden für 40 Jahre Sangestreue geehrt. Nach dem offiziellen Teil, der zügig abgewickelt wurde, saß man noch in der »Sonne« zum gemütlichen Wild-Essen zusammen.

Voll besetzt war kürzlich der Martin-Luther-King-Saal bei der Mitgliederversammlung des ev. Krankenpflegevereins Schopfheim.

80 Jahre alt ist der älteste Aussteller bei der diesjährigen Herbst-Schau des Kaninchenzuchtvereins Fahrnau, Karl Deiss.

Der Ortschaftsrat Gersbach beschäftigt sich mit Schutzflächen und Nutzzeiten, um den Problemen mit Modell-Seglern und Gleitschirmfliegern besser begegnen zu können.

13. November 1993

Beim Familienabend des TSG in der Stadthalle konnte Willi Leppert für 80jährige Mitgliedschaft mit der Goldenen Ehrennadel des Markgräfler Turngaus ausgezeichnet werden. Schon 1913 trat der damals 15jährige in die Turnabteilung ein. Gemeinsam mit dem Hochbetagten feiert der Verein den traditionellen und unterhaltsamen Abend.

Die »Eiemer Seewicht« eröffnen die fünfte Jahreszeit in der Hülschenmatthalle.

14. November 1993

Mit Kranzniederlegungen gedenken auf den Schopfheimer Friedhöfen Vertreter des öffentlichen Lebens, der Kirchen und verschiedener Verbände der Toten und der Opfer beider Weltkriege.

Martins-Basar in der Waldorfschule.

Die Kantorei Schopfheim führt das Mozart-Requiem in der ev. Stadtkirche auf. Der Kritiker betont insbesondere die choristisch stark besetzte Aufführung und ihre klare Textverständlichkeit.

15. November 1993

Trotz Regens versammeln sich 200-300 Arbeitnehmer vor der Stadthalle. Sie sind einem Aufruf des DGB gefolgt. Manfred Molls von der IG-Metall ruft die Anwesenden auf, Betriebsversammlungen zu Tribunalen zu machen. Der Raubzug aus Bonn müsse gestoppt werden. »Wahltag ist Zahltag«, »Millionen sind stärker als Millionäre«. Mit diesen markigen Worten soll gegen die Arbeitslosigkeit und den sozialen Abbau gekämpft werden.

Wintereinbruch im Schwarzwald. Es hat bis nach Kürnberg geschneit. Die höheren Ortsteile liegen unter einer weißen Schneedecke.

16. November 1993

Rückblick auf die Entwicklung des »Pflugs« hält der Vorstand des Gewerbevereins. Man erinnert an die Vorgeschichte, die vor 10 Jahren begann. 1986, so meint Werner Bühler vom Gewerbeverein, habe man deutlich gemacht, daß der Gewerbeverein immer für überschaubare Lösungen gewesen sei, damit bestehende Geschäfte weiter existieren können. Woolworth wäre ausreichend gewesen, war jedoch als Ramschladen bezeichnet worden. Nun, nachdem das Kaufhaus nicht realisierbar sei, müsse wenigstens die Verkehrssituation den Bedürfnissen der angesiedelten Innenstadt-Geschäfte angepaßt werden.

Vorhang auf! Premiere bei der Spielbühne in der Spielzeit 1993. »Viel Lärm um nichts«, die Shakespeare-Komödie, hat Reinhard Seiberlich für die Aufführung im Museumskeller inszeniert. Das Publikum spendet den Akteuren langanhaltenden Beifall. Weitere Vorstellungen werden folgen.

Rock und Blues der 60er-Jahre bringen die Festhalle in Wiechs in Wallungen. Die Gruppe »Rangers« wurde vom Traktor-Club Wiechs engagiert.

»Frieden stiften läßt sich lernen«. Dies ist das Thema eines Vortrages, zu dem der ökumenische Friedenskreis eingeladen hatte. Pfarrer Herbert Fröhlich aus Heidelberg meint, daß jeder friedenstauglich sei. In einem Modell, daß er »Schalomarbeiter« nennt, ist eine konkrete Umsetzung der Friedensarbeit über Vernetzung von Informationen und Tätigkeiten möglich.

Vollbesetzt war die Eichener Hülschenmatthalle bei der Herbsthauptversammlung des Alemannischen Sängerbundes, zu dem Karlheinz Klein die Gäste begrüßte. Dem gemischten Chor und dem Männerchor unter der Leitung von Dieter Waibel war es vorbehalten, die Runde musikalisch aufzulockern. Zum Stellvertreter von Karlheinz Klein wurde Horst Sutter gewählt.

Der Buß- und Bettag wird in der Matthäus-Kirche Fahrnau zum Konzerterlebnis. Albrecht Barth gibt ein Flötenkonzert im vollbesetzten Gotteshaus.

18. November 1993

Die zwölfte Klasse der Waldorfschule führt derzeit in mehreren Aufführungen Maxim Gorkis Stück »Nachttasyl« auf.

Vor einigen Tagen wurde der Gesamtelternbeirat der Schopfheimer Schulen neu gewählt. Für ein weiteres Jahr bestätigte man Manfred Baer (Ebert-Schule) und als seinen Stellvertreter Jürgen Vetter (Grundschule Fahrnau). Der geschäftsführende Schulleiter, Wolfgang Gabriel, erläuterte anschließend die Schulsituation und gab einen Überblick über die derzeit beabsichtigten Maßnahmen zur Einsparungen bei den Schulen. Man kritisierte die derzeitige Form der Schülerbeförderung, das Fehlen der überdachten Bushaltestelle in Raitbach und die beabsichtigte Änderung bei der Reinigung der Schulräume.

Generalversammlung beim Ski-Club Fahrnau im Vereinsheim des Sportvereins. Dabei konnten Martin Buchleither, Friedericke Hauser, Gerhard und Hanspeter Heitzmann, Volker Lamb, Traute Sprich, Marlies Herrscher, Wilfried Müller und Hans Schöpflin durch den Vorsitzenden Hans Schwietale für 25jährige Mitgliedschaft geehrt werden.

20. November 1993

Mit seinem obligaten Monatsbrief informiert Eugen Herzog aus unserer Partnerstadt. Man erfährt so Alltägliches, wie, daß es unratsam ist, während der Treibjagd Pilze zu sammeln, oder daß auf dem Gymnasium die norwegische Flagge wehte, weil Gäste des Gymnasiums Namsos zu Gast waren.

Die 18jährige Ellen Reinert holte sich den Meistertitel bei den Landesmeisterschaften im Badminton zusammen mit ihrer Doppel-Partnerin, Sybille Landenberger aus Schorndorf.

Für die IG Quellwasser Raitbach wendet sich Gerhard Suyter in einem Leserbrief an die Stadt und macht Vorschläge, wie das derzeitige Problem der Quellwassernutzung gelöst werden könnte.

Am Jahreskonzert des Musikvereins Langenau trat die neu gegründete Jugendkapelle erstmals vor Publikum auf. Die 16 Nachwuchsmusiker waren durch ihren Dirigenten Erwin Lenz bestens eingestimmt.

Günter Weiß stellt derzeit seine Bilderserie »In Stein, Spuren und Steingesänge« in der Galerie »Grüne Schlange« aus.

»Ein Abend mit Solisten«; unter diesem Motto steht das Herbstkonzert des Musikvereins Fahrnau in der dortigen Festhalle. Den Abend eröffnete der Trompeter Stefan Ruf, bevor das Klarinetten-Quartett in der Besetzung Ernst Kneusslin, Hans Trefzer, Wolfgang Philipp und Dr. Eckhard Hanser den weiteren Programmverlauf übernahm. Als Solist glänzte später auch der Posaunist Wolfgang Brutschin. Der Kritiker des Abends schreibt in der Presse: »Ein glanzvolles Herbstkonzert mit hervorragenden Solisten«. Ulrich Winzer ist wiederum für einen abwechslungsreichen, begeisternden Konzertabend zu danken.

Walter Graßlin, der noch ein Stück Alt-Schopfheim verkörpert, feiert heute seinen 80. Geburtstag. Er war über 40 Jahre hinweg aktiv in der Feuerwehr der Kernstadt tätig.

21. November 1993

Thomas Burth stellt sein neues Buch »Lapislasuli und Blässure« in der Stadtbibliothek vor.

22. November 1993

In den Morgenstunden liegt die Stadt unter einer weißen Schneedecke.

Im Kürnberger Ortschaftsrat will man eine Gleichbehandlung der Landwirte aller Ortsteile. Entweder müssen alle die vollen Wassergebühren bezahlen, oder niemand.

Mit 143 km/h wurde dieser Tage ein Kraftfahrzeug auf der neuen B 317-Umfahrung gestoppt.

Nicht alltäglich ist die Adventskranz-Ausstellung, die derzeit in der Volksbank zu sehen ist. Floristen und Floristinnen der Berufsschule Schopfheim haben den vorweihnachtlichen Schmuck gefertigt.

Im Gemeinderat diskutiert man erneut über den Anschluß- und Benutzungszwang an die Wasserversorgungen Gersbach, Raitbach und Eichen. Der Gemeinderat ist zwar einer Meinung mit der Verwaltung, daß alle angeschlossen werden müssen. Man kann jedoch erkennen, daß der Vorschlag von Stadtrat Strohm, gespaltene Preise einzuführen, auf positive Resonanz stößt. Einzig der Bürgermeister meint, wenn man Landwirte besser unterstützen wolle, müßten finanzielle Leistungen vom Verwaltungshaushalt an die Wasserwerke erfolgen. Ortsvorsteher Jost zielt in seinem Plädoyer für die Landwirte darauf ab, daß die Problematik vor einer Entscheidung noch einmal im Umweltausschuß behandelt wird.

Zum Abschluß eines neuen Konzessionsvertrages mit dem KWR kommt es nun auch in der zweiten Sitzung des Gemeinderates nicht. Die SPD beantragt Vertagung. Man will zuerst genau über den Vertragstext, der unterzeichnet werden soll, diskutieren können.

Beschlossen hat der Gemeinderat den Neubau eines Wohnheimes am Dammweg und hat hierfür Bauleistungen in Höhe von knapp DM 400.000,- vergeben.

Vorberaten wird der Vermögenshaushalt des kommenden Jahres. Es werden jedoch nur Fragen gestellt, diskutieren will man erst im Rahmen der gesamten Haushaltsdebatte. Gleichwohl beschloß der Gemeinderat, daß die Volkshochschule in einen Eigenbetrieb überführt werden soll.

Rolf Kuri fordert für die CDU-Fraktion im Gemeinderat, daß Enkenstein im Rahmen der unechten Teilortswahl künftig einen eigenen Stadtratssitz erhält.

23. November 1993

Die Freimaurerloge »Friedrich zur Eintracht« feiert ihr 85jähriges Jubiläum. Die Loge wurde nach dem Krieg im Jahre 1958 in Schopfheim zu neuem Leben erweckt und ist heute Anlaufstelle für die Freimaurer am Oberrhein. 1872 entstand sie in Lörrach, bis sie durch die Nazis 1933 zerschlagen wurde. Zu einem Festakt haben sich zahlreiche Freunde aus dem Ausland und Besucher von befreundeten Logen angesagt.

Im Wiechser »Hirschen« treffen sich die Gündenhausener »Hexen« zum Familienabend.

Die Schopfheimer Abgeordnete Ortrun Schätzle wurde dieser Tage zur Bundesvorsitzenden des katholischen Arbeitskreises der Familienferienstätten gewählt.

Zu einem Jazz-Tanzabend lädt der Kulturring in die Stadthalle ein. »Zoots and Spangles« aus London (8 Tänzer und eine 5köpfige Jazzband) unterhalten das aufmerksame Publikum.

24. November 1993

Es klappt nun doch nicht mehr, daß die Umgehungsstraße zwischen Wehrer Straße und Kürnberger Straße noch in diesem Jahr in Betrieb geht. Das Straßenbauamt korrigiert in einer Pressemitteilung die bisherigen Zeitpläne. Neuer Termin soll Frühjahr 1994 sein. Als Verzögerungsgrund werden die unerwartet ungünstigen Witterungsverhältnisse in der zweiten Jahreshälfte genannt.

Das letzte noch stehende Gebäude im »Pflug«-Areal, Friedrichstraße 4, wird nun auch abgebrochen. Damit ist der Gesamtabbruch beendet.

Kräftig unterschätzt hat der Schwarzwaldverein die Kosten für die Sanierung der Ausguck-Plattform auf der Hohen Möhr. Statt der geschätzten DM 10.000,- werden nun DM 80.000,- aufzubringen sein. Eine Spendenaktion soll ins Leben gerufen werden, um diesen Betrag finanzieren zu können.

Gegen 20.40 Uhr wurde ein 14jähriger auf dem Nachhauseweg vom Fußballtraining bei der ev. Kirche in Fahrnau von drei jungen Männern brutal zusammengeschlagen und mißhandelt. Die drei, vermutlich Türken im Alter von 20 Jahren (so der Polizeibericht), fragten nach Geld. Da der junge Mann keines hatte, verletzten sie ihn mit einem Messer und schlugen ihn brutal nieder.

Zur Jahresversammlung trifft sich der Förderverein Johann-Peter-Hebel-Schule. Vieles wäre an dieser Schule ohne diesen Verein, der ideell und finanziell mithilft, nicht möglich.

25. November 1993

Die Stadt Schopfheim ist vom Wirtschaftsministerium als Modell für ein Verkehrsprojekt vorgesehen. Das Wirtschaftsinstitut Prognos soll herausfinden, ob sich das Verkehrsverhalten der Bürger nicht nur über klassische Instrumente, sondern auch über Informationen und Bewußtseinsbildung beeinflussen lasse. Dieser ganz neue Ansatz sei das erste Projekt dieser Art in der Bundesrepublik überhaupt.

Eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Wiechs hat vor einigen Tagen in Heimenkirchen in Bayern das Leistungsabzeichen in Silber für Bayerische Feuerwehren abgelegt. Auf Kreisebene ist sie damit die einzige Wehr mit dieser Auszeichnung.

Gewässeralarm in Gündenhausen. Mehrere Hundert Liter Kupferlösung sind in den Gewerbekanal geflossen. In der Nacht zum 25. hat ein holländischer LKW-Fahrer unberechtigt sein Fahrzeug vor der Firma ppe abgestellt und Gefahrgut umgeladen. Dabei ist Kupferammoniumchlorid ausgetreten. Betriebsangehörige hatten heute früh einen blauen See auf dem Parkplatz entdeckt und sofort Polizei und Feuerwehr alarmiert; der LKW-Fahrer konnte am Kaiserstuhl festgenommen werden. Auf Kaution von mehreren Tausend Mark wurde er dann auf freien Fuß gesetzt. Ein Fischsterben ist nicht zu beobachten.

26. November 1993

Waldorfschüler haben im November auf dem Marktplatz Flugblätter gegen Atomversuche im südfranzösischen Reaktor Phebus verteilt. Dies hat Ortrun Schätzle, MdB, aufgegriffen und eine entsprechende Anfrage an den Bundestag gerichtet. Nun erhalten die Schüler von der Abgeordneten Antwort. Die Bundesregierung meint, daß keine Gefahr von der Anlage ausgehe, und Deutschland nicht direkt mitfinanziere.

27. November 1993

Fritz Schrank konnte krankheitshalber nicht bei der Abschlußfeier des MSC in der Fahrnauer Festhalle dabei sein. Dafür durfte Horst Evert an seiner Stelle auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken und gleichzeitig mit Volldampf auf den nächsten WM-Lauf am 25. und 26. Juni 1994 hinsteuern.

Dieser Tage wurde der Betriebsausschuß des Eigenbetriebes Abfall des Landkreises darüber informiert, daß die Untersuchungen über die April-Vorgänge kein Arsen nachweisen konnten. Das genaue Untersuchungsergebnis steht jedoch noch aus.

Eingeladen hat der Fußballverein Fahrnau, unterhalten hat die Luckys-Black-Forest-Brass-Band das Publikum in der Stadthalle. Volkstümliches, aber auch ein Ausflug in die Welt des Musicals sorgten für Unterhaltung.

28. November 1993

Zum letzten Mal fährt auf der Wiesentalstrecke bei der Bundesbahn eine Zugbegleiterin mit. Heiner A. Baur und Michael Straub überreichten Susanne Schindler auf dem letzten Zug um 11.47 Uhr am Bahnhof Schopfheim ein kleines Präsent.

In der weihnachtlich geschmückten Stadthalle treffen sich die Senioren auf Einladung der AWO. Waltraud Krüger war es vorbehalten, eine große Zahl von Gästen herzlich zu begrüßen.

Das Schulfest am ersten Advent gehört zur Gersbacher Tradition. Jung und Alt trafen sich, um die von den Schülern aufgeführte »Vogelhochzeit« zu erleben.

Adventsfeier der ev. Kirchengemeinde, zu der die Senioren aus Raitbach in die Festhalle eingeladen wurden.

29. November 1993

Neulich traf sich der Angelsportverein zur Jahreshauptversammlung. Wichtiges Thema war das Auslaufen des Pachtvertrages zum Ende dieses Jahres. Man will eine Verlängerung, doch ist von Klaus Jäckh zu hören, zum bisherigen Preis.

Zugunsten des Kinder- und Jugendtelefons veranstaltet der Kinderschutzbund im kath. Gemeindehaus eine Tombola.

30. November 1993

Die Qualität wurde auch bei der Firma Ekato in diesen Tagen ausgezeichnet. Sie erhielt das begehrte Zertifikat DIN/ISO 9001. Damit ist auch diese Firma Garant für geprüfte Qualität.

Michael Straub, Stadtrat der GRÜNEN, ruft in einem Leserbrief die Bevölkerung der Stadt erneut auf, direkten Einfluß auf die Haushaltsplangestaltung während der Offenlegungsphase zu nehmen.

01. Dezember 1993

Bernhard Schlachter, Revierleiter der Schopfheimer Polizei, erläutert die neueste Polizeistatistik. Dabei hört man, daß im Revierbereich Schopfheim zwischen 1991 und 1992 die Zahl der Straftaten um 30% zugenommen hat. Hohe Steigerungsraten gibt es bei Diebstahlsdelikten. Allein 480 Diebstähle notierten die Polizisten im vergangenen Jahr. In der Vorweihnachtszeit werden sich die Schopfheimer Polizisten verstärkt auf Sonderstreifen im Stadtgebiet zeigen.

Johanna Brüderlin meint heute in einem Leserbrief zum »Pflug«-Areal, ein ganzes Stadtviertel mit gut erhaltenen Wohn- und Geschäftshäusern sei der Spitzhacke zum Opfer gefallen, ohne daß konkrete Sicherheiten vorgelegen hätten. Ihre Anschuldigungen gegen die Pläne der Stadtverwaltung und des Gemeinderates münden in den Satz: »Im Mittelalter wären diese Stadtzerstörer mit Pech und Schwefel übergossen und aus der Stadt vertrieben worden«.

Den »Mini-Fossis« der Schopfheimer Ebert-Schule ist ein weiterer Gold-Nachweis geglückt. Im Zulauf des Steinen-Baches bei Weitenau gelang es ihnen, zwölf Gold-Partikel auszuwaschen.

Bürgerversammlung in Wiechs. Man diskutiert über die Rekultivierung der Bauschuttdeponie und über die Zuteilung der neuen Grundstücke an Landwirte. Vor genau 15 Jahren begann die Verfüllung, nun ist der erste Teilabschnitt fertig, aber, wie man nun merkt, ist die Rückgabe an die Bauern nicht ganz einfach. Über eine kleine Flurbereinigung will man die Zuteilung organisieren.

02. Dezember 1993

Die Stadt will gegen den Landeswohlfahrtsverband klagen. Dieser hat bisher eine Genehmigung für den Langenauer Kindergarten nur zeitlich begrenzt erteilt. Der Kindergarten hätte zu wenig Personal. Man will den Verband nun, nachdem er lange untätig war, zwingen, die Dauergenehmigung zu erteilen.

Gerhard Jung ist Gast in der Alten-Begegnungsstätte. Mit Liedern und Gedichten stimmt er besinnlich in die Adventszeit ein.

03. Dezember 1993

Dieter Spinoli hat in seinem Getränkemarkt eine Laternen-Ausstellung der Kindergärten organisiert.

Im Dachgeschoß des Museums ist nun eine weitere Dauerausstellung der Öffentlichkeit zugänglich. Die Wohn- und Arbeitswelt des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts ist zu sehen.

04. Dezember 1993

Zusammen mit der vhs ist eine Modellbahn-Ausstellung im kath. Gemeindehaus zu sehen. Clemens Fabrizio zeigt bei dieser Ausstellung außerdem Eisenbahnansichten.

Über die völlige Überlastung und über den Personalmangel der badischen Notare, insbesondere auch des Schopfheimer Notariats, gibt Roland Meder in einem MT-Interview Auskunft. Die Notariate, so sagt er, stünden vor dem Kollaps. Sechs bis acht Wochen Wartezeit auf einen Termin sind normal. Der Notarverein der Badischen Notare, dessen Vorstandsmitglied Meder ist, verlangt eine radikale Änderung des Notariatswesens. Gefordert wird, daß sich auch in Baden Notare als Freiberufler niederlassen dürfen, wie das in zehn Bundesländern die Regel ist.

Um 18.20 Uhr wird die Feuerwehr zu einem Einsatz in die Schreinerei Itzin an der Goethestraße gerufen. Ein Schwellbrand im Spänebunker wurde ausgemacht. Mit zehn Fahrzeugen und vierzig Einsatzkräften war die Wehr vor Ort. Es kam während des Einsatzes zur gefürchteten, hochgefährlichen Staubexplosion; Kommandant Schwöble konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Bis Sonntagvormittag mußte eine Brandwache vor Ort bleiben, nachdem der Spänebunker geräumt worden war.

Nun ist es soweit. Die Schopfheimer Jugendlichen haben ein eigenes Jugendzentrum. Beim Schwimmbad wurde das Gebäude im Beisein der Fraktionsvorsitzenden durch den Bürgermeister offiziell übergeben. Jugendpfleger Dietmar Hermann konnte das Gebäude zusammen mit einer Anzahl junger Menschen zur Nutzung übernehmen. Das Gebäude kostete, so Hochbauamtsleiter Artur Gutmann, DM 540.000,--. Die Jugendlichen selbst haben große Teile des Innenausbaues selbst vorgenommen.

Johannes Kaiser stellt sein neues Buch »Dote Danz« in der Schopfheimer Regio-Buchhandlung vor.

Das Alemannische Blasorchester »Lure« konzertiert in der Stadthalle. Das Benefiz-Konzert findet zugunsten der BZ-Aktion »Hilfe zum Helfen« statt. Leider war der Besuch dieser Wohltätigkeitsveranstaltung nicht gerade ideal.

05. Dezember 1993

Tradition hat die Nikolausfeier beim Turnverein in Wiechs. Applaus von den Erwachsenen erhielten die jungen Akteure.

Beim Turnverein Fahrnau zeigen die Kleinsten ihr Können bei der Nikolausfeier in vollbesetzter Festhalle.

Eine Fülle von Gebührenerhöhungen beschließt nun der Gemeinderat ganz formell. Wochen zuvor wurden die Erhöhungen bereits beraten.

Beschlossen hat der Gemeinderat auch darüber, daß die Bekanntmachungssatzung nicht geändert wird. Der Bürgermeister und Teile der Fraktionen wollten, daß die amtlichen Bekanntmachungen nicht mehr in beiden Zeitungen gleichzeitig, sondern wechselweise erfolgen. Dies hat die überwiegende Mehrheit des Gemeinderates jedoch abgelehnt.

Dem neuen Vertrag mit dem Kraftwerk Rheinfelden stimmt der Gemeinderat nach langer Diskussion zu. Gleichwohl ist man nicht glücklich darüber, daß es keine Meistbegünstigten-Klausel gibt.

07. Dezember 1993

Relativ mildes Wetter beherrscht den Auftakt zum diesjährigen »Kalten Markt«.

Die Bauruine auf der »Schärers Au« wird im Rathaussaal zwangsversteigert. Das 10,03 ar große Grundstück samt Rohbau ging mit DM 532.000,-- an den Bauträger Rösner & Hupfer aus Grenzach-Wyhlen.

Der vhs-Beirat tagt zum letzten Mal, um das Programm für das kommende Semester abzusegnen. Künftig ist dies Sache des vhs-Leiters.

08. Dezember 1993

Wie das MT heute mitteilt, traf sich der »Pflug«-Arbeitskreis dieser Tage im Rathaus. Es wird jedoch in diesem Jahr nichts mehr mit dem Baubeginn, ist zu hören, denn noch immer gebe es keine Einigung zwischen Kirchengemeinde und Investor Pöpperl. Die Kirche möchte, so schreibt die Zeitung weiter, wohl einen Tausch erreichen. Im Gespräch sei ein Stück Pfarrgarten gegen ein Stück aus dem »Pflug«-Areal. Dies bezeichnet Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dr. Hoffmann als Kompromiß, allerdings informierte er nicht über Einzelheiten.

In einem Leserbrief nimmt heute Prof. Wilhelm zu seiner Äußerung vom 30. November Stellung. Damals meinte er, daß der »Pflug« hätte erhalten werden können. Nunmehr betont er, daß die Planung nicht ausgereift erscheine, insbesondere, weil statt eines Klein-Kaufhauses nunmehr eine Ladenpassage vorgesehen sei. Wenn diese mit einer Passage realisiert werde, hätte das »Pflug«-Gebäude also auch in diesem Falle abgetragen werden müssen.

Ein erneutes Haushaltsloch tut sich in der städtischen Finanzplanung auf. Der zweite Haushaltserlaß des Landes Baden-Württemberg verschlechtert die Aussichten des kommenden Jahres um weitere DM 410.000,--.

Die Schopfheimer Judo-Kämpfer erringen Erfolge. Die C-Jugend der Mädchen hat in einer Kampfgemeinschaft mit den Judokas aus Efringen-Kirchen für sich die Südbadischen Meisterschaften gesichert.

Der Altennachmittag dieses Monats wird zum Weihnachtsnachmittag, den die Arbeiterwohlfahrt und die beiden Kirchen gemeinsam ausrichten. Bei der traditionellen Veranstaltung blieb kein Platz frei.

Neu ist das Märchenerzählen im Museum. Christa Hoheisel liest oder erzählt; wenn es sich ergibt, bespricht sie die Geschichten auch mit den Zuhörern. Bestens geeignet dazu ist das neu eingerichtete Museumsdachgeschoß.

09. Dezember 1993

Was lange hinter vorgehaltener Hand gesagt wurde, scheint nun erstmals offen dargelegt zu werden. Laut MT hat sich eine »Unabhängige Liste«, die im Sommer mit einer Unterschriftenaktion gegen den »Pflug«-Abriß erstmals von sich reden machte, zusammengetan. Man will Kandidaten für die Gemeinderatswahlen gewinnen. Erstaunlich viele Bürger sollen ihr Interesse an einer Kandidatur auf einer parteiungebundenen Liste bekundet haben. Den Namen für die Gruppe hat man auch schon gefunden: Die Unabhängigen. Ob die »Unabhängigen« auch einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wollen, ist noch offen. Dies hänge von der SPD ab, so ein Eingeweihter.

Die SPD ist auf Kandidatensuche für die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr. Rolf Strohm sagte der Presse gegenüber: »Wir werden uns auf jeden Fall um eine Alternative zu Bürgermeister Fleck bemühen«.

10. Dezember 1993

Die GRÜNEN unternehmen einen neuen Vorstoß, um den öffentlichen Personen-Nahverkehr stärker zu fördern. Sie wollen, so ist heute zu lesen, bei der Haushaltsdebatte eine Summe von DM 190.000,-- fordern, die noch in den Haushalt aufgenommen werden muß. Dies sind DM 100.000,-- für den zusätzlichen Haltepunkt der Wiesentalbahn, DM 50.000,-- für Parkscheinautomaten und DM 40.000,-- für einen zweiten City-Bus.

Das »Irrlicht« öffnet im neuen Domizil in der Bahnhofstraße die Pforten. Martin Vollherbst findet, daß dieses dritte Domizil das schönste ist.

11. Dezember 1993

Zum Weihnachtskonzert lädt die Stadtmusik ein. Die Halle wird nicht nur durch einen anspruchsvollen Konzertabend, sondern auch durch eine wunderschöne Ambiance in festliche Stimmung versetzt. Günter Lehmann und Martin Schütz durften sich beim Konzert als Klarinetten-Solisten feiern lassen. Es gelang dem Dirigenten Max Lehmann einmal mehr, das hohe Können seiner Stadtmusik ins beste Licht zu rücken. Im ersten Teil des Konzertes sorgte die Jugendkapelle unter der Leitung von Kirsten Lin für gepflegte Blasmusik.

Der Schopfheimer Wilhelm Leppert erhielt mit seinen 95 Jahren bei der Kreishandwerkerschaft in Lörrach den diamantenen Meisterbrief ausgehändigt. Der Schopfheimer Bäckermeister Trefzger durfte bei der gleichen Veranstaltung aus den Händen von Staatssekretär Peter Reinelt, MdL, die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg in Empfang nehmen.

Der Gewerbeverein schaltet sich erneut in die Diskussion um die »Pflug«-Bebauung ein. In einer Pressemitteilung äußert der Vorstand Bedenken gegen die geplanten 20 kleinen Läden. Die Magnetwirkung, die ein großflächiger Anbieter bringe, sei nicht gegeben. Man befürchtet außerdem, daß ein ruinöser Wettbewerb Geschäftsschließungen zur Folge haben könnte.

Auf die Kandidatensuche der SPD, wie sie dieser Tage in der Presse publiziert wurde, reagiert Bürgermeister Fleck gelassen. Er meint, in einer Demokratie könne »jeder kandidieren«.

Schopfheimer Unternehmer trafen sich, um über die Standortsicherung der deutschen Wirtschaft zu sprechen. Eine Neu-Orientierung der Politik ist hierzu notwendig. Auch müssen Strukturen der Verwaltung aufgebrochen werden. Initiator Joachim Laempe lädt zur Großveranstaltung, zu der Arbeitgeber und -nehmer gleichermaßen aufgerufen sind, ein.

Auf 25 Jahre Tätigkeit im Öffentlichen Dienst kann die Lehrerin Inge Böttger-Fisch zurückblicken. Sie wurde dieser Tage von Schulamtsdirektor Noe geehrt. Nach dem Studium kam sie zunächst an die Dr. Max-Metzger-Schule, fand aber bereits ein Jahr später den Weg an die Friedrich-Ebert-Schule, an der sie heute noch unterrichtet.

Otto Bieri von der Sparkasse, Zweigstelle Langenau, wurde dieser Tage vom Direktorium dieses Geldinstituts für 25jährige Tätigkeit im gleichen Hause geehrt.

12. Dezember 1993

Gerhard Jung stellt sein neues Buch »Im Belchewind«, das im Kehrer-Verlag Freiburg erschienen ist, in der Stadtbibliothek vor.

13. Dezember 1993

In der letzten Sitzung dieses Jahres verabschiedet der Gemeinderat den Haushalt für das kommende Jahr. Der Verwaltungshaushalt wird mit einem Betrag von DM 41.498.000,-- und der Vermögenshaushalt mit DM 3.555.000,-- beschlossen. Der Haushalt selbst ist vom Diktat des knappen Geldes bestimmt. Dies betonen nicht nur der Bürgermeister, sondern auch die Fraktionsvorsitzenden in ihren Haushaltsreden, die in diesem Jahr sehr stark von der »großen Politik« geprägt waren.

Auf eine 25jährige Tätigkeit im Stadtrat dürfen Karl Schmid und Dieter Leppert zurückblicken. Bürgermeister Fleck ehrt beide Räte für ihre Tätigkeit und dankt für das über lange Jahre gezeigte Engagement. Beide wurden am 20. Oktober 1968 in den Gemeinderat gewählt. Dieter Leppert in Schopfheim, Karl Schmid damals noch in Fahrnau. In der gleichen Sitzung sollte Max Ühlin, Ortsvorsteher aus Gersbach, ebenfalls für 25jährige Tätigkeit im Gemeinderat geehrt werden. Die Ehrung wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, da Herr Ühlin erkrankt ist.

14. Dezember 1993

Kürzlich tagte der Turnverein Fahrnau, um die jährliche Hauptversammlung abzuhalten. Dabei wurde zum ersten Mal in der Geschichte dieses Vereines eine Frau Vorsitzende. Brigitte Möhrle löste Norbert Schwald, der aus beruflichen und persönlichen Gründen nicht mehr kandidieren wollte, ab.

15. Dezember 1993

Bei den jüngsten Ranglistenturnieren im nationalen Badminton bewies Nicole Grether, daß sie derzeit die Nummer Zwei in Deutschland ist; dies sowohl im Einzel als auch im Doppel.

»Pfui, der Struwwelpeter«, unter diesem Motto steht die neue Ausstellung, die Dr. Ulla Schmid im Museum eröffnen kann. Diese Ausstellung ist zusammen mit Dr. Walter und Nadine Sauer aus Neckarsteinach konzipiert worden.

16. Dezember 1993

Michael Felber übernimmt die Leitung der Filiale der Deutschen Bank Schopfheim.

Im Alter von 87 Jahren verstarb in Heidelberg der ehemalige Dekan Erich Leinert. Er war von 1940–1969 evangelischer Pfarrer und später Dekan in Schopfheim.

Zur derzeitigen Pflegeversicherungsdiskussion in Bonn äußern sich die Schopfheimer Christ-Demokraten. Bundestagsabgeordnete Schätzle meint, in der Vorstandssitzung des Stadtverbandes zehn Monate vor der Bundestagswahl gönne die SPD der CDU diesen Erfolg in der Sozialpolitik nicht. Die Leidtragenden seien die Schwächsten in der Gesellschaft.

Walter Würger wurde Vereinsmeister der Tischtennisabteilung in der Turnerschaft Langenau.

17. Dezember 1993

Der erst vor wenigen Wochen ins Leben gerufene deutsch-kroatische Verein eröffnete mit dem Maler Stefan Janschek eine Ausstellung in der Stadtbibliothek.

In der Sparkasse ist eine Ausstellung mit Weihnachtskarten, die Clemens Fabrizio zusammengestellt hat, zu sehen.

Der Kinderchor des Fahrnauer Gesangvereins steht unter neuer Leitung. Anja Vogt löst Claudia Brenzinger, die zehn Jahre den Chor leitete, ab.

Eine Unternehmerinitiative, der der Unternehmer Joachim Laempe vorsteht, will am 23.12. zu einer Veranstaltung zum »Programm 2000« aufrufen.

Aus Poligny erfährt man, daß dort der Gemeinderat demnächst neu gewählt werden muß. Weitere drei Mitglieder sind zurückgetreten, sodaß der Rat von 26 auf 18 geschrumpft worden ist. Ausgelöst wurde die Krise durch Herrn Badoz, der den Finanzplan des Bürgermeisters nicht mittragen konnte. Verärgerungen über den Bürgermeister seien der Grund für die erneuten Rücktritte.

18. Dezember 1993

Erstmals über zwei Tage geht der Schopfheimer Weihnachtsmarkt, den das örtliche Gewerbe bzw. der Gewerbeverein organisiert. Leider hatten die Regengüsse der beiden Tage den Besucherstrom reduziert und, wie die Händler sagen, die Kauflust gebremst. Der Markt wurde auf den vierten Advent gelegt, einige Händler hielten diesen Zeitpunkt jedoch für zu spät.

Weihnachtskonzert beim Gesangverein Fahrnau in der Festhalle. Dirigent Klaus Dürrschnabel hat auch dieses Jahr eine dem Publikum freudebereitende Liedauswahl getroffen. Der Kinderchor, den erstmals Anja Vogt dirigierte, hat unter ihrer Leitung die Feuertaufe bestanden. Beim Jahreskonzert des Gesangvereins Fahrnau wird Christel Seichter für 40 Jahre Treue zum Ehrenmitglied ernannt. 30 Jahre ist Heinrich Imbery dabei.

Noch ist nichts entschieden: Schopfheimer wollen ab Oktober des nächsten Jahres einen eigenen Sender. »Kanal Ratte« soll aus dem ehemaligen Bahnwärterhäuschen in der Bahnhofstraße senden. Träger ist eine Arbeitsgemeinschaft des Kulturcafés »Irrlicht«.

Über die Äußerungen der CDU zur Pflegeversicherung gibt sich die SPD verärgert. In einer Pressemitteilung heißt es, wenn es der CDU wirklich um das Wohl des kleinen Mannes gehe, solle sie die Bürger nicht unnötig belasten.

19. Dezember 1993

Den dritten Adventssonntag nutzten Kinder der Dr. Max-Metzger-Schule, um ein Weihnachtsspiel in der St. Bernhards-Kirche aufzuführen. Leider war der Schulchor durch eine Grippe-Welle stark reduziert.

Mit 72,5% Stimmen wird Wolfgang Blasig zum Bürgermeister in Kleinmachnow gewählt. Die PDS-Kandidatin unterliegt in der Stichwahl.

Zahlreiche Besucher kommen in die Festhalle nach Fahrnau, um beim Weihnachtskonzert des Jugendorchesters des Musikvereines Fahrnau dabeizusein. Unter der Leitung des jungen Dirigenten Stefan Ruf hat das Blasorchester große Fortschritte gemacht.

21. Dezember 1993

Ein seltenes Ehejubiläum gab es dieser Tage in Fahrnau zu feiern. Karl und Engeline Deiß hatten Diamantene Hochzeit.

Der Sturm ging auch an Schopfheim nicht spurlos vorüber. Kurt Lais von der Straßenmeisterei berichtet, daß einige Straßen durch umgefallene Bäume blockiert waren. In Schopfheim betraf dies die Strecke zwischen Kürnberg und Gersbach.

Die CDU-Frauen überreichen dem Kinderschutzbund für das Sorgentelefon den Erlös des Weihnachtsmarktes in Höhe von DM 1.283,10. Die Summe wurde durch die Firma Holzbau Kuri auf DM 1.500,- aufgestockt.

22. Dezember 1993

Keine Partei will Joachim Laempe mit seinem »Programm 2000«, das am 23. in der Stadthalle vorgestellt wird, aufbauen. Viele Gruppierungen, Privatpersonen, auch parteipolitisch organisierte Bürger sind in ähnlicher Weise aktiv. »Wir sind keine Rechten, sondern Leute der Mitte«, wird betont.

Das Scala-Kino hat vom kommenden Jahr an einen neuen Pächter. Klaus Umber, der seit vielen Jahren das Kino führt, hört auf. Klaus Wursthorn will das letzte Kino, das in Schopfheim in Betrieb ist, weiterführen.

Die Wiese hat Hochwasser. Schäden bleiben bis jetzt glücklicherweise aus.

Spatenstich für die Bebauung »Im Winkel«. Ulrich Heuer, die Baufirmenchefs Glanzmann und Kiefer sowie die Architekten Frey und Menner nahmen den symbolischen Akt für die Wohnanlage vor.

Ein anderes Ereignis, auf das die ganze Stadt seit Monaten wartet, wird noch vor Weihnachten Wahrheit. Die Bauruine auf der »Schärers Au« wird seit heute abgebrochen. Das im Rohbau stehengebliebene Wohnhaus ist nicht mehr verwertbar. Der neue Eigentümer, die Firma Rösner & Hupfer, hatte sofort gehandelt und das Objekt abbrechen lassen.

23. Dezember 1993

Weihnachtsfeier im Markus-Pflüger-Heim.

Die Veranstaltung der Unternehmerinitiative »Programm 2000« war sehr gut besucht. Fast 500 Personen kamen in die Stadthalle. Allen war klar, daß dies erst der Anfang war. Mit-Initiator Joachim Laempe sagte: »Ich mache weiter, das garantiere ich Ihnen«. Im Januar will man sich als Verein eintragen lassen. Der Gast und gleichzeitig Hauptredner des Abends, Dr. Walter Kroy, sprach von einer guten Idee, die zu neuen Missionen führen könne.

24. Dezember 1993

Der Kindergarten Lus wird nun umgebaut. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Stadt und der Kirche um diesen Kindergarten sind beigelegt. Aus drei Gruppen werden zwei werden, die Stadt bezahlt die Umbaukosten von DM 80.000,-.

Für die Kleine und Obere Schleife hat Jörg-Uwe Sanio einen Bauantrag auf 196 Wohnungen eingereicht. Er war hierzu aufgrund des im Enteignungsverfahren geschlossenen Kompromisses verpflichtet.

Pünktlich zum Heiligen Abend beginnt es zu schneien. Die Höhen liegen unter einer geschlossenen Schneedecke.

Evangelische und katholische Christen besuchen am Heiligen Abend in großer Zahl die Gottesdienste. Dekan Felix Baumann erinnert in seiner Predigt an die vielen Lichterketten des vergangenen Jahres. Weihnachten zu feiern bedeute, nein zu sagen zu Kälte, Haß und Streit. Er erinnert dabei an das in Solingen gesetzte traurige Zeichen. Pfarrer Dr. Michael Hoffmann von der evangelischen Gemeinde erwähnt in seiner Weihnachtspredigt den Krieg in Bosnien. Er übte auch Selbstkritik, als er ausführte: »Und auch wir in der Kirche sind ja nicht immer ein Vorbild in Sachen Entschlußfreude«.

Weihnachtskonzert des Wiechser Gesangvereins. Vorsitzender Wolfgang Greiner darf eine große Zahl von Gästen in der Festhalle begrüßen. Traditionsgemäß führen die Sänger des Ortsteiles ein heiteres Mundart-Stück auf.

Im »Irrlicht« wird der Heilige Abend unkonventionell begangen.

Mit ihrem Glockenspiel erfreuen die Glöckler des »Städtlizinkens« wie jedes Jahr in der Alten Kirche St. Michael.

Musiker des Musikvereins Fahrnau spielen im Ortsteil an verschiedenen Plätzen weihnachtliche Weisen.

26. Dezember 1993

Nun schneit es auch in der Stadt, und alles liegt in einem bilderbuchhaften Weiß.

Zum Liedgut, das der Gesangverein Langenau beim Weihnachtskonzert vortrug, paßte die herrschende Winterstimmung. Die Gäste des Abends ließen sich durch den Gemischten Chor Langenau-Wieslet unter der Leitung von Georg Diehl in die Weihnachtszeit einstimmen.

»Alles aus Liebe«, so der Titel des Schauspiels, das die Raitbacher Laienspieler beim jährlichen Weihnachtskonzert auf die Bühne brachten. Vereinsvorsitzender Heinrich Strittmatter durfte nicht nur seinen Männerchor mit dem Dirigenten Herbert Meisch, sondern wie gewohnt eine große Anzahl Raitbacher Bürger beim Konzert in der Halle begrüßen.

»Ein Mann für Rosie«. Dieses Theaterstück führte der Kraftsportverein Gersbach bei seinem Familienabend auf.

28. Dezember 1993

Grete Fleischmann, in Schopfheim lebende Bildhauerin, wird im Alter von 88 Jahren zur letzten Ruhe getragen. Ein von ihr gefertigter Torso schmückt den Eingangsbereich der Stadthalle, auf dem Friedhof mahnt die Statue des Erzengels Gabriel.

Diesmal war es kein blinder Alarm, als die Feuerwehr durch die Brandmelder ins Markus-Pflüger-Heim gerufen wurde. Im Untergeschoß brach ein Brand aus. Ein 40jähriger Mann konnte mit leichten Rauchvergiftungen geborgen werden. Er mußte jedoch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Vermutlich hat er den Brand durch Rauchen auf der Toilette verursacht.

29. Dezember 1993

Etwas mehr Gäste hätte sich der Gewerbeverein bei der Auslosung der diesjährigen Weihnachtsaktion schon gewünscht. Statt der erwarteten 500-800 Besucher kamen nur 150, um zu sehen, ob ihr Los, daß sie in Schopfheimer Geschäften während der Adventszeit erhalten hatten, gewonnen hat.

30. Dezember 1993

Die Erhöhung der Mineralölsteuer zum neuen Jahr ist auch an den Schopfheimer Tankstellen zu spüren. Hamsterverkäufe, so hört man, seien keine Ausnahme. Auf jeden Fall werden die Tanks der Blechkarossen noch einmal prall gefüllt.

31. Dezember 1993

Das Tauwetter des letzten Tages hat den Schnee in der Stadt so ziemlich wegschmelzen lassen.

Die CDU trifft sich zum traditionellen Silvestertreff. Bei Schwarzwurst und Neujahrsbrezel in »Glögglers Weinstube« berichtet Ortrun Schätzle von ihrer Bonner Arbeit. Sie betont immer wieder, daß zur Demokratie keine Alternative bestehe. Sie sei auch glücklich darüber, daß dem russischen Rechtsextremisten Schirinowski dieser Tage die Einreise in die Bundesrepublik verwehrt worden sei. Die Bundespolitikerin kündigte auch neue Gesichter auf der Liste der CDU bei den anstehenden Kommunalwahlen an. Kurt Härzschel meint, daß ihn der Zorn darüber gepackt habe, wie die Menschen in der Gesellschaft verunsichert würden. Damit meinte er Biedenkopf und Schäuble aus den eigenen Reihen der Partei und die von ihnen ausgelöste Diskussion um die Sicherung der Renten. Er beleuchtet in seinem Rückblick das kommunale Geschehen und resümiert, daß wenngleich bei der letzten Gemeinderatswahl die CDU geschwächt worden sei, »wir dennoch mitgemischt haben«.

Der Tanzsportclub Excelsior lädt zum traditionellen Silvesterball in die Stadthalle ein. Besondere Begeisterung bei den zahlreichen Festgästen riefen Mara Richter und Dietmar Presch hervor, die beide in der zweithöchsten deutschen Tanzklasse Erfolge feiern.

Mit dem Abbrennen von Raketen und Feuerwerkskörpern geht auch in Schopfheim das Jahr zu Ende.