1994

Bürgermeister Klaus Fleck: Ein älterer Mann mit grauen Haaren und einem ernsten Gesichtsausdruck trägt ein gelbes Hemd vor einem unscharfen Hintergrund.

Das Jahr 1994 ist besonders geprägt durch die Kommunal-, Europa-, Bundestags- und Bürgermeisterwahl. Ein erfolgreicher Gemeinderat schloss seine Periode ab, und die Bürger bestätigten mich für weitere acht Jahre im Amt des Bürgermeisters. So ist es richtig, den Rückblick nicht nur auf das Jahr 1994, sondern auch auf die letzte Gemeinderatsperiode zu halten.

Der Gemeinderat hat in den letzten fünf Jahren neue Weichenstellungen in der Stadt getroffen und neue Schwerpunkte gesetzt. Es waren sehr arbeitsreiche Jahre, nicht nur für den Gemeinderat, sondern auch für die Verwaltung, die in zahlreichen Vorlagen – oft zu viel Papier – Entscheidungsgründe und -vorschläge nachvollziehbar machen wollte.

Demografischer Wandel und Infrastruktur

Die Gemeinderatsperiode begann, als gerade die Mauer zur DDR fiel. Durch den Zusammenbruch des Ostblocks öffneten sich Grenzen, was zu einer Völkerwanderung führte: rund 4 Mio. zusätzliche Einwohner kamen in die alten Bundesländer, davon etwa 1 Mio. nach Baden‑Württemberg. Der Siedlungsdruck und die Nachfrage nach Infrastruktur waren stetig vorhanden. Der Gemeinderat und die Verwaltung handelten rechtzeitig und konsequent.

Zuerst galt es, ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen. Mit den beiden neuen Kindergärten in Langenau und Fahrnau/Bremt schuf die Stadt weitere 140 Plätze. Auch der Kindergarten Gersbach wurde erweitert; durch städtische Zuschüsse konnte der evangelische Kindergarten „Lus“ völlig umgestaltet werden.

Bildung und Sport

Nur durch die Zusammenlegung der beiden Hauptschulen Schopfheim und Fahrnau war es möglich, die Grundschulversorgung sicherzustellen. Das 7+3‑Modell mit Realschulabschluss an der Friedrich‑Ebert‑Schule bewährte sich als richtiger Weg. Durch die Auslagerung der Hausmeisterwohnung konnten zusätzliche Schulräume gewonnen werden.

Erhebliche Aufwendungen wurden für Sanierungsarbeiten am Gymnasium und an der Sporthalle der Friedrich‑Ebert‑Schule getätigt, um die Gebäudesubstanz langfristig zu erhalten. Für den Sport wurden Mittel für das Sportheim in Wiechs, Zuschüsse für die Tennis‑ und Leichtathletikanlage in Langenau, ein Bolzplatz in Gersbach und das stark nachgefragte Kinderplanschbecken im Schwimmbad bereitgestellt.

Jugendzentrum und Wohnungsbau

Für die Jugend wurde ein funktionales Jugendzentrum am richtigen Standort eingeweiht, dessen personelle Besetzung eine gute Arbeit gewährleistet. Die Bevölkerungsentwicklung und die Zuweisung von Asylbewerbern erzeugten hohen Druck auf den Wohnungsmarkt. 1994 konnten etwa 190 Sozialwohnungen fertiggestellt werden, weitere 20 befanden sich im Bau.

Stadtentwicklung und Verkehrsprojekte

Der Gemeinderat erlebte den Abschluss der Sanierungsmaßnahme „Altstadt/West‑Bifig“ und setzte das Sanierungsgebiet „Pflug‑Areal“ weiter um. Trotz Kritik hielt der Rat an seinen Beschlüssen fest. Das nun realisierte Projekt gilt als Markstein für die positive Innenstadtentwicklung der nächsten Jahrzehnte.

Am 19. Dezember 1994 wurde die Umgehungsstraße für den Verkehr freigegeben, was die Innenstadtentlastung deutlich spürbar machte. Gleichzeitig entstand ein völlig neues Radwegenetz, das innerhalb dieser Periode weitgehend fertiggestellt wurde.

Umwelt und Energie

Der Gemeinderat hat die kommunale Bodenpolitik konsequent vorangetrieben. Mit der größten Niedrigenergiehaussiedlung im Bremt wurden Umweltmaßstäbe gesetzt. Die Bebauungen „Hirschenkreuzung“ und „Hinterer Altig“ sowie die Entwicklungsgebiete „Schleife“ und „Rebacker‑Rütteberg“ fanden bundesweite Beachtung. Für diese Aktivitäten erhielt die Stadt eine hohe Auszeichnung der Deutschen Bank‑Bauspar‑AG.

Finanzielle Lage und Sparmaßnahmen

Die Investitionen hatten finanzielle Konsequenzen. Die Schulden der Stadt ohne Abwasser und Eigenbetrieb betrugen 23,0 Mio. DM; mit dem Nachtragshaushalt 1994 lagen die Schulden am Jahresende bei 17,2 Mio. DM. Durch sparsame Entscheidungen und angepasste Gebühren konnten rund 5,8 Mio. DM Schulden abgebaut werden. Kassenkredite wurden 1994 nicht benötigt.

Verwaltung und Digitalisierung

Die Einführung der Kosten‑Leistungsrechnung führte dazu, dass der Bauhof wie ein eigenständiger Betrieb geführt wird. Gleichzeitig wurde ein neues Steuerungs‑ und Budgetierungssystem in der Stadtverwaltung implementiert. Über 50 Personalcomputer wurden an den Arbeitsplätzen eingerichtet, sodass die Leistung an den Bildschirmarbeitsplätzen mit der freien Wirtschaft vergleichbar ist.

Kultur, Kunst und Partnerschaften

Über das eigentliche Arbeiten hinaus wurden Kunst und Kultur nicht vergessen: Die steigende Bestuhlung in der Stadthalle ermöglicht besseren Kunstgenuss, der Brunnen in der Altstadt, die Plastik von Leonhard Eder am Max‑Picard‑Platz, die Wasserspiele von Lasse Brander im Bifig und das Hans‑Theo‑Baumann‑Zimmer im Museum sind kleine Mosaiksteine einer erlebnisreichen Stadt.

Erlebnisse gab es auch durch Begegnungen mit Partnergemeinden, insbesondere das 25‑jährige Jubiläum mit Poligny sowie Kontakte zu Ronneby, Kleinmachnow und dem Distrikt Dikume in Kamerun.

Ausblick

Mit der neuen Gemeinderatsperiode ab 1. September 1994 hat sich die Zusammensetzung des Gremiums erheblich geändert; die Hälfte ist neu. Bei Toleranz und Einsicht wird auch die neue Runde in fünf Jahren eine erfolgreiche Periode abschließen können. Mein Dank gilt den Bürgern, die im vergangenen Jahr viel Gemeinschaftssinn gezeigt haben – dieses Engagement macht unsere Stadt liebens‑ und lebenswert.

Klaus Fleck, Bürgermeister

02. Januar 1994

Werner Spitz ist seit 20 Jahren beim Radiogeschäft Bühler beschäftigt. Der Fernsehtechniker war der erste Mitarbeiter, den diese Firma, damals noch im heutigen »Café am Markt«, beschäftigte.

Der englische Pianist William Guthbertson gastiert im Haus Columban.

04. Januar 1994

Die Schopfheimer Frauengruppe »Courage« plant ihre Aktionen für das nächste Jahr. Im Januar soll zusammen mit der vhs gemeinsam eine Veranstaltung durchgeführt werden. Größeres Aufsehen soll allerdings am 08. März ein Frauenstreik-Tag erregen, wobei man nicht Frauenmacht demonstrieren, sondern Frauenrechte einfordern will.

Zwei Zehnjährige hantierten einem Polizeibericht nach leichtfertig mit China-Böllern. Das gefährliche Spiel hätte leicht ins Auge gehen können. Die Polizei nahm den Buben die Knallkörper ab.

Zu einem schweren Verkehrsunfall kommt es auf der B 317 Richtung Hausen. Ein 36jähriger Motorradfahrer erliegt noch am Unfallort seinen Verletzungen.

05. Januar 1994

Ein mit Tollwut infizierter Marder wurde dieser Tage in Raitbach gefunden.

Zur Jahreshauptversammlung treffen sich die Eichener Ringer. Für das nächste Jahr nehmen sie sich als Ziel den Meistertitel der Bezirksliga vor. Ein finanzielles Fiasko erlebten sie beim letztjährigen Bockbierfest, das sich so keinesfalls wiederholen darf.

06. Januar 1994

Zum traditionellen Dreikönigshock trifft sich die SPD. Vom Grundsatz her begrüßt Vorsitzender Rolf Strohm die Unternehmerinitiative Programm 2000, denn man verspüre darin Anzeichen, daß Bürger offenbar politisch wieder zu interessieren seien. Trotz aller Kritik an bestehenden Systemen sehe er jedoch im Entscheidungsfindungsprozeß zu den Parteien keine Alternative. Artur Cremans sprach gar von Nonsens, den die CDU bei ihrem Silvesterhock von sich gegeben habe. Robert Zapp ging insbesondere auf die Haushaltssituation der Stadt ein. Er meinte, für den Rest der Wahlperiode seien keine weltbewegenden Entscheidungen mehr zu erwarten. Lediglich der Umbau der Hauptstraße mit den einfachsten Mitteln und eine Verschlankung der Verwaltung stünden auf der Tagesordnung. Unwahrheit und Selbstbedienungsmentalität, meint Meinrad Rümmele, seien die Ursache für die Politikverdrossenheit. Dagegen helfe beispielsweise auch, daß Abgeordnete ihr Mandat nach einer bestimmten Höchstdauer wieder abgeben müßten. Immo Leisinger informierte mit Gedanken und Thesen über die Wirtschaftskrise und mögliche Auswege hieraus. Umdenken aller gesellschaftlichen Gruppen, auch der eigenen Partei, sei notwendig, statt immer neue Versprechungen zu machen.

Der Ortschaftsrat Eichen lädt die Senioren des Ortsteiles zu einem gemütlichen Nachmittag ein.

Unterwegs für einen guten Zweck sind auch in diesem Jahr die Drei Könige der Pfarrgemeinde St. Bernhard.

Dr. Walter Zils schreibt heute in einem Leserbrief, daß spürbare Kostensenkungen notwendig sind, um den Industriestandort Deutschland weitgehend zu sichern. Er meint weiter, das Programm 2000 habe bei den Politikern immerhin einen Denkanstoß gegeben.

Unter der Regie des Jugendleiters Günter Föhring veranstaltet der SVS, Abteilung Fußball, das traditionelle Dreikönigs-Turnier.

Eltern und Lehrer führen in der Waldorfschule ein Dreikönigs-Spiel auf.

08. Januar 1994

Als erster Verein im Landkreis verfügt die Schützengesellschaft Wiechs über eine Präzisionsarmbrust.

Der Kulturring lädt zum diesjährigen Neujahrskonzert. Volker Brenzinger dirigiert den Orchesterverein Bad Säckingen, der durch junge Musiker aus Schopfheim und Umgebung verstärkt wurde. Besondere Beachtung fanden die jungen Solisten, die bei diesem Neujahrskonzert zum Teil erstmals auftraten. Leila Roos und Vanessa Brenzinger begeisterten mit ihren Flöten-Soli, während Friedemann Dürrschnabel ein viel Beifall auslösendes Oboen-Konzert gab. Michael Hermann erfreute die Zuhörer mit einem Klavierkonzert von Mozart. Ein Neujahrsgruß besonderer Art war die Uraufführung des Stückes »Neujahrsmusik - ein musikalischer Scherz für Bläser, Klavier und Pauken« des Schopfheimers Markus Götz, der selbst die Trompete spielte. Volker Brenzinger verstand es, das Konzert in der traditionsreichen Manier der Wiener Neujahrskonzerte zu beschließen und die zahlreichen Zuhörer mitzureißen.

Beim Machtwechsel im Rathaussaal muß Bürgermeister Klaus Fleck die Amtsinsignien in die Hände von Hans I. us em Vicemoos (Hans Itzin) übergeben. Das Motto des Jahres heißt: »S'isch nit alles Füür, was brennt«.

Die »Schweiß-Uslöser« präsentieren sich im neuen Häs. Mit Doktorhut und herausgestreckter Zunge versuchen sie, einen neuen närrischen Akzent zu setzen.

Der Gesangverein Eichen verwandelt bei der Jahresfeier die Hülschenmatthalle in eine spanische Arena.

Hauptversammlung beim Hundesportverein. Hans Schickle wird auch für eine weitere Amtszeit das Vereinsschiff lenken.

Die Regio-Kulturstiftung, die in diesem Jahr verschiedene Aktionen in der Regio plant, zeigt derzeit eine Ausstellung in der Stadtbibliothek.

09. Januar 1994

In der Galerie »Grüne Schlange« wird eine Ausstellung der Künstler Elke und Günter Graf gezeigt.

10. Januar 1994

Die AOK Lörrach hat seit heute wieder eine Geschäftsstelle in Schopfheim. In einer Feierstunde wurde diese Service-Stelle am »Stadtgraben«, die für 17.000 Versicherte und 720 Arbeitgeber Anlaufstelle sein wird, im Beisein von Vorstandsvorsitzendem Hans-Jürgen Unger und Geschäftsführer Weis eröffnet. Glückwünsche überbrachte Beigeordneter Bertsch und meinte, daß es für die Funktion des Mittelzentrums wichtig sei, diese Geschäftsstelle zu haben. Leiter der Geschäftsstelle werden Uwe Breggler und Dieter Wüst.

Für die »Alte Stadtmühle« wurde der Zwangsversteigerungstermin festgesetzt.

11. Januar 1994

Das Markgräfler Tagblatt schreibt heute, die Initiative Programm 2000 werde nun vielleicht doch eine Partei. Initiator Joachim Laempe äußerte der Presse gegenüber, daß zwar bei der Veranstaltung am 23.12.1993 eine Parteigründung noch ausgeschlossen worden sei, nunmehr aber nach vielen intensiven Gesprächen die Erkenntnis gewonnen worden sei, daß man auf dem ursprünglich geplanten Weg nicht so schnell dorthin komme, wo man wolle.

Will nun eine Düsseldorfer Firma die Parkhäuser professionell betreiben, im »Pflug« einsteigen? Die Firma B&B Parkhaus GmbH hat Interesse an der »Pflug«-Garage bekundet. Beigeordneter Bertsch meint allerdings, die Lust auf neuerliche Umplanungen sei nicht sehr groß, denn Investor Pöppel sei sicher nicht bereit, weitere Verzögerungen in Kauf zu nehmen.

In geheimer Wahl wurden dieser Tage bei der Generalversammlung des Gesangvereins Kürnberg die bisherigen Vorstandsmitglieder bestätigt. Werner Keller wird den Verein des kleinsten Ortsteiles weiterhin leiten. Chorleiterin Renate Greiner war mit den musikalischen Leistungen des Chores im vergangenen Jahr recht zufrieden.

12. Januar 1994

Die einzige echte Alternativpartei im Gemeinderat seien Bündnis 90/DIE GRÜNEN, meint Stadtrat Michael Straub in der jüngsten Sitzung seiner Partei. Man will im Superwahljahr mit bewährter und eigenständiger Politik überzeugen und darauf setzen. Im Januar trifft man sich mit den Landwirten, um mit ihnen insbesondere über die Fragen der Wasserversorgungen zu diskutieren. Im März soll ein Forum für ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger stattfinden. In den folgenden Monaten wird dann der Verkehr im Mittelpunkt der Diskussion stehen, wobei besonders die Initiativen der IG Velo und IG Pro Schiene mit eingebunden werden sollen. Den Finanzen, Ökologie und Demokratie am Beispiel »Rebacker-Rütteberg« soll der Abschluß der Wahlkampfveranstaltungen im Mai gewidmet sein.

Mitte dieses Monats wollen sich die Unabhängigen formal gründen, um ein Grundsatzprogramm zu erarbeiten. Kein Problem hat man mit dem Aufstellen der Kandidatenliste für das Stadtgebiet. Die Gruppierung, die sich infolge des »Pflug«-Dramas im letzten Jahr zusammengeschlossen hat, findet offenbar großen Zuspruch.

Vor einigen Tagen hielt die IG Pro Schiene ihren Jahresrückblick. 35 Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr durchgeführt. Man versteht sich als Wiesentäler Bürgergemeinschaft und als überparteiliche Gruppierung. Heiner A. Baur erteilte einer eigenen Liste bei den Kommunalwahlen eine eindeutige Absage. Ob das Geld für die Projektstudie »Mobiles Schopfheim« nicht sinnvoller in einer Regio-Karte angelegt wäre, steht zur Diskussion.

Gegen 18.00 Uhr lösten sich tonnenschwere Gesteinsbrocken am Entegast und stürzten in die Wiese. Das Wasser überschwappte den Hochwasserdamm, schlug gegen das Produktionsgebäude der Firma ppe und drückte dort mehrere Fensterscheiben ein. Eine Maschine wurde beschädigt.

In einer Sitzung des Ortschaftsrates Langenau legt Dr. Rieger vom Forstamt die Wünsche nach einem Eigenjagdbezirk dar. Geeinigt hat man sich allerdings nicht, denn der Wunsch der Forstleute findet bei den Jägern keine Gegenliebe.

13. Januar 1994

Der Spielraum, die Bezüge der Ortsvorsteher zu verändern, sei nicht so groß, betont Beigeordneter Bertsch dem Markgräfler Tagblatt gegenüber. Der Vorstoß von SPD-Fraktionschef Zapp beim Dreikönigshock möchte auch diese Vergütungen auf den Prüfstand bringen.

Vierzehn Mann des THW sind dabei, die durch den Erdrutsch verursachten Schäden am Entegast zu beseitigen. Bäume werden zersägt, mit schwerem Baggergerät werden die Hindernisse aus der Wiese entfernt.

Die IHK Schopfheim eröffnet die Ausbildungsstätte in ihrer »Villa Amalia« in der Amalienstraße.

Neujahrsempfang bei der IHK. Präsident Prof. Klaus Theilsiefje meint, die Wirtschaft sei optimistisch; dies dürfe jedoch nicht einlullen und von der Lösung anstehender Probleme ablenken.

14. Januar 1994

Das Programm 2000 möchte auf einen Schlag 1.200 neue Arbeitsplätze schaffen. Joachim Laempe soll mit der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg in Kontakt stehen. Seine Idee: Jeder Betrieb stellt pro 100 Beschäftigte fünf arbeitssuchende Arbeitslose ein. Die Betriebe zahlen lediglich die Differenz von Arbeitslosengeld und letztem Netto-Lohn des Eingestellten.

Nicht zuviel versprochen wurde den gut 100 Fans des Jazz in der Stadthalle. Ein hervorragender Jazzabend, wie der Presserezensent schreibt, soll es gewesen sein, der entschieden mehr Publikum verdient gehabt hätte.

15. Januar 1994

Das Markgräfler Tagblatt informiert heute darüber, daß Ortsvorsteher Erwin Jost aus Raitbach nach 19 Dienstjahren sein Amt nach den Kommunalwahlen aufgeben will. Nach 17 Dienstjahren als Ortsvorsteher will auch Max Ühlin nach den Wahlen im Sommer nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch Heinz Gräßlin aus Wiechs will jüngeren Leuten Platz machen. Er beendet seine Tätigkeit nach 10 Jahren. Für die Ortsvorsteher der übrigen Ortsteile ist die Entscheidung, weiterzumachen, schon gefallen.

Auf die Idee der Initiative Programm 2000, neue Arbeitsplätze zu schaffen, hat das Arbeitsamt noch etwas verhalten reagiert. Der Pressesprecher des Arbeitsamtes meinte, daß kein Ermessensspielraum bestehe, und daher an niemanden Arbeitslosengeld bezahlt werden darf, der beschäftigt ist. Es wäre also Sache der Politik, diese Vorschriften zu ändern.

Zu neuen Ehrenmitgliedern bei der Feuerwehr Gersbach konnte Kommandant Roland Blum dieser Tage Max Greiner und Willi Schmidt ernennen.

Schweiß stand den »Enningern« beim Aufrichten des Narrenbaumes auf der Stirn; mit 31,62 m ist es der längste, der bisher aufgestellt worden ist.

Der katholische Kirchenchor trifft sich zur Jahreshauptversammlung. Einen erfreulichen Rückblick konnte der bisherige und erneut gewählte Vorsitzende, Albrecht Kordeuter, halten. Allerdings wird der Chor ein Problem zu bewältigen haben; denn Kantor Cornelius Holdermann, der seit zehn Jahren den Chor geleitet hat, wird zum Jahresende sein Dirigat in andere Hände geben. Er wird mit seiner Familie in den Auslandsschuldienst versetzt.

16. Januar 1994

Voll besetzt ist die Stadthalle beim Ballettabend »Nußknacker«.

17. Januar 1994

22 Jugendliche und 20 Erwachsene beteiligten sich an der Vereinsmeisterschaft des Tischtennisvereins Fahrnau. Im Damen-Einzel gewann Eva Abert den Meistertitel, Ulrike Hager belegte vor Ingrid Jacobeit den 2. Platz.

Groß war der Andrang im Gasthaus »Maien« bei der Generalversammlung des Musikvereins Langenau. Bei den Neuwahlen erhielt Udo Räuber erneut das Vertrauen.

Wahre Begeisterungsstürme entfacht die Komödie »Moral« von Ludwig Thoma, in der Eberhard Feik mitwirkt. Der Kulturring hatte das Tourneetheater Kempf engagiert.

Rolf Nabbefeld tritt aus der CDU aus. Er gibt jedoch sein Stadtratsmandat nicht ab, sondern wechselt die Fraktion. Künftig ist er Mitglied der Freien Wählervereinigung.

In der Sitzung des Wiechser Ortschaftsrates freut man sich über die Beinahe-Fertigstellung des Sportheimes. Allerdings ließe die Unterstützung der Stadt, so hört man, zu wünschen übrig. Denn diese sei ein Großteil ihrer finanziellen Verpflichtungen noch schuldig. Ortschaftsrat Karl Bäumle meint gar, die Stadt habe den Verein über den Tisch gezogen, denn die verrechneten Planungskosten seien von der Stadtverwaltung als insgesamt zu hoch angesetzt. Um aus der Finanznot herauszukommen, schlägt Alfred Horn die Aufnahme eines Darlehens vor.

18. Januar 1994

Zwölf Teilnehmer des vhs-Kurses »Deutsch für Ausländer« konnten dieser Tage ein schriftliches Zertifikat für das Bestehen der Prüfung in Empfang nehmen. Lena und Tanja Kozlova aus Moskau schnitten als Beste mit »Sehr Gut« ab. Silvana Kiefer (ehemaliges Jugoslawien) und Yolanda Calo konnten die Urkunde mit »Gut« in Empfang nehmen. Kursteilnehmer waren aber auch Franzosen und Äthiopier. Der Kurs wurde von Brigitte Fleck geleitet.

Seit 25 Jahren sind Hanspeter Läubin und Hartmut Sutter Mitarbeiter der Firma Demag Wittig. Sie wurden dieser Tage geehrt.

Mitarbeiter der Prognos AG und Ministerialrat Horst Neumann vom Verkehrsministerium in Stuttgart stellen das Modell-Projekt »Mobiles Schopfheim« den Gemeinderäten aus Schopfheim, Maulburg und Hausen vor. Das vom Land finanzierte Vorhaben soll eruieren, inwieweit der Bürger zu bewußterem Verkehrsverhalten motiviert werden kann. Es handelt sich um das bundesweit erste Projekt dieser Art. Neumann meint, bei Scheitern dieses Projektes blieben nur noch restriktive Maßnahmen übrig. Schopfheim war nach einer Voruntersuchung aus zehn Städten als repräsentativste Gemeinde in Baden-Württemberg ausgesucht worden. Die Maßnahme ist auf zwei Jahre angelegt. Die Vorstellung löste bei den Gemeinderäten der drei Orte einiges Kopfschütteln aus. Bürgermeister Gerd Arzet aus Maulburg meint gar, bei Kosten von DM 1,5 Mio. sei das ganze Vorhaben etwas »dünn«.

Kritisch ist der Kommentar zum Modell-Projekt Schopfheim in der Badischen Zeitung. Kritisch aber auch Dieter Leppert: Er ist der Ansicht, daß dadurch des Verkehrsverhalten sich nicht verändern läßt. Bürgermeister Fleck mußte sich gegen die Zweifler zur Wehr setzen und meint: »Gehen wir positiv daran«.

19. Januar 1994

Den 70. Geburtstag feiert heute Raitbachs Ortsvorsteher Erwin Jost. Er ist seit 17 Jahren im Amt. Sein großes Hobby ist das Singen, dem er bereits seit 56 Jahren im Gesangverein des Dorfes frönt.

Programm 2000 läßt nicht locker: Trotz aller Bedenken vom Arbeitsamt bleibt die Gruppe auf Kurs. Die nächste Veranstaltung wird in dieser Woche in der Winzerhalle in Auggen stattfinden.

Dieser Tage gastierten die »Dirty-Pictures« aus Prag im »Irrlicht«.

Peter Neumann aus Maulburg wendet sich in einem Leserbrief gegen das Programm 2000. Ein Stein der Weisen oder einfach genial erscheint ihm der Vorschlag, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Am Schluß seines Briefes meint er, mit populistischen, unausgewogenen, ja dilettantischen Aktionen werde der Standort Deutschland nicht gestärkt, ganz im Gegenteil.

20. Januar 1994

Bei der Jahreshauptversammlung des Gesangvereins »Concordia« Gersbach sagt Ernst Frieder Schmidt als Vorsitzender, daß es ihm schwerfalle, das Jahr zum 125. Geburtstag zu bewerten. Einerseits sei es ein großes Jubiläumsfest gewesen, andererseits aber sei der Verein von Dirigenten- und Sängerproblemen belastet. Bei den Neuwahlen wurde ihm weiterhin das Vertrauen ausgesprochen.

In den ersten Tagen dieses Jahres ist auch der Eichener See wieder aufgetaucht. Die starken Regenfälle haben sicher dazu beigetragen.

21. Januar 1994

Die Gründung der »Unabhängigen« ist vollzogen. Vor zwei Tagen wurde die Wählervereinigung aus der Taufe gehoben. Vorsitzender wurde Johannes Kehm, sein Stellvertreter ist Dr. Laszlo Bethlen. Zum Schriftführer wählten die 32 Gründungsmitglieder Manfred Thoma, zum Kassierer Manfred Däumer und zum Pressewart Klaus Kochendörfer. Eine Teilnehmerin drückte aus, die unsensible Handhabung der »Pflug«-Affäre sei für viele der entscheidende Kick gewesen, kommunalpolitisch aktiv zu werden. Dem Beirat gehört unter anderem auch Karl Selz an, der den Gemeinderat im Jahre 1992 verlassen hatte.

Klaus Kochendörfer erläuterte die Aufgabe der neuen Gruppierung; er analysierte die Rolle der SPD, die die Chance einer grundlegenden Neuorientierung verpaßt hätte, ja sogar Vertrauen verspielt habe. Daneben seien die CDU und die Freie Wählervereinigung ihrer Oppositionsrolle nicht gerecht geworden. Die Unabhängigen fordern einen schonungslosen Kassensturz und wollen mehr auf die Innovationskraft der Mitarbeiter im Rathaus bauen. Die Gründungsversammlung fand im Gasthaus »Sonne« statt.

Der Verkehrsverein Gersbach ist ganz in Frauenhand. Bei der Hauptversammlung wurde Klaus Stark nach 12 Jahren von Ute Strohm abgelöst. Stellvertretende Vorsitzende wurde Annette Kiefer, die Wilfried Geiger das Amt abnahm. Der bisherige Vorstand wird im Beirat weiterarbeiten.

22. Januar 1994

Die Parteivorsitzenden äußern sich in der BZ zur Gründung der Unabhängigen.

Die Schopfheimer Unabhängigen haben nichts mit der gleichnamigen Partei, die in Freiburg gegründet wurde, zu tun.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr des Ortsteiles Kürnberg erhält der ehemalige Abteilungskommandant Rudolf Keller einen Ehrenbrief ausgehändigt.

Im Markgräfler Tagblatt ist ein großer Artikel über die zunehmende Rechtstendenz bei Schopfheimer Jugendlichen abgedruckt. Auch die Polizei bestätigt in diesem Artikel rechte Bewegungen, deren Zentrum allerdings in Wehr sei. In der Bahnhof-Unterführung wurden eindeutige Nazi-Parolen aufgesprüht.

In Auggen hatte das Programm 2000 noch verkündet, keine eigene Partei zu gründen, sondern sich mit den Unabhängigen in Freiburg zusammenzuschließen. Heute wird dies aber bereits wieder dementiert.

Eugen Herzog informiert mit seinem Monatsbrief aus Poligny. Die Krise im Gemeinderat wird am 06. Februar ihr Ende finden, denn dort sind Neuwahlen angesetzt. Es werden mehrere Listen vertreten sein: die dem Bürgermeister treu Gebliebenen, die RPR, die FF-Union (Le Pen), dazu noch zwei Oppositionisten (Linksparteien).

Durchaus zufrieden waren die Mitglieder des MSC bei der diesjährigen Generalversammlung. Das wichtigste Ereignis war wiederum die Motocross-Veranstaltung, die ohne schwerwiegende Zwischenfälle über die Bühne ging. Die Veranstaltung war die Generalprobe für den Weltmeisterschaftslauf 1995.

Jahresmitgliederversammlung beim Musikverein Fahrnau. Bürgermeister Fleck, der an der Hauptversammlung teilnahm, stellte ein neues Probendomizil im Schulhaus in Aussicht.

Zur Hauptversammlung trifft sich der Gesangverein Raitbach im »Hirschen«. Der Verein hat 203 Mitglieder bei 29 aktiv Mitwirkenden. Chorleiter Herbert Meisch, bereits im 18. Jahr beim Verein tätig, zeigt sich mit den Leistungen zufrieden.

23. Januar 1994

Stefanie Haas begeisterte auf Einladung der vhs mit ihren Chansons in der Stadthalle.

24. Januar 1994

Über die Bauvoranfrage der Treuhand-Agentur Schulz zur Errichtung einer Naturheilklinik in Schlechtbach hat der Gemeinderat lange diskutiert. Man ist noch sehr skeptisch, wer hinter dem Namen »Ayurveda-Klinik« steht. Die Verwaltung ist beauftragt worden, Recherchen anzustellen, um dem Gemeinderat Informationen zu liefern. Grundsätzlich soll die Planung aber weiterverfolgt werden, da man positive Aspekte für den Erholungsbereich Gersbach erhofft, auch in Bezug auf die Schaffung notwendiger Infrastrukturen in diesem Ortsteil. Insbesondere der Fremdenverkehr, die ärztliche Versorgung sowie die Errichtung von Arbeitsplätzen spielen die wesentliche Rolle.

Über den Bebauungsplan »Auf Hinter Hofen« wird noch einmal ausführlich diskutiert, wobei der Bebauungsplanentwurf von Herrn Sanio von allen Fraktionen des Gemeinderates verworfen wird. Über diesen Vorschlag wird nicht weiter diskutiert. Der vom Planer gefertigte und nach den Einwohnereinreden geänderte Bebauungsplan geht nun in die Offenlage.

Der Gemeinderat hat dem Antrag der CDU, dem Ortsteil Enkenstein einen Gemeinderatssitz zu garantieren, nicht entsprochen. Stadtrat Nabbefeld wollte, daß der Enkensteiner Sitz zu Lasten eines Fahrnauer Sitzes gehe.

25. Januar 1994

Dreißig Schüler der Friedrich-Ebert-Schule sind zusammen mit Schülern der Schiller-Schule Rheinfelden an einer Ausstellung im Stuttgarter Rathaus unter dem Thema »Schulkunst« beteiligt.

Seit dreißig Jahren hat die DAK in Schopfheim eine Geschäftsstelle; sie wurde am 01.12.1963 eröffnet.

Am vergangenen Wochenende feierte Nicole Grether erneut eine Premiere. Sie wurde vom Bundestrainer im Länderspiel gegen Frankreich zum ersten Mal in die Frauennationalmannschaft berufen. Mit zwei Punkten steuerte sie wesentlich zum Sieg der deutschen Mannschaft bei. In Deutschland gilt sie als Nummer Zwei, in der IWF-Weltrangliste belegt sie Platz 50.

Das Markgräfler Tagblatt weiß heute zu berichten, daß die schlechte Plazierung für Rolf Nabbefeld der Grund für den Fraktionswechsel darstellt. Auf der gemeinsamen Liste war er für Platz 5 vorgesehen, nun, nach dem Wechsel, soll er Platz 4 der gemeinsamen Liste für den neuen Gemeinderat einnehmen.

Der Ökumenische Friedenskreis in Schopfheim bittet in einem Schreiben an Helmut Kohl und die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, keiner Lockerung der Rüstungsexportbeschränkungen zuzustimmen.

Den Erfolg des Vorjahres konnte der Reitverein beim Reiterball im Saal der Gewerbeakademie nicht mehr wiederholen. Günter Basler, Organisator und 2. Vorsitzender, spricht von einem enttäuschenden Besuch.

Jahreshauptversammlung der Baugenossenschaft im »Restaurant am Park«. Kritik übte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Ernst Klemm an Bürgermeister Fleck, da die Stadt nicht in dem von der Baugenossenschaft gewünschten Maße reagiere. Derzeit verwaltet die Genossenschaft 148 Wohnungen. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Karl Heinz Scheffler, verabschiedete nach fast 30jähriger Amtszeit Theodor Rätzsch.

26. Januar 1994

Die Badische Zeitung weiß heute zu berichten, daß die Schweizer »Ayurveda-Klinik« nicht mehr Träger der Schlechtbacher Naturheilklinik sein soll. Das Projekt ist gescheitert, es wird nunmehr getragen von dem Grenzach-Wyhlener Geschäftsmann Wangler. Kooperationspartner soll das Berliner Krankenhaus Buch in Pankow sein. Im schweizerischen Walzenhausen versteht der Präsident der »Ayurveda-Klinik«, Peter Lang, den Abbruch der Verhandlungen nicht. Wangler redet zwischenzeitlich nicht mehr von »Ayurveda«, da dies Assoziationen wecke. Er spricht von kombiniertem Einsatz grundlegender europäischer und außereuropäischer, jedoch inlandangepaßter Naturheilverfahren. Auf Anfrage des Markgräfler Tagblattes sagt das Ostberliner Krankenhaus, es sei noch gar nichts spruchreif, lediglich die Möglichkeit einer Kooperation würde geprüft. Die jüngste Wendung mit dem reservierten Echo aus Berlin habe im Rathaus, so Beigeordneter Bertsch, einen Dämpfer aufgesetzt.

Der Zustrom von Asylbewerbern hat abgenommen. Seit Wochen - informiert Beigeordneter Bertsch - gibt es keine Neuzuweisungen mehr für Schopfheim. Dieser Tage war die Polizei begleitend bei der Essensübergabe an Asylbewerber dabei. Dies hat die Bundestags-Abgeordnete Ortrun Schätzle sehr überrascht, denn an der normalen Betreuung sollte die Polizei eigentlich nicht mitwirken. Bernhard Schlachter vom Polizeirevier stellte richtig, daß die Polizei zum Schutz der Leute, die das Essen anliefern, eingesetzt worden sei.

27. Januar 1994

Stadtkapellmeister Max Lehmann bedankte sich an der Generalversammlung des Musikvereins Wiechs für die Arbeit des Vorstandsteams und der Musiker. Bernd Wassmer bleibt auch nach den Neuwahlen zweiter Vorsitzender des Vereins, Reinhold Hagist, der eine intakte Vorstandsmannschaft um sich weiß, bleibt Vorsitzender.

Traditionell ging dem offiziellen Teil der Hauptversammlung der Feuerwehrabteilung Raitbach ein Nachtessen voraus. Im »Tannenhof« begrüßte dann Abteilungskommandant Walter Meier seine Feuerwehrkameraden, wobei er während der Versammlung Heinrich Strittmatter, der seit 40 Jahren Mitglied der Wehr ist, ehrte. Strittmatter ist erst der Dritte in der Geschichte der Raitbacher Wehr, dem diese Ehre zuteil wurde.

Werner Müller meint in seinem MT-Kommentar heute, daß der Fraktionswechsel von Stadtrat Rolf Nabbefeld nicht einfach klammheimlich hätte erfolgen dürfen. Nabbefeld sei seinen Wählern eine Erklärung schuldig.

28. Januar 1994

Auch beim Boule-Spielen geht es nicht ganz ohne Organisation. Rolf Leber hatte zu einem Informationsabend in den »Markgrafen« eingeladen. Die im letzten Jahr initiierte Spielgemeinschaft umfaßt derzeit 20 Personen, die sich regelmäßig treffen. Obwohl man als Verein noch nicht eingetragen ist, wurden Rolf Leber zum ersten und Manfred Baer zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Erster Kassenwart ist Hans Walliser, Schriftführerin wurde Helga Hartmann-Leber. Gut aufgehoben ist man beim »Markgrafen«-Wirt, der selbst der Boule-Spielgemeinschaft angehört.

Die Frauengruppe »Courage« ruft zur Teilnahme an einer Demonstration gegen den Rechtsradikalismus, die am 29. Januar in Wehr stattfindet, auf.

Generalversammlung auch bei der Turnerschaft in Langenau. Sie traf sich dieser Tage im Gasthaus »Maien«. Man fand bei den Vorstandswahlen noch keinen Ersatz für den zurückgetretenen zweiten Vorsitzenden Wolfgang Schmidt. Es wird daher eine außerordentliche Generalversammlung notwendig werden. Gerd Franke wird den Verein jedoch weiter führen.

Mit der Erweiterung des Kindergartens Gersbach beschäftigte sich der Ortschaftsrat. Der Erweiterungsbau soll bis Ende der Sommerferien fertig sein.

Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen bei der Narrenzunft Schopfheim und bei der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau. Die närrischen Tage - oder die 5. Jahreszeit - stehen unmittelbar bevor.

Bei der diesjährigen Hauptversammlung der evangelischen Kantorei wurde insbesondere der Wechsel des Kantors herausgehoben. Daneben erfuhr Irmgard Harsch, die seit 30 Jahren mitsingt, für ihre langjährige Treue eine Ehrung. Verabschiedet hat sich vom Chor die langjährige Chorobfrau und »Chormutter« Johanna Weber. Ihr galt der ganz besondere Dank.

29. Januar 1994

Der baden-württembergische Verkehrsminister Schaufler sei verschnupft, so Bürgermeister Fleck, weil Schopfheims Kommunalpolitiker undankbar gegenüber dem Modellversuch »Mobilität« seien.

Ein geplanter vierstöckiger Wohnblock der Baugenossenschaft im Wohngebiet »Hegne« sorgt beim Bauausschuß des Gemeinderates für Unmut. Das Gebäude ist zu massiv. In Gesprächen mit der Genossenschaft will man nun auf eine Veränderung der Planung hinwirken.

Das Markgräfler Tagblatt informiert heute darüber, daß Karl Schmid, Inge Geiger, Brigitte Leisinger und Alfred Horn aus der SPD-Fraktion dem künftigen Gemeinderat nicht mehr angehören werden. Sie kandidieren nicht mehr. Von der CDU will Dr. Helga Beikirch nicht mehr kandidieren, von den GRÜNEN ist es Klaus Böttger, der sein Mandat zur Verfügung stellt.

Die Altstadt wird um ein Straßencafé reicher. Der Bauausschuß stimmte einem Bistro in der Höhe des Brunnens in der Torstraße zu.

Unter dem Szepter des Statthalters Hans I vom Vicemoos ging ein vierstündiger Zunftabend über die Stadthallenbühne. Zu einem Höhepunkt des Abends wurden die »Drei Stockburger«, die meinten, die Alemannen würden in Schopfheim langsam knapp: »Mir hän immer mehr Bürger, doch wer heißt no Grässlin, Räuber, Würger?«. Als Lacherfolg haben Jeannot Weissenberger und Hansi Glöggler als »Tropfe vo Schopfe« bereits abonniert. Einen gelungenen Einstieg als Narrennachwuchs feierte Sarah Weber, hintergründig und verschmitzt einmal mehr Dieter Spinoli. Den Weltrekord in der Lautstärke haben die »Schweiß-Uslöser« in der Narrenhalle aufgestellt. Auch der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, in die Bütt zu steigen.

Nach anfangs geäußerten Rücktrittsabsichten übernahm Wilfried Keller bei der Hauptversammlung des Musikvereins Raitbach erneut den Vorsitz. Der Verein hat derzeit 32 aktive und 151 passive Mitglieder. Bis zum 110jährigen Vereinsjubiläum im Juni erhofft man sich auch die neuen Uniformen.

31. Januar 1994

Friedhelm Zilly aus Moos stellt der Stadt zwei Bronze-Plastiken als Leihgabe zur Verfügung. Die Frau und das Mädchen im »Dialog« stehen zwischen dem Michel und dem Museum.

01. Februar 1994

Karlheinz Rümmele ist zum Abteilungskommandanten der Feuerwehr Langenau gewählt worden. Er löst Klaus Strübe, der seinen Dienst bei der Langenauer Wehr quittierte, ab.

Auch Roswitha Blümle wird nicht mehr für den Stadtrat kandidieren. Die F.D.P. stellt bei den nächsten Wahlen keine eigene Liste mehr auf.

Das Markgräfler Tagblatt meldet heute, daß aufgrund des zweiten Wahlganges in Poligny die Liste um Bürgermeister Pierre Tinguely nur auf Platz zwei gelandet ist. Die Liste der Linken um den Ingenieur Jean-Claude Collin hat die Mehrheit. Es ist wohl davon auszugehen, daß dies der neue Bürgermeister sein wird.

Fahrnaus Gesangverein hat einen neuen Vorsitzenden. Bei der jüngsten Generalversammlung löste Axel Schwabe den bisherigen Ersten Mann, Rainer Alten, ab.

Erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche soll es eine Inventur geben. Es besteht offenbar die Absicht, die Kirchenschätze zu dokumentieren. Dekan Felix Baumann sagt dazu der Presse gegenüber, Schopfheim habe keine Kirchenschätze; alles, was man habe, könne man in der Kirche sehen.

Hauptversammlung bei den Schopfheimer Sozialdemokraten. Dabei ehrte Kreisvorsitzender Günter Schlecht den Schopfheimer Meinrad Rümmele für 40jährige Mitgliedschaft. Es wurde auch die Frage gestellt, wieviel Ehrlichkeit die Bürger aushalten können. Die SPD befürchtet, so Rolf Strohm, daß die von ihr verfochtenen unangenehmen Maßnahmen von den Wählern nicht toleriert werden. Dabei habe man nur die Erhaltung wichtiger Einrichtungen wie Schwimmbäder und Bibliothek sicherstellen wollen. Meinrad Rümmele meint, daß man bisher immer mit einer Schönwetter-Demokratie bedient worden sei und es jetzt schwer sei, harte Wahrheiten zu hören. Nicht nur über die andern schimpfen, sondern eigene überzeugende Perspektiven aufzeigen, fordern energische Genossen bei dieser Versammlung. Nur mit diesem Ziel könne der Liste der Unabhängigen begegnet werden. Robert Zapp fühlte sich indes unbehaglich, weil die neue Liste kein Programm habe. Er meint: »Wo haben wir keine ehrliche Politik gemacht? Gerade die SPD hat immer darauf gesetzt, dem Bürger die Wahrheit zu sagen«.

Das DGB-Ortskartell will wieder aktiv werden. Still war es um das Kartell geworden, nachdem Bernd Sevecke den Vorsitz niederlegte. Nunmehr ist Waldemar Lutz als Lenker im Gespräch.

02. Februar 1994

Der Versuch, auf der Wiesentalstrecke keine Schaffner mehr einzusetzen, war offenbar erfolgreich. Seit dem 01. Februar ist die schaffnerlose Zeit nun offiziell.

Wenig Erfreuliches erfuhren die Mitglieder des Tennisclubs Schopfheim bei der Hauptversammlung aus dem Mund ihres Vorsitzenden Walter Geng. Durch die Abwanderung von sechs Spitzenspielern wurde die erste Mannschaft in der Spielstärke derart geschwächt, daß der Abstieg programmiert war. Positiv war die Bilanz bei der Zahl der Mitglieder, die leicht zunahm.

03. Februar 1994

Verärgert zeigt sich der Ortschaftsrat Enkenstein über die Ablehnung der unechten Teilortswahl für den Ortsteil.

Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des Gesangvereins Langenau wurde Albert Wachter als Vorsitzender bestätigt.

100 Arbeitnehmer der Firma Demag Wittig treten in einen Warnstreik. Von 9.15 Uhr-11.45 Uhr legen sie die Arbeit nieder. Betriebsratsvorsitzender René Weber freut sich über die hohe Beteiligung gegen die Wegnahmetaktik der Arbeitgeber.

04. Februar 1994

Der Gemeinderat soll über ein Parkraumbewirtschaftungskonzept, das die Stadtverwaltung vorgelegt hat, entscheiden.

Artur Cremans zeigte sich bei der Hauptversammlung der SPD dieser Tage verärgert über das Verhalten der Witwe von Willy Brandt. Er meint, es sei immer wieder festzustellen, daß sich die Genossen kurz vor einer Wahl selbst ein Bein stellten.

Fahrnau ist in toller Stimmung beim Zunftabend der Fasnachtsgesellschaft. Lokales Geschehen steht im Mittelpunkt des närrischen Abends. Die Unabhängigen, der Bürgermeister und das Programm 2000 bleiben auch an diesem Abend nicht ausgespart.

Etwa 80 Beschäftigte der Firma EKATO legen für eine Stunde die Arbeit nieder. Sie nehmen am Warnstreik der IG Metall teil.

Hauptversammlung bei den Naturfreunden. Dabei wird deutlich, daß die Biotop-Pflege im Krattental den größten Teil der Umweltschutzarbeit ausgemacht hat. Alter und neuer Vorsitzender ist Hartmut Heise.

05. Februar 1994

Im Gasthaus »Krone« trifft sich der Wiechser Gesangverein zur Jahreshauptversammlung. Nach acht Jahren gab Gerhard Kessler sein Amt als 2. Vorsitzender ab. Hinter Wolfgang Greiner steht nun Roland Pfeiffer als 2. Mann im Vorstand.

DIE GRÜNEN bzw. ihr Stadtrat Michael Straub hält wenig vom Modellprojekt »Mobiles Schopfheim«. Er will auch in der Hauptstraße keine Parkplätze errichten, denn seiner Meinung nach ziehen diese den Verkehr in die Innenstadt. Vielmehr schlägt er vor, einen Radweg in der Hauptstraße einzurichten.

Der Musikverein Gersbach will auch mit eigenem Arbeitseinsatz für die zu errichtende Halle im Ortsteil einstehen.

DIE GRÜNEN bereiten sich auf die Kommunalwahlen vor. Man ist bemüht, daß die Stimmen für die Unabhängigen nicht zu Lasten der GRÜNEN gehen. Ehrenfried Barnet meinte bei der jüngsten Mitgliederversammlung: »Wir waren nicht diejenigen im Gemeinderat, die den ›Pflug‹ abgerissen haben«. Auch für die Verfilzung und andere Probleme wie etwa den Verkehr seien die GRÜNEN nicht verantwortlich.

Ausverkauft war die Stadthalle beim 2. Zunftabend.

Im erst kürzlich renovierten Heim an der Kleinen Wiese hielt der Schäferhundeverein Langenau seine Generalversammlung ab. Hermann Münzer dankte der Stadt für die Instandhaltung des Weges zum Hundeplatz, er forderte aber auch die Befestigung des Wiesenrandes mit Faschinen aus Weiden, da durch die Hochwassermassen an der Kleinen Wiese das Gelände für mindestens zwei Jahre in Mitleidenschaft gezogen worden war.

06. Februar 1994

In der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde sprachen sich die Mitglieder mehrheitlich für den geplanten Grundstückstausch beim »Pflug«-Areal aus. Danach wird der halbe Pfarrgarten gegen das angrenzende ehemalige Bäumle-Grundstück getauscht. Der Dauerbrenner, so Pfarrer Dr. Michael Hoffmann, habe die Kirchengemeinde nun schon jahrelang beschäftigt. Die Diskussion verlief pro und contra: während einige meinten, daß die Stadt einfach fremdes Gelände verplane, meinten andere, es sei für die Kirche nicht gut, wenn sie durch eine ablehnende Haltung zum Unfrieden in der Stadt beitrage. Eine angebotene privatrechtliche Vereinbarung, daß die Stadt sich verpflichtet, vom Baugebot auf alle Zeiten abzusehen, ist Bestandteil der Einigung.

07. Februar 1994

Der kommunalpolitische Ausschuß der CDU hält es gegenwärtig nicht für sinnvoll, Parkgebühren einzuführen. Parkraumbewirtschaftung habe, so die Partei, erst Sinn nach der Fertigstellung des »Pfluges«.

Bei der Generalversammlung des Krankenunterstützungs-Vereins Fahrnau wurde das Krankengeld von DM 1,50 auf DM 2,00 pro Tag erhöht.

Unter sich machten die Schützen in Wiechs die Kreismeisterschaft im Armbrustschießen aus. Oben auf der Siegerliste stand Siegmund Leszkowski. Noch konkurrenzlos stand in der Juniorenklasse Martin Wagner auf dem Siegertreppchen.

Die einen wollen eine Parkraumbewirtschaftung, die anderen möchten warten, bis die Innenstadt durch die Umgehungsstraße verkehrsberuhigt ist. Im Gemeinderat ging die Diskussion zwischen diesen beiden Polen hin und her. Während die SPD eine Parkraumbewirtschaftung will, sprechen sich die anderen Parteien bzw. Vereinigungen dagegen aus. Kurt Härzschel spricht davon, daß die Parkraumbewirtschaftung reine Geldschneiderei sei. Der Bürgermeister und der Fraktionsvorsitzende der SPD, Robert Zapp, hingegen möchten mit der Parkraumbewirtschaftung eine größere Fluktuation der Parkplätze und damit eine steigende Attraktivität der Innenstadt erreichen. Endlich beschloß der Gemeinderat, daß die Verwaltung ein Konzept zur Parkraumbewirtschaftung erarbeiten müsse.

Zum zweiten Mal hat der Bürgermeister das Baugesuch der Firma Mag-Bau für die »Schleife« für 169 Wohnungen von der Tagesordnung abgesetzt.

08. Februar 1994

Der Mitinitiator von Programm 2000, Joachim Laempe, hat gestern in seinem 130 Beschäftigte zählenden Betrieb die Arbeitszeit verlängert. Einstimmig beschloß die Betriebsversammlung, so die Presse, ab sofort die 45-Stunden-Woche bei gleichem Lohn einzuführen. Sie soll befristet bis Juni gelten, wobei die Mitarbeiter vor die Alternative gestellt werden, entweder für denselben Lohn 45 Stunden zu arbeiten, oder 40 Stunden zu arbeiten und 35 Stunden bezahlt zu erhalten. Bei der IG Metall, die derzeit voll im Arbeitskampf steht, stoßen solche Vorschläge auf wenig Verständnis.

In neuem Häs präsentieren sich die »Eiemer Seewicht«. Blau-weiß ist das Wellenkleid, dazu kommt jetzt eine Holzmaske und auf dem Kopf ein grauer Filzhut, der von einem Fuchsschwanz geziert wird.

Pierre Tinguely zeigt sich nach 11 Jahren Amtszeit als Bürgermeister Polignys sehr enttäuscht. Er habe bis zuletzt gehofft, im Amt bleiben zu können. Tinguelys Liste hat nach den Wahlen nur noch sechs Sitze im Stadtparlament. Neuer Bürgermeister ist Jean-Claude Collin.

09. Februar 1994

Streit gibt es erneut um das Eckgrundstück Himmelreichstraße/Feldbergstraße (Kiefer Bau). Kiefer hat vor wenigen Tagen Fundamente ausgehoben, um eine Baracke für Bauarbeiter zu errichten. Die Baumaßnahme wurde durch die Baurechtsbehörde des Landratsamtes gestoppt. Nun will Kiefer per einstweiliger Anordnung den Weiterbau erwirken.

Aus dem Regiopark, den die Landeskreditbank im »Lus« errichten wollte, scheint nichts zu werden. Die Badische Zeitung schreibt heute, daß der Geschäftsführer Peter Arnold mitteilte, man müsse jetzt zusammen mit der Stadt Überlegungen zu weiteren Schritten anstellen. Die Marktlage spreche gegen eine Realisierung. Prinzipiell halte man jedoch am geplanten Projekt als Angebot fest.

Der Stadtseniorenrat meint, daß Schopfheim dringend eine Anlaufstelle für ältere Menschen benötige. Diese sogenannte IAV-Stelle (Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstelle) sei ein Projekt des Landes zur Neuordnung der ambulanten Dienste.

155 aktive und 13 passive Mitglieder hat der Tennisclub Langenau. 50 Interessierte stehen auf der Warteliste. Dies war bei der Hauptversammlung vor Tagen zu erfahren.

Nachdem der Bürgermeister zweimal in öffentlicher Gemeinderatssitzung das Bauvorhaben Magbau (Sanio) in der »Kleinen Schleife« abgesetzt hat, soll die Bebauung nun doch möglich werden. In einer nichtöffentlichen Bauausschußsitzung sind Lösungswege aufgezeigt worden, die es dem Gemeinderat trotz dessen Bedenken ermöglichen sollen, dem Sanio’schen Gesamtkonzept zuzustimmen.

10. Februar 1994

Abwarten möchte Bürgermeister Fleck in Sachen Regio-Park. Das vorläufige Scheitern sieht er in dem von der Stadt gesetzten zeitlichen Rahmen begründet. Das Projekt ist auf 10 Jahre angelegt, daher sollte man auch abwarten.

Bei der jüngsten Hauptversammlung der F.D.P. sagte Vorsitzender Martin Kimmig, daß man bei den kommenden Gemeinderatswahlen die Unabhängigen unterstützen werde. Mut, Weitsicht und Sensibilität bescheinigt die Partei der Gemeinderätin Roswitha Blümle, da sie allein gegen den Gemeinderat in Sachen »Pflug« gekämpft habe. Kimmig erhielt bei den Wahlen erneut das Vertrauen. Unverändert ist auch seine Stellvertretung. Ulrike Mack-Vogel wird als Vize weiterarbeiten.

Mit landwirtschaftlichen Problemen beschäftigte sich der kommunalpolitische Ausschuß der CDU. Dabei stand auch der Anschlußzwang an die Wasserversorgung auf der Tagesordnung. Man möchte, so war man sich schließlich einig, den Anschluß nicht erzwingen. Es sei kontraproduktiv, wenn man einerseits das Wassersparen propagiere, andererseits den Landwirten aber die Nutzung ihrer Quellwässer streitig mache.

Als üble Erpressung bewertet Eugen Bilke von der IG Metall Lörrach die Einführung der 45-Stunden-Woche bei der Firma Laempe.

In Langenau wurde ein tollwütiger Fuchs erlegt. Die Stadtverwaltung bittet Besitzer von Hunden und Katzen, diese nicht frei herumlaufen zu lassen, es sei denn, sie sind nachweislich gegen Tollwut geimpft.

Auftakt zur Hochphase der Narretei. Am Morgen des Hemdglunkitages kommen die Narren, allen voran der Statthalter, bereits ins Rathaus, um den »Dilldappen« des Jahres zu küren. Feuerwehrkommandant Bernd Schwöble erhält den Orden.

Wenige Stunden später war der Verkehrsminister Schaufler Gast im Weinbrennerbau. Er trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein, bevor er das neue Büro »Mobiles Schopfheim« im Bahnhofsgebäude übergab. Hugo Ehnes und Gabriele Meinicke sind dort seit dem 15. Dezember beschäftigt, um das Projektbüro AG, zusammen mit der Firma Prognos Basel, unter der Federführung des Wirtschaftsministeriums zu leiten. Bei der Einweihung waren auch die Bürgermeister von Hausen und Maulburg, der Landrat sowie die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates zugegen. Ortrun Schätzle, MdB, ließ es sich nicht nehmen, beim Empfang im Rathaussaal und bei der Einweihung des Projektbüros ebenfalls dabei zu sein.

Schunkelnd und singend feiern die Senioren ihren Fasnachtsnachmittag in der Stadthalle.

Mit den Hemdglunki-Umzügen in Schopfheim und Fahrnau beginnt die diesjährige Straßenfasnacht.

Auch in Gersbach zeigen sich Hemdglunki beim Umzug, den die »Latschi-Clique« organisiert und mit ihrer Guggemusik begleitet. Dazu schneite es heftig.

11. Februar 1994

Ein 25jähriger Mann und eine 30jährige Frau wurden dieser Tage von der Polizei wegen des Verdachts des Handels mit Hasch und Kokain festgenommen.

12. Februar 1994

Über eine Pressemitteilung erfährt man, daß das Schopfheimer Postamt künftig sonntags geschlossen bleibt. Grund sei die extrem niedrige Nachfrage.

Auf eine Äußerung des GRÜNEN-Sprechers Ehrenfried Barnet antwortet der Bürgermeister und bezeichnet die Äußerungen des Sprechers in Sachen »Pflug« (»Wir haben den »Pflug« nicht abgerissen«) als unwahr. Er begründet seine Haltung mit den Abstimmungsergebnissen, die zum »Pflug«-Abbruch geführt hatten.

Das »Duale System« will der Stadt und anderen Kommunen keine Miete mehr für die Container-Standorte bezahlen.

Bauherren von Niedrigenergiehäusern im »Bremt«, die die vorgeschriebenen Werte nicht eingehalten haben, werden nun zur Kasse gebeten. Sie müssen eine Ausgleichsabgabe bezahlen.

Der Förderkreis der Kantorei hat sich neu formiert. Man möchte aus dem Tief des vergangenen Jahres wieder herauskommen. Neuer erster Vorsitzender wurde, nachdem Klaus Schotte auf eine Kandidatur verzichtete, Dr. Laszlo Bethlen. Johanna Weber ist 2. Vorsitzende des Fördervereines.

13. Februar 1994

Kalt ist es beim großen Narrenumzug durch die Innenstadt. Prächtige Wagen und Parolen, die die Stadt und ihre Gebührenpolitik anprangern, begeisterten viele Zuschauer. Aber auch die Schließung der Bahnübergänge und die Energiesparhäuser im »Bremt« waren Ziel närrischen Angriffs. Als riesiges Gespenst fuhren die Unabhängigen im Umzug mit. Erstmals waren auch die »Füür-Teufel« aus Fahrnau am Umzug dabei.

Die Schnitzelbänkler vom »Sternen-Zinken« nehmen das Lokalgeschehen, wie in den vergangenen Jahren, in heiteren Versen auf und singen diese gekonnt in den Schopfheimer Gaststätten.

14. Februar 1994

Zum vierten Male werden die Schüler der Friedrich-Ebert-Hauptschule bei den Südbadischen Oberschulamtsmeisterschaften Vizemeister im Hallenhandball.

Rosenmontagsumzug bei schönem, aber kaltem Wetter im Stadtgebiet und in Fahrnau.

15. Februar 1994

Die CDU hat die Kandidatenliste für den Kreistagswahlbezirk Schopfheim bekanntgegeben. Die Mitglieder kürten auf Platz eins den Schopfheimer Bürgermeister Klaus Fleck. Ihm folgen Kurt Härzschel, Dr. Günter Zabel und Dieter Spinoli.

Der Ortschaftsrat Langenau plädiert für eine mobile Radaranlage im Ortsteil.

Mühelos verlief die Hauptversammlung des Kraftsportvereines Gersbach in der »Mühle«. Jürgen Blum konnte über die Ereignisse des vergangenen Jahres berichten. Er meint aber auch, daß Leistungsüberbeanspruchung im Beruf zu einer Abkehr vom Sport führe.

Mit Hemdglunkiumzügen endete die diesjährige Fasnacht. Der Fasnachtskerli brannte am Kronenbrunnen lichterloh. Die »Trauergesellschaft« in weißen Hemden erhielt musikalische Unterstützung durch die »Schweiß-Uslöser«. Groß war auch das Jammern in Fahrnau, denn auch dort verbrannten die Narren ihren Fasnachtskerli.

16. Februar 1994

Die Unabhängigen bereiten ihre erste große öffentliche Veranstaltung vor. Sie soll am 03. März stattfinden. An der Gemeinderatsliste wird noch gearbeitet. Die Unabhängigen sind nach wie vor für jeden offen.

Von der SPD hört man, daß die Kandidatensuche für die Gemeinderatswahlen abgeschlossen sei. Die Frauen sind recht stark vertreten, so Fraktionsvorsitzender Robert Zapp.

Vor Tagen waren Joachim Laempe vom Programm 2000 bei einem Forum des Wirtschaftsministeriums in Bonn. Laempe schlug dabei vor, beispielsweise in einem Landkreis bestehende Vorschriften außer Kraft zu setzen, um mit Profis neue Rahmenbedingungen zu schaffen.

Aschermittwoch-Stimmung bei den Narren. Das traditionelle Heringsessen entschied der Statthalter Hans I. für sich.

Bei der Aschermittwoch-Tagung der Unabhängigen sieht man neben den Gründungsmitgliedern auch etliche neue Gesichter. Karl Selz meint, die Stadt werde aufgeblasen, das habe mit gesundem Wachstum nichts mehr zu tun. Von einer Sättigung im Wohnungsmarkt ist die Rede, des weiteren, daß keine Qualität in der Finanzpolitik des Gemeinderates auszumachen ist, und daß die innerstädtische Verkehrsplanung erst nach Fertigstellung der Umgehungsstraße auf der Basis dann verläßlicher Daten vorgenommen werden soll.

17. Februar 1994

Der Hauptausschuß der evangelischen Kirchengemeinde entscheidet sich für den Grundstückstausch im »Pflug«-Hof.

Hemdglunkiumzug in Wiechs und Langenau.

18. Februar 1994

Die Unabhängigen lehnen ein Angebot, auf der F.D.P.-Kreistagsliste zu kandidieren, ab. Sie akzeptieren auch nicht, daß ein Kandidat auf ihrer Liste steht, der sich gleichzeitig auf der Kreistagsliste einer anderen politischen Gruppierung zur Wahl stellt.

Der Vertrag über den Tausch des Pfarrgartens zwischen der evangelischen Kirchengemeinde und Investor Pöpperl ist unterschrieben.

19. Februar 1994

Nach 159 Jahren wurde nach langem, zähen Ringen das endgültige Aus für den Singkreis Schopfheim gesprochen. »Wir haben alles versucht, wochenlang inseriert, die Werbetrommel gerührt und sind doch nur auf Desinteresse gestoßen«, äußert resigniert die 2. Vorsitzende, Johanna Reissner. Vorsitzende Helga Lützelschwab stellte dann die Frage nach der Auflösung des Vereins bei der Generalversammlung im »Restaurant am Park«. Das Vereinsvermögen gehe treuhänderisch an die Stadt Schopfheim über. Mehr als DM 11.000,- liegen auf Konten bei Schopfheimer Banken. Das Geld muß dem nächsten, sich in der Kernstadt gründenden Gesangverein mit gemischtem Chor zur Verfügung gestellt werden. Bereits existierende Vereine dürfen davon nicht profitieren. Der Schriftverkehr aus der Vereinsgeschichte geht an das Museum der Stadt über.

Närrische Stimmung beim Langenauer »Rätsch-Obend«, der das dörfliche Geschehen kräftig glossiert.

Der THW-Ortsverband fühlt sich vom Bundesverband an der Nase herumgeführt. Zunächst hat man in Schopfheim für ein neues Heim einen Investor gefunden, dem Bonn auch zugestimmt hat. Nun kommt völlig überraschend das Aus. Frau Schätzle, MdB, will sich mit dem Vorgang beschäftigen.

Jörg I. vom Eckacker ist der diesjährige Buurefasnachtsprinz von Wiechs. Jörg Pfeifer (bürgerlicher Name) hält die Insignien der Macht fest in seinen Händen.

Mit einem Leserbrief wendet sich Edith Walter vom Deutschen Kinderschutzbund gegen die »Sternen-Zinken«-Schnitzelbank, die sich unter anderem über das Jugendzentrum und über das »Irrlicht« ausgelassen hatte.

Langenaus Kinder haben eigenhändig einen Fasnachtsumzug durchs Dorf organisiert.

Jahreshauptversammlung beim Schwarzwaldverein. Einen großen Teil des Rückblicks durch den Vorsitzenden, Prof. Dr. Gerold Blümle, nahm der Bericht über das 100jährige Jubiläum des Möhrenturmes in Anspruch.

20. Februar 1994

Trotz Schneefalls stehen wie gewohnt viele Menschen in Wiechs an der Straße, um den Buurefasnachtsumzug zu sehen und ihn mit »Wibufa« zu bejubeln.

Rings um die Stadt brennen in den Ortsteilen die Scheibenfeuer.

21. Februar 1994

Ernst Kellmayer löst Roswitha Blümle als Vorsitzender der Muettersproch-Gsellschaft ab. Sie hatte das Amt seit der Gründung im Oktober 1980 inne.

Obwohl der Gemeinderat im Haushalt bereits Einsparungen bei den Schwimmbädern eingeplant hat, konnte er sich nicht zu neuen Gebühren durchringen.

Der Termin für die Bürgermeisterwahl in diesem Jahr steht fest. Am 13. November wird gewählt. Der zweite Wahlgang, soweit notwendig, wird am 27. November sein.

Für die SPD beantragt Fraktionsvorsitzender Zapp, daß eine komplette Kostenaufstellung für den »Pflug« seit 1982 dem Gemeinderat vorgelegt wird.

Alfred Schmidt, Schopfheimer »Sonnenwirt«, meint in öffentlicher Gemeinderatssitzung, es sei ungerecht, für das Schweigmatter Schwimmbad höhere Gebühren als für das Schopfheimer Bad zu verlangen. Damit sei der »kalte« Weg zur Schließung des Bades beschritten.

22. Februar 1994

Die Gartenfreunde konnten auch unter Leitung des Bezirksvorsitzenden keinen neuen Vorsitzenden ausfindig machen. Von den 40 Teilnehmern war niemand zur Kandidatur bereit. In einer außerordentlichen Generalversammlung muß nun noch einmal die Problematik diskutiert werden. Bis dahin wird Jörg Wendt als 2. Vorsitzender den Verein kommissarisch führen. Der erste Vorsitzende hat ja bekanntlich im Sommer des vergangenen Jahres sein Amt niedergelegt.

Das Programm 2000 will sich zum Verein konstituieren.

Ein TÜV-Gutachten über die Deponie Scheinberg liegt nun vor. Der Dioxingehalt des Deponiegases liegt in Grenzen, wie er in städtischen Gebieten Baden-Württembergs angetroffen wird. Weniger erfreulich waren die Methanmessungen. Hier wurden Schwachstellen in der Deponieabdeckung entdeckt. Es stinkt nicht nur, es treten auch deutlich sichtbare Vegetationsschäden auf (braune Verfärbung des Grases). Zum Deponiestaub sagen die Experten, daß alle gemessenen Werte deutlich unter einschlägigen Immissionsbeurteilungswerten lägen. Dies gelte auch für das Arsen.

Die »Alte Stadtmühle« wird zwangsversteigert. DM 905.000,- bot die B.B. Gaststättenbetrieb GmbH aus Rheinfelden. Die Deutsche Bank beantragt einen 14tägigen Aufschub, bevor der Zuschlag endgültig erteilt wird.

Vor dem Jugendhaus im Oberfeld pflanzte SPD-Fraktionschef Robert Zapp eine Linde, die von der Partei zur Eröffnung des Hauses geschenkt worden war.

Gut besucht war die Aufführung der »Zauberflöte« durch die Wiener-Mozart-Oper in der Stadthalle.

23. Februar 1994

Während der Wiechser Buurefasnacht hatte Christa Bäumle vor dem Gasthaus »Hirschen« einen Glühweinstand. Den Erlös aus dem Wein- und Berlinerverkauf lag bei DM 2.075,- und kommt nun krebskranken Kindern zugute.

Ein Schopfheimer Ärzteteam vom Kreiskrankenhaus befindet sich zur Zeit in Nordwest-Pakistan. In Peshawar operiert das Team um den Schopfheimer Handchirurgen Dr. Günter Zabel. Dr. Franz Trefonski, der Anästhesist Dr. Reinhard Scholz, die OP-Schwester Monika Hamm und Anästhesieschwester Helga Schier sind bei der von der Welt-Flüchtlingshilfe finanzierten Hilfeleistung dabei. Alle Teilnehmer versehen ihren Dienst unentgeltlich. Sie sind lediglich von ihrem Arbeitgeber für die Zeit des Einsatzes vom Dienst befreit.

Um 18.40 Uhr mußte die Feuerwehr in die Blasistraße nach Fahrnau ausrücken. In einer Motorenwicklerei war ein Kleinbrand ausgebrochen, der rasch unter Kontrolle war.

24. Februar 1994

Berlin benennt einen Platz nach dem Schopfheimer Märtyrer-Priester Dr. Max Josef Metzger. Der im Wedding liegende Courbière-Platz soll künftig an den Schopfheimer Priester erinnern.

Gegen den Viehhändler Engler aus Fahrnau wird das Konkursverfahren eröffnet.

Das Arbeitsministerium in Bonn meint zum Programm 2000, daß die vorgeschlagene Beschäftigung von Arbeitslosen kein geeigneter Ansatz zur Lösung der schwierigen Arbeitsmarktprobleme sei. Dies laufe auf eine Dauersubvention von Beschäftigungsverhältnissen durch die Arbeitslosenversicherung hinaus. Solche Ideen seien auf Dauer nicht finanzierbar und widersprächen den Grundprinzipien der Arbeitslosenversicherung. Außerdem würden reguläre Arbeitsplätze verdrängt.

Bei der Großdemonstration der Metaller in Zell waren auch Delegationen von Schopfheimer Betrieben wie Demag Wittig, EKATO und Rietschle vertreten.

Der Ortsbauausschuß stimmt nicht nur dem Verjüngungsschnitt von Linden auf dem Friedhof zu, er genehmigt auch das Fällen einer Thuja-Gruppe.

25. Februar 1994

Um den Vorsitzenden Reinhard Knittel trifft sich der Kaninchenzuchtverein Schopfheim zur Jahresversammlung. Für besondere Verdienste wurden Werner Sprich, Hans Metzger, Franz Schattenkirchner, Ferdinand Leber, Heiner Schneegäß, Dr. Ottmar Nübling und Franz Müller zu Ehrenmitgliedern ernannt.

26. Februar 1994

Großes hat die Stadtmusik für das kommende Jahr vor, hört man an der Generalversammlung. Man feiert das 180. Jubiläum und gleichzeitig das 25jährige Bestehen der Jugendkapelle. Ein Wechsel an der Spitze des Musikvereins wurde um ein Jahr hinausgeschoben. Hans Moser, der sein Amt eigentlich schon seit längerem niederlegen wollte, wurde auf ein Jahr wiedergewählt, um den ebenfalls neu gewählten 2. Vorsitzenden Ralf Sutter einzuarbeiten.

Der Gewerbeverein veranstaltet in und um die Stadthalle seine diesjährige Automobilschau.

Die Umbauarbeiten am Markus-Pflüger-Heim machen außergewöhnliche Aktionen notwendig. Vom 11. April bis zum 14. Mai werden 130 HeimbewohnerInnen »umziehen«. In Zandt im bayrischen Wald werden sie diese fünf Wochen leben, um dem Umbau-Lärm, der zwangsläufig entsteht, entgehen zu können.

In einer Vorstandssitzung beschäftigt sich die SPD mit dem »Pflug«. Die Grundstücksfragen sind geklärt, die Kostenermittlung wird von der Verwaltung erwartet. Es sei nun an der Zeit, daß die Pläne so schnell wie möglich auf den Tisch gelegt würden. Einig war man sich auch, daß weder Bibliothek noch Feuerwehrgerätehaus ohne den »Pflug« errichtet worden wären.

Die evangelische Bezirkssynode tagt im Gemeindezentrum, um die Haushaltspläne zu beschließen. Der Vorsitzende der Bezirkssynode konnte während der Tagung zwei neue Mitglieder vereidigen. Irene Walter und Verena Rees gehören nun dem Gremium an.

Im Gasthaus »Kranz« trifft sich das Harmonika-Orchester zur Jahreshauptversammlung. Vorsitzende Barbara Weiß konnte den Schriftführer Klaus Strauss für 20jährige Tätigkeit in diesem Amt ehren.

Gegenüber dem MT meint Gernot Pöppel, Investor des »Pflug«-Areals, er möchte im Frühjahr 1994 beginnen. Für die Friedhofsruhe auf dem Gelände nennt er gute Gründe. Zum einen die schwierigen Verhandlungen um den Pfarrgarten, die letztlich erfolgreich abgeschlossen worden sind, dann die Umplanungen im Gebäude, die seiner Meinung nach unumgänglich waren, seien die Wohnungsgrößen vorher teilweise doch »widersinnig« gewesen. Dies alles auf vernünftige Dimensionen umzugestalten, habe länger gedauert als eine vollkommene Neuplanung. Pöppel: »Da habe ich viel Zeit vergeudet«. Gleichwohl, im März möchte der Unternehmer die fertigen Pläne dem Landratsamt vorlegen.

Die Jugend-Fußballabteilung wählt Hans Itzin zum Jugendleiter. Günter Föhring verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Er meinte, fünf Jahre seien genug, seine Tätigkeit im Gesamt-Vorstand und als Trainer der B-Jugend würde ihn voll auslasten.

27. Februar 1994

Fahrnaus Schützen tragen die Stadtmeisterschaften aus. In der Junioren-Klasse erzielte Thomas Krogger mit 353 Ringen den begehrten Titel. Roswitha Güdemann aus Wiechs wurde bei den Damen mit 342 Ringen Siegerin. Heinz Schmidt aus Maulburg holte sich mit 375 Ringen den Titel bei den Aktiven der Schützenklasse. Bei den Luftpistolen war wieder einmal mehr Roland Steinebrunner mit 363 Ringen der Beste.

Die Stadtbibliothek zeigt 45 Motive, die die Fotografin Ingrid Schubert von Schopfheim und Umgebung aufgenommen hat. Sämtliche Motive sind in einer Fotokarten-Edition über den Buchhandel zu beziehen.

Während des Wochenendes trug der Ski-Club Fahrnau die Vereinsmeisterschaften auf der Loipe von Multen-Hohtann und auf dem Hochkopf (für die Alpinen) aus.

28. Februar 1994

Die Seitengestaltung der Badischen Zeitung präsentiert sich in neuer Aufmachung.

Gersbachs SPD und die Unabhängigen des Ortsteiles erstellen ihre Liste für die Kommunalwahlen. Die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Partnern im Ortschaftsrat, stellte Rolf Strohm eingangs der Versammlung fest, habe sich menschlich und inhaltlich bewährt. Die Gemeinschaft möchte, daß Horst Sutter gegebenenfalls das Amt des Ortsvorstehers in Gersbach übernimmt.

Der Ortschaftsrat Wiechs entscheidet über die Verlängerung der Jagdpacht. Zwei um die Jagd werbende Cousins gerieten während der Diskussion des Ortschaftsrates aneinander. Schlichtungsversuche verpufften, Ortsvorsteher Heinz Gräßlin meinte schließlich, der Ortschaftsrat sei sprachlos. Der Rat votierte schließlich einstimmig für die Verlängerung des bestehenden Pachtvertrages. Ob sich die Cousins einigten, blieb offen.

67 Bilder präsentieren zwölf Aussteller der Fotofreunde in der Sparkasse. Zum 17. Male werden die Werke, die dieses Jahr unter dem Motto »Stimmungen« stehen, ausgestellt.

Martin Wöhrn, ein in Staufen lebender Künstler, stellt in der Galerie »Grüne Schlange« aus.

01. März 1994

Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses Schopfheim schreiben an den Innenminister des Landes. Sie möchten die Abschiebung von zwei Krankenschwestern aus dem ehemaligen Jugoslawien, die seit 1992 im Krankenhaus beschäftigt sind, verhindern. Die drohende Abschiebung wird vom Personal als menschenverachtend bezeichnet.

Schüler der Freien Waldorfschule beschäftigten sich mit dem Zeitungsmachen. Werner Müller, Chefredakteur des MT in Schopfheim, war aus diesem Anlaß Gast in der Schule.

Die ÖTV hat zu Warnstreiks nach Lörrach aufgerufen. Von 250 städtischen Mitarbeitern nimmt einer aus der Verwaltung an diesen Warnstreiks teil. Vom Kreiskrankenhaus Schopfheim sind bei den Warnstreiks weniger als eine Handvoll Mitarbeiter dabei.

Im ehemaligen Bahnhofsgebäude am Kratten-Weg (Bahnlinie Säckingen) brach kurz nach 14.00 Uhr ein Brand aus. Die Polizei ermittelt, da man von Brandstiftung ausgeht. Der Schaden liegt bei DM 30.000,-.

02. März 1994

Bei den Tischtennis-Mannschaftsmeisterschaften des Oberschulamtes Freiburg wurden die Schüler Igor Brzovic, Robert Di Giovine, Eric Müller und Johannes Lorenz Mannschaftsmeister. Sie setzten sich im Finale gegen Freiburg durch. Nach ihrem Sieg in Stockach werden sie nun beim Landesfinale antreten.

03. März 1994

Arno Baumann, Leiter der Gewerbe-Akademie (ehemals Berufsbildungszentrum), legt den Geschäftsbericht 1993 vor. Die Ausbildungen gingen zurück, die Weiterbildungsaktivitäten stiegen jedoch im Vorjahr. Eine Rekord-Auslastung kann auch das angeschlossene Internat verzeichnen.

Joachim Laempe bekommt mit seinem 45-Stunden-Modell bereits die ersten Teleauftritte. Das ZDF berichtet im heute-journal über den Schopfheimer Betrieb. In der Talk-Show des ZDF »life« tritt Joachim Laempe ebenfalls auf.

Der ehemalige Heimleiter des Georg-Reinhardt-Hauses, Erwin Konstanzer, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Er leitete das Heim von 1965 bis 1982.

Das Ehepaar Apfel, das 11 Jahre lang das »Restaurant Am Park« (früher Bahnhofsrestaurant) betrieben hat, beendet heute seine Wirte-Tätigkeit.

Glimpflich verlief in Langenau ein Kaminbrand.

Die Unabhängigen stellen sich im Martin-Luther-King-Saal bei einer gut besuchten Versammlung der Öffentlichkeit vor. Das Schlagwort »Offenheit und Ehrlichkeit« wird immer wieder betont. Für Wachstum ja, aber mit Maß und Ziel, spricht sich Karl Selz aus. Er hat Vorstellungen von einer sensibleren Stadtplanung. Klaus Kochendörfer behauptet, daß die Stadt überdurchschnittliche Personalkosten habe und hier Einschnitte notwendig würden. Der Architekt Wolfgang Untiedt stellte an den Vorsitzenden Johannes Kehm die Frage, wie die Unabhängigen die »mafiosen« Verhältnisse in der Stadt aufbrechen wollen.

04. März 1994

Die Brauerei Lasser als Pächter des »Restaurant Am Park« teilt mit, daß zum 01. April ein neuer Pächter die Gaststätte übernehmen wird. Auch die »Linde« soll demnächst mit einer neuen Pächterin wieder öffnen. Das Gasthaus »Adler«, das auch schon einige Wochen wegen Erneuerung der Küche geschlossen ist, wird zum 12. März wieder öffnen. Hier hat sich natürlich kein Pächterwechsel ergeben.

Der drohenden Sorge des Schopfheimer THW um die Auflösung nimmt sich Marion Caspers-Merk, MdB, an. Sie wandte sich schriftlich an Innenminister Kanther, um ihn konkret zu bitten, den Erhalt der Ortsverbände Schopfheim und Wehr zu sichern.

Außergewöhnlichen Besuch hatte die Fahrnauer Grundschule. Der indonesische Maler Ketut Lasia, der sich derzeit in den Kirchenbezirken Lörrach und Schopfheim aufhält, informiert über seine Heimat und malt mit den Grundschülern. Eingeladen hat ihn die Lehrerin Christel Kaiser.

Der Schopfheimer Tierschutzverein sucht engagierte Mitarbeiter. Oft fühle man sich von den Behörden im Stich gelassen, meint man dort.

Bei der Hauptversammlung der Abteilung Fußball des SVS schaut man optimistisch in die Zukunft, denn man hofft, daß der Traum vom Aufstieg in die Landesliga diesmal erfüllt wird. Vorsitzender Bernhard Kuri warnt ebenso wie Trainer Gerhard Nägelin jedoch vor allzu frühen Euphorien. Getrübt ist die Stimmung allerdings durch den Tabellenplatz der zweiten Mannschaft.

Gleich zwei Vereine halten in der »Sonne« ihre jährliche Hauptversammlung ab. Die Museumsgesellschaft bestätigt für weitere zwei Jahre Harald Klemm als Vorsitzenden und Rudolf Lenzer als seinen Stellvertreter. Besonderen Dank durfte Rolf Brüderlin, Ehrenvorsitzender des Vereins, für seine Exkursionen, die er im vergangenen Jahr veranstaltet hat, entgegennehmen. Der Kulturring bestätigt bei der Jahresmitgliederversammlung den Vorsitzenden Roland Meder für weitere zwei Jahre.

Unterschiedlich wird der schaffnerlose Zugverkehr von der IG Pro Schiene bewertet. Die Bewertung geht von »chaotisch« bis »es läuft wie bisher«.

Auf die Sendefrequenz wartet immer noch das freie Radio »Kanal Ratte«.

Willi Schäfer konnte unter den 41 geehrten Sportlern des SVS zum 21. Mal das Sportabzeichen entgegennehmen. Marianne Stadler und Hildegard Würger schafften es 18mal. Der älteste Teilnehmer beim Sportabzeichen war 65, der jüngste 8 Jahre alt.

Im vereinseigenen Heim treffen sich die Fahrnauer Kaninchenzüchter zu Hauptversammlung. Die Neuwahlen bestätigen den bisherigen Vorstand um den Vorsitzenden Fritz Kahnau. Er möchte die Verantwortung jedoch bald in jüngere Hände geben, da er seit 20 Jahren Vorstandsarbeit leistet.

05. März 1994

300 junge Kicker kommen in die Friedrich-Ebert-Halle, um zwei Tage den Ball rollen zu lassen. Der Erlös des Jugendtages, den die Fußballabteilung organisiert, kommt dem DRK Schopfheim zugute. Der Vorjahressieger und Pokalverteidiger in der D-Jugend, Zell, wurde von der D-Jugend Inzlingen geschlagen. Bei der F-Jugend standen die Fußballer des FC Wehr als Sieger fest. Die C-Jugend des Gastgebers gewann schließlich das Endspiel in ihrer Klasse.

06. März 1994

Kurz nach Mitternacht brennt ein Kraftfahrzeug auf dem ehemaligen Gelände der Firma Burkhard & Schmidt. Die Feuerwehr geht von Brandstiftung aus.

Beim Suppen-Sonntag trifft sich Groß und Klein im Gemeindehaus der katholischen St. Bernhards-Pfarrei.

Hans Silvester wurde vom Kunstverein Schopfheim zu einer Ausstellung ins Museum eingeladen. Die Fotoausstellung beschäftigt sich mit dem Thema »Wasser«.

Claudia Adrario (Gesang) und Klaus Bruder (Akkordeon) wußten das Publikum im Museumskeller mit ihrem Abend »Ich habe zu sehr geliebt« zu fesseln.

07. März 1994

Mit dem Problem des zunehmenden Pfarrermangels beschäftigt sich der Pfarrgemeinderat der katholischen Gemeinde St. Bernhard. Am 14. März wird zu diesem Thema auch ein Vortrag gehalten. Inhalt ist, daß die Gemeindemitglieder aufgerufen sind, Seelsorge und liturgische Gottesdienste zunehmend ohne Pfarrer zu gestalten.

Mit Verzögerung fand dieser Tage die Hauptversammlung der TSG-Ringer statt. Wolfgang Böhler stand in einem Verkehrsstau. Er als Vorsitzender ersuchte die Mitglieder eindringlich, die Ausbildung als Kampfrichter zu absolvieren. Es war ihm vorbehalten, dem scheidenden Trainer Vico Jarotzki und der ebenfalls scheidenden Schriftführerin Ilona Buschbaum zu danken.

Die Unabhängigen haben einen direkten Telefondraht eingerichtet.

08. März 1994

Über das Theaterstück »Jakob oder der Gehorsame« von Ionesco, das am Theodor-Heuss-Gymnasium aufgeführt wurde, sagt der Kritiker: »Auch dieses Mal boten die jungen Akteure im vollbesetzten Musiksaal einen phantastischen Theaterabend, den man nur empfehlen kann«. Das Stück wird nun noch einmal aufgeführt. Regie führte der stellvertretende Direktor des Gymnasiums, Wolfgang Dreiser.

Mit einer Flugblattaktion beteiligt sich die Frauengruppe »Courage« heute am internationalen Frauentag. Darin werden Forderungen nach der 35-Stunden-Woche, vollem Lohnausgleich, Verbot der Nachtarbeit, kostenlosen Krippenkindertagesstätten und Hortplätzen gestellt. Weitere Aktionen scheint es in Schopfheim nicht zu geben; die Frauengruppe »Gegenwind« existiert nicht mehr; auch die SPD-Frauen machen nicht mehr von sich reden, so die Badische Zeitung. Weder am städtischen Kindergarten unter Leitung von Christa Hoheisel noch im Schopfheimer Kreiskrankenhaus sind innerbetriebliche Aktionen geplant. Die »Courage«-Frauen haben vor dem Rathaus einen Infostand eingerichtet und verteilen Flugblätter und rote Nelken.

Kurt Härzschel referiert bei der Senioren-Union. Zu den Unabhängigen meint er verschmitzt, daß auch er unabhängig sei und sich nur seinem Gewissen verpflichtet fühle. Kein Verständnis brachte er für die Forderungen auf, die Finanzierungspläne des neuen Gebäudes im »Pflug« offenzulegen. Die Kosten seien längst bekannt.

Die Sozialdemokraten beschäftigen sich mit den Unabhängigen. Viele Aussagen stimmten, so Strohm, mit den Zielen der SPD überein. Insofern könnte man darin eine Bestätigung der SPD-Politik sehen. Fragwürdig werde es allerdings, wenn diese bestehenden Einrichtungen als neue Ideen verkauft würden, wie etwa Verkehr, Vereinsförderung oder vor allem die Selbstvermarktung in der Landwirtschaft. »Die Finanzen sind in guten Händen«, betont Robert Zapp. Die SPD nehme für sich in Anspruch, ehrliche, offene und wahrhaftige Politik gemacht zu haben. Man habe dem Bürger jederzeit gesagt, was nicht machbar sei.

Petra Greiner schreibt heute in einem Leserbrief, daß sie sich für die SPD als Kandidatin aufstellen lasse, dabei aber bei allem Sparwillen die Stadtgärtnerei erhalten wissen wolle.

Jutta Beer spricht mit den Zimmervermietern über das vergangene Geschäftsjahr. Nicht nur das Buchungsergebnis wird analysiert, man redet auch über Verbesserungen organisatorischer Art.

09. März 1994

Bei einem Pressegespräch gibt Dekan Helfried Heidler bekannt, daß demnächst 12 Tonnen Kaffee aus Dikume erwartet werden. Eine Probelieferung vom September vergangenen Jahres an die Kaffeerösterei Bilotta in Maulburg war sehr erfolgreich. Man möchte auf diese Weise den Menschen in Kamerun partnerschaftlich helfen.

Die Stadtverwaltung weist die diffamierenden Äußerungen von Wolfgang Untiedt bei der Versammlung der Unabhängigen energisch zurück.

Der Kulturring stellt sein Programm für die Spielzeit 1994/1995 vor. Gleichzeitig wird auch das Programm für die Neuauflage des »Theatermonats für junge Leute« publiziert.

Langenau erhält bei den Ortschaftsratswahlen neue Konkurrenz. Das MT informiert über eine »Freie Liste«, die im Ortsteil antreten will. Ein Interesse am Stadtratsmandat besteht aber nicht.

Der Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren« beschäftigt sich mit dem Asylbewerber-Leistungsgesetz.

Keinen »Dreckhaufen« wünscht sich der Ortschaftsrat Langenau am Ortseingang. Die Firma Hug beantragte, ein Zwischenlager für Erdaushub einzurichten.

10. März 1994

Am Dienstag kürte die SPD ihre Kreistagskandidaten. Auf Platz Eins steht Bürgermeister Karl Heinz Vogt aus Hausen, der Schopfheimer Artur Cremans nimmt Platz Zwei vor dem Hasler Bürgermeister Klaus Haas ein. Probleme gab es um die Nominierung von Regina Blum, die auf Platz Fünf nicht die erforderliche Mehrheit erhielt. Durch ein Nach-Nominierungsverfahren entstand ein Formfehler, nun muß die gesamte Kandidatenkür am 17. März erneut stattfinden.

Die »Alte Stadtmühle« hat nun doch keinen neuen Besitzer. Die Deutsche Bank als Hauptgläubigerin will beim Amtsgericht die einstweilige Einstellung des Zwangsversteigerungsverfahrens erwirken. Thomas Brugger erhält dadurch vorerst den Zuschlag nicht.

Ruth Sprich meinte bei der Mitgliederversammlung der SPD vor einigen Tagen: »Die Vorwürfe der ›mafiosen‹ Verhältnisse sind eine Unverschämtheit, das lasse ich mir nicht gefallen. Die Stadt und die Partei müssen etwas gegen diesen Angriff unternehmen«.

11. März 1994

Dr. Karl Heinz Keller, 28 Jahre Chefarzt der Inneren Abteilung am Schopfheimer Krankenhaus, feiert heute seinen 70. Geburtstag.

Wolfgang Untiedt meint in einem Leserbrief, daß sein Vorwurf in ironischem Tonfall erfolgt sei.

Die CDU und die Freien Wähler wollen die Schwimmbadgebühren nicht so drastisch steigen lassen wie von der Verwaltung vorgeschlagen. Auch die Unabhängigen sprachen sich neulich in einer Vorstandssitzung gegen die geplanten Gebührenerhöhungen in den Schopfheimer Schwimmbädern aus. Sie bemängeln insbesondere die höheren Gebühren im Schweigmatter Bad.

Arno Asal ist der neue Abteilungsleiter der SVS-Handballer. Edgar Jäger hatte dieses Amt ein Jahr kommissarisch von Dieter Hohlfeldt übernommen.

Zusammengehörigkeitsgefühl und Begeisterung kommt auf beim Sportabend der Friedrich-Ebert-Schule. Das Rockmusical »Tabaluga« reißt total mit. Die Schüler ernten durch langen Beifall den verdienten Lohn.

»Biographie: Ein Spiel« von Max Frisch wird in der Stadthalle aufgeführt. In der Hauptrolle überzeugt in einer glänzenden Regiearbeit Felix von Manteuffel.

Für 25jährige Mitgliedschaft wird Bernhard Springmann in der Kolpingsfamilie geehrt. Bei deren Generalversammlung wird Kurt Fischer erneut zum Vorsitzenden gewählt. Als besondere Leistung darf die Ausrichtung der Weihnachtsfeier im Markus-Pflüger-Heim gelten.

12. März 1994

Auf ein Jahr der Brandserien, ja auf ein denkwürdiges Jahr, blickt die Feuerwehr bei der Generalversammlung in der Stadthalle zurück. Kommandant Bernd Schwöble berichtet davon, daß die 150 Feuerwehrleute an 155 Einsätzen, davon 37 Brandeinsätzen, beteiligt waren. Dank und Anerkennung sagte der Bürgermeister den Floriansjüngern, er bescheinigte ihnen auch einen hohen Leistungsstand. Es war dem Stadtoberhaupt auch ein Bedürfnis, jenen Betrieben zu danken, die Feuerwehrleute beschäftigen und - bis auf wenige Ausnahmen - bei Einsätzen die entgangenen Arbeitszeiten der Stadt nicht in Rechnung stellen. Kreisbrandmeister Peter Nicklas war es dann vorbehalten, für 40jährigen Feuerwehrdienst Heinrich Strittmatter (Raitbach), Max 

Greiner (Gersbach) und Willi Schmidt (Gersbach) mit der Goldenen Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg auszuzeichnen. Für 25jährige Dienste wurden Rolf Dede (Raitbach), Heinz Metzger (Raitbach), Heinz Roser (Langenau) und Hans Klemm mit dem Silbernen Ehrenkreuz des Landes ausgezeichnet.

CDU, FWV und Gewerbeverein wollen eine Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße provisorisch einrichten. Eine Fußgängerzone wird für »tödlich« gehalten. Parkgebühren will man erst nach einer Anfangsphase und erst dann, wenn das Parkdeck unter dem »Pflug«-Areal fertig ist, eingeführt haben. Deutlich wird dabei aber auch, daß der Gewerbeverein ein zweigeschossiges Parkdeck wünscht. »Wenn man sich dafür nicht entscheidet, wäre das das Aus für das kleinstädtische Mittelzentrum Schopfheim«, verlautbart Werner Bühler.

Die SPD empört sich über die Äußerungen von Wolfgang Untiedt.

Martin Reisle - ein Fußballpionier - stirbt im 85. Lebensjahr. In den Zwanzigerjahren kam er nach Schopfheim. Er war im SVS nicht nur Spieler, Betreuer, Trainer, er übernahm auch Vorstandsämter im Fußballverband Oberrhein. Im Südbadischen Fußballverein engagierte er sich ebenso. Dafür hatte er Ehrungen und Auszeichnungen entgegennehmen dürfen.

13. März 1994

Waltraud Krüger durfte als Vorsitzende der AWO Schopfheim zur Jahreshauptversammlung begrüßen. Ein überaus aktives Jahr liegt hinter dieser Organisation, deren Paradepferd nach wie vor »Essen auf Rädern« ist. Die ehrenamtlichen Helfer fuhren 16.355 Essen aus. Dies sind 1.834 Mahlzeiten mehr gegenüber dem Vorjahr. 36 Urkunden für 40jährige, 25jährige und 10jährige Mitgliedschaft durfte die Vorsitzende noch aushändigen. Davon waren 19 Personen für 40jährige Zugehörigkeit zu ehren.

14. März 1994

Die Bauzeiten am B 317-Teilstück zwischen Eichen und Fahrnau sind nicht eingehalten worden. Arnold Schmidt vom Straßenbauamt meint, daß die Strecke bis Mitte des Jahres fertig sein werde. Die Gesamtfertigstellung der Umgehung sei nach wie vor für Ende 1994 vorgesehen. Unwahr seien Parolen, wie sie beim Gewerbeverein neulich aufgekommen waren. Danach hätte die Stadt kein Geld mehr, um die Firma zu bezahlen. Tatsächlich bezahle die Stadt keinerlei Gelder, auch der Staat habe alle Rechnungen umgehend beglichen.

Das Programm 2000 ist nunmehr ein eingetragener Verein. Die Gemeinnützigkeit wurde beim Finanzamt beantragt.

Auch in der Kommunalpolitischen Runde der SPD spricht man sich für gleiche Schwimmbadgebühren in beiden Bädern aus.

Die Bebauungsplanänderung im »Lus I«, die 78 Wohneinheiten in drei Familienwohnanlagen durch die Firma Magbau schaffen sollte, wurde vertagt. Gleichfalls vertagte der Gemeinderat einen Bauantrag derselben Gesellschaft für die »Kleine« und »Obere Schleife« erneut.

Heftig debattiert und diskutiert wurde über die Eintrittspreise im städtischen Schwimmbad und im Schwimmbad Schweigmatt. Es wird nun weiterhin gemeinsame Jahreskarten und einheitliche Preise geben. Neu ist eine Familienkarte, die ebenfalls für beide Bäder Gültigkeit haben wird. Der Einzeleintrittspreis wurde von DM 3,50 auf DM 4,50 erhöht.

15. März 1994

Ortrun Schätzle schreibt an den Ortsbeauftragten des THW Schopfheim, Rolf Trefzer. Sie hatte sich im Innenministerium über die Auflösung von Teilen des THW informiert. Sie meint, die Bundesländer und die THW-Bundesleitung hätten die Reduzierung der Ortsgruppen vorgeschlagen. Nun hofft sie auf akzeptable Vorschläge auch für das THW Schopfheim.

16. März 1994

Vor sechs Jahren mußten die Schopfheimer Handballerinnen nach einem Jahr in der Südbadischen Oberliga wieder absteigen. Nunmehr ist es sicher, daß sie in der nächsten Spielzeit in der höchsten Spielklasse spielen werden.

Der Landkreis Lörrach bzw. dessen Eigenbetrieb Abfallwirtschaft hat den Recyclinghof im ehemaligen Hanf-Union-Gelände an der Belchenstraße eingerichtet. Dort werden Papier, Kartonnage, Hohlglas, Weißblech, Alu, Klein-Schrott, Styropor, Verbundverpackungen, Korken sowohl von Privaten als auch vom Kleingewerbe angenommen.

Die Parteien treffen sich zur Kandidatennominierung für die Kommunalwahlen. Die SPD muß auf Zugpferde wie Alfred Horn, Karl Selz und Karl Schmid verzichten. Robert Zapp führt die Liste seiner Partei an. Die CDU und die Freien Wähler nominieren die Kandidaten auf einer gemeinsamen Liste. Diese führt in der Kernstadt Kurt Härzschel vor Dieter Leppert an. Während die SPD auch die Ortschaftsräte nominierte, wurde dies bei der CDU und den Freien Wählern nur teilweise vorgenommen.

Einen Hochdruckflüssigkeits-Chromatographen durfte THG-Direktor Adolf Winterhalder von der Ciba-Geigy Wehr in Empfang nehmen. Dem Wehrer Unternehmen sei es ein Anliegen, die aktiven Beziehungen zu den Schulen zu pflegen. Mit dieser Spende sollen bessere Möglichkeiten für einen praxisnahen Unterricht geboten werden.

17. März 1994

In Schopfheim gibt es wieder ein DGB-Ortskartell. Dieser Tage trafen sich Vertreter auf Einladung von Horst Stech, um in der Markgrafenstadt neu zu beginnen. Waldemar Lutz von der Gewerkschaft Nahrung, Gaststätten und Genußmittel löst nun Bernd Sevecke als Vorsitzenden ab. Stellvertreter wird Ronald von Renouard, der die Gewerkschaft IG Medien vertritt. Rudolf Steck von der Gewerkschaft der Polizei wird das Amt des Schriftführers bekleiden.

Eichens Ortschaftsrat hat nichts dagegen einzuwenden, daß im Gewölbekeller in Eichen Gasträume eingerichtet werden.

Gegen zwei Personen ermittelt die Polizei derzeit. Es wird ihnen vorgeworfen, jugendgefährdende, pornografische und gewaltverherrlichende Schriften verbreitet zu haben.

18. März 1994

Ein Privatmann hat gegen die Teichgenossenschaft Klage eingereicht, denn seit der Veränderung des Gewerbekanals bei der ehemaligen Hülsenfabrik Herbster steht sein Keller unter Wasser. Nun sollen verschiedene Wasserstände simuliert werden, um festzustellen, ob der Wassereintritt tatsächlich mit der Veränderung des Kanals etwas zu tun hat. Die Stadt bestreitet dies. Sie meint, daß das Kellerwasser nicht durch die Änderung des Kanals, sondern durch unrichtig verlegte Anschlüsse zum Haus verursacht worden sei.

Sorgen plagen die Verkehrswacht, denn man sieht die Sicherheit für Kinder, Fußgänger und Radfahrer dann gefährdet, wenn die B 317 über die Kürnberger Straße geführt wird. Man fordert organisatorische und bauliche Maßnahmen, bevor Verkehr über die Kürnberger Straße läuft.

Christian Zimmermann, Vorsitzender der DRK Ortsgruppe Gersbach, bereitet sich mit den Mitgliedern auf das 25jährige Bestehen im Juli vor.

Als Verein wird das »Diabetes-Umschulungszentrum Schopfheim« gegründet. Initiator und 1. Vorsitzender ist Dr. Michael Maraun.

Erstmals fand eine Generalversammlung der TSG im SVS-Sportheim statt. Dank zollte Vorsitzender Heinz Läuger den Bemühungen von Karl Heinz Andris bei der Neubelegung von Sporthallen, da die Gebührensituation in der kreiseigenen Sporthalle ein Verteilen des Trainingsbetriebes auf andere Hallen erforderte. Völlig problemlos gingen auch die Wahlen über die Bühne. Die Ehrennadel in Gold durfte Gerhard Hornung entgegennehmen.

Die Unabhängigen nominieren ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahlen. Spitzenreiter auf Platz Eins der Liste ist der ehemalige SPD-Stadtrat Karl Selz.

19. März 1994

Zum Frühlingsanfang begrüßt der Gewerbeverein die Kunden mit einer Primel-Aktion.

Ehrungen runden die Mitgliederversammlung der Sportschützengesellschaft Fahrnau ab. Vorsitzender Roland Steinebrenner konnte für 35jährige Mitgliedschaft Karl Schmid, Hans Kneußlin, Heinz Stich, Horst Keller, Heinrich Greiner, Ernst Reichert und Heinz Lapp auszeichnen.

Sechs dänische Auszubildende sind derzeit in Schopfheimer Metallbetrieben, um sich mit der deutschen Berufsausbildung auseinanderzusetzen. Initiator ist Manfred Spauszus von der Gewerbeschule Schopfheim.

Die Narren des Dreiländerecks sind der Meinung, daß Maskenbälle nicht im Trend liegen. Die Schopfheimer Narren meinen allerdings, daß dies für die Markgrafenstadt nicht zu bestätigen sei.

Kurt Härzschel kritisiert den Gemeinderatsbeschluß über die Schwimmbadgebühren. Die Familienkarte sei ehefeindlich, meint er.

Wir wissen nun, daß der neue Bürgermeister aus Poligny, Jean-Claude Collin, im Jahre 1946 in Burgund geboren und seit 1972 in Poligny ansässig ist. Dies schreibt Eugen Herzog nämlich in seinem neuesten Monatsbericht. Poligny hat derzeit 5.234 Einwohner. 2.413 Schüler und Studenten zählt die Jura-Stadt.

Landrat Rübsamen wendet sich an Bundesinnenminister Kanther und bittet um die Erhaltung des THW-Ortsverbandes Schopfheim. Eine Umsetzung der bisher bekannten Pläne erschwere die Arbeit des Katastrophenschutzes im Landkreis Lörrach ganz erheblich, befürchtet er.

Erfolgreiches haben die Judokämpferinnen der TSG hinter sich. In Böblingen errangen die jungen Sportlerinnen Nicole Hellwig und Michaela Wagner bei den baden-württembergischen Meisterschaften gute Platzierungen.

21. März 1994

Zum ersten Mal tagt der Projektausschuß »Mobiles Schopfheim«. Rund 30 Vertreter von Verbänden, Schulen und Unternehmen, sowohl aus Schopfheim als auch aus Maulburg und Hausen, treffen sich zur konstituierenden Sitzung. Helmut Schad von der Firma Prognos AG meint, daß nach vorsichtigen Schätzungen jede siebte Pkw-Fahrt im Binnenverkehr mit anderen Verkehrsmitteln unternommen werden könne.

Geht es nach dem Willen der Kreisverwaltung, gibt es im Kreiskrankenhaus Schopfheim künftig keine Küche mehr. Das warme Essen sollte von der Küche des Markus-Pflüger-Heimes ausgeliefert werden. Der Sozialausschuß stimmte dem trotz Warnung von Kreisrat Kurt Härzschel zu. Es bleibt denn abzuwarten, ob auch die Kliniken mitwirken.

Klaus Kochendörfer und Hubert Probst haben Bedenken, wenn nach Teilöffnung der B 317 bis Fahrnau der Verkehr zeitweise über die Kürnberger Straße rollt. Karl Selz meint gar, wenn der Fahrnauer Anschluß an die Kürnberger Straße fertiggestellt sei und der Verkehr über diese Straße rolle, bestehe die Gefahr, daß vorerst weiter nichts mehr passiere.

Gerhard Nägelin, Trainer der 1. Fußballmannschaft des SVS, legt das Amt nieder. Er wird weiterhin als Jugendbetreuer zur Verfügung stehen. Obwohl die Mannschaft an der Tabellenspitze steht, kann sie sich den Vorstellungen des Trainers über Trainingseinheiten nicht anschließen. In die Bresche wird bis Saisonende der Trainer der 2. Mannschaft, Klaus Jäckh, springen.

22. März 1994

Die Johann-Peter-Hebel-Schule ist auf der Suche nach Sportmöglichkeiten. In der Schule selbst gibt es keine Turnhalle. Der Landkreis will die Sporthalle bei der Berufsschule nur gegen Miete zur Verfügung stellen. Er will die Schülerbeförderung in die Turnhalle Langenau, die zur Verfügung stünde, nicht übernehmen.

Schützenkönig der Fahrnauer Schützengesellschaft ist Peter Bahlinger.

Die Unabhängigen sind enttäuscht über Marcus Walter, der ihnen die Kandidatur zugesagt hat, nun aber bei der Listenverbindung CDU und Freie Wähler kandidiert.

Der Wahlkampf scheint voll entbrannt zu sein. Die Unabhängigen nennen die neue Schwimmbad-Familienkarte ein »teures Vergnügen« und die Entscheidung einen »sozialpolitischen Unfug«.

Vorsitzender Arthur Steckel freut sich bei der Generalversammlung der »Füürteufel Fahrnau« über das vergangene Jahr. An 13 Veranstaltungen nahm man teil. In zahlreichen Arbeitsstunden fertigten die Mitglieder ihr neues Häs an.

Mit Norbert Schneider haben die SVS-Fußballer für die neue Saison bereits einen neuen Trainer verpflichtet. Nur wenige Tage nach dem Rücktritt von Gerhard Nägelin konnte der jetzt noch Efringen-Kirchen trainierende Fußballer gewonnen werden.

Aufatmen beim Schopfheimer THW. Der Ortsverband ist vorübergehend gerettet. Diese Nachricht bringt Rolf Trefzer von einer Landesverbandstagung mit.

Die SPD hat nun im 2. Anlauf ihre Liste für die Kreistagskandidaten aufgestellt.

Bürgermeister Fleck ehrt Blutspender. Für 50faches Blutspenden durfte er Theodor Elsner, Günter Klaus und Heinz Weißer die goldene Ehrennadel aushändigen.

Um die Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk trifft sich der SPD-Ortsverein, um über Sozialpolitik zu diskutieren. Man will, daß das Schlechtwettergeld erhalten bleibt und vor allem sozial schwächere Familien entlastet werden. Frau Caspers-Merk räumt ein, daß Scharpings Äußerungen vom vergangenen Wochenende über die Einkommensgrenze zur Ergänzungsabgabe unglücklich waren. Der Pflegeversicherung habe man als einem »Kompromiß mit Kröten« zugestimmt.

23. März 1994

Seine erste Generalversammlung nach der Gründung hielt der Tanzkreis Schopfheim ab. Vorsitzender Erich Schmidt ließ noch einmal das vergangene Jahr, das nun auch die Trainingsmöglichkeiten in der Fahrnauer Festhalle wieder herstellte, Revue passieren.

Die CDU/FWV hat nun auch die Ortschaftsratskandidaten für Gersbach nominiert.

Die Unabhängigen haben fest mit Marcus Walter gerechnet. Nun hoffen sie, daß er rasch seinen Austritt aus der Gruppierung erklären wird.

Im Sportheim trifft sich der Förderkreis Fußball zur Jahreshauptversammlung. Uli Röttel sprach das aus, was die Runde bewegte: Man ist mit der ersten Mannschaft unzufrieden. Er meint weiter, scheinbar könne man nur noch mit Geld motivieren. Vorsitzender Rudolf Becker nahm - ebenso wie Fußball-Abteilungsleiter Bernhard Kuri - der Diskussion die Schärfe und stellte sich vor die Mannschaft.

24. März 1994

Dem Chronisten fällt es schwer, sich bei dem nun voll entbrannten Kommunalwahlkampf zurückzuhalten. Ich werde bis zur Wahl nur noch die Streitthemen, jedoch keine Aussagen hierzu niederschreiben.

Heute beschäftigen sich die Unabhängigen mit dem Haushalt der Stadt. Sie werfen dem Gemeinderat erneut Unsolidität vor.

Die junge Stefanie Schrank aus Eichen wurde für die Sportgemeinschaft Eichen Südbadische Meisterin im Ringen.

SPD und GRÜNE wehren sich gegen die Vorwürfe von Kurt Härzschel und den Unabhängigen zur Familienkarte im Schwimmbad.

Die Langenauer Bürgerliste, die für den Ortschaftsrat antreten will, hat mehr Kandidaten, als sie Bewerber ins Rennen schicken darf. Angeführt wird die Liste von Hans Weinbrechtinger.

25. März 1994

Der Schopfheimer Firmeninhaber Joachim Laempe hat in Magdeburg einen neuen Betrieb eröffnet. 58 Facharbeiter stellen für ihn Schweißteile oder auch Stahlkonstruktionen in Präzisionsarbeit her. Mit Magdeburg soll der hiesige Betrieb gesichert werden.

Karl Selz hat dieser Tage Marcus Walter wegen seiner doppelten Kandidatur kritisiert. Nun meint Robert Zapp, es sei eine Frage des Anstandes, daß auch Karl Selz sein SPD-Parteibuch zurückgebe. Was Selz für andere fordere, müsse für ihn selbst ebenfalls gelten.

Katholische und evangelische Christen aus Schopfheim wollen heute gemeinsam den Kreuzweg begehen und beten. Von der Kirche St. Bernhard aus geht man zum ehemaligen Gefängnis, zum Altenheim Bifig, in die Michaelskirche, in die evangelische Stadtkirche und in die Marienkirche nach Fahrnau.

Schopfheimer Berufsschüler pflanzen bei der Gewerbeschule eine Zypresse. Es ist der erste Nadelbaum von bisher 15 Bäumen, die in Schopfheim und Umgebung in den letzten Jahren von den Berufsschülern gepflanzt worden sind.

90 Mitglieder kommen zur Generalversammlung des SVS in das Sportheim. Vorsitzender Claus Huber durfte Brigitte Menner aus der Leichtathletik-Abteilung als Sportlerin des Jahres 1993 auszeichnen. Sie führt die Rangliste der Seniorinnen bei den Leichtathleten in den Sparten Diskuswerfen und Kugelstoßen an. Zur Mannschaft des Jahres wurden die Damen der Handballer gewählt und entsprechend ausgezeichnet.

26. März 1994

Die Belle Epoque GmbH wird die Zukunft der »Alten Stadtmühle« weiter prägen. Eine Einigung zwischen den Gläubiger-Banken und Horst Kuhfuß kam zustande. Die Öffnungszeiten werden in dem Nobel-Restaurant verringert, um so Personalkosten einzusparen.

Schopfheims Tischtennis-Abteilung steht unter neuer Leitung; bei der Generalversammlung wählten die Mitglieder Helga Isenmann zur Abteilungsleiterin. Aus sportlichen und persönlichen Gründen kandidierte Markus Cremans nicht mehr.

Die Polizei will vermehrt Geschwindigkeitskontrollen an der B 317-Umfahrung vornehmen.

Die SPD legt Karl Selz die Rückgabe seines Parteibuches nahe.

Einen Skandal nennt Artur Cremans die Absicht des Kreises, die Küche im Krankenhaus Schopfheim zu schließen. Den städtischen Haushalt verteidigt Robert Zapp; er äußert sich zur Kritik der Unabhängigen.

Wird der Schopfheimer Wohnungsbau künftig am Runden Tisch diskutiert? Am kommenden Montag wird sich der Gemeinderat mit der Errichtung eines Arbeitskreises, der sich dem Wohnungsbau widmen soll, beschäftigen.

Im »Irrlicht« gastieren die französischen Bands »Missing Links« und »Atomic Kids«.

Zur ordentlichen Generalversammlung trifft sich das DRK Fahrnau. Vor einigen Wochen war eine außerordentliche Mitgliederversammlung, weil sie nicht satzungsgemäß war, abgesagt worden. Die Wahlen brachten lediglich beim Schriftführer Änderungen mit sich.

Zwischen dem »Löwenzahn-Stadion« und den Tennisplätzen in Langenau soll die 100 m-Lauf-Bahn entstehen. Bürgermeister Klaus Fleck und Gerd Franke, Vorsitzender der Turnerschaft Langenau, nahmen den ersten Spatenstich für das langersehnte Sportstätten-Projekt vor.

27. März 1994

Zum Passionskonzert lädt der katholische Kantor Cornelius Holdermann in die St. Bernhards-Kirche. Neben Vokalmusik und Orgelwerken setzte vor allem Rudolf Weinacker aus Darmstadt mit seiner Solo-Gitarre eindrückliche Akzente. Außergewöhnlich war ein Orgelwerk von Robert Helmschrott.

28. März 1994

Den Film »Chitualampa« zeigen die »Courage«-Frauen im »Irrlicht«.

Einen Großauftrag für 48 Wohnungen erhielt das Bauunternehmen Binder + Blum in Leipzig. 15 Arbeitnehmer der Firma werden für einige Monate dort arbeiten.

Die CDU möchte die Bautätigkeit in Schopfheim drosseln.

Bei der jüngsten Hauptversammlung des SVS wurden Jochen Harder und Alfred und Walter Huber zu Ehrenmitgliedern ernannt. Mit der Ehrennadel in Gold durfte Vorsitzender Claus Huber für das Engagement in der Fußball-Abteilung Andreas Zeh, Jürgen Hauser, Dieter Kiefer, Jürgen Pfeiffer, Heinz Sütterlin und Ulrich Röttel ehren.

Am 24. April will »Kanal Ratte« probehalber von Freiburg aus auf Sendung gehen. Wenn alles klargeht, so hofft man bei den Initiatoren, will man ab Oktober dauerhaft senden.

Zur Klärung der Frage, ob eine zweite Tiefgaragen-Ebene in den »Pflug« kommt, werden derzeit Grundwasserbohrungen vorgenommen. Nunmehr stimmt der Gemeinderat dem geänderten Bebauungsplan im »Lus« zu. Ein Baugesuch der Firma Magbau kann ebenfalls genehmigt werden. Entscheidend bei der Änderung ist, daß mehr Tiefgaragen-Stellplätze und ein größerer Spielplatz geschaffen werden.

Die Stellungnahme, ja die Beanstandung des Landratsamtes zum Haushalt legt der Bürgermeister nicht nur den Gemeinderäten und der Öffentlichkeit vor, er fertigt gleichzeitig auch eine Stellungnahme zu den Vorwürfen und versucht, diese zu entkräften.

29. März 1994

Ungereimtheiten beim »Hammer-Zinken« während der Generalversammlung: Vor Tagen kam es zu Meinungsverschiedenheiten über die Aufnahme von neuen Mitgliedern. Der Zinkenvogt unterlag mit seiner Meinung. Es sollte danach gegen seinen Willen gewählt werden. Dem widersprach dann Enrico Blokbergen, auf dessen Intervention hin nun eine neue Generalversammlung zum 30. April einberufen wird.

Über ihren vierjährigen Aufenthalt in Zaire berichtete die Schopfheimerin Angelika Hartmann während eines vhs-Vortrages.

Eine begeisternde Inszenierung, ein fast traumhaftes Bühnenbild erleben die Kulturring-Besucher bei der Aufführung des »Käthchens von Heilbronn« von Kleist, eine Inszenierung von Christian Kohlund, der auch gleichzeitig die Rolle des Ritters vom Strahl spielte. Jessica Kosmalla wußte in ihrer zarten Verkörperung des Käthchens wahre Begeisterung auszulösen, die Rolle der Gräfin von Thurneck lag in den Händen von Barbara Rudnik.

30. März 1994

Das Schopfheimer Vereinsparlament trifft sich unter dem Vorsitz von Klaus Strütt im »Markgrafen«. Deutlich wird der Wunsch, daß man sich mehr als Sprachrohr der Vereine bei gemeinsamen Interessen verstehen will. Aus diesem Grunde will man sich zunächst der Jugendarbeit 

widmen, um Doppelorganisationen zu vermeiden und Hilfestellung insbesondere in Zuschußdingen geben zu können. Des weiteren soll auf Vereinsebene eine Liste erstellt werden über die Gegenstände, die ausgeliehen werden können; damit kann ein Verein seine angeschafften Wirtschaftsgüter wirtschaftlicher einsetzen. Während der eine Miete erzielt, braucht der andere keine Investitionen zu tätigen. Damit soll ein Anfang für weitere, intensivere Zusammenarbeit gemacht werden. Erstmals waren bei der Sitzung aus allen Ortsteilen Vertreter anwesend, die ebenfalls ihre Mitarbeit signalisierten.

31. März 1994

Die Milchsammelstelle in Gersbach wird geschlossen. Am vergangenen Sonntag verabschiedete Ernst Ühlin die langjährige Leiterin der Sammelstelle, Olga Blum. Zuletzt nahm sie noch von 15 Anlieferern morgens und abends die Milch entgegen.

Die SPD plant eine Bürgerbefragung, die insbesondere zur Verkehrsplanung und zum Parkraum in der Innenstadt Aufschluß geben soll.

Eine beachtliche Leistung erbringen die Schüler der Johann-Peter-Hebel-Förderschule gemeinsam mit dem Theater-Zirkus »Prinz«, ein Zirkus-Projekt, das im katholischen Gemeindehaus dieser Tage über die Bühne ging.

Seit einigen Monaten schon experimentiert die Grund- und Hauptschule Gersbach mit Sitzbällen; sie ersetzen Stühle und sollen Wirbelsäulenschäden bei Kindern vermeiden helfen.

In einem Pressegespräch informiert Elisabeth Wille, die seit 1992 für die organisierte Nachbarschaftshilfe unter dem Dach der evangelischen Sozialstation verantwortlich ist, über ihre Tätigkeit. 2.603 Stunden an Einsätzen erbrachten 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und drei Mitarbeiter.

Die IG Pro Schiene tritt weiterhin für den Einsatz der Lok-Reihe BR 143 auf der Wiesental-Strecke ein, will diese jedoch nicht als endgültige, sondern als kurzfristige Möglichkeit zur S-Bahn-Realisierung verstanden wissen. Im Kommunalwahlkampf will man sich mit den einzelnen Parteien in Arbeitsgruppen auseinandersetzen.

01. April 1994

Die Christen der evangelischen und katholischen Gemeinden begehen den Karfreitag in ihren Kirchen.

02. April 1994

Zufrieden zeigt sich Volker Trefzger bei der Jahreshauptversammlung des Reitvereins. 125 Mitglieder sind mittlerweile zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr kamen 26 Personen neu zum Verein. Bei den Wahlen erhielt der bisherige Vorsitzende weiterhin das Vertrauen.

Wie die IG Pro Schiene mitteilt, soll der Gütertarifpunkt Hausen-Raitbach mit dem Fahrplanwechsel geschlossen werden. Diese Entscheidung wird kritisiert, da dadurch zusätzlicher Verkehr auf die Straße kommt.

Die Tunnel-Brandversuche sind nicht vom Tisch. Dr. Alfred Haak von der STUVA meint, daß die Versuche lediglich ruhen.

Die Freien Wähler haben ihre Kandidatenliste für den Kreistag fertig. Die Spitzenposition übernimmt der Hausener Wolfram Müller. Auf dem zweiten Listenplatz kandidiert Henny Timmermann.

03. April 1994

Bis auf den letzten Platz ist die Stadthalle beim Schlager-Wettbewerb der TSG-Turner besetzt.

04. April 1994

Weiße Pracht am Ostermontag: Gersbach liegt unter einer geschlossenen Schneedecke von mindestens 10 cm.

Bei schlechtem Wetter treffen sich Boule-Spieler zum Oster-Turnier bei der Stadthalle.

Regenwetter begleitet am Ostermontag die »Eierdiebe« beim traditionellen Eierspringen in Eichen; aber auch in Wiechs hält man an der seit sechs Jahren wieder aufgenommenen Tradition fest.

05. April 1994

Mit einer Freikarte für das Schwimmbad ehrt Bürgermeister Klaus Fleck die erst 13jährige Schülerin Stefanie Schrank für ihre Südbadische Meisterschaft im Ringen. Die in Fahrnau wohnende und für den SG Eichen startende Sportlerin trainiert dreimal wöchentlich.

Ultimativ hat der SPD-Parteivorstand das Mitglied Karl Selz, dessen Frau und Dr. Ottmar Nübling, die alle für die Unabhängigen kandidieren, aufgefordert, die Parteibücher zurückzugeben. Man nennt den 08. April, ansonsten man gezwungen sei, umgehend ein Parteiausschlußverfahren in die Wege zu leiten. Dr. Jost Noller meint der BZ gegenüber, daß die SPD keinen einstimmigen Beschluß zur Rückgabe des Parteibuches von Karl Selz gefaßt habe; er zumindest habe dem nicht zugestimmt.

Die Unabhängigen verlangen, daß der Bürgermeister eine »Pflug«-Bilanz vorlegt.

06. April 1994

Zeugnisse eines Arbeiterbildungsvereins, der 1910 in Fahrnau sein 10jähriges Bestehen feierte, überreicht Hermann Wendland dem Stadtarchiv. Klaus Strütt durfte für das Archiv auch noch andere Dinge – u. a. Filme und Zeitungen – entgegennehmen.

Erneuter Wintereinbruch. Bis in die Niederungen der Stadt schneit es.

Gegen die Bebauungsplanänderung im »Lus« wollen nun Anwohner mobil machen. Sie möchten die fünfgeschossige Bauweise verhindern. Eine Unterschriftenaktion ist geplant.

Für 50maliges Blutspenden durfte Ortsvorsteher Max Ühlin den Gersbacher Ernst Frieder Schmidt ehren. Er ist der erste, dem diese Ehrung im Ortsteil zuteil wurde.

07. April 1994

Am kommenden Montag steht es im Gemeinderat zur Debatte. Heute schreibt die Presse, daß die Stadt beim »Pflug« einen Verlust von DM 578.000,- gemacht hat. Alleine der Brandschaden hatte sich auf DM 555.834,- belaufen. Wäre dieser Brand nicht gewesen, hätte die negative Bilanz für die Stadt lediglich DM 23.000,- ausgemacht.

Wolfgang Gorenflo vom Diakonischen Werk Schopfheim und Ehrenfried Barnet vom Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg starten eine Veranstaltungsreihe zum Thema »Partnerschaft und Familie«.

Der Seniorenrat Schopfheim unter dem Vorsitzenden Hermann Reinhard informierte sich dieser Tage beim Seniorenrat der Stadt Weil über dessen Aktivitäten. Der Schopfheimer Verein ist zwischenzeitlich gemeinnützig anerkannt und eingetragen.

Die Volksbank hat mit dem Umbau ihres Sitzes in der Bahnhofstraße begonnen.

Ab sofort können die Jahreskarten für das Schwimmbad, das am 08. Mai öffnen wird, bezogen werden.

Das Ordnungs- und Sozialamt hat den statistischen Jahresbericht 1993, aus dem interessante Daten der Bevölkerungsentwicklung zu entnehmen sind, veröffentlicht. Interessant ist auch, daß der Ortsteil Fahrnau in Kürze die 4.000-Einwohner-Grenze (ohne Kürnberg) überschreiten wird. Zahlen über Bauaktivitäten sind ebenso enthalten wie der städtische Wohnungsbestand. Daneben gibt es viele interessante Informationen zur Landwirtschaft und Fischerei, zu den Kindergärten und Schulen, zum Fremdenverkehr; eine Statistik, die jährlich nun schon seit einigen Jahren erscheint.

Landrat Rübsamen eröffnet den Recycling-Hof auf dem Gelände der ehemaligen Hanf-Union.

08. April 1994

Den Protesten gegen die »Lus«-Wohnbebauung schließen sich die Unabhängigen an.

Die Baugesuche für die »Schärers Au« liegen vor. Im Ortsbauausschuß wird man sich in der kommenden Woche mit dem Antrag der Bauherrengemeinschaft Rösner & Hupfer über den vorgesehenen Bau von 59 Wohnungen beschäftigen.

In Raitbach kennt Hilda Denner sich bestens aus. Nicht nur, weil sie im Dorf aufgewachsen ist, nein, sie trägt auch seit 20 Jahren täglich die Badische Zeitung aus. Die Zeitung ehrte dieser Tage die treue Mitarbeiterin, die bei Wind und Wetter morgens um 4.00 Uhr mit dem Austragen beginnt.

Die Arbeitslosenquote scheint den Höhepunkt überwunden zu haben. Im Februar lag die Arbeitslosigkeit noch bei 8,3%; nach den neuesten Zahlen des Arbeitsamtes ist sie Ende März auf 8,1% gesunken.

Im Rahmen eines Work-Shops beim Freien Center »Radio Dreyeckland« in Freiburg hat die Schopfheimer Initiative »Kanal Ratte« eine Eigenproduktion aufgenommen. Der Beitrag soll am 24. April gesendet werden.

Nach Mitternacht wurde ein Mann auf dem Gehweg an der Oberfeldstraße nach dem Sportplatz von zwei unbekannten Männern überfallen, zu Boden gezerrt und mit Faustschlägen verletzt. Vor einem herannahenden Auto flüchteten die Täter. Der Kraftfahrer half dem Überfallenen und informierte die Polizei.

09. April 1994

Es schneit bis in die Tallagen. In Gersbach liegt mittlerweile eine geschlossene Schneedecke von nahezu 30 cm.

Dem Ultimatum der SPD, die Parteibücher zurückzugeben, wollen sich Karl und Ursel Selz und Dr. Ottmar Nübling nicht beugen. Sie vermissen ein Votum der Mitglieder. Nur diesem wollen sie sich unterwerfen. Freiwillig folgen sie dem Vorstandsbeschluß nicht. Robert Zapp sieht keinen Anlaß, deswegen eine Mitgliederversammlung einzuberufen.

Zum 50. Todestag von Dr. Max Josef Metzger sendet der ostdeutsche Rundfunk Brandenburg im Fernsehen einen Beitrag über den Schopfheimer Märtyrer-Priester.

Zur 40. Jahreshauptversammlung treffen sich im »Sternen« die Mitglieder des »Sternen-Zinkens«. Zinken-Vogt Walter Meier meinte, die vergangene Fasnacht sei super gewesen, allerdings läßt man sich von der VON nicht kritisieren, weil in Schopfheim das Scheibenfeuer jeweils am Samstag abgebrannt wird.

10. April 1994

Die Museumsgesellschaft eröffnet eine Ausstellung von Adelheid Fink-Bürgin im Museum. Ergänzt wird die Schau, die Aquarelle und Scherenschnitte zeigt, durch Arbeiten ihres Vaters Gustav Bürgin, der in Schopfheim Hafner-Meister war.

Winterlich war die äußere Kulisse beim Frühlingskonzert des Gersbacher Musikvereins, bei dem Klaus Heidebrecht dabei für 25jähriges Musizieren geehrt wurde.

11. April 1994

Erstmals in drei Gruppen feiert die katholische Kirchengemeinde das Fest der Ersten Heiligen Kommunion.

Wie wichtig der Ortschaftsrat ist, wollten dieser Tage Langenauer Bürger bei einer Vorstellungsrunde der Freien Wähler wissen.

Zum siebten Male werden die Internationalen Orgeltage in Schopfheim in der Zeit vom 17. April bis zum 27. April 1994 stattfinden.

Mit der Parkraumfrage und der Verkehrsführung in der Innenstadt beschäftigt sich auch der Gewerbeverein. Etwa zwei Drittel der Kunden kommen mit dem Kraftfahrzeug zum Einkauf, da die öffentlichen Verkehrsmittel nur eine spärliche Struktur aufweisen.

Die Unabhängigen wollen so gut wie keine Plakatwerbung für die Kommunalwahlen vornehmen.

Das Nachtragsbaugesuch für den »Pflug« wird im Gemeinderat behandelt. Die Stühle für die Zuschauer reichen nicht aus. So stark war das Publikumsinteresse für die Gemeinderatsarbeit schon lange nicht mehr. Unbefriedigend war, so der überwiegende Tenor bei den Räten, das vorgelegte Nachtragsbaugesuch. Frau Blümle wendet sich auch dagegen. Sie meint, dieser Nachtrag würde keine Verbesserung, sondern eher eine Verschlechterung nach sich ziehen. Klar wird, daß die Laden- bzw. die Verkaufsflächen reduziert und die Wohnflächen erhöht werden müssen. Unklar bleibt noch, ob ein zweites Tiefgaragendeck realisiert wird. Ebenso unklar blieben auch einige Fassadenpläne, die zuerst mit Architekt Wilhelm abgestimmt werden müßten, bevor dem Investor und dessen Architekten grünes Licht gegeben wird. Die Fragen zur Fassade und zur Tiefgaragenerweiterung müssen geklärt und dem Gemeinderat in der nächsten Sitzung vorgelegt werden. Beschlüsse wurden keine gefaßt.

In der gleichen Sitzung nimmt der Gemeinderat die Abrechnung für die »Pflug«-Kosten zur Kenntnis. Klaus Kochendörfer von den Unabhängigen meinte in der Fragestunde, der Gemeinderat möge die Zahlen nicht zur Kenntnis nehmen. Diesen Gefallen tat ihm jedoch das Gremium nicht. Die Abrechnung des Bürgermeisters, der von einem Defizit von DM 578.000,- ausgeht, wurde durch verschiedene Beiträge ergänzt. Robert Zapp will insbesondere auch die kalkulatorischen Zinsen eingerechnet wissen. Außerdem möchte er, daß der städtebauliche Wettbewerb in die Rechnung aufgenommen wird. Stadtrat Horn meinte schließlich: »Man sollte sich dazu bekennen, daß die von Herrn Zapp genannten Zahlen mit einem Verlust von von DM 2 Mio. auf dem Tisch liegen. Es besteht kein Grund, sich dieser Zahlen zu schämen, da es Investitionen in die Zukunft der Stadt sind«. Der Bürgermeister vergleicht die Sanierungsausgaben in der Altstadt und im »Bifig« mit denen des »Pflugs«. Dort hatte die Stadt ebenfalls einen Sanierungsaufwand von DM 8 Mio. getragen.

Weder CDU noch SPD wollen die Aufhebung der Geschwindigkeitsreduzierung in Langenau akzeptieren. Sie fordern im Gemeinderat, daß in der Ortsdurchfahrt weiterhin Tempo 40 erhalten bleibt. Daneben fordert die SPD das Aufbringen eines Flüster-Belages.

12. April 1994

Der Winter hat tatsächlich seinen Einzug gehalten. Es schneit erneut bis in die Stadt.

Wohlbehalten kommt das Schopfheimer Krankenhaus-Team, das im Norden Pakistans zu Operations-Einsätzen unterwegs war, nach Schopfheim zurück.

Anläßlich einer Besichtigungstour bemängelt der Ortschaftsrat den katastrophalen Zustand der Eichener Ortsstraßen.

Seit sieben Monaten ist der 18jährige Pekinger Hotel-Fachschüler Feng Lei in der Lehre bei »Sonnenwirt« Alfred Schmidt. Lei ist einer von 20 Auszubildenden, die sich im »Ländle« von den Gastronomen in die Feinheiten der Badischen Küche einführen lassen. Erst wieder in Freiburg ist ein weiterer chinesischer Praktikant tätig.

Das Gebäudereinigungsunternehmen Drefs feiert das 25jährige Firmenjubiläum.

Die SPD veranstaltet ein Verkehrsforum zur künftigen Innenstadtsituation. Fazit: Man will die Kraftfahrzeuge aus der Stadt heraus haben. Für Fußgänger und Radfahrer soll die Innenstadt attraktiver werden. Es muß eine Mitte entstehen, die die Altstadt integriert und diese damit aufwertet und mit dem Zentrum verbindet. Vorgestellt wurde bei diesem Forum auch das Ergebnis der wenige Tage zuvor durchgeführten Verkehrsbefragung der SPD. Danach halten rund zwei Drittel der Befragten, von denen immerhin 53% mit dem Auto zur Stadt fahren, eine Fußgängerzone für positiv. 17% zeigen sich skeptisch, während 19% dagegen sind.

Rosemarie Banholzer liest auf Einladung der Muettersproch-Gsellschaft in See-Alemannisch.

13. April 1994

Die Auszubildenden der Stadtverwaltung und der städtischen Kindergärten sind auf Vermittlung der CDU-Politikerin Ortrun Schätzle drei Tage in der Bundeshauptstadt Berlin, um sich vor Ort politisch zu informieren. Verschiedene Gespräche in Ministerien und der Besuch des Reichstages runden den Besuch ab.

14. April 1994

In der Fragestunde des Ortsbauausschusses meint Karl Selz, daß die Planung für die »Schärers Au« überzogen sei.

Unverhofften Geldsegen erfährt die Stadt. Dieter Spöri, der Wirtschaftsminister, sagt weitere DM 400.000,- Landeszuschüsse für die verkehrsberuhigte Innenstadt zu.

Der Bauausschuß befindet, daß die Baukonzeption auf »Schärers Au« noch nicht abgesegnet werden könne. Die vorgesehene Bebauung erscheint vielen Ausschußmitgliedern als zu massiv. Man wird nun im Gemeinderat noch einmal darüber zu sprechen haben.

15. April 1994

Die GRÜNEN (nunmehr Bündnis 90/DIE GRÜNEN) nominieren ihre Kandidaten für die Kommunalwahlen. Man erhofft sich drei bis vier Sitze im Gemeinderat. In der Kernstadt führt Ehrenfried Barnet die Gruppe an, in Fahrnau Ingrid Steven. Insgesamt nominieren die GRÜNEN 14 Kandidaten. Deutlich wird bei dem Nominierungsverfahren auch, daß Dr. Eva-Maria Jopski nicht mehr für den Kreistag kandidieren wird.

Seit dem Gründungsjahr 1968 steht Karl Friedrich Pfeiffer an der Spitze der Schopfheimer Philatelisten. Bei der Generalversammlung wählte der Briefmarkensammlerverein ihn erneut in das Ehrenamt.

Verdiente Mitglieder durfte Alfons Lienhardt bei der Jahreshauptversammlung des VdK-Ortsverbandes ehren. Es war die erste Hauptversammlung seit der Fusion mit dem Ortsverband Fahrnau.

16. April 1994

Gut besucht war das Frühjahrskonzert im 180. Jubiläumsjahr der Stadtmusik Schopfheim. In der Stadthalle führte Dirigent Max Lehmann sein Ensemble souverän durch einen Blasmusik-Abend auf hohem Niveau.

In einer Pressemitteilung würdigt Ministerpräsident Erwin Teufel den Schopfheimer Priester Dr. Max Josef Metzger, der vor 50 Jahren in Brandenburg hingerichtet wurde.

Auf eine BZ-Anfrage hin meint Kurt Menter, Leiter der Bibliothek, daß seit Januar die Ausleihzahlen um 15% abgenommen haben.

Die SPD sieht bei einer Sitzung in Gersbach die offene Landschaft als wichtigsten Zukunftsfaktor für den Ortsteil. Als sehr bedeutend wird dabei die Fleischdirektvermarktung erachtet. Man wird auch weiterhin initiativ sein und in Zukunft entsprechende Projekte unterstützen.

Zum ersten Mal hält der Turnverein Wiechs in neuen Vereinsheim am Höhli-Platz seine Generalversammlung ab. Das Haus entstand mit 5.000 freiwillig geleisteten Stunden in Eigenarbeit. Dabei konnte Jan Schipper voller Stolz die Mitglieder begrüßen und zum neuen Haus beglückwünschen. Das Amt des 2. Vorsitzenden übernahm Reinhold Klingele von Armin Scherer.

Mit einem großen Artikel gedenkt man im MT des 50. Todestages von Dr. Max Josef Metzger.

17. April 1994

Wolfgang Stockmeier aus Köln eröffnet mit seinem Konzert die diesjährigen Internationalen Orgeltage. Mit Improvisationen über vor Ort gestellte Themen sowie Werken von Johann Sebastian Bach, Johann Ludwig Krebs und Max Reger begeisterte er seine Zuhörer, die ihm dafür verdienten Beifall spendeten.

Mitglieder des katholischen Kirchenchores und der Pfarrgemeinde aus der Partnerstadt Poligny sind zu Gast beim Schopfheimer Chor der St. Bernhards-Kirche. In gemütlicher Runde begrüßte Albrecht Kordeuter die Freunde aus Frankreich, mit denen auch Pfarrer Roger Perrin nach Schopfheim gekommen war.

18. April 1994

Gästemangel herrschte bei der Vorstellung der CDU/FWV-Kandidaten in der Eichener Hülschenmatthalle. Kurt Härzschel wünschte sich einen fairen Wahlkampf und forderte insbesondere die Unabhängigen auf, mit offenen Karten zu spielen. Es sei unerträglich, wenn man praktisch gegen zwei SPD-Listen antreten müsse. Gleichzeitig warnt der Fraktionsvorsitzende vor einer autoritären Innenstadt.

Für eine Stärkung der Ortsteile treten die Unabhängigen in Gersbach ein. Die Gersbacher unterstrichen dabei die Forderungen nach einer Halle und bemängelten den immer schlechter werdenden Zustand der Straßen.

Joachim Laempe erhielt eine Einladung des Ministerpräsidenten Erwin Teufel, mit einer 80köpfigen Delegation aus Baden-Württemberg nach China zu reisen.

Für 40maliges Blutspenden ehrte dieser Tage Ortsvorsteher Schmitt Uta Vollgärtner.

Bei der Ortschaftsratssitzung Langenau vor einigen Tagen beschlossen die Räte, am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« teilzunehmen. Raitbach lehnte eine Teilnahme hingegen ab.

Auf positive Resonanz stößt der Jahresbericht des Bibliothekars Kurt Menter beim Hauptausschuß. Die Entwicklung dieser Bildungseinrichtung ging bis Ende 1993 weiter nach oben.

Das Bernhard-Theater aus Zürich gastiert mit dem »Kleinen Prinzen« von Antoine de Saint-Exupéry in der Stadthalle.

19. April 1994

Die zweite Tiefgaragenebene im »Pflug« kommt wohl nicht zustande. In einem Gutachten werde davon abgeraten, teilt Bürgermeister Fleck der Presse mit.

20. April 1994

Im Ortschaftsrat Wiechs spricht man über die Planung des »Freizeitgeländes« beim Höhli-Platz. Neben einem Kinderspielplatz besteht auch der Wunsch nach Tennisplätzen. Allerdings ist deutlich zu erkennen, daß deren Realisierung nicht zu Lasten eines genormten Sportplatzes gehen darf.

Kurt Härzschel sieht sich in der Presseberichterstattung falsch zitiert. Er meint, daß er nicht davon gesprochen habe, praktisch zwei SPD-Listen zu haben, vielmehr habe er betont, daß man zwei Listen mit Spitzenkandidaten der SPD habe.

Für 25jährige Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst ehrte dieser Tage der Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, Bayerhofer, in Schopfheim Antonia Luigia Montesu, die seit 1965 am Krankenhaus in Schopfheim beschäftigt ist. Daneben durfte Dr. Winfried Faust, der seit 1974 Chefarzt der Anästhesie-Abteilung ist, die Ehrung für 25 Jahre im öffentlichen Dienst entgegennehmen.

»Verkehr, mobil in Baden-Württemberg«: Eine Ausstellung mit diesem Titel wird in der Stadtbibliothek eröffnet. »Die Information, die diese Ausstellung bietet, paßt als optische Demonstration hervorragend zum Pilotprojekt ›Mobiles Schopfheim‹«, meint Bürgermeister Fleck in seiner Begrüßung.

Eltern und Schüler der Fahrnauer Grundschule treffen sich in der »Grienmatt« zu einer Baumpflanz-Aktion am Gewerbekanal. Unter fachlicher Anleitung von Frau Dr. Noack gruben die Schüler Pflanzlöcher und befestigten Bäume. Unterstützt wurden sie durch Rektor Fetscher und den Elternbeiratsvorsitzenden Jürgen Vetter.

Martin Gotthard Schneider, Orgelprofessor aus Freiburg, gestaltete das zweite Konzert der Internationalen Orgeltage mit kontrastreichen Orgel-Improvisationen.

21. April 1994

Wiechs will am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« auch dieses Mal nicht teilnehmen.

In der Verbandsversammlung des Abwasserverbandes werden nicht nur der Wirtschaftsplan 1994 und der Rechenschaftsbericht 1993 ver

abschiedet, die Bürgermeister der Verbandsgemeinden sind sich auch darüber einig – so in ihrer Sitzung in Steinen –, daß sie dem Land gegenüber keine Angaben zur Regenwasserabgabe machen werden; sie betrachten dieses Gesetz als »Beschäftigungstherapie« und deshalb als absolut kontraproduktiv. Die Annahme ist, daß alleine DM 25.000,- aufgebracht werden müßten, um zu erkennen, daß keine Abgaben entrichtet werden müssen. Damit sei das Lenkungsziel dieses Gesetzes völlig verfehlt.

22. April 1994

Die »Hexen« des Gündenhausener »Hexen-Zinkens« halten bei ihrer Jahreshauptversammlung Rückblick auf das vergangene Jahr. Es wurde viel gearbeitet, jedoch kam auch das Vergnügen nicht zu kurz, erfährt man aus dem Pressebericht.

Henny Timmermann feiert für ihre Aktion »Brillen für die Dritte Welt« ein Jubiläum: dieser Tage sammelte sie die 50.000. gebrauchte Brille. Seit 1981 ist sie hierfür tätig und vermittelt die Sehhilfen zu Pater Meier ins Elsaß, der sie dann weiterleitet.

Bei der Generalversammlung wies man beim »Schlattholz-Zinken« auf das 25jährige Jubiläum hin. Fast beiläufig erwähnte Zinkenvogt Joachim Steinebrunner diesen Anlaß, gleichzeitig sei dies auch der Grund, weshalb man die Versammlung auf einen Freitag gelegt habe. Bei den Wahlen erfuhr er einstimmig die Bestätigung.

23. April 1994

Den letzten Spieltag der Saison bestreiten die Handballerinnen. Sie haben nunmehr den Aufstieg in die Oberliga Südbaden mit einem letzten, standesgemäßen Sieg gegen Pfullendorf mit 15 : 10 in der Tasche. Den Wünschen des Abteilungsleiters Gernot Lay für die neue Saison schloß sich auch Bürgermeister Klaus Fleck an, der den Handballer-Damen einen Scheck überreichte.

CDU und FWV befassen sich mit dem Weiterbau der Umgehungsstraße. Für die Übergangszeit von etwa einem halben Jahr will man an der bereits beschlossenen Zwischenlösung, den Verkehr über die Kürnberger Straße zu leiten, festhalten. Entscheidend ist aber, daß die Verkehrssicherheit dort gewährleistet wird.

Auf die gute Zusammenarbeit mit Ämtern, Kirchen und anderen Institutionen, aber auch untereinander wird anlässlich der Generalversammlung des Kinderschutzbundes hingewiesen. Die Bandbreite der Tätigkeiten reicht vom Babysitten über Hausaufgabenbetreuung und Sprachförderung, über die Vermittlung von Tagesmüttern bis hin zum Sommerferienprogramm. 1995 wird wird der Verein 10 Jahre alt, er zählt derzeit 120 Mitglieder, wovon 29 Mitarbeiterinnen des Kinder- und Jugendtelefons sind.

Sieben Autoren und eine Autorin treffen sich im Museumskeller zur Abschlußlesung im Rahmen der Schopfheimer Mundart-Literatur-Werkstatt.

Zum Doppelkonzert lädt der Musikverein Fahrnau in die Stadthalle ein. Mit von der Partie ist der Musikverein Ebersbach. Ulrich Winzer hat für den ersten Programmteil der Fahrnauer Musiker das Motto »Afrika« gewählt.

24. April 1994

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche begeht man den 50. Todestag des Märtyrer-Priesters Dr. Max Josef Metzger. Anschließend referierte in einer Feierstunde zu Ehren des am 17. April 1944 hingerichteten Priesters der Weingartner Theologie-Professor Rupert Feneberg. Er bezeichnete Metzger als einen Menschen, dem die Bergpredigt Christi als Wegweiser gedient habe. Seine Worte schloß er damit, daß sich Metzger heute wohl den in der Kirche Abseitsstehenden widmen und deren Beweggründe, warum sie sich von der Kirche entfernten, ergründen würde.

Keine guten Noten bekommt der geänderte Bebauungsplan »Schärers Au« von der SPD. Gravierende Mängel machen die Genossen aus.

Die Schopfheimer Modellflieger zeigen in einer Ausstellung im katholischen Gemeindehaus 80 flugtaugliche Objekte.

Prominente Gäste treffen in der Stadthalle ein, um Ortrun Schätzle zu ihrem 60. Geburtstag zu gratulieren. Nahezu 400 Personen, unter ihnen der CDU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Wolfgang Schäuble, fanden den Weg nach Schopfheim.

In der katholischen Stadtkirche gibt Josef Rafaja aus Prag ein Orgelkonzert im Rahmen der Internationalen Orgeltage.

25. April 1994

Die Verwaltung in eine neue Struktur bringen, die Rolle zwischen Verwaltung und Gemeinderat neu formulieren möchte der Bürgermeister. Er stellte seine Vorstellungen, die von der Verwaltung zu Papier gebracht wurden, dem Gemeinderat vor. Deutlich sprechen die Fraktionen aus, daß dies nur funktioniere, wenn der Gemeinderat Vertrauen in die Verwaltung setze.

Manfred Kaiser übergibt während der Gemeinderatsitzung 180 Unterschriften gegen die »Lus«-Bebauung. Es soll nun eine Informationsveranstaltung für die Bürger abgehalten werden. Ob allerdings etwas geändert werden kann, ist fraglich, denn am 13.09.93 ist eine Vereinbarung mit dem Grundstückseigentümer über die künftige Bebauung getroffen worden.

Bürgermeister Fleck will der Bürokratie den Kampf ansagen. Als Erfolg sieht er an, daß sich die Stadt gegen die Einrichtung einer Koordinationsstelle für soziale Dienste gewehrt hat, da dies nur Kosten verursache und keinen größeren Nutzen bringe. Die Landesregierung ließ nun die Forderung fallen. Dieselbe Verweigerungshaltung will man nun zur Regenwasserabgabe einnehmen. DM 15.000,- soll Schopfheim aufbringen, nur um zu beweisen, daß man abgabefrei ist. Dem widersetze er sich und nehme die Konsequenzen in Kauf, meint der Bürgermeister.

Bei der F.D.P.-Mitgliederversammlung wurden die Kreistagskandidaten für den Wahlkreis IV gekürt. Prof. Dr. Gerold Blümle führt die Liste an.

26. April 1994

Für das Mitmachen beim Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« meint man im Kürnberger Ortschaftsrat, sei es noch zu früh.

»Die Palästinenserin«, ein zeitnahes Stück von Joshua Sobol, wird mit Anja Kruse in der Titelrolle auf Einladung des Kulturrings in der Stadthalle gegeben.

Im MT schreibt der Berichterstatter über den Vortrag von Prof. Feneberg, daß Metzger gemeint habe, der Krieg würde die Bergpredigt vorübergehend außer Kraft setzen. Diese Darstellung des Rezensenten ist völlig falsch, denn diese Meinung vertrat nicht Metzger, sondern der spätere Münchener Erzbischof Faulhaber.

27. April 1994

Beim Erste Hilfe-Wettkampf in Engen wurde das Schopfheimer DRK-Team mit seinem Ausbilder Lothar Weinbrechtinger Sieger.

Einhellig beschloß der Ortschaftsrat Eichen, am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« teilzunehmen.

Der Projektausschuß für den Modellversuch »Mobiles Schopfheim« tagt zum zweiten Mal. Anfang Juli soll eine groß angelegte Frage-Aktion unter 4.000 Bürgern erfolgen. Die Frage, wer mit welchem Verkehrsmittel zu welchem Zweck wohin fährt, wird dabei zu klären sein.

Forstpräsident Lauterwasser, Forstdirektor Dr. Rieger, Bürgermeister Fleck und einige Gemeinderäte sowie Verwaltungsleute nehmen an der Waldbegehung des Forsteinrichtungswerkes teil. Frau Runkel von der Forstdirektion Freiburg war zuständig für die vorausgehende Taxation der Wälder.

Beim letzten Konzert der Internationalen Orgeltage konzertiert Christopher Herrick aus London in der evangelischen Stadtkirche.

28. April 1994

Wie jeden Monat treffen sich die Senioren im Kleinen Saal der Stadthalle zum Tanz.

Der Gemeindewahlausschuß beschließt über die Zulassung der eingegangenen Wahlvorschläge für die Kommunalwahlen. Eine Überraschung war die kurzfristige Einreichung einer Kürnberger Ortschaftsratsliste mit einem Kandidaten unter dem Namen PLOR. Insgesamt 107 Bewerber werden zur Wahl zugelassen.

Nicht mehr so massiv wie bisher empfand der Bauausschuß die geänderte Planung auf »Schärers Au«. Der Gemeinderat soll nun endgültig über die Bebauung entscheiden.

29. April 1994

Der EDEKA-Markt im Hochhaus an der Schlattholzstraße schließt zum Ende dieses Monats.

Mit dem Geschäftsjahr, dem 150. Jubeljahr, kann die Sparkasse Schopfheim – so Direktor Dr. M. Neubauer – zufrieden sein. Auf drei Dinge achtet die Sparkasse besonders: Man legt größten Wert auf Pflege und Schulung der Mitarbeiter bei hohem Ausbildungsstand, auf fortschrittliche Technik und auf den Ausbau der Hauptstelle. Das Geschäftsvolumen der Bank erhöhte sich um 9,3% auf DM 617,8 Mio. Die Bilanzsumme beträgt DM 577,3 Mio.

Fritz Streule wurde bei der 46. Generalversammlung der Wibufa einstimmig als Präsident bestätigt.

Zu einem schweren Verkehrsunfall kommt es am Fahrnauer »Hirschen«-Dreieck. Ein 11jähriger Junge wird schwer verletzt; er hatte mit seinem Fahrrad die Vorfahrt einer Kraftfahrerin nicht beachtet.

30. April 1994

Eine gemeinsame Übung von Feuerwehr, DRK, Katastrophenschutz und THW wurde beim »Tannenhof« in Schweigmatt organisiert.

Unter der Rubrik »Leute im Verein« stellt die Badische Zeitung heute den in Langenau lebenden Karl-Heinz Schirmeier vor. Ende der Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre war er, der heute die Langenauer Jedermänner trainiert, deutscher Spitzen-Leichtathlet. In mehreren Länderkämpfen startete er für Deutschland.

Dieser Tage verabschiedeten sich 16 rumänische Schülerinnen und Schüler einer 11. Klasse der Partnerschule in Klausenburg nach einem 14tägigen Besuch in Schopfheim.

Die Feuerwehr in Gersbach erstellt einen Maibaum.

Die IG Pro Langenau will weiterhin Aufschlüsse über die Deponie Scheinberg. Man ist enttäuscht, daß der Eigenbetrieb Abfall bisher keine Pläne veröffentlich hat, wie beispielsweise bei Bränden die Bevölkerung vor toxischen Belastungen in Boden und Luft geschützt werden soll. In jüngster Zeit, so verlautbart die IG, habe es mehrere Schwelbrände auf der Deponie gegeben, u.a. auch einer, der nur schwer habe gelöscht werden können. Die Sickerwassertemperatur sei dadurch bedingt oft auf 45 bis 56 Grad gestiegen.

Eugen Herzog schreibt den Schopfheimer Freunden das Neueste aus der Partnerstadt. So berichtet er über eine Ausstellung zum 800. Jubiläum des Clarissen-Klosters, aber auch über eine Unsportlichkeit auf dem Sportplatz. Die Reibereien auf dem Fußballfeld erstreckten sich bis in den Duschraum, wobei Polignys Trainer vom Torwart der gegnerischen Mannschaft einen so starken Schlag auf den Hinterkopf bekommen hat, daß er ohnmächtig zu Boden stürzte und vom Notarzt ins Krankenhaus Dôle transportiert werden mußte.

01. Mai 1994

Nur wenige Schopfheimer beteiligen sich an den Veranstaltungen der Gewerkschaften. Mehr Menschen zieht es auf Schusters Rappen durch die Landschaft. An manchen »Erfrischungsstellen« wird ein Maitrunk genommen.

Auf dem Hundesportplatz an der Wiesenbrücke in Fahrnau werden Hundehalter und ihre Vierbeiner geprüft. Der Vorsitzende, Hans Schickle, freute sich über die erbrachten Leistungen und ehrte den Sieger der Schutzhunde-Prüfung III, Christian Binoth mit seinem Hund.

02. Mai 1994

Die Altenbegegnungsstätte müsse mehr für Senioren zur Verfügung stehen, meint der Stadtseniorenrat. Senioren der Parteien, solche von Firmen müßten sich getrennt in diesen städtischen Räumen treffen können.

03. Mai 1994

Nachdem es Terminschwierigkeiten zwischen »Holzrock« und Reitturnier, die beide gleichzeitig im Sengelen stattfinden sollten, gegeben hat, haben die »Irrlichter« eingelenkt und ihr Rock-Konzert eine Woche vorverlegt.

Trotz des derzeitigen Schwebezustandes möchte das Schopfheimer THW eine Jugendgruppe aufbauen. Dies wurde bei der Mitgliederversammlung deutlich.

Die IG Pro Langenau zeigt sich in Sachen Tempo 40 in der Ortsdurchfahrt kampfbereit. Sollten die Schilder demontiert werden, kündigt man bereits eine Blockade der Ortsdurchfahrt an.

Die F.D.P. möchte die Regio-Karte schon heute, denn es soll ein Anreiz gegeben werden, vom Auto vermehrt auf die Schiene umzusteigen. Zusätzliche Haltepunkte und ein akzeptabler Preis, die Schaffung von Park-an-Ride-Plätzen würde die Attraktivität erhöhen. Schopfheim dürfe nicht zur Umgehungsstadt werden, wird weiter gesagt. Die F.D.P. meint auch, wenn sie in der Kommunalwahl nicht antrete, bedeute dies nicht, daß sie sich vor der Mitarbeit drücke.

Im Kreise zahlreicher ehemaliger und heutiger Spieler feierte die Badminton-Abteilung des TSG ihr 25jähriges Jubiläum. Inoffiziell gilt das Jahr 1969 unter dem ersten Abteilungsleiter Walter Bernauer als Gründungsjahr.

Vor einigen Tagen trafen sich die »Enninger« zur Jahreshauptversammlung. Das Fazit von Anton Weber war kurz und positiv. Er wurde für zwei Jahre im Amt bestätigt.

Der Kinderschutzbund lädt zur Vorlesestunde in die Stadtbibliothek ein.

30 Mitglieder des Gewerbevereins treffen sich zur Generalversammlung. Drei »Dauerbrenner«, so Dr. Wieland, bleiben dem Verein: Das innerstädtische Verkehrskonzept, die Umgehungsstraße und die »Pflug«-Areal-Einzelhandelspläne. Man lehnt die reine Fußgängerzone ab, Autos sollen im Schritt-Tempo die Innenstadt weiterhin ansteuern können. Selbst wenn nur noch 9 Läden mit 2.000 qm Verkaufsfläche im »Pflug« blieben, sei dies ein Sprung nach vorne, denn Schopfheim dürfe keine Schlafstadt werden. Der scheidende Vorsitzende, Werner Bühler, berichtete von acht Abmeldungen und fünf Neuzugängen des Vereins, sodaß derzeit die Mitgliederzahl bei 119 liegt. Werner Bühler und Wolfgang Lenz scheiden aus dem Vorstand aus, der auf zwei Jahre gewählte neue Vorstand besteht aus Dr. Thomas Wieland, Barbara Weber und Klaus Malnati.

Eine von Grundstücks-Anliegern im »Lus« organisierte Informationsveranstaltung stieß auf großes Interesse. Auch der Bauherr, Jörg-Uwe Sanio, war anwesend und erläuterte aus seiner Sicht die vorgesehene Bebauung. Die Stadt will in einer Bürgerversammlung am 25. Mai über das Bauvorhaben informieren.

04. Mai 1994

Obwohl dieser Tage bei der Generalversammlung der »Eiemer Seewicht« kein Vorsitzender gewählt worden war, blickt man zuversichtlich ins neue Jahr. Sabine Sutter leitet die Maskengruppe nun kommissarisch.

Die IG Pro Schiene möchte die Bahnanbindungen ins Wiesental noch wesentlich verbessert wissen. Bei einigen Zugverbindungen, insbesondere in den Abendstunden, sei der derzeitige Zustand untragbar.

Auf Hochtouren laufen die Arbeiten im Schwimmbad, das am Sonntag die Pforten öffnet. Aufgrund der schönen Witterung liegt die Wassertemperatur schon bei 22 Grad.

Zu einem »Runden Tisch« laden die Unabhängigen zum Thema »Innenstadtverkehr« ein. Einvernehmen besteht darin, daß alle die Verkehrsberuhigung der Innenstadt wollen, nur der Weg dorthin ist unterschiedlich. Die Unabhängigen sehen in der Verkehrsplanung eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre, bei der ein Kompromiß zwischen den unterschiedlichen Interessen zu suchen sein wird.

Die Tischtennis-Abteilung des SVS wird den Landesliga-Platz mit der »Ersten« nicht einnehmen. Man geht freiwillig in die Bezirksklasse zurück, da durch Abgänge und Ende der Sportkarriere das Kader geschwächt wurde. Man ist jedoch optimistisch, mittelfristig einen Neuaufbau, insbesondere aus dem Schülerbereich, zu erreichen.

Im Narrenkeller trifft sich der »Auma-Zinken« zur Generalversammlung, bei der Ilona Jahns in ihrem Amt bestätigt wird.

Nachdem die erste Generalversammlung des »Hammer-Zinkens« vor wenigen Wochen tumultartig zu Ende gegangen war, wurde nun eine zweite Sitzung notwendig. Enrico Blokbergen und Joachim Steinebrunner vom »Schlattholz-Zinken« leiteten die Wahl und konnten Horst Attinger im Auftrag des »Hammer-Zinkens« zum Ehren-Zinkenvogt ernennen. In geheimer Wahl erfuhr schließlich Michael Zeiher mit einer Zweidrittel-Mehrheit das Vertrauen zum neuen Zinkenvogt.

05. Mai 1994

Seit 25 Jahren ist Edith Brögin bei der Geschäftsstelle der BZ in Schopfheim tätig. In einer kleinen Feierstunde wurde dieses Jubiläum gewürdigt.

Auf 25 Jahre Mitarbeit bei der Allianz-Versicherung konnte dieser Tage Wolfgang Lenz zurückblicken.

Der Kraftsportverein Gersbach (KSV) wirbt um Nachwuchs-Ringer.

Eva-Maria Berg liest in der Stadtbibliothek.

06. Mai 1994

Beim »Runden Tisch«, den der Stadtseniorenrat dieser Tage veranstaltet hat, sprach man über die Einrichtung der IAV-Stelle. Anwesende Gemeinderäte und Sozialamtsleiter Heinz Klemm halten eine solche Stelle für notwendig. Dazu erhofft man sich die Unterstützung der Stadt. Die Stelle soll die sozialen Angebote koordinieren.

Im ehemaligen EKATO-Gebäude an der Hauptstraße eröffnen heute Dorothea und Bernhard Bächle ein Radsport-Geschäft mit Verkauf und Werkstatt.

07. Mai 1994

Das Schopfheimer Scala-Kino ist mit seinen Filmen aktuell. In den nächsten Tagen läuft »Schindlers Liste« von Steven Spielberg. In der Ankündigung des Films publiziert das MT Passagen aus einem Brief eines jüdischen Mitbürgers aus Schopfheim, der in einem Lager in Südfrankreich geschrieben worden war.

Die CDU und die Freien Wähler fordern Gemeinderat und Stadtverwaltung auf, eine Resolution zum Erhalt des Tarifverbundes Hausen-Raitbach zu verabschieden. Damit soll die Schließung des Güterverkehrspunkts verhindert werden.

An die Deportation von 53 Menschen aus Poligny am 17. April 1944 erinnert Eugen Herzog in seinem Monatsbrief. Über Clairvaux, Lons-le-Saunier und Lyon kamen die Gefangenen ins Lager Compiègne; von dort dann nach Buchenwald und Nordhausen. Maurice Choquet, selbst einer, der im Alter von 17 Jahren damals deportiert wurde, legte einen Kranz nieder. Nach ihm ergriff auch Bürgermeister Collin das Wort, bevor die Stadtmusik von Poligny die Nationalhymne spielte.

Die Narrenzunft zieht bei ihrer 59. Generalversammlung Bilanz. Enrico Blokbergen zeigte sich über das abgelaufene Jahr sehr erfreut.

08. Mai 1994

Das Schwimmbad öffnet bei 18 Grad Außentemperatur und 21 Grad Wassertemperatur die Pforten.

Mit der Eröffnung des Schwimmbades wird auch für die DLRG eine lange Arbeit zu Ende gebracht. Bernhard Springmann konnte Heiner Achstaller, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe der DLRG, das neue Heim am Schwimmbad symbolisch überreichen. Klaus Fleck betonte, daß die DLRG gezeigt habe, was ein intakter Verein leisten kann; denn mit 2.700 Stunden Eigenleistung konnte das Haus errichtet werden.

Den Muttertag nutzte die Bäckerei Fritz Trefzger, die das 40jährige Jubiläum feiert, um rekordverdächtig zu werden. Eine Biscuit-Torte in Form eines Herzens wurde zugunsten der AWO und des Vereins krebskranker Kinder gebacken. Ortrun Schätzle, MdB, und Umwelt-Staatssekretär Peter Reinelt, MdL, ließen es sich neben Bürgermeister Fleck nicht nehmen, dem guten Zweck zu dienen und Kuchen zu verkaufen. Das Herz selbst maß eine Länge von 6 m 30 cm und eine Breite von 6 m 50 cm. Fritz Trefzger jun. hofft nun, daß es reichen wird, um in das Guiness-Buch der rEkorde eingetragen zu werden.

Moderne Melodien intonieren die Musiker des Musikvereins Wiechs bei ihrem Frühlings-Konzert unter der Leitung von Max Lehmann.

09. Mai 1994

Das Änderungs-Baugesuch für den »Pflug« passiert den Gemeinderat problemlos. Lediglich Dr. Noller und die F.D.P.-Stadträtin Roswitha Blümle enthielten sich der Stimme. Es wird nun eine eingeschossige Tiefgarage mit 156 Stellplätzen geben. Aus Kostengründen, so der Bürgermeister, sei die zweite Tiefgaragen-Ebene nicht realisierbar.

Die Wortmeldung Klaus Kochendörfers in der Bürgerfragestunde war dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Robert Zapp zuviel. Die lange Rede und Deklamation des Unabhängigen-Kandidaten wollte er nicht weiter dulden, da der Gemeinderat keine Möglichkeit habe, zu antworten.

11. Mai 1994

Première im Museumskeller hat die Theatergruppe TIKK (Theater Im Kleinen Kreis) mit Galgenliedern, Gedichten und Texten von Christian Morgenstern.

Der Gemeinderat segnet auch die Pläne für die Bebauung »Auf Schärers Au« ab. In der Bürgerfragestunde wollte Karl Selz von den Unabhängigen die Bebauung noch verhindern. Er meinte: »Die Ecke wird doch zubetoniert«.

Einmütig verabschiedet der Gemeinderat die Resolution gegen die Schließung des Güterbahnhofs Hausen-Raitbach.

Keine Erhebung wird die Stadt für die Regenwasser-Abgabe vornehmen. Die Kosten hierfür hätten bei DM 10.000,- gelegen, so der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung. Mit aller Wahrscheinlichkeit muß die Stadt nichts bezahlen. Da der Aufwand in keinem Verhältnis zum Erfolg steht, will der Gemeinderat eher ein Bußgeld in Kauf nehmen, als die Arbeit zu finanzieren.

13. Mai 1994

Die Unabhängigen regen an, in den Kindergärten die französische Sprache spielerisch zu vermitteln.

Zur 35. Generalversammlung der Verkehrswacht kamen dieser Tage die Mitglieder zusammen. Dabei forderte die Schopfheimer Organisation die 0,5-Promille-Grenze.

14. Mai 1994

In Gersbach ist Weide-Auftrieb.

Zum vierten Mal hat Gerhard König den Platz zwischen Museum und Alter Kirche belegt. Er arbeitet dort unter freiem Himmel an einer Holz-Skulptur.

Durch die Arbeiten am Gewerbekanal bei der abgebrochenen Hülsenfabrik Herbster gab es Wassereinbrüche im Wohnhaus von Dr. Schwoerer. Monatelang ging der Streit um die Verursachung hin und her; nun haben sich der Grundstückseigentümer und die Stadt geeinigt, bevor die Gerichte zu entscheiden hätten. Allerdings, das Mühlrad der Ölmühle Kaucher kann derzeit nicht betrieben werden, weil durch die Kanalveränderungen die Sohlrampe zu schnell ist.

Überraschend eindeutige Trends ergab die SPD-Umfrage zur innerstädtischen Verkehrsberuhigung. Rund 70% aller Befragten wollen eine Verkehrsberuhigung der Innenstadt mit der Einrichtung einer Fußgängerzone verbunden wissen.

Im Rahmen der Aktion »UnBehindert miteinander leben« gehen Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinden auf den Wochenmarkt und wollen die Aktionswoche so beschließen. Kaum jemand hatte jedoch Mut, mit dem Rollstuhl eine »Probefahrt« zu unternehmen; die Hemmungen waren zu groß, die Wenigen, die es versuchten, wurden von anderen nur »begafft«.

15. Mai 1994

Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Kleinmachnow sind zu Besuch in Schopfheim.

16. Mai 1994

Für eine einheitliche Regio-Monatskarte tritt Prof. Dr. Gerold Blümle von der F.D.P. ein. Er meint, daß das Thema noch in den Kommunalwahlkampf müsse, da die Kreisgemeinden sich mit DM 1,2 Mio. an der Maßnahme zu beteiligen hätten.

Noch liegt die »Große Tanne« - so ist aus der Ortschaftsrats-Sitzung in Gersbach zu hören - im Wald. Ortsvorsteher Max Ühlin wird sich nun mit dem Forstamt in Verbindung setzen, um etwas über die Weiterverwendung zu erfahren.

Der Ortschaftsrat in Wiechs hat die Pläne, Tennisplätze beim Sportplatz zu errichten, auf unbestimmte Zeit verschoben. Priorität in der Planung hat der Kinderspielplatz.

Über das »Mobile Schopfheim« diskutiert die Prognos mit den Schopfheimer Schulleitern. Den Vorstellungen der Prognos, was Schüler machen könnten, hielten die Schulleiter das entgegen, was bereits an Mobilitätsüberlegungen umgesetzt wird.

Gersbach will am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« erst dann teilnehmen, wenn die Dorfplätze in Ordnung gebracht sind.

Im »Café Reichert« treffen sich die »Schiibechnechte« aus Kürnberg zur Generalversammlung. Sie beschlossen dabei auch eine Änderung ihrer Satzung.

Vor einigen Tagen saßen die Gartenfreunde zu ihrer 2. Generalversammlung in diesem Jahr zusammen. Bei der ersten Sitzung war niemand bereit, das Amt des Vorsitzenden anzutreten. Nun klappte es: Der Schopfheimer Gärtnermeister Rudolf Moser übernahm das Amt. Zu seinem Vize wurde Jörg Wendt gewählt.

17. Mai 1994

Derzeit ist eine Brecheranlage, die den Bauschutt zu Schottermassen verarbeitet, auf dem »Pflug«-Areal eingesetzt.

Ehrenamtliche Helfer des Vereins zur Förderung der Waldorf-Pädagogik sind dabei, aus der Scheune des ehemaligen Krafft'schen Bauernhofes in Fahrnau einen Kindergarten zu bauen.

Eine Abholz-Aktion zwischen Langgasse und Kürnberger Straße wurde kritisiert. Forstdirektor Dr. Rieger meint nun, daß der Privatwald-Besitzer vernünftig gehandelt habe. Die gefällten Tannen und ein paar Laubbäume hätten eine Gefahr für die Menschen an der Umgehungsstraße bedeutet.

Wie das MT heute mitteilt, soll das Ende der schaffnerlosen Zeit auf der Wiesentalstrecke in Sicht sein. Vom Fahrplanwechsel Ende Mai an sollen wieder Schaffner mitfahren.

In Schopfheim werden nun auch die alten, gelben Telefonzellen der Bundespost durch die neuen, weiß-violetten Zellen der Telekom ausgewechselt. An der Post stehen zwei dieser neuen Telefonhäuschen.

Für die Besten des Jahres gab es bei der Jahreshauptversammlung des Sportkegler-Clubs Blau-Weiss verdiente Ehrungen, die der bisherige und neue Vorsitzende Henrik Steingräber vornahm.

Im Dammweg, den städtischen Notunterkünften, kommt es zu einer Schlägerei, bei der auch ein Polizeibeamter nicht unerheblich verletzt wird.

19. Mai 1994

Neuigkeiten an der Müll-Front: Die blaue Papiertonne soll zum Ende des Jahres wieder abgeschafft werden. Dem Eigenbetrieb Abfall ist die eigene Sammlung zu teuer geworden. Man wünscht daher wieder das verstärkte Einsammeln durch die Vereine.

Mit einer Bauzeit von 12 bis 14 Monaten rechnet die Sparkasse für die Umgestaltung der Gebäude an der Hauptstraße/Adolf-Müller-Straße. In der kommenden Woche sollen die Arbeiten aufgenommen werden.

Wie die Badische Zeitung heute mitteilt, soll Anfang Juni der erste Spatenstich für die »Pflug«-Areal-Bebauung erfolgen.

Die heftigen Regenfälle führen im südbadischen Raum zu Überschwemmungen. Auf der Neuanlage der Kläranlage kommt es zum Überfluten des neuen Pumpenkellers. Die Feuerwehr in Schopfheim hat keine Einsätze. Bernd Schwöble lobt das Krattenbecken, das mit Sicherheit Überschwemmungen verhindert hat. Auch in Maulburg zahlte sich das Weiherbecken aus, denn auch dort waren keine Feuerwehreinsätze nötig.

Die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz unter der Leitung von Petr Altrichter ist zum Abschlußkonzert der Kulturring-Saison in der Stadthalle. Solist des Abends ist der Schopfheimer Pianist Wolfram Lorenzen mit dem Klavierkonzert Nr. 2 von Carl Maria von Weber. Er erntet ebenso starken Beifall wie das Orchester mit einer Vorisek-Symphonie, die wohl nahezu allen Zuhörern unbekannt war.

20. Mai 1994

Neues von der Umgehungsstraße: Regierungsbaudirektor Schmidt meint der Presse gegenüber, daß bei guter Witterung die Umgehungsstraße einschließlich dem Tunnelstück bis zum 20. Dezember 1994 fertig wird. Das Wetter macht den Straßenbauern die Arbeit jedoch sehr schwer, da es seit Anfang Oktober keine längere regenfreie Periode mehr gegeben hat. Das Rotliegende speichert das Wasser und gibt es nur langsam wieder ab. Daher kann der Fahrbahn-Unterbau nicht verdichtet werden.

Beim Schwimmbad pflanzen die Naturfreunde eine Ulme. Neben der Ausssegnungshalle in Fahrnau hat die gleiche Gruppe eine Eberesche gesetzt. Der Vorsitzende Hartmut Heise will diese Baumpflanz-Aktion in Absprache mit der Stadtgärtnerei fortsetzen.

Der Schönauer Markus Olivieri, Autor von zwei Büchern und Zeichner, hat die Bilder-Comic-Geschichte »Total verhext« zu einem Poster zusammengestellt. Hintergrund dieses Posters ist die Altstadt von Schopfheim.

Das Projektbüro »Mobiles Schopfheim« wartet noch auf die Beteiligung der Autofahrer. Diese Zielgruppe hat bisher am wenigsten Kontakt mit dem Büro aufgenommen.

21. Mai 1994

Tradition hat beim Kraftsportverein Gersbach die Veranstaltung vor Pfingsten. Mit koreanischem Kampfsport, der gezeigt wurde, war der diesjährige Höhepunkt der Veranstaltung skizziert.

Der deutsch-kroatische Freundschaftsverein, der sich im vergangenen Jahr gründete, lud zu einem Freundschaftsabend in die Stadthalle. Wladimir Golubic, der Vorsitzende, mußte jedoch enttäuscht sein über den geringen Besuch. Eigens aus Nordkroatien war ein Tanz- und Musikensemble angereist. Der Gedanke um die Freundschaft und die Veranstaltung selbst hätten mehr Zuschauer verdient gehabt.

Seit zehn Jahren besteht das »Theater auf der Au«, das von Marianne Neininger geleitet wird.

Beim 40jährigen Betriebsjubiläum der Bäckerei Trefzger wurde vor Tagen ein Riesenherz gebacken. Die Muttertags-Aktion bzw. der Erlös wurde nun in Form von zwei Schecks über je DM 2.500,- zum einen an die AWO-Vorsitzende Waltraud Krüger, zum andern an den Förderverein krebskranker Kinder, der vom Hausener Bürgermeister Karl-Heinz Vogt repräsentiert wird, übergeben.

Das Landratsamt verhängt eine Gewerbe-Untersagung gegen eine Schopfheimer Bäckerei. Der im Ortsteil Fahrnau liegende Betrieb ist seit Jahren Anlaß für Beschwerden. Die Gewerbe-Untersagung hat die völlige Stillegung zum Ziel; das Landratsamt hält diese Radikalkur für unabwendbar, weil Leben und Gesundheit der Allgemeinheit infolge unbeschreiblich hygienischer Zustände und der Unzuverlässigkeit der Geschäftsleitung gefährdet sind. Da der Betrieb Rechtsmittel eingelegt hat, ist derzeit nur noch nicht klar, zu welchem Zeitpunkt die Schließung, von der 60 Beschäftigte betroffen sind, erfolgt.

Die Organisatoren der Aktion »UnBehindert miteinander leben« ziehen Bilanz. Auch wenn die Rollstuhl-Aktion auf dem Marktplatz kritisiert wurde, waren sich die Organisatoren dennoch einig darüber, daß sie dies wieder so machen würden. Es sei nie darum gegangen, sich mit der Rollstuhl-Aktion über Behinderte lustig zu machen, vielmehr wollte man das Bewußtsein aus der Perspektive von Behinderten verbessern. Zur Schlußbesprechung will man sich in der Woche nach Pfingsten noch einmal zusammensetzen.

Erneut wenden sich »Lus«-Bewohner in Leserbriefen gegen die Bebauung. Auch Anwohner des Wohngebietes »Auf Hinter Hofen« in Fahrnau äußern in einem Leserbrief ihren Unmut über den Verfahrensvorgang beim Erstellen des Bebauungsplans.

23. Mai 1994

Julie Blum feiert im Juli ihren 100. Geburtstag. Aus diesem Anlaß sendet heute der Südwestfunk im dritten Fernsehprogramm wieder den Film, der über die Jubilarin zu deren 95. Geburtstag in Schopfheim gedreht worden ist.

24. Mai 1994

Das zerkleinerte Abbruchmaterial vom »Pflug«-Areal wird zur Verfüllung der Kirchrain-Deponie verwendet. Dort wird ein Häckselplatz eingerichtet.

Die Prognos AG verschickt im Rahmen ihrer Aktion »Mobiles Schopfheim« an 4.700 Bürgerinnen und Bürger von Schopfheim, Maulburg und Hasel Fragebogen. Diese Aktion über das Verkehrsverhalten ist einmalig im Bundesgebiet.

Sehr positiv war das Resümee der Aktionsorganisatoren »UnBehindert miteinander leben« bei der Schlußbesprechung. Sowohl bei der evangelischen als auch bei der katholischen Kirche überlegt man sich weitere Möglichkeiten, wie auf dem Begonnenen aufgebaut werden könnte.

25. Mai 1994

In Langenau stellt sich für die Ortschaftsratswahl die Bürger-Liste Langenau, die nichts mit den Unabhängigen zu tun hat, vor. Sie möchte als Gegengewicht zur bisherigen Politik gesehen werden. Ihr Ziel ist, die Bevölkerung stärker am politischen Geschehen zu beteiligen.

Zum Baugebiet »Lus« findet die langersehnte Bürgerversammlung in der Gewerbe-Akademie statt. Zahlreich sind die Besucher, das Ergebnis jedoch ohne Überraschung, denn Bürgermeister Klaus Fleck versuchte, die Wohnbauentwicklung anhand von statistischem Material zu verdeutlichen und die Notwendigkeit der dichten Bebauung zu begründen, während die Bewohner um ihre Lebensqualität in diesem Wohngebiet fürchten. Bevor gebaut wird, soll nun der neue Gemeinderat sich noch einmal mit dem Thema beschäftigen, um gegebenenfalls von den vertraglichen Vereinbarungen mit Sanio Abstand zu nehmen.

26. Mai 1994

Noch ist nicht klar, ob der alternative Radiosender »Kanal Ratte« Ende dieses Jahres wirklich starten kann.

Die SPD möchte, daß man sich intensiver mit der Regionalisierung der Bahn beschäftigt.

Melanie Adolph wurde als Nachwuchs-Fußballerin zum Toto Lotto-Mädchenfußball-Camp nach Wangen im Allgäu eingeladen.

Zum Ende dieser Woche wird - so schreibt das MT heute - der Gütertarifpunkt Hausen-Raitbach endgültig geschlossen.

Kristel Neidhart liest in der Stadtbibliothek aus ihrem demnächst erscheinenden Buch, das noch den Arbeitstitel »Das Nest« trägt.

27. Mai 1994

Wie heute bekannt wird, findet am 01. Juni der erste Spatenstich zur Bebauung des »Pflug«-Areals statt.

Die Schopfheimerin Nicole Grether wurde vom Badminton-Bundestrainer für die China-Tour eines Europa-Teams nominiert.

Staatssekretär Peter Reinelt, MdL, informierte das Rathaus darüber, daß der Radwegbau von Schopfheim bis Enkenstein sichergestellt sei und die Mittel im Haushalt 95/96 bereitgestellt werden.

Joachim Harder feierte dieser Tage beim Amt für Flurneuordnung und Landentwicklung in Bad Säckingen sein 40. Dienstjubiläum.

28. Mai 1994

Den Rosenmontagsball hat die Fahrnauer Fasnachtsgesellschaft bei ihrer diesjährigen Generalversammlung »sterben« lassen. Eine weitere Neuerung: Monika Gegg übernimmt den Vorsitz bei den »Bettelsäcken« und löst damit Dieter Müller ab.

Das Landratsamt Lörrach hat die »Markgräfler Backstube« im Ortsteil Fahrnau endgültig dichtgemacht. Der zuständige Dezernent beim Landratsamt, Friedhelm Töppler, meinte, er könne es nicht mehr verantworten; eine erneute Kontrolle in der Großbäckerei am Donnerstag hat wiederum ein verheerendes Ergebnis zutagegefördert. In der Überschrift des Artikels im MT heißt es als Äußerung von Töppler: »Ich habe noch nie in meinem Leben soviele Kakerlaken gesehen«.

Zuviel Geld verschlinge der Schlachthof Raitbach, meint Ortschafts- und Stadtrat Heinz Metzger. Im Ortschaftsrat hat man nun die Notbremse vor weiteren Kosten gezogen.

Während einer Wahlveranstaltung plädieren die CDU und die FWV dafür, den Vertrag mit Sanio über die Bebauung des »Lus« zu ändern.

29. Mai 1994

Von Erfolg können Veranstalter und Verkäufer beim ersten Flohmarkt dieses Jahres in der Altstadt sprechen.

Zum Grümpelschießen laden die Schützen ins Schützenhaus Wiechs. 28 Mannschaften, darunter fünf Damengruppen, und weit über 100 Einzelteilnehmer gingen an den Start.

Der Schopfheimer Markus Götz (Trompete) und Michael Hermann aus Hasel (Klavier) konzertieren im evangelischen Gemeindehaus. Die zwei jungen Musiker begeistern ein zahlreiches Publikum.

Langenauer Ortschaftsratskandidaten möchten die Räumlichkeiten des THW, wenn dieser nach Fahrnau umzieht, für Vereinsinteressen nutzen.

30. Mai 1994

In einem Leserbrief meint Prof. Dr. Gerold Blümle, daß der vorgesehene erste Spatenstich zum »Pflug«-Areal am 01. Juni unseriös sei, denn die Rohbauarbeiten seien noch gar nicht vergeben worden.

Ein neues Obdachlosenheim wurde am Dammweg fertiggestellt und steht zum Bezug bereit.

Das Jahrbuch 1993 ist fertig und wird der Presse vorgestellt.

31. Mai 1994

Im Kulturcafé »Irrlicht« gibt es jetzt jeweils dienstags einen Schwulen- und Lesbentreff.

Die IG Pro Schiene stellt Forderungen im kommunalen Wahlkampf. Sie bringt Themen wie die Schaffung einer einheitlichen Regio-Karte zur Sprache.

Als »Schaustechen« bezeichnen die Unabhängigen den für den 01. Juni vorgesehenen ersten Spatenstich zum »Pflug«-Areal. Der Bürgermeister kontert, indem er meint, die Baugenehmigung liege seit Herbst 93 vor, das gesamte Areal müsse bis zum Herbst 96 fertiggestellt sein. Er zeigt sich sicher, daß dies der Investor, obwohl relativ enge Fristen bestehen, schaffen wird.

Nachdem es vor einigen Wochen Turbulenzen um den THW-Ortsverband gegeben hatte, hat nun die Bonner Zentrale doch der Anmietung von neuen Räumen im Gewerbegebiet »Grienmatt« zugestimmt.

Aus dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg kommt die Mitteilung, daß DM 800.000,- aus der Gebäudebrandversicherung für den Radweg zwischen Langenau und Enkenstein zur Verfügung gestellt werden.

01. Juni 1994

Als völlig unakzeptabel betrachten die Geschäftsleute laut ihrem Sprecher Werner Bühler die Forderung nach einer Fußgängerzone, ohne daß an deren Anfang und Ende entsprechender Parkraum geschaffen wird.

Der Chor des THG war dieser Tage an der Aufführung der »Carmina burana« von Carl Orff in der Stadthalle in Wehr beteiligt.

Symbolisch ist der erste Spatenstich, den »Pflug«-Investor Gernot Pöpperl und Bürgermeister Klaus Fleck im Beisein des Architekten Rolf Reinartz auf dem »Pflug«-Areal vornehmen. Von der nahen Kirche ertönen die 17-Uhr-Glockenschläge, während der Bürgermeister sich bei Pöpperl und Reinartz im Namen des Gemeinderats und der Mehrheit der Bürger für die Geduld und das Beharrungsvermögen bedankte, insbesondere, als es um persönliche Angriffe, Unwahrheiten und Verunglimpfungen gegangen sei. Pöpperl meint, daß Ende des Monats mit den Bauarbeiten begonnen werde.

02. Juni 1994

Nach dem Fronleichnamsgottesdienst begeben sich viele Gläubige der katholischen Pfarrgemeinde St. Bernhard in einer Prozession, die von Klängen der Stadtmusik begleitet wird, über die Adolf-Müller-Straße – Bismarckstraße – Karlstraße zum Hof der Dr. Max Metzger-Schule. Stationen sind beim Brunnen an der Bismarckstraße und im Hof der Metzger-Schule aufgebaut.

Günther Schulz wird von Bürgermeister Klaus Fleck in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Er kam 1952 zur Stadt Schopfheim und war zunächst Bademeister im Schwimmbad, bevor er Hausmeister an der heutigen Dr. Max Metzger-Schule wurde. Bei der Verabschiedung wußte er zu berichten, daß in den ersten Jahren noch 1.200 Schüler die damalige Grund- und Hauptschule besuchten. Auch die Sonderschule fand noch in den Gebäuden Platz, bevor diese später in die Altstadt und die Hauptschule in die freiwerdende Realschule (Gymnasium) an der Roggenbachstraße zog. Heute werden an der Grundschule etwa 330 Schüler unterrichtet.

Zu einer kommunalpolitischen Runde trafen sich Parteivertreter unter der Gesprächsleitung des neuen DGB-Ortskartellsvorsitzenden, Waldemar Lutz, um über wesentliche Themen dieser Stadt zu sprechen.

03. Juni 1994

DM 1.335,– spenden die Unabhängigen dem Kinderschutzbund Schopfheim. Die Summe war der Erlös der Beteiligung am Flohmarkt des vergangenen Wochenendes.

Bei der Generalversammlung des »Städtli-Zinkens« vor einigen Tagen wurden Peter Röther als Zinkenvogt und Wolfgang Sprich als sein Stellvertreter gewählt.

Marianne Neininger inszeniert Tschechows »Kirschgarten« im »Theater auf der Au«.

04. Juni 1994

In der Nacht zum heutigen Tage wurde am Neubau der Notunterkünfte im Dammweg ein Brand gelegt. Das noch nicht bezogene Gebäude erlitt lediglich Ruß-Schaden an der Hauswand, da Anwohner tatkräftig bei der Brandbekämpfung mithalfen.

Klaus Böttger, der nach 10 Jahren nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert, rechnet in einer Veranstaltung kritisch mit der Baupolitik des Bürgermeisters ab. Die Stadt sei viel zu schnell gewachsen. Zur Versammlung im »Engel« kamen lediglich zwei Bürger und drei Parteimitglieder. Böttger meint, er wolle insbesondere über den »Rebacker-Rütteberg« reden. Er bezweifelt auch die Notwendigkeit der vom Bürgermeister angegebenen Wohnraumbedürfnisse. Das Wohngebiet »Rebacker-Rütteberg« sei nicht vertretbar, sowohl aus finanzieller als auch aus ökologischer und städteplanerischer Sicht; aus diesem Grunde lehnt der scheidende Stadtrat diese Planung ab. Er bemängelt, daß die Wiechser Gastronomen die GRÜNEN nicht aufnehmen wollten.

Zum ersten Kindertag des evangelischen Kirchenbezirks Schopfheim, den Mitarbeiter der Bezirksvertretung vorbereitet hatten, kamen 85 Kinder aus dem gesamten Bezirk.

DM 9.250,– spendet die CDU-Bundestagsabgeordnete Ortrun Schätzle dem Kinderschutzbund. Es ist dies der Erlös der Feier zum 60. Geburtstag der Abgeordneten. Sie bat ihre Gäste, keine Geschenke mitzubringen und dafür an den Kinderschutzbund eine Spende zu machen. Frau Schätzle meinte: »Ich war sprachlos über das, was da zusammenkam.«

Die Busverbindungen nach Gersbach werden mit dem neuen Fahrplan wieder ausgedünnt. Da am Samstag schulfrei ist, verkehren dort weniger Busse. Ein Gersbacher Bürger appelliert neben der Beschwerde über die Reduktion der Verbindungen, daß auch die Feiertags- und Sonntagsfahrten wieder aufgenommen werden.

05. Juni 1994

Eichen feiert ein Dorffest, zu dem Ortsvorsteher Hans Keller neben zahlreichen Gästen auch den Bürgermeister und die Bundestagsabgeordnete Schätzle begrüßen durfte.

Die Broadway Musical Company New York gastiert mit dem Musical »Hair« in der Stadthalle.

06. Juni 1994

Eine Wohnungsbau- und Bevölkerungsentwicklungs-Prognose legt der Bürgermeister vor. Er verteidigt damit seine Wohnungsbaupolitik und meint, daß für die gesamte Verwaltungsgemeinschaft bis zum Jahre 2005 rund 2.500 Wohnungen geschaffen werden müssen.

Erstmals stellt sich der Gersbacher Kinderchor der Öffentlichkeit vor. Unter der Leitung von Lisa Deiss durfte er die Glückwünsche des Vorsitzenden Ernst Frieder Schmidt, aber auch die des stellvertretenden Sängerbund-Vorsitzenden, Horst Sutter, entgegennehmen.

07. Juni 1994

Im Anschluß an den ersten Spatenstich am »Pflug« meldet sich nun eine »Aktionsgemeinschaft Pflug-Areal« um Marliese Sehringer und Dr. Laszlo Bethlen und meint, die Stadt bzw. deren Bürgermeister habe keine Spur von Dialog- und Kompromißfähigkeit der Aktionsgemeinschaft gegenüber zu erkennen gegeben.

Klaus Böttger entschuldigt sich bei den Wiechser Wirten, denen er vor Tagen eine Schelte angedeihen ließ. Die GRÜNEN hätten nur bei einem Wirt in Wiechs angefragt und von ihm eine ablehnende Äußerung erfahren.

Zwei Störche haben sich für kurze Zeit auf dem Dach der Alten Kirche St. Michael niedergelassen.

Das Vereinsparlament trifft sich im JuZ, um über eine gemeinsame Jugendarbeit zu reden. Neben den Vereinsvorständen nehmen auch einige Jugendvertreter Schopfheimer Vereine an der Besprechung teil. Das Ergebnis ist so, daß man keine gemeinsamen Jugend-Freizeiten organisieren will, allerdings wird der Vorschlag des Vereinsparlamentsvorsitzenden Klaus Strütt geprüft, in Schopfheim ein Parlament der Jugendvertreter in den Vereinen zu bilden, die dann ihre vereinsübergreifenden oder internen Interessen deutlicher artikulieren können.

08. Juni 1994

Kurt Härzschel, seit 29 Jahren dem Stadtrat angehörend, wird heute 70 Jahre alt.

Bei der Hauptversammlung des Kunstvereins fordert dieser für seine Mitglieder freien Eintritt ins Museum.

09. Juni 1994

Ein positives Fazit aus der 45 Std.-Woche zieht derzeit Unternehmer Joachim Laempe. Jeder Mitarbeiter hat bis Ende Juni 100 Stunden ohne Bezahlung als persönlichen Beitrag zur Sicherung des Standorts Schopfheim geleistet.

Die GRÜNEN protestieren gegen die Praxis der Stadtverwaltung, wie die Stellungnahme zum Regionalplan 2000 abgegeben werden soll. Man meint, daß die vorbereitende Stellungnahme des Bürgermeisters zuerst mit dem Gemeinderat hätte diskutiert werden sollen.

DM 500,– spenden Schüler der Berufsfachschule Holz für das Sorgentelefon des Kinderschutzbundes.

Die Senioren-Union fordert, daß der City-Bus wieder die Breslauer-Straße anfährt.

Die Unabhängigen diskutieren über die Einführung eines Jugend-Parlaments.

10. Juni 1994

Die letzten Vorbereitungen für die Kommunalwahlen laufen im Rathaus auf Hochtouren.

Gänzlich umgestaltet werden soll der Fahrnauer Schulhof bei der Grundschule. Eine Initiative von Eltern möchte, daß hinter den Garagen, die den Schulhof abgrenzen, Erde aufgeschüttet wird; gleichzeitig möchte man eine Überdachung an der Hausfront des Neubaus haben. Vieles werde in Eigenarbeit von kompetenten Bürgern geleistet, sagt Schulleiter Reinhold Fetscher.

Der Langenauer Ortschaftsrat will es den Kürnbergern gleichtun und in Eigenarbeit ein Buswartehäuschen errichten.

Im Ortschaftsrat Langenau übt Anita Schulz Kritik an der Fragebogen-Aktion »Mobiles Schopfheim«. Sie meint, daß der repräsentative Charakter nicht gegeben sei.

Dieser Tage führte die 8. Klasse der Freien Waldorfschule Schopfheim Carl Zuckmayers Stück »Katharina Knie« in ihrer Schule auf.

Die Schopfheimer Druckerei Ühlin ist von der Hauptstraße/Scheffelstraße ins Gewerbegebiet »Lus« umgezogen. Das neue Domizil in der Hohe-Flum-Straße 40 hat eine Hallenfläche von 1.000 qm. Die bisherigen Räume im Traditionshaus, das 1864 gegründet wurde und bis 1971 Familienunternehmen war, wurde zu klein. Die ganze Logistik, so Betriebsleiter Hans-Peter Strass, habe in den bisherigen Räumen nicht mehr gestimmt.

Das Internationale Logistik-Forum tagt zum zweiten Mal in Schopfheim. Gunnar Larsson von der Abt. Forschung, Umwelt und Verkehr des VW-Konzerns referiert zum Thema »Tendenzen der Mobilitätsentwicklung und ihre Auswirkungen auf die Verkehrssysteme in Europa«.

11. Juni 1994

Die Vorbereitungen zur Europa- und Kommunalwahl am Sonntag sind abgeschlossen. Über 200 Helfer sind bereit, um morgen und an den folgenden Tagen Wahldienst zu leisten.

Der Landkreis will die Schülerbeförderung für die Kinder der Johann-Peter-Hebel-Schule zur Turnhalle Wiechs oder Langenau nicht finanzieren. Die Schule soll die Turnhalle der Gewerbeschule nutzen. Gegen diese Entscheidung will der Bürgermeister möglicherweise einen Rechtsstreit führen. Das Landratsamt meint, Schopfheim sei Schulträger und müsse für die Kosten der Hallenbenutzung aufkommen.

Rechtzeitig zum 110. Geburtstag hat der Raitbacher Musikverein neue Uniformen erhalten.

12. Juni 1994

Wahlsonntag! Manche sprechen von einer Super-Wahl.

Die Ergebnisse für die Europa-Wahl zeigen in Schopfheim Verluste für die SPD; die GRÜNEN und die CDU legen zu.

Zu einer Dorf-Olympiade laden die Gersbacher Vereine beim neuen Sportplatz ein. Spaß und Unterhaltung begleiten dieses Fest, bei dem die Eigenleistung zum Bau des neuen Sportplatzes hervorgehoben wird.

13. Juni 1994

Die Sensation ist perfekt: Im Verlaufe des frühen Nachmittags werden die ersten Ergebnisse der Kommunalwahlen deutlich. Das endgültige amtliche Wahlergebnis wird erst gegen 20.30 Uhr durch den Wahlausschuß-Vorsitzenden Hans Reif verkündet. Einige Kommentatoren meinen zum Ergebnis: Erdrutsch sei ein nicht mehr zu gebrauchendes Wort. Die Unabhängigen schlagen die großen Parteien weit aus dem Feld. Mit 32% der Gesamtstimmen gewinnen sie 10 Mandate. Die SPD verliert 5 Mandate und erhält noch 9 Sitze, CDU und FWV verlieren insgesamt 4 Mandate und erhalten ebenfalls 9 Sitze im neuen Rat. Die GRÜNEN verlieren einen Sitz. Das Ergebnis der Kommunalwahlen wird in einem gesonderten Artikel im Jahrbuch verdeutlicht.

Besuch von Freunden aus dem elsäßischen Thann hat derzeit die Grundschule in Fahrnau.

Hubert Klemm wird bei der Weltmeisterschaft im Lang-Triathlon Ende Juni in Nizza starten.

Dr. Dr. Anette Brandner feiert heute ihren 70. Geburtstag. 1973 kam sie nach Schopfheim. Bis zu ihrer Pensionierung als Medizinal-Direktorin war sie Leiterin des staatlichen Gesundheitsamtes in Lörrach.

14. Juni 1994

Einen undankbaren zweiten Platz belegte die Wettkampfgruppe des DRK Schopfheim beim Landesentscheid in Freiburg. Undankbar deswegen, weil nur der Erstplatzierte am Bundesentscheid teilnehmen darf.

15. Juni 1994

Die Ergebnisse der Kreistagswahlen bringen ebenfalls Überraschungen, denn Kurt Härzschel schaffte den Einzug ins Kreis-Parlament nicht mehr.

Die etablierten Parteien reagieren nach dem Sieg der Unabhängigen auf das Wahlergebnis. Johannes Kehm meint für die Unabhängigen, die Gründe für den Erdrutsch hätten die Alt-Parteien selbst geliefert. Zum einen hätten sie den Boden für die Unabhängigen selbst bereitet, zum andern hätten die Unabhängigen eine gute inhaltliche und personelle Alternative und drittens hätten die Gegner der Unabhängigen so gut wie keinen Wahlkampf gemacht. Bei der Wahl-Party der Unabhängigen meinte man im »Sternen«: Schopfheim ist aufgewacht. Die Freien Wähler hingegen hegen Katerstimmung, denn es sei kein Tag des Jubels. Dieter Leppert: »Eine schwere Zeit liegt vor uns, doch wir versuchen, aus der Sache das Beste zu machen.« Kurt Härzschel, für die CDU, übt auch Selbstkritik, indem er äußert, man sei zu wenig auf die aggressive Pressepolitik der Unabhängigen eingegangen. Diese hätten Emotionen geschürt und sehr viel versprochen. Der Alltag werde sie aber schnell einholen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Robert Zapp vernahm das Wahlergebnis in den USA. Für ihn äußert sich der Vorsitzende der SPD, Rolf Strohm. Er meint, die Niederlage habe viele Väter. Die SPD habe sehr hart gearbeitet und Initiativkraft entwickelt, dies schaffe jedoch nicht nur Freunde. Möglicherweise seien auch die geschmälerten Finanzen der Stadt mitverantwortlich für die Stimmeneinbrüche der Sozialdemokraten. Rückschläge wie diese gehörten zu einer lebendigen Demokratie. Die Schopfheimer SPD werde nicht daran zerbrechen.

Auch die Ortschaftsräte stehen nun fest. Eine halbe Stunde vor Mitternacht, am Montag, den 13. Juni, kam das letzte Ergebnis aus Langenau. In Wiechs besteht der achtköpfige Ortschaftsrat aus vier Unabhängigen, drei CDU-Mitgliedern und einem SPD-Mitglied. In Langenau – bei gleicher Größe – haben die Neue Bürgerliste vier Vertreter, die Freien Wähler zwei und die SPD ebenfalls zwei Mandate. Enkenstein hatte reines Mehrheits-Wahlrecht, trotzdem wurden die fünf Bewerber der CDU/FWV-Liste gewählt. In Eichen entsenden die CDU/FWV drei und die Bürgerliste ebenfalls drei Ortschaftsräte. Die fünf Ortschaftsräte in Kürnberg entfallen auf drei Sitze der CDU/FWV und zwei SPD-Sitze. In Raitbach hat die CDU/FWV-Liste vier und die SPD ebenfalls vier Sitze. Im Gersbacher Ortschaftsrat bestimmen vier CDU/FWV- und vier SPD-unabhängige Bewerber.

Das Jugendblasorchester Ronneby begeistert manchen Zuhörer beim Platzkonzert vor dem Musikhaus. Das Orchester mit den 80 Jungmusikern feiert zusammen mit der Jugendkapelle Schopfheim das 25jährige Bestehen.

16. Juni 1994

Hoher Besuch weilt in Schopfheim: 20 Vertreter des Ausschusses für Städtebau und Raumordnung des deutschen Städte- und Gemeindebundes tagen in der Markgrafenstadt. Vorsitzender dieses Ausschusses auf Bundesebene ist der Schopfheimer Bürgermeister Klaus Fleck.

»Kleinmachnow ist ein positives Beispiel für Kommunen in den neuen Bundesländern«, lobte Bürgermeister Klaus Fleck bei der Ausstellungseröffnung über das Bauen in Kleinmachnow. Die Ausstellung ist einige Wochen im Bauamt der Stadt zu sehen. Die Planerin der brandenburgischen Gemeinde, Barbara Neidel, stellte das Projekt dem zahlreichen Publikum vor.

Mit einer kleinen Feier begeht man das 25jährige Jubiläum der Sparkassen-Zweigstelle in Langenau.

17. Juni 1994

Die GRÜNEN behandeln die Stellungnahme des Bürgermeisters zum Regionalplan 2000. Sie wird als ökologisch orientierter Abwehrplan bezeichnet. Die Kritik Flecks halten Michael Straub und Klaus Böttger punktuell für berechtigt, doch dürfe sie nicht dazu herhalten, den Plan in seiner Gesamtheit zu disqualifizieren.

Auch die SPD kritisiert den Zeitdruck, der für die Behandlung des Regionalplanes 2000 gegeben ist.

Künstler aus Kleinmachnow stellen im Museum Arbeiten aus. Aus der brandenburgischen Gemeinde kamen Rainer Ehrt, seine Ehefrau Julia Ehrt und Petra Walter-Moll zur Eröffnung in die Markgrafenstadt. Der stellvertretende Bürgermeister Egger und Sozial- und Kulturdezernent Dietrich waren ebenfalls aus Brandenburg nach Schopfheim angereist.

Die »Markgräfler Backstuben«, die vor Tagen behördlich geschlossen worden waren, haben Konkursantrag gestellt, der nun mangels Masse vom Amtsgericht Waldshut-Tiengen abgelehnt wurde.

Vor Tagen waren die mündlichen Abitur-Prüfungen am THG. 59 Schülerinnen und Schüler bestanden die Reifeprüfung. 20 Abiturienten haben den Abschluß mit einer Eins vor dem Komma geschafft. Mit dem Schulpreis des THG wurde Kaya Busch aus Maulburg ausgezeichnet, den Scheffel-Preis für herausragende Leistungen in Deutsch erhielt Andrea Probst.

Die von der Prognos AG vorgenommene Befragung hatte nicht den nötigen Rücklauf-Erfolg. Man will in dieser Woche noch einmal gezielt Fragebögen versenden.

Entschieden gegen die Schließung des Gütertarif-Punktes Hausen-Raitbach wehrt sich nun auch Landrat Rübsamen. Seinen Protest formuliert er auch im Namen des Kreistages und fordert eine Überprüfung.

Dieser Tage gastierte Eugen Wursky, ein junger Pianist aus Taschkent, in der Waldorf-Schule.

18. Juni 1994

Das Verfahren, wie der Bürgermeister den Regionalplan 2000 nun im Gemeinderat behandeln will, stößt Einigen sauer auf. SPD-Stadtrat Rolf Strohm ist fest entschlossen, dieses Hau-Ruck-Verfahren nicht mitzumachen. In einem Kommentar meint Werner Müller vom MT, daß das, was Klaus Fleck jetzt in Zusammenhang mit dem Regionalplan fabriziert habe, nicht in Ordnung sei.

DM 2,5 Mio. investiert die Waldorf-Schule in die Erweiterung ihres Gebäudes im Vicemoos. Gestern feierte man an diesem Gebäude Richtfest.

19. Juni 1994

Richard Kopf, Schuldekan der evangelischen Kirche, wird nun nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt. 40 Jahre war er bei der evangelischen Landeskirche tätig, davon 20 Dienstjahre in den Kirchenbezirken Schopfheim und Waldshut.

Vollbesetzt war das Festzelt der Raitbacher Musiker beim Bahnhof zum 110jährigen Jubiläum. Gemeinsam mit dem Raitbacher Musikverein feierte die Jugendkapelle Schopfheim das 25jährige Bestehen und die 15jährige Freundschaft mit dem Jugendblasorchester Ronneby. Die Kombination dieser drei Klangkörper führte auch zu ausgelassener Stimmung im Festzelt.

20. Juni 1994
Die Unabhängigen bitten den Bürgermeister, die neuen politischen Verhältnisse zur Kenntnis zu nehmen und fordern ihn auf, die Stellungnahme zum Regionalplan am 04. Juli nicht im Gemeinderat zu behandeln.

Erneut informiert Eugen Herzog darüber, was in der Partnerstadt in den vergangenen Wochen alles passiert ist. Er weiß davon zu berichten, daß an der Eröffnung des Ärmelkanal-Tunnels in Anwesenheit der Königin von England und von Präsident Mitterrand ein Einwohner Polignys teilgenommen hat: Denis Machin, ein junger Eisenbahner, der von Poligny nach Calais versetzt worden war.

21. Juni 1994

Mit noch nicht ganz 13 Jahren wird die Fahrnauerin Stefanie Schrank von der SG Eichen glanzvolle Deutsche Meisterin bis 37 kg im Freistil-Ringen.

Claudia Stangwald wurde von Bundespräsident Richard von Weizsäcker zu dessen letztem Gartenfest in Schloß Bellevue nach Berlin eingeladen. Sie war als Vertreterin des Jugend-Rotkreuzes im Landesverband des Badischen Roten Kreuzes berufen worden.

Übers Wochenende trafen sich Traktor-Oldtimer in Wiechs.

Die »Zwangsferien« von Heimbewohnern des Markus-Pflüger-Heimes sind zu Ende. Aus dem Feriendorf Schloßberg in Zandt (Bayrischer Wald) kamen sie in das nun umgebaute Heim zurück.

Das viertägige Fest des Musikvereins Raitbach fand seinen erfolgreichen Abschluß.

22. Juni 1994

Bürgermeister Fleck weist die Bedenken und Vorwürfe, die wegen seines Vorpreschens zum Regionalplan durch die Parteien vorgebracht 

wurden, zurück. Er räumt zwar ein, so schreibt die Presse, einen Fehler begangen zu haben, weil er den Regionalplan erst jetzt den Gemeinderäten zukommen lassen habe.

Auf dem Marktplatz tummelte sich ein Elefant des Circus »Amaranth«, der für zwei Tage im Oberfeld gastiert.

Kurz vor Vollendung des 81. Lebensjahres verstirbt der Zimmermeister Arthur Kuri. Er leitete 32 Jahre lang als Ortsbeauftragter das THW Schopfheim.

Einen dicken Fisch zog dieser Tage Klaus Jäckh, Vorsitzender des Angelsport-Vereins Schopfheim, aus der Wiese. Die Bachforelle war 57 cm lang und wog stattliche 1,8 kg.

23. Juni 1994

Die Auseinandersetzung zwischen dem Landkreis Lörrach und dem früheren Chefarzt der Inneren Abteilung am Schopfheimer Krankenhaus kann nun wohl zu den Akten gelegt werden. Vor dem Arbeitsgericht schlossen die Parteien gestern einen Vergleich, der dem Mediziner eine Abfindung von DM 340.000,- beschert.

Nach fast 30 Jahren als Geschäftsleiter am Amtsgericht Schopfheim ist Karl Ganz in den Ruhestand verabschiedet worden. Der Amtsrat war vielen Schopfheimern durch seine Betreuung des Vereinsregisters bestens bekannt. Seit 1965 war er beim Schopfheimer Amtsgericht tätig.

Michael Krückels eröffnet als Einmann-Betrieb eine Steinmetz- und Bildhauerwerkstatt in der Hohe-Flum-Straße.

Gegen 17.20 Uhr bricht im Keller des Markus-Pflüger-Heimes ein Brand aus. Im Umkleidespind geriet eine Sporttasche in Brand, der jedoch rasch gelöscht werden konnte.

24. Juni 1994

Überraschend ist die Fristverlängerung für die Stellungnahme zum Regionalplan 2000. Am 30. August wird der Verbandsvorsitzende des Regionalverbandes, Direktor Schwendemann, über diesen Plan referieren.

Die Vorbereitungen für das Motocross am kommenden Sonntag laufen auf Hochtouren.

25. Juni 1994

Die Hälfte der vom »Mobilen Schopfheim« angeschriebenen Bürger haben bei der Befragung mitgemacht. Im September ist nun ein Aktionstag geplant.

Der Ferienspaß des Kinderferienprogramms mit 28 Veranstaltungen beginnt. Ordnungsamtsleiter Heinz Klemm stellt das von den Vereinen zusammengestellte Ferienangebot vor.

Erstmals trägt die gemeinsame Jugendarbeit des Fußballvereins Fahrnau mit dem SV Schopfheim massiv Früchte. In der neuen Saison werden in zwei Altersklassen zwischen beiden Vereinen Spielgemeinschaften gebildet.

Einige Schopfheimer Bürger wurden über die Befragung zum Verkehrsverhalten mißtrauisch, denn sie meinen, daß abgefragte Daten später zugeordnet werden könnten. Prognos sieht allerdings keine Bedenken. Nun hat die Landes-Datenschutz-Beauftragte, Ruth Leuze, sich der Frage angenommen.

Als »Sieg der Vernunft« werten die Unabhängigen die Fristverlängerung für die Erörterungen zum Regionalplan.

In der Nähe des Naturfreundehauses in Gersbach schlägt ein Blitz in eine Gruppe von Feuerwehrleuten. Neun von ihnen mußten mit Verletzungen in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert werden. Gegen 21 Uhr spielte sich das dramatische Geschehen beim Zeltlager ab, das die Wehrmänner nahe beim Naturfreundehaus aufgeschlagen hatten.

26. Juni 1994

3.500 Zuschauer kommen, um begeistert das Motocross-Spektakel zu sehen. Perfekte Organisation war wieder einmal Garant für einen reibungslosen Ablauf, die dem MSC-Vorsitzenden und Rennleiter Fritz Schrank zu verdanken war. Erstmals waren auch Jugendliche am Start. Einen Doppelsieg feierten die Gebrüder Klaus und Thomas Weinmann vom MSC Odenheim. Ein Stein stoppte den Lokalmatador Wolfgang Kühn mit seinem Beifahrer Jochen Zimmermann auf dem Sprung an die Spitze der Gesamtwertung.

Die Mini-Bigband der Musikschule spielte im Stadtpark zu einer Sonntags-Matinee auf.

Glanzvoll bereicherte der Gesangverein Fahrnau das Musikleben mit der Aufführung des Oratoriums »Die Jahreszeiten« von Joseph Haydn. Mit dem Dirigenten Klaus Dürrschnabel wagte man sich an das große Werk, das in der evangelischen Stadtkirche zu Gehör gebracht wurde. Einmal mehr bestätigte sich, daß auch ein Laienchor, der zwar durch Gäste verstärkt war, zu Höchstleistungen fähig ist. Das Orchester wurde durch den Dirigenten souverän geführt, die Solisten Magdalena Schreiber-Helm (Sopran), Werner Goos (Tenor) und der Bariton Rainer Pachner gestalteten eindrucksvoll die Solo-Partien.

28. Juni 1994

Mäßig war das Interesse in der französischen Partnerstadt bei den Europawahlen. Die Gaullisten und Giscardisten holten 29%, bei 8,3% lag der Erfolg der Nationalen Front von Le Pen.

In der nächsten Woche sollen die Arbeiten für das »Pflug«-Areal vergeben werden, ist heute der Presse zu entnehmen.

29. Juni 1994

Ortsvorsteher Heinz Gräßlin aus Wiechs meint zum Regionalplan 2000, daß die Neugewählten scharf darauf achten müßten, daß Wiechs nicht Anbindungsstrecke Schopfheims an die A 98 werde.

Die Veranstaltung der Unabhängigen zum Regionalplan geriet fast zur Einmann-Show. Bürgermeister Klaus Fleck, mit Materialbergen präpariert, bestritt nach der Vorstellung des Planwerks durch Verbandsdirektor Franz Schwendemann die anschließende Diskussion mit und gegen die gut 30köpfige Runde. Im Mittelpunkt der fast dreistündigen Informationsveranstaltung standen zwei Fragen: Kann und darf die Kreisstraße 6336 nach Wiechs und Nordschwaben künftig die Hauptverkehrsverbindung zur A 98 und dem Wiesental sein? Und: Wieviel Entwicklung in Gewerbe- und Wohnungsbau vertragen die Stadt und ihre Teilorte?

Ein Gewitter geht über der Stadt nieder. Es richtet jedoch keine allzu großen Schäden an. Trotzdem hielt es die Feuerwehr auf Trab. In Fahrnau warf der Sturm einen Baum auf die Hammerschmiedgasse; ein Keller, der von Regenwasser überschwemmt wurde, mußte ausgepumpt werden. Auch in der »Grienmatt« drang Wasser in Firmengebäude ein. Elf Mann waren - so Kommandant Bernd Schwöble - an den Pumpen.

Im Alter von 83 Jahren ist der Schopfheimer Unternehmer Paul Haberer verstorben. Er hatte während des zweiten Weltkrieges einen Formularverlag gegründet, der nunmehr zu einem Presse-Großvertrieb herangewachsen ist.

30. Juni 1994

Die IG Pro Schiene bringt drei Alternativen zum sog. Stadtbahnwagen ins Gespräch und warnt davor, sich schon jetzt auf das Karlsruher Wagenmaterial festzulegen. Die IG hat sich für andere Zugsysteme ausgesprochen, die man für eine künftige Regio-S-Bahn bevorzugen sollte.

Mit Genugtuung nimmt auch die SPD die Fristverlängerung für die Verabschiedung des Regionalplanes 2000 zur Kenntnis. Man begrüßt insbesondere, wie gefordert, die Vorinformation durch Verbandsdirektor Schwendemann.

Unlängst hausten Vandalen auf dem Hohe-Flum-Turm. Nach Angaben von Ortsvorsteher Heinz Gräßlin zündeten diese den Holzboden im Turm an. Das Feuer zerstörte mindestens einen halben qm des Bodens.

Die 12 Waldorfschüler der 13. Klasse haben alle ihr Abitur bestanden.

01. Juli 1994

Riesenjubel beim Tennisclub Langenau. Die Herrenmannschaft hat den Aufstieg in die zweite Kreisliga geschafft.

Zur Verabschiedung einer Satzung trifft sich der Stadtseniorenrat Schopfheim in der Begegnungsstätte.

Dr. Ruth Noack gibt den Vorsitz beim BUND ab. Ihre Stelle nimmt der Stadtrat der GRÜNEN, Klaus Böttger, nunmehr ein.

Die Verwaltung möchte vom Gemeinderat eine Entscheidung darüber, ob sie gegen den Landkreis auf Übernahme der Schülerbeförderungskosten für die Schüler der Hebelschule zur Fahrt in die Turnhalle Langenau klagen soll.

Mit einem Brief an den Bürgermeister und den Gemeinderat hat der BUND Schopfheim die Stadt aufgefordert, am Kommunal-Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe teilzunehmen. Es besteht die Möglichkeit, die lokale Umwelt-Situation zu bilanzieren. Eine solchermaßen aufgestellte Umwelt-Bilanz ist eine wichtige Grundlage für alle weiteren Schritte der lokalen Umweltpolitik.

Auf Initiative Enkensteiner Eltern wurde ein Kinderspielplatz erstellt. Dieser ist nun fast fertig.

Karl Selz und Dr. Ottmar Nübling sind knapp drei Wochen nach den Kommunalwahlen aus der SPD ausgeschlossen worden. Auch Ursula Selz wurde aufgefordert, das Parteibuch zurückzugeben.

Bankdirektor Walter Ammann konnte die neuen Räume der Volksbank offiziell einweihen. Die Organisation ist nun kundenorientierter. Im Namen der Stadt überbrachte Bürgermeister-Stellvertreter Artur Cremans die Glückwünsche.

Die IHK Hochrhein-Bodensee hat mit der Neuorganisation der Geschäftsführung in den Bereichen Industrie, Öffentlichkeitsarbeit und Umwelt den personellen und organisatorischen Aufbau abgeschlossen. Zum heutigen Tag wird Immo Leisinger, Diplom-Volkswirt, das neugestaltete Referat Regionalpolitik/Industrie-Wirtschaftsförderung bei der Kammer übernehmen. Er wird gleichzeitig die Stellvertretung des Hauptgeschäftsführers, Dr. Harro Eden, in der Schopfheimer Hauptgeschäftsstelle wahrnehmen. Dr. Winfried Lausberg wird nun zuständig für das Referat Volks- und Betriebswirtschaft/Öffentlichkeitsarbeit. Zum 01. August beginnt auch der Diplom-Chemiker Uwe Böhm, dem das Umwelt-Referat von der Kammer anvertraut wurde, seine Tätigkeit.

02. Juli 1994

Die Schopfheimer Boule-Spieler haben sich nun als Verein etabliert. Erster Vorsitzender ist Rolf Leber, der auch Initiator der Schopfheimer Gruppe war.

Die Grillstelle am Eichener See soll nicht mehr instandgesetzt werden. Dies ist der Wille des Ortschaftsrates. Der Grill wurde total demoliert, die Hinweistafeln brutal herausgerissen und Müllberge wurden hinterlassen. Leidtragende sind nun ehrliche Seebesucher.

Geburtstag feiert die Sparkassen-Zweigstelle in Wiechs. Sie besteht seit 25 Jahren.

Herrlichstes Wetter ist der Stadtmusik für ihr Lindenfest auf dem Marktplatz beschert. Während zweier Tage erfreuen die Musiker die unter Linden sitzenden Gäste.

Beim Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde wurde die Assistentin Gisela Bürk, die ihr letztes Ausbildungsjahr als Gemeindereferentin in Schopfheim verbrachte, verabschiedet.

04. Juli 1994

Die evangelische wie auch die katholische Kirchengemeinde stellen sich schützend vor eine siebenköpfige kurdische Familie, die seit fünf Jahren in Schopfheim lebt und der nun die Abschiebung droht. Pfr. Sieghard Schaupp meint, daß die Familie sich nicht mehr zuhause aufhalten könne, sie habe Angst um Leib und Leben. Aus diesem Grund habe sie sich in kirchliche Obhut begeben. Es ist dies der erste Fall von Kirchenasyl in Schopfheim.

Der Stammtisch der Freien Wähler Langenau kam nach der Wahl erstmals wieder zusammen, um das Ergebnis zu analysieren. Bei dieser Runde beschäftigt man sich nicht nur mit der Lärmbelästigung an der Landstraße, sondern auch damit, daß in Langenau ein Info-Blatt über Termine die Bürger auf dem Laufenden halten soll.

Zum »Holzrock« am vergangenen Wochenende kamen Hunderte von Fans in das Sengelen-Wäldchen. Wenn auch die Musik - acht Bands an zwei Tagen - im Mittelpunkt stand, wollten die Veranstalter »Irrlicht«, Antifa und Radio »Kanal Ratte« dennoch nicht ein Konsumfest abhalten.

Bürgermeister Fleck ehrte in der Gemeinderatssitzung den Gersbacher Max Ühlin für 28 Jahre Tätigkeit in der Kommunalpolitik.

Beschlossen hat der Gemeinderat, daß die Stadtverwaltung gegen den Landkreis klagen soll. Es geht dabei um die Benutzung der Schulturnhalle Langenau und die Übernahme der Fahrtkosten dorthin.

Drei Tage dauerte das Gartenfest des Kürnberger Gesangvereins, bei dem 12 Gesangvereine und ein Musikverein zur Unterhaltung beitrugen.

Der Rechenschaftsbericht des Jahres 1993 wird im Gemeinderat behandelt. Er fiel etwas günstiger aus als erwartet. Mit DM 4,1 Mio. wurde die Investitionsrate DM 1 Mio. über der vorgesehenen Summe festgesetzt. Dadurch konnten der restliche Fehlbetrag 1991 und der Verlust aus dem »Pflug«-Brand abgedeckt werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt nunmehr (ohne die Stadtwerke) bei DM 1.051,-. Stadtkämmerer Hans Reif durfte den Dank der Fraktionen für diese Arbeit entgegennehmen. Er gab ihn an seinen Stellvertreter Friedrich Katzer, der ihn lange Zeit vertreten hatte, weiter.

Der Gemeinderat behandelt die Änderung des Flächennutzungsplanes. »Es fehlt das kleine Gewerbegebiet für Gersbach, es fehlt die Fläche für die Klinik in Schlechtbach«, beanstandet Ortsvorsteher Max Ühlin. Neben der CDU lehnt aber auch die SPD das vorgelegte Planwerk ab.

05. Juli 1994

Klaus Kochendörfer wurde zum Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen gewählt. Die Entscheidung trafen Fraktionsvorstand und Beirat während einer Klausurtagung in Gersbach am vergangenen Wochenende. Spontan unterschrieben auch alle Teilnehmer die Resolution der Schopfheimer Kirchen zum Bleiberecht der kurdischen Familie. Es wird auch deutlich, daß sich die Unabhängigen auf die Suche nach einem Bürgermeister-Kandidaten begeben. »Wir sind offen für jeden geeigneten Bewerber und für Vorschläge; die Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei sei kein Hinderungsgrund«, äußerte Johannes Kehm.

Der erste Abschluß-Jahrgang der Werk-Realschule an der Friedrich-Ebert-Schule feierte dieser Tage in der Stadthalle ihren Abschluß. 22 Schüler haben diesen Schulzweig zum ersten Mal in Schopfheim beendet.

Weitere Tempo-30-Zonen, vor allem in reinen Wohngebieten, fordert Edith Walter für den Kinderschutzbund.

Um zwei Uhr nachts geht am Dammweg eine Scheune in Flammen auf. Als Ursache des Feuers, das einen Schaden von DM 10.000,- verursachte, kommt für die Polizei ziemlich sicher Brandstiftung in Frage. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

06. Juli 1994

Am 15. Juli soll die B 317-Umfahrung bis zur Kürnberger Straße freigegeben werden.

Einen zivilen Anstrich erhielten ehemalige NVA-Fahrzeuge, die demnächst nach Kamerun gehen. Der Schopfheimer Freundeskreis hat die Fahrzeuge gemeinsam mit neuer Farbe versehen.

Der Gemeinsame Ausschuß der Verwaltungsgemeinschaft tagt im Rathaussaal. Zur Entwicklungsplanung legt der Bürgermeister unzählige Statistiken und Prognosen vor. Dieter Leppert meinte gar, für ein derartiges Zahlenwerk müsse man schon ein »Elefantengehirn« haben. Daß hinter der Bautätigkeit in Schopfheim keine Bauwut steckt, versucht Bürgermeister Fleck anhand der Arbeitsplatzstatistik nachzuweisen. Der Gemeinsame Ausschuß sollte auch über einen zu erstellenden Landschaftsplan entscheiden. Die Notwendigkeit sahen die Bürgermeister und Gemeinderäte ein. Bei der Vergabe legten sich die Mitglieder jedoch quer.

07. Juli 1994

Knapp 800 Unterschriften sind seit Samstag für das Bleiberecht der Familie Özcan gesammelt worden.

Zum Abschluß des Schuljahres wurde auch eine Abschiedsfeier für den scheidenden Rektor der Langenauer Grundschule, Manfred Kaiser, organisiert. 90 Kinder der Langenauer Schule und ehemalige Schüler gestalteten zusammen mit Lehrern, Eltern und den Partnern aus Morschwihr im Elsaß dem langjährigen Schulleiter ein großes Abschiedsfest. Schulrat Diethard Spira würdigte das Werk des Pädagogen, das ganz vom christlichen Glauben geprägt war. Man erfuhr vom Schulamtsvertreter auch, daß Musik und Chorgesang im Privatleben des Schulleiters eine große Rolle spielen. Bürgermeister Fleck wußte am scheidenden Schulleiter zu schätzen, daß seine Wünsche immer bescheiden gewesen waren. Dafür habe die Schule sich sehr oft bemüht, sich selbst zu helfen. 1973 kam Manfred Kaiser nach Langenau und wurde dort 1980 Schulleiter. Zum Nachfolger ernannte der Schulrat die in Langenau tätige Lehrerin Annemarie Müller. Sie ist seit 1971 an dieser Schule beschäftigt.

Der Vorstand des SPD-Ortsvereins fordert Innenminister Frieder Birzele auf, von einer Abschiebung der Kurdenfamilie Özcan Abstand zu nehmen.

Gute Nachricht erhält der Schopfheimer Stadtkämmerer: Das Land stellt für die Renovierung der Wiese-Brücke eine Viertelmillion DM zur Verfügung. Die Stadt hat allerdings mit DM 300.000,- gerechnet.

08. Juli 1994

Bereits 1.000 Unterschriften hat die Schopfheimer Bevölkerung zur Unterstützung der kurdischen Familie geleistet.

Nach rund 40 Jahren übergab der Schopfheimer Bäckermeister Walter Fischer den Betrieb an seine Tochter, Gabriele Brüderle.

09. Juli 1994

Durch die Aufwertung der Hauptschule, meint Manfred Spauszus von der Berufsfachschule Metall-Technik, werde diese bewährte zweijährige Berufsfachschule zum Aussterben verurteilt.

Das seit längerer Zeit geschlossene Restaurant »Sudhaus« steht unter neuer Leitung und wird heute wieder eröffnet.

Die Unabhängigen möchten, daß keine Teilfreigabe der Umgehungsstraße über die Kürnberger Straße erfolgt. Diese Belastung sei unverantwortlich.

Der CDU-Stadtverband hat sich in seiner letzten Sitzung mit dem Schicksal der kurdischen Familie Özcan beschäftigt. Mit der Prüfung des Falles hat sich nun auch MdB Ortrun Schätzle befaßt.

Bei einer Welt-Hunde-Ausstellung in Bern errang vor einigen Wochen der Hovard-Rüde »Athlet vom Mooswald« den Titel des Weltsiegers 1994. Eignerin dieses schönen Tieres ist die in Fahrnau lebende Nicole Heneka.

Auftakt zum Wiechser Dorffest auf dem Schulhof, das wiederum von vielen Menschen besucht wurde.

Im Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« wurde der Ortsteil Langenau von einer Fachjury beurteilt. Mit nur 78 von 100 möglichen Punkten reichte es nicht in die Siegerränge.

Das DRK Gersbach feiert seinen 25. Geburtstag.

Mit vier Vorstellungen gastiert das Galli Theater Freiburg während zweier Tage beim 2. Schopfheimer »Theatersommer«. Sämtliche Vorstellungen finden im Museumskeller statt.

10. Juli 1994

Zum bislang größten Pferdesport-Ereignis wurde das Reitturnier beim Reitverein Schopfheim. Rund 280 Reiterinnen und Reiter aus dem südbadischen Raum gaben sich mit 340 Pferden und Ponys ein Stelldichein. Erstmals wurde das Turnier, zu dem 3.000 Besucher kamen, an drei Tagen veranstaltet. Der Vorsitzende des Reitvereins, Volker Trefzger, konnte nicht nur mit dem Erfolg für den Verein zufrieden sein, er selbst errang auch sportliche Meriten.

Bei hochsommerlichen Temperaturen grümpeln Gersbachs Fußballer auf ihrem neuen Platz.

12. Juli 1994

Nachdem sich das DGB-Ortskartell in die Bundestagswahlen eingeschaltet hat, will es sich auch aktiv an der Bundestagswahl beteiligen. Themen wie »Gesundheitsreform« und »Innere Sicherheit« sollen diskutiert werden.

In einem Leserbrief wendet sich die Stadträtin Henny Timmermann gegen die Äußerungen der Unabhängigen, daß die vorübergehende Nutzung der Kürnberger Straße zur Umfahrung eine unverantwortliche Belastung darstelle. Sie erinnert an die unerträgliche Belastung in der Königsberger Straße im Oberfeld, insbesondere aber auch an den LKW-Verkehr in Langenau, der im Ortsteil noch 30 Jahre geduldet werden muß.

Sehr gut besucht sind bereits jetzt die diesjährigen Angebote des Kinderferienprogrammes, ein Programm, das den daheimgebliebenen Kindern die Sommerferien abwechslungsreich gestalten soll.

13. Juli 1994

Julie Blum, vor 10 Jahren durch ihr Buch und danach durch einen Film bekannt geworden, feiert im Georg-Reinhardt-Haus ihren 100. Geburtstag.

Auf der Suche nach einem Bürgermeister-Kandidaten befindet sich die SPD. Dies versicherte der Vorsitzende Rolf Strohm. Man könne diesen allerdings nicht »aus dem Hut zaubern«. Interessierter Bewerber stehen um dieses Amt nicht Schlange.

Eine eigene lokale Bahn-Zeitung, »Der Wiesentäler«, möchte die IG Pro Schiene herausgeben. Die Aktionsgemeinschaft wird sich am 25. September auch am Projekt »Mobiles Schopfheim« beteiligen.

Nach einem MT-Bericht meint der Pressesprecher des Bundes-Innenministeriums zum Kirchenasyl, daß es dies gar nicht gebe, denn die Bundesrepublik sei ein Rechtsstaat, in dem es ein Asylgesetz gibt. Eine gesellschaftliche Gruppe könne kein Sonderrecht in Anspruch nehmen, denn alles, was außerhalb des Rechts geschehe, sei rechtswidrig. Dr. Winter vom evangelischen Oberkirchenrat meint hingegen, daß die Kirche mit dem Kirchenasyl keineswegs den Rechtsstaat gefährden oder in Frage stellen wolle; das Kirchenasyl sei als Mahnung zu verstehen, daß ein Rechtsstaat auch in Einzelfällen seine eigenen Grundlagen nicht verletzen dürfe.

14. Juli 1994

Auch die Schopfheimer Firma Rietschle ist nun mit einer Tochterfirma in China präsent. Derzeit sind fünf chinesische Mitarbeiter dieser Firma - unter ihnen auch drei Damen - im Schopfheimer Stammhaus tätig. Die Rietschle-Tochter hat am 01. Juli 1994 die Produktion mit 580 Mitarbeitern in Zhenjiang/Provinz Jiangsu aufgenommen.

Voraussichtlich in der kommenden Woche sollen die Grabarbeiten auf dem »Pflug«-Areal beginnen, liest man heute in der BZ.

Familie Bäumle aus Wiechs schreibt der BZ in einem Fax, daß die Familie Özcan (im Kirchenasyl) durch ihr beherztes und schnelles Handeln unlängst für rasche ärztliche Versorgung und damit Rettung des verunglückten Karl Bäumle gesorgt hat.

Von morgen an rollt der Verkehr auf dem zweiten Bauabschnitt der Umgehungsstraße zwischen B 518 und Kürnberger Straße. Die Gesamtumfahrung soll bis Ende 1994 fertiggestellt sein.

Um 12.30 Uhr wird es plötzlich sehr dunkel. Eine Gewitterwolke verdüstert die Stadt, die Autos müssen mit Licht fahren. Gegen 13.00 Uhr wird es regelrecht Nacht, und es kracht und gießt wie aus Kübeln. Eine durch Blitzschlag verrückt spielende Brandmelde-Anlage in der Waldorf-Schule hat die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Während des Gewitters wurde die Feuerwehr auch in das Gasthaus »Krone« nach Wiechs gerufen. Es kam dort zu einer Implosion mehrerer Fernseher.

In der Nacht zum Freitag kommt es auf dem Schopfheimer Friedhof zu Grabschändungen.

15. Juli 1994

Die vhs stellt ihr Programm »Schopfheimer Konzerte« vor. In der kommenden Saison wird es erstmals ein Abonnement für diese Konzertreihe geben.

Die Raiffeisen-Zentralgenossenschaft will Bio-Kraftstoff aus Raps-Diesel populär machen. Bei der Schopfheimer ZG wird ein Fahrzeug unterhalten. Die Erfahrungen, so Geschäftsführer Karl-Heinz Klein, seien positiv. Wintererfahrungen liegen jedoch noch nicht vor. Der Kraftstoff soll von der Zentralgenossenschaft vertrieben werden.

Die Unterstützungs-Aktion für die Familie Özcan läuft noch immer. Bisher liegen 2.000 Unterschriften vor.

Pünktlich um 14 Uhr beginnt eine kleine Zeremonie bei der Abzweigung zur B 518 auf der neuen Bundesstraße. Straßenbaudirektor Hans Schneider erinnert in einem Überblick an den zweiten Bauabschnitt bis zur Kürnberger Straße und übergibt dann, nachdem auch Bürgermeister Fleck seine Freude über die Fertigstellung des Straßenteilstücks zum Ausdruck gebracht hatte, die 1,3 km lange Strecke dem Verkehr. Symbolisch befährt er mit dem Bürgermeister die Straße erstmals in Richtung Fahrnau.

Auch das Dreistern-Werk tätigt Auslandsgeschäfte mit China. Dieser Tage hat die Schopfheimer Firma vom chinesischen Unternehmen Suzhou Suxin Stainless Steel Co. Ltd. aus der Region Shanghai einen Auftrag in Höhe von DM 2,76 Mio. erhalten.

Zu Randalen kommt es im Schwimmbad während der Nachtstunden. Ein Bodensauger, der nachts in Betrieb ist, wurde beschädigt. Dadurch gelang Wasser ins Gerät, und die Steuerelektronik wurde zerstört. Der Schaden liegt bei DM 3.000,-.

16. Juli 1994

Am Gewerbekanal werden derzeit undichte Mauern unweit der Ölmühle Kaucher repariert. Damit soll dem Schaden, wie er von benachbarten Grundstücken reklamiert wird, behoben werden. Auch will man den Kanalfluß wieder so verändern, daß sich das Mühlrad der Ölmühle ohne Schaden drehen kann.

Dieser Tage empfing Bürgermeister Klaus Fleck das Ringertalent Stefanie Schrank aus Eichen. Die 13jährige ist amtierende deutsche Meisterin im Freistil-Ringen.

Die evangelische Beratungsstelle für Ehe- und Lebensfragen ist seit dem 01. Juli geschlossen. Die Maßnahme ist von der Kirche aus finanziellen Gründen erfolgt.

Die Schopfheimer Trefzer Druck GmbH hat nach dreijähriger Vorbereitungszeit von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Qualitätsmanagement-Systemen das Zertifikat für die Norm DIN ISO 9001 und das europäische EN 2900 erhalten.

Aus einem ehemaligen Schuppen beim früheren Farrenstall in Wiechs schlugen Flammen. Das Feuer brach vermutlich 28 Minuten nach Mitternacht aus. Es griff auf zwei Balkonlauben im Erd- und ersten Obergeschoß des angrenzenden Wohnhauses über. Bernd Schwöble ist froh, daß die Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle brachte. »Sonst hätten wir einen zweiten ›Pflug‹ gehabt«, meinte er. Die Wehr mit 22 Mann und vier Fahrzeugen sowie die Wiechser Wehr mit 19 Mann und zwei Fahrzeugen waren bis 4.00 Uhr in der Frühe mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die Ermittlungen dauern an; die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Durch den Brand sind zwei Wohnungen unbewohnbar geworden.

Fahrnaus Kaninchenzüchter zeigen ihre Tiere der Allgemeinheit. Dabei erreichen die Besuchszahlen am Fußballplatz des Ortsteiles gute Noten, ebenso wie die Tiere durch die Preisrichter.

17. Juli 1994

Hunderte von Rettichen gingen beim diesjährigen Rettich-Fest in der Altstadt an die Frau und den Mann.

Das Fußball-Endspiel, bei dem Brasilien die Weltmeisterschaft gewinnt, ist zu Ende, und in Schopfheim sind die Fans außer Rand und Band. Trotz Niederlage der Italiener geht ein Auto-Corso hupend durch die Innenstadt, und man feiert während Stunden den zweiten Platz der Landsleute.

18. Juli 1994

Einen üblen Scherz haben sich einige Jugendliche in der Talstraße in Langenau geleistet. Sie hoben mehrere Gully-Deckel ab und legten diese nur provisorisch über die Öffnungen. Nicht auszudenken, wenn auch nur ein Fahrzeug in die Öffnungen gefahren wäre.

19. Juli 1994

In die zweite Bezirksliga ist die erste Damen-Mannschaft des Tennisclubs Schopfheim aufgestiegen.

Gernot Pöpperl war gestern mit dem von ihm beauftragten Bauunternehmer Kiefer auf dem »Pflug«-Areal. Gleichzeitig begannen die Grabungsarbeiten, zu denen Pöpperl seit längerem die Genehmigung in Händen hält. Die Aushub- und Rohbauarbeiten wurden in einem Losverfahren an die Firma Kiefer aus Schopfheim vergeben.

Die Stadt siedelt Asylbewerber aus dem EKATO-Gebäude in der Hauptstraße in die Liegenschaft Wiesenweg 4 um. Ebenfalls werden Asylbewerber vom Wiesenweg 56/58 in den umgebauten Wiesenweg-Bau 4 umgesiedelt. Kritiken werden laut: Familien müssen sich Küche und Duschen im Keller teilen. Ordnungsamtsleiter Heinz Klemm betont, daß die betroffenen Familien und Einzelpersonen seit Monaten von der Maßnahme unterrichtet gewesen seien. Bürgermeister Fleck kann das Verhalten der Asylbewerber nicht verstehen, denn die neuen Unterkünfte haben alle fließendes Wasser in den Wohnungen, lediglich zum Duschen müssen die Bewohner in den Keller gehen. Das Haus ist außerdem mit einer Zentralheizung ausgestattet worden. Im Haus Wiesenweg hatten vor dem Umbau nur deutsche Familien gewohnt.

20. Juli 1994

Zur 50jährigen Wiederkehr des Attentats auf Adolf Hitler befragt das MT heute den Ehrenbürger Walter Faller, erklärter Gegner der Nazis, zu seinen Eindrücken von der damaligen Tat. Er meint, daß das Attentat damals keine direkten Auswirkungen auf Schopfheim gehabt habe. Die Diskussion, wie sie derzeit in der Bundesrepublik geführt wird und sich mit der Frage beschäftigt, ob Kommunisten wie Ulbricht und Piek in die zentrale Gedenkstätte für Widerstand gegen die Nazis aufgenommen werden sollen, ist für ihn »unbegreiflich«. Er habe gewiß »keine Sympathie« für die SED-Größen, trotzdem habe die KPD den höchsten Blutzoll im Kampf gegen das braune Regime gezahlt.

Quasi als Generalprobe konnte der Lörracher Sänger Hanno Müller-Brachmann sein Konzert im Haus Columban betrachten, denn er wird in wenigen Wochen beim Schleswig-Holstein-Festival unter Justus Frantz das in Schopfheim gebotene Liedprogramm erneut interpretieren können.

Die neue Besetzung des Stadtrates wird vom Kinderschutzbund zum Anlaß genommen, in einem Brief an die neuen Fraktionsvorsitzenden gewünschte Einrichtungen zu einer lebensbejahenden Kinder- und Jugendpolitik darzulegen; gleichzeitig wurde die Bereitschaft signalisiert, mit allen Kommunalpolitikern über diese Vorstellungen zu reden.

21. Juli 1994

Nach der Gemeinderatswahl ist nun auch klar, daß CDU und FWV weiterhin getrennt marschieren wollen. Sie bilden keine Fraktionsgemeinschaft. Dieter Leppert wird die dreiköpfige FWV-Fraktion führen, während auch der bisherige CDU-Fraktionschef Kurt Härzschel seine CDU weiterführen wird.

Mehr und mehr Schopfheimer bekunden Sympathie für die kurdische Familie Özcan. Pfr. Jobst teilt mit, daß es schon über 3.000 Unterstützungsunterschriften gibt.

Im Alter von 74 Jahren verstirbt Alfred Wirthensohn. Neben seiner Vereinstätigkeit in der TSG hat er sich insbesondere als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft Schopfheim einen Namen gemacht.

Wie heute bekannt wird, hat seit dem 01. Juni die Volksbank einen weiteren Prokuristen. Der 32jährige Günther Heck hat diese Berufung erhalten.

Für Verwirrung sorgt die neue Verkehrsregelung am »Hirschen« in Fahrnau. Die Kraftfahrer verhalten sich recht unschlüssig, es kommt aber auch zu Auffahrunfällen.

22. Juli 1994

Für die 30jährige Zugehörigkeit zur Badischen Zeitung durfte der Schopfheimer Geschäftsstellenleiter Kurt Echtle dieser Tage die Ehrung durch den Vertriebsleiter Heinz Müller entgegennehmen.

Bademeister Erich Walter konnte mit Manfred Cioffi den 50.000. Besucher im Schwimmbad begrüßen.

23. Juli 1994

Die Sohlrampe im Kanal entlang der »Schärers Au«, die ja seit Monaten den Anwohnern Sorge bereitet, wurde dieser Tage abgedichtet. Ob damit nun das Problem gelöst ist und, zum zweiten, das Mühlrad der Firma Kaucher wieder betrieben werden kann, ist noch nicht sicher.

25. Juli 1994

Zu Meinungsverschiedenheiten, die in der Presse ausgetragen werden, kommt es zwischen dem Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen, Klaus Kochendörfer, und Bürgermeister Klaus Fleck. Während der Bürgermeister die Ansicht vertritt, daß bei der Besetzung der Gemeinderatsausschüsse auch das d'Hondt'sche Verfahren angewandt werden muß, meint der Stadtrat, daß dies nach der Gemeindeordnung nicht so sein müsse. Kochendörfer sagt auch in einer ersten Besprechung beim Bürgermeister, daß er bei den anderen Fraktionen auf eine Blockade gestoßen sei. Diese wiederum widersprechen den Unabhängigen und behaupten, daß davon keine Rede sein könne. Man sei durchaus offen für vernünftige Vorschläge der neuen Fraktion.

26. Juli 1994

Die Presse berichtet, daß der Gemeinderat am Freitag in einer geheimen Sondersitzung den Bauhofleiter fristlos entlassen und gegen ihn Strafantrag gestellt hat.

Die Schopfheimer SPD-Stadtratsfraktion setzt sich mit einem Antrag für die von der Abschiebung bedrohte kurdische Familie Özcan ein.

27. Juli 1994

Bürgermeister Fleck stellt sich vor den Bauhof und äußert, daß dieser kein »Schlamperladen« sei. Der gekündigte Bauhofleiter meint der Presse gegenüber, daß er die Vorwürfe entkräften könne und sich nichts vorzuwerfen habe.

Für den gesamten Ortsteil Wiechs möchte die SPD nach Gesprächen mit dem Kinderschutzbund Tempo 30, ebenso soll im Ortsteil Langenau Tempo 40 beibehalten werden.

Die geänderte Vorfahrtsregelung am »Hirschen«-Dreieck in Fahrnau ist noch zu keinem Unfallschwerpunkt geworden.

Der Langenauer Kurt Ückert stellt seinen dritten Bildband »Alte Langenauer Bilder« vor. Es werden Fotografien aus dem Ortsteil von der Jahrhundertwende bis etwa 1960 gezeigt.

28. Juli 1994

Marie Seick feiert ihren 100. Geburtstag. Sie lebt seit 30 Jahren in Schopfheim und ist in dem einstigen Neumark im heutigen Polen geboren. Ihre Flucht führte sie zunächst nach Schleswig-Holstein, später zog sie dann ins Wiesental, wo Kinder von ihr lebten. Von ihren elf Nachkommen leben noch fünf. Die zweitälteste Schopfheimerin ist außergewöhnlich rüstig und freut sich mit ihren 14 Enkeln und 21 Urenkeln.

Staatssekretär Peter Reinelt, MdL, antwortet dem Bürgermeister auf dessen Weigerung, für die Regenwasser-Abgabe die Erhebungen vorzunehmen. Er meint, die bemängelten DM 25.000,- führten zu keiner nennenswerten Gebührenerhöhung. Außerdem sei nur bei jenen Gemeinden ein relevanter Verwaltungsaufwand entstanden, die keinen aktuellen Stand der Kanalisationsplanung aufweisen.

Im Schwimmbad Schweigmatt wurden bisher 6.000 Besucher gezählt.

29. Juli 1994

An der Wiesenbrücke zwischen Gündenhausen und Langenau werden in der Zeit vom 01. August bis voraussichtlich Ende September wegen Sanierungsarbeiten Verkehrsbehinderungen erwartet.

Wegen der Ferien fand der Flohmarkt in der Altstadt diesmal keine allzu große Resonanz.

30. Juli 1994

Während man in Hessen 240 Mikrogramm/m³ Ozon in den Meß-Stationen feststellte und Alarm schlug, wird im Landkreis Lörrach - so das MT heute - nichts unternommen, obwohl hier bis zu 251 Mikrogramm/m³ Luft an Ozonkonzentrationen gemessen worden waren.

Das Schopfheimer Verkehrsbüro stellt die neue Gästekarte vor. Wer seinen Urlaub hier verbringt, kann kostenlos mit dem City-Bus fahren. Es ist ebenfalls möglich, die SBG-Buslinie nach Gersbach kostenfrei zu benutzen. Jutta Beer sagt, daß Schopfheim der einzige Ort in weitem Umkreis sei, der diese kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs anbiete.

Dem »Kanal Ratte« steht der Weg zur eigenen Radio-Frequenz offen. Der Vorstand der Landesanstalt für Kommunikation hat die Radio-Frequenz 104,5 Hohe Möhr ausgeschrieben. Die Schopfheimer können sich nun um diese Frequenz bewerben. Allerdings wird diese nicht im gesamten Landkreis Lörrach, sondern nur in Schopfheim und im Oberen Wiesental zu hören sein.

Über das Freilichtspiel, das in Poligny zum wichtigsten Juni-Ereignis wurde, berichtet Eugen Herzog. 90 Laienschauspieler wirkten beim Stück »Die Prinzen und der Bettler« mit.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk startet eine Aktion »Ohne Auto mobil«. Sie will mit Bus und Bahn Gemeinden, Firmen, Museen und andere Einrichtungen in den nächsten Wochen besuchen.

Irmelinde Klemm gewann beim 11. Internationalen Langstreckenlauf »Rund um Schönau« den Wettbewerb.

01. August 1994

Im Raitbacher Ortschaftsrat wurde nun der Regionalplan 2000 vorberaten.

Vor dem Abschluß stehen die Arbeiten für das Schlachthaus im Ortsteil Raitbach. Die Kosten - so der Ortsvorsteher - bewegen sich im Kostenrahmen, der mit DM 14.000,- vorgegeben war.

Der Fußballverein Fahrnau stellt die neuen Spieler für die kommende Runde vor. »Auf jeden Fall mischen wir oben mit«, dessen ist man sich sicher. Vorsitzender Günther Jäckh sagt den neuen Spielern jede Unterstützung zu. »Allerdings bezahlen wir weder Ablösesummen noch Spielergelder«, betont er. Das Ziel ist, Platz Eins oder Zwei und damit den Wiederaufstieg zu erringen.

02. August 1994

Der KBK-Verlag aus Karlsruhe hat ein neues - das 20. - Einwohnerbuch von Schopfheim und Umgebung herausgebracht. Anschriften von Einwohnern, Firmen und Behörden sollen die gewünschten Informationen vermitteln.

»Hinter dem Wachstum Schopfheims steckt keine Bauwut«, argumentiert Bürgermeister Fleck. Er präsentiert der Presse einen Zwischenbericht zur Entwicklungsplanung. Danach liegt Schopfheim statistisch in der Wohnungsbestandsentwicklung im Durchschnitt.

03. August 1994

Mit den von der Stadt vorgegebenen Energie-Kennzahlen - so Bürgermeister Klaus Fleck der Presse gegenüber - reduziert sich der jährliche CO₂-Ausstoß im Wohngebiet »Bremt« gegenüber den geltenden Bestimmungen um über 400 Tonnen. Mit den Vorgaben der Niedrigenergie-Bauweise für alle kommunalen Grundstücke und 110 Geschoßwohnungen konnte zusätzlich der Ausstoß von 150 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden werden. In den beiden Entwicklungsgebieten »Schleife« und »Rebacker-Rütteberg« ist ebenfalls mit einer Reduzierung von etwa 350 Tonnen CO₂ pro Jahr zu rechnen.

04. August 1994

Ins Buch der Spitzensportler trug sich Hubert Klemm ein, nachdem ihn Bürgermeister Fleck im Rathaus für seinen internationalen Triathlon-Erfolg geehrt hatte. Klemm errang am 26. Juni in Nizza bei den Weltmeisterschaften im Triathlon in seiner Altersklasse den 3. Platz.

Mit kritischen Bemerkungen zum Regionalplan 2000 hält der Bürgermeister in seiner Stellungnahme zu diesem Planwerk nicht zurück. »Es fängt bei der Bedarfschätzung zur Bevölkerungsentwicklung an, die lediglich bis zum Jahre 2000 reicht, obwohl der Regionalplan eine lange Laufzeit hat«, kritisiert er.

Bereits 5.000 Unterschriften wurden zur Unterstützung der Familie Özcan gesammelt.

05. August 1994

Zum 175. Geburtstag von Johann Georg Uehlin hat die Museumsgesellschaft eine Ausstellung im Museum organisiert und heute eröffnet. Die Ausstellung widmet sich dem Rotgerber, Revolutionär, Verleger, Buchdrucker und Dichter. Der Presseberichterstatter schreibt: »Man wird auf ein Leben aufmerksam gemacht, das interessant und provokativ ist«.

Mit dem Modellprojekt »Mobiles Schopfheim« befaßte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk. Sie besuchte dazu Schopfheim und nahm auch den Schopfheimer Bahnhof dabei kritisch unter die Lupe. Das Urteil: Service, Kundenfreundlichkeit, Gestaltung und Sicherheit waren insgesamt gut, lediglich Park-and-Ride-Plätze fehlten, meinte die Abgeordnete. Sie äußerte sich auch zur Kurdenfamilie Özcan. Man sollte die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, sagte sie, denn die Entscheidung sei reine Ländersache. Sie wolle jedoch versuchen, auf einige Landespolitiker Einfluß zu nehmen.

Der Staatsanwalt hat nun die Kripo Lörrach eingeschaltet, um gegen den Schopfheimer Bauhofleiter, gegen den Strafanzeige erstattet worden war, zu ermitteln.

06. August 1994

Nach nur fünf Wochen konnte die Renovierung des Kindergartens »Lus« der evangelischen Kirche abgeschlossen werden. Mit einem »Tag der offenen Tür« werden die Räume nun der Öffentlichkeit präsentiert. Seine Freude darüber äußerte Pfr. Dr. Michael Hoffmann als Vorsitzender des Kirchengemeinderates. Bürgermeister Klaus Fleck lobte die kooperative Zusammenarbeit.

Keine Beanstandung bei der Verkehrsbefragung kann die Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg bei der Erhebung durch die Prognos AG erkennen. Allerdings, die Vereinbarung zwischen Stadt und Prognos hätte nicht mündlich, sondern schriftlich erfolgen müssen.

Zu einem vollen Erfolg wurde Raitbachs Dorfhock an der Webergasse.

08. August 1994

Norbert Schneider, neuer Trainer der SVS-Fußballer, hat dieser Tage mit dem Vorbereitungs-Training zur neuen Saison begonnen. Bescheiden möchte er diese angehen, denn der Bezirksligist muß in der neuen Spielzeit auf einige der Routiniers verzichten.

Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Ortrun Schätzle weilt die Jugendfeuerwehr Schopfheims in Berlin und besuchte auch die Feuerwache in Kleinmachnow.

Zu einer Stadtrand-Erholung für ältere Menschen lädt die evangelische Kirchengemeinde ein. Die Freizeit steht unter dem Thema »Urlaub, aber zuhause schlafen«. Man verbringt den Tag gemeinsam in Gersbach, bevor man abends wieder in die gewohnte Umgebung zurückkehrt.

09. August 1994

Vor Tagen trafen sich die Mitglieder der IG Pro Schiene, um u.a. über die Wiedereröffnung der Expressgut-Station zu sprechen. Man fordert eine erneute Öffnung des Tarifpunktes Hausen-Raitbach. Dringender denn je bedürfe es hierzu einer Zusammenarbeit von an Verkehrsfragen interessierten Gruppen. Heiner A. Baur ist für die Initiative »Arbeitskreis Bahn/Straße/Güter« zuständig. Er möchte zum Gütertarifpunkt neben Einzelpersonen auch Betriebe, die Gewerkschaften, den BUND und andere einladen. Neuer verkehrspolitischer Sprecher der IG Pro Schiene ist Dr. Jost Noller.

Die Badminton-Spielerin Nicole Grether kehrt von einer dreiwöchigen China-Reise zurück und meint, es sei erstaunlich, daß dort 13- bis 14jährige Spieler sensationell gut sind. Die Reise wurde von der europäischen Badminton-Union für Spitzenspieler aus Schweden, den Niederlanden, Dänemark und Großbritannien organisiert. Nun hat sich die Schopfheimerin für zwei Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet und wird in München ihre dreimonatige Grundausbildung im Sanitätsdienst absolvieren. Danach wird sie in das Sport-Förderprogramm der Bundeswehr aufgenommen. Sie erhofft sich davon konzentrierte Vorbereitung auf die Olympiade 1996.

10. August 1994

Von der Bevölkerung wird kaum Notiz davon genommen, daß die Regio-Tour mit ihrem Rundkurs von Wehr über Schopfheim führt. Den Rundkurs gewann der Pole Tomasz Brocyna.

11. August 1994

Das letzte Milchhäuschen schließt zum Ende dieses Monats. Wiechs hat nun als letzter Ortsteil diese Einrichtung verloren. Die Breisgau-Milch wird die Milch künftig nur noch jeden zweiten Tag direkt bei den Landwirten abholen. Dies führte dazu, daß einige Landwirte sehr hohe Investitionen vornehmen mußten, andere wiederum, die in einigen Jahren ans Aufhören denken, konnten sich diese Investitionen nicht mehr leisten und müssen bereits jetzt ihre Tätigkeit als Landwirt aufgeben. Hans-Dieter Reif, ein junger Landwirt, der in seinen Betrieb investiert hat, meinte der Presse gegenüber: »Mit der Schließung des Milchhäuschens verliert Wiechs auch einen Treff, bei dem Landwirte sich zum Gedankenaustausch getroffen haben«.

Bei der Firma Laempe werden seit dem 01. Juli wieder 40 Stunden die Woche gearbeitet. Die kurzzeitige Erhöhung der Arbeitszeit – so die Firma – habe eine positive Bilanz erbracht. Aufträge im Gesamtwert von DM 8,5 Mio. seien »an Land gezogen« worden, sogar von einem »Auftragsstau« war die Rede.

12. August 1994

Um Informationen über die jüngste deutsche Geschichte zu geben, kam der ehemalige SED-Regimekritiker und Mann der Ersten Stunde nach der Wende, Rainer Eppelmann, in die Markgrafenstadt. Im »Markgrafen« referierte er vor der Senioren-Union auf Einladung von Ortrun Schätzle, MdB.

Die Anfrage der Zentralgenossenschaft, ob die Stadt Schopfheim nicht auch Raps-Diesel bei ihren Fahrzeugen einsetzen möchte, ging auch bei Bürgermeister Fleck ein. Er ist jedoch noch skeptisch und meint der Zeitung gegenüber, die Stadt lege großen Wert auf die Gesamtbilanz, und diese liege noch nicht vor. Zuviele Fragen seien noch offen, so beispielsweise die Emission von Lachgas, die von Raps freigesetzt werde.

13. August 1994

Ein Informations- und Verkaufsbüro hat der Bauunternehmer Gernot Pöpperl nun beim »Pflug«-Areal errichtet. Joachim Haberer wird von diesem Büro aus die Immobilien »an den Mann« bringen.

Nach Auskunft von Bürgermeister Fleck können die Schüler der Hebel-Schule nun ihren Sport-Unterricht in der Langenauer Halle durchführen. Wer die Kosten trägt, ist allerdings noch nicht vom Tisch.

14. August 1994

Totale Feststimmung war beim Güggeli-Fest des Gündenhausener »Hexen-Zinkens« angesagt.

Bei der Einweihung einer neuen Ringermatte in der Hülschenmatthalle kam es während des freundschaftlichen Wettkampfs zwischen der SG Eichen und Ringern aus Gresgen zu einer Verletzung. Ein Ringer aus Gresgen mußte schließlich ins Krankenhaus verbracht werden. Vorsitzender Joachim Keller meinte, daß man sich diese universell einsetzbare Matte ohne die Zuschüsse von Sportbund und Stadt nicht hätte leisten können.

In der Alten Kirche St. Michael bot das Ensemble Claudio Monteverdi aus Marbach ein außergewöhnliches Chorkonzert.

Die 12jährige Antje Henke war die 10.000. Besucherin im Schweigmatter Schwimmbad.

Zu einem Hock unter der Dorflinde lädt der Musikverein Gersbach zusammen mit der Trachtenkapelle Häg ein. Hier sind die Dorfbewohner und natürlich die Feriengäste herzlich willkommen.

15. August 1994

Mit der zweiten Erschließungsstraße in der »Schleife« wurde heute begonnen. Wenn diese Straße fertiggestellt ist, kann man von der Wiechser Straße direkt über die Hauptstraße in die Altstadt fahren. »Damit wird wieder ein Teil des Verkehrskonzepts realisiert«, so der Bürgermeister.

16. August 1994

Ein Musik-Ensemble aus Moskau begeisterte vor wenigen Tagen viele Zuhörer im Haus Columban. Hervorragend wurden russische Volksweisen auf dem Akkordeon und der Balalaika interpretiert.

Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen will das Ermittlungsverfahren gegen den technischen Leiter der Deponie Scheinberg einstellen. Die Anklagebehörde sieht aufgrund der Vorkommnisse des vergangenen Jahres keinen Verdacht der Grundwasserverunreinigung durch den Deponie-Betreiber.

Wie heute bekannt wird, kommt am 19. September Ministerpräsident Erwin Teufel zur Einweihung des größten Bauabschnittes der Firma ppe nach Schopfheim.

17. August 1994

Marion Caspers-Merk, MdB, besuchte die Familie Özcan. In einem Gespräch machte sie noch einmal deutlich, daß es dem Einfluß einer Bundestagsabgeordneten entzogen ist, über diesen Fall zu entscheiden. Es ist dies reine Ländersache. Frau Caspers-Merk versprach jedoch, aktuelle Informationen über die kurdische Heimatprovinz der Familie einzuholen. Aus humanitären Gründen sollte aber ein Spielraum bei Entscheidungen gelassen werden, zumal die Familie schon vier Jahre hier lebe, meinte die Abgeordnete.

In der Frühe gingen die ehemaligen NVA-Fahrzeuge, die Bürgermeister Fleck besorgte, auf den Weg nach Kamerun. Sechs Ehrenamtliche werden die Fahrzeuge nach Hamburg bringen. Dort erfolgt die Verladung auf ein Schiff. Mit den vier Fahrzeugen werden auch Krankenhausbetten die Reise ins Partnerland nach Dikume antreten.

Von der kommenden Woche an müssen die Autofahrer auf der B 317-Umfahrung langsamer fahren. In allen Einmündungsbereichen wird Tempo 70 angeordnet.

Das 40jährige Dienstjubiläum bei der Barmer Ersatzkasse feiert deren Geschäftsstellenleiterin, Helene Loritz. Sie erhält von Bezirksgeschäftsführer Rolf Knie die Ehrenurkunde der BEK. Frau Loritz ist seit 30 Jahren an der Schopfheimer Geschäftsstelle als Leiterin tätig.

18. August 1994

Jeanette Schweitzer vom »Verein für die Interessen terrorisierter Mitmenschen« war von den Wirtschaftsjunioren zu einem Vortrag in die IHK eingeladen worden. Sie referierte über die Praktiken der Scientology-Sekte und warnte vor deren Machenschaften. Schwerpunkt des Referates war, wie die Scientologen in die Wirtschaft hineinwirken und dort Verflechtungen aufbauen, um ihre »Ethik« zu festigen.

19. August 1994

Dem Vorwurf von Rainer Eppelmann, die SPD würde das Entschädigungsgesetz blockieren, entgegnet heute Dr. Jost Noller. Er meint, daß es nur zum Teil stimme; die SPD wolle nicht, daß Großgrundbesitzer, die während der sowjetischen Besatzung enteignet worden waren, ihre Ländereien bevorzugt wiedererhalten. Da die CDU einer Trennung des Gesetzes nicht zustimme, blieben die Sozialdemokraten bei der Ablehnung des gesamten Gesetzes.

Großes Interesse zeigten die Kürnberger bei ihrer Bürgerversammlung. Es ging dort darum, am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« in einigen Jahren teilzunehmen. Die Referenten des Abends, Herr Lienemann vom Landratsamt und der Bürchauer Bürgermeister Baier appellierten an die Einwohner mit dem Satz: »Sie müssen nur Mut haben, Ihr Dorf zu verschönern«.

20. August 1994

Bemängelt wird vom SVS-Vorstand der derzeitige Zustand des Fußballplatzes. Oberfläche, Untergrund und Drainage seien total kaputt, so der Vorsitzende Bernhard Kuri.

Schopfheims Modellfluggruppe und zahlreiche eingeladene Gäste trafen sich auf dem Vereinsgelände zwischen Schopfheim und Dossenbach. 80 Modelle waren nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft zu bewundern.

Michael Straub will, obwohl er in den Kreistag gewählt wurde, in diesen nicht eintreten. Das Landratsamt bestätigt, daß dies möglich ist, wenn er sein Stadtratsmandat annimmt. Für ihn wird Ingrid Steven dem Kreisgremium angehören.

Bei wunderschönem Wetter konnten die Veranstalter des Waldfestes an der Schillerlinde in Fahrnau zufrieden sein. Bereits am Samstagabend und dann auch am Sonntag während des ganzen Tages kamen viele zum traditionellen Hock des Musikvereins Fahrnau.

22. August 1994

Landrat Rübsamen meint in einer Sitzung des Betriebsausschusses der Abfalldeponie Scheinberg, daß der Besuch der Bürgermeister am 01. April des Vorjahres auf der Deponie Anlaß der Anschuldigungen gegen den Betriebsleiter gewesen seien. Es habe sich herausgestellt, daß im Eigenbetrieb verantwortlich und pflichtbewußt gearbeitet worden sei. Von den Anschuldigungen sei nichts übriggeblieben.

Sonja Fumey aus Poligny arbeitet derzeit im Berggasthaus »Hohe Flum«. Sie will während des Ferienjobs ihre Deutschkenntnisse in der Partnerstadt verbessern.

236 ABC-Schützen aus Schopfheim und den Ortsteilen beginnen mit ihrem Schulalltag. In der Dr. Max-Metzger-Schule werden 94 Erstkläßler eingeschult. In Fahrnau sind es 79 Kinder, die in die Schule eintreten.

23. August 1994

Nun hat auch die SPD ihren Fraktionsvorsitzenden für die nächste Wahlperiode des Gemeinderates. Robert Zapp wird die Fraktion weiter führen. Seine Vertreter sind Roland Meder und Artur Cremans.

24. August 1994

Zur sechsten und letzten Ortschaftsratssitzung dieser Legislaturperiode trifft sich der Ortschaftsrat Wiechs. Man möchte das Milchhüsli, das von der Breisgau-Milch gegen Höchstgebot veräußert werden soll, für örtliche Zwecke sichern.

Dieser Tage gab es bei einem Konzert des Regio-Ensembles Basel mit dem Schopfheimer Rainer Kellmayer (Querflöte) begeisterte Ovationen.

Ende September erhält die Ortsdurchfahrt in Langenau einen neuen Straßenbelag.

Das »Mobile Schopfheim« steht unter neuer Führung: Dr. Ralf Dettermaier hat das Büro mit seinen modellhaften Funktionen übernommen.

25. August 1994

Dieser Tage veröffentlichte die vhs ihr neuestes Herbst-Programm.

Schüler der Hebel-Schule sind dabei, eine Fahrrad-Werkstatt aufzubauen. Nun wird mit Hilfe des Projektes »Mobiles Schopfheim« ein Unterstand für Fahrräder gebaut. Unter Anleitung des Lehrers Konrad Grund errichten die Schüler diesen Schuppen selbst; sie bohren, sägen, messen und rechnen. Dabei sollen sie auch gleichzeitig handwerkliche Tätigkeiten erlernen.

Die ersten Buden fürs Städtlifest am Wochenende werden bereits aufgebaut.

26. August 1994

Viel Geduld brachten bisher die Bewohner der Langgasse beim Neubau der B 317-Umgehung auf. Die Baustelle behindert den Zugang zu diesem Wohngebiet erheblich. Nun soll er gänzlich gesperrt werden. Den Bewohnern bleibt dann nur der Weg über die Kürnberger Straße und über einen bereits vorhandenen Fußgängersteg. Diesen halten sie für viel zu gefährlich. Sie legen deswegen Protest beim Straßenbauamt ein. Regierungsbaudirektor Schmidt meint, eine geforderte Überdachung dieses Steges sei nicht möglich. Beleuchtet soll er allerdings werden. Man bezweifelt in der Langgasse, daß der Steg, der sicher bis zum Frühjahr 1995 begangen werden muß, auch unfallsicher ist. Verschmutzt wird er allemal, sodaß die Überdachung notwendig wird. Der Baudirektor lehnte dies jedoch rundweg ab, er will dies auch gar nicht weiter erwägen. Manfred Ruhmann, der Sprecher der Anwohner, meint: »Wenn die Baustelle sich auf dem ›Altig‹ befände, würden sicher alle unsere Wünsche erfüllt. Unsere Ängste und Bedenken werden vom Bauunternehmer, dem Staat, nicht ernstgenommen.«

Kurt Härzschel gibt den CDU-Fraktionsvorsitz ab. Der christdemokratische Politiker, der im Juni 70 alt wurde, stand vierzehn Jahre an der Spitze der Fraktion. Zum neuen Fraktionschef wählte die CDU einstimmig Rudolf Quandt.

Am katholischen Kindergarten, wo Schwester Stefanie 10 Jahre lang die Leitung innehatte, vollzieht sich ein Wechsel. Die jetzige Leiterin wird vom Orden abberufen. Schwester Elvira Schmidt übernimmt nun ihre Aufgaben.

Beim Wohn- und Geschäftshaus »Im Winkel« wird heute Richtfest gefeiert. Es entstehen 70 Wohnungen und acht Gewerberäume. 68% dieser Baufläche, so Bauträger Heuer & Heuer, seien bisher verkauft.

Der Stadtrat muß über einen vom Arbeitsrichter vorgeschlagenen Vergleich entscheiden. Der Bauhofleiter hat gegen seine fristlose Kündigung geklagt. Diese sei, so der Arbeitsrichter, nicht haltbar. Er schlug deshalb den Vergleich vor.

Die GRÜNEN Schopfheims unterstützen des geplante »Kanal Ratte«-Projekt.

27. August 1994

Beim ersten Treffen nach der Sommerpause gibt der Sprecher der GRÜNEN, Ehrenfried Barnet, seine Funktion auf. Die Partei sucht nun einen neuen Vorstand. Dr. Eva-Maria Jopski äußert sich enttäuscht über das Wählerverhalten, da die Oppositionsarbeit nicht mit der nötigen Anzahl Stimmen honoriert wurde. Sie meint aber auch, daß die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort ungenügend gewesen sei.

Über das Leben und die Leute in der Partnerstadt informiert erneut Eugen Herzog. Ähnliche Probleme wie Schopfheim hat auch die französische Jurastadt, denn ein Parkverbot in der Innenstadt wird von den Kaufleuten mit wenig Verständnis begleitet. Herzog schreibt: »Es ist schwer, allen zu gefallen, besonders, wenn man Neuerungen einführen will. In Poligny bleiben die Leute gerne beim Alten«.

Bei wunderschönem Wetter feiern die Schopfheimer mit Gästen aus nah und fern ihr Städtlifest.

28. August 1994

Ehrgeiz und Spaß wetteiferten beim 5. Schopfheimer Triathlon, der Start und Ziel, wie in den vergangenen Jahren, im Schwimmbad hatte.

29. August 1994

Einbrecher machen das Schwimmbad unsicher. Kurz nach Mitternacht wird der Kiosk durchwühlt. Die Polizei ermittelt.

Die Unabhängigen diskutieren über den öffentlichen Personen-Nahverkehr mit der IG Pro Schiene. Im Rahmen des Regionalplanes will man nicht nur von Erhalten, sondern von konkretem Planentwickeln reden.

Für 16 Stadträtinnen und -räte endet die Arbeit als Kommunalpolitiker. Bürgermeister Klaus Fleck verabschiedet sie in öffentlicher Gemeinderatssitzung. Er zeichnete die Ausscheidenden je nach Zugehörigkeitsdauer zum Gemeinderat mit dem Golddukaten oder dem Silberdukaten der Stadt aus. Nach 27 Jahren kommunalpolitischen Engagements scheidet Max Ühlin aus Gersbach aus, Karl Schmid (SPD) gehörte 26 Jahre dem Gemeinderat Schopfheim und Fahrnau an. Nach 19 Jahren scheidet Rolf Nabbefeld (FWV) aus. Drei volle Amtsperioden, also 15 Jahre, gehörte Roswitha Blümle (F.D.P.) dem Gemeinderat an. Rudolf Keller (SPD) war insgesamt 12 Jahre lang in der kommunalpolitischen Verantwortung. Bernhard Kuri (SPD) gehörte dem Gremium 10 Jahre lang an. Der Stadtrat der GRÜNEN, Klaus Böttger, war zwei Amtsperioden (10 Jahre) engagierter Vertreter der ökologischen Partei. Ebenfalls 10 Jahre war Hansjörg Adolph (FWV) im Stadtrat, und Helmut Mutter (CDU), der sechs Jahre dem Rat angehörte, scheidet ebenfalls aus. Inge Geiger (SPD) verläßt ebenfalls nach einer Amtsperiode den Gemeinderat. Brigitte Leisinger (SPD) war während der Amtsperiode für Karl Selz nachgerückt. Sie gehörte jedoch dem Gemeinderat bereits früher an. Dr. Jost Noller und Alfred Horn (beide SPD) scheiden ebenfalls nach einer Amtsperiode aus dem Kommunalamt. Dr. Helga Beikirch (CDU) war fünf Jahre lang Vertreterin der Bürger, Adolf Winterhalder (FWV) kam für Walter Flößer und Karl Mennicken-Martensen (GRÜNE) für Henning Kupfer in den Rat.

Rückblick hält und Bilanz zieht Bürgermeister Klaus Fleck in der letzten Gemeinderatsitzung über die vergangenen fünf Amtsjahre.

Der Bürgermeister teilt in der öffentlichen Gemeinderatssitzung mit, daß der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung den Vergleich mit dem Bauhofleiter vor dem Arbeitsgericht angenommen hat.

Die Königsberger Straße bleibt trotz Unfällen auch weiterhin offen. Die Freien Wähler haben in der Gemeinderatssitzung die Schließung beantragt.

30. August 1994

Nach den neuen Plänen für die Bebauung auf der »Schärers Au« hat der Grundstückseigentümer nur noch eine eingeschossige Tiefgarage vorgesehen. In größerem Stil soll eine Altenwohnanlage »Betreutes Wohnen im Alter« mit etwa 40 Einheiten entstehen.

Nun sind die Parkplätze in der Hebelstraße zwischen der Eisdiele und der Firma Keilbach nicht mehr nutzbar; die Baustelle für den »Pflug« hat diese Fläche nun auch erfaßt.

25 Schreinerlehrlinge stellen ihre Gesellenstücke im Berufsbildungszentrum aus.

Schopfheims alte und neue Gemeinderäte und die Gemeinderäte aus der Verwaltungsgemeinschaft diskutieren mit dem Verbandsdirektor des Regionalverbands, Franz Schwendemann, über den Regionalplan 2000. Schwendemann verteidigt das Planwerk, das insbesondere wegen der Wohnraumbedarfszahlen von Bürgermeister Fleck in Frage gestellt wird. Kritisiert wurde auch, daß das Kapitel »Wirtschaft« im Regionalplan ausgeklammert ist, insbesondere IHK-Geschäftsführer Immo Leisinger meinte, ohne Aussagen zur Wirtschaft könne das Ziel Interessensausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie nicht erreicht werden.

In der Fahrnauer Straße kommt es zu einem Zimmerbrand. Um 19.40 Uhr muß die Wehr ausrücken, um ein Sofa zu löschen.

31. August 1994

Laut einhelligem Beschluß der Fraktion der Unabhängigen will man zum Ersten Bürgermeister-Stellvertreter den Stimmenkönig Karl Selz küren.

Für Kontinuität im alten Trott seien sie nicht gewählt worden – so die Unabhängigen. Sie wollen eine Änderung der Hauptsatzung und der Geschäftsordnung des Gemeinderates. Wesentlich dabei ist, daß die Gemeinderäte und die Öffentlichkeit künftig mindestens eine Woche vor Sitzungsbeginn über die Tagesordnung informiert werden und die Vorlagen erhalten. Daraus ergibt sich nach ihrer Meinung auch ein dreiwöchiger Sitzungsturnus des Gemeinderates und eine effektivere Arbeit in den beschließenden Ausschüssen. Die Unabhängigen fordern weiter, die Zuständigkeit des bisherigen Hauptausschusses auf zwei neue Beschließende Ausschüsse, einen Finanz- und Verwaltungsausschuß sowie einen Sozial- und Kulturausschuß aufzuteilen.

Endgültig hat das Schwimmbad die Saison beendet. Genau 80.701 Besucher durften gezählt werden. Im Juli allein waren es 34.000 Menschen, die das Bad aufsuchten. Ein Rekord, wie Bademeister Walter meinte, den es innerhalb eines Monats noch nie gegeben habe.

01. September 1994

Rita Rümmele aus Schopfheim feiert das 25jährige Betriebsjubiläum beim Großversandhaus Schöpflin.

Nach 20 Jahren der Tätigkeit an der Schopfheimer Berufsschule geht der katholische Religionslehrer Alban Müller in den Ruhestand.

02. September 1994

Nicht einigen konnten sich die Fraktionen über die künftige Sitzordnung im Rathaussaal. Bis eine Einigung erzielt wird, hat der Bürgermeister die Sitzordnung festgelegt.

Stefan Götz wurde als zweiter Richter an das Amtsgericht Schopfheim versetzt. Nach einjährigem Aufenthalt wird sein Vorgänger, Ulrich Menzer, die Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft Waldshut fortsetzen.

Der Schopfheimer Meinrad Rümmele wurde dieser Tage nach 29jähriger Kreisrats-Tätigkeit vom Landrat verabschiedet.

Der Förderkreis Ferienzentren Schopfheim e.V. sucht Interessenten, die mit nach Korsika fahren, um den Einheimischen dort bei der Nußernte zu helfen.

Generationenwechsel im Autohaus Lehmann: Der bisherige Chef, Horst Lehmann, wird sich künftig nur noch um den Verkauf kümmern, während sein Sohn Markus nun nach Fertigstellung der Ausstellungshalle den Werkstattbereich verantwortlich übernimmt.

Der Ortschaftsrat Kürnberg verabschiedet seine bisherigen Mitglieder und den bisherigen Ortsvorsteher Rudolf Keller. Sowohl Bürgermeister Fleck als auch die Ortschaftsräte bedanken sich bei ihm für die gute und harmonische Zusammenarbeit während seiner 10jährigen Amtszeit. Als stellvertretender Ortsvorsteher wird er auch künftig die Belange des Ortes mitprägen. Zum neuen Ortsvorsteher wurde Siegfried Schmidt gewählt. Er muß noch durch den Gemeinderat bestätigt werden.

03. September 1994

Die Eichener Organisatoren haben wiederum einen Gala-Abend bei ihrem Bockbier-Fest veranstaltet. Der Jodelkönig aus Japan, Takeo Ishi, erfüllte mit seinen halsbrecherischen Liedern die Erwartungen der Gäste. Ganz zum Schluß des vierstündigen Programms trat dann der Panflöten-Star Eduard Simoni mit seinen romantischen Panflötenklängen auf.

Probleme gibt es immer noch am Gewerbekanal in der »Schärers Au«. Der Kanal – so Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann – sei dicht, doch der Lärm mache den neuen Anwohnern zu schaffen. Stadtrat Cremans will am Montag im Gemeinderat von der Verwaltung Klarheit, wer den Auftrag zum Umbau gegeben hat, und wieviel dafür ausgegeben worden ist.

Die Stelle des Bürgermeisters wird heute in allen Tageszeitungen ausgeschrieben. Die Wahl findet bekanntlich am 13. November d.J. statt. Die Amtszeit von Klaus Fleck läuft am 01. Januar 1995 aus.

04. September 1994

Sommerfest des Markus-Pflüger-Heimes bei strahlendem Sonnenschein.

Raphael Pollack stellt in der Galerie »Grüne Schlange« aus. Zur Vernissage kamen auch so bekannte Künstler wie der Bassist John Illsley und der Schriftsteller Horst Hummel aus Berlin, der den Künstler vorstellte. Pollack, der in Washington geboren wurde und in New York lebt, verbrachte – so konnte man bei der Laudatio hören – viele Jahre seiner Schulzeit bei der Familie Robert de Niros.

Herrlich war das Wetter bei der Geburtstagsfeier der Feuerwehr Gersbach. 130 Jahre ist die Abteilung alt. Dies nahm man zum Anlaß, beim Gerätehaus ein Fest zu veranstalten. Abteilungskommandant Roland Blum und seine Löschgruppe zeigten in einer Übung ihr Können in technischer Hilfeleistung.

05. September 1994

Um 7.30 Uhr traf die Bewerbung des Bürgermeisters Klaus Fleck für eine neue Amtszeit im Rathaus ein. Eine Stunde später kam die Bewerbung des Mannheimers Werner Tereba mit der Post an.

Ein brennender Herd am Wiesenweg hat die Feuerwehr in Alarm versetzt. Der Brand konnte von den Floriansjüngern schnell eingedämmt werden.

Der neue Gemeinderat wird von Bürgermeister Klaus Fleck in der ersten Sitzung verpflichtet. Außer Regina Blum waren alle Vertreter anwesend. Frau Blum muß in einer späteren Sitzung verpflichtet werden. Uneinig ist man sich nach wie vor, wer wo im Rathaussaal sitzt. In der nächsten Sitzung soll über die endgültige Sitzordnung Beschluß gefaßt werden. Die Unabhängigen als stärkste Fraktion wollen bei der Verwaltung sitzen, dies in einem Block. Die SPD will links und die CDU rechts des Bürgermeisters Platz nehmen. Alles läßt sich so aber nicht »unter einen Hut« bringen.

Verabschiedet wurde im Gemeinderat die neue Hauptsatzung, wobei der Antrag der Unabhängigen, den Hauptausschuß aufzuteilen und einen Sozial- und Kulturausschuß zusätzlich zu bilden, nicht angenommen wurde.

Eine Abstimmung besonderer Art gab es bei der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter: Entgegen dem bisher ungeschriebenen Gesetz, wonach die stärkste Fraktion den ersten ehrenamtlichen Bürgermeister-Stellvertreter stellt, ergab die geheime Wahl eine deutliche Mehrheit für den SPD-Kandidaten Artur Cremans. Der Kandidat der Unabhängigen, der stärksten Fraktion, Karl Selz, unterlag bei dieser Abstimmung. Zweiter ehrenamtlicher Bürgermeister-Stellvertreter wurde Kurt Härzschel, und zum dritten wählte der Gemeinderat Michael Straub; er setzte sich gegen Henny Timmermann durch. Bei der Wahl des zweiten und dritten Stellvertreters beteiligten sich nach Angabe ihres Fraktionsvorsitzenden die Unabhängigen nicht mehr. Demzufolge waren auch viele Stimmzettel ungültig, da leer abgegeben.

Den Wunsch nach einer Spielstraße am »Floßkanal« brachte namens der Anwohner Andrea Millhahn-Menne im Gemeinderat vor.

Temperamentvoll war der Abschluß des diesjährigen Bockbier-Festes mit dem bereits traditionellen Handwerkerhock.

Bei den Vereinsmeisterschaften des Tennisclubs Langenau gab es Überraschungen. Sowohl in der Damen-Konkurrenz als auch im Doppel-Wettbewerb der Herren unterlag der Vorjahressieger und Titelverteidiger. Die Herren-Konkurrenz wurde von Alexander Naskrent beherrscht, der zum dritten Mal in Folge Vereinsmeister wurde. Bei den Damen siegte nach einem spannenden Endspiel Uschi Bernauer gegen die Titelverteidigerin Gaby Naskrent. Hart umkämpft war das Endspiel im Herren-Doppel, das schließlich Sven Elsässer und Thomas Bannwarth gegen die Titelverteidiger Peter und Alexander Naskrent für sich entschieden.

Bürgermeister Klaus Fleck war bei der Verabschiedung der Ortschaftsräte in Langenau und bei der Neuverpflichtung der Gemeindevertreter. Gleichzeitig verabschiedete er den bisherigen Ortsvorsteher, Hermann Schmitt, der für dieses Amt nicht mehr kandidiert hatte. Hans Weinbrechtinger wird künftig den Ortsteil als Ortsvorsteher repräsentieren. Stellvertreter wird die Ortschaftsrätin Henny Timmermann. Hermann Schmitt, der seit 1984 das Amt bekleidete, kandidierte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr.

06. September 1994

Vor Tagen informierte beim Langenauer Altennachmittag Pfr. Schaupp über seinen jüngsten Besuch in Indonesien. Danach referierte die Psychologin Hüstermann aus Lörrach zum Thema »Einsamkeit im Alter«.

07. September 1994

In der Galerie »Lochmühle« in Gersbach präsentiert Erika Kocher-Theeg eine neue Ausstellung mit Bildern und Skulpturen, daneben auch Keramiken und Glasobjekten. Es sind Werke von Karin Steiner und vom Glaskünstler-Ehepaar Andrea Widmann und Georg Kraszinst.

Hans Keller wird bei der konstituierenden Sitzung des Ortschaftsrates in Eichen erneut das Vertrauen ausgesprochen. Wiederum wird er zum Ortsvorsteher gewählt; sein Stellvertreter wird Hans Schwald. Hans Keller bekleidet das Amt nun in der dritten Legislaturperiode.

08. September 1994

Über eine Spende von DM 2.000,– freute sich dieser Tage das DRK. Es hatte diesen Betrag vom Autohaus Lehmann erhalten.

09. September 1994

In einer Presseerklärung meinen die Unabhängigen zur Sitzordnung im Gemeinderat, daß sie nicht mehr vorne bei der Verwaltung sitzen wollen und daher an einer konstruktiven Lösung interessiert seien. Sie wünschen aber, daß die Sitzungen des Gemeinderates künftig im Feuerwehr-Gerätehaus stattfinden.

Dr. Ralph Hochschild hat seine Arbeit als Schuldekan für den evangelischen Kirchenbezirk Schopfheim aufgenommen. Trotz der neuen Aufgabe bleibt er Pfarrer in Neuenweg.

Die Badische Zeitung schreibt heute über einen Vorfall, der vor zwei Wochen im Musik-Café »Channel« passierte. Ausländerfeindlichkeit auch in Schopfheim. Es kam dort zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen deutschen und türkischen Gästen, nachdem zwei alkoholisierte Deutsche »Ausländer raus« und ähnliche Parolen skandierten. Das Pikante: Einer der beiden Deutschen gehört dem freiwilligen Polizeidienst an. Die Polizei bestätigte, daß dieser sogar, als die Situation brenzlig wurde, seinen Dienstausweis gezückt habe, um sich aus der Affäre zu ziehen. Wie Augenzeugen berichteten, haben die beiden Deutschen zwar nicht regelmäßig im »Channel« verkehrt, sie hätten die Schlägerei jedoch angezettelt. Einigen Gästen sei das Gesicht des freiwilligen Polizisten bekannt gewesen.

Insgesamt DM 36 Mio. hat die ppe GmbH in die Betriebserweiterung investiert. In Anwesenheit von Ministerpräsident Erwin Teufel und zahlreicher Festgäste wurde der Erweiterungsbau eingeweiht. Mit dem Neubau verfügt die Leiterplattenherstellungsfirma nunmehr über 24.000 qm Produktionsfläche. ppe-Geschäftsführer Friedrichkeit erinnerte anläßlich der Feierstunde daran, daß man sich in der Planungsphase ernsthaft überlegt habe, ob man dem Weg vieler Kollegen folgen sollte, die die Produktion ganz oder teilweise ins Ausland verlagert hatten. Der Neubau entstand in einer dreizehnmonatigen Bauzeit.

10. September 1994

Termingerecht konnte der Kindergartenumbau in Gersbach fertiggestellt werden. 750 Stunden Eigenarbeit leisteten freiwillige Helfer beim Anbau an das bisherige Gebäude. Horst Sutter, stellvertretender Ortsvorsteher, teilte dies während einer kleinen Feierstunde mit. Dem Träger des Kindergartens, Pfr. Trautwein, war es ein Bedürfnis, allen Helfern für ihren Einsatz und für die Einhaltung des Terminplanes zu danken.

Die SPD-Fraktion bringt in einem Brief an das Kultusministerium äußerstes Befremden der Schopfheimer SPD darüber zum Ausdruck, daß die CDU zusammen mit der Jungen Union Disketten mit dem Wahlprogramm der CDU/CSU an die Schulen verschickt und dabei aufgefordert hatte, diese Disketten im Rahmen des Unterrichts einzusetzen.

Auf 25 Jahre Betriebszugehörigkeit zum Autohaus Lehmann kann Karl Haumesser zurückblicken.

Zum neuen Ortsvorsteher von Raitbach wird Fritz Sutter gewählt. Neunzehneinhalb Jahre lang schrieb Ortsvorsteher Erwin Jost die Geschichte des Ortsteils. Er trat nicht mehr zur Wahl an und überließ das Feld »de Jüngere«. In einer Feierstunde mit dem alten und dem neuen Ortschaftsrat verabschiedete Bürgermeister Klaus Fleck den scheidenden Ortsvorsteher, der sich sehr intensiv um die Belange des Ortsteiles bemüht und sich dabei sehr viel Verdienst erworben hat.

Zum 17. Fahrnauer Dorffest hat Bürgermeister Fleck den Faßanstich vorgenommen.

Ein für Montag geplantes Gespräch über die Sitzordnung im Gemeinderat ist geplatzt. Robert Zapp meint, nach der Presseerklärung der Unabhängigen und dem Leserbrief des Vorsitzenden Kehm mache es keinen Sinn mehr, sich zu treffen.

Der Stadtseniorenrat, das Gesundheitsamt Lörrach, die AOK, das DRK, die Apotheken und das Reformhaus organisieren gemeinsam eine Gesundheitswoche. Im Foyer der Stadthalle und in der Begegnungsstätte werden den Senioren verschiedene Programme dargeboten.

11. September 1994

Gaudi war die Devise beim Grümpel-Kicken in Wiechs.

12. September 1994

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk ist auf Wahlkampf-Tour in Schopfheim.

13. September 1994

Einstimmiges Votum zum neuen Ortsvorsteher von Gersbach erhielt Horst Sutter bei der ersten Sitzung des neuen Ortschaftsrates. Jürgen Blum erhielt das Vertrauen als Stellvertreter. Der scheidende Ortsvorsteher Max Ühlin wird im Rahmen eines Gemeinschaftsfestes am 15. Oktober offiziell verabschiedet.

Mit Herbert Sunken hat sich ein dritter Bewerber für das Bürgermeisteramt gemeldet.

Für weitere fünf Jahre wählten die Enkensteiner Ortschaftsräte Dieter Meißner zu ihrem Ortsvorsteher. Stellvertreter wird Werner Fischer.

Der Kritik von Gewerkschaft und Betriebsrat der Firma ppe widerspricht Geschäftsführer Friedrichkeit. Die geplante Schaffung der Arbeitsplätze sei nicht gestrichen, sie habe auf drei bis vier Jahre gestreckt werden müssen. Grund sei die wirtschaftliche Lage. Bis 1996 müsse man sich gedulden. Damit widerspricht er Behauptungen, wonach die Belegschaft abgebaut worden sei. Die Firma habe jetzt 396 Beschäftigte statt 421, erklärt er. Dies hänge mit der normalen Fluktuation z.B. durch Schwangerschaften oder Eigenkündigungen zusammen. Betriebsbedingt sei es zu keiner Entlassung gekommen. Die Industriegewerkschaft Chemie/Papier/Keramik stört sich daran, daß ppe nicht im Tarifverbund ist.

Schüler der Gewerbe-Akademie haben auf dem künftigen Spielplatzgelände im »Bremt« zwei massive Bänke aufgestellt. Sie schenken diese der Elterninitiative, die sich für die frühzeitige Fertigstellung des Spielplatzes stark gemacht hatte.

DM 5.200,– in Form eines Schecks überreichten Heinrich Strittmatter und Walter Meier vom Gesangverein und Musikverein Raitbach dem Schwarzwaldvereins-Vorsitzenden Prof. Dr. Gerold Blümle beim Hohe-Möhr-Turm-Fest. Dies ist der Erlös des Webergäß-Hocks im Juli, den die Raitbacher in Verbundenheit mit dem Möhrenturm spendeten.

14. September 1994

Bei der letzten Ortschaftsratssitzung in Wiechs konnte Bürgermeister Fleck fünf langjährige Ratsmitglieder verabschieden. Gleichzeitig wurde die Neuverpflichtung vorgenommen. Einstimmig wählte das Gremium Ino Hodapp (Unabhängige) zum Ortsvorsteher, Stellvertreterin wird Bärbel Hagist (CDU). Ein herzliches Dankeschön durfte der scheidende Ortsvorsteher Heinz Gräßlin, der nach 10 Jahren in den Ruhestand geht, entgegennehmen.

Dem Markgräfler Tagblatt ist heute zu entnehmen, daß die Firma EKATO in einer Pressemitteilung darüber informierte, daß sie die Konjunkturkrise trotz Neubau und hoher Umsatzeinbußen ohne rote Zahlen überstanden hat. Viele organisatorische Maßnahmen haben geholfen, dies zu erreichen. Neben dem »tiefen Einbruch« der Konjunktur mußte das Unternehmen samt Mitarbeitern auch mit den neuen Strukturen des schlanken Managements zurechtkommen. Schwarze Zahlen konnten geschrieben werden trotz eines Umsatzrückganges von zuletzt DM 100 Mio. Zum zweiten Male, liest man weiter, wird EKATO von der Fachzeitschrift »Produktion« zu den 10 besten »Fabriken des Jahres« gezählt.

Manfred Teuber aus Lörrach meldet sich und kandidiert für die Bürgermeisterwahl.

Auf dem Bolzplatz im Oberfeld hat der Circus »Cramer« die Zelte aufgeschlagen. Bis einschließlich Sonntagabend werden Vorstellungen zu sehen sein.

15. September 1994

Mit Bernhard Weis hat sich der fünfte Kandidat um das Bürgermeisteramt gemeldet.

16. September 1994

Für den Langenauer Ortschaftsrat läßt der Regionalplan 2000 einige Fragen offen. Insbesondere befürchten die Kommunalvertreter eine Erweiterung des Deponiegeländes. Dabei drängen sie auf die einst ausgewiesenen Grenzen und werden einer Ausdehnung des Geländes nicht zustimmen.

Am kommenden Montag wird sich der Gemeinderat mit einer möglichen Tempobegrenzung in der gesamten Kernstadt beschäftigen.

17. September 1994

Bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates in Eichen sprach sich dieser gegen ein geplantes Neubau-Projekt beim »Löwen« aus. Auf dem Gelände der jetzigen Gärtnerei Mäder soll ein 42 m langes Wohngebäude errichtet werden. Dies stößt auf Widerstand, da es sich um eine zu massive Bebauung rund um den ehemaligen Gasthof handelt.

Nach 40 Jahren Zugehörigkeit zur Firma Durlum hat diese ihren Betriebsleiter Wilhelm Schäfer in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Großes Können bewies die Wettkampfgruppe des DRK Schopfheim beim Erste-Hilfe-Bundesentscheid in Freudenstadt. Mit einem 4. Platz unter 19 Teilnehmern gelang eine große Überraschung.

Mit den Sanierungsarbeiten an der Wiesenbrücke wird begonnen. Die Brücke selbst wird bis Mai 1995 gesperrt bleiben.

18. September 1994

Ein Kirchenkonzert eröffnet die »Schopfheimer Konzerte« der vhs. Das Konzert in der evangelischen Stadtkirche stand unter der Leitung von Bezirkskantor Martin Winkler. Der zweite Teil der Veranstaltung war ganz dem 75. Geburtstag von Dr. Johannes Lorenzen und seinen Kompositionen gewidmet. Ein Trompetenkonzert mit Orgel kam zur Uraufführung. Als Vokalsolisten bereicherten den Abend Silke Marchfeld (Alt), Madeleine Strütt-Chappuis (Sopran), Werner Goos (Tenor) und Ulrich Rausch (Bass). Großen Beifall durfte der Jubilar für seine Werke entgegennehmen.

Fußball-Nostalgie war im Oberfeld angesagt. Die Alten Herren des SV Schopfheim unterliegen in einem Freundschaftsspiel dem SC Freiburg. Das waren noch Zeiten, als Ende der Fünfziger- bis Mitte der Sechzigerjahre die Schopfheimer Fußballer in der höchsten Regional-Spielklasse der Amateur-Liga kickten, und dies des öfteren auch gegen die Mannschaft des SC Freiburg!

Feierlich ins Amt eingeführt wird Schuldekan Dr. Ralph Hochschild während eines Festgottesdienstes in der evangelischen Stadtkirche. Zahlreiche Amtsbrüder sowie Religionslehrer und Gemeindeglieder wohnten der Feier bei.

19. September 1994

Auf Antrag der Unabhängigen wird die Entscheidung, ob die Königsberger Straße geschlossen wird, vertagt und an den Umweltausschuß verwiesen.

Es sei alles sehr unglücklich gelaufen, meint Bürgermeister Fleck in der öffentlichen Gemeinderatssitzung zum folgenschweren Sohlrampenbau am Kanal bei der Ölmühle Kaucher.

Einstimmig hat der Gemeinderat die in den Ortsteilen vorgeschlagenen Ortsvorsteher gewählt. In Eichen wird daher Hans Keller weiterhin amtieren. Auch Dieter Meißner in Enkenstein wird das Amt weiterführen. In Gersbach wird Horst Sutter, in Kürnberg Siegfried Schmidt und in Langenau Hans Weinbrechtinger künftig die Funktion des Ortsvorstehers ausüben. Fritz Sutter wird Raitbach und Ino Hodapp Wiechs als Ortsvorsteher vertreten. Der Bürgermeister ernannte die Gewählten gleichzeitig zu Ehrenbeamten.

Die SPD-Fraktion hat im Gemeinderat einen Resolutionsentwurf in der Asylsache Özcan eingebracht. Dieser soll in der nächsten Sitzung des Rates verabschiedet werden.

Der Gemeinderat hat sich zu einer Sitzordnung durchringen können.

Die Frage, ob Tempo 30 insgesamt in der Innenstadt angeordnet werden soll und ob die Ampeln entfernt werden sollen, brachte beim Gemeinderat keine Entscheidung, denn auf Antrag der Unabhängigen wurde sie zunächst in den Umweltausschuß verwiesen. Die CDU möchte das Thema nicht übers Knie brechen, wobei sie es als völlig falsch bezeichnet, die drei innerstädtischen Bahnübergänge versuchsweise zu schließen. Ein zusätzliches nächtliches Fahrverbot für LKWs in der Innenstadt regt Artur Cremans an. Dem CDU-Stadtrat Kurt Härzschel hat der SPD-Stadtrat Roland Meder wohl aus dem Herzen gesprochen, als er sagte: »Um Himmels Willen, nicht nur Tempo 30 in der Innenstadt, denn dann kommt kein Mensch mehr aus dem Kleinen Wiesental nach Schopfheim zum Einkaufen«.

Der Aufsichtsrat der Städtischen Wohnbau GmbH wurde im Gemeinderat um zwei Mitglieder erweitert.

In der Gewerbe-Akademie Schopfheim fand vor etwa 100 Zuhörern ein Wirtschafts-Forum zum Thema »Industrie-Standort Dreiländereck« statt. Die Wirtschaftsvertreter meinten, mehr Wachstum im internationalen Wettbewerb könne es kaum mehr geben, es komme vielmehr darauf an, sich in einem harten Preiskampf gegenüber der Konkurrenz zu behaupten. Zur Diskussion stellten sich Georg Endress (E + H-Unternehmensgruppe), Hans Unterseh (KBC, Lörrach), Wolfgang Buder (Degussa, Rheinfelden) und Klaus Körber (Raymond, Lörrach).

DM 31.000,- erhielt der Schwarzwaldverein vom Land zur Sanierung des Hohe-Möhr-Turms.

20. September 1994

Bürgermeister Fleck lud zu einem Informations- und Meinungsaustauschabend ins Feuerwehr-Gerätehaus ein. Er wollte dort mit den Bewohnern des »Bremt« über deren Sorgen und Nöte reden. Wildes Parken und Raser sorgen für Ärger, der auch deutlich artikuliert wurde. Stellplätze - so der Bürgermeister - seien nachgewiesenermaßen sogar über das erforderliche Maß hinaus gebaut worden, jedoch würden Tiefgaragenplätze oft nicht angenommen. Bei dieser Besprechung meinten einige Eltern, daß der Kindergarten »Bremt« an den geschlossenen Nachmittagen doch genutzt werden könne. Man will die Räume in Eigeninitiative nutzen.

Dieser Tage trafen sich Wiechser Landwirte, um über die Zukunft des Milchhüsli zu sprechen. Sie wollen Kontakt mit der Eigentümerin, der Breisgau-Milch, aufnehmen, um es - vorausgesetzt, der Preis ist nicht zu hoch - zu kaufen und dann eventuell selbst zu nutzen. Gedacht wird dabei an die Gründung eines Vereins zur Selbstvermarktung.

Der Landkreis möchte zunächst noch selbst prüfen, ob die Stadt nicht eigenes Gelände beim »Lus« hat, auf dem ein Bolzplatz errichtet werden könnte. Aus diesem Grunde hat der Sozialausschuß des Kreises einer kreiseigenen Verpachtung von möglichem Gelände noch nicht zugestimmt.

Eine Eigeninitiative hat es in Enkenstein ermöglicht, daß der Kinderspielplatz von im Ortsteil wohnenden Vätern erstellt werden konnte. Unterstützung erhielten sie durch eine ortsansässige Baufirma und das THW Schopfheim.

Nicht mehr gratis können die 84 Parkplätze beim Berufsschulzentrum Schopfheim genutzt werden. Der Landkreis bittet die Schüler jetzt zur Kasse und verlangt eine Jahresgebühr von DM 120,- pro Stellplatz. Kontrollieren muß der Hausmeister. Wer keine Plakette habe, werde zur Anzeige gebracht, liest man. Nach Auskunft des Schulleiters Ernst-Günther Steinfurth sind von den Parkplätzen der Gewerbeschule bisher erst zwei Drittel vergeben. Herwig Friedel, der Leiter der kaufmännischen Schule, meint, daß sein Kontingent voll ausgeschöpft sei.

21. September 1994

Das »verunreinigte Erdreich«, das bei Aushubarbeiten auf dem »Pflug«-Areal gefunden wurde, stammt nun doch aus einer ehemaligen Fäkaliengrube oder Dunglege. Der erhöhte Kaliumgehalt wird aufgrund der vorgefundenen Spuren (verkohltes Holz) auf Brandschutt zurückgeführt.

Die Telekom will die Telefonhäuschen in der Stettiner Straße und in Eichen wegen Unrentabilität schließen. Dem Vorhaben setzt sich die Stadt aber derzeit noch entgegen. Die gleiche negative Haltung zum Abbau vertreten die Fraktionen des Gemeinderates.

Nach 168 ausgetragenen Spielen stehen die Stadtmeister des Tennisclubs Schopfheim fest. In der Altersklasse I konnte Daniela Eymann die Meisterschaft für sich entscheiden, während Claudia Müller die Altersklasse II gewann. Bei den Herren siegte Florian Müller in den Altersklassen I und III, im Doppel der Damen sicherten sich Marlene Niermann und Maria Schlierbach den Titel. Das Herren-Doppel entschieden Patrick Hager und Patrick Gorski für sich. Als einziger Titelverteidiger konnte Wolfgang Röder bei den Senioren die Spiele für sich entscheiden. Sieger bei den Jung-Senioren wurde Werner Hübl. Gewinner der Herren A wurde schließlich Volker Lamb, während Doris Haub Siegerin in der Damen-A-Klasse wurde.

23. September 1994

Die neuesten Arbeitslosen-Zahlen spiegeln für Schopfheim die Wirtschaftskrise wider. 607 Personen sind ohne Beschäftigung. Dies sind 8,6%, wobei im Landkreis der Durchschnittswert bei 8,1% liegt. Das Rekordniveau klettert vor allem wegen Strukturveränderungen bei der Metall- und Textilbranche. Viele Schopfheimer sind von der Schließung der Laufenmühle in Höllstein und der Wehra in Wehr betroffen. Binnen zweier Jahre hat sich die Arbeitslosigkeit von 310 Personen auf jetzt 607 fast verdoppelt. Die Über- und Aussiedler tragen, da sie nicht sofort eine Beschäftigung finden, zusätzlich zur Erhöhung der Arbeitslosigkeit bei. 250 der erfaßten Arbeitslosen sind Frauen, 132 sind Ausländer, 112 sind jünger als 25 Jahre und 86 älter als 55 Jahre. Dies ist aus dem statistischen Material des Arbeitsamtes zu entnehmen. Bürgermeister Fleck jedoch meinte, ein Silberstreif am Horizont sei wieder zu erkennen, da alle Firmen wieder Personal einstellten.

Erneut schlagen die Wellen beim Gewerbekanal in der »Bühlmatt« höher. Ein Bautrupp hat die provisorische Holzdecke über der Sohlrampe vergrößert und mit zusätzlichen Dämmplatten verstärkt. Dies einige Stunden, nachdem der Gemeinderat am Montagabend über das Problem diskutiert hatte. »Da macht doch Jeder, was er will«, schimpfte Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann; auf dessen Anordnung sind nun auch die zusätzlichen Abdeckplatten wieder abgebaut worden.

Der Brand während des Städtlifestes in der Altstadt ist aufgeklärt: Nach Ermittlungen der Polizei waren drei Schüler im Alter von 12 und 15 Jahren die mutmaßlichen Verursacher. Das Trio hat nach dem derzeitigen Kenntnisstand Zigaretten geraucht. Dabei soll Glut auf eine Baumwoll-Decke gefallen sein, die zu glimmen begonnen habe. Nach mehreren Löschversuchen war man sich sicher, den Glimmbrand erstickt zu haben, und hat die Decke in die Nähe des Holzschopfes zum Trocknen abgelegt. Die Jugendlichen gingen wieder in ihre Wohnungen; der Glimmbrand war aber offensichtlich nicht gelöscht, sodaß der Schuppen dann Feuer fing.

Aus den Händen von Ortsvorsteher Hans Keller durfte Christa Merz vom Kinderschutzbund Schopfheim einen Scheck in Höhe von DM 1.500,- entgegennehmen. Dies war der Erlös des Eichener Dorffestes.

Die Schopfheimer Gewerbetreibenden diskutieren in der IHK und geben Denkanstöße zur Innenstadtentwicklung. Wegen der katastrophalen Verkehrsverhältnisse habe sich der innerstädtische Einzelhandel in den vergangenen 15 Jahren dynamisch zurückentwickelt, betonte Dr. Thomas Wieland. Er sieht mit der Eröffnung der Umgehungsstraße Wettbewerbschancen, wenn das innerstädtische Verkehrskonzept zügig realisiert wird. Donato Accocella meinte, daß nach einschlägigen Untersuchungen eine Kausalität zwischen Parkplatz-Angebot und Umsatz nicht nachweisbar sei.

24. September 1994

Der Kindergarten im »Bremt« wird offiziell eingeweiht. Bürgermeister Fleck durfte das neue Haus symbolisch dem Leiter, Peter Rehwald, übergeben. Der Kindergarten konnte anschließend beim »Tag der offenen Tür« besichtigt werden.

Schopfheims Geschäftsleute, die an der Hauptstraße wohnen, beklagen sich. Baufahrzeuge aus dem »Pflug«-Areal hinterlassen nicht nur deutliche Spuren, sondern bewirken auch, daß Schaufensterscheiben schmutzig werden. Einer meint gar: »Wir Geschäftsleute sind doppelt bestraft: Mehr Dreck und weniger Umsatz«.

Mit dem Volkstheater »Kasimir und Karoline« von Ödön von Horvath eröffnet der Kulturring die diesjährige Spielzeit. In den Hauptrollen spielen Ulli Philipp und Jan Eberwein.

25. September 1994

Das »Mobile Schopfheim« bereitete sich lange auf den Aktionstag vor. Dieser wurde nun bei strahlendem Sonnenschein zu einem vollen Erfolg. 2.000 Besucher kamen, Gedränge herrschte in den Stadtbahnwagen. Bürgermeister Fleck meinte, die Skepsis gegen dieses Projekt sei gewichen.

Zum 5. Weideabtrieb-Fest kamen viele Gäste nach Gersbach. Im Rahmen des Aktionstages »Mobiles Schopfheim« fahren Sonderbusse nach Gersbach, um die Teilnahme am Festumzug und an der Tierschau zu ermöglichen.

26. September 1994

Die streitbare Theologin Jutta Voss kam auf Einladung der vhs nach Schopfheim, um über ihr Buch »Schwarzmond-Tabu« zu sprechen. Frau Voss war zuvor in Steinen ausgeladen worden. Die Veranstaltung war von kirchlichen Kreisen in Steinen verhindert worden.

28. September 1994

Vor Ort wird erneut über die Sohlrampe im Gewerbekanal bei der Ölmühle Kaucher gesprochen. Die Fließgeschwindigkeit läßt sich auch mit den neuesten Versuchen nicht in Griff bekommen. Das Mühlrad kann nur wieder in Betrieb gesetzt werden, wenn die alten Gewässerverhältnisse wieder hergestellt sind. Frau Anneliese Kaucher möchte nicht hinnehmen, daß ihre Ölmühle durch die Veränderung der Fließgeschwindigkeit im Kanal weiterhin Schaden erleidet. Der Gemeinderat wird sich nun wiederum mit diesem Thema zu beschäftigen haben.

Bürgermeister Klaus Fleck eröffnet seinen Wahlkampf.

Die Mitglieder des Projektausschusses »Mobiles Schopfheim« treffen sich im Rathaus, um Manöver-Kritik am Aktionstag vorzunehmen. Von einem vielfältigen Programm, bei dem viel gelaufen sei, sprach Horst Neumann vom Verkehrsministerium. Auch Bürgermeister Klaus Fleck sprach von einem gelungenen Tag, zu dem 3.000 Menschen in die Markgrafenstadt gekommen seien. Der Maulburger Bürgermeister Arzet meint, daß insbesondere die Stadtbahnwagen reges Interesse gefunden hätten. Der Vertreter des Gewerkschaftsbundes, Waldemar Lutz, vermißt eine klare Aussage des »Mobilen Schopfheim«. Karl Schäfer von der IG Velo monierte, daß die deutliche Stellungnahme »Weg vom Auto« zu wenig zum Ausdruck gekommen sei.

29. September 1994

Der Antrag der kurdischen Familie Özcan wird noch einmal im Petitionsausschuß des Landtages behandelt. Dies hat Josef Rebhahn, MdL, dem Unterstützungskreis mitgeteilt. Mehr als 6.000 Unterstützungsunterschriften gingen dem Ausschuß zu.

30. September 1994

Die Unabhängigen werden - so Vorsitzender Johannes Kehm - keinen eigenen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl stellen können. Man wollte einen überzeugenden Kandidaten, doch den hat man nicht gefunden, bzw. diese hatten abgewinkt. Sollte die SPD noch einen Kandidaten nominieren, wären die Unabhängigen zu Gesprächen über eine mögliche Kooperation bereit.

01. Oktober 1994

Zu einem Gemeinschaftskonzert lädt die Stadtmusik Schopfheim in die Stadthalle ein. Zu Gast war der Männergesangverein aus Reilingen. 85 Chormitglieder und 75 Begleiter kamen nach Schopfheim, um zusammen mit der Stadtmusik zu konzertieren und zu feiern.

Die SPD schweigt noch in Sachen Bürgermeisterkandidat. Die Genossen - so heute die Presse - behalten sich das letzte Wort bis nach Ablauf der Bewerbungsfrist vor. Danach wolle man eine offizielle Erklärung abgeben, so Fraktionschef Robert Zapp.

Eugen Herzog schreibt aus Poligny, daß Ende August René Bonivard im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Er war in unserer Partnerstadt eine der führenden Persönlichkeiten des Widerstandes während des zweiten Weltkrieges.

02. Oktober 1994

Die vhs Schopfheim hat die Musik- und Volkstanzgruppe »Studio St. Petersburg« zu einem Gastspiel ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Der Auftritt war - so der Presserezensent - ein Leckerbissen für Auge und Ohr.

Silvia Böhm und Bernd Hechler stellen in der Galerie »Grüne Schlange« aus.

04. Oktober 1994

Der Kinderschutzbund liest für die Kleinsten in der Stadtbibliothek.

In ihrem neuen Domizil in der Bahnhofstraße treffen sich die »Irrlichter« zur Jahreshauptversammlung. Die Neuwahlen ergaben lediglich eine Neubesetzung bei der 2. Vorsitzenden. Hier löst Andrea Vetter Karin Küchenmeister ab.

Nicht allzu gut besucht war das Forum der SPD zum Wohnungsbau. Den Unkenrufen, Schopfheimer Bautätigkeiten würden an Bauwut grenzen, entgegnete der SPD-Landtagsabgeordnete Günther Schrempp damit, daß solche Leute von Bauwut sprächen, die schon gut und schön wohnen. Tatsächlich gebe es in Baden-Württemberg flächendeckend eine riesige Wohnungsnot. Die Gründe hierfür liefern mehr Singles, Alleinerziehende und ältere Menschen. Joachim Rauch vom Haus- und Grundeigentümerverband hingegen äußert, es sei an der Zeit, den lebhaften Wohnungsbau in der Stadt Schopfheim einzustellen. Bürgermeister Fleck entgegnete, daß bis zum Jahre 2005 1.600 zusätzliche Wohnungen, also etwa 150 pro Jahr, in Schopfheim notwendig würden. Für die SPD muß zukünftig der soziale Wohnungsbau oben anstehen. In der Diskussion teilte Brigitte Leisinger, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnbau GmbH, mit, daß etwa 600 Wohnungssuchende auf den Wartelisten der Stadt und der Wohnbau stehen. Mit Anhebung der Einkommensgrenzen zum 01. Oktober dürfte sich diese Zahl noch erheblich erhöhen.

05. Oktober 1994

Mit dem Stück »Der kleine, dicke Ritter«, gespielt von der Badischen Landesbühne Bruchsal, wurde der zweite »Theatermonat für junge Leute« vom Kulturring eröffnet.

Dieser Tage überreichte die Klasse 8c der Montfort-Realschule Zell Schopfheimer Vereinsvertretern und dem Stadtarchiv das Ergebnis ihrer Arbeit »Schule macht Zeitung - Zeitung macht Schule«. Die Schüler hatten sich zusammen mit dem MT einige Monate mit dem Zeitungsmachen beschäftigt und im MT selbst Artikel über Schopfheimer Vereine veröffentlicht.

06. Oktober 1994

Zur Verkehrssituation in der Innenstadt legt der Gewerbeverein der Stadtverwaltung jetzt ein Papier mit Sofortmaßnahmen vor. Darin wird die Einführung von Tempo 30 im Stadtkern sowie die Ausweisung neuer Parkplätze im Bereich Haupt- und Hebelstraße gefordert. Eine reine Fußgängerzone in der Innenstadt hält man nicht für sinnvoll, weil keine zusammenhängende Einkaufszeile vorhanden sei. Die Forderung des Gewerbevereins kommt aus der Erkenntnis, daß etwa zwei Drittel der Kunden mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Die Erreichbarkeit der Geschäfte mit dem Auto sei zu einer Existenzfrage des innerstädtischen Einzelhandels geworden.

Wiechser Landwirte trafen sich mit der SPD-Fraktion, um die Selbstvermarktung im ehemaligen Milchhüsli zu besprechen. Angeregt wurde dabei eine enge Zusammenarbeit mit der Gersbacher Vermarktungs-Initiative, auf deren Erfahrungen man zurückgreifen will.

Die Lesung sei die klassische Form, in der ein Autor und sein Publikum in Kontakt kommen, meinte Rainer Wochele bei seiner Lesung in der Stadtbibliothek.

07. Oktober 1994

Die Unabhängigen wollen im offenen Dialog zu einem Kompromiß in der innerstädtischen Verkehrsplanung gelangen. Dieser soll den Einkaufs- und Dienstleistungserwartungen, aber auch den Erwartungen an ein Wohnquartier gerecht werden.

Ihr drittes Jahr als Elternbeiratsvorsitzende wird Brunhilde Hauser an der Dr. Max-Metzger-Schule antreten. Sie wurde bei der jüngsten Sitzung einstimmig wiedergewählt. An dieser Grundschule werden derzeit 337 Schüler in 14 Klassen unterrichtet, so Rektor Hermann Egner.

Unter dem Motto »Flagge zeigen gegen rechts« veranstaltet die SPD-Schopfheim eine Ausstellung im »Sudhaus«. Die Plakate wenden sich gegen Neo- und Alt-Nazis, Gewalt und Fremdenhaß. »Sie halten der Gesellschaft den Spiegel vor«, erklärt Marion Caspers-Merk, MdB, bei der Eröffnung.

08. Oktober 1994

Schüler der Waldorfschule haben eine Initiative ins Leben gerufen, um Flüchtlingen aus Bosnien zu helfen. Zusammen mit dem Bonner Verein »Den Krieg überleben« wollen sie bosnische Flüchtlinge im Schopfheimer Raum aufnehmen und unterstützen. Unterstützt wird die Aktion von den Lehrern Volker Frielingsdorf und Silvia Pillwein, in deren Familien bereits seit Juni die ersten Bosnier leben.

Festes Ziel der Schopfheimer Vereine ist es, am Ferienprogramm, das gemeinsam getragen wird, festzuhalten. Dieses Ergebnis konnte bei der jüngst stattgefundenen Schlußbesprechung der 94er-Ferienaktion zweifelsfrei festgestellt werden.

In den Augen des Ortsverbandes der GRÜNEN ist der Regionalplan 2000 mangelhaft und korrekturbedürftig. Es könne dabei nicht die Rede von ökologisch orientierter Konzeption zur Erhaltung des Landschaftsbildes sein.

300 Gäste feiern mit dem Gewerbeverein den Herbstball in der Stadthalle.

10. Oktober 1994

Die IG Pro Schiene testet Alternativen zum Stadtbahnwagen, der beim Aktionstag vorgestellt wurde. Hauptkritikpunkt ist, daß bei diesem Wagen keine Transportmöglichkeiten bestehen, außerdem habe er beim Aktionstag auch den Fahrplan nicht eingehalten.

Über die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes unterhält sich der Gemeinderat in ausgiebiger Form. Dabei hat man insbesondere gegen die Expansionswünsche in Eichen Bedenken angemeldet, aber auch die Erweiterung des Flächennutzungsplanes in Schlechtbach wurde nicht kritiklos hingenommen. Schließlich stimmte der Gemeinderat allen Fortschreibungswünschen zu.

Einer Resolution zugunsten der kurdischen Familie Özcan stimmt der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung zu. Fraktionsvorsitzender Robert Zapp, SPD, forderte seine Ratsmitglieder in einem Plädoyer zur Zustimmung auf. Unterstützung erhielt er durch ergänzende Ausführungen von Pfr. Sieghard Schaupp. Lediglich Kurt Härzschel konnte sich mit dem Wunsch seines SPD-Kollegen nicht identifizieren, da er zwar das Humanitäre der Aktion ebenfalls befürwortete, damit aber eine Kritik am Rechtsstaat verbunden ist. Er und zwei weitere Gemeinderäte enthielten sich bei der Abstimmung der Stimme.

Die Stellungnahme zum Regionalplan 2000 erfolgte im Sinne des Vorschlages von Bürgermeister Fleck, lediglich die Äußerung, daß der Regionalplan ein ökologisch orientierter Abwehrplan sei, soll gestrichen werden. Sowohl Stadtrat Michael Straub von den GRÜNEN als auch Klaus Kochendörfer von den Unabhängigen wollten mehr Änderungswünsche berücksichtigt wissen. Diese kamen jedoch im Diskussionsverlauf nicht mehr zum Zuge. Der Sitzungsverlauf mit den Diskussionsbeiträgen war wenig geordnet und zeitweise nur von einem Dialog zwischen dem Bürgermeister und dem Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen geprägt.

Den ersten Nachtragshaushalt für das Jahr 1994 hat der Gemeinderat verabschiedet. Danach erhöhen sich die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt um je DM 990.000,- auf DM 42.488.000,-. Der Vermögenshaushalt erhöht sich um DM 910.000,- auf DM 4.465.000,-. Die Höhe der Kreditaufnahmen wurde um DM 550.000,- auf DM 400.000,- reduziert. Diesem Nachtrag stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Bürgermeister Fleck empfängt Schüler der Realschule Zell und Gastschüler aus Embrun, der französischen Partnerstadt von Zell, im Rathaussaal.

11. Oktober 1994

Der in Schopfheim geborene Architekt Günter Pfeifer wurde dieser Tage im Karlsruher Schloß mit dem Hugo-Hering-Preis ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhielt er für die Aussegnungshalle in Maulburg.

Der Holzschneider Niels Bohn stellt seine Arbeiten im Haus der Freimaurer-Loge an der Schwarzwaldstraße aus.

Zu einer erfolgreichen Veranstaltung wird die Modeschau Schopfheimer Geschäfte in der Stadthalle.

12. Oktober 1994

Der beim SC Freiburg spielende Schopfheimer Stefan Müller spielte in Budapest in der U 21-Junioren-Nationalmannschaft gegen Ungarn. Er bereitete das 1:0 vor, mußte jedoch in der 44. Minute verletzt ausscheiden.

Das Vereinsparlament trifft sich zur Terminabsprache. Gleichzeitig wird auch deutlich, daß man sich bei den Sengelen-Anlagen nicht mehr engagieren will. Die Vereine haben andere Veranstaltungsorte gefunden, die nicht so witterungsabhängig wie die Sengelen sind.

Unter der Leitung des neuen Ortsvorstehers Hans Weinbrechtinger beschließt der neue Ortschaftsrat die Ausgabe eines Informationsblattes für den Ortsteil Langenau. Erscheinen soll es erstmals im Februar des kommenden Jahres. Es soll durch den Ortschaftsrat in eigener Regie erstellt und an die Haushalte verteilt werden.

13. Oktober 1994

Von Wahlleiter Heinz Klemm ist zu hören, daß 12.800 Einwohner wahlberechtigt sind, rund 500 mehr als bei der Bundestagswahl 1990. Fast 10% der Wähler haben bisher Briefwahl beantragt.

Auf das 25jährige Bestehen blickt der Ortsverein der SPD in Gersbach zurück. Aus diesem Grunde saß man im »Auerhahn« gesellig zusammen. Begegnungen mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann im Schlechtbacher Gasthaus seien Höhepunkte des jungen Vereines gewesen, sagt Rolf Strohm, der auch Gründungsmitglied war.

Im Gemeinsamen Ausschuß der Verwaltungsgemeinschaft wurde über den Regionalplan 2000 gesprochen und abgestimmt. Maulburg brachte einen Änderungsantrag ein, der jedoch aus formalen Gründen von Schopfheim abgelehnt wurde; denn er war dem Schopfheimer Gemeinderat am Montag nicht bekannt. Die Vertreter Schopfheims konnten so nur für das stimmen, was auch am Montag im Schopfheimer Stadtrat beschlossen worden war.

14. Oktober 1994

Die Proben der Spielbühne für das Schauspiel »Blaubart« unter der Regie des Galli Theaters Freiburg haben begonnen.

Künftig kann man den Lottoschein in der Poststelle in Langenau abgeben. Ein Kooperationsversuch soll dazu dienen, die Poststelle besser auszulasten.

Die Unabhängigen wollen in der gesamten Innenstadt, auch in den Ringstraßen wie Mattenleestraße, Bismarck- und Bahnhofstraße Tempo 30 eingeführt haben.

Über die Änderung des Bebauungsplanes »Vorstadt IV« (Schärers Au) berät der Ortsbauausschuß. Die Pläne werden begrüßt; insbesondere das Projekt »Betreutes Wohnen im Alter« findet bei den Ratsherren ein positives Echo.

Im »Metropole« vollzog sich ein Pächterwechsel. Liv und Eugen Etienne führen nun das Lokal. Die bisher türkische Küche wird nun von einer deutschen Speisekarte mit leicht italienischem Einschlag – so der Koch – abgelöst.

Beim Ortsbauausschuß votieren die Unabhängigen gegen die Abhängung der Königsberger Straße von der B 518. Dies ist allerdings nicht so einfach, denn das Planfeststellungsverfahren sieht eindeutig eine Abhängung dieser Straße vor. Deutlich wurde auch, daß die Abhängung im Planfeststellungsverfahren erst aufgrund einer Bürgerinitiative Planteil wurde.

15. Oktober 1994

Dank und Anerkennung erhält Max Ühlin für seine 29jährige kommunalpolitische Arbeit in Gersbach. Die Bevölkerung feierte im Schulhaus zu seinen Ehren ein Fest, bei dem es seinem Nachfolger Horst Sutter vorbehalten war, die Laudatio auf den scheidenden Ortsvorsteher zu halten. Von den 29 Jahren kommunalpolitischer Arbeit war Max Ühlin 18 Jahre lang Ortsvorsteher. Sein größter Wunsch war dabei die Realisierung der Gersbacher Halle, wozu Bürgermeister Fleck ihm Hoffnungen machte und sich bei ihm herzlich bedankte.

Das 30jährige Jubiläum feierte man bei der Turnerschaft in Langenau. Gerd Franke freute sich als Vorsitzender nicht nur darüber, daß die Turnerschaft auf gesunden Füßen steht, sondern daß auch die Festhalle voll besetzt war.

Bürgermeister Klaus Fleck ehrt die Erste-Hilfe-Gruppe des DRK Schopfheim, die mit ihrem vierten Platz beim bundesweiten Wettbewerb eine beachtliche Leistung zeigte.

Gut besucht war wie gewohnt das Herbstfest des Gesangvereins Raitbach in der Festhalle. Vier Gesangvereine gestalteten mit den Raitbacher Gastgebern das Programm. Zum Ehrenmitglied des Vereins wurde Alfred Bühler vom Vorsitzenden Heinrich Strittmatter ernannt.

16. Oktober 1994

Tag der Bundestagswahl. Ortrun Schätzle verteidigt das Direktmandat im Wahlkreis Lörrach/Müllheim für die CDU. Die SPD-Abgeordnete Caspers-Merk zieht über die Landesliste erneut in das Parlament ein. Das Abstimmungsergebnis in Schopfheim bedeutet aber nur einen hauchdünnen Vorsprung von Schätzle vor Caspers-Merk. Insgesamt liegt die SPD weit vor der CDU. Bei einer Wahlbeteiligung von 73,6% erreicht die SPD 39,2%, die CDU 34,9% der Wählerstimmen. Große Gewinner bei der Bundestagswahl sind in Schopfheim die GRÜNEN, die ihren Stimmenanteil von 6,2% auf 11,3% erhöhen konnten.

Ortrun Schätzle feiert mit der CDU in der Stadthalle den Erfolg bei der Bundestagswahl. Sie freut sich darüber und meint, noch bewußter für die CDU arbeiten zu wollen und dabei auch neue Wege zu gehen. Hinter Ortrun Schätzle stellt sich Kurt Härzschel, der die »knappe Mehrheit« erwartet hatte. »Es wird schwer, durchzuhalten. Von Vorteil ist vielleicht, daß das Ergebnis die CDU und die F.D.P. zur Disziplin zwingt«, äußert er.

Die Hundesportler treffen sich zur Herbstprüfung beim Hundesport-Verein Schopfheim-Fahrnau. Über die große Zahl der Gäste zeigte sich der Vorsitzende, Hans Schickle, sehr erfreut und konnte schließlich auch die Sieger ehren. Jürgen Schlicht trug mit seinem Vierbeiner die begehrte Trophäe heim, gefolgt von Beate Metzger und Christian Binoth.

17. Oktober 1994

Die Bewerbung des NPD-Chefs Günter Deckert für das Amt des Bürgermeisters ging bei der Stadtverwaltung ein.

Kandidatur in letzter Sekunde: Karl Selz, Schopfheimer Stimmenkönig und Malermeister, bewirbt sich nun doch für das Amt des Bürgermeisters. Er will – so sagt er der Presse gegenüber – eine Alternative bieten.

Altlasten im »Pflug«-Areal, die gefunden worden waren, müssen beseitigt werden. Es handelt sich um Rückstände einer ehemaligen Autowerkstatt, die sich bis in die Fünfzigerjahre auf dem Gelände befunden hatte.

Die Königsberger Straße wird nun entsprechend dem Planfeststellungsbeschluß doch geschlossen, obwohl man der Meinung gewesen war, daß eine Anbindung an die B 518/Wehrer Straße erfolgen sollte. Will man am jetzigen einklagbaren Anspruch der Anwohner auf Schließung der Straße nichts ändern. Ob im Rahmen einer Bebauungsplanänderung der Riedmattweg in irgendeiner Form Anbindung erfährt, soll noch geprüft werden.

Über Kreisstraßen bzw. Ringverkehr diskutiert der Umweltausschuß. Die Planungen sollen weiter verfeinert werden. Die »Hirschen«-Kreuzung ist, dies ist bei allen Fraktionen unbestritten, umzubauen. Weitere Kreuzungsbereiche sind noch nicht übereinstimmend diskutiert. Auch die IG Velo spricht sich für Kreisverkehre aus. Außerdem beschloß der Ausschuß den provisorischen Umbau der Hauptstraße von der Wiechser Straße bis zur »Pflug«-Kurve. Ganz entscheidend für die künftige Verkehrsentwicklung wird der gefaßte Beschluß sein, in der Innenstadt Tempo 30 generell einzuführen.

Für das Kraftwerk Rheinfelden informiert dessen Vertreter Kesselring über die Nutzung der Wasserkraft an der Wiese. Diese bzw. die Absicht zur Nutzung begann vor zehn Jahren. Seither sind Verwaltungsverfahren geeignet, die Realisierung immer weiter hinauszuschieben. Der Gemeinderat bzw. der Umweltausschuß läßt keinen Zweifel daran, daß seine Geduld am Ende ist. Das Kraftwerk möchte die Rückbauverpflichtung des Gewerbekanals auf längere Zeit ausgedehnt wissen, um Kosten zu sparen. Der Umweltausschuß beschloß nun, dem Kraftwerk bis zum kommenden Sommer Zeit zu lassen, sich zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Wenn das KWR bis dahin keine endgültigen Pläne und eine Baurealisierung erkennen läßt, behält sich die Stadt die Rücknahme des Wasserrechtes vor und sieht sich an Vereinbarungen nicht mehr gebunden.

18. Oktober 1994

Jürgen Vetter wurde dieser Tage an der Grundschule Fahrnau erneut zum Vorsitzenden des Elternbeirates gewählt.

19. Oktober 1994

Mit großer Freude – so liest man heute in der Zeitung – haben die Unabhängigen die Bereitschaft von Karl Selz, als Bürgermeister-Kandidat zur Verfügung zu stehen, aufgenommen.

Nicole Grether festigt ihre Spitzen-Position im Badminton; beim 2. Deutschen Ranglisten-Turnier zeigt sich, daß sie derzeit die beste deutsche Spielerin ist. Vor ihr liegt lediglich die Dänin Heidi Dösing. Nicole Grether spielt beim Bundes-Ligisten SSV Heiligenwald, obwohl sie zur Zeit die Grundausbildung in einem Sanitäts-Lehrbataillon der Bundeswehr absolviert.

20. Oktober 1994

Die SPD gibt keine Wahlempfehlung für die Bürgermeisterwahl ab. Sie sieht sich – so die Presseerklärung – außerstande, aufgrund der eingegangenen Vorschläge eine Empfehlung auszusprechen. Die Bürger kennen die Schopfheimer Kandidaten und könnten so selbst entscheiden, wer der für Schopfheim geeignete Bürgermeister sei.

Mit Vorwürfen gegen Bürgermeister und Verwaltungsspitze versucht der ehemalige Bauhofleiter Unregelmäßigkeiten darzulegen. Die Presse reagiert unterschiedlich auf die Vorhaltungen. Bürgermeister und Hauptamtsleiter versuchen, die Vorwürfe des ehemaligen Bauhofleiters zu entkräften.

Der Wiechser Ortschaftsrat votiert für den Kauf des ehemaligen Milchhüsli. Man will das Gebäude, auch wenn heute die Nutzung noch nicht feststeht, für Wiechs sichern.

Alle nicht besetzten Pfarrstellen im evangelischen Kirchenbezirk Schopfheim haben Aussicht, binnen eines Jahres wieder einen Pfarrer zu bekommen, teilt Dekan Helfried Heidler während der Bezirkssynode in Wehr mit. Für Fahrnau (seit fünf Jahren unbesetzt) könne der Oberkirchenrat nun einen Besetzungsvorschlag machen.

Michael Schwiebling gastiert mit einem Kabarett-Programm im »Irrlicht«.

21. Oktober 1994

Mehr Kompetenzen, mehr Geld, fordert der Ortschaftsrat Wiechs vom Gemeinderat.

Erneut soll die »Alte Stadtmühle« zwangsversteigert werden.

Seine Wahlkampf-Tour eröffnet heute Karl Selz im »Kranz«.

23. Oktober 1994

Zum Abschiedskonzert des Kantors Cornelius Holdermann war die Kirche St. Bernhard bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Chor zeigte beim Te deum von Antonin Dvořák bemerkenswerte Leistungen, wie die Presse schreibt. Insbesondere wird auch der Solopart der Schopfheimer Sopranistin Madeleine Strütt-Chappuis herausgehoben. Lang anhaltender Beifall bezeugt das Dankeschön des Publikums für das Konzert und die von Erfolg gekrönte Arbeit Holdermanns.

Liebgewordene Tradition ist bereits der Altennachmittag des Fußballvereins Fahrnau in der Festhalle. Unter dem Motto »Die Jugend grüßt das Alter« brachte das Handharmonika-Jugendorchester Schopfheim abwechslungsreiche Melodien zu Gehör.

24. Oktober 1994

Das Theater des Ostens Berlin gastiert mit dem Klassiker »Phädra« von Racine in der Stadthalle.

25. Oktober 1994

Einen Fehler gab es bei der Zusendung der Briefwahl-Unterlagen für die Bürgermeisterwahl. Das Ordnungsamt hat – so dessen Leiter Heinz Klemm – zugegeben, statt Merkblätter für die Bürgermeisterwahl solche für die Bundestagswahl mitversandt zu haben. Darin steht, daß der Wähler zwei Stimmen habe. Das Ordnungsamt hat nun allen bisherigen Briefwählern noch einmal das Merkblatt, und zwar das gültige, zugesandt.

Die öffentliche Gemeinderatssitzung war stark durch den Artikel des Bauhofleiters geprägt. Ein vom Bürgermeister vorgeschlagener Arbeitskreis, der die Untersuchungen der Stadt und die Praktiken des Bauhofes untersuchen soll, wurde abgelehnt. Im Hauptausschuß soll vielmehr weitergesprochen werden. Die neue Stadtratsfraktion der Unabhängigen wolle keine Schlammschlacht, so ihr Sprecher Klaus Kochendörfer, allerdings sind SPD und CDU über den Leserbrief Kehm vom gleichen Tag empört. Roland Meder sagte für die SPD, daß das bürgermeisterliche Entgegenkommen den Unabhängigen gegenüber, Akteneinsicht zu nehmen, gegen die Gemeindeordnung gewesen sei. Die Stadtverwaltung habe die Unabhängigen auch deutlich darauf hingewiesen. Zum Leserbrief Kehm sagte Meder, er sei eine Ungehörigkeit und Beleidigung übelster Art.

Der Gemeinderat stellt an den Landkreis den Antrag, Fachleute mit der Planung zum künftigen Betrieb der Regionalbahn zu betrauen und eine eigene Stelle beim Landratsamt hierfür einzurichten.

Der Gemeinderat beschloß einstimmig, daß es für die Bürgermeisterwahl keine offizielle Vorstellungsrunde geben wird.

Für die Feuerwehr Schopfheim wird ein neues Tanklöschfahrzeug angekauft. Dafür hat der Gemeinderat DM 455.000,– bewilligt. Davon zahlen das Land und der Kreis insgesamt DM 195.000,–. Ein gebrauchtes Fahrzeug der Schopfheimer Wehr kommt dafür nach Gersbach.

26. Oktober 1994

Als Höhepunkt im »Theatermonat für junge Leute« bezeichnet die Presse das Märchenballett »Kito und die Tanzfiedel« vom Sorbischen National-Ensemble.

Die Unabhängigen haben am Montag Akteneinsicht in die Ermittlungsakten des Bauhofes genommen. In einer Presseerklärung schreiben sie heute, daß sie erschrocken sind und eine neue Betriebsordnung fordern.

Klaus Fleck verdeutlicht die Notwendigkeit des Fremdenverkehrs in Gersbach bei einer Wahlveranstaltung und meint, Landwirtschaft und Fremdenverkehr seien untrennbar. In Richtung Natur-Urlaub, Natur-Produktion, dort insbesondere Fleisch, Käse, Pilze, Holz usw. müsse ein eigenes Fremdenverkehrsprofil entwickelt werden. Er regte dazu die Gründung einer Arbeitsgruppe an.

Beim Herbstkonzert des Gesangvereins Wiechs wurden dieser Tage Bärbel Hagist und Astrid Schöbel für 25jähriges Mitwirken zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Das 10jährige Bestehen feiert der Schopfheimer Koronar-Sport. Der Gründer, der Schopfheimer Internist Dr. Thomas Weiß, hielt Rückschau auf diese 10 Jahre. Er meint, es sei damals nicht einfach gewesen, einen geeigneten Raum zu finden. Schließlich habe die TSG die Sportgruppe unter ihre Fittiche genommen. Einmal wöchentlich treffen sich die Mitglieder unter der fachkundigen Leitung von Carla Pfeifer.

Zu nächtlichen Störungen zwischen der Himmelreich-Straße und der Kürnberger Straße wird es durch den Gleisumbau der Deutschen Bahn kommen.

Gegen 19.40 Uhr kommt es in der Innenstadt zu einem versuchten Raub an einem 16jährigen Jugendlichen. Nachdem er Geldforderungen ablehnte, erhielt er einen Schlag von den beiden 16- bis 18jährigen Tätern.

28. Oktober 1994

In einer gemeinsamen Erklärung von Regio-S-Bahn und IG Pro Schiene wird der Landkreis aufgefordert, sofort ein Nahverkehrs-Konzept zu entwickeln und eine Betreibergesellschaft für die Eisenbahnlinien im Landkreis zu gründen. Nachdem der Stadtbahnwagen getestet worden war und nicht nur Lob erntete, will der Fahrgast-Verband jetzt den schweizerischen Nahverkehrs-Pendelzug NPZ und den Flexliner auf die Gleise bringen.

Finanzielle Sorgen hat das Kinder- und Jugendtelefon in Schopfheim. Aus diesem Grunde wurden Sponsoren gesucht. Der Schopfheimer Kunstmaler Bruno Haas hat ein Bild im Wert von DM 4.800,– zur Verfügung gestellt. Das Bild soll nun an den Meistbietenden verkauft werden.

29. Oktober 1994

Erstmals übersteigt die Bilanzsumme bei der Volksbank die DM 200-Mio.-Grenze. Die klassischen Spareinlagen erfuhren eine Steigerung um 7,6%, das Kreditgeschäft eine Erhöhung um 5,6% auf DM 114 Mio.

Bei der Wahlveranstaltung in Fahrnau meint Klaus Fleck, daß die Umgehungsstraße voraussichtlich am 16. Dezember fertig werden wird.

Zu einem stimmungsvollen Abend kommt es in der Stadthalle beim ersten »Wiesentäler Musikanten-Stadel«. Das volkstümliche Programm wurde vom Fußballverein Fahrnau und seinen Helfern organisiert.

Mit 50 Personen war das »Irrlicht« voll besetzt, als Karl Selz sich einer Bürgerbefragung, zu der die GRÜNEN einluden, stellte. Die GRÜNEN stehen trotz inhaltlicher Differenzen positiv zu Selz.

30. Oktober 1994

Zu einem Kellerbrand kommt es in der Hebelstraße im Haus der LVA. Mit 32 Mann bekämpft die Feuerwehr den Brand, den sie rasch unter Kontrolle hat.

Kaninchen und Limousinen waren beide am Wochenende im Autohaus Böhler zu sehen. Die Schopfheimer Kaninchenzüchter stellen zum wiederholten Male in diesem Autohaus ihre prächtigen Tiere vor.

Der Kunstverein eröffnet seine diesjährige Herbstausstellung mit Bildern und Grafiken von Otmar Alt im Museum. Zur Vernissage kommen sehr viele Menschen, die die Bilder des mit Schopfheim eng verbundenen Künstlers sehen wollen.

31. Oktober 1994

Als hervorragenden Erfolg bezeichnet Klaus Strütt den zweiten »Theatermonat für junge Leute«. Ca. 1.400 Gäste besuchten die neun Aufführungen von sechs verschiedenen Veranstaltungen.

02. November 1994

Der Ortschaftsrat Gersbach wurde mit den Modellfliegern und Gleitschirmfliegern über die Nutzungsmöglichkeiten der Start- und Landeflächen einig. Bei einem Vor-Ort-Termin mit den Weidewarten und Jagdpächtern kam diese Einigung zustande.

Mit einigen Trophäen kehrt die Badminton-Abteilung von den Südbadischen Meisterschaften in Spaichingen zurück. Erfolgreichster Teilnehmer bei diesen Jugendklassen-Meisterschaften war Thomas Brandsch, der im Einzel, Doppel und Mixed erfolgreich war. Seine Mixed-Partnerin, Sara Winkelmann, gewann bei den Mädchen noch den Einzel-Titel. Adrian Siebold gewann in der U 16 nicht nur im Doppel mit Thomas Spörrer aus Schwenningen, sondern auch den Einzel-Wettbewerb.

Bei der Hauptversammlung der Volksbank in der Stadthalle gab es eine personelle Veränderung. Nach 29 Jahren scheidet Karl-Heinz Brüderlin aus dem Aufsichtsrat altersbedingt aus. Er erhielt dafür bei der Vertreterversammlung eine Ehrenurkunde und zum Dank die Silberne Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Leppert überreicht. Immo Leisinger, IHK-Geschäftsführer, wurde neu in das Gremium gewählt.

03. November 1994

Ein neuer Verein hat sich konstituiert: der Verein der Gartenfreunde »Bremt«. Unter dem 1. Vorsitzenden Walter Sprich ist er der jüngste der Schopfheimer Vereine. Er wird künftig die Kleingartenanlage im »Bremt« betreiben. Der Verein zählt bei der Gründung bereits 32 Mitglieder. Es ist ihm daran gelegen, eine besonders einheitliche Gestaltung zu erwirken. Dabei wird insbesondere an die zu errichtenden Gartenhäuschen gedacht.

Um Mittel von Bund und Land aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sinnvoll einsetzen zu können, bedarf es einer raschen Konzeption für den öffentlichen Personennahverkehr, so die IG Pro Schiene bei ihrer Manöverkritik über den Aktionstag »Mobiles Schopfheim«. Unterschiedliche Auffassungen über das Rollmaterial müßten ausgetragen werden, ist zu hören. Kein trister Bahnhalltag auf der Linie Zell – Basel, zumal der Fahrttakt fast halbstündig abläuft. Man könne einen Fahrplan vorweisen, der sich sehen lassen könne. Allerdings seien notwendige Fahrplanverbesserungen zumindest zwischen Schopfheim und Basel in den Abendstunden anzustreben.

Nach siebenmonatiger Pause hat das »Restaurant am Park« wieder geöffnet. Es ist komplett umgebaut worden.

Dieser Tage erhielt Walter Grether vom »Löwen« in Gündenhausen vom Hotel- und Gaststätten-Verband die Ehrenurkunde für 40jähriges Wirken. Seit dieser Zeit führt er den Familienbetrieb.

Kürzlich war auf Einladung der vhs die stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Hausfrauen-Gewerkschaft, Sabine Niegel, im Museumskeller. Das Thema war brisant und interessant zugleich, es hat auch heftige Diskussionen gegeben.

Die Skulptur »Wasser – Glas – Licht«, die Lasse Brander, ein in Inzlingen lebender Bildhauer, schuf, wurde heute der Öffentlichkeit übergeben. Bürgermeister Fleck erinnerte bei der Übergabe daran, daß die Arbeit in einem Wettbewerb 1987 preisgekrönt worden ist und jetzt erst realisiert werden konnte. Der Auftrag, 1989 vergeben, konnte nicht ausgeführt werden, da der Prozeßausgang, den die Stadt mit Hochhaus-Bewohnern wegen des abstürzenden Wassers am Gewerbekanal führte, ungewiß war. Die Freude ist nun besonders groß, daß das Projekt endlich fertiggestellt werden konnte.

04. November 1994

Das »Café Trefzger« und die Eisdiele an der Hebelstraße wollen aufs »Pflug«-Areal. Aus diesem Grunde wird der Ortsbauausschuß sich mit Änderungsplänen beschäftigen müssen.

05. November 1994

Parkplatz-Sorgen hat der Gewerbeverein. Er nennt die derzeit ins Auge gefaßte Überlegung, die Parkplätze kostenpflichtig zu machen und die Innenstadt auf 30 km/h zu begrenzen, konzeptlos.

Recht wenig Interessenten kamen zum »Tag der offenen Tür« ins Jugendzentrum. An jedem Öffnungstag, so der Leiter Dietmar Hermann, besuchen durchschnittlich 40 Jugendliche das neue Haus, das nun seit einem Jahr in Betrieb ist.

Bis in die Morgenstunden tagten die Schopfheimer Narren bei ihrem diesjährigen Zinkenabend. Früh schon galt es, Fasnachtsluft zu schnuppern und Rückblick auf die vergangene Fasnachtszeit mit dem Ex-Statthalter Hans I. (Itzin) zu nehmen. Bestens durchs Programm führte Jeannot Weissenberger, der insbesondere mit seiner Wahlrede als »Bürgermeister-Kandidat Weis« die Lacher auf seiner Seite hatte.

Gute Stimmung konnte man beim Familienabend des Schwarzwaldvereins im katholischen Gemeindehaus uneingeschränkt feststellen. Das Goldene Treuezeichen für 40jährige Mitgliedschaft erhielt Fritz Ahmeyer. Besondere Freude bereitete das kleine Theaterstück »D' Leidiwiber« von Gerhard Jung, das Maria Gallmann und Marita Sütterlin spielten.

Der Fahrnauer Grümpel-Schützenkönig ist eine Königin: Tanja Günther entschied mit 87 Ringen den Wettbewerb für sich und ließ die männliche Konkurrenz hinter sich. Oberschützenmeister Roland Steinebrunner meint, daß der diesjährige Wettbewerb von weit mehr Gästen besucht wurde, als dies in den vergangenen Jahren der Fall gewesen ist.

07. November 1994

Für den kommenden Samstag kündigt die Antifa eine Demonstration gegen die Kandidatur des NPD-Bundesvorsitzenden Deckert für das Bürgermeisteramt an. Die geplante Demo richtet sich auch gegen die Kandidatur von Manfred Teuber. Sie soll unter dem Schlagwort »Kein Platz für Holocaust-Leugner« stehen.

08. November 1994

Das DGB-Ortskartell unterstützt die für Samstag, den 12. November, geplante Antifa-Demonstration gegen die Bürgermeister-Kandidaten Deckert und Teuber.

09. November 1994

Im ehemaligen Bahnhof Fahrnau wurde eine private Tagespflegestätte eingerichtet. Erdmute Jähnichen und Gerhard Grether bieten zunächst sechs Pflegeplätze an.

10. November 1994

Am 19. Dezember kommt der Verkehrsminister nach Schopfheim. Es soll dann die neue Umgehungsstraße feierlich in Betrieb genommen werden. Damit ist auch das letzte Teilstück fertiggestellt. Freilich gibt es Skeptiker, die bezweifeln, daß dieser Termin auch zu halten ist.

Heute endet die Berichterstattung in den Tageszeitungen über die Bürgermeisterwahl.

11. November 1994

Traditionell eröffnen die Fahrnauer mit den »Düfzelgeistern« an der Schillerlinde ihre fasnächtliche Zeit. Das Motto, unter dem die künftige Narretei stehen soll, verkündet Markus Kraft: »Nit dumm lache, selber besser mache!«.

Den Martinstag nutzen sehr viele Kindergärten, um mit ihren Kleinsten einen Umzug – den Martins-Umzug – durchzuführen.

12. November 1994

Ohne Zwischenfälle verlief eine Demonstration der Antifaschistischen Aktion gegen die Kandidatur der Rechtsradikalen beim Schopfheimer Bürgermeister-Wahlkampf. Nach Schätzung der Polizei demonstrierten gegen Günter Deckert etwa 120 Personen.

Der Beigeordnete Hartmut Bertsch wird zum 31. Januar des kommenden Jahres aus dem Amt ausscheiden.

12.632 Bürger sind, so der Wahlorganisator Heinz Klemm, bei der morgigen Bürgermeisterwahl aufgerufen, zur Urne zu gehen.

Die Freie Christengemeinde Schopfheim hat ihren Vereinsnamen geändert, da es immer wieder zu Verwechslungen mit einer Freikirche aus Lörrach gekommen war. Nunmehr trägt sie den Namen »Freie Christen Schopfheim e.V.«.

Gelder, die die Stadt Schopfheim für die Sanierung der alten B 317 erhält, könnten beispielsweise für die Umgestaltung des »Hirschen«-Dreiecks verwendet werden, meint der Ortsbauausschuß in seiner jüngsten Sitzung. Dabei beschloß man auch den Bauantrag der Bäckerei Trefzger, einen Glas-Pavillon im »Pflug«-Areal zu errichten, obwohl dies im Bebauungsplan nicht vorgesehen ist, und die Umgestaltung der Giebelwand der Bebauungszeile zur Hebelstraße hin, in der das Eiscafé neu eingerichtet werden soll. Vom Ortsbauausschuß kommt der Wunsch, daß im Winter diese Räume nicht als Ausstellungsfläche, sondern als Eisdiele genutzt werden.

Traditionell ist bereits der Martini-Basar der Waldorfschule. Der Besucherandrang war groß; er hat seine Anziehungskraft ständig erhöht. Es gab Theateraufführungen, einen Flohmarkt und eine Bücherausstellung. Musikalische Darbietungen und folkloristische Tänze rundeten das Angebot in gemütlicher Kaffeehaus-Atmosphäre ab.

Bei Aufräumungsarbeiten in einem Bauernhof in Wiechs fand man unter dem Boden des Hühnerstalls eine Granate aus dem Ersten Weltkrieg. Ein Kampfmittel-Räumkommando aus Stuttgart entschärfte das Geschoß. Gefahr für die Anwohner bestand nicht. Wie die Granate nach Wiechs kam und wer sie eventuell vergraben hatte, ist unbekannt.

13. November 1994

Die Bürgermeisterwahl wurde im ersten Wahlgang entschieden. 62,21% der Wahlberechtigten gingen zur Urne. Mit 4.168 Stimmen = 53,64% wurde Klaus Fleck wiedergewählt. Sein stärkster Kontrahent, Karl Selz, erreichte 3.489 = 44,90% der Stimmen. Die Stadtmusik gratulierte dem Gewinner mit einem Ständchen vor dem Rathaus. Viele Menschen warten im Rathaus und auf dem Marktplatz auf den Wahlausgang. Nach dem Wahlergebnis treffen sich Hunderte von Schopfheimerinnen und Schopfheimern mit dem neugewählten Bürgermeister in der Stadthalle zu einer Party. Zahlreiche Gratulanten, darunter viele Amtskollegen aus dem Kreisgebiet, beglückwünschen den Wiedergewählten.

Viele Menschen treffen sich auf den Friedhöfen der Stadt, um am Volkstrauertag der Toten der Weltkriege zu gedenken. In Fahrnau meint Pfarrvikar Bertram Zeller bei seiner Gedenkrede: »Wir wollen nicht Helden des Vaterlandes glorifizieren, sondern um Menschen trauern. Manchmal möchte man verzweifeln ob der Unfähigkeit zum Frieden«. Doch es gebe auch positive Ansätze, so die Annäherung im Osten und die Gespräche in Nordirland.

Mehmed Güler stellt in der Galerie »Grüne Schlange« aus.

Während im Rathaus noch Stimmen gezählt wurden, trat im Kleinen Saal der Stadthalle die Freiburger Kabarettistin Myrtil Haefs mit ihrem Programm »Große Sehnsucht Nr. 7« auf.

14. November 1994

Nach fünf Jahren der Abstinenz gründet das DRK Schopfheim wieder eine Jugend-Rotkreuzgruppe. Manfred Frala, der 2. Vorsitzende des Ortsverbandes, stellte die 17 Kinder zwischen neun und vierzehn Jahren vor. Jugendleiterin Lea Fellhauer und Jugendleiter Hanspeter Post wollen versuchen, die Lücke zu schließen, die in den fünf Jahren entstanden war.

15. November 1994

Premiere hat im Museumskeller das diesjährige Stück der Spielbühne Schopfheim, »Blaubart«, nach dem Märchen der Gebrüder Grimm. Witz und Humor sind wohldosiert, machen nachdenklich. »Für das Premierenpublikum wurde der Theaterabend zu einem tiefsinnig vergnüglichen Erlebnis«, so eine Zeitungskritik.

Mit überwältigender Mehrheit wählt der Gesangverein Eichen bei seiner Generalversammlung Wolfgang Bühler zum neuen Vorsitzenden. Er löst Volker Jost ab, der sieben Jahre die Geschicke des Vereins lenkte. Bernhard Greiner wurde einstimmig zum Vize gewählt.

16. November 1994

Zusammen mit dem Brass-Quintett aus Wiechs konzertierte die Camerata Vocale Schopfheim unter Martin Winkler in der evangelischen Stadtkirche. Das niveauvolle Programm geistlicher Musik stand unter dem Motto des Psalmwortes »Was betrübst du dich, meine Seele«.

Clemens Fabrizio zeigt Dias von Postkarten um 1900 in der Altenbegegnungsstätte. Dabei wurden Einblicke in das Stadtbild um die Jahrhundertwende möglich.

17. November 1994

Der Ortschaftsrat Wiechs möchte noch einmal darüber diskutieren, ob zum »Rebacker-Rütteberg« ein Fußweg angelegt werden kann. Gleichzeitig will man den Parkplatz unterhalb des Hohe-Flum-Turms wieder aktivieren. Gegen die wilden Feten am Turm möchte man außerdem vorgehen und alles in ordentlichere Bahnen lenken.

Die Stadt sollte den Wiechser Hartplatz pflegen, meint der Vorsitzende des Turnvereins Wiechs. Es mangele vor allem an Geräten zur Platzpflege. Der Verein selbst ist gerne bereit, bei der Pflege mit Hand anzulegen.

18. November 1994

Zur Verbesserung der Parksituation in der Innenstadt soll der Viehmarkt-Platz als Kurzparkzone eingerichtet werden.

Nur wenige Wiechser wollen zur Anlegung eines Gehweges Grundstücke entlang der Dinkelbergstraße verkaufen.

Die Stadt bereitet die Ausschreibung für die Beigeordneten-Stelle vor. Überraschend ist, daß kein Jurist gesucht werden soll, sondern ein Wirtschaftsfachmann, der gleichzeitig auch die Leitung der Kämmerei übernehmen soll. Kämmerer Hans Reif möchte in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen.

Am kommenden Montag wird sich der Gemeinderat mit Gebührenerhöhungen zu beschäftigen haben. Wasser- und Abwassergebühren sollen erhöht werden.

In der Jahreshauptversammlung des Skiclubs Fahrnau stand die Diskussion um die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages im Mittelpunkt. Der bisherige Beitrag ist seit dem Jahre 1983 unverändert geblieben. Obwohl nicht umstritten, kam es zu einer Diskussion, bevor die Erhöhung beschlossen wurde. Die Berichte der einzelnen Sportwarte zeigen erneut deutlich, wie aktiv der Skiclub ist und welch immense Leistungen er für die Wintersport-Begeisterten erbringt.

Herbert Bötticher spielte in der Komödie »Wochenend – Wochenend« von Jeanne und Sam Bobrick auf Einladung des Kulturrings in der Stadthalle.

Mit dem Zustand der Straßen in Gersbach ist der Ortschaftsrat unzufrieden. Eine Besichtigung brachte für den Hohlentann-Weg gar die Erkenntnis: »Miserabler geht's kaum noch!«.

19. November 1994

In einer Pressemitteilung meint die SPD zur Bürgermeisterwahl, daß sie erfreut und erleichtert sei, daß der Rechtsradikalismus in Schopfheim nicht gesellschaftsfähig sei. Die Eindeutigkeit des Wählerwillens zeuge von politischer Reife.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Musikvereins Fahrnau wird das Herbstkonzert zusammen mit dem Musikverein Karsau gestaltet. Das Programm wurde mit der Jahreszeit angepaßten Gedichten umrahmt; ein Konzert, das von Ulrich Winzer und dem Gastdirigenten des Musikvereins Karsau, Dr. Hanser, zum Erlebnis wurde.

20. November 1994

Zu einem Benefiz-Konzert als Abschluß seiner Konzerttätigkeit in Schopfheim lädt Cornelius Holdermann, Kantor der katholischen Stadtkirche, ein. Ein Orgelkonzertabend, zu dem sehr viele Zuhörer kamen, und der mit vielem und langem Beifall abschloß.

21. November 1994

Die IG Pro Schiene macht sich erneut stark für den Nahverkehrs-Pendelzug, wie er beispielsweise bereits zwischen Basel und Laufenburg auf der Schweizer Seite verkehrt. Die IG widerspricht Plänen, im Wiesental eine »Straßenbahn« einzurichten, denn diese verzichte auf sämtliche Schranken und unterliege einer Tempo-Beschränkung. Vertreter der IG Pro Schiene besuchten am Wochenende Verantwortliche im Kreis Konstanz, wo ein Nahverkehrs-Pendelzug grenzüberschreitend bereits verkehrt. Das Fahrgast-Aufkommen habe dort seither um 40% zugenommen.

Über die Realisierung von Verbesserungsvorschlägen, wie sie dem »Mobilen Schopfheim« von etwa 100 Bürgern vorgelegt wurden, wird nunmehr diskutiert. Gaby Miemicke vom Projektbüro meint zum Problem, daß an Wochenenden die »Bergdörfer« sehr schlecht mit Bussen versorgt würden, so daß in nächster Zeit vom Projektbüro aus ein Versuch mit privaten Mitfahr-Gelegenheiten gestartet werde.

Der Gemeinderat beschließt höhere Abwasser- und Wassergebühren. Die Wassergebühren werden um 10 Pfg./cbm, die Abwassergebühren um 80 Pfg./cbm erhöht. Nunmehr muß der Wasserabnehmer DM 1,80 für das Frischwasser und DM 5,40 für den Kubikmeter Abwasser entrichten. Stadtkämmerer Hans Reif meint zum Abwasserpreis, daß das »Ende der Fahnenstange« noch nicht erreicht sei und die Investitionen auf der Kläranlage in Steinen weiterhin zu Buche schlagen.

Bei der Diskussion über die Wasser- und Abwassergebühren kam es nach ohnehin konträren Debatten zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Bürgermeister Fleck und dem Unabhängigen-Stadtrat Karl Selz. Selz behauptete, daß die Kläranlage in Steinen fast doppelt so teuer ausfalle, als ursprünglich geplant. Von zig-Millionen Kostensteigerung könne nicht die Rede sein, meint Stadtkämmerer Reif. Die letzte Kostenschätzung vor Baubeginn habe bei DM 52 Mio. gelegen, jetzt bewege man sich auf DM 57 oder 58 Mio. zu. Nicht einkalkuliert sei aber die Sanierung der alten Belebungsbecken gewesen, diese habe nun zu einer Verteuerung geführt. Trotzdem beharrte Selz auf seiner Kritik. Im gleichen Atemzug sprach er von der Gefahr, daß mit Geld zu großzügig umgegangen werde. Dem Bürgermeister platzte dann der Kragen. Er meinte: »Ich kann diese Unterstellung so nicht stehen lassen« und wollte, daß Selz den Vorwurf zurücknimmt.

22. November 1994

In der Gewerbeschule wird eine kreisweite Aktion »Gib 8 im Verkehr« gestartet. Schautafeln und Video-Filme sollen junge Menschen auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machen.

Vor Tagen trafen sich die Mitglieder der Privatwald-Betriebsgemeinschaft Gersbach zu ihrer Jahressitzung. Vorsitzender Herbert Weniger wurde im Amt bestätigt.

Mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr begann die Generalversammlung der SVS-Boxabteilung. Vorsitzender Gerhard Fehrke wird auch für die kommende Wahlperiode im Amt bleiben. Er wird zusammen mit einem Gremium bestrebt sein, eine eigene Boxstaffel zu gründen.

23. November 1994

Mit ihren selbstgebastelten Laternen besuchen die Kinder des städtischen Kindergartens am Marktplatz das Seniorenstift Im Bifig und erfreuen dort die Heimbewohner.

24. November 1994

Wie die Presse heute mitteilt, wird es beim Bauvorhaben Sanio im »Lus« bei 128 Wohneinheiten bleiben. Die von Sanio vorgebrachten Alternativen seien für den Gemeinderat nicht akzeptabel gewesen.

In der jüngsten Mitgliederversammlung des Fördervereins der Johann-Peter-Hebel-Schule erfuhr man vom Vorsitzenden Geiger, daß die Schule eine Partnerschaft mit einer Schule in Thüringen aufnehmen will.

13 Schopfheimer Gastronomen hatten diesen Monat Spezialitäten rund um das Federvieh auf ihren Speisekarten. Diese erste Aktion soll der Auftakt zu weiteren gemeinsamen Aktionen sein.

Die Presse setzt sich mit dem Bibliotheksbericht auseinander und stellt deutlich fest, daß die Zahl der Nutzer nach Einführung der Gebühren um 36% gesunken ist und die Ausleihe insgesamt um 14% zurückgegangen ist. Die Zuwächse bis zur Einführung der Gebühren gehören nun der Vergangenheit an.

Vor dem Verwaltungsgericht treffen sich Vertreter der Stadt und des Landratsamtes, um die Schülerbeförderungsfrage zwischen der Hebel-Schule und der Sporthalle Langenau zu verhandeln. Die Stadt scheint berechtigte Hoffnungen hegen zu dürfen, daß der Rechtsstreit zu ihren 

Gunsten ausgehen wird. Auf das endgültige Urteil muß jedoch noch gewartet werden.

Im Kreistag fordert der Schopfheimer Bürgermeister, daß das Sickerwasser der Kreismülldeponie endlich gereinigt wird.

25. November 1994

Die Unabhängigen haben beim Bürgermeister den mündlichen Antrag gestellt, den Bibliotheksbericht auf die Tagesordnung des Gemeinderates zu nehmen.

Ein Architekten-Forum wird vom Kraftwerk Rheinfelden in der Stadthalle durchgeführt. Alle Referenten waren sich einig darin, daß nicht zuletzt ein neues Energiebewußtsein die nahe Zukunft prägen muß. Dabei kamen auch die Niedrigenergie-Häuser im »Bremt« zur Sprache, wobei sehr detailliert die Schopfheimer Vorgehensweise beleuchtet wurde. Festzustellen sei, so Dipl. Ing. Hans Erhorn vom Fraunhofer-Institut, daß in Schopfheim bei außerordentlich guter Bauweise ein Traumergebnis erzielt worden sei.

26. November 1994

Bürgermeister-Kandidat Karl Selz hat den Landrat um Prüfung von »Unregelmäßigkeiten« bei der Bürgermeisterwahl gebeten. Nichts sei zu beanstanden, lautet es jetzt aus der Kommunalaufsicht des Landratsamtes. Die Wahl vom 13. November ist somit gültig. Selz meinte gegenüber dem Landratsamt brieflich: »Es gab Pannen und Merkwürdigkeiten«, allerdings hat er keinen formalen Protest gegen die Wahl eingelegt.

Auf dem Erlenbach in Eichen schwimmt weißer Schaum. Er könnte von Waschrückständen aus dem »Altig«-Gebiet, die abgeschwemmt wurden, stammen.

Das 110jährige Bestehen feiert der Gesangverein Langenau in der Festhalle. Vorsitzender Albert Wachter begrüßte die zahlreichen Besucher des Konzertes und neben dem eigenen Chor die teilnehmenden Gastchöre. Für 40jährige Mitgliedschaft durfte er Walter Sprauer, Willy Brombacher und Gerda Schattenkirchner ehren. Mit der Ehrenmitgliedschaft wurde Hildegard Würger dafür ausgezeichnet, daß sie 40 Jahre aktiv im Gesangverein tätig ist.

Zu einem Bunten Abend laden die »Eiemer Seewicht« in die Hülschenmatthalle ein. Beifallsstürme ernteten sie für das Theaterstück »Sone Theater«, ein nicht ganz ernstzunehmendes Kriminalstück.

Zahlreiche Besucher kommen in die Aula der Ebert-Schule zur Tombola-Veranstaltung des Kinderschutzbundes. Mit dem Erlös soll der Weiterbetrieb des Sorgentelefons finanziell gesichert werden. Für Unterhaltung sorgte die Musikschule Steinen-Schopfheim unter der Leitung von Frau Kagerer und der Circus »Schienbein« aus Lörrach.

Auf ein erfolgreiches Jahr blickt der MSC bei seiner Jahresfeier zurück. Allen Fahrern und Beifahrern gratuliert der Vorsitzende, Fritz Schrank, zu den herausragenden Leistungen der letzten Saison. Dazu gehören der 6. Platz in der Weltmeisterschaft der Seitenwagen, ein 4. Platz in der Deutschen Meisterschaft sowie die Tatsache, daß 25 Fahrer 225 mal für den MSC Schopfheim im In- und Ausland an den Start gingen. Horst Wirth durfte für langjährige Tätigkeit als aktives Vorstandsmitglied die MSC-Club-Ehrennadel in Gold mit Brillanten entgegennehmen. Die Club-Ehrennadel in Gold erhielten Hansjörg Bauer für 30jährige Mitgliedschaft, Irma Bienert für 24jährige Mitgliedschaft sowie die vier langjährigen Vorstandsmitglieder Wolfgang Hänßler, Horst Lehmann, Hanspeter Meyer und Karl-Heinz Renner.

27. November 1994

Zur jährlichen Adventsfeier lädt die AWO Schopfheim in die Stadthalle ein. Die Vorsitzende, Waltraud Krüger, freute sich über die große Zahl von Gästen, die sie begrüßen durfte, darunter auch die Bundestagsabgeordneten Marion Caspers-Merk und Ortrun Schätzle. Aber auch die Fraktionsvorsitzenden der SPD, der CDU und der FWV im Gemeinderat unterstrichen die Wichtigkeit der AWO durch ihre Anwesenheit. Bürgermeister Fleck sicherte auch weiterhin die Unterstützung zu. Für die Arbeit der AWO dankte schließlich Staatssekretär Peter Reinelt, MdL, den Verantwortlichen.

Eine neue CD mit Orgelmusik aus Schopfheim wird vorgestellt. Das Ehepaar Martin und Joanna Winkler und der katholische Kantor Cornelius Holdermann interpretieren darauf Werke auf den vier Schopfheimer Orgeln.

Raitbachs SeniorInnen verleben gemeinsam besinnliche und gemütliche Nachmittagsstunden in der Gemeindehalle bei der traditionellen Adventsfeier, die von der ev. Kirchengemeinde Hausen-Raitbach organisiert wurde.

28. November 1994

Der Umweltausschuß des Gemeinderates beschloß, die Planung für einen Kreisverkehr beim Friedhof in Auftrag zu geben und den Bebauungsplan zu ändern. Bei der Einfahrt nach Gündenhausen soll die abknickende Vorfahrt Richtung Langenau favorisiert werden. Hier ist noch einmal zu planen und dem Ausschuß erneut vorzulegen. Am Übergang der Belchenstraße zur Schwarzwaldstraße über die Wiechser Straße soll die Abbiegespur von der Wiechser in die Schwarzwaldstraße beseitigt werden und stattdessen eine Überquerungshilfe für Fußgänger geschaffen werden. Hohes Lob erhielt das Bauamt für die schnelle Änderungsumplanung beim Rückbau der B 317 in der Ortsdurchfahrt. Nunmehr soll der provisorische Umbau vom Friedhof bis zur »Pflug«-Kurve in Angriff genommen werden und – so verlautet – etwa Mitte März 95 begonnen werden. Die Zahl der Parkplätze, die nun nur noch längs der Straße eingerichtet werden, wird sich sogar geringfügig erhöhen. Gegen die Planungen des Radweges zwischen Langenau und Enkenstein hat der Ausschuß im wesentlichen nichts einzuwenden. Gleichwohl meint Robert Zapp für die SPD, daß er kein Verständnis für solch großzügige Planungen in finanziell schwierigen Zeiten habe. Er bezeichnet das planerische Vorhaben gar als »Planungsorgie«. Auch an der Beseitigung der Währer-Kurve scheiden sich die Geister; während die einen meinen, sie sei eine »Bremse« für Raser, meinen die anderen, die Kurve müsse beseitigt werden, da sie einen Unfallschwerpunkt darstelle.

Auch über eine nicht genügende Auslastung des Schwimmbades im heißen Sommer läßt sich der Umweltausschuß aus. Insbesondere die Unabhängigen meinen, daß das Preisgefüge und die Öffnungszeiten verändert werden müßten, um das Bad attraktiver zu gestalten. Die übrigen Fraktionen des Gemeinderates vertreten diese Ansicht nicht; eine Ausdehnung der Öffnungszeit würde nur unwesentlich zu einer Steigerung der Besucherzahl führen und Kosten erzeugen, die nicht im Verhältnis zu den Einnahmen stehen.

Michael Straub von den GRÜNEN vermißt eine Diskussion im Stadtrat über die Regio-Karte, denn nach bisherigen Überlegungen müsse die Stadt sich mit DM 100.000,- jährlich beteiligen.

29. November 1994

In seiner jüngsten Sitzung stimmte der katholische Pfarrgemeinderat der St. Bernhards-Pfarrei einmütig dem Hirtenschreiben der Bischöfe Saier, Kasper und Lehmann zum Umgang mit Geschiedenen und wiederverheirateten Geschiedenen zu. Er schloß sich auch der Solidaritätserklärung der Teilnehmer an der Herbstkonferenz des Dekanates für den Freiburger Erzbischof an.

30. November 1994

In der Umweltausschuß-Sitzung gibt der Bürgermeister auf Anfrage bekannt, daß im kommenden Jahr die blaue Papiertonne in Schopfheim abgeschafft werden soll. Dies ist ein Vorhaben des Landkreises.

Vor einigen Tagen traf sich die Direktvermarktung Gersbach zu ihrer ersten Generalversammlung seit der Gründung im vergangenen Jahr. Vorsitzender Pfr. Gerhard Trautwein, der auch nach den Wahlen das Amt weiterführt, hält einen Überblick und berichtet insbesondere über die bisherigen Erfolge, die auf die Initiative der Landwirte und nicht auf die der Behörden zurückzuführen seien. Zwei grundsätzliche Themen werden zur Zeit ausführlich diskutiert: Man überlegt, ob der Verein sich auf das Gebiet des Kleinen und Oberen Wiesentals sowie auf den Dinkelberg ausdehnen soll.

Nach Andeutungen im Umweltausschuß durch den Bürgermeister meint heute die BZ: »Hat der Gemeinderat versäumt, rechtzeitig die Weichen zur Verwirklichung eines Parkplatz-Konzeptes zu stellen? Ist es zu spät für die Bismarck-Straße, da kaum mehr Zuschüsse zu bekommen sind?« Bürgermeister Fleck äußerte dazu, das Gorbatschow-Wort sei hier das richtige: »Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben«. Die erhofften Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz seien bis 1996 fast ausgebucht.

01. Dezember 1994

Im Rahmen eines Forschungsprojektes sollen in Schopfheim Niedrigenergie-Häuser im Holzsystembau entstehen. Die Städtische Wohnbau GmbH möchte auf diese Weise im »Lus« ein Mehrfamilien-Wohnhaus und im »Bremt« Reihenhäuser erstellen.

Die Stadtverwaltung soll umgekrempelt werden; die ersten Vorbereitungen unter dem Stichwort »schlanke Verwaltung« werden jetzt getroffen. Ein Kölner Institut soll beauftragt werden, das Steuerungsmodell zu begleiten.

Erich Gnädig hält seinen 75. Farbdia-Vortrag vor den Senioren in der Altenbegegnungsstätte. Anneliese Brändle bedankte sich namens der Schopfheimer Senioren herzlichst.

02. Dezember 1994

Bei der Ölmühle Kaucher sollen nun Fachleute die Hydraulik des Gewerbekanals überrechnen. Das Wasserrad steht seit zwei Jahren still, da die Fließgeschwindigkeit des Kanals seit dem Umbau zu hoch ist. Auch der provisorische Einbau von Schwellbrettern hat die Fließgeschwindigkeit nicht auf das erforderliche Maß reduziert. Es wird nun Aufgabe von Meßtrupps sein, das weitere Vorgehen zu berechnen.

Vom Besuch der Partnerschaftsschule in Rumänien kehren Schüler der 11. Jahrgangsstufe des THG zurück. Bereits zum fünften Mal waren Schopfheimer Schüler nun in Klausenburg zu Gast.

Bei der jüngsten Generalversammlung hört man, daß die Schopfheimer Triathleten derzeit 82 Mitglieder zählen, 38 davon sind aktiv. Der Schopfheimer Verein gehört zu den größten Triathlonvereinen in Baden-Württemberg. Während man mit der Arbeit des Dachverbandes nicht ganz zufrieden ist, hat man umso mehr Freude an den Erfolgen des eigenen Vereins.

Bei der Firma Mannesmann Demag Wittig kann Albert Greiner auf eine 40jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken. Daneben hat auch Wolfgang Schreijäg das gleiche Betriebsjubiläum. Bohuslav Behal, Heinz Riegert, Horst Masuch, Wolfgang Tempel und Erwin Trefzer feiern zusammen mit Günther Robisch das 25jährige Betriebsjubiläum. Den Jubilaren wurde herzlich gedankt.

Aus dem Ortschaftsrat Eichen ist zu hören, daß alle Wünsche für den Haushalt des kommenden Jahres Wiederholungen aus Vorjahren sind. Ein Vorschlag von Wolfgang Bühler soll geprüft werden, die Rathausräume besser auszulasten. Sie könnten örtlichen Vereinen zur Verfügung gestellt werden.

Im Gasthaus »Adler« wurde die Junge Union wieder aus dem »Dornröschenschlaf« erweckt. Markus Medau wurde 1. Vorsitzender; er möchte zusammen mit seinem Vize Jürgen Bühler neue Aktivitäten in Angriff nehmen.

03. Dezember 1994

Nach Überzeugung des BUND sinkt der Standard, wenn künftig Vereine das Altpapier einsammeln. Vereine werden – so Klaus Böttger in der jüngsten Sitzung – kaum in der Lage sein, die Entsorgung flächendeckend zu gewährleisten.

Ein Feuerwerk des Rhythmus und der Lebensfreude vermittelt das südafrikanische Musical »Sikulu« in der ausverkauften Stadthalle. Die Truppe aus Johannesburg war auf Einladung des Kulturrings in der Markgrafenstadt. Die Presse meint, »Man kann dem Kulturring nur für den Mut dankbar sein, ein solches, den Rahmen sonstiger Tournee-Veranstaltungen sprengendes Musical in das Abonnement aufzunehmen«. Minutenlange standing ovations beschlossen den begeisternden Theaterabend.

Die Brücke über die B 317 zur Kürnberger Straße ist fertig und befahrbar. Das Tunnellicht brennt ebenfalls. Der Eröffnung der Umgehungsstraße stehen nicht mehr allzu viele Hindernisse im Wege.

Eugen Herzog informiert in seinem jüngsten Brief aus Poligny darüber, daß das 10. Käsefest, das in diesem Jahr ausgefallen war, nun im Mai des kommenden Jahres stattfinden soll. Dieses Fest ist in diesem Jahr den Europawahlen »zum Opfer gefallen«.

04. Dezember 1994

Übers Wochenende veranstaltet der Fußball-Verein Fahrnau in der Friedrich-Ebert-Schule ein Hallen-Fußball-Turnier für F-, E- und D-Jugendmannschaften.

Zahlreiche Gäste kamen zur Nikolausfeier des TV Langenau in die Turnhalle des Ortsteiles. Auch der Turnverein Fahrnau lud zur Nikolausfeier in die vollbesetzte Festhalle des Ortsteils ein.

Nicht zu vergleichen mit TSG-Weihnachtsfeiern früherer Jahre war die diesjährige Nikolausfeier in der Stadthalle.

05. Dezember 1994

Aus der Pressemitteilung der Unabhängigen zum Haushaltsentwurf ist zu entnehmen, daß sie das Personal in den nächsten fünf Jahren um 5% reduzieren wollen.

Erfolge im Sport, Harmonie im Verein – das ist das Ergebnis der Generalversammlung der Tischtennis-Abteilung im TV Fahrnau. Die Damenmannschaft war – wie schon in der Vergangenheit – erneut das Aushängeschild. In der laufenden Punktrunde sind die Tischtennis-Damen inoffizieller Herbstmeister, mit 18 : 0 Punkten ungeschlagen.

Über den Bericht des Bibliotheksleiters wird im Gemeinderat diskutiert. Die Unabhängigen wollen zusammen mit den GRÜNEN, daß die vor einem Jahr eingeführten Gebühren wieder abgeschafft werden. Auch Kurt Härzschel behält seine Vorjahresmeinung klar und deutlich bei, wobei er sich damit von der übrigen CDU absetzt. Schließlich ergibt die Abstimmung eine Beibehaltung der bisherigen Gebühren.

06. Dezember 1994

Das »Mobile Schopfheim« will probeweise ab Silvester einen Disco-Bus der SBG zwischen Hausen und Lörrach einsetzen.

Rechenschaft gab dieser Tage der Schopfheimer Vinzentius-Verein. Die katholische Krankenstation, die heute noch selbständig arbeitet, leistete insbesondere Dienst an Kranken und alten Menschen in der Stadt. Der Verein selbst hat 356 Mitglieder, ist von Dekan Baumann zu hören. Für den Vinzentius-Verein ist derzeit Schwester Gerburga vollbeschäftigt. Teilzeitbeschäftigt sind Heide Paspa und Marlies Mühlhaupt, die nach 15 Jahren nun in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Bei relativ milden Temperaturen beginnt der »Kalte Markt«. 100 Stände sind aufgebaut. Bis dies soweit war, hatten die Vollzugsbeamten Seger und Wagner alle Hände voll zu tun, denn die Plätze sind begehrt, und manch einer versuchte, noch irgendwo eine Lücke für seinen Stand zu finden.

07. Dezember 1994

Erneut war Zwangsversteigerungstermin für die »Alte Stadtmühle«. Ein Bieter bot für das Objekt mit DM 1,1 Mio. Verkehrswert waren lediglich DM 631.000,-. Die Deutsche Bank will sich 14 Tage Zeit lassen, um über den Zuschlag zu entscheiden.

Erfreut zeigt sich der Ortschaftsrat Gersbach bei seiner jüngsten Sitzung darüber, daß die Halle in die Haushaltsplanungen aufgenommen worden ist. Allerdings ist man überrascht darüber, daß DM 100.000,- an Eigenleistungen der Gersbacher Bürger eingeplant sind.

Kalt war’s nicht am Anfang – und auch nicht am Ende des diesjährigen »Kalten Marktes«. Allerdings wird eine Händlerin schlechte Erinnerungen an den diesjährigen Markt haben, denn sie wurde während des Abbaues ihres Standes bestohlen. Vermutlich waren es drei Personen, die ihr den Geldbeutel entwendeten.

08. Dezember 1994

Im Streit um die Schülerbeförderung der Schüler der Hebelschule zur Sporthalle Langenau bekam die Stadt vor dem Verwaltungsgericht Freiburg recht. Der Landkreis muß nun die Schülerbeförderungskosten für den Sportunterricht, der in Langenau gegeben wird, bezahlen. Ob der Landkreis das Urteil annehmen wird, ist noch unklar, denn innerhalb einer Frist von vier Wochen kann er Rechtsmittel einlegen.

Bei einem Forum des Projektbüros »Mobiles Schopfheim« in der IHK stand der ÖPNV im Mittelpunkt. Der Landkreis gab seine Pläne für den künftigen Betrieb der Wiesental-Strecke bekannt, wobei die Finanzierung noch völlig offen ist. Im Gespräch erfuhr man, daß die Züge im Halbstunden-Takt von 05 Uhr bis 20 Uhr abends fahren sollen, danach im Stunden-Takt bis 23 Uhr.

09. Dezember 1994

In der jüngsten Vorstandssitzung des DGB-Ortskartells hat man sich mit den Aktivitäten des kommenden Jahres beschäftigt. Insbesondere die Gesundheitsreform und die Situation der Nebenerwerbslandwirte sollen vor Ort diskutiert werden. Man möchte aber auch im kommenden Jahr das Gespräch mit den Parteien fortsetzen. Von einem Armutsbericht Schopfheims ist die Rede, der bis zum Herbst vorliegen soll. Die Kontakte mit der Diakonie und dem sozialpsychiatrischen Dienst sowie mit dem Amtsgericht sollen aufrechterhalten werden. Wie man sich mit den Schlecker-Mitarbeitern solidarisieren kann, ist Thema der nächsten Monate.

Die Schopfheimer Unabhängigen wünschen sich nach einem Gespräch mit dem Vorstand des Seniorenrates eine Kontaktstelle für Senioren. Diese könnte eventuell mit dem »Betreuten Wohnen Schärers Au« verbunden werden.

10. Dezember 1994

Beim Weihnachtskonzert der Stadtmusik wurde Peter Bühler, der amtierende 2. Vorsitzende, zum Ehrenmitglied ernannt. Das Weihnachtskonzert der Stadtmusik war überschattet von einem tragischen Ereignis. Der mehr als 30 Jahre lang wirkende 2. Vorsitzende, Erich Sutter, sollte die Goldene Ehrennadel für 50jährige Zugehörigkeit zur Stadtmusik erhalten. Dies konnte nicht mehr erfolgen. Er erlag am gleichen Tage einem Herzschlag. Die Stadtmusik trauert um einen der Aktivsten. Man hat kurze Zeit sogar erwogen, das Konzert kurzfristig abzusagen. Auf Wunsch der Familie, auch im Sinne des leidenschaftlichen Musikers selbst, wurde das Programm jedoch in unveränderter Form dargeboten.

Geländemodellierungen am Riedmattweg verwundern einige kritische Bürger. Während das Straßenbauamt und die Stadtverwaltung meinen, daß der Lärmschutzwall vernünftig fertiggestellt wird, äußern sich die Kritiker dahingehend, daß es Vorarbeiten zur Anbindung des Sportzentrums beim Schwimmbad ans Oberfeld seien. Dem widerspricht Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann energisch.

Zu warm war es beim diesjährigen Weihnachtsmarkt, der – wie im Vorjahr – bereits am Samstag auf dem Marktplatz seine Stände öffnete. Die Besucherzahlen waren – vielleicht der Wärme wegen – nicht so hoch wie gewohnt.

11. Dezember 1994

Die evangelische Kantorei führt Händels »Messias« auf. Das gewaltige dreiteilige Oratorium stand unter der Leitung von Bezirkskantor Martin Winkler. Begleitet wurde die Kantorei vom Jungen Kammerensemble Baden-Württemberg. Die Solisten des Abends, Stefan Kramp, Silke Marchfeld und Karin Schöllhorn leisteten ihren überzeugenden Anteil, um das Gesamtwerk zu einem faszinierenden Erlebnis werden zu lassen.

Mit einem rockigen Auftritt der Band »Songwriters« feiert das »Irrlicht« sein 10jähriges Bestehen.

Die SVS-Fußballer halten ihre diesjährige Weihnachtsfeier in der Hülschenmatthalle in Eichen ab.

Zum adventlichen Singen trafen sich Chöre der neuapostolischen Kirche in der Stadthalle, die restlos gefüllt war.

12. Dezember 1994

Nun wird der Kreisverkehr, wie ihn der Gemeinderat für das »Hirschen«-Dreieck in Fahrnau geplant hatte, wieder in Frage gestellt. Im Rahmen der Haushaltsdebatte werden von den nötigen DM 450.000,- zunächst im kommenden Jahr DM 250.000,- bereitgestellt. Gar nichts mehr ausbauen will Dr. Thomas Weiß von den Unabhängigen und das Geld lieber für den Turnhallenboden des THG zur Verfügung stellen. Klaus Kochendörfer meint, daß es auch billigere Lösungen gäbe; insgesamt zweifeln die Unabhängigen die Planung zum Ausbau des Kreisverkehrs in Fahrnau an. Dennoch verbleibt eine erste Rate im Haushalt.

Während der Haushaltsberatungen kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Unabhängigen und den übrigen Fraktionen des Gemeinderates. Die Unabhängigen wollen ganz pauschal in den nächsten fünf Jahren 5% Personal abbauen. Es geht den Antragstellern dabei nicht um die Kosten, sondern rein um die Stellen. Nach hitzigen Wortgefechten, zumeist gegen die Verwaltung, wird dieser Antrag jedoch mit 20 gegen 10 Stimmen abgelehnt. In der gleichen Sitzung wird auch heiß darüber diskutiert, ob der Bürgermeister künftig einen Dienstwagen haben soll oder nicht. DM 45.000,- bleiben nun im Haushalt reserviert. Die endgültige Entscheidung wird dem Gemeinderat noch vorbehalten. Der Antrag, das Geld in den Haushalt aufzunehmen, wurde mit 14 zu 12 Stimmen bejaht. Heiß umstritten war auch der Antrag des Kulturrings auf höheren Zuschuß. Karl Selz von den Unabhängigen meinte, es müßte mehr die »aktive Kultur« wie Sport- und Kultur-Vereine gefördert werden. »Leute, die zum Kulturring gehen, können das zahlen«. Um die Arbeit dieses Vereins nicht zu zerschlagen, beschloß der Gemeinderat jedoch eine höhere Bezuschussung.

Eine große Chance zur Realisierung hat nun die Gersbacher Halle, denn die Kosten werden mit DM 3,2 Mio. im Vermögenshaushalt des kommenden Jahres aufgenommen. Die Aufnahme ist allerdings mit der Auflage verbunden, daß die angesetzten Zuschüsse in Höhe von DM 2,3 Mio. tatsächlich fließen müssen.

Uneinigkeit herrschte bei der Jahreshauptversammlung des Turnvereins Fahrnau. Man war sich nicht einig darüber, ob die Versammlung überhaupt ordnungsgemäß einberufen worden war. Der Verein wählte trotzdem einen neuen Vorstand; neben der bisherigen Vorsitzenden, Brigitte Möhrle, wird nun Martin Daum den Verein als Vize führen.

13. Dezember 1994

In der jüngsten Sitzung des Wiechser Ortschaftsrates erinnert Ortsvorsteher Hodapp an die Aufgaben des nächsten Jahres. Dabei werden die Bebauung des »Rebacker-Rüttebergs«, die Sanierung des Sportplatzes, das Milchhüsli und der Kinderspielplatz einen großen Raum einnehmen. Die Einführung von Tempo 30 im gesamten Ort wird weiterhin zum Ziel genommen. Besonders anstrengen will man sich aber für die Erhaltung der Poststelle im Ortsteil.

Die Aktion der BZ »Hilfe zum Helfen« brachte während des Weihnachtsmarktes einen Reinerlös von DM 5.235,-.

Die Hilfsaktion des Markgräfler Tagblattes auf dem Weihnachtsmarkt erbrachte durch den Verkauf von Glühwein und durch den Losverkauf eine Summe von DM 1.400,-.

Wolfgang Böhler vom gleichnamigen Autohaus überreichte dieser Tage der Gewerbe-Akademie einen Kleinlieferwagen der Marke Opel.

Der BUND Regionalverband Hochrhein fordert, vertreten durch den Schopfheimer Stadtrat Straub, Verkehrsminister Schauffler auf, zur Einweihung der Umgehungsstraße mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen; denn nur so könne er neues Mobilitätsverhalten beweisen.

Eine hohe Auszeichnung erhält Dr. Erich Todtenhaupt. Dem Geschäftsführer der Rührwerke-Produktion EKATO wird im Neuen Schloß Stuttgart von Landeswirtschaftsminister Dieter Spöri die Wirtschaftsmedaille Baden-Württemberg überreicht. Diese Auszeichnung gebührt herausragenden Persönlichkeiten, die wertvolle Dienste für die Wirtschaft erbracht haben, verlautet aus dem Ministerium. Mit Todtenhaupt erhalten weitere neunzehn Personen diese Medaille.

Der TV Fahrnau läßt verlauten, daß die Generalversammlung rechtens war und aus diesem Grunde keine neue Sitzung einberufen werden muß. Verdi's Oper »Nabucco« wird in der Stadthalle aufgeführt.

14. Dezember 1994

Marianne Neininger führt im Rahmen des vhs-Theater-Workshops in ihrem »Theater auf der Au« das Weihnachtsmärchen »Der Eisvogel« auf.

Der Geschäftsführer der Firma Arlington, Klaus Eberhardt, wird zum 01. Januar 1995 stellvertretendes Vorstandsmitglied des Kunert-Konzerns. Er werde sich in seiner neuen Funktion vor allem der Marken Kunert und Burlington annehmen. In der Pressemitteilung des Unternehmens heißt es, Eberhardt habe das Langenauer Unternehmen in kürzester Zeit aus den roten Zahlen geführt und könne bis heute in Deutschland ständig wachsende Marktanteile vorweisen.

Ingeborg Fritz stellt ihren neuen Gedichtband »Mut zum Träumen« vor.

15. Dezember 1994

Auf das große Jubiläumsjahr bereitet sich das THG vor. 1995 feiert diese Schule ihr 225jähriges Bestehen. Wie zu vernehmen ist, haben die Freunde des Gymnasiums ein großes Festprogramm vorbereitet.

Der Gesamtelternbeirat der Schopfheimer Schulen trifft sich zum Jahresrückblick. Manfred Baer, der viele Jahre den Vorsitz führte, gab diesen nun an Jürgen Vetter, der in einer offenen Wahl bestätigt wurde, ab. Gaby Heidt von der Friedrich-Ebert-Schule übernimmt die Stellvertretung.

»Vom Tannereis zum Lichterbaum« - eine Ausstellung unter diesem Titel wird im Museum eröffnet. Die Entwicklung des Christbaumschmuckes und des Adventsschmuckes seit der Biedermeierzeit und die Figuren des Christkindes, des Nikolaus oder Weihnachtsmannes werden in einem Vortrag von Rosemarie Wiegandt erläutert. Eine Ausstellung, die sicher viele Menschen während der nächsten Wochen ins Museum führen wird.

Die Städtische Wohnbau GmbH stellt Niedrigenergie-Holzhäuser für das Wohngebiet »Bremt« und ein Mehrfamilienhaus in gleicher Bauweise für das »Lus« vor. Der derzeitige Preis von DM 3.000,- pro qm ist Bürgermeister Klaus Fleck noch zu hoch; seiner Meinung nach müßten die Preise noch wesentlich gesenkt werden. Die Häuser sollen nicht unterkellert werden, sondern einen Vorbau erhalten, der als Vorratskammer und Unterstellmöglichkeit dient. Kurt Härzschel befürchtet die »Vereinigten Hüttenwerke«. Allerdings sah dies das Gremium insgesamt anders, denn die Bauvoranfrage wurde positiv entschieden. Ebenso werden Befreiungen vom Baufenster erteilt.

Nach 45 Jahren Beschäftigung bei der Zentralgenossenschaft wurde Karl Heinz Klein in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Klein übernahm 1964 die Geschäftsstelle Schopfheim, die heute auch die Bereiche Schönau und Bad Säckingen mit umfaßt.

16. Dezember 1994

Die neueste Pendler-Statistik des Arbeitsamtes sagt, daß nach Schopfheim mehr Leute zur täglichen Arbeit kommen, als Schopfheimer nach auswärts arbeiten gehen. Derzeit hat die Markgrafenstadt nach den Statistiken des Arbeitsamtes einen Einpendler-Überschuß von 708 Personen. In Schopfheim selbst bestehen laut dieser Statistik 6.796 Arbeitsplätze.

Bei der Firma Dreistern gibt es auch in diesem Jahr - so Geschäftsführer Gerhard Krückels - treue Mitarbeiter zu ehren. Josef Brunner und Hanspeter Eichin sind 25 Jahre dem Betrieb treu, Hanspeter Motsch und Hansjörg Zeiher 30 und Helmut Reichert gar 35 Jahre.

In den frühen Morgenstunden kommt es zu einem Brand in einem Einfamilienhaus an der Landstraße/Ecke Schillerstraße in Langenau. 30 Feuerwehrleute hatten das Feuer schnell unter Kontrolle. Die Ursache des im Obergeschoß ausgebrochenen Brandes ist noch unklar. Ein Defekt am geheizten Kachelofen könnte die Ursache gewesen sein.

17. Dezember 1994

Vor finanziellen Problemen steht - so hört man aus der jüngsten Mitgliederversammlung des Trägervereins der Waldorfschule - diese Schopfheimer Bildungseinrichtung. Vier von zehn Vorstandsmitgliedern haben ihre Ämter niedergelegt, da die Meinungen, wie die schwierige finanzielle Situation zu bewältigen sei, auseinander gehen. Die Bauphase am Hauptgebäude sowie die Einrichtung des naturwissenschaftlichen Traktes haben, da die Staatszuschüsse eingefroren wurden, die Probleme verursacht. Die Lehrervergütung war ebenfalls Teil der Diskussion. Deutlich wurde aber, daß die zurückgetretenen Vorstandsmitglieder nicht im Zorn schieden.

Neuer Geschäftsführer bei der Raiffeisen-Zentralgenossenschaft wird Bernhard Bingert; der 29jährige war zuletzt in Gießen tätig. Allerdings wird vom Schopfheimer Zuständigkeitsbereich Bad Säckingen ausgegliedert und Waldshut zugeordnet.

Zum Weihnachtskonzert lädt der Gesangverein Fahrnau in die Festhalle. Unter der Leitung von Klaus Dürrschnabel gelang es dem Chor zusammen mit dem Jugendchor, die Gäste weihnachtlich zu stimmen.

Sehr gut besucht war das Konzert des Langenauer Musikvereins in der Festhalle, bei dem Udo Räuber die Silberne Ehrennadel des Alemannischen Musikverbandes für 25jähriges Musizieren erhielt.

18. Dezember 1994

Zur Unterstützung der Missionstätigkeit und Linderung der Not in Zentralafrika veranstaltet der Gesangverein Eichen in der katholischen Kirche St. Bernhard ein Benefiz-Konzert. Das zahlreiche Publikum honorierte mit seinem Kommen nicht nur die Leistungen der Mitwirkenden, sondern auch diejenigen von Martin Lacher aus Eichen, der seit einigen Jahren mit seiner Familie biblische Aufbauarbeit in Zaire leistet.

In der Galerie »Grüne Schlange« wird eine neue Ausstellung eröffnet: Wilfried Perraudin, der 82jährige Künstler, freut sich bei der Vernissage über einen großen Freundeskreis und zahlreiche Kunstfreunde, die gekommen waren. Bereits mit 15 Jahren war er Schüler von Dufy.

19. Dezember 1994

Anscheinend herrscht Hochkonjunktur bei den Autoknackern! Am Wochenende wurden Autos in der Königsberger Straße, in der Hebelstraße, in der Feldbergstraße und auf dem »Altig« aufgebrochen.

Die 289 Mitglieder des Freundeskreises des Gymnasiums wählten dieser Tage erneut Dr. Karl Busch zu ihrem Vorsitzenden und Renate Fischer zur Stellvertreterin.

Der Gemeinderat beschließt den Haushaltsplan für das kommende Rechnungsjahr. Der Verwaltungshaushalt schließt mit DM 44.630.000,-, der Vermögenshaushalt mit DM 6.580.000,- ab. Steuererhöhungen wurden nicht vorgenommen.

Die Haushaltssatzung wurde bei 11 Gegenstimmen der Unabhängigen und der GRÜNEN verabschiedet. Ein Gemeinderat hat sich der Stimme enthalten. In den Haushaltsreden kam deutlich zum Ausdruck, daß die Sparpolitik des vergangenen Jahres der richtige Anfang war, um diesen Haushalt besser bewältigen zu können. Die Verabschiedung des Haushaltes erfolgte in rekordverdächtiger Zeit, denn die Fraktionsvorsitzenden hielten nur ihre Haushaltsreden, ohne daß Einzeldiskussionen stattgefunden hätten. Dank erfuhr insbesondere Stadtkämmerer Hans Reif für seine wie immer umsichtige Arbeit und insbesondere auch dafür, weil es sein letzter für die Stadt erarbeiteter Haushalt war. Er wird im kommenden Jahr in den Ruhestand gehen.

Pünktlich um 12 Uhr begann die kurze Feierstunde zur Einweihung und Übergabe der neuen Umgehungsstraße. Zunächst war es Regierungspräsident Conrad Schröder vorbehalten, die Anwesenden - unter ihnen auch die Bürgermeister der ganzen umliegenden Gemeinden, die Abgeordneten Schätzle und Caspers-Merk sowie Staatssekretär Reinelt - zu begrüßen. Verkehrsminister Schaufler vollzog später dann die offizielle Freigabe der Straße. Vom Bundesverkehrsministerium kam Ministerialdirektor Dr. Jürgen Huber, um Glückwünsche zu überbringen.

Bürgermeister Klaus Fleck wird auf weitere acht Jahre als Bürgermeister der Stadt Schopfheim in öffentlicher Gemeinderatssitzung verpflichtet. Die Verpflichtung nimmt Kurt Härzschel als dienstältester Gemeinderat vor. Er wünscht dem alten und neuen Bürgermeister eine glückliche Hand zum Wohle der Stadt Schopfheim für die vor ihm liegende dritte Amtszeit.

In seiner Haushaltsrede ließ SPD-Fraktionschef Robert Zapp mit der Bemerkung aufhorchen, daß die städtischen Wohnungen in einen Eigenbetrieb der Stadt oder der Städtischen Wohnbau GmbH übertragen werden könnten, wobei in beiden Fällen die Errichtung von echtem sozialem Wohnungsbau Voraussetzung für die Genossen ist.

In der Nacht ruft ein 37jähriger die Feuerwehr zu einem Brand nach Fahrnau. Der vermutlich alkoholisierte Anrufer warf beim Eintreffen der Feuerwehr einen Stuhl durch die Fensterscheibe der Gaststätte, in der es angeblich brannte. Es war ein Fehlalarm für 21 Feuerwehrleute. Den Mann dürfte seine Tat teuer zu stehen kommen!

Gleich dreimal wird in Langenau eingebrochen: In die Grund- und Hauptschule, in das THW-Heim und in das Heim des Sportvereins. In allen Fällen wurden die Gebäude gewaltsam durch Aufwuchten von Türen und Fenstern betreten. Die Beute waren lediglich kleinere Geldbeträge, die Sachbeschädigungen allerdings beachtlich.

22. Dezember 1994

Bei der Firma ppe - so liest man heute in der Tageszeitung - sind in der letzten Zeit über 100 Beschäftigte der IG Chemie/Papier/Keramik beigetreten. Man möchte massiv gegen die Betriebsleitung vorgehen, denn ppe ist nicht mehr im Arbeitgeberverband und daher an Tarifverträge nicht gebunden. ppe-Chef Friedrichkeit meint in einer Stellungnahme, die auch veröffentlicht wurde, daß der Betrieb die wirtschaftliche Existenz in Schopfheim verloren hätte, wenn man weiterhin den Chemie-Tarifvertrag angewandt hätte.

Es schneit zum ersten Mal ganz, ganz leicht. Der Ortsteil Gersbach liegt unter einer hauchdünnen Schneedecke.

23. Dezember 1994

Die Weihnachtsaktion der BZ »Hilfe zum Helfen« erbrachte bis heute DM 10.530,-.

In der Torstraße, gegenüber der Hebel-Schule, hat ein neues Bistro die Tore geöffnet. Unter dem Namen »Van Gogh« soll der Treff nette Leute jeden Alters einladen.

24. Dezember 1994

Aus der MT-Aktion »Hilfe für notleidende Menschen« überreicht Werner Müller dem diakonischen Werk und der AWO einen Scheck, damit unbürokratisch Hilfe geleistet werden kann. Auch die BZ übergibt der AWO einen größeren Betrag aus ihrer Spenden-Aktion.

Die Kirchen der katholischen und der evangelischen Pfarrgemeinden waren am Heiligabend gut besucht. In der evangelischen Stadtkirche musizierten Martin Winkler, Markus Götz, Carolin und Markus Rauter solistisch neben der Kantorei, die der Christmette einen feierlichen Rahmen verlieh. In der Weihnachtspredigt erinnerte Pfr. Detlev Jobst an die Erfahrungen des Berliner Pastors Heinrich Albertz. Er stellte die Frage, wieviel es uns bedeute, daß wir uns Christen nennen. Christliche Kirche, christliche Partei; gehe es doch um das Bild eines heimatlosen Kindes, das in einer Notunterkunft zur Welt kommt. Jobst weiter: »Muß es uns nicht die Schamröte ins Gesicht treiben, wenn wir sehen, wie wir mit Fremden und Asylsuchenden umgehen?« Man könne sich dabei auf mancherlei berufen, auf Jesus Christus jedoch nicht. Er sei Fleisch geworden in Solidarität mit denen, deren Not und Elend wir nicht an uns heranlassen. In der Mitternachtsmesse der katholischen Pfarrgemeinde sagte Dekan Felix Baumann: »Gott möchte uns in die Augen schauen«. Mit der Geburt des Kindes habe er uns einen Zugang zu sich eröffnet. Fraglich sei jedoch, ob wir seinen Blick aushalten könnten. Gott warte in den Kranken, Leidenden und Sterbenden, in den Zerstrittenen, in den Verfolgten in Ruanda und anderswo, in den Menschen in Bosnien, in den Asylsuchenden, besonders den Kurden. Er stellte die Frage: »Berührt ihr Schicksal auch uns?« Während dieses Gottesdienstes wurde die Theresienmesse von Joseph Haydn feierlich aufgeführt, wobei Cornelius Holdermann letztmals den Chor leitete und die Messe musikalisch gestaltete. Solistisch wußte Madeleine Strütt-Chappuis in der anspruchsvollen Sopran-Partie zu überzeugen.

26. Dezember 1994

Traditionell ist das Weihnachtskonzert des Musikvereins Wiechs unter der Leitung von Max Lehmann. Über 300 Gäste kamen in die Festhalle des Ortsteiles, um mit Musik und Theater zu feiern. Für 40jährige aktive Treue im Musikverein erhielt Hans Bäckert vom Vorsitzenden Reinhold Hagist ein Wappen überreicht.

Krönender Abschluß eines Vereinsjahres war das diesjährige Weihnachtskonzert beim Raitbacher Musikverein. Neben dem konzertanten Teil begeisterte auch - wie jedes Jahr - das Theaterspiel. Die Akteure erfreuten nicht nur, sie strapazierten laut Presse auch die Lachmuskeln.

27. Dezember 1994

In seiner letzten Sitzung dieses Jahres beschäftigt sich der Ortschaftsrat Wiechs mit der künftigen Verwendung des alten Milchhüsli. Es soll ein Raum für eine Käserei reserviert werden. Für das neue Feuerwehrfahrzeug soll ein ehemaliger Lagerraum hinter der Sparkassen-Zweigstelle hergerichtet werden.

Seit 40 Jahren ist Heinrich Zimmermann bei der Firma Rüdtlin Lufttechnik beschäftigt. Bürgermeister Fleck überreichte ihm die Ehrenmedaille des Landes. Das 25jährige Betriebsjubiläum in der gleichen Firma feiert Bernhard Wehrer.

28. Dezember 1994

Vor den Weihnachtstagen trafen sich 60 Ausländer, die an den Deutschkursen der vhs teilnehmen, zu einem gemeinsamen Fest. 15 Nationen waren bei diesem improvisierten Zusammensein zu Gast. Die Begegnung ermöglichte Brigitte Fleck von der vhs.

In der Waldorfschule haben Lehrer und Eltern das Oberuferer Weihnachtsspiel aufgeführt. Im Wechsel zwischen Gesang und Vortrag wurde die Weihnachtsgeschichte mit Ausdruck und Hingabe gespielt.

Die Weihnachtsbäume in der Innenstadt werden langsam dunkler, denn die Stadt ist nicht mehr bereit, täglich 60 bis 80 Glühbirnen zu ersetzen. Diese Anzahl wird tagtäglich entwendet oder zerstört.

29. Dezember 1994

Mit der Erweiterung der Kaspar-Hauser-Schule beschäftigte sich dieser Tage der Ortschaftsrat in Raitbach. Da jedoch nur Lagepläne vorlagen, konnte man nicht endgültig Stellung nehmen. Das will man erst tun, wenn konkrete Pläne vorliegen.

Es ist soweit, das Projektbüro »Mobiles Schopfheim« hat zusammen mit der SBG den Disco-Bus, der in der Silvesternacht zum ersten Mal zwischen Hausen und Lörrach verkehren wird, vorgestellt. Der Bus hält an den üblichen Haltestellen der SBG.

Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtes über die Beförderung der Hebel-Schüler nach Langenau ist der Landkreis nicht einverstanden. Er möchte die Kosten – wie im Urteil festgelegt – nicht tragen. Aus diesem Grunde wurde Widerspruch eingelegt. Trotzdem beschloß der Verwaltungsausschuß des Kreistages, noch einmal mit der Stadt Schopfheim zu verhandeln, um zu einer gütlichen Einigung zu gelangen. Spielraum vermag Bürgermeister Fleck indes nicht zu erkennen, verlautet aus der Presse. Der Schopfheimer Bürgermeister: »Entweder haben wir einen Anspruch, und dann erhalten wir die DM 14.000,-, oder wir haben keinen Anspruch. Ein Dazwischen gibt es nicht«.

Selbst im Fernsehen wurde darüber informiert, daß am Nordportal des neuen Langenfirst-Tunnels ein kleiner Erdrutsch niedergegangen war und die neue Straße daher vorübergehend gesperrt werden mußte. Die starken Regenfälle führten dazu, daß an der Oberkante des Hanges am Nordportal bereits eine Lücke klaffte. Der Hang drohte, auf die Straße abzurutschen.

30. Dezember 1994

Die »Alte Stadtmühle« bekommt nun doch einen neuen Besitzer. Die Banken haben die Zustimmung zum Ergebnis des Zwangsversteigerungstermins gegeben. Der Grundstücksnachbar erhält damit das Anwesen für DM 631.000,-. Ob und wie es mit dem Restaurant weitergehen wird, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.

Aus dem Jahresbericht der Baugenossenschaft ist eine umfangreiche Modernisierungs- und Instandsetzungstätigkeit zu entnehmen. Den größten Batzen verschlang die Renovierung der Wohnhäuser Feldbergstraße 36 und 38. Für das Grundstück »Hegne« wurde die Planung in Auftrag gegeben, um dem Baugebot der Stadt Schopfheim entsprechen zu können.

Der Gewerbeverein verlost die Gewinne der diesjährigen Weihnachtsaktion.

In einem Wettbewerb ruft das »Mobile Schopfheim« alle auf, im kommenden Jahr mehr auf die Fahrzeugbenutzung zu verzichten.

31. Dezember 1994

Mit dem Tanzsport-Club Excelsior Dreiländereck hat die Stadthalle die diesjährige Saison wieder beendet; mit einem Silvesterball, bei dem 500 Gäste auf ihre Kosten kamen und kräftig mitfeierten.

Traditionell ist der Silvesterhock der CDU. Dieses Jahr saß man im »Hans Sachs« wiederum bei Schwarzwurst und Neujahrsbrezeln, um Rückschau zu halten. Besonders freute man sich über die Wiederwahl von Bürgermeister Klaus Fleck und gratulierte ihm herzlich. Zum Auftauchen der Unabhängigen meinte Ortrun Schätzle, MdB, daß dies keine Politik-, sondern eine Parteienverdrossenheit zum Ausdruck bringe. Immer mehr Menschen gingen zu unabhängigen Bewegungen. Die Demokratie brauche das Engagement in den Parteien. Rudolf Quandt hofft, daß das schlechte Ergebnis der CDU bei der Gemeinderatswahl einmalig gewesen ist.

Zum Jahresabschluß meldete sich auch Eugen Herzog wieder aus der Partnerstadt. Er weiß dabei zu berichten, daß der neue Bürgermeister, Jean-Claude Collin, Neuerungen eingeführt hat: Je nach Viertel werden die Einwohner zur Versammlun g eingeladen, bei der jeder seine Meinung über die Arbeit der Stadtverwaltung äußern kann. Die Teilnehmer seien bisher sehr zahlreich.