
Das vergangene Jahr war von subjektiven Eindrücken, Empfindungen und persönlichen Wertungen geprägt. Zwei langjährige Weggefährten im Rathaus traten in den Ruhestand: Beigeordneter Hartmut Bertsch, der mir fast 16 Jahre den Rücken freihielt, und Hans Reif, Garant einer soliden Haushaltsführung. Mit dem neuen Beigeordneten Ruthard Hirschner, einem exzellenten Kommunalfachmann, wurde zudem die Leitung der Stadtkämmerei übertragen. Seine rasche Einarbeitung und kompetente Bearbeitung wichtiger Angelegenheiten zeigen, dass die Wahl richtig war.
Spannungen im Gemeinderat und positives bürgerschaftliches Engagement
Im Gemeinderat herrschte jedoch ein anderes Klima. Emotionen, Aggressivität und Worte an der Grenze des Zumutbaren dominierten manche Diskussionen, sodass Schlagworte die Sachlichkeit ersetzten. Von der Verwaltungsseite aus spürten wir ein grundsätzliches Misstrauen, das keine stabile Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bildete. Im Gegensatz dazu zeigte die Bürgerschaft ein überwiegend positives Bild: Zahlreiches Engagement beweist, was ein sinnvolles Miteinander erreichen kann.
Bürgerschaftliche Initiativen und freiwilliges Engagement
Beispiele für das bürgerschaftliche Engagement sind:
Der MSC‑Vorsitzende Fritz Schrank beendete nach drei Weltmeisterschaftsläufen der Seitenwagen seine 30‑jährige Tätigkeit als Rennleiter – ein Vorbild uneigennütziges Engagement. Auch die Initiative der Landwirte für ein „Buurelade Wiechs“ durch Umbau des Milchhüsli verdient besondere Beachtung. Innerhalb der Bürgerschaft entbrannten jedoch kontroverse Debatten zu „Zone 30“ und zur Einführung der Parkraumbewirtschaftung. Die Befürworter beider Maßnahmen sahen sich erheblicher Kritik ausgesetzt, während die Haushaltsbefragung im Rahmen des Gutachtens „Einzelhandel im Städtebau“ die Mehrheit für eine weitere Geschwindigkeitsreduktion in der Innenstadt bestätigte; die Parkraumbewirtschaftung spielte dabei eine untergeordnete Rolle.
Städtebauliche Entwicklungen und internationale Partnerschaften
Das Stadtbild der Innenstadt hat sich positiv gewandelt. Mit der Fertigstellung größerer Baumaßnahmen wie „Im Winkel“, dem Umbau der Sparkasse und dem Neubau „Villringer“ wirkt die westliche Hauptstraße deutlich moderner. Der Baubeginn von „Auf Schärers Au“ lässt hoffen, dass die noch offene Baulücke bald mit einer städtebaulichen Lösung geschlossen wird. Die bestehenden Partnerschaften entwickelten sich erfreulich: Ein Besuch einer Schopfheimer Gruppe zum Käsefest in Poligny, die Fahrt in die französische Partnerstadt, ein Treffen mit dem neuen Bürgermeister Jan Anders Palmqvist aus Ronneby sowie ein dreitägiger Besuch der Schopfheimer Gemeinderatsdelegation in Kleinmachnow stärkten die Zusammenarbeit. Auch die Gäste aus dem Bezirk Dikome‑Balue, Kamerun, zeigten, wie wertvoll internationale Kontakte sein können.
Herausforderungen, neue Serviceangebote und Ausblick
International wurde Schopfheim sowohl positiv als auch kritisch wahrgenommen. Der von der Europäischen Kommission finanzierte Kongress „Mobilität und Gesellschaft“ und der gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium Baden‑Württemberg veranstaltete „Niedrigenergiehaus‑Kongress“ brachten zahlreiche Experten nach Schopfheim und bewiesen die Eignung unserer Stadthalle. Tragisch war das Jahresende: Der Brand in Fahrnau mit vier Todesopfern mobilisierte die Bürgerschaft zu spontanen Hilfsaktionen. Gleichzeitig stellte die Umstrukturierung der Kreiskrankenhäuser die Chirurgie des Kreiskrankenhauses Schopfheim in Frage; die enge Zusammenarbeit im Wiesental wird jedoch die Grundversorgung sichern. Im Rahmen der Haushaltsberatungen 1996 wurde die Neuorganisation der Verwaltung beschlossen, darunter die Einrichtung eines Bürgerbüros bzw. Info‑Centers, das nun einen verbesserten Service für die Bürger ermöglicht. Abschließend danke ich allen, die mich im vergangenen Jahr kritisch und konstruktiv begleitet haben – gemeinsam können wir Schopfheim weiter voranbringen.
Klaus Fleck, Bürgermeister
02. Januar 1995
Schnee fällt! Bis in die Abendstunden hinein schneit es. In der Innenstadt liegen nahezu 30 cm Neuschnee.
03. Januar 1995
18 Personen haben sich um das Amt des Beigeordneten beworben.
Der seit drei Jahren in der »Alten Stadtmühle« tätige Küchenchef Ralph Kabelitz veröffentlichte ein außergewöhnliches Kochbuch. »Cuisine du jardin: Die Poesie der vegetarischen Küche – Rezepte aus der Alten Stadtmühle« heißt das Werk. Es trägt nicht nur die Handschrift des Chefkochs, sondern auch die des Patrons, Horst Kuhfuss.
Der zu Silvester eingeführte Disco-Bus hatte, so Ralph Dettermeyer, eine gute Resonanz.
Die Feuerwehr wird zu einem tragischen Brand nach Zell gerufen. Dort brennt es im Asylbewerber-Wohnheim. Zwei kleine Mädchen sterben in den Flammen.
04. Januar 1995
Ende Januar soll das erste Langenauer Mitteilungsblatt, das der Ortschaftsrat herausgeben will, erscheinen. Man beabsichtigt, das Infoblatt kostenlos an die Haushalte abzugeben.
05. Januar 1995
Nach dem Vorschlag der Stadtverwaltung sollen künftig 293 Parkplätze der Parkraum-Bewirtschaftung in der Innenstadt unterworfen werden. Der Gemeinderat wird sich am Montag damit beschäftigen und einen Grundsatzbeschluß fassen. Über Automaten wird die notwendige Gebühr erhoben. Eine halbe Stunde soll DM –,50 Parkgebühr kosten.
Die Schneehöhe in Gersbach liegt zwischen 40 und 50 cm, was schon lange nicht mehr der Fall war; die Lifte sind in Betrieb.
06. Januar 1995
Erfolgreich schnitt der Nachwuchs beim Schopfheimer Fußball-Verein während des Dreikönigs-Turniers ab. Traditionell findet dieses Jugendturnier in der Ebert-Schule statt. In der F- und in der D-Jugend siegte der SVS. Bei der C-Jugend belegte die Schopfheimer Mannschaft zusammen mit Fahrnau ebenfalls den ersten Platz. 23 Mannschaften spielten um den Erfolg.
Auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für das Beigeordneten-Amt ist die SPD fündig geworden. Am Dreikönigs-Hock stellte sie Markus Hase, einen Genossen aus Überlingen, der dort bei der Stadtverwaltung Personalleiter ist, vor.
07. Januar 1995
Über die Schopfheimer Freimaurer-Loge »Friedrich zur Eintracht«, in der sich derzeit 33 Mitglieder engagieren, berichtet heute das MT. »Meister vom Stuhl« ist Bernhard Schmidt, der an der Spitze der Schopfheimer Loge steht.
Im Sitzungssaal des Rathauses empfängt der Bürgermeister die Narren um Ozume Enrico Blokbergen. Der Erste Mann der Stadt wurde entmachtet, wobei die Insignien an den neuen Statthalter, Heinz Bernauer alias »Heinz I vom Langefirst«, gingen.
Zahlreiches Publikum erfreute sich beim diesjährigen Neujahrskonzert des Kulturrings in der Stadthalle. Gefeiert wurde die Schopfheimer Sopranistin Madeleine Strütt-Chappuis zusammen mit dem Nordböhmischen Sinfonie-Orchester Usti, das unter dem Dirigat von Georg Mais stand.
Bei der Jahreshauptversammlung des Hundesportvereins Fahrnau, dem weiterhin Hans Schickle vorsteht, löste Monika Schulte nach 13 Jahren Aktivität Wolfgang Korloch im Amt des Stellvertreters ab.
08. Januar 1995
Stimmungsvoll wars beim jährlichen Senioren-Nachmittag in Eichen, der seit Jahren vom Ortschaftsrat und den örtlichen Vereinen gestaltet wird.
09. Januar 1995
Der Gemeinderat billigt die Anschaffung eines Dienstwagens für Bürgermeister Fleck. Damit geht eine lange Diskussion zu Ende. 18 Gemeinderäte stimmen dafür, 9 (die Unabhängigen) dagegen.
Die erste Zusammenkunft im neuen Jahr zum Jahresrückblick hatten dieser Tage die Freien Wähler. Sehr deprimiert zeigt sich nach der letzten Wahl der Fraktionsvorsitzende, Dieter Leppert. Jahrelang habe sich die Wählervereinigung engagiert, Freizeit geopfert und das Beste gegeben. Dann komme eine Protestpartei und schlage so manches aus dem Feld.
10. Januar 1995
Dem Bau des neuen Heimes für das THW steht nichts mehr im Wege. Der rote Punkt für den Neubau der Halle sei – so Rolf Trefzer – da. Im Neubaugebiet »Grienmatt« wird es also in absehbarer Zeit die neuen Unterkünfte geben.
11. Januar 1995
Beim Dreikönigs-Hock der SPD diskutierte diese auch über die Rolle der Deutschen im Bosnien-Konflikt. »Täglich wird uns Hilflosigkeit vorgeführt, für die es keine schnellen Antworten zu geben scheint«, äußert Rolf Strohm.
Die Gersbacher Loipe wird künftig vom Forstamt Schopfheim betreut.
Das einsetzende Tauwetter bringt Einsätze für die Feuerwehr. Schon um 4.30 Uhr rückte man zum ersten Mal zum Hochwasser-Einsatz aus, vorwiegend flutete das Naß die Keller von Wohnhäusern.
12. Januar 1995
Im Stadtgebiet und insbesondere auf den Höhen Gersbachs schneit es erneut. Der Ortsteil weist mittlerweile eine Schneedecke auf, die mehr als einen Meter beträgt.
Ein Teil der ehemaligen Fabrikhalle der Firma EKATO in der »Käppele-matt« soll umgenutzt werden. Der Bauausschuß beschäftigt sich damit. Kleine Läden und Werkstätten sollen aufgenommen werden. Der Bauausschuß hat Ängste, daß man die künftige Nutzung nicht in den Griff bekommen wird; deswegen soll in Zukunft über jede einzelne Nutzungsänderung eine Entscheidung getroffen werden.
Der BUND-Vorsitzende Klaus Böttger schlug während der Ortsbauausschuß-Sitzung heftig Alarm. Er befürchtet, daß in der »Bühlmatt West« zusätzliche Stellplätze geplant werden. Daraufhin verwies man das Problem zur Entscheidung in den Gemeinderat.
Stolz war Joachim Keller bei der Jahreshauptversammlung auf die Mitgliederzahl der Sportgemeinschaft Eichen, die im abgelaufenen Jahr von 213 auf 295 gesteigert werden konnte. Er wird auch weiterhin 1. Vorsitzender des Vereins bleiben, eines Vereins, der insbesondere stolz ist auf die Deutsche Meisterin Stefanie Schrank, die das »Aushängeschild« ist.
Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes zur Schülerbeförderung der Sonderschule nach Langenau legt nun der Landkreis Berufung ein.
Für 40 Jahre Dienst in der Feuerwehr Gersbach wurde dieser Tage Gerhard Deiß zum Ehrenmitglied ernannt.
Vor wenigen Tagen traf sich der Gesangverein Kürnberg um den Vorsitzenden Werner Keller zur jährlichen Hauptversammlung. Wichtigstes Ereignis war das 40jährige Bestehen.
13. Januar 1995
Im THG steht ein riesiger Investitions-Stau an. DM 1,6 Mio. müßten investiert werden, um die derzeitigen Mängel zu beheben.
Die Sparkasse Schopfheim erhält Lob von der SPD, weil das Kreditinstitut an der Tradition, Filialen in kleinen, ländlichen Ortsteilen einzurichten, festhält; dieses ganz im Gegensatz zu Geldinstituten des Umlandes.
Die Deutsche Bank ist umgezogen. Die Straßenseite wurde quasi gewechselt. Das Kreditinstitut ist nun im Neubau der Firma Villringer untergebracht.
14. Januar 1995
Handball-Trainer Markus Räuber trennt sich von der Damen-Handballmannschaft des SVS, wie es heißt, in gegenseitigem Einvernehmen.
Im Schweigmatter Gasthaus »Zum Hutzelwieb« treffen sich die Aktiven des Gesangvereins Raitbach zur 132. Hauptversammlung. Nur noch eine letzte Amtsperiode will Heinrich Strittmatter als Vorsitzender zur Verfügung stehen. Man hat für sein Ansinnen Verständnis, denn seit nahezu 25 Jahren ist er für den Verein tätig. Bemerkenswert war auch, daß der Chorleiter, Herbert Maisch, seit 18 Jahren jede Woche von Lörrach zur Chorprobe in den Ortsteil reist.
Rückblick hält der Gesangverein Fahrnau auf das vergangene Jahr während der Jahreshauptversammlung. 50 Mitglieder waren gekommen, um den bisherigen und neuen 1. Vorsitzenden, Axel Schwabe, zu bestätigen.
15. Januar 1995
Der Eichener See ist wieder da. Gleich wird die Situation genutzt und am See gewirtet.
Der Skilift Schlechtbach feiert sein 25jähriges Bestehen.
16. Januar 1995
Der Boule-Club Schopfheim will eine Jugendgruppe gründen.
Wie heute aus der Presse zu erfahren ist, wird am Donnerstag der freie Radio-Sender »Kanal Ratte« erstmals auf Frequenz 104,5 MHz auf Sendung gehen.
Bei der jüngsten Hauptversammlung des Kaninchenzucht-Vereins Fahrnau wechselte der Vorstand. Fritz Kahnau hat nach vielen Jahren das Amt niedergelegt. Otto Möhrle übernimmt nun seine Funktion.
Der TV Fahrnau hat die Tischtennis-Meisterschaft ausgetragen. 34 Spieler bedeuten einen Teilnehmer-Rekord.
Für eine Schopfheimer Taxifahrerin wurde die Fahrt mit einem 49jährigen Mann sehr unangenehm. Die Fahrerin wehrte sich gegen allzu aufdringliche Bemerkungen und Tätlichkeiten des Fahrgastes. Nach Beendigung der Fahrt schlug dieser der Fahrerin plötzlich mit den Fäusten ins Gesicht. Ein beherzter Autofahrer, der alles gesehen hatte, kam der Frau zu Hilfe. Der brutale Fahrgast konnte allerdings flüchten, mittlerweile weiß man jedoch, wer der Täter war. Er hat ein Verfahren wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung vor sich.
In nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung wählte der Gemeinderat den bisherigen Ettenheimer Bürgermeister Ruthard Hirschner zum neuen Beigeordneten der Stadt Schopfheim. Der Verwaltungswirt, Volkswirt und Jurist wird Hartmut Bertsch, der zum 31. Januar in den Ruhestand geht, ablösen. Der Neugewählte ist 44 Jahre alt. Das Wahlergebnis verkündete der Bürgermeister in der öffentlichen Sitzung des gleichen Tages.
Das Wasser im Keller von Wohnhäusern an der Stadthalter-Flury-Straße beschäftigte den Gemeinderat sehr intensiv. Während die Verwaltung wollte, daß eventuelle Fehlanschlüsse bei den Häusern untersucht und repariert werden, erweiterte der Gemeinderat die Aufgabe an die Verwaltung dahin, daß die Stadt auch das Eindringen von Fremdwasser untersuchen und beseitigen müsse. Kamerauntersuchungen in den nächsten Tagen sollen dem Problem auf den Leib rücken und zeigen, wo Fremdwasser eindringt und die starke Durchflutung des Kanals verursacht.
Wer die nötigen Stellplätze für ein Bauvorhaben nicht schaffen kann, hat die Möglichkeit, diese durch einen festen Geldbetrag bei der Stadt abzulösen. Diesem Wunsch will der Gemeinderat im Falle des Neubaues Villringer jedoch derzeit nicht nachkommen, Villringer will geplante Tiefgaragenplätze anderweitig für seinen Betrieb nutzen.
17. Januar 1995
Schüler der Friedrich-Ebert-Schule, die in der Arbeitsgemeinschaft »Minifossis« zusammenkommen, haben dieser Tage zusammen mit Höhlenforschern in der Haseler Höhle nach Gold gesucht. Dabei stützten sie sich auch auf Sagen und Geschichten um diese Höhle.
Sein 80. Lebensjahr vollendet Msgr. Oskar Kopp, in Zell-Atzenbach wohnhaft. Der katholische Geistliche war von 1952 bis 1980 Stadtpfarrer an der St. Bernhardskirche in Schopfheim.
In den nächsten Tagen wollen sich die FDP-Ortsverbände Schopfheim, Steinen und Maulburg treffen, um gegebenenfalls die Gründung eines FDP-Ortsverbandes »Mittleres Wiesental« zu beschließen.
18. Januar 1995
Der scheidende Kantor Cornelius Holdermann von der katholischen Pfarrgemeinde St. Bernhard wird – so ist heute in einem Interview in der Badischen Zeitung zu lesen – eine neue Aufgabe in Portugal übernehmen. Seit 1983 war er in Schopfheim tätig. Der neue Aufgabenkreis führt ihn an die deutsche Schule in Lissabon, er wird dort als Musiklehrer arbeiten.
Sechs Wiechser Landwirte kaufen das Milchhüsli an der Dinkelbergstraße. Der Ortschaftsrat freut sich über diese Nachricht, zumal neben dem Kaufpreis von DM 50.000,– erhebliche Eigenleistungen notwendig werden, um einen Bauernladen zum Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus eigener Produktion eröffnen zu können.
Eine Veränderung bei der IG Pro Schiene zeichnet sich dadurch ab, daß Heiner A. Baur seine aktive Mitarbeit reduzieren will. Er möchte sich künftig nur noch für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stellen und als Ansprechpartner für den Arbeitskreis Pro Schiene-Schule fungieren.
Bei der jüngsten Hauptversammlung des Gesangvereins »Concordia« Gersbach meinte der Vorsitzende, Ernst Frieder Schmidt, daß sich der Chor im vergangenen Jahr nicht wesentlich verstärken konnte. Ein kleiner Lichtblick war jedoch der von Lisa Deiss geleitete Kinderchor.
In die die Stadt seit längerer Zeit überziehende Schneedecke regnet es. Spiegelglatte Fahrbahnen machen Kraftfahrern und Fußgängern die Abendstunden zur Qual.
19. Januar 1995
Der »Kanal Ratte« geht zum ersten Mal testweise auf Sendung. Auf der Frequenz 104,5 MHz wurde der Probelauf gesendet. Am Abend lud die Landesanstalt für Kommunikation zu einer Diskussion in den Museumskeller ein, dabei haben 30 Interessierte mit den Rundfunkverantwortlichen und mit einer Vertreterin des nicht-kommerziellen »Radios Dreyeckland« aus Freiburg diskutiert. Bis zum 01. März können Anträge nicht-kommerzieller Radiosender an die LFK gerichtet werden, danach wird über die Frequenz-Vergabe entschieden. Die Schopfheimer Radiomacher erhoffen sich natürlich die Vergabe der Lizenz für sich.
Vom Modell-Projekt »Mobiles Schopfheim« ist zu erfahren, daß bei der Verkehrsbefragung im vergangenen Sommer deutlich geworden ist, daß 80% der Befragten einen Führerschein besitzen.
Die kurdische Familie Özcan kehrt in ihre Wohnung zurück. Das Kirchenasyl wird ausgesetzt. Es ist aber nicht völlig beendet, hält Pfr. Schaupp der Presse gegenüber fest. Dem Verlangen von Innenminister Birzele folgend, wird nun ein Asyl-Folgeantrag gestellt.
Martin Bühler wird das Training der Handball-Damen übernehmen. Unterstützt wird er dabei von Drago Ropic.
Stolze DM 13.660,18 ersangen die Schopfheimer Sternsinger in diesem Jahr. 54 Mädchen und Jungen in 15 Gruppen gingen von Haus zu Haus. Das Geld wird nun heimatlosen Kindern in der Dritten Welt zugutekommen.
Roland Andersson, langjähriger Bürgermeister von Ronneby, beendet seine Amtszeit, berichtet Bürgermeister Fleck dem Gemeinderat.
Auf dem Gelände der ehemaligen Sägewerksfabrik Egle im »Hammer« will die Lörracher Firma Stella Gewerbebauten und einen 600 qm großen Lebensmittelmarkt errichten. Der Gemeinderat will diesen Plänen allerdings nicht zustimmen.
Eklat beim Neujahrsempfang der IHK: Bereits nach wenigen Minuten verläßt Staatssekretär Peter Reinelt die Versammlung. Die Kritik des IHK-Präsidenten Prof. Dr. Klaus Theilsiefje an Parlament und Politikern ging ihm zu weit. Prof. Theilsiefje sagte wörtlich: »Durch die parlamentarische Immunität haben wir dort eine geballte Kraft von Narretei.« Waldshuts Landrat Dr. Bernhard Wütz distanzierte sich in seiner Entgegnung von diesen Aussagen entschieden und forderte mehr Toleranz von Wirtschaftsvertretern gegenüber den vom Volk gewählten Politikern.
20. Januar 1995
Der Kulturring hat das Sartre-Stück »Die ehrbare Dirne«, mit Silvia Haider in der Hauptrolle, in der Stadthalle aufgeführt. Das Gastspiel des Tourneetheaters Thespiskarren beeindruckt das Publikum mit dem auch heute aktuellen Stück über den Rassismus.
Der katholische Kirchenchor St. Bernhard hat Generalversammlung und verabschiedet sich dabei vom langjährigen Kantor Cornelius Holdermann.
Nach 38 Jahren ehrenamtlicher Arbeit im Vorstand der Baugenossenschaft wurde Ernst Klemm vom Aufsichtsratsvorsitzenden, Karl Heinz Scheffler, verabschiedet. In den Aufsichtsrat rückt dafür Elsa Mehlin nach.
Der Fremdenverkehrsverein Gersbach gab sich bei der Generalversammlung einen neuen Namen. Mit der neuen Bezeichnung »Verkehrsverein« will man verdeutlichen, daß man mehr tut, als lediglich Gäste zu betreuen.
21. Januar 1995
Ohne Überraschungen ging die Hauptversammlung des Fußballvereins Fahrnau über die Bühne. Jürgen Jäckh wurde im Amt des Vorsitzenden bestätigt, zu Ehrenmitgliedern wurden Helmut Kiefer, Heinz Stich, Karl Güdemann und Philipp Segner ernannt.
Bilanz zieht die Freiwillige Feuerwehr Wiechs bei ihrer Abteilungsversammlung. Man bereitet sich auf das 125jährige Bestehen, das im September gefeiert wird, vor. Andrea Langer besuchte, so ist zu erfahren, einen Lehrgang für Ausbilder an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal. Sie ist damit die erste Ausbilderin für Feuerwehren in Baden-Württemberg.
22. Januar 1995
Regen beseitigt in der Innenstadt die letzten Schneereste.
Mit einem feierlichen Gottesdienst und anschließendem Stehempfang im Gemeindehaus verabschiedet die katholische Kirchengemeinde Kantor Cornelius Holdermann. Insbesondere brachte ihm Dekan Felix Baumann im Namen der Kirchengemeinde für sein 12jähriges Wirken den allerherzlichsten Dank entgegen. Dr. Johannes Lorenzen hatte für den scheidenden Kollegen einen Kanon komponiert.
In der Galerie »Grüne Schlange« stellt der Basler Innenarchitekt Volker Bessel aus. Wie zu erfahren ist, wird die Galerie im Sommer dieses Jahres schließen.
Der Freundes- und Förderkreis der Kantorei Schopfheim veranstaltet ein Kammerkonzert in der Kirche in Eichen. Urte Lucht am Hammerflügel und Eva Katharina Dümig, Flöte, wurde herzlicher Beifall zuteil.
23. Januar 1995
Die Generalversammlung des MSC Schopfheim war überschattet von der Nachricht vom Tod des MSC-Ehrenmitglieds und bisher einzigen deutschen Seitenwagen-Motocross-Weltmeisters des Vereins, Reinhard Böhler. Fritz Schrank betonte, daß es sicher auch im Sinne des Verstorbenen sei, trotz des großen Verlustes alle Kraft in die bevorstehende große Aufgabe des diesjährigen dritten Weltmeisterschaftslaufes zu investieren.
Waldemar Lutz feiert sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Firmengruppe Sarotti und Rowntree-McIntosh, die zur Nestlé-Schokoladen GmbH gehört.
Die Amtszeit des jetzigen Pfarrgemeinderates der katholischen St. Bernhards-Pfarrei endet am 26. April. Bis jetzt hat es aber noch zu wenig Kandidaten für die neue Wahl.
Die Grünschnitt-Deponie war Thema der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Gersbach. Dort soll eine Fläche von rund 8 ha möglichen Grünschnitt aufnehmen.
Als übler Scherz stellte sich ein Bomben-Alarm in der Gewerbeschule in Schopfheim heraus. Rund 1.000 Schüler mußten kurzfristig die Klassenzimmer verlassen. Feuerwehr und Polizei konnten gottlob wieder abziehen. Der anonyme Anrufer hatte eine männliche Stimme, so die Polizei.
Der Gemeinderat lehnt eine Bauvoranfrage für einen Lebensmittelmarkt auf dem Gelände der ehemaligen Sägerei Egle im »Hammer« ab.
24. Januar 1995
Stolz auf die knapp 100 männlichen Mitglieder ist der Fahrnauer Krankenunterstützungsverein, der seine 114. Generalversammlung
unter dem Vorsitz von Franz Schäuble abhält. Es sei dennoch wünschenswert, war zu vernehmen, daß der Verein neue, jüngere Mitglieder erhalte.
25. Januar 1995
Die Fahrnauer Großbäckerei »Markgräfler Backstuben«, die ja bereits einige Male in den Schlagzeilen erschien, soll nun zwangsversteigert werden.
Wie heute in der Badischen Zeitung zu lesen ist, ist ein Kurswechsel des Kreistages in der Frage der Ablagerung der dioxin-verseuchten Erde aus Rheinfelden nicht mehr auszuschließen. Kostengründe könnten möglicherweise dazu führen, daß die Rheinfelder Erde nun doch auf der Mülldeponie Scheinberg abgelagert wird.
26. Januar 1995
Die Tendenz des Landratsamtes – so Regierungsdirektor Hans-Detlev Müller vom Landratsamt Lörrach – gehe eindeutig dahin, die Dioxin-Erde aus Rheinfelden auf der Industriedeponie Karsau abzulagern. Ein Kurswechsel stehe nicht an. Die letzte Entscheidung werden aber die politischen Gremien fällen. Der Landkreis wurde vom Regierungspräsidium aufgefordert, die Erde aus Kostengründen auf der Deponie Scheinberg zu deponieren.
Die Langenauer Stadträtin Henny Timmermann macht deutlich, was sie immer betont hat: »Das lassen wir uns nicht gefallen«, denn sie möchte nicht, daß dioxin-verseuchte Erde auf der Scheinberg-Deponie gelagert wird. Ortsvorsteher Weinbrechtinger berief eine Eilsitzung des Ortschaftsrates zu diesem Thema ein.
In der Sendung »Politik aktuell« des Dritten Fernsehprogramms wird über das Radio »Kanal Ratte«, das in Schopfheim geplant ist, berichtet.
Der Ortsbauausschuß lehnt die Überbauung des Dorfbaches in Eichen bei einem Neubauvorhaben ab. Nunmehr soll der Dorfbach um das Gebäude herum geleitet werden. Die Kosten für diese Verlegung hat der Bauherr zu tragen.
27. Januar 1995
Scharf formuliert sei der Brief, den der Ortschaftsrat Langenau an den Landrat, den Umwelt-Staatssekretär Peter Reinelt und an die Abgeordneten Marion Caspers-Merk sowie Ortrun Schätzle und den BUND verfaßte. »Wir lassen uns nicht noch einmal überfahren«, so der kämpferische Ton, den das Ortsparlament gegen die Dioxin-Pläne auf der Deponie Scheinberg anschlägt. Nicht das Geld, sondern die Gesundheit der Menschen müsse im Vordergrund stehen, meint Ortsvorsteher Hans Weinbrechtinger.
Bei den Wahlen der jüngst stattgefundenen Hauptversammlung des Musikvereins »Harmonie« Gersbach wurde Stefan Cohrs 2. Vorsitzender. Er löst Klaus Sutter ab.
Über die Aufgaben und Probleme des vergangenen Jahres unterhielt sich die Feuerwehrabteilung Kürnberg bei der Jahresversammlung im »Sternen«. Abteilungskommandant Siegfried Schmidt freut sich insbesondere über das vollzählige Erscheinen seiner aktiven Feuerwehrleute.
In einem Leserbrief wendet sich Nelly Litzelmann gegen das oft pietätlose Verhalten von Passanten bei Beerdigungen. In Wiechs muß der Trauerzug von der Kapelle zum Friedhof die Straße überqueren. Früher sei es üblich gewesen, daß unbeteiligte Passanten stehenblieben und innegehalten hätten. Heute hingegen sei es so, daß Radfahrer, Fußgänger achtlos vorbeihasteten oder Autofahrer sich sogar durch den Trauerzug drängten.
Wie nach einem Bombenangriff sieht es im »Pflug«-Areal nach der Sturmnacht aus. Einen großen Baukran auf diesem Gelände hob es aus den Angeln und schleuderte ihn auf das Dach des evangelischen Gemeindehauses. Dachlatten und Ziegel des »Park Café« wurden umhergeschleudert, zwei Bäume im Stadtpark gefällt. Bei der Dr. Max Metzger-Schule wurde eine Glastür eingedrückt, und am Wiechser Rathaus fielen Firstziegel vom Dach. In Gersbach fällte der Sturm die unter Naturschutz stehende »Rappenbuche«. In Enkenstein war durch überschwappendes Hochwasser die L 139 gesperrt, bis Bagger die Wasserrinne wieder freigemacht hatten.
Die Berufsfachschule Holz an der Gewerbeschule Schopfheim feiert das 25jährige Jubiläum. In einer Feierstunde erinnert Direktor Günther Steinfurth: »Damals wollte keiner Lehrer werden, heute sucht man die Schüler!«
Zum Auftakt des 225jährigen Bestehens des Theodor-Heuss-Gymnasiums wird ein Benefiz-Jazz-Konzert in der Stadthalle bereits ein voller Erfolg. Die Jazz-Big Band des Gymnasiums stellt ihr Können unter Beweis. Sympathischer Dixieland war später von den »Pepperhouse Stompers« zu hören.
Bürgermeister-Stellvertreter Artur Cremans richtet im Auftrag des Bauausschusses ein Schreiben an das Landratsamt, in dem die große Sorge wegen der befürchteten Ablagerung dioxin-verseuchter Erde auf der Deponie Scheinberg zum Ausdruck kommt. Man werde sich mit voller Unterstützung des Gemeinderates und der Ortschaftsräte und mit allen zur Verfügung stehenden politischen und rechtlichen Mitteln zu wehren wissen.
28. Januar 1995
André Herzog wird bei der jüngst stattgefundenen Hauptversammlung des Schäferhunde-Vereins Langenau erneut zum Vorsitzenden gewählt.
Leichte Entwarnung ist vom Landratsamt in Sachen Dioxin-Erde auf der Scheinberg-Deponie zu vernehmen. In einer Pressekonferenz sagt der Stellvertreter des Landrates, Hans-Detlev Müller, zu den anwesenden Bürgermeistern: »Sorgen Sie bei Ihrer Bevölkerung für leichte Entwarnung.«
Unter der Leitung von Dieter Waibel gelingt dem Gesangverein Eichen eine glänzende Jahresfeier in der Hülschenmatthalle.
500 Zuschauer kamen zum zweiten Fußball-Hobby-Turnier des Förderkreises Fußball in die Friedrich-Ebert-Sporthalle. Als Sieger ging das Dream-Team gegen die Mannschaft des Dreisternwerkes aus dem Turnier hervor.
Die 25 Mann starke Abteilung Langenau der Feuerwehr Schopfheim trifft sich zur Abteilungsversammlung. Die Abteilung hatte im vergangenen Jahr immerhin acht Einsätze zu bewältigen, so Kommandant Karlheinz Rümmele.
29. Januar 1995
Zu einem Konzertabend wurde in die evangelische Kirche Fahrnau eingeladen. Der Trompeter Andreas Baier, der Organist Michael Hermann sowie der Trompeter Markus Götz gestalteten den mit anhaltendem Beifall belohnten Abend.
Ortsvorsteher Hans Weinbrechtinger und Enkensteins Ortsvorsteher Dieter Meißner laden die Senioren – wie alljährlich – zum gemütlichen Nachmittag in die Langenauer Halle ein.
30. Januar 1995
Gut besucht war die Jahreshauptversammlung der SPD im »Restaurant am Park«. Dabei nahm die Bewertung des Wahljahres 1994 einen breiten Raum ein. Rolf Strohm als bisheriger und neuer Vorsitzender wird von seinen neu gewählten Stellvertretern Dr. Michael Maraun und Rainar Eidmann in der Arbeit künftig unterstützt. Ziemlich enttäuscht zeigte sich Meinrad Rümmele über das Abschneiden der SPD bei den Wahlen. Man dürfe nicht nur den Unabhängigen die Schuld geben, sondern müsse fragen, was man selbst falsch gemacht habe. Dr. Jost Nollers Rezept hierzu lautet: »Man muß dem Bürger das Gefühl geben, daß auch die SPD eine kritische Distanz zur Verwaltung und zum Bürgermeister hat.« Aus dem engeren Vorstandskreis zog sich nun Meinrad Rümmele, der 39 Jahre lang vielfältig tätig war, zurück. Auch Artur Cremans verabschiedete sich aus dem engeren Vorstand nach fast zwei Jahrzehnten intensiver Arbeit. Elly Rümmele erhielt für 40jährige Mitgliedschaft eine Ehrung der Sozialdemokraten.
01. Februar 1995
Bei einem durch die Sparkassen-Finanzgruppe Baden und durch die Musische Gesellschaft Karlsruhe ausgeschriebenen Wettbewerb für Laien-Ensembles erhielt das Brass-Quintett Wiechs einen 3. Preis. Das Querflöte-Klavier-Duo Michael Hermann und Vanessa Brenzinger erreichte den 1. Platz und hat nun die Möglichkeit, in dem auf drei Stufen angesetzten Wettbewerb weiter vorzudringen.
30 Bürger, Ortsvertreter und Kreisräte kommen zum Bürger-Dialog in den »Hirschen« nach Langenau, um mit den Unabhängigen und der Bürgerinitiative Pro Langenau über die Dioxin-Ablagerungen zu sprechen. Insbesondere Georg Baumeister als Sprecher der Bürgerinitiative verdeutlichte das vorgesehene Deponie-Volumen mit 10 x 15 m im Grundriß und 200 m Höhe. Dies sei keinesfalls eine kleine Mono-Ecke, wie behauptet werde. Daß die Stimmung im Ort auf dem Siedepunkt sei, wurde unter großem Applaus verkündet. Eine Bürgerin sammelte 864 Unterschriften gegen die vorgesehene Ablagerung in einer eigenen, schnellen Aktion. Der Kreistag hat sich allerdings bereits einstimmig gegen die Ablagerung der Dioxin-belasteten Erde aus Rheinfelden auf der Deponie Scheinberg ausgesprochen.
02. Februar 1995
Änderungen im Vorstand des Tennisclubs Schopfheim ergibt die diesjährige Generalversammlung. Werner Hübl löst den bisherigen Vorsitzenden Walter Geng ab. In der neuen Saison sollen abends zwei Tennisplätze für den allgemeinen Spielbetrieb freigehalten werden, sodaß auch Nicht-Turnierspieler und Gäste die Möglichkeit haben, dem Sport nachzugehen.
Dem Langenauer Protest gegen die geplante Dioxin-Ablagerung schließt sich nun auch der Ortschaftsrat Enkenstein an.
An der Jahreshauptversammlung der SPD vor einigen Tagen zog Robert Zapp sein Resümee der Gemeinderatsarbeit. Ein Herzensanliegen sei die Innenstadt-Gestaltung und der soziale Wohnungsbau. Dazu zählt er die großflächige Tempo 30-Beschränkung und die Parkraumbewirtschaftung. Der Wohnungsbau müsse zu bezahlbaren Mieten führen, dabei müsse man insbesondere auch an eine Bevölkerungsschicht denken, die bisher im Wohnungsbau zu kurz gekommen sei. Da die Stadt die 200 notwendigen Wohnungen für die nächsten zehn Jahre nicht aus eigener Kraft bauen könne, müsse man über andere Lösungen nachdenken. Für die SPD solle es jedenfalls nicht an der Frage scheitern, ob die städtischen Wohnungen als Eigenbetrieb weitergeführt oder in die Städtische Wohnbau überführt werden.
03. Februar 1995
Von einem »Berg von Problemen« spricht man in einer Abteilungsversammlung der SVS-Leichtathleten. Die vorhandene Anlage habe nicht mehr die für den Leistungssport geforderte Qualität.
Bei der jüngsten Mitgliederversammlung der SPD meint die Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk, daß sich auf die Bürger eine unglaubliche Abgabenlast, vor allem bei mittlerem und kleinem Einkommen, zuwälze. Die Grundtendenz in der Steuer- und Abgabenpolitik der Koalition habe Konsequenzen für Städte und Gemeinden, die ihrerseits um ihre Finanzen bangen müßten. Es ist noch völlig unklar, wie die Einnahmeverluste für die Gemeinden dann ausgeglichen werden, wenn – wie die Bundesregierung es will – die Gewerbesteuer zum 01.01.96 abgeschafft wird. Die Abgeordnete ruft ihre Genossen auf, auch beim hiesigen Bürgermeister nachzuhaken, wie er sich zu diesen Plänen seiner Bonner Parteifreunde stelle.
Daß es in Poligny im Januar ebenfalls mächtig schneite, schreibt Eugen Herzog aus der Jurastadt.
Die Ortsgruppe der Naturfreunde trifft sich zur Jahreshauptversammlung. Nach 16jähriger Tätigkeit im Vorstand trat Erika Thoma zurück. In das Amt des Vorsitzenden wurde nun Willi Wetzel gewählt. Erika Thoma erhielt für ihr Engagement anschließend die ihr gebührende Ehrung, insbesondere, weil sie die erste Frau war, die einen Bezirk im Landesverband der Naturfreunde leitete.
Zur Jahreshauptversammlung treffen sich die Gartenfreunde um ihren Vorsitzenden Rudolf Roser. Im Jahresbericht war zu hören, daß vom KWR eine Stromleitung ins Gartenareal gelegt wurde. DM 8.000,- hat den Verein dieser Anschluß gekostet.
Bei den Kaninchenzüchtern bringt auch die diesjährige Hauptversammlung keine Änderung in der Vereinsspitze. Richard Knittel wird auch in Zukunft den Vorsitz führen.
Bilanz zieht der Fußball-Förderkreis bei seiner Jahreshauptversammlung.
Die Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde wird nun ein Jahr von Martin Winkler geführt. Bei der Mitgliederversammlung werden insbesondere finanzielle Sorgen deutlich. Die Risiken bei Konzerten werden immer größer, und man weiß nicht, wo man Zuschüsse herbekommen soll.
04. Februar 1995
Die ersten Erfahrungen der vhs, seit sie als Eigenbetrieb geführt wird, sind sehr positiv. Franz Hoch meint, daß die Bildungseinrichtung das erste Jahr mit einem Überschuß von DM 54.000,- beendet.
Mit vereinten Kräften wird trotz feuchten Wetters der Narrenbaum beim Rathaus erstellt.
In der Aula der Grundschule trifft sich der Musikverein Fahrnau zur Jahreshauptversammlung. Dabei hat man – so der Dirigent, Ulrich Winzer – auf ein schwieriges Jahr zurückblicken müssen. Bewährte Musiker gingen weg. Wie der Vorsitzende Guntram Halter sagt, soll entweder das Dachgeschoß im Schulhaus oder die Agathen-Kirche in Fahrnau künftig als Probelokal des Vereins dienen. Ulrich Winzer leitet nun auch das 21 Mitglieder zählende Jugendorchester, nachdem Stefan Ruf zur Musikhochschule Saarbrücken gewechselt hat. Die anschließenden Wahlen bestätigten den bisherigen Vorsitzenden erneut im Amt.
Im Gasthaus »Adler« treffen sich die Mitglieder des Schwarzwaldvereins zur Jahreshauptversammlung. Erfreulich war die Kunde von Harald Klemm und Rolf Brüderlin, die im Namen der Museumsgesellschaft eine DM 10.000,- Spende, die sie zu verwalten hatten, an den Verein überreichten. Die Restaurierung des Hohe-Möhr-Turms verschlang die Summe von DM 142.000,-. Mit einer weiteren Spende von DM 5.000,- und größeren Summen vom Hauptverein aus Freiburg und von der Oberforstdirektion konnte die Finanzierung der Hohe-Möhr-Turm-Reparatur gesichert werden.
Den Dank des Ortschaftsrates überbringt Ortsvorsteher Fritz Sutter dem Musikverein Raitbach bei dessen Jahreshauptversammlung. Vorsitzender Wilfried Keller informiert, daß der Verein 23 mal öffentlich aufgetreten ist. Hinzu kamen 48 Proben. Christian Strütt, der Dirigent des Vereins, war mit den Leistungen seiner Musikerinnen und Musiker zufrieden.
05. Februar 1995
Nach einem Festgottesdienst hieß es für die evangelische Kirchengemeinde Fahrnau, von Pfarrvikar Bertram Zeller Abschied zu nehmen. Er geht nach 16 Monaten nun nach Müllheim als Pfarrer. Gemeindeversammlungsleiter Schulz und Kirchengemeinderat Gerhard Brutschin sprachen ihm Dank aus.
06. Februar 1995
Auch bei der Hauptversammlung des Kraftsportvereins Gersbach ändert sich im Vorstand nichts. Jürgen Blum hat weiterhin das Vereinsruder in den Händen. Höhepunkt des vergangenen Jahres war die Einweihung des Bolzplatzes und der erzielte Kreismeistertitel.
Erstmals seit drei Jahren gibt es im Bezirk der IHK Hochrhein-Bodensee mehr Unternehmen mit einer günstigen Geschäftslage als mit einer ungünstigen. Dies bringt eine Pressemitteilung der IHK zum Ausdruck. Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung der nächsten Monate wird bei der Industrie überwiegend positiv gesehen.
Der gewaltige Sturm in der vergangenen Woche hat auch das Wahrzeichen der Stadt auf dem Dinkelberg umgefegt: Von den »Sieben Tannen« steht keine mehr. Von der Landwirtschaftsabteilung des Rathauses ist zu erfahren, daß bereits das Anpflanzen von sieben neuen Tannen in Auftrag gegeben wurde.
07. Februar 1995
Stadtkämmerer Hans Reif erhielt durch die Erhöhung der Kreisumlage eine Hiobsbotschaft für die städtischen Finanzen. Damit nicht genug, der Anteil an der Einkommenssteuer wird knapper ausfallen, als erwartet. »Wir sind mit den Investitionen bald auf Null«, meint er. Trotz dieser Schieflage sieht der oberste Finanzchef nicht ganz schwarz.
Beim ersten Treffen der Jungen Union informierte man sich auch über das Radio »Kanal Ratte«. Markus Medau, der Vorsitzende, bedauert, daß diese Idee unter dem »Irrlicht« laufe. Ansonsten bewertet er die Idee positiv.
08. Februar 1995
Im Spätsommer soll die Kläranlage des Abwasserverbandes Mittleres Wiesental in Steinen voraussichtlich fertig sein.
Einen beachtlichen Erfolg erzielten Schüler der Musikschule Steinen-Schopfheim beim Regional-Wettbewerb »Jugend musiziert«. Dabei kamen folgende Schülerinnen und Schüler von Susanne Kagerer und Anita Waibel zu großen Erfolgen: Nathalie Steinmeyer aus Langenau erhielt bei den Jüngsten einen 1. Preis; in der Altersstufe 2 erreichten Stefanie Klimkeit und Oliva Pastari je einen 3. Preis. Katharina Sutter errang einen 2. Preis, und Agnes Waibel erhielt die höchste Wertung des Blockflöten-Wettbewerbs; sie wird mit ihrem 1. Preis die Musikschule beim Landeswettbewerb in Lahr vertreten. Vanessa Brenzinger (Querflöte) und Friedemann Dürrschnabel (Oboe) erhielten ebenfalls einen 1. Preis.
09. Februar 1995
Noch im März soll Tempo 30 in der Innenstadt realisiert werden, ist vom Ordnungsamt zu hören.
Auf Volltouren laufen die Vorarbeiten für die Zunftabende, bei denen mehr als 100 Akteure mitwirken werden.
Ohne Einvernehmen mit den Kommunen werde die Gewerbesteuer nicht abgeschafft, meint Ortrun Schätzle, MdB, in einer CDU-Vorstandssitzung. Sie widersprach damit ihrer SPD-Kollegin Marion Caspers-Merk, die vor Tagen äußerte, daß bei der Reform der Unternehmensbesteuerung die Gemeinden übergangen würden.
Zur Generalversammlung des Tennisclubs Langenau, die in der »Rotenburg« in Tegernau stattfand, begrüßte der Vorsitzende Werner Lederer. Die notwendigen Wahlen bestätigten den bisherigen Vereinschef erneut. Interessant war, zu erfahren, daß 250 Arbeitsstunden beim Clubhaus-Anbau geleistet worden sind.
10. Februar 1995
In der Waldorf-Schule trafen sich die Mitglieder des Schulvereins zur Mitgliederversammlung, die im vergangenen Jahr abgebrochen werden mußte. Im Mittelpunkt stand eine Nachfinanzierung von DM 300.000,- für den naturwissenschaftlichen Trakt. Als Interimsvorstand wurde Martin Kuhle gewählt. Probleme verursacht auch ein Gutachten über die Bodenqualität des »Vicemoos« durch das geotechnische Institut in Weil am Rhein. Danach soll der Boden des ehemaligen Deponiegeländes teilweise erhöhte Blei- und PAK-Werte (polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) aufweisen. Dieses Ergebnis stellt den Gartenbau-Unterricht auf diesem Grundstück in Frage.
Im »Hirschen« im Kehrengraben trifft sich die Feuerwehr-Abteilung Raitbach zur Hauptversammlung.
Über die Raumnöte an der Langenauer Schule klagt die neue Schulleiterin, Annemarie Müller, vor dem Ortschaftsrat.
Das Regierungspräsidium meint bei einer Besichtigung, daß die Stromkabel am Eisweiher beseitigt werden sollten, denn sie stellten für den Hubschrauber-Landeplatz des Krankenhauses ein Problem dar.
Franziska Farina und Friederike Krauss gründeten vor etwa sechs Jahren die »Grüne Taube«, eine Umweltgruppe. Für verschiedene Projekte hat man bisher gesammelt. Nun sollen für Straßenkinder in Brasilien und gegen Waffen- und Rüstungsexporte Projekte erarbeitet werden.
In Rekordausdehnung präsentiert sich der Eichener See, so die Badische Zeitung.
Die SPD begehrt Auskunft über die Nebentätigkeiten des Bürgermeisters und des neuen Beigeordneten.
Bürgermeister Klaus Fleck verpflichtet den neuen Beigeordneten, Ruthard Hirschner. Der ehemalige Bürgermeister von Ettenheim hat heute den ersten Arbeitstag bei der Stadtverwaltung Schopfheim. Ruthard Hirschner übernimmt auch das Kämmereiamt, das nach Ausscheiden des jetzigen Kämmerers, Hans Reif, frei wird.
Mit einem Stemmeisen wurde das Küchenfenster der Vereins-Gaststätte des Fußballvereins Fahrnau aufgewuchtet. Die Einbrecher entwendeten einen Satelliten-Receiver, die Jugendkasse und eine große Menge Süßigkeiten.
11. Februar 1995
Über den Lärm der Umgehungsstraße beschwert sich Gudrun Köpfer aus Fahrnau beim kommunalpolitischen Ausschuß der CDU.
Die Unabhängigen meinen, daß die Stadt mit Kanonen auf Spatzen geschossen habe, als sie die Hauptschuld für die Wassereinbrüche in der Stabhalter-Flury-Straße den betroffenen Anwohnern zuschob.
An der Hauptstraße in Fahrnau, beim Hieber-Markt, wird ein Wohngebäude abgebrochen. Es sollen dort Parkplätze entstehen. Das Wohnhaus der ehemaligen Tankstelle Engelin war ursprünglich ein landwirtschaftliches Anwesen.
In der Stadthalle gehts hoch her, denn Schopfheims Narren haben zum ersten Zunftabend eingeladen. Nicht dabei waren die »Drei Stocks«, die aber durch drei Ex-Statthalter – Bernhard Springmann, Hans Itzin und Wolfgang Bühler – würdige Nachfolger fanden. Da es im vergangenen Jahr wahrlich an Themen nicht mangelte, konnten auch Jeannot Weißenberger und Hansi Glöggler wieder aus dem Vollen schöpfen. So waren die Sparpolitik des Rathauses, die Politik der Unabhängigen, aber auch das Vorgehen um den Bauhof willkommenes Material für gelungene Glossen. Durch den Zunftabend führte Wolfgang Lenz, der den Abend ganz ins Licht des 60jährigen Bestehens der Narrenzunft stellte.
Einen Teil des Dioxin-Mülls will die Firma Alu in Rheinfelden abnehmen und entsorgen.
Abschied nach mehr als 30 Jahren nimmt Roland Meder vom Notariat. Zum Monatsende geht der Jurist in den Ruhestand. In einer Feierstunde wird er durch den Präsidenten des Landgerichtes Waldshut offiziell verabschiedet. Nachfolger wird Amtsgerichtsdirektor Fehrenbach. 1963, als Roland Meder nach Schopfheim kam, war er der jüngste Oberjustizrat als Leiter eines Notariates.
»Es kommt eben manchmal auch schlechter als man denkt«, kommentiert Fraktionsvorsitzender Klaus Kochendörfer von den Unabhängigen den Beschluß des Kreistages, die Kreisumlage zu erhöhen. Er stellt erneut die Frage, ob bei dieser zusätzlichen Haushaltsbelastung der Neubau einer Gersbacher Halle vertretbar sei.
Ein Team des Südwestfunks war beim Zunftabend mit dabei. Was das Kamerateam aufgenommen hat, soll am Fasnachts-Dienstag gesendet werden.
12. Februar 1995
Der Skiclub Fahrnau hat Vereinsmeisterschaften.
13. Februar 1995
Mitglieder des Umwelt-Ausschusses lassen sich Video-Aufnahmen von verschiedenen städtischen Kanal-Anlagen zeigen. Die Anwohner der Stabhalter-Flury-Straße atmen auf; denn ihnen wird während dieser Sitzung eine baldige Sanierung des Abwasserkanals in Aussicht gestellt.
Im Ortschaftsrat Wiechs verkrampft man sich noch einmal deutlich für einen Fußweg zwischen dem alten Dorf und dem Neubaugebiet Rebacker/Rütteberg. Es muß keine 500.000,- DM-Lösung sein, wie die Verwaltung meint, es würde auch eine einfachere Variante genügen, so Ortsvorsteher Hodapp.
Für jahrzehntelange Arbeit im Ortsviehversicherungs-Verein Schopfheim ehrt Bürgermeister Klaus Fleck, im Namen des Badischen Ortsviehversicherungs-Verbandes, Emil Bühler und Fritz Faller. Sie waren Schätzer, Obmann und Vorsitzende während 27 bzw. 33 Jahren.
Wiechs will nicht, daß der Ortsteil Anbindung an die A 98 bekommt, so der Ortschaftsrat. Auch Maulburg wehrt sich gegen die Anbindung über das Ortsgebiet.
Entsetzt zeigt sich Stadtrat Heinz Metzger über den Abbruch des Hauses beim Frische-Markt Hieber in Fahrnau. Dies hat auch Kurt Härzschel gewaltig gestört, weil Wohnraum zugunsten von Parkplätzen vernichtet wurde.
14. Februar 1995
Der Sturm von Anfang des Monats hat bei der IHK eine 130 Jahre alte Atlas-Zeder in 13 m Höhe abgeknickt. Das Edelholz hat im unteren Ende des Baumstammes einen Durchmesser von mehr als einem Meter.
Pfr. Sieghard Schaupp wird Schopfheim voraussichtlich im Mai verlassen. Er erhielt in Baden-Baden den Ruf zum Dekan. Pfr. Schaupp war 13 Jahre lang Pfarrer und Religionslehrer in Schopfheim und wirkte in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Langenau und Wiechs.
Positiv konnte bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Raitbach vermerkt werden, daß der neue Löschwasserbehälter auf dem Sattelhof den Brandschutz erheblich verbessert.
Als wichtigen Baustein für den Ort würdigt Ortsvorsteher Ino Hodapp den Wiechser Gesangverein bei dessen Jahreshauptversammlung. Eine Satzungsänderung bestimmt, daß künftig Passiv-Mitglieder erst nach 50jähriger Vereinszugehörigkeit Ehrenmitglieder werden können. Bisher war dies bereits nach 35 Jahren Zugehörigkeit möglich. Vorsitzender Wolfgang Greiner erhielt auch bei den Neuwahlen weiterhin das Vertrauen.
Das Jazz-Team des Elternbeirates des THG überreicht Oberstudiendirektor Adolf Winterhalder den Erlös des Benefiz-Konzertes und des T-Shirt-Verkaufs. DM 19.548,01 waren in der Schatztruhe. Mit diesem Betrag seien die Fahrten für 150 Austausch-Schüler aus Großbritannien und Rumänien gesichert. Ob Poligny kommen wird, ist noch offen.
Die IG Metall ruft zu Warnstreiks auf. Knapp 50 Beschäftigte der Firma Mannesmann Demag Wittig legten eine Stunde lang die Arbeit nieder. Einen Warnstreik von einer Stunde gab es auch bei EKATO, wo nach Gewerkschaftsangaben 115 Personen streikten. Man wendet sich gegen die unnachgiebige Haltung der Arbeitgeber in Südwesten.
16. Februar 1995
Von insgesamt 70 km Kanalnetz, so Tiefbauamtsleiter Springmann, sind bisher 49 km mit der Video-Kamera abgefahren und untersucht worden. Aus diesen Ergebnissen werden die Reparaturprogramme erarbeitet.
Im MT wird an den Bombenabwurf vor 50 Jahren in Schopfheim erinnert. Insgesamt wurden 16 Sprengbomben abgeworfen. Das Direktorenhaus der Hanf-Union wurde total zerstört, drei weitere Häuser schwer und dreizehn leicht beschädigt. An der katholischen Stadtkirche zersplitterten an der West- und Nordseite die Fensterscheiben. Der einzige Angriff auf Schopfheim forderte auch zwei Todesopfer.
Die IHK übt Kritik am Generalverkehrsplan des Landesverkehrsministers Hermann Schaufler. Erfreut zeigt man sich über den Plan, die Bahntrasse zwischen Karlsruhe und Basel viergleisig auszubauen.
17. Februar 1995
Die Einrichtung der Tempo 30-Zone ist für den GRÜNEN-Stadtrat Michael Straub ein Fest wert; es müßte wie die Einweihung der Bundesstraße gefeiert werden.
Der Zunftabend der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau war gleichzeitig die Abschiedsvorstellung der »Groß- und Kleinkarierten«, die nun zum zehnten und letzten Mal in der Fahrnauer Festhalle auftraten. Ihnen gelang es, ebenso wie anderen Akteuren des Abends, das Geschehen in der Stadt närrisch zu kolportieren. In Hochform war auch Gotti Schler, der in Fahrnau ein närrisches Come-back feierte. An diesem Zunftabend wird Hermann Drumm mit dem Verbandsorden in Gold geehrt; dieser wird nur selten verliehen.
Die Volksbank zeigt eine neue Ausstellung. Fotos von Markus Baum über den Carneval in Venedig und venezianische Masken, die Berndt Mühlbach schuf, sind zu sehen.
18. Februar 1995
Voll besetzt war die Stadthalle auch beim zweiten Zunftabend.
Die Firma Werner Rietschle erhielt das Qualitäts-Zertifikat ISO 9001 überreicht. In nur 15 Monaten, so hört man, gelang dem Leiter des Qualitätswesens, Markus Rockenbach, in Zusammenarbeit mit einem Unternehmensberater die Organisation, um die geforderten Standards zu erbringen. Elf Projektgruppen mit mehr als 50 Mitarbeitern verwirklichten schließlich das neue Qualitätssystem.
Die Deponie Karsau ist für die Rheinfelder Dioxin-Erde nicht ausreichend. Die Ablagerung in Langenau ist somit noch nicht endgültig vom Tisch.
Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen ppe wegen des Zwischenfalls vor eineinhalb Jahren eingestellt. Damals sind Epoxydharz-Dämpfe ins Freie gelangt. Das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung war daher nicht weiterzuführen.
Die Unabhängigen fordern eine Debatte über die städtischen Wohnungen, weil sie meinen, es gehe um Millionen und Interessen der Mieter.
19. Februar 1995
Wegen Gleisarbeiten verkehrt heute kein Zug auf der Wiesentalstrecke.
20. Februar 1995
Ortsvorsteher Sutter aus Gersbach meint bei der Gemeinderatssitzung an die Unabhängigen gerichtet, daß die Äußerungen zur Gersbacher Halle im Ortsteil eine gewisse Wut ausgelöst hätten. Es gibt Mehrheitsbeschlüsse, wonach dann, wenn die Halle finanzierbar ist, sie auch errichtet werden soll. Die Unabhängigen mögen diesen Beschluß nicht permanent in Frage stellen.
Den geplanten Parkplatz an der Bahnhofstraße zur Entlastung der Innenstadt wird es vorläufig nicht geben, denn die Deutsche Bahn möchte eine jährliche Pacht von DM 16.000,-. Dies ist dem Gemeinderat eindeutig zuviel. Ob Verhandlungen ein günstigeres Ergebnis bringen, ist noch völlig offen.
Bei der Parkplatz-Diskussion im Gemeinderat ärgert man sich besonders auch über den Landkreis, der beim Berufsschulzentrum Gebühren eingeführt hat. Diese Situation führt zu einem Verdrängen der Autos. Wenn die Stadt in der Bahnhofstraße Parkflächen anlegt, ist zu erwarten, daß die Schüler diese nutzen und der Parkplatz bei der Schule leerbleibt.
Über die Änderung des Bebauungsplans »Vorstadt« (Bahnhofstraße/Bismarckstraße) wird im Gemeinderat diskutiert. Die einen sprechen von »subtiler Planung«, die GRÜNEN hingegen reden von »Phantasielosigkeit«, insbesondere, weil zuviele Parkplätze vorhanden sind. Trotzdem wird man die Planung weiter auf den Weg bringen.
21. Februar 1995
Dem Profi-Fußball ist der Schopfheimer Stefan Müller ein gutes Stück näher. Demnächst, so hört man, stehen Vertragsverhandlungen mit dem SC Freiburg an. Jüngst hatte er seinen letzten Einsatz in San Fernando gegen Spanien.
Die Verbandsversammlung des Abwasserverbandes Mittleres Wiesental tagte im Rathaussaal. Dabei ist vom planenden Büro Dr. Weber aus Pforzheim zu erfahren, daß der Umbau der Kläranlage noch teurer wird. Von den zuletzt genannten DM 59,2 Mio. klettert die Summe nunmehr auf DM 61,8 Mio. Nicht inbegriffen in dieser Summe sind Kosten für eine neue Brücke, die die Gemeinde Steinen über die Wiese bauen will und an der sich der Verband zu beteiligen hat.
22. Februar 1995
Zu den Tempo 30-Zonen im Stadtgebiet meldet die Feuerwehr Bedenken an; denn Feuerwehrleute könnten dann im Alarmfall nicht mehr so schnell wie bisher zum Gerätehaus gelangen. Sie seien einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt.
Nachdem die Unabhängigen vor Tagen zur städtischen Wohnungspolitik Bedenken äußerten, meint heute Brigitte Leisinger, Geschäftsführerin der Städt. Wohnbau, daß für die Mieter kein Grund zu Beunruhigung bestünde.
Die Familie Özcan, so informiert Pfr. Schaupp, sei zu einem Anhörungstermin, der im März stattfinden wird, eingeladen worden.
23. Februar 1995
Inge Witzig wurde dieser Tage von Kreiskämmerer Strittmatter in den Ruhestand verabschiedet. Sie war 30 Jahre am Schopfheimer Krankenhaus als Kinderkrankenschwester tätig. Viele Jahre betreute sie Neugeborene.
Die Schopfheimer Narren stürmen das Rathaus. Die Rathaus-Oberen und die Mitarbeiter der Verwaltung stehen in ihren Nachthemden im Rathaussaal stramm, um dem Narren-Regiment zu huldigen. Siegfried Schmidt vom Bauhof erhält den diesjährigen »Dilldappen«-Orden.
Die »Hemdglunki« ziehen durch die Straßen der Innenstadt und durch Fahrnau, um mit viel Lärm in die tollen Tage einzustimmen.
24. Februar 1995
Die Wettbewerbssituation des Schopfheimer Gewerbes ist nach der Meinung des Gewerbevereins schwieriger geworden. Das GfK-Gutachten von 1983 sei überholt, man müsse eine neue Markt-Analyse vornehmen. Dabei sollen die Menschen auch über ihre Meinung zu Tempo 30 befragt werden. Ein neues Gutachten soll in Auftrag gegeben werden. Geklärt werden muß aber auch die Ablöse-Forderung der Stadt für nicht vorhandene Stellplätze. Diese seien in Schopfheim – so die IHK – viel zu teuer.
25. Februar 1995
Während in der Stadt die Narren los sind, bereitet man sich in Wiechs auf die Buurefasnacht vor.
Mit Yaman Özdiker haben die TSG-Ringer ein hoffnungsvolles Talent in ihren Reihen. Er hat bei den Südbadischen Meisterschaften vor einigen Wochen gleich zweimal einen Meistertitel gewonnen. Sowohl im griechisch-römischen Stil als auch im Freistil, in der Jugendklasse B, brachte er souverän zwei Medaillen mit nach Schopfheim.
Tempo 30 im Stadtgebiet wird immer mehr zum diskutierten Problem. Nachdem die Feuerwehr Einspruch eingelegt hatte, haben nun auch einige Bürger beim Landratsamt angefragt, da sie der Meinung sind, die generelle Tempo-Reduzierung entspräche nicht den gesetzlichen Vorschriften.
Der Landkreis will wohl den Hausmüll ab 1999 in Basel verbrennen lassen, sodaß von diesem Zeitpunkt an nur noch der nicht verbrennbare Restmüll auf der Scheinberg-Deponie gelagert wird, so der Landrat. Dies bedeutet, daß die Laufzeit der Scheinberg-Deponie wesentlich ausgedehnt wird.
26. Februar 1995
In den Morgenstunden regnete es noch. Der Wettergott wollte aber wohl, daß der Fasnachtsumzug ohne nasse Begleitung stattfinde. So war das Wetter ebenso herrlich wie der größer denn je scheinende Umzug durch die Straßen der Stadt. Das Fernsehen war mit dabei, um die das Stadtgeschehen glossierenden Wagen mit der Kamera festzuhalten. Den 1. Preis erhielt – obwohl der Jury die Wahl sicherlich schwergefallen war – der Wagen, der die Bauhof-Affäre auf die närrische Schippe nahm. Mit am Umzug waren auch neun Musikgruppen, darunter mehrere Guggen-Musiken. Nach dem Umzug war närrisches Treiben in der Stadthalle, das die ganze Nacht dauerte, angesagt.
Pfr. Andreas Ströble stellt sich mit seiner ersten Predigt der evangelischen Kirchengemeinde Fahrnau als neuer Pfarrer vor. Sein Lehr-Vikariat absolvierte er in Bretten und in zwei Gemeinden bei Villingen.
Die Schnitzelbank-Sänger des »Sternen-Zinkens« sind heute wieder in den Gasthäusern. Vom »Hans Sachs« geht es über den »Markgrafen« in den »Engel«, danach werden die Moritaten im »Hurlibaus« und im »Sternen« zum Besten gegeben.
27. Februar 1995
Der Sonntags-Umzug in leicht verkleinerter Form führt noch einmal durch die Straßen der Stadt, zusammen mit dem »Narresome«, der seine Fasnacht in der Stadthalle feiert.
In der Abendschau berichtet der Südwestfunk im Dritten Fernseh-Programm über die Schopfheimer Fasnacht.
28. Februar 1995
Mit Wehklagen und schauerlichen Tönen wird in Fahrnau und in Schopfheim die Fasnacht verbrannt. Der in den Himmel ragende Narrenbaum beim Rathaus wird noch in der Nacht abgebaut und zersägt.
Von langer Hand vorbereitet wurde die Erstausgabe der »Langenauer Dorfzytig«, eines Mitteilungsblattes des Ortschaftsrates. Nun landete dieses Blatt zum ersten Mal in den Briefkästen des Ortsteiles.
Aus dem elsäßischen Thann kamen 19 junge Franzosen zu ihrer Partnerschule, der Grundschule Fahrnau. Sie konnten zusammen mit ihren Fahrnauer Gasteltern die ihnen teilweise unbekannte Fasnacht kennenlernen.
01. März 1995
Das DGB-Ortskartell Schopfheim und der BLHV treffen sich in der Markgrafenstadt, um über die Zukunft der Landwirtschaft zu sprechen. Wichtiger Punkt der Besprechung war die Situation der Nebenerwerbs-Landwirte.
Dr. Günter Zabel geht zum dritten Male für drei Wochen nach Pakistan, um dort vor Ort Hilfe zu leisten. Begleitet wird er in diesem Jahr von seiner Frau, einer gelernten OP-Schwester.
Der Ältestenrat aus Langenau und Wiechs beschäftigt sich mit dem Weggang seines Pfarrers, Sieghard Schaupp. Über die Stellenausschreibung wurde man sich einig. Allerdings sind die Meinungen geteilt, wann diese Stelle wieder besetzt werden kann. Es gibt Optimisten, die meinen, daß dies bereits nach den Sommerferien sein könnte. Andere wiederum halten diese Vorstellung für so unwahrscheinlich wie einen »Sechser im Lotto«.
Nun ist es soweit: Eine Leitplanke an der B 518 versperrt die Zufahrt zur Königsberger Straße.
Das Heringsessen als Wettstreit zwischen Bürgermeister und Statthalter beschließt die närrische Zeit. Ex-Statthalter »Heinz I vom Langefirst« war jedoch schneller als sein Kontrahent, Beigeordneter Ruthard Hirschner, der erstmals den Fisch schlucken durfte.
02. März 1995
Auf gehts zur zweiten Fasnachtsrunde, denn nun haben die Langenauer und Wiechser Buurefasnacht.
Im Gewerbegebiet »Lus« hat heute das Hotel »Im Lus« seine Pforten geöffnet. 18 Doppelzimmer und ein Konferenzraum mit 40 Sitzplätzen sollen Geschäftsleute und Firmen ansprechen.
04. März 1995
Obwohl es sie nicht mehr gibt, wird bei den »Sieben Tannen« das Scheibenfeuer abgebrannt.
Bereits zum zehnten Mal wird in der Langenauer Halle der »Rätsch-Obe« veranstaltet. Heiter und närrisch zugleich wird das Dorfgeschehen auf die Schippe genommen. Durch das närrische Programm führen Silke Roser und Matthias Müller.
Werner Bühler und Theo Klever warnen die Gemeinderäte vor einer Radikallösung mit Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet. Die Kunden drohten an der Stadt vorbeizufahren, meinen die Schopfheimer Einzelhändler. Wenigstens die Hauptzufahrtswege sollten mit Tempo 50 befahrbar bleiben.
»Lutz der I.« (Lutz Scherzinger) führt die Wibufa an. Das närrische Volk versammelt sich, um mit ihm das umgekrempelte Dorf zu regieren.
In Leserbriefen wenden sich Bürger gegen die Einführung von Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet.
In der kommunalpolitischen Runde der CDU hört man, daß sie die Feuerwehrfahrzeuge, die in den nächsten Jahren aus Altersgründen die Einsatzfähigkeit verlieren, kontinuierlich ersetzen will.
Zur Schließung der Laufemühle wünscht sich die CDU eine Diskussionsrunde mit Vertretern der Wirtschaft und der IHK sowie den Arbeitnehmern.
Das Freie Eurythmie-Ensemble Ruhrgebiet führte in der Stadthalle »Elektra« auf.
05. März 1995
Tausend Besucher kommen nach Wiechs, um den wie immer originellen Umzug der Wibufa zu sehen.
Auf den Höhen um die Stadt, d. h. in allen Ortsteilen, brennen die Fasnachtsfeuer.
Das Arcata-Kammerorchester Stuttgart gastiert auf Einladung des Kulturrings unter dem Dirigat von Patrick Strub. Der Trompeten-Solist war Wolfgang Bauer, der für seine Virtuosität reichen Beifall erntete.
Bei dem vom Badischen Turnerbund ausgetragenen Landes-Skitag wurde der TSG-Läufer Thomas Kuri Landesmeister.
Der Kunstverein eröffnet eine Ausstellung des Berliner Kunstprofessors Hartmut Friedrich im Museum.
06. März 1995
Gegen die vor Jahren in die Schlagzeilen gekommene Schopfheimer Firma Taurus wird heute vor dem Landgericht in Freiburg der Prozeß begonnen.
Fast hitzig war die Debatte im Gemeinderat um das Schwimmbad und dessen Öffnungszeiten. Einig wurde man sich dann, daß das Bad künftig erst wieder um 20 Uhr schließen wird; wenn Super Wetter ist, kann der Bademeister sogar eine Stunde länger öffnen. Um 17 Uhr kann bereits geschlossen werden, wenn die Nachmittagstemperatur 15 Grad nicht überschreitet. In Zukunft sollen Saisonkarten, wenn sie vor der Badesaison gekauft werden, 20% billiger abgegeben werden. Die SPD sprach sich gegen diese Lösung aus.
Bürger der Karlsbader Straße und der Stettiner Straße beschweren sich im Gemeinderat darüber, daß sie nun den gesamten Verkehr, der bisher durch die Königsberger Straße floß, zu tragen hätten.
Beigeordneter Ruthard Hirschner informiert den Gemeinderat darüber, daß vorerst in Sachen Tempo 30 in der Innenstadt nichts passieren wird. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 20. März werde man erneut darüber diskutieren. Stadtrat Dr. Ottmar Nübling meint gar, es müsse eine Bürgerversammlung zu diesem Thema stattfinden.
Tempo 30 in der Innenstadt soll in der nächsten Gemeinderatssitzung besprochen und gegebenenfalls revidiert werden. Der Gewerbeverein macht deutlich, daß diese Revision im gesamten Stadtgebiet notwendig ist und lediglich eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen der Himmelreichstraße und dem Friedhof auszusprechen wäre.
07. März 1995
Bei sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen die Mitglieder des Gewerbevereins während der Jahreshauptversammlung, ein Struktur-Gutachten in Auftrag zu geben. Damit sollen Mängel und Lücken im Angebot des Schopfheimer Gewerbes erkannt und soweit wie möglich behoben werden. Ziel des Gutachtens, das je zu einem Drittel von der Stadt, der IHK und dem Gewerbeverein finanziert werden soll, ist es, dem Handel und der Dienstleistung zum notwendigen Aufschwung zu verhelfen.
Nach 32jähriger Tätigkeit am Schopfheimer Notariat wurde Oberjustizrat Roland Meder in einer Feierstunde in der Stadthalle verabschiedet. In seiner Laudatio würdigte der Präsident des Landgerichts, Jürgen Klein, die große Sachkunde des scheidenden Notars. Nachfolger wird Reinhold Fehrenbach, der bisher in Schönau als Richter tätig war.
09. März 1995
Der vom Projektbüro »Mobiles Schopfheim« initiierte Disco-Bus wird noch zu wenig genutzt.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt – so das Arbeitsamt Lörrach – weiterhin gespannt. Obwohl die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat leicht abnahm, liegt die Quote immer noch knapp über 8%.
10. März 1995
Herzlich bedankt sich die AWO-Vorsitzende Waltraud Krüger bei ihren Mitstreitern für die Arbeit des vergangenen Jahres. Bei den Neuwahlen während der Hauptversammlung wurde Otto Faller zum Stellvertreter gewählt. Erfahren hat man bei der Zusammenkunft auch, daß im Berichtsjahr 16.800 Mahlzeiten durch den Essensdienst auf Rädern ausgefahren worden sind.
11. März 1995
Bei der Hauptversammlung des neuen Kleingartenvereins »Bremt« wurde Walter Sprich als Vorsitzender bestätigt.
Enttäuscht zeigt sich der Gewerbeverein auch über die Weihnachts-Aktion. Von 34 Preisen wurden am Ende neun Gewinne im Wert von DM 4.000,- nicht abgeholt.
Michael Felber, Leiter der Schopfheimer Filiale der Deutschen Bank, überreicht dem Kinderschutzbund einen Scheck über DM 1.000,-.
Während zweier Tage wird die Stadthalle zum Autosalon. Der Gewerbeverein veranstaltet erneut eine sehr gut besuchte Auto-Ausstellung. Acht Anbieter von verschiedenen Marken zeigen die Modelle.
12. März 1995
Der ehemalige Schopfheimer Stadtpfarrer der kath. St. Bernhards-Pfarrei und spätere Weihbischof Karl Gnädinger verstirbt im Alter von 89 Jahren in Freiburg.
Zu einem kleinen Wassernotstand kommt es im Ortsteil Eichen. Ausgefallene Pumpen bedeuteten, daß der Ortsteil stundenlang kein oder kaum Wasser hatte.
Die Skiabteilung des TSG führt die Vereinsmeisterschaften im Riesen-Slalom am Belchen durch. Die begehrten Trophäen trugen Volker Lapp und Katja Kuri nach Hause. Jugendmeister wurden Bettina Steuerer und Thomas Kuri. Die Schülermeisterschaften entschieden Janko Laukart und Jochen Kuri für sich.
13. März 1995
Anwohner des Riedmattweges und der Königsberger Straße haben sich zu einer IG zusammengetan. Sie wollen die Anbindung des Riedmattweges an die B 518 und damit den gesamten Verkehr zum Freizeitzentrum Oberfeld verhindern.
Bei der Hauptversammlung der SVS-Fußballabteilung wurden dieser Tage Bernhard Kuri ebenso wie sein Vize Artur Cremans wiedergewählt. Dem Vorsitzenden oblag es, den seit 45 Jahren aktiv spielenden Bertold Müller mit der Goldenen Ehrennadel des Vereins auszuzeichnen.
Über den Bedarf an neuen Feuerwehr-Fahrzeugen diskutiert der Hauptausschuß. Kommandant Schwöble legt dar, daß die derzeit wichtigste Anschaffung eine TSF 24/48 (Großtank-Löschfahrzeug) ist. Dieses Fahrzeug ist insbesondere für den Einsatz an der B 317-Umfahrung unverzichtbar. Dann sind Fahrzeuge in Wiechs, Langenau und Raitbach zu ersetzen.
Die Stadt wird dem neuen Verein Touristik Südlicher Schwarzwald in Freiburg, der die Fremdenverkehrsgemeinschaft Wiesental-Markgräflerland ablösen wird, beitreten. Man erhofft sich dadurch eine bessere Werbewirksamkeit.
14. März 1995
Der Imkerverein Schopfheim trifft sich in Hausen zur Jahreshauptversammlung. Der seit 20 Jahren amtierende Vorsitzende, Gustav Greiner, wird im Amt bestätigt. Erfahren kann man, daß im vergangenen Jahr kaum Honig geerntet wurde. Die Ausfälle entstanden durch die Varroa-Seuche, insbesondere aber auch durch den frühen Wärmeeinbruch im Februar, dem dann ein Kälteeinbruch folgte und ganze Bienenvölker verhungern ließ.
Die Zwangsversteigerung der »Markgräfler Backstuben« steht an. Die Grenzland-Immobilien GmbH aus Lörrach bot DM 262.000,- und erhielt den Zuschlag für den Gebäudekomplex.
15. März 1995
Zu einer Podiumsdiskussion über die Regio S-Bahn lädt die vhs in die Schopfheimer Stadthalle ein. Unter der Gesprächsleitung von Beigeordnetem Hirschner diskutieren die Bahn AG, die Verkehrsbetriebe Karlsruhe, die Regio Basiliensis und je ein Vertreter des Verkehrsministeriums Stuttgart und des Landkreises Lörrach. Das Interesse war jedoch nur mäßig.
16. März 1995
Die Parkplätze beim Berufsschulzentrum an der Schwarzwaldstraße und an der Bannmattstraße stehen zu einem Drittel leer. Die Schüler parken in der Umgebung lieber kostenlos, denn der Landkreis hatte das Parken auf dem schuleigenen Gelände mit Gebühren belegt.
Die Turnerabteilung der TSG hat eine neue Abteilungsführung. Nach 10 Jahren gab Thilo Herbster das Amt an Carla Pfeifer ab.
17. März 1995
In der Ortschaftsratssitzung befassen sich die Vertreter Gersbachs mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt. Wenn Gehwege angelegt werden, stellt sich die Frage nach dem Grunderwerb derzeit ebenso wie die Frage, ob auch in Gersbach die Gehwege vom Schnee geräumt werden müssen.
18. März 1995
Dem Zweiten Vorsitzenden Peter Bühler blieb es vorbehalten, dem nach 25 Jahren scheidenden Vorsitzenden der Stadtmusik Schopfheim, Hans Moser, herzlich zu danken. Er ist bereits Geschichte der Stadtmusik; dafür wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer Vorsitzender wurde Matthias Tondar. Ihm wird der bisherige Zweite Vorsitzende, Peter Bühler, assistieren.
Die CDU will mit Tempo 50 bis ins Stadtzentrum fahren und erst dort auf Tempo 30, wie dies der Gewerbeverein auch will, reduzieren.
Detailliert war der Jahresüberblick des Schriftführers Klaus Strauß bei der Generalversammlung des Harmonika-Orchesters. Der Sprecher der Oldies, Klaus Klein, hofft, daß seine Gruppe Zuwachs an Spielern erfahren wird und somit gestärkt wird. Barbara Weiß, der bisherigen und neuen Vorsitzenden, blieb es vorbehalten, auch die neue Terminplanung bekanntzugeben.
Stefanie Schrank und Daniel Knüppel werden bei den Südbadischen Meisterschaften der Ringer in Lahr Sieger.
19. März 1995
Im THG veranstalten Schüler einen Flohmarkt.
In der evangelischen Stadtkirche findet ein Konzert statt, das das Publikum restlos begeistert. Der Schopfheimer Kantor und Organist Martin Winkler hat den Saxophonisten Jackson Crawford zu einem gemeinsamen Konzert eingeladen. Die Presse meint, eine CD dieses Abends würde ein Bestseller werden, was die Auswahl der Stücke und die Qualität der Solisten betreffe.
20. März 1995
Zu neuen Straßennamen konnte sich beim zweiten Anlauf der Stadtrat durchringen. Der durch die B 317-Umfahrung vom Ort abgetrennte Teil der Langgasse wird künftig Silberbrünnleweg heißen. In der »Kleinen« und »Oberen Schleife« erhält der Gründer der ersten Schopfheimer Zeitung, der mit den Revolutionären der 1848er-Revolution sympathisierende Schopfheimer Rotgerber und Verleger Georg Uehlin, einen Straßennamen. Daneben wird eine weitere Straße in der »Niederen Schleife« nach dem badischen Revolutionär Friedrich Hecker benannt.
Tempo 30, ein heftig diskutiertes Thema im Stadtrat. Die CDU wollte, daß die gesamten Zufahrtsstraßen zur Innenstadt bei Tempo 50 verbleiben. Bei den Unabhängigen gab es hierzu geteilte Meinungen. Die SPD entschied sich für den Tempo 30-Versuch, der aber in den Zufahrtsstraßen zur Innenstadt wieder rückgängig gemacht werden könnte. Endlich beschloß man, die Hauptstraße von Fahrnau bis zur Himmelreichstraße, die Himmelreichstraße und die Wehrer Straße bis zur Himmelreichstraße sowie die B 317 von Gündenhausen bis zum Friedhof und die anschließende Wiechser Straße ohne Tempo-Limit weiter zu belassen. Alle übrigen Innenstadtstraßen werden auf Tempo 30 beschränkt.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende, Robert Zapp, meinte in der Gemeinderatssitzung zur Kritik des Landratsamtes am Haushalt, daß er sich eine genauso kritische Kommentierung des Kreishaushaltes durch das Regierungspräsidium wünsche. Er ärgere sich über den Ton, den das Kommunalamt in seinen Bemerkungen zum Haushalt anschlage. Man brauche keine Aufklärung darüber, was sparsame Haushaltsführung bedeute. Der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen hingegen meint, daß das Landratsamt die Risiken im Schopfheimer Haushalt korrekt darstelle.
DM 200.000,- stellt die Stadt Schopfheim für die Errichtung einer Brücke über die Wiese bei Steinen zur Verfügung. Gleichzeitig ist jedoch damit verbunden, daß die Gemeinde Steinen keine Erschließungsbeiträge für die neue Straße, die zur Kläranlage führt, erhebt.
Eine Debatte über die städtischen Wohnungen, die die Unabhängigen im Gemeinderat wollten, war kurz, denn sie zogen ihren Antrag zurück. Robert Zapp meinte für die SPD: »Die Wohnungen bleiben in städtischem Besitz, da wird keiner rausgeschmissen, die Mieten bleiben bezahlbar.« Die Zusammenlegung der städtischen Wohnungen mit der Städt. Wohnbau GmbH hält Kurt Härzschel für eine sinnvolle Sache, dann spreche alles für eine gemeinsame Wohnungspolitik.
21. März 1995
Mit den sportlichen Erfolgen der Handballer ist deren Abteilungsleiter, Arno Asal, zufrieden. 262 Mitglieder zählt die Abteilung des SVS. Joachim Amend informiert, daß derzeit neun Jugendmannschaften das Trikot des SVS tragen.
Bei der Generalversammlung des DRK in Gersbach erklingen auch kritische Töne über die Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle in Lörrach.
Was die Schopfheimer vom Fremdenverkehr haben, will die SPD über Veranstaltungsreihen geklärt wissen.
Der Staatscircus Moskau gastiert in Schopfheim; aber nicht – wie vorgesehen – auf dem Platz im Oberfeld, denn dieser ist durch den Regen und den Schnee der letzten Tage so aufgeweicht, daß er nicht benutzbar ist. Kurzerhand wurde das Gastspiel für vier Vorstellungen in die Stadthalle verlegt. »Was der russische Staatscircus dann mit Oleg Popov und Co. in der zwangsläufig engeren Szene zugezauberte, gehörte zum Besten«, schreiben die Kritiker. Vollends ungewöhnlich war die Pferdedressur unter dem Kupferdach!
2.000 Primeln verlost der Gewerbeverein in seiner bereits traditionellen Aktion vor dem Rathaus. Das Wetter ist allerdings eher winterlich denn frühlingshaft.
22. März 1995
Den Tempo 30-Beschluß nimmt Werner Müller im Kommentar zum Anlaß kritischer Bemerkungen.
Der Ehrentitel des Schützenkönigs wurde bei der Generalversammlung der Fahrnauer Schützen Karl-Heinz Schwiechow durch Oberschützenmeister Roland Steinebrunner verliehen. Bei der gleichen Sitzung war man darüber enttäuscht, daß die Einrichtung des geplanten Pistolenstandes verschoben werden mußte, da der Sponsor derzeit nicht mitzieht.
23. März 1995
Das freie Radio »Kanal Ratte« hat seinen Frequenzantrag für den Sender Hohe Möhr gestellt.
Baldur Seifert vom SWF gestaltet in der Stadthalle zusammen mit dem Bariton Josef Stadelmann und der Schopfheimer Sopranistin Madeleine Strütt-Chappuis einen Goethe-Abend auf Einladung der vhs. Am Flügel begleitete Martina Moritz-Burger aus Wehr.
24. März 1995
900 Katholiken sind aufgerufen, am kommenden Sonntag ihre neuen Mitglieder des Pfarrgemeinderates zu wählen.
25. März 1995
Für 40maliges Blutspenden konnte Bürgermeister Fleck dieser Tage die Herren Albert Metzger und Jörg-Rainer Wendt, für 50maliges Blutspenden Horst Liebmann beglückwünschen und auszeichnen.
Ab sofort können Saisonkarten für das Schwimmbad mit dem vom Gemeinderat beschlossenen Rabatt bezogen werden.
Die Stadt hat einen Zuschußantrag für die geplante Haltestelle der Wiesental-Bahn in Gündenhausen (Höhe Hohe-Flum-Straße) gestellt. Diese Information gibt der Bürgermeister.
Ovationen gab es für »Eine My Fair Lady«. Der Gesangverein Eichen hat mit Amateurschauspielern aus der Region dieses musikalische Spektakel auf die Bühne der Hülschenmatthalle gebracht. In der Paraderolle des Higgins brillierte Reinhard Seiberlich, während Klaus Dürrschnabel in die Rolle des Oberst Pickering schlüpfte. Anita Waibel, die nicht nur die Dialoge eingerichtet hatte und Regie führte, übernahm auch die Rolle der Eliza, obwohl sie am Premierenabend erkrankt war.
Zur 133. Jahreshauptversammlung trifft sich die Feuerwehr in der Raitbacher Festhalle. Kommandant Bernd Schwöble informierte, daß 160 Einsätze zu leisten waren. Brandeinsätze waren es immerhin 15. Mit dem Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Silber wurden die Feuerwehrkameraden Roland Brombacher, Wolfgang Tempel, Helmut Henkel, Ralf Kurz und Horst Rüdtlin geehrt. 40 Jahre aktiv bei der Schopfheimer Feuerwehr sind Gerhard Deiß von der Abteilung Gersbach und Ernst Wagner aus Enkenstein. Sie durften das Goldene Ehrenzeichen des Landes in Empfang nehmen. Der demnächst scheidende Stadtkämmerer Hans Reif wurde von der Feuerwehr ebenfalls mit einer Ehrung bedacht.
Über ein prima Jahr resümierte Jan Schipper bei der Generalversammlung des Turnvereins Wiechs. Für besondere Verdienste ehrte er Hans Bäckert und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Besonders erfreut zeigte sich der Vereinsvorsitzende darüber, daß Ende April die Einweihung des Turnerheimes bevorsteht.
26. März 1995
2.500 Menschen kamen zur Modell-Eisenbahnausstellung der vhs-Workshop-Gruppe in der Stadthalle.
27. März 1995
Unter dem Arbeitstitel »Mobilität und Gesellschaft – Theorie und Praxis« treffen sich 200 Teilnehmer aus ganz Europa in der Stadthalle. Das vom Verkehrsministerium initiierte Modellprojekt »Mobiles Schopfheim« sollte zusammen mit den Teilnehmern neue Lösungen im Verkehrsverhalten aufzeichnen. Auch der Verkehrsminister des Landes, Hermann Schaufler, ist gekommen.
Die frühere Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg, Annemarie Griesinger, kam mit einem Blumenstrauß ins Georg-Reinhardt-Haus, um Julchen Blum, die in diesem Jahr das 101. Lebensjahr vollenden wird, zu besuchen.
29. März 1995
Der Basler Verkehrsplaner Michael Fahlbusch vermittelte bei einer Sitzung der GRÜNEN zum Thema »Stadtentwicklung und Verkehr« ein düsteres Bild. Er meint, daß die Kraftfahrzeuge bis zum Jahr 2000 um 20 bis 30% zunehmen werden. Weiter vermutet er, daß Schopfheim dann eine reine »Aussiedlergemeinde« sein werde. Kleinstädte würden zu reinen Wohngemeinden reduziert.
30. März 1995
Martina Brehm, 2. Vorsitzende des Förderkreises Ferienzentren, resümierte bei der Hauptversammlung: »Es war ein erfolgreiches Jahr, auch wenn es Schwierigkeiten gegeben hat.« Wegen eklatanter Überlastung der hauptamtlichen Kräfte sind Projekte und Feriencamps hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ein wesentlicher Schwerpunkt sei nunmehr, an dem europäischen Netzwerk »Catena« zu arbeiten.
01. April 1995
Beim Frühlingskonzert der Stadtmusik in der Stadthalle durfte Hans Moser die Silberne Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände entgegennehmen. Der Vorsitzende des Vereins, Matthias Tondar, versprach dem Publikum einen unterhaltsamen und musikalisch interessanten Abend, den das Orchester mit seinem Dirigenten Max Lehmann auch uneingeschränkt realisierte.
Die gute Kameradschaft und Solidarität des gesamten Vorstandes hebt Claus Huber, Vorsitzender des SVS, während der Jahreshauptversammlung hervor. Die alte Aschenbahn im Stadion Oberfeld habe ausgedient, die Stadt brauche für die Nachwuchs-Leichtathleten eine Kunststoffbahn, da sonst die Gefahr der Sportlerabwanderung bestehe. Die derzeitigen Trainer Elisabeth Brauchle und Alfred Schneider stehen dem Verein nicht mehr zur Verfügung. Nach 33 bzw. 49 Jahren legten sie ihr Amt nieder. Interessant war beim Kassenbericht des Kassiers auch, daß 50% der Mitglieder jünger als 25 Jahre alt sind. Der Verein hat derzeit 1.164 Mitglieder. Mit 300 Mitgliedern ist die Abteilung Fußball die mitgliedstärkste.
Im Museumskeller laden die Autoren der diesjährigen Mundart-Literatur-Werkstatt zu einer öffentlichen Lesung, die wiederum außerordentlich gut besucht war, ein.
02. April 1995
Ein Wiedersehen mit dem Schopfheimer Geiger Eckhart Lorenzen gab es beim Konzert in der Stadthalle, das er zusammen mit seiner Frau Batya Steinbock-Lorenzen gab. Seit Sommer 1994 ist Lorenzen 1. Konzertmeister beim Israel Synfonic Orchestra in Tel Aviv.
03. April 1995
Mit einer 12:12-Abstimmung fand der Vertagungsantrag zur Parkraumbewirtschaftung, den Dr. Fritz Lenz im Gemeinderat stellte, die erforderliche Mehrheit. Man solle die Beschlüsse noch einmal überdenken, um eventuell sich ergebende Wettbewerbsnachteile in Schopfheim zu vermeiden. Zur Parkraumbewirtschaftung sagt die FWV-Fraktion nein, während in der CDU die Meinungen hierzu auseinandergehen. Kurt Härzschel spricht schlicht vom »Abkassieren« und von »Planungsfehlern«.
05. April 1995
Ein lebendes Gartenhaus hat sich die Schopfheimer Hebel-Förderschule im Schulgarten gebaut. Weidenäste sind das Baugerüst, mit Weidenzweigen werden die eingegrabenen Äste verbunden.
Für 40jährige Betriebszugehörigkeit erhielt Kurt Sutter aus den Händen des Beigeordneten Ruthard Hirschner die Landesmedaille Baden-Württemberg. Kurt Sutter ist seit 40 Jahren bei der Firma Werner Rietschle. Für 25jährige Betriebszugehörigkeit konnten in der gleichen Firma Herbert Grässlin, Matthias Mrachacz, Helmut Hauser, Rudolf Hager, Hans Lindenmann, Klaus Wittek, Tomislaw Spasojevic und Gerhard Hornung geehrt werden.
06. April 1995
Die Molière-Komödie »Die Streiche des Scapin« mit Jörg Pleva in der Titelrolle sorgte für einen amüsanten Theater-Spaß auf Einladung des Kulturrings.
07. April 1995
Die Schopfheimer Apparatebau-Firma Kapp GmbH erhielt das internationale Qualitätszertifikat ISO 9002.
Insgesamt DM 12.100,- aus der Aktion »PS-Sparen und Gewinnen« übergab die Sparkasse an 24 Kindergärten und Spielstuben.
Ein Jubiläumskonzert besonderer Art führten die Schüler, Eltern und Ehemaligen sowie Lehrer des THG in beeindruckender Weise auf. Carl Orffs »Carmina Burana« wurden zum 225. Geburtstag des THG in der Stadthalle aufgeführt.
08. April 1995
Unumstritten ist Ortrun Schätzle auch nach der jüngsten Generalversammlung des CDU-Stadtverbandes dessen Vorsitzende. Sie sieht die CDU momentan im Aufwärtstrend und meint deshalb, daß die Mitgliederwerbung in den nächsten Jahren nicht vernachlässigt werden dürfe. Die Schopfheimer CDU hat derzeit 102 Mitglieder. Recht zuversichtlich blickt sie der Landtagswahl im kommenden Jahr entgegen. Wie wichtig mittlerweile die Senioren-Union in der Stadt geworden ist, verdeutlichte Elfriede Bruttel in ihrem Jahresbericht. Zu Stellvertretern wählten die Schopfheimer Mitglieder dann Renate Bruhne, Marianne Zabel und Rolf Hetzel.
Am Anbau der Fahrnauer Grundschule besteht Sanierungsbedarf. Die SPD-Gemeinderäte meinten dies anläßlich einer Besichtigungstour in den Schopfheimer Schulen.
09. April 1995
Als Symbol des Lebens und des Friedens gelten die Palmzweige, die am Palmsonntag wiederum im Gottesdienst der katholischen Pfarrgemeinde geweiht wurden. Seit einigen Jahren lebt die Tradition der Palmprozession wieder auf.
Brigit Tittel, die neue Kantorin der katholischen St. Bernhards-Gemeinde, stellt sich in ihrem ersten Konzert vor. Es wurde eröffnet mit Werken Buxtehudes, bevor dann aus dem Orgelbüchlein von J. S. Bach Passions-Choräle zu hören waren. Glanzstück des Konzerts, bei dem die Organistin nicht nur technisch, sondern auch interpretatorisch vollkommen überzeugte, war J. S. Bachs Präludium und Fuge in e-Moll.
Unterstützt durch die Gastvereine wurden die Kürnberger Sängerinnen und Sänger beim Frühjahrskonzert in der Raitbacher Festhalle. Für 25jährige aktive Mitarbeit als Chorsängerin konnte der Vorsitzende, Werner Keller, Elsa Bühler zum Ehrenmitglied ernennen.
10. April 1995
Der Schopfheimer Kinderschutzbund hat sich als zentrale Anlaufstelle in Sachen Kinder in das Bewußtsein der Öffentlichkeit eingegraben. Maßgeblich hierzu hat die Einrichtung eines Kinder- und Jugendtelefons beigetragen.
Bei den Neuwahlen anläßlich der diesjährigen Generalversammlung konnte das Vorstandsteam komplettiert werden. Es gilt – so die Vorsitzende, Edith Walter –, im Jubiläumsjahr das breite Hilfsangebot zu behaupten und den immens steigenden Kosten zu begegnen. Fast nur Mädchen greifen zum Kinder- und Jugendtelefon, war bei dieser Generalversammlung ebenfalls zu erfahren.
Eindringlich ermahnen die CDU-Senioren die Stadt, die City-Bus-Route durchs Oberfeld zu verlegen.
Auf ein aktives Jahr – und das nicht nur zur Fasnachtszeit – blickt der »Hammer-Zinken« bei der diesjährigen Hauptversammlung zurück.
12. April 1995
Henny Timmermann, Ortschaftsrätin in Langenau, kann die Haltung der Behörden nicht verstehen, in Langenau Tempo 40 aufgeben zu wollen. Die Langenauer wollen für die Tempobeibehaltung auf die Barrikaden gehen.
14. April 1995
In der evangelischen Stadtkirche führt Kantor Martin Winkler die Markus-Passion von Reinhard Keiser auf. Von beeindruckenden Leistungen der Mitwirkenden konnte man sich dabei überzeugen.
15. April 1995
Den Titel als Deutsche Juniorenmeisterin holte sich Nicole Grether bei den Badminton-Meisterschaften in Mülheim an der Ruhr. Im Doppelwettbewerb mit ihrer Partnerin Sandra Beisel ging der Titel an diese beiden.
Beigeordneter Ruthard Hirschner schreibt sowohl an das Landratsamt als auch an das Regierungspräsidium zur Abschaffung der Tempo-40-Zonen. Er meint, daß Langenau keine normale Ortsdurchfahrt sei. Der Lastverkehr belaste den Ort überproportional. Die vor fünf Jahren eingeführte Tempo-Limitierung muß auch weiterhin Gültigkeit haben.
Die Schopfheimer Firma Strecker-Metalltechnik GmbH in der Hohe-Flum-Straße hat die DIN ISO-9002-Auszeichnung erhalten.
16. April 1995
Zum 13. Schlagerwettbewerb empfängt die Schopfheimer TSG in der Stadthalle ein begeistertes Publikum und überzeugende Interpreten. Steffi Lais aus Schönau war wieder einmal ganz oben in der Gunst der Jury, wobei das Wiechser Brass Quintett mit dem alten Schlager »Der grüne Kaktus« auf Platz drei landete.
17. April 1995
Schaulustige aus Nah und Fern trafen sich zum Eierspringen in Eichen. Auch ein Kamerateam des SWF wohnte dem Spektakel bei.
Regen begleitet am Ostermontag das Turnier des Boule-Clubs bei der Stadthalle.
18. April 1995
Dieser Tage legte Nicole Kienberger aus Wiechs an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen ihr Diplom als Zither-Lehrerin ab.
An der jüngsten Sitzung des Langenauer Ortschaftsrates ehrte Ortsvorsteher Weinbrechtinger Frau Verena Stangwald für 40-maliges Blutspenden.
19. April 1995
Vorsitzender Thomas Spohn meint, die Anschaffung des neuen Anhängers sei die bisher größte des THW. Das Gerät wird zum Transport von schweren Gütern genutzt.
21. April 1995
Wenn sich der Gemeinderat am kommenden Montag erneut mit der Parkraumbewirtschaftung beschäftigt, werden die GRÜNEN den Vorschlag, ein Parkhaus in der Bismarckstraße zu errichten, unterbreiten.
Im Vorfeld der Walpurgisnacht, die die »Chrattenhexen« mit einem Hexensprung bei der Stadthalle feiern wollen, mißbilligt der VON den fasnächtlichen Auftritt. Margot Strass für die »Chrattenhexen« hingegen meint: »Die Walpurgisnacht ist eine Hexennacht, die insbesondere am 11. Geburtstag der Fahrnauer Clique besonders gefeiert werden darf.«
557 Langenauer Bürger und Bürgerinnen haben sich spontan in einer Unterschriften-Aktion für die Beibehaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung ausgesprochen. Die Unterschriftenliste hat Beigeordneter Hirschner dem Landrat übergeben.
Auch über die Tempo-30-Beschränkung in der Innenstadt wird sich der Gemeinderat erneut unterhalten müssen, denn 40 Schopfheimer Gewerbetreibende wollen, daß Tempo 30 in der Innenstadt wieder aufgehoben wird. Dem Antrag folgend, sollen die Hauptstraße zwischen Friedhof und Einmündung Dammweg sowie die Hebelstraße und die Verlängerung der Wehrer Straße bis zur Einmündung in die Himmelreichstraße wieder normal mit 50 km/h befahrbar werden.
Die Ausschreibung für die Sanierungsarbeiten am Abwasser-Sammler Kürnberg ist erfolgt. Dies wird wegen des Abwasserproblems in der Stabhalter-Flury-Straße notwendig. Fremdwasser aus dem Bereich Langgasse und dem Sammler Kürnberg dringt durch undichte Muffen und Schächte ein und verursacht dort die Misere. Die Kanalisation in der Stabhalter-Flury-Straße ist baulich in einwandfreiem Zustand. Sie muß nicht saniert werden.
Schopfheim wird – so Bürgermeister Fleck – glimpflich davonkommen, wenn ab 1996 ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab drei Jahren bestehen wird.
Aus dem Polizeibericht ist zu entnehmen, daß auf der B 317, in Höhe der Einmündung Wiechser Straße, ein PKW-Lenker 151 km/h gefahren war!
22. April 1995
Der Schopfheimer Gewerbeverein eröffnet die 5. Handwerk- und Gewerbeausstellung, die für zwei Tage in der Stadthalle aufgebaut wurde. Insgesamt haben 29 Aussteller ihre Stände aufgebaut.
225 Jahre Höhere Schule Schopfheim – unter diesem Thema steht eine Ausstellung im Museum, die von der Museumsgesellschaft der Stadt und dem THG zusammengetragen und organisiert wurde. Die Schau dokumentiert die Geschichte des Schopfheimer Gymnasiums; eine sehenswerte Ausstellung, die die Schulgeschichte veranschaulicht. Bei der Eröffnungsfeier in der Alten Kirche St. Michael meint Adolf Winterhalder, Direktor des THG, daß der Gedanke der Verständigung zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen im Vordergrund der Schularbeit stehe.
Nachdem die DAK durch den Umbau der Sparkasse einige Zeit in Container-Räumen untergebracht war, konnte sie nun in die angestammten Räume zurückkehren. Gleichzeitig wird Markus Schwöble neuer Geschäftsstellenleiter.
Zügig wickelte der »Auma-Zinken« seine jährliche Generalversammlung ab. Der Zinken wird auch weiterhin von Wolfgang Korloch als Zinkenvogt und seinem Stellvertreter, Rolf Schwald, gelenkt.
Die Ortschaftsräte aus Eichen helfen tatkräftig mit, zusammen mit dem Gesangverein, der Sportgemeinschaft und den »Seewichten« einen Bolzplatz anzulegen.
24. April 1995
Am THG beginnen heute 36 Schüler mit dem schriftlichen Teil der Abitur-Prüfungen.
Das Thema »Verkehrsberuhigung oder Tempo 30 in Schopfheim« bringt die Gemüter in Fahrt. Mit einem Antrag bzw. Widerspruch von Gewerbetreibenden gegen die bisherige Entscheidung beschäftigt sich der Gemeinderat, doch dieser war nicht bereit, seine bisherige Entscheidung aufzuheben. Es wird also insgesamt bei Tempo 30 verbleiben. Auch die strittige Strecke Hauptstraße von Himmelreichstraße bis zum Hirschen-Dreieck Fahrnau wird bei Tempo 30 bleiben, allerdings wird die Hauptstraße – wie bisher schon beschlossen – Vorfahrtsrecht genießen.
Claus Stockburger, der einen Appell an den Gemeinderat zum Überdenken der bisherigen Entscheidung im Namen der Einsprecher richtete, blieb ungehört. »Umsatzeinbußen werden kommen«, so sein Tenor. Betroffen zeigte er sich davon, daß man den Argumenten von 30 Gewerbetreibenden kein Gehör schenkt.
Endgültig beschloß der Gemeinderat die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt. Künftig wird das Parken bis zu zwei Stunden möglich sein, wobei die halbe Stunde DM –,50 kosten wird. Im Außenbereich werden drei Parkstunden möglich.
Im Rahmen der Parkraumbewirtschaftung erhielt die Verwaltung den Auftrag, einen Vorschlag der GRÜNEN auf seine Durchführbarkeit zu prüfen. Danach stellt man sich vor, in der Bahnhof-/Bismarckstraße ein Parkdeck oberirdisch zu errichten. Damit könnten stadtnahe Parkplätze geschaffen werden.
Die Unabhängigen, die SPD und die GRÜNEN haben einen Antrag an die Stadtverwaltung gerichtet, die Hauptsatzung zu ändern. Danach möchte man eine längere Vorlaufphase für Gemeinderatssitzungen. Die späteste Einladung soll künftig sieben Tage vor Sitzungstermin vorliegen.
25. April 1995
Bei der jüngsten Hauptversammlung des Tierschutzvereines Schopfheim wurde deutlich, daß dieser nunmehr endgültig unabhängig vom regionalen Dachverband arbeiten wird. Neue Vorsitzende wurde Gaby Kurz. 174 Einsätze im Gebiet von Schopfheim bis zum Feldberg waren im vergangenen Jahr zu bewältigen.
Zur Generalversammlung trifft sich die Senioren-Union um die Vorsitzende Elfriede Bruttel, die einstimmig für zwei weitere Jahre wiedergewählt wurde. Man setzte sich zum Ziel, sich um die Belange der älteren Menschen in der Markgrafenstadt zu kümmern, was bisher wohl gut gelungen ist.
26. April 1995
Die Presse meint zum Tempo-30-Beschluß des Gemeinderates, daß dieser die Chance zu einem Kompromiß verpaßt habe.
Die Saison der SVS-Handball-Damen ging zu Ende. Man muß nun Abschied aus der höchsten südbadischen Spielklasse nehmen. Gleichzeitig verläßt Interims-Trainer Martin Bühler seinen Posten. Auch bei den Männern wird Joachim Burger den Trainerposten verlassen. SVS-Abteilungsleiter Arno Asal meint, daß der bisherige Co-Trainer, Drago Ropic, die Damen interimsmäßig als Cheftrainer betreuen wird.
Über das betreute Wohnen, das im Projekt »Schärers Au« durch die Städt. Wohnbau angeboten wird, referiert Brigitte Leisinger, Geschäftsführerin der Wohnbau GmbH, auf Einladung des Seniorenrates in der Altenbegegnungsstätte. Die Einrichtung soll den Bedürfnissen älterer Menschen Rechnung tragen und sie in die Lage versetzen, möglichst lange ein selbständiges Leben zu führen. Die konzipierten Wohnungen sind zwischen 40 und 60 qm groß.
27. April 1995
Die Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag hat in Poligny für einige Überraschungen gesorgt. Premier Balladur, der in Gesamt-Frankreich nur das drittbeste Ergebnis erzielte, kam in der Partnerstadt auf 21,1%. Ihm dicht auf den Fersen folgte der Sozialist Jossepin, er mußte sich mit 21,05% zufriedengeben. Deutlich ins Hintertreffen geriet allerdings Jacques Chirac, der nur 15,8% der Stimmen erhielt. Der rechtsradikale Le Pen hat noch 13,6% für sich verbucht.
28. April 1995
Ein zweiter und damit neuer Dart-Club (Nachtfalke) wurde im November des vergangenen Jahres in Schopfheim gegründet. Vorsitzender dieses derzeit 20 Mitglieder umfassenden Vereins ist Michael Hensler aus Maulburg.
Man habe sich – so Pfarrer Sieghard Schaupp – über ein halbes Jahr nicht mehr im Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren« getroffen. Grund dafür waren die zeitaufwendigen Bemühungen, die Abschiebung der kurdischen Familie Özcan zu verhindern. Erstaunt war man nun, daß bei der jüngsten Sitzung trotzdem über 20 Personen ins evangelische Gemeindehaus gekommen waren. Ein mögliches Betätigungsfeld sahen einige Teilnehmer in der Betreuung deutschstämmiger Russen. Künftig wird Dr. Jost Noller den organisatorischen Teil übernehmen. Man dankte dem bisherigen Initiator, Pfr. Schaupp, für dessen Engagement.
Der Gesangverein Eichen überreichte dem Missionar Martin Lacher einen Scheck über DM 3.000,-. Damit kann die Arbeit in Zaire unterstützt werden. Der Betrag war der Reinerlös eines Benefiz-Konzertes des Gesangvereins in der katholischen Kirche St. Bernhard vor einigen Monaten.
Prof. Wolfgang Franz, Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung, referierte dieser Tage über den Beschäftigungsnotstand bei der IHK. Als einziger Ausweg – so liest man in der Tagespresse – scheint ihm die Einführung einer Luxussteuer. Im Gegensatz dazu sollte die Einkommensbesteuerung gesenkt werden. Er spricht sich auch dafür aus, daß Unternehmer Lehrstellen schaffen müssen, um drohendem Facharbeitermangel vorzubeugen.
29. April 1995
Im Regio Bahn-Forum in Hausen im Wiesental stellt der Leiter der Abteilung Fahrzeuge beim Bundesverband Pro Bahn, Andreas Bock, eine Palette aller auf dem Markt und in der Entwicklung befindlichen Fahrzeuge vor.
Den bisher größten sportlichen Erfolg der Friedrich-Ebert-Schule errangen Badmintonspieler in der Wettkampfklasse 4 (Jahrgang 82 und jünger) in Schwäbisch Hall. Sie wurden im Wettbewerb »Jugend trainiert für Olympia« Landessieger.
Der Musikverein Fahrnau hat seine Anhänger zum Frühjahrskonzert in die Stadthalle eingeladen. Alphornbläser und der Jodler-Club Basel sorgten zusammen mit dem Verein für ein wahres Älplerfest. Mit der Goldenen Ehrennadel des Blasmusikverbandes wurde Guntram Halter, der Erste Vorsitzende des Vereins, für 40jährige Aktivität ausgezeichnet.
Ein bedeutsames Ereignis feiern die Wiechser. In Anwesenheit von vielen Vertretern des Ortsteiles hat der Turnverein sein Sportheim eingeweiht. Ortsvorsteher Hodapp meint, das in Eigeninitiative erstellte Heim bedeute eine große Bereicherung für Wiechs. Bürgermeister Fleck überreichte sowohl dem Ortsvorsteher als auch dem Vereinsvorsitzenden Jan Schipper symbolisch den Schlüssel.
Ein fünfjähriger Junge kam bei einem Verkehrsunfall in Gündenhausen ums Leben.
30. April 1995
Das MT veröffentlicht einen Artikel über den scheidenden Stadtkämmerer Hans Reif, der nach 43 Jahren Dienst bei der Stadt Schopfheim in den Ruhestand geht.
Die Walpurgisnacht feiern die Fahrnauer »Chrattenhexen« zünftig in der Stadthalle. Zum heißen Ritt auf dem Besen waren gar die Donaueschinger »Schellenberghexen« zum 11. Geburtstag der Fahrnauer gekommen.
Die »Enninger« überraschten bei ihrer Jahreshauptversammlung mit einer neuen Idee: Sie wollen eine eigene Guggenmusik gründen. Der Wiechser Volker Leisinger wird den Aufbau dieser neuen Gruppe übernehmen. Sie hat bereits 15 Mitglieder; einige Neulinge können noch aufgenommen werden.
03. Mai 1995
Erich Karl Todtenhaupt, ein Industrie-Pionier, Gründer der Schopfheimer Firma EKATO, verstirbt im Alter von 84 Jahren.
Bei der Generalversammlung des DRK Fahrnau hat Helmut Mutter als Vorsitzender nicht mehr kandidiert. Die Ortsgruppe wird künftig Helmut Bertel leiten, Stellvertreter bleibt Otto Baier.
04. Mai 1995
Auf 40 Jahre Tätigkeit bei der Stadt Schopfheim kann Kurt Häuptli zurückblicken. Der Waldarbeiter wurde von Bürgermeister Klaus Fleck in einer Feierstunde geehrt.
Für 40jährige Treue zur Baufirma Kiefer erhielt Ulrich Pottschka aus den Händen von Bürgermeister Fleck die Ehren-Medaille des Landes Baden-Württemberg verliehen. Er meinte in seiner Rede, daß das, was vor 40 Jahren ein Bauingenieur habe leisten müssen, heute von einem Polier erwartet werde.
Die Gersbacher Poststelle wird geschlossen.
20 Jahre war Walter Schott Zinkenvogt beim »Hexen-Zinken«. Bei der Generalversammlung, die vor einigen Tagen stattgefunden hatte, löste ihn Willy Marqua als Nachfolger ab. Walter Schott meint, die langjährige Arbeit habe ihm viel Freude bereitet. Dafür wurde er auch zum Ehrenmitglied und Ehren-Zinkenvogt ernannt.
Nach einem Jahr haben die »Eiemer Seewicht« wieder eine Vorsitzende. Sabine Sutter, die dem Verein bereits seit 1994 kommissarisch vorstand, erhielt in geheimer Wahl das Vertrauen und wird die Gruppe leiten.
05. Mai 1995
Johann Tritschler, Rektor der Johann Peter Hebel-Schule, freut sich über einen Scheck, den er von Robert Zapp in Höhe von DM 2.000,- erhalten hat. Dies ist der Betrag, den die Versicherungfirma anläßlich der Gewerbeschau in der Stadthalle aus einem Schätz-Spiel löste.
06. Mai 1995
Die Turnerschaft Langenau konnte ihre neue Leichtathletik-Anlage beim Schulhaus einweihen.
Zu einem gemeinsamen Frühjahrskonzert treffen sich der Gesangverein »Concordia« Gersbach und der Gesangverein Kürnberg in der Gersbacher Schule. Vom stellvertretenden Vorsitzenden des Alemannischen Sängerbundes, Horst Sutter, erhielt Irmgard Sutter eine Ehrung für 40jährige Mitgliedschaft.
In einer Kolumne vermißt Werner Müller vom MT, daß die Stadt Schopfheim eine Veranstaltung zum 8. Mai – dem Kriegsende – plant.
Die Schopfheimer Firma Laempe mußte dieser Tage Mitarbeiter entlassen. Personalchef Ferdinand Gündner meinte dem MT gegenüber, daß betriebsbedingt lediglich zum 30. April vier Mitarbeiter von der Kündigung betroffen gewesen seien. Von 13 Entlassungen könne keine Rede sein.
Alle drei Jahre findet eine Bezirks-Rindviehschau des Bezirksvereins Kander-Wiesental statt. Vor wenigen Tagen wurden 69 Kühe und acht Bullen in Gersbach vorgestellt. Der Vertreter des Rinderzucht-Verbandes Baden-Württemberg freute sich, daß im kleinsten Bezirksverein mit 15 Zuchtbetrieben 77 Tiere zur Bewertung vorgestellt wurden. Die Qualität der vorgestellten Tiere war hervorragend.
Aus Poligny schreibt Eugen Herzog z.B., daß die Stadtverwaltung beschlossen hat, in verschiedenen Stadtvierteln eine »Operation Frühjahrsputz« zu unternehmen. Zahlreiche Plastiksäcke wurden mit Gegenständen gefüllt. Er wußte auch darüber zu berichten, daß am Fuß des Croix du Dan ein Auto, mit dem ein junger Mann in die Tiefe gestürzt war, wochenlang in den Bäumen gehangen habe und nun entfernt worden ist.
Die Galerie »Grüne Schlange« wird geschlossen. Zum Abschiedsfest, zu dem die Galeristin Gundel Andrae eingeladen hatte, kamen viele Gäste. Albert Steiger meinte zum Galeristen-Ehepaar Andrae, ein wesentlicher Impuls der Galerie sei ihr Bemühen um Kunst und Kunsterkenntnis gewesen. Seit 1989 richtete das Haus 33 Ausstellungen aus. Die Zukunft der Räume steht noch in den Sternen.
Auf ihre eigene Art haben Kinder im »Bifig« die Freibad-Saison eröffnet. Bei herrlichem Wetter baden sie im Bifig-See.
Daß beim »Sternen-Zinken« alles in Ordnung ist, hört man an der Generalversammlung im »Sternen«. Zinkenvogt Walter Meier konnte Heinz Heckendorn und Gerhard Wüst zu Ehrenmitgliedern ernennen. Zweiter Zinkenvogt wird nun Siegfried Dabelstein, der Lothar Baumgartner ablöst.
07. Mai 1995
Zu einem Ausflugsziel wird der Eichener See insbesondere deswegen, weil dort gewirtet wird. Der See selbst zeigt sich immer noch in großer Pracht.
Die Vakanz der evangelischen Pfarrstelle in Fahrnau hat nun mit der Einsetzung des neuen Pfarrers Andreas Ströble ein Ende gefunden. Dekan Helfried Heidler konnte den neuen Geistlichen zusammen mit der Fahrnauer Gemeinde in einem feierlichen Gottesdienst einführen und ihm ein gutes Wirken wünschen.
Zum Auftakt der Internationalen Orgeltage spielt Monika Nuber an der Schuke-Orgel. Erstmals war es kein reines Orgel-Rezital, denn der Konzertabend wurde vom Trompeter Bernhard Kratzer mitgestaltet.
08. Mai 1995
Den Vorschlag der Verwaltung, das Gewerbegebiet »Im Lus« so umzugestalten, daß Einzelhandel nicht mehr zulässig ist, wollen CDU und die FWV nicht mittragen. Rudi Quandt meint für die CDU, daß der Gemeinderat kein Recht zur Kontrolle des Umsatzes habe und deswegen solche Einengungen unzulässig seien.
In der öffentlichen Gemeinderatssitzung verliest Bürgermeister Klaus Fleck eine Erklärung zum 50. Jahrestag des Kriegsendes. »Es ist unser aller Wunsch, daß auf deutschem Boden nie wieder Gewalttätigkeiten vorbereitet und durchgeführt werden«, so sein Kernsatz.
Hans Reif, Stadtoberverwaltungsrat, der vor 43 Jahren seine Lehrzeit bei der Stadt begonnen hatte, wurde als Stadtkämmerer während der Gemeinderatssitzung verabschiedet. Bürgermeister Fleck verlieh ihm den Großen Golddukaten.
Schopfheimer Christen gedenken in einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche des Kriegsendes vor 50 Jahren, aber nur wenige Menschen kamen. Die Besucher reichten sich symbolisch zum Friedensgruß die Hand.
Die vhs hat das Kabarett »Spree-Komödianten« zu einer Revue in den Kleinen Saal der Stadthalle eingeladen.
Einen Planungsauftrag zur Gestaltung der Straßen um das »Pflug«-Areal hat der Gemeinderat vergeben.
Ein »Crocky-Mobil« der Arbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit im Landkreis Lörrach stand zwei Tage auf dem Marktplatz. Von vielen Menschen unterschiedlichen Alters und ganzen Schulklassen wurde dieses Informations-Mobil gut besucht.
In der Vorlage zur jüngsten Gemeinderatssitzung erwartet die Stadtverwaltung zur Zuständigkeit der Bußgeldbehörde zusätzliche Einnahmen von DM 220.000,-. Die jährlichen Ausgaben hierfür werden mit DM 135.000,- kalkuliert.
09. Mai 1995
Alt-Stadtrat Karl Schmid feiert heute in Fahrnau seinen 80. Geburtstag.
Einen riesigen Markt in der Entwicklung der Solar-Energie sehen die GRÜNEN. Der energiepolitische Sprecher der Partei im Landtag, Dr. Walter Witzel, referierte dieser Tage vor den Schopfheimer Parteifreunden über dieses Thema.
Einen wahren Ansturm erlebt die städtische Finanzverwaltung, denn es wurden noch nie so viele Jahreskarten für das Schwimmbad gekauft wie heuer. Vor der Badesaison kostet die Jahreskarte 20% weniger.
10. Mai 1995
Als Ausgleich für den Wegfall der Feuerwehr-Abgabe beabsichtigt die Stadt eine Erhöhung der Grundsteuer.
Bilanz zieht der Kunstverein bei der Jahreshauptversammlung im »Restaurant am Park«. Mehr Verständnis erhofft sich Prof. Hans Theo Baumann von seiten der Stadtverwaltung. Er meint, ein gewisses Interesse sollten die Verantwortlichen schon zeigen, wenn der Kunstverein sich bemühe, Qualität in die Provinz zu bekommen.
11. Mai 1995
25 Arbeiten von Bruno Haas werden derzeit bei der Grafik-Messe in Dresden gezeigt.
Die Lausitzer Philharmonie des Sorbischen National-Ensembles aus Bautzen gastiert auf Einladung des Kulturrings in der Stadthalle. Unter dem Dirigat von Dieter Kempe wußte insbesondere die junge Solo-Hornistin Claudia Strenkert beim Konzert für Horn und Orchester KV 495 von W.A. Mozart zu begeistern.
12. Mai 1995
Heute wird bekannt, daß die Stadt von den Tempo 30-Regelungen in der Innenstadt zurückgeht. Wegen formaler Zuständigkeitsfragen sowie rechtlicher Bedenken sei dieser Schritt erfolgt. Die Hauptstraße zwischen Hebelstraße und Hirschen-Dreieck ist immer noch Bundesstraße, daher besteht keine Zuständigkeit der Stadt zur Tempo-Reduzierung. Außerdem kann die Stadt weder für Land- noch Kreisstraßen so ohne weiteres »selbstherrlich« – wie ein Behördenvertreter sagte – Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen. Bürgermeister Fleck zeigt sich von diesem behördlichen Vorgehen unbeeindruckt. Nun wird eben alles formell laufen.
Der provisorische Rückbau der Hauptstraße hat begonnen.
13. Mai 1995
Ein russisches Harmonika-Ensemble begeistert beim Frühlingskonzert des Harmonika-Orchesters Schopfheim die Gäste.
Zum Frühlingsball hat der Gesangverein Fahrnau in die Festhalle des Ortsteils eingeladen.
Bei der Generalversammlung des »Schlattholz-Zinkens« hört man, daß die Fasnachtswagen-Bewertung kritisiert wurde. So seien die Wagen des Zinkens immer am Ende der Rangliste, seit mehr als einem Jahrzehnt. Von skandalösen Urteilen war gar die Rede.
Das Schopfheimer Schwimmbad ist für den Ansturm der Badegäste gerüstet, denn heute wird die Badesaison bei kaltem Wetter eröffnet.
Für Verwirrung sorgt erneut Tempo 30. Die Polizei sagt nein zur Vorfahrt auf der Hauptstraße.
In der Wiechser Straße, unweit der Einmündung der Schwarzwaldstraße, ist nun eine Fußgängerinsel eingerichtet worden.
In Gersbach gibt es einen neuen Verein: der Weide- und Landschaftspflege-Verein wurde aus der Taufe gehoben. Er verfolgt das Ziel, die Kulturlandschaft in Gersbach zu erhalten und unterstützt Bemühungen einer extensiv betriebenen landwirtschaftlichen Flächenbewirtschaftung. Erster Vorsitzender dieses neuen Vereins wurde Ernst Ühlin. Ihm steht Horst Sutter als Stellvertreter zur Seite.
14. Mai 1995
Die evangelischen Pfarreien in Wiechs und Langenau verabschieden sich von ihrem langjährigen Seelsorger, Pfr. Sieghard Schaupp. Er war 13 Jahre lang in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde tätig. Der 49jährige Theologe wird nun als Dekan nach Baden-Baden wechseln. Blumen gab es auch von den Wiechser Vereinen zum Abschied. Für Langenau bedankte sich Ortsvorsteher Weinbrechtinger. Der Wiechser Ortsvorsteher Ino Hodapp lobte das stetige Engagement des Pfarrers. »Ich habe ihn als Partner, Menschen und Freund kennengelernt«, sagte der katholische Dekan Felix Baumann zum Abschied.
In den höchsten Höhenlagen Gersbachs schneit es. Ein faszinierendes Bild, denn auf grünen Blättern liegt Schnee.
Im Rahmen der Internationalen Orgeltage findet der zweite Konzertabend an der Winterhalter-Orgel in der katholischen Stadtkirche statt. Prof. Wolfgang Zerer aus Hamburg widmete den größten Teil des Programms dem Hoch- und Spätbarock.
15. Mai 1995
Der Tempo 30-Beschluß des Gemeinderates, der in den vergangenen Tagen in einem Gespräch mit den Behörden ins Wanken gekommen war, wird nun erneut Thema der Unabhängigen. Die Vorfahrt in der Hauptstraße soll erhalten bleiben. Aus diesem Grunde – so die Unabhängigen – sollte von der Himmelreichstraße bis Fahrnau wohl Tempo 50 beibehalten werden.
Dietrun Ammann eröffnet eine Ausstellung im Schalterraum der Volksbank.
Das Bundesamt für die Anerkennung von Asylbewerbern hat den Asylantrag der Familie Özcan in der vergangenen Woche abgelehnt. Sieghard Schaupp meint, daß alle sehr erschrocken über dieses Ergebnis sind und deshalb auf Anraten des Rechtsanwaltes beim Bundesverfassungsgericht Klage eingereicht wurde.
In der Umweltausschuß-Sitzung kommt es zu heftigen Wortgefechten um die Einführung von Tempo 30 im Stadtgebiet. Es wird nun eine Verschiebung des Zeitpunktes erwogen. Insbesondere Stadtrat Robert Zapp meint, daß der Gemeinderatsbeschluß durchzusetzen sei, während Stadtrat Klaus Kochendörfer für die Unabhängigen äußert, daß der Gemeinderatsbeschluß eine Umsetzung in der von den Behörden vorgeschlagenen Form nicht zulasse.
Drei Männer zwischen 24 und 60 Jahren haben im Stadtpark mit einer Schrotflinte Schießübungen abgehalten. Die Polizei beschlagnahmte die Waffe.
Die Fahrnauer Tischtennis-Damen des Turnvereins, Ingrid Jacobeit, Sandra Morkis, Inge Hager, Eva Abert und Monika Thomann, wurden Bezirksklassenmeisterinnen und steigen nun in die Landesliga auf.
Der Umweltausschuß hat einen Antrag aus Gersbach zur Nutzung von Regenwasser in einem Wohnhaus abgelehnt.
16. Mai 1995
Bei der jüngsten Abteilungsversammlung wurde eine völlig neue Führungsspitze der Skiabteilung im TSG Schopfheim gewählt. Aus beruflichen Gründen bat Michael Graf um Entlastung vom Amt des Vorsitzenden. Seine Stellvertreterin, Silvia Fricker, die auch nicht mehr kandidierte, wurde für ihre rührige Mitarbeit geehrt. Das neue Führungsteam gruppiert sich um den Abteilungsleiter Siegfried Meßmer.
17. Mai 1995
Nicole Grether startet bei den Weltmeisterschaften in Lausanne in der Schweiz. »Mit dieser Berufung habe ich nie gerechnet«, meinte die Schopfheimer Sportlerin. Ihre großartigen Leistungen bei den French Open in Paris und Austria Open in Wien haben den Bundestrainer veranlaßt, sie zu nominieren.
Der Kabarettist Adalbert Sedlmeier war dieser Tage im Kulturcafé »Irrlicht« zu Gast. Er stellte dabei sein Programm »Der Experte« vor.
Um den Vorsitzenden Berthold Dietsche trifft sich die Verkehrswacht zur Generalversammlung. Zur Tempo 30-Zone in der Hauptstraße meint er, daß diese nicht zur Verkehrssicherheit, sondern vielmehr zur Unsicherheit führen werde, da uneinheitliche Vorfahrtsregelungen bestehen. Die Chance, Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu erreichen, sei damit auch vergeben. Die Neuwahlen bestätigten ihn; zum Stellvertreter wählte die Versammlung Bernhard Schlachter. Bernhard Ruf und Werner Fritsche erhielten für 40 Jahre vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr die Auszeichnung in Gold.
Zum Thema »EU-Zuschüsse für den ländlichen Raum« laden SPD-Politiker in den »Auerhahn« nach Gersbach ein. Insbesondere die Dörfer Schopfheims und deren Einwohner können von diesem Programm profitieren.
18. Mai 1995
75 Mitglieder haben die Unabhängigen – so Vorsitzender Johannes Kehm bei der jüngsten Mitgliederversammlung. Er stellte sein Amt zur Verfügung, da Beruf und Funktionärstätigkeit nicht mehr unter einen Hut zu bringen sind. Einhellig wählten die Mitglieder Dr. Wolfgang Sehringer zum Nachfolger.
Das LKW-Verbot in der Stettiner Straße hat Wirkung gezeigt. Die Beschwerden der Anwohner sind nicht mehr vorhanden.
So langsam verschwinden die letzten Reste des Eichener Sees, der in diesem Jahr sehr, sehr lange an der Oberfläche geblieben war.
Staatssekretär Rainer Prechtgen vom Wirtschaftsministerium eröffnet in der Stadthalle einen zweitägigen Niedrigenergiehaus-Kongreß. Mehr als 100 Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik sind gekommen, um das Thema zu vertiefen. Der Stuttgarter Staatssekretär meinte, von Schopfheim seien schon viele Impulse ausgegangen. Ergänzend dazu meinte Bürgermeister Klaus Fleck: »Wir wollten immer etwas mehr als vorbildlich sein.« Als zentrale Frage der Gegenwart sieht der Stuttgarter Politiker das Energiesparen. Ein flammendes Plädoyer für die energiesparende Bauweise hielt dann Prof. Gertis, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik in Stuttgart.
Der Freiburger Autor Willi Karow liest in der Stadtbibliothek.
19. Mai 1995
Die provisorischen Umgestaltungsarbeiten in der Hauptstraße sind in vollem Gange.
Jugendliche der 12. Jahrgangsstufe des THG spielten unter der Leitung von Wolfgang Dreiser im überfüllten Museumskeller zwei Stücke des italienischen Autors Dario Fo: »Der Dieb kam nicht zu Schaden« und »Leichen verschickt man, Frauen ziehen sich aus«.
Bei der Jahreshauptversammlung der Narrenzunft im Narrenkeller herrschte nicht die gewohnte Eintracht. Die Presse schreibt von »dicker Luft«, die während der Versammlung geherrscht habe. Für die »Enninger« stellte Anton Weber den Antrag, den Vorstand der Narrenzunft nicht zu entlasten. Dies war für viele Anwesende nicht nachvollziehbar. Rudi Quandt jedenfalls meinte: »Es sitzen viele hier, die nicht wissen, worum es geht.« Weber hatte seinen Antrag mit gravierenden Verständigungsschwierigkeiten und Problemen begründet, zog ihn dann zurück und bat um geheime Abstimmung über die Entlastung. 40 Mitglieder votierten für die Entlastung des Zunftrates, 19 stimmten dagegen, 13 enthielten sich der Stimme. Für die Probleme macht Wolfgang Lenz Kommunikationsdefizite verantwortlich. Sein Amt des Zeremonienmeisters stellte er zur Verfügung, bis notwendige Gespräche geführt worden sind. Unter der Leitung des Narrenvogtes Klaus Breusch vom VON wurde dann der neue Zunftrat gewählt. Bei dieser 60. Generalversammlung wurden Waldemar Lutz und Reinhard Bläsi zu Ehrenzunftmeistern ernannt. Enrico Blokbergen und Martha Thoma durften die Auszeichnung mit dem Silbernen Verbandsorden entgegennehmen.
20. Mai 1995
Der Leiterplatten-Produzent ppe stellt 25 neue Beschäftigte ein. Die Zahl der Mitarbeiter liegt derzeit bei 430.
CDU und FWV lehnen die geplante Neuordnung der Gemeinderatssitzungen ab. Verkürzte Beratungszeit bedeute weniger Bürgernähe, meinen die Politiker.
Eine Beeinträchtigung von Flur und Wald durch die Reiterei sehen die Unabhängigen. Sie möchten einen Dialog zwischen Reitern, Jägern, Landwirten und Forst erreichen.
Zum traditionellen Turnerkränzchen trifft sich der TV Fahrnau in der Festhalle. Für seine 40jährige Mitgliedschaft wurde Heinrich Imbery die Goldene Ehrennadel überreicht. Erfreut zeigt sich der Verein über die Teilnahme des 89jährigen Fritz Pflüger aus Brombach, der zu den ältesten Vereinsmitgliedern zählt.
Bewohner des »Bremt« feiern in der Hans Vetter-Straße ein Frühlingsfest.
Das Düsseldorfer Ensemble »Musica variata« gastierte zum Schlußkonzert der Internationalen Orgeltage in der evangelischen Stadtkirche. Die Darbietungen in der originellen Besetzung Orgel, Gesang und Dudelsack wurden langanhaltend beklatscht, allerdings nur von einem spärlichen Publikum.
Fahrnauer Grundschüler sind bei ihren elsässischen Freunden in Thann zu Gast.
21. Mai 1995
Die Innenstadt zwischen der Hebelstraße und der Adolf-Müller-Straße war gesperrt für den Aktionstag »Mobil ohne Auto«. Den autofreien Aktionstag in der ganzen Bundesrepublik nahm das Schopfheimer Büro zum Anlaß, zusammen mit der IG Pro Schiene, der IG Velo, dem BUND und der Barmer Ersatzkasse auf die Problematik der Umweltbelastung durch das Auto hinzuweisen.
Wiedergewählt wurde Henrik Steingräber als Vorsitzender des Sportkegelclubs »Blau-Weiß« bei der Jahreshauptversammlung. Der Club hat derzeit 53 Mitglieder, davon 33 aktive.
22. Mai 1995
In einer jüngsten gemeinsamen Fraktionsbesprechung der CDU und der FWV wollen diese die Hauptstraße von der »Schärers Au« bis zum Hirschen-Dreieck weiterhin mit 50 km/h belassen.
Eine Bürgerinitiative »Oberfeld« hat sich gegründet. Man will die Lebensqualität durch eine verbesserte Verkehrslenkung um die Wohngebiete herum heben. Von der Himmelreichstraße bis zur Hirschen-Kreuzung in Fahrnau wird es vorerst keine Tempo-30-Beschränkung geben. Diese wird erst erfolgen, wenn an der Straße rückgebaut wird, so der Gemeinderat. Es werden Gehwege und Parkbuchten entstehen.
In gleicher Sitzung beschloß der Rat, künftig nur noch einmal im Monat zu tagen. Bedenken löste dieser Beschluß, der von der SPD und den Unabhängigen beantragt wurde, bei CDU und FWV aus. Sie befürchten, daß die Bürgernähe verloren gehen wird.
23. Mai 1995
Weitgehend positiv sieht Dr. Ralph Determeyer, Leiter des Projektbüros »Mobiles Schopfheim«, die bisherige Halbzeitbilanz.
Die Stadtverwaltung sucht Bürger, die als Beisitzer in den Ausschüssen und Kammern für Kriegsdienstverweigerung mitarbeiten wollen.
Mit der Arbeit in der Gemeinde ist der Ältestenkreis der St. Michaels-Gemeinde Ost und West zufrieden. Diakonin Renée Moucheboeuf widmet sich insbesondere der Seniorenarbeit und der seelsorgerischen Betreuung in den Heimen und im Krankenhaus. Einen breiten Raum im kirchlichen Leben nimmt die Kirchenmusik mit Kantor Martin Winkler ein. Man beschäftigte sich bei der Besprechung auch damit, ob beim Abendmahl von Wein auf Traubensaft umgestellt werden sollte. Das Für und Wider, insbesondere auf die Suchtproblematik bezogen, wurde diskutiert. Eine klare Mehrheit sprach sich für die Sowohl-als-auch-Lösung aus. Nun werden Wein und Traubensaft abwechselnd angeboten.
Zum Festakt des 225jährigen Jubiläums lädt das THG in die Stadthalle. Zahlreiche Gäste feiern das Fest der Begegnung mit andern Völkern mit. Die Festrede hielt Prof. Dr. Klaus-Peter Lieb, der selbst Schüler des Schopfheimer Gymnasiums war. Ein weiterer ehemaliger Schüler des THG, Wolfram Lorenzen, übernahm den musikalischen Solopart des Abends. Zahlreiche Gratulanten wünschten dieser Schopfheimer Schule mit langer Tradition weiterhin den notwendigen und wichtigen Erfolg. Gäste aus Poligny, aus Broxbourne und Klausenburg, jeweils von den befreundeten Schulen, beglückwünschten die Schule. Bei der Jubiläumsfeier fehlte jedes Pathos.
24. Mai 1995
Vorsitzender des Schopfheimer Vogelschutzvereins bleibt auch nach der jüngsten Generalversammlung Friedrich Adolph. Er bemängelt in seinem Rückblick insbesondere die Zerstörung von Nistkästen. In Langenau seien die meisten dieser Nisthilfen abhanden gekommen, aber auch im Entegast. Der Verein, der 86 Mitglieder hat, betreut auch ein ihm gehörendes Feucht-Biotop zwischen Langenau und Enkenstein. Friedrich Adolph teilt mit, daß dort inzwischen wieder Eisvögel, Neuntöter und auch Bachkrebse heimisch geworden sind.
Die IG der Schopfheimer Gewerbetreibenden schreibt an die Stadtverwaltung zum Tempo 30, daß u. a. Kunden bereits gedroht hätten, die Innenstadt Schopfheims künftig zu meiden.
Zu einem europäischen Abend empfängt das THG Schüler und Ehemalige in der Stadthalle. Die große Gala zum 225jährigen Jubiläum ließ keinen Platz leer unter dem Kupferdach. Während ein Kammerorchester aus Broxbourne den Auftakt zum Abend gestaltete, präsentierte die rumänische Partnerschule aus Klausenburg Tänze aus der Heimat. Artisten und Jongleure des THG zauberten so etwas wie Varieté-Stimmung auf die Bühne. Unter der Leitung von Volker Brenzinger bot ein Auswahlchor des Gymnasiums Swing-Melodien dar. Daneben unterhielt eine Big Band der Schule, bevor Harry de Villes Party-Band zum Tanz aufspielte.
Der Bauausschuß des Gemeinderates stimmt der Umgestaltung des Sparkassenvorplatzes und eines Teils der Hauptstraße bis zum Bezirksamt zu. Es sollen Bäume gepflanzt werden. Vor der Sparkasse soll ein Brunnen entstehen.
Der langjährige Feuerwehrkommandant Karlernst Walter ist im Alter von 64 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Er führte die Schopfheimer Wehr vom März 1963 bis 1973.
26. Mai 1995
In der Vorberatung zum Nachtragshaushalt haben die Unabhängigen vor wenigen Tagen erklärt, daß sie diesem nicht zustimmen werden, denn der Wegfall der Feuerwehr-Abgabe dürfe nicht zu einer Erhöhung der Grundsteuer B führen.
Seit einigen Tagen wird die Baugrube beim Haus Adolph an der Feldbergstraße wieder zugeschüttet. Adolph hatte die Scheune auf diesem Grundstück abgerissen und wollte ein Café bauen. Die Frage der Stellplatzablösung ist nicht geklärt, deshalb konnte die Baugenehmigung bisher nicht erteilt werden.
25 Mannschaften und 150 Einzelpersonen gingen an den Start der Stadtmeisterschaften für Kegler.
Zur 33. Jahreshauptversammlung trifft sich die Fasnachtsgesellschaft Fahrnau. Über das 33. Jubiläumsjahr berichtet Schriftführerin Anneliese Brändle.
Unbekannte dringen in der Nacht in die katholische Pfarrkirche St. Bernhard ein und entwenden geweihte Kerzen und zwei Ministranten-Glocken. Gebetsbücher und Informationsschriften wurden in der Kirche verstreut. Die Polizei fahndet nach den Tätern.
27. Mai 1995
Elvis-Nostalgie in der Stadthalle! Johnny Winters als »Elvis« – seine Fan-Gemeinde war, so die Presse, jedoch nicht allzu groß.
Freude über das abgelaufene Berichtsjahr hegt Reinhold Hagist als Vorsitzender des Musikvereins Wiechs bei der diesjährigen Generalversammlung. Er wird den Verein auch weiterhin führen. Mit Ausnahme von Hanno Roth, der am Ende des vergangenen Jahres schwer erkrankte, wurden alle Vorstandsämter bestätigt. Für Hanno Roth wird Jörg Wendland auf ein Jahr die Rechnergeschäfte führen.
Den Waldwegen rund um Eichen will der Ortschaftsrat zu Namen verhelfen.
Rainer Hug, Lehrer an der Musikschule Steinen-Schopfheim, spielt mit seiner Mini Big Band während des Wochenmarktes. Es kamen Spendengelder zusammen, die dem Kinderschutzbund für das Kindersorgentelefon zur Verfügung gestellt werden.
28. Mai 1995
50 Schopfheimer fahren zum 10. Käsefest in die Partnerstadt Poligny. Erstmals trafen sich dabei Bürgermeister Fleck und der seit einem Jahr amtierende Maire Collin.
29. Mai 1995
Die SPD sorgt sich um Kleinkraftwerke, da das KWR den dort regenerativ erzeugten Strom nicht wie bisher zum vertraglich zugesicherten kW-Preis abnehmen will. Mit einem Schreiben wenden sich die Sozialdemokraten an die Landtagsfraktion.
Das Jahrbuch 1994 – das 10. in der Schopfheimer Reihe – wird durch Bürgermeister Klaus Fleck vorgestellt.
30. Mai 1995
Im Pumpwerk »Ruhm« wird für rund 2,6 Mio. DM eine Kalkfilteranlage zur Aufhärtung des Wassers eingebaut.
Zwei Mannschaften des Tri-Teams Hochrhein wollen sich in diesem Jahr an den Relegations-Wettkämpfen zur Triathlon-Bundesliga beteiligen. Ziel ist es, in der Bundesliga oder zumindest in der 1. Landesliga ab 1996 zu starten. Die Mitglieder der 1. Mannschaft sind im Gebiet zwischen Müllheim und Bad Säckingen beheimatet.
31. Mai 1995
Im Martin Luther King-Saal des evangelischen Gemeindehauses konzertierte dieser Tage das Duo Markus Götz (Trompete) und Michael Hermann (Klavier). Der Rezensent des Konzertes meint, daß beide ein ganz besonderes Feeling für den Jazz gezeigt hätten.
01. Juni 1995
Die Tischtennis-Jugendmannschaft des TV Fahrnau ist in die Landesliga aufgestiegen.
Die SPD stellt klar, daß es dem Gemeinderat nicht darum gegangen sei, den Antrag eines Gersbacher Bürgers auf Regenwassernutzung in seinem Wohnhaus abzulehnen oder zu verhindern. Die Fraktion möchte vielmehr eine Grundsatzdiskussion zur Regenwassernutzung führen.
In der Fernsehsendung »Politik Südwest« um 21.15 Uhr wird über das Schopfheimer Modell-Projekt »Mobiles Schopfheim« berichtet.
Schaumbildung auf der Wiese.
02. Juni 1995
Ein Gang der Wiese entlang zeigt, daß sich der Schaum, der von Zell i. W. her die gesamte Wiese bedeckt hatte, aufgelöst hat. Den Erkenntnissen der Behörden zufolge sind keine schlimmen Folgen für die Umwelt zu erwarten. Ein Fischsterben gab es bislang nicht. Klaus Büttner vom Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz in Lörrach meint: »Es ist nochmal glimpflich ausgegangen.« 150 kg Teppichreinigungsmittel sind in Zell in den Fluß geraten.
05. Juni 1995
Jetzt soll's endgültig werden: Tempo-30-Schilder werden diese Woche aufgestellt.
08. Juni 1995
Mit DM 220.000,- Einnahmen rechnet die Stadt, wenn sie vom 01. Juli an Bußgeldbehörde wird. DM 100.000,- sollen aus dem ruhenden Verkehr in den Stadtsäckel und DM 120.000,- durch Geschwindigkeitsmessungen in die Stadtkasse fließen.
09. Juni 1995
»Wir müssen und wollen bei jüngeren Leuten verstärkt Interesse für die Arbeit der AWO wecken«, betont die 1. Vorsitzende, Waltraud Krüger. Dabei zählt die Schopfheimer Gruppe zu den aktivsten im gesamten Kreisgebiet, so der Lörracher Geschäftsführer. Die wichtigste Säule im Tätigkeitsspektrum ist mittlerweile der sog. »Mobile Dienst«, den Marita Wendel, die Schopfheimer Einsatzleiterin, mit zwei Zivildienstleistenden im Jahre 1991 begonnen hat. In der Zwischenzeit sind ein gutes Dutzend Zivildienstleistende für die AWO unterwegs, um bei 40 bis 45 Personen in Schopfheim Alltagshilfe zu leisten.
Im MT wird Bilanz über die ersten 100 Tage des neuen Beigeordneten gezogen.
Hauseigentümer in der Hegnestraße haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sie möchten möglichst schnell eine Beseitigung des fortwährenden Lärms, der vom Tunnelausgang Nord ausgeht.
10. Juni 1995
Ein Schopfheimer Bürger hat das Bauvorhaben »Schärers Au« abgelehnt, da seine Grundstücksverhandlungen mit der Bauherrengemeinschaft gescheitert sind.
Die IG der Gewerbetreibenden, die sich gegen die flächendeckende Einführung von Tempo 30 gewendet haben, stellt nun mit Erstaunen fest, daß die Stadtverwaltung bereits von anfang an mit Einnahmen aus dieser Tempo-Reduzierung rechnet. Aufklärung sei besser als Bestrafung, meinen die Schopfheimer Unternehmer.
Das Seniorenstift im Bifig hat eine neue Leiterin.
Die neue Verkehrssituation in der Schopfheimer Innenstadt ist gewöhnungsbedürftig. Fast überall herrscht nun Rechts vor Links.
Über das Leben und die Menschen in der Partnerstadt weiß auch diesen Monat Eugen Herzog im MT zu berichten. Er versucht, die französische Präsidentenwahl mit der bevorstehenden Kommunalwahl in Verbindung zu bringen.
11. Juni 1995
In Poligny war der erste Wahlgang zu den Gemeinderatswahlen. Die Presse informiert darüber, daß der ehemalige Bürgermeister Pierre Tinguely mit nur 11,8 % eine große Niederlage hinnehmen mußte. Wesentlich besser machte es sein Nachfolger Collin. Seine Liste erhielt 47,3 % der Stimmen und damit das beste Ergebnis. Am kommenden Sonntag wird im 2. Wahlgang dann endgültig entschieden.
12. Juni 1995
Die Einsatzmöglichkeiten des THW-Ortsverbandes Schopfheim werden durch einen neuen 18-t-LKW mit einem 6-t-Ladekran wesentlich verbessert.
Jährliche Bilanz zieht der VdK unter dem Vorsitzenden Alfons Lienhart. In der Diskussion der Hauptversammlung meinte Adolf Maier, daß »junges Blut« nötiger sei als bisher.
14. Juni 1995
Die Polizei ermittelt gegen Kraftmeier im Stadtpark, die in den letzten Tagen Grünpflanzen ausgerissen oder einfach abgebrochen und zerstört haben. In der Nacht auf heute haben Unbekannte auch auf dem Schopfheimer Friedhof ihr Unwesen getrieben. Grabkerzen wurden verstreut, Wachs über die Holzkreuze und Grabsteine geschüttet.
16. Juni 1995
Die derzeit für Verwirrung sorgende Verkehrsregelung in der Schopfheimer Innenstadt ist Anlaß eines Kommentars im Markgräfler Tagblatt. Petra Martin meint: »Stümperhaft.«
18. Juni 1995
Weihbischof Dr. Paul Wehrle war in der katholischen Kirche St. Bernhard, um 63 jungen Schopfheimer Katholiken das Sakrament der Firmung zu spenden.
19. Juni 1995
Turbulent ging es in der Gemeinderatssitzung zu, denn der Rat hat den von der Verwaltung vorgelegten ersten Nachtragshaushalt nicht verabschiedet. Gescheitert ist das Vorhaben daran, daß die CDU und die Unabhängigen einer Grundsteueranhebung um 25 Punkte nicht zustimmten. Beide wollen, daß die Viertelmillion, die dadurch mehr eingenommen werden soll, im Verwaltungshaushalt generell gekürzt wird. Weiter zeigten sich die Ratsmitglieder von großem Mißtrauen gegen die Bußgeldbehörde geprägt. Diese wird zum 01. Juli bei der Stadt eingeführt. Das Mißtrauen gegen diese Stelle richtet sich insbesonders gegen die Höhe der veranschlagten Einnahmen. Ordnungsamtsleiter Heinz Klemm verteidigte jedoch die veranschlagten Einnahmen und Ausgaben. Schließlich stellte sich die Frage, ob man die Zuständigkeit der Straßenverkehrsbehörde zurückgegeben will. Mehrheitlich war der Gemeinderat dann doch der Auffassung, daß die Bußgeldbehörde eingerichtet werden soll. Ehrenfried Barnet von den GRÜNEN meinte, es wäre schön, wenn die Stadt nach zwei Jahren mit der Bußgeldbehörde Pleite ginge, weil die Leute vernünftig fahren. Er sagte weiter: »Ich glaube aber nicht daran.«
Beigeordneter Ruthard Hirschner informiert darüber, daß die Polizei in den nächsten Wochen mit einem großen Aufgebot die Tempo-30-Regelungen und die neuen Vorfahrtsbestimmungen in der Innenstadt überwachen wird. Aber nur bei schweren Verstößen soll geahndet werden.
Der Ortschaftsrat Wiechs läßt sich vom Heimleiter des Markus-Pflüger-Heimes über die Zukunft des Hauses informieren; denn es besteht die Alternative, in diesem Heim nach Auflösung der psychiatrischen Landeskrankenhäuser eine psychiatrische Station einzurichten. Nichts neues sei dies, so Bernd Sevecke, denn seit 1985 seien im Heim ständig 60 bis 80 psychisch Kranke untergebracht. Es ändere sich im Heim also kaum etwas, wenn nun – das Einverständnis des Kreistages vorausgesetzt – eine psychiatrische Abteilung aufgebaut würde.
22. Juni 1995
Der Schopfheimer Greenpeace-Nachwuchs am THG mit dem Namen »Greenteam« hat sich gegen die Versenkung der Bohrinsel-Plattform »Brent Spar« mit einer Unterschriftenaktion, die nach England gesandt wurde, gewandt. Die 12jährige Schülerin Sabrina Schneider aus Fahrnau hatte die Idee, die Schopfheimer Gruppe zu gründen.
Am vergangenen Montag hat der Hauptausschuß des Gemeinderates die Schaffung von zwei Stellen für Politessen genehmigt. Diese sollen künftig gemeinsam mit den bereits beschäftigten Vollzugsbeamten die Parkraumbewirtschaftung überwachen.
Hinter verschlossenen Türen hat der Hauptausschuß sich mit der Erhöhung der Grundsteuer zur Finanzierung des Nachtragshaushaltes beschäftigt.
Das Schwimmbad hat bisher nur die Hälfte der Gäste vom Vorjahr zählen können. Insgesamt haben seit Öffnung der Pforten erst 9.500 Personen das solarenergie-gewärmte Wasser genossen.
23. Juni 1995
Der Gewerbeverein plant ein Gutachten zum Stichwort »Stadtmarketing«. Dies teilt Dr. Thomas Wieland in einer Besprechung der kommunalpolitischen Runde der Unabhängigen mit. Geplant sei jedoch kein Alleingang.
Am THG haben 36 SchülerInnen das Abitur bestanden. Thomas Volz, der mit 1,0 den Schulpreis bekam, war Bester. Insgesamt stand die Eins bei 11 Abiturienten vor dem Komma.
Ein leidiges Thema konnte der Ortschaftsrat Langenau endlich bereinigen. Einstimmig war das Einverständnis der Ortschaftsräte, den »Schwarzen Peter« Maulburg zuzuschieben; denn Langenau stimmt der Teilung der Jagd zu, so, wie das Regierungspräsidium es für möglich erachtet hat.
Eine Gruppe der Feuerwehr Gersbach erwarb dieser Tage das Goldene Leistungsabzeichen der Feuerwehr Baden-Württemberg.
Den Narren – so das MT – ist das Lachen gründlich vergangen. In einer Zunftmeister-Versammlung in den letzten Tagen wurde die Presse ausgeschlossen, denn Enrico Blokbergen trat von seinem Amt als Oberzunftmeister zurück, eine Entscheidung, die er während der Sitzung wieder rückgängig machte. Dafür haben die Mitglieder die beiden Ex-Statthalter Wolfgang Lenz und Bernhard Springmann ausgeschlossen. Beide – so heute die Presse – sind sehr enttäuscht über diesen Schritt, weil man sich jahrelang für die Zunft engagiert hatte. Wolfgang Lenz befürchtet gar, daß die Narrenzunft kaputtgemacht wird. Wie es weitergeht, steht in den Sternen. Auch von rechtlichen Schritten ist die Rede.
Die IHK Schopfheim veranstaltet in der Stadthalle einen Kongress zum Thema »Grenzüberschreitender Technologie-Transfer«. Wissenschaftsminister Klaus von Trotha, Schirmherr der Veranstaltung, versicherte, daß die Landesregierung sich verstärkt dieser Schlüsselbeziehung widmen werde, und meinte: »Wir brauchen den forschenden Unternehmer und den unternehmensorientierten Wissenschaftler.«
24. Juni 1995
Die Schüler des THG haben zum Jubiläum der Schule ein neues Holzrondell im Atrium des Schulgeländes erhalten. Das Geschenk bekamen sie von den Freunden des Gymnasiums überreicht.
25. Juni 1995
Zum Guggemusik-Open End in den »Sengelen« treffen sich viele begeisterte Fans der schrägen Musik.
Rund ums evangelische Gemeindehaus feierte der Kinderschutzbund sein 10jähriges Bestehen. Begeistert hat dabei auch der Auftritt der Mini-Bigband der Musikschule Steinen-Schopfheim.
Für Aufsehen sorgte das diesjährige Traktor-Treffen in Wiechs.
26. Juni 1995
Jean-Claude Collin bleibt Bürgermeister von Poligny. Die Liste von Altbürgermeister Pierre Tinguely erhielt im 2. Wahlgang nur knapp 10 % der Stimmen. Fast die Hälfte der Stimmen konnte Jean-Claude Collin auf seiner Liste verbuchen.
Die Ringer des TSG Schopfheim feiern mit dem Ringerweltmeister der Veteranen, Simon Sigl, seinen Geburtstag. Er wurde vor Tagen mit einem Schultersieg in Sofia erneut Veteranen-Weltmeister.
Die Grundsteuer A und B wird um 15 Prozentpunkte erhöht. Dies ist ein Kompromiß, damit der erste Nachtragshaushaltsplan im Gemeinderat verabschiedet werden konnte. Eine geplante Aufwandsentschädigung für Feuerwehrleute wurde nicht gebilligt.
27. Juni 1995
Als unerträglich empfindet ein Leserbrief-Schreiber heute die eingerichtete Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße. Er meint, daß Schopfheim jede Attraktivität verloren habe.
In der Hans-Vetter-Straße kommt es zu einem Zimmerbrand, den Nachbarn löschen konnten.
Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für den diesjährigen Weltmeisterschaftslauf im Moto-Cross.
28. Juni 1995
Niemand sei aus der Narrenzunft rausgeschmissen worden, heißt es in einer Erklärung, die Oberzunftmeister Enrico Blokbergen für das Präsidium der Narrenzunft der Presse gegenüber abgibt. In der Erklärung wird auf die Feststellung Wert gelegt, daß ein Ausschluß von Mitgliedern laut Satzung nicht stattgefunden habe. Ex-Statthalter Wolfgang Bühler teilte der BZ mit, daß es innerhalb der Mannschaft der Ex-Statthalter keine Rißbildung gebe und alle solidarisch hinter den Hinausgeschmissenen stünden.
In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Langenau ärgerte sich dieser über 1.200 Kubikmeter Kupfer, Blei und Arsen, die laut Hermann Schmitt über den Dinkelberg aus Rheinfelden nach Langenau zur Deponie gefahren werden sollen.
Der Stadt-Seniorenrat, vertreten durch Hermann Reinhard, stellt die Aktion »Sommerzeit für Senioren«, die vom 01. bis zum 15. Juli dauern wird, vor.
Das Regierungspräsidium ist in Schopfheim, um über die Einsprüche der Gewerbetreibenden gegen die Tempo 30-Zone zu verhandeln. Ordnungsamtsleiter Heinz Klemm meint nach dem Termin der Presse gegenüber, es sei noch alles offen.
29. Juni 1995
Rundweg positiv sieht das »Mobile Schopfheim« die Arbeit in seiner Halbzeit-Bilanz. Das Projekt sei schon ins Bewußtsein der Bürger gedrungen, erklärt Bürgermeister Fleck.
In einem Leserbrief meint Karl-Heinz Röttel zum Krach in der Narrenzunft: »Wie kann man die Schopfheimer Fasnacht, die in den letzten Jahren auf gutem Niveau ihre Zunftabende feierte, mit solchen Entscheidungen – ich glaube, bewußt – schädigen?« Er bittet die Narren darum, daß sich die Streithähne um der Sache willen aussprechen mögen. Weiter meint er: »Die Aussprache hat aber nur dann Erfolg, wenn man nicht mit vorgefaßt negativer Einstellung zum Gespräch erscheint. Im übrigen hat jeder Angeklagte auch ein Recht auf Verteidigung.«
Im Oberfeld gastiert der erst im Mai dieses Jahres gegründete neue Circus »Romanza«.
Auf der Wehratalstraße in Gersbach wurde kurz vor 22 Uhr mit einem Luftgewehr auf einen Motorradfahrer geschossen. Das Projektil traf den Tank des Fahrzeuges.
30. Juni 1995
Die Handballer des SVS haben Siegfried Krug als neuen Trainer der Frauen-Mannschaft engagiert.
Kürnberg möchte bis zur 600-Jahr-Feier im Jahre 2000 einen eigenen Bürgersaal realisieren, verlautete an der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates.
01. Juli 1995
Den Disco-Bus gibt es nicht mehr, dafür fährt seit heute ein SBG-Nachtbus zwischen Basel und Zell.
Live vom Holzrock-Festival Mitte Juli will das Projekt »Kanal Ratte« berichten, da dafür eine Sonderlizenz erteilt wurde.
Erfolgreich endet für die »Minifossis« der Friedrich-Ebert-Schule die Spurensuche nach dem alten Gersbacher Bergbau.
Bürgermeister Fleck wirft dem Landkreis Doppelmoral in Sachen Rekultivierung von Klärschlamm vor. Der Landkreis verurteilt die Verbandsgemeinden der Kläranlage, weil sie ihren anfallenden Klärschlamm in Braunkohlebrachen der neuen Bundesländer selbst verwerten wollen, um Kosten zu sparen. Der Landkreis hat jedoch mit der Firma Ciba-Geigy einen Verbrennungsvertrag geschlossen, der in jedem Falle eingehalten werden muß.
Die Gersbacher sind schockiert über die wesentliche Erhöhung der Fleischbeschau-Gebühren.
Als wichtigsten Punkt für den Haushalt 1996 beschließt der Ortschaftsrat Eichen erneut den Ausbau der Alten Wehrer Straße. Wolfgang Bühler wurde vom Gremium einstimmig zum zweiten Stellvertreter des Ortsvorstehers gewählt.
Eugen Herzog schreibt aus der Partnerstadt, daß Jean-Claude Collin erneut Bürgermeister geworden ist. Mit 50,3% der Stimmen erhält seine Liste 21 von 27 Gemeinderatssitzen.
Das 25jährige Dienstjubiläum feiert Chefarzt Dr. Ali Akbar Hadji-Cheykh am Schopfheimer Kreiskrankenhaus. Er kam 1974 nach Schopfheim zur Chirurgie. 1990 wurde Dr. Cheykh Chefarzt der Allgemeinen Chirurgie.
Die ersten Mieter ziehen in das Wohn- und Geschäftshaus »Im Winkel« – ein DM 22 Mio.-Projekt der Firma Heuer & Heuer Lörrach – ein.
Mit dem Theaterstück »Der Dibbuk« verabschiedet sich das Kunsthaus in Gündenhausen nun endgültig aus der Schopfheimer Kultur-Szene. Zu diesem Theater-Fest kamen weit mehr als 100 Menschen.
02. Juli 1995
5.000 Zuschauer, soviel wie schon lange nicht mehr, verfolgen den diesjährigen Weltmeisterschaftslauf beim Schopfheimer Moto-Cross. Erstmals auf der Piste waren vierrädrige Quads. Wie immer klappte in Schopfheim alles bestens. Es gab auch keine nennenswerten Unfälle. Letztmals war Fritz Schrank Rennleiter, denn er möchte diese Funktion nach 30 Jahren aufgeben. Die amtierenden Weltmeister, Andreas Fuhrer und Adi Käser aus der Schweiz, sichern sich in Schopfheim souverän den Sieg. Bei brütender Hitze, Staub und einem Gewitterguß kamen die Lokal-Matadoren Wolfgang Kühn und Jochen Zimmermann nach einem Ausfall im ersten Durchgang sogar noch als Gesamt-Neunte im Weltmeisterschaftslauf ans Ziel.
Sechs Mädchen und 15 Jungen des Fahrnauer Jugendorchesters im Musikverein zeigten ihr Können bei einem Konzert, das Ulrich Winzer leitete.
Besonders groß war der Erfolg des Skat-Clubs »As raus«: Er wurde in Endingen a.K. Südbadischer Meister.
03. Juli 1995
Ein Gewitter ließ in Eichen den Dorfbach übers Ufer treten und füllte teilweise die Keller anliegender Wohnhäuser. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun.
Die Stadt plant, so Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann in der Umweltausschuß-Sitzung, beidseitige Radwege zwischen dem Gasthaus »Adler« in Schopfheim und der Hirschen-Kreuzung in Fahrnau. Die Meinungen sind allerdings im Rat nicht einheitlich.
04. Juli 1995
Nur knapp die Hälfte der Raitbacher Grundstücke konnte bisher an den Abwasserkanal angeschlossen werden. Der Ortschaftsrat Raitbach fordert mit Nachdruck den weitern Ausbau der Kanalisation.
Der Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren« trifft sich im evangelischen Gemeindehaus, um die weiteren Aktivitäten zu besprechen. Man will sich mit benachteiligten Gruppen und solchen Menschen, die sich mit der Integration schwertun, beschäftigen. Jugendliche und erwachsene Aussiedler, eine der größten Zielgruppen, seien verschlossen und zugeknöpft. Es sei, so der Tenor, fast unmöglich, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Um die Aussiedler will man sich daher verstärkt kümmern.
Seit einem Jahr benutzt die Hebel-Schule Schopfheim die Sportanlagen an der Schule Langenau. Daß diese Kooperation gut funktioniert, beweist der gemeinsame Spiel- und Sporttag.
05. Juli 1995
Thomas Volz, der erst vor wenigen Tagen seine Abitur-Prüfung am THG mit der Traumnote 1,0 abschloß, hat einen 1. Preis im Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg errungen. Nun hat er die Chance, mit seinem großen Erfolg auch Bundessieger zu werden. Das Schopfheimer Gymnasium erhielt außerdem vom Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung als besondere Anerkennung einen Sonderpreis.
Das MT schreibt heute, daß beim Landkreis Überlegungen zur großangelegten Umstrukturierung der drei Kreiskrankenhäuser Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim im Gange seien. Für Schopfheim hätte dies zur Folge, daß die Hand-Chirurgie – mittlerweile das medizinische Aushängeschild Schopfheims – voll nach Rheinfelden ausgelagert wird. Dafür soll die Allgemein-Chirurgie aus Rheinfelden nach Schopfheim verlegt werden. Kreiskämmerer und Krankenhausdezernent Herbert Strittmatter bestätigt diese Denkmodelle. Auslöser des Planspiels ist offenbar die Tatsache, daß in Lörrach ein Überangebot von etwa 60 Betten in der Chirurgie vorhanden ist. Strittmatter hält die Realisierung erst in vier bis fünf Jahren für aktuell, wenn das Sozialministerium den Plänen zustimmen sollte.
In der Nacht sind Unbekannte in einen Einkaufsmarkt auf der »Gänsmatt« eingedrungen und haben in den Büroräumen rechtsextremistische Parolen auf die Wände und einen Tresor gesprüht.
Eine Diskussion der IG Pro Schiene nahmen die Fraktionsvorsitzenden zum Anlaß, um über die Parkplatz-Situation in Schopfheim zu diskutieren. Während die GRÜNEN meinen, daß möglichst wenig Parkplätze beim Bahnhof eingerichtet werden dürften, da die Bahnbenutzer in den Aussenorten ihre Autos abstellen sollen, schlug Klaus Kochendörfer von den Unabhängigen vor, die Bahnhofsparkplätze nur mit einem Chip zu benutzen, damit auch die Park-and-Ride-Gäste wirklich einen Parkplatz finden. Eine Vision vom Parkplatz-freien Marktplatz, meint Dieter Leppert, lasse sich vielleicht erst in zwanzig Jahren verwirklichen.
06. Juli 1995
Alle 16 Abiturienten an der Waldorfschule haben ihre Reifeprüfung bestanden. Die beste Gesamtleistung erzielte Beate Schittenhelm mit einem Schnitt von 1,2.
07. Juli 1995
Der Streit bei den Narren ist noch nicht ausgestanden. Eine Erklärung durch die Narrenzunft verlangen die beiden ausgeschlossenen Ex-Statthalter Bernhard Springmann und Wolfgang Lenz.
Die Diskussion um den Kanal in der Stabhalter-Flury-Straße erfährt nun eine praktische Lösung, denn derzeit werden Sanierungsarbeiten am Abwasser-Sammler aus Kürnberg vorgenommen. Herbert Wehrle, Sprecher der IG Stabhalter-Flury-Straße, sagt, daß die Anwohner froh seien, dies durchgeboxt zu haben. Eine Spezialfirma behebt den Schaden nach dem Prinzip »Ein Kanal im Kanal«. Ein exakt vorgefertigter, harzgetränkter Glasfaserschlauch wird eingezogen, mit Luftdruck gepreßt und mit UV-Licht ausgehärtet.
08. Juli 1995
Die von der Stadtverwaltung geplante Radspur in der Hauptstraße durch Fahrnau wird in der kommunalpolitischen Runde von der CDU und der FWV als vollkommen unnötig bezeichnet.
Die 4,5 km lange Strecke der Wiese auf Schopfheimer Gemarkung wurde vom Angelverein gesäubert. Autoreifen, Plastiktüten, Vogelkäfige und Rasenmäher wurden als achtlos weggeworfener Müll aus dem Wasser gefischt.
Der erste Sommermarkt des Gewerbevereins in der Innenstadt, der zusammen mit dem »Mobilen Schopfheim« veranstaltet wurde, war der Erfolg. Ohne Verkehrslärm wurde ein froher Einkaufsbummel möglich. Verantwortlich für den Gewerbeverein war Ursula Stockburger, die dafür sorgte, daß alles bestens lief. Schön war auch, daß neben dem Warenangebot Sitzplätze einfach zum Verweilen einluden und Gastronomen und Gewerbetreibende ihre Produkte zum Verzehr anboten. Eine Gaststätte hat kurzerhand ihr Mobiliar einfach auf die Straße gestellt.
Wunderschönes Wetter hat der Musikverein Fahrnau beim Waldfest an der »Schillerlinde«.
09. Juli 1995
3.000 Zuschauer kamen zum »Sengelen«-Reitplatz, um beim Reitturnier mit 350 Pferden dabeizusein. Der Reitverein Schopfheim um den Vorsitzenden Volker Trefzger und seinen Stellvertreter Günther Basler hat die Sportler und ihre Pferde während zweier Tage bestens betreut. Premiere hatte das Landes-Pony-Turnier.
10. Juli 1995
Kleine Künstler des Kindergartens Langenau stellen ihre Mal- und Bastelarbeiten aus. Dem schöpferischen Wirken von Kindern wurde damit ein öffentliches Forum geschaffen. Sehr oft wird die Kreativität junger Menschen gar nicht oder zu wenig beachtet.
Die Stadt wird den Bebauungsplan an der Bismarck-Straße so ändern, daß dort jederzeit ein Parkhaus gebaut werden kann. Dies beschloß der Gemeinderat. Die Anregung hierzu gaben vor Monaten die GRÜNEN.
Ein hohes Lob erntete der Schopfheimer Gewerbeverein vom Gemeinderat für den ersten Sommermarkt.
Kreisverwaltungsdirektor Strittmatter stellte dem Gemeinderat Pläne für die Zukunft des Schopfheimer Krankenhauses vor. Die Handchirurgie soll nach Rheinfelden verlagert werden. Dafür soll von dort die Chirurgie in die Markgrafenstadt verlegt werden. Kurt Härzschel meint: »Wir geben eine Perle weg«. Dr. Fritz Lenz begrüßte im Namen der Ärzteschaft den Weg im Rahmen des Machbaren; er betont, es sei dies ein gutes Konzept. Ein niedergelassener Arzt aus der Nachbarschaft betrachtet das Schopfheimer Krankenhaus gar als überflüssig. Robert Zapp meint für die SPD, daß durch die Übergabe des Krankenhauses an den Kreis der jetzt mögliche Synergieeffekt erst erzielt werden konnte. Als Chance einer effizienten Krankenhausversorgung sieht Klaus Kochendörfer das vorgelegte Konzept. »Wäre das Schopfheimer Krankenhaus noch ein städtisches Haus, würden wir jetzt eine andere Diskussion führen«, meint Dieter Leppert für die FWV.
11. Juli 1995
Fürs kommende Wochenende plant die Stadtmusik erneut ein Lindenfest am Marktplatz.
In Gersbach gelangt zuviel Quellwasser in die Kanalisation, die dadurch überlastet wird. Nun müßten DM 1,4 Mio. investiert werden, damit dieses Fremdwasser ausgeschlossen werden kann.
Dieser Tage referierte Susanne Fischer, Stadtplanerin beim Bündnis 90/GRÜNE, über Frauenbelange in der Stadtplanung. Wie es aussähe, wenn eine Frau eine Stadt plante, weiß auch die Expertin nicht genau zu sagen. Klar sei jedoch, daß zwischen Frauen- und Männersicht immer eine große Polarität bestehe. In der Architektur aber, die lange eine Männerdomäne gewesen sei, ändere sich durch den Einfluß der Frauen manches, wenn auch langsam.
Die Polizei stoppte einen Kraftfahrer, der zwischen Langenau und Enkenstein mit 139 km/h unterwegs war.
12. Juli 1995
Die Schopfheimer Ex-Statthalter bringen die Zerwürfnisse in Versform in die Zeitung. Sie schreiben dabei: »Ihr meinet, ihr chönnet zwei Ex verstoße, dient nit emol ihri Meinig aloose. Mir sage euch zwar ohne Stimmrecht, aber mit gsundem Mänscheverstand, statt zwei sin ihr dann ölf los grad mitenand.«
13. Juli 1995
Vor einigen Tagen hat die SPD zu einem Forum »Schopfheim und der Fremdenverkehr« eingeladen. Als wichtigen Wirtschaftsfaktor betrachtet Hauptamtsleiter Klaus Strütt, der bei der Stadtverwaltung auch für den Fremdenverkehr verantwortlich ist, die 53.000 Übernachtungen. 110 Arbeitsplätze hängen direkt vom Fremdenverkehr ab. Die wirtschaftliche Bedeutung führt auch Edeltraut Philipp vom Fremdenverkehrsverband Südlicher Schwarzwald deutlich an. Die Gesprächsrunde war sich einig, daß die Bildung eines Arbeitskreises die Förderung des Fremdenverkehrs sinnvoll unterstützen könnte.
Im Januar 1996 will das Sozialministerium nach einer Besichtigung entscheiden, ob im Markus-Pflüger-Heim eine Psychiatrie-Abteilung mit 80 Betten eingerichtet werden kann.
Der Gemeinderat hat die Zahl der Wahlbezirke von 25 auf 16 reduziert.
Ihren 101. Geburtstag feiert heute Julchen Blum im Georg-Reinhardt-Haus.
Als 4.000. Mitglied begrüßt Volksbank-Direktor Wilfried Maus die 20jährige Industriekauffrau Patrizia Fedele.
Der Bauausschuß beschäftigt sich mit der Gestaltung des »Pflug«-Areals. Freundliche Akzente sollen gesetzt werden. Von rosafarbenen bis zu hellgelben Tönen reicht die Palette. Als »roter Faden« soll ein dunkles Blau Fenster und Geländer im Erdgeschoß aller Gebäude zieren. Eine Art »Animierpunkt« auf dem »Pflug«-Hof soll ein Quelltopf sein, der sprudelnd sich in ein Gräble ergießt. Vorgestellt hat diese Planung das Büro Südwest in Lörrach. Karl Selz meint zu dieser Farbdiskussion, man könne die »primitive Kassenmarktarchitektur« nicht durch Farbe retten.
Das Schopfheimer Projekt »Kanal Ratte« kann nun senden. Die Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart hat die Lizenz erteilt.
14. Juli 1995
Am 30. Juli will der SWF beim Wiechser Dorffest ein Wunschkonzert ausrichten, wenn sich genügend Schopfheimer für den Ort entscheiden. Mitkonkurrenten sind noch Bad Peterstal und Eisenbach. Um das »Rennen« zu gewinnen, sind noch 3.000 Stimmen notwendig.
Auf dem Marktplatz spielen Schüler der Friedrich-Ebert-Schule das Hebel-Gedicht »Hans und Verene« nach. Die Klasse 6d hat diese Illustration und Vertonung zusammen mit ihrem Lehrer Christian Vollbrecht inszeniert.
15. Juli 1995
Täglich erscheinen Leserbriefe zum Streit der Narrenzunft mit den ausgeschlossenen Ex-Statthaltern.
Dem Schwarzbauen hat Beigeordneter Hirschner den Kampf angesagt. Gleich drei Fälle, in denen vollendete Tatsachen geschaffen wurden, lagen dem Bauausschuß vor. Der erste Fall war ein Wohn- und Geschäftshaus in der Hauptstraße: Ein Terrassenanbau wurde beantragt, jedoch während der Bauphase Wohn- und Geschäftsräume angebaut. Im zweiten Fall wurde in Ehner-Fahrnau ohne Genehmigung ein Anbau für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte erstellt; der dritte Fall ist ein angebliches Vereinslokal für einen türkischen Sportverein, das in der ehemaligen Weberei in Fahrnau direkt am Kanal, hinter dem Rathaus, ungenehmigt eingerichtet wurde.
Bei einer Veranstaltung im »Restaurant am Park« forderten die GRÜNEN dieser Tage die gesetzliche Verankerung von kommunalen Frauenbeauftragten.
Im Haus Hauptstraße 120c, auf dem Herbster-Areal, kämpft die Feuerwehr in der Tiefgarage drei Stunden lang mit einem Pkw-Brand und dessen Folgen. 40 Personen mußten zeitweise aus ihren Wohnungen evakuiert werden.
90 Neunt- und Zehntklässler, die den Hauptschulabschluß oder den mittleren Bildungsabschluß bestanden haben, feiern den Schulschluß gemeinsam in der Stadthalle.
Das Wochenende war vom Holzrock in den »Sengelen« geprägt. Musik von acht Bands aus dem In- und Ausland stand im Mittelpunkt der 11. Open-Air-Veranstaltung.
Ein Schul- und Spielfest in bislang noch nie dagewesenem Ausmaß veranstaltet die Dr. Max-Metzger-Schule.
16. Juli 1995
Wenn auch gestern das Lindenfest der Stadtmusik noch bei gutem Wetter stattfand, so mußte heute vormittag auf dem Marktplatz dann doch bei Regenwetter abgebaut werden.
17. Juli 1995
Der Stadt-Seniorenrat hat vor einigen Tagen zum Thema »Stellenwert der Altenpolitik in Schopfheim« eingeladen. Fraktionsvorsitzende und Bürgermeister standen den Senioren Rede und Antwort. Allerdings meinte der Senioren-Vorsitzende, Hermann Reinhard, daß die zahlreich erschienenen Senioren zumindest im offiziellen Teil praktisch nicht zu Worte gekommen seien; sei es erforderlich, die vielen nicht angesprochenen Punkte bei einem neuen Gesprächstermin zu diskutieren.
19. Juli 1995
Eine vermeintliche Hiobsbotschaft kam aus dem Regierungspräsidium Freiburg: Die für DM 3,3 Mio. geplante Gersbacher Halle erhält in diesem Jahr keine Mittel aus dem Ausgleichsstock. Außerdem ist sicher, daß, wenn im nächsten Jahr die Mittel neu beantragt werden, die Halle nicht so aufwendig gebaut werden kann, wie dies bisher geplant war. Sie wurde deshalb zwischenzeitlich auf DM 2,6 Mio. »abgespeckt«.
Eindeutig hinter Oberzunftmeister Enrico Blokbergen stellt sich Achim Steinebrunner, Zinkenvogt des »Schlattholz-Zinkens«. Den Ex-Statthaltern wirft er Angstverbreiten vor, weil einige Leute beim Zunftabend nicht mehr mitmachen, und meint, es würden dabei all die kleinen guten Geister, die die Fasnacht ausmachen, vergessen.
20. Juli 1995
Die Gewerbeakademie Schopfheim feiert das 10jährige Bestehen.
21. Juli 1995
Das Sommerferien-Programm für Kinder stellt Stadtjugendpfleger Dietmar Hermann vor.
Mit finanziellen Problemen beschäftigt sich die Mitgliederversammlung der Waldorfschule. Vom kommenden Schuljahr an wird es eine neue Gehaltsstruktur für die Lehrkräfte geben. Die fehlende Summe im Haushalt soll durch zusätzliche Einnahmen bei den Schulbeiträgen sowie durch freiwillige Darlehen der Eltern aufgebracht werden. An der Beitragsordnung soll vorerst nichts geändert werden.
22. Juli 1995
Drei Tage lang geht es beim »Güggeli-Fest« des »Hexen-Zinkens« Gündenhausen – wie gewohnt beim Zinkenheim – hoch her.
Nach dem Hickhack der letzten Tage und dem Rausschmiß zweier Ex-Statthalter und der darauffolgenden öffentlichen Diskussion zieht nun Enrico Blokbergen die Konsequenzen. Am Donnerstag erklärte er vor dem Beginn eines Treffens der Zinkenvögte seinen Rücktritt vom Amt des Oberzunftmeisters. Mit diesem Schritt erhoffe er sich, so führt er aus, die Beendigung der unwürdigen und für alle Fasnächtler schädlichen Pressekampagne. Er hatte dieses Spitzenamt der Schopfheimer Narretei zwölf Jahre voller Engagement inne. Wie es mit der Zunft weitergehen wird, bleibt völlig offen. Offen ist auch, ob Enrico Blokbergen aus dem Zunftrat ausscheidet.
Mit Gesang, Violine und Orgel stellte sich die neue Organistin der katholischen Pfarrgemeinde, Birgit Tittel, vor. Als Solistin für den Abend konnte sie Kristina Matti aus Finnland zusammen mit deren Ehemann, Wolfgang Hasleder aus Freiburg, verpflichten.
Die Schülerverwaltung und der Elternbeirat des THG organisieren eine Unterschriftensammlung gegen die französischen Atomtests auf dem Mururoa-Atoll. Über 1.100 Unterschriften kamen zusammen, die nun auf dem Weg zum französischen Präsidenten und zum deutschen Außenminister sind.
Zünftig feiert die Friedrich-Ebert-Schule in Haus und Hof ihr 25jähriges Bestehen mit einem Schulfest.
Die Stadtjugendpflege lädt zu einer Schwimmbad-Disco-Party ein. Allerdings hat der Regen am Abend die Veranstaltung etwas getrübt.
Mit einem Silcher-Abend präsentiert sich der Gesangverein Fahrnau in der Alten Kirche St. Michael. Dirigent Klaus Dürrschnabel setzte sich und seiner Chorgemeinschaft die Aufgabe, Silcher auch als Schöpfer von Orgelstücken, von Instrumentalkompositionen für Klavier und Flöte, aber auch als Bearbeiter von Beethovenschen Instrumentalsätzen zu Klavierliedern vorzustellen.
23. Juli 1995
Mehr als 2.000 Menschen kamen zum Areal der Gewerbeakademie, um die Präsentation der Technologietage, die zum zehnten Jahrestag organisiert wurden, zu sehen.
Im Herren-A-Finale sichert sich auch dieses Mal Volker Lamb die Tennis-Stadtmeisterschaften. Bei den Damen stand Ruth Strauch auf dem Siegerpodest.
Mit dem Rechenschaftsbericht 1994 beschäftigt sich der Gemeinderat. Das gute Ergebnis führt Bürgermeister Fleck auf äußerst sparsame Haushaltsführung und etwas Glück zurück.
24. Juli 1995
Der Kürnberger Ortschaftsrat fordert Tempo 30 im ganzen Dorf und meint: »Was andere haben, möchten wir auch.«
Zahlreiche Gersbacher Zuhörer kommen in die Gemeinderatssitzung, weil über die neue Halle diskutiert wird. Mit der nunmehr auf DM 2,6 Mio. abgespeckten Planung gilt es, das gesteckte Ziel mit Hilfe von Zuschüssen aus dem Entwicklungsprogramm »Ländlicher Raum« zu erreichen. Sechs Nein-Stimmen und drei Enthaltungen standen den positiven Stimmen zur Gersbacher Halle gegenüber. Ortsvorsteher Sutter meint: »Wir müssen die Chance jetzt nutzen; die Halle ist fürs Dorfleben und den Fremdenverkehr wichtig.«
Neue Vereinsmeister gibt es auch beim Tennisclub in Langenau. Bei der Herrenkonkurrenz siegte der letztjährige Jugendmeister Sven Elsässer. Bei den Damen verteidigt Uschi Bernauer ihren Titel.
27. Juli 1995
Auf Initiative von Ehrenfried Barnet (GRÜNE) verabschiedet der Gemeinderat in der letzten Sitzung eine Resolution gegen die Atomtests in Frankreich. In der Resolution wird die Partnerstadt Poligny gebeten, sich für einen Verzicht der Atomtests einzusetzen.
Beim SWF-Wunschkonzert, das am 30. Juli ausgestrahlt wird, hatte Schopfheim keine Chance. Nach einer TET-Umfrage im SWF war der Spitzenreiter Bad Peterstal nicht mehr zu schlagen. Schopfheim lag auch noch hinter Eisenbach.
28. Juli 1995
Die Ausleihzahlen der Stadtbibliothek sind im ersten Halbjahr 95 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum leicht gestiegen.
29. Juli 1995
Nach den Turbulenzen der jüngsten Vergangenheit, die durch den Ausschluß zweier Ex-Statthalter und den Rücktritt des Oberzunftmeisters Enrico Blokbergen verursacht worden waren, scheint es jetzt bei den Schopfheimer Narren in eine Erholungsphase zu gehen. Sehr ruhig verlaufen ist eine Präsidiumssitzung in den letzten Tagen. Nach der Sommerpause wird sich die Narrenzunft mit der Wiederbesetzung des Oberzunftmeister-Amtes beschäftigen. Die Narrenzunft – so läßt das Präsidium verlauten – bedauert die Umstände, die zur derzeitigen Situation geführt haben. Die Vorgehensweisen, die zum Ausschluß der beiden Ex-Statthalter Wolfgang Lenz und Bernhard Springmann geführt hatten, werden als sehr unglücklich angesehen. Der Beschluß wird im Nachhinein als falsch beurteilt. Der Rücktritt des Oberzunftmeisters wird zutiefst bedauert.
Die neuen provisorischen Dauerparkplätze in der Bahnhofstraße, westlich der Güterhalle, sind fertiggestellt.
62 Angehörige aus allen Abteilungen der Schopfheimer Jugendfeuerwehren treffen sich beim Schützenhaus Wiechs zu einem mehrtägigen Zeltlager.
30. Juli 1995
Das Regierungspräsidium schränkt die 30 km/h-Zone wieder ein. In der Wehrer Straße, Himmelreichstraße und Hauptstraße bis Fahrnau sollen nun wieder 50 km/h gefahren werden dürfen.
Keinerlei Abbruch bedeutet für das Wiechser Dorffest das Fehlen des SWF. Auch ohne Stars feiert man auf dem Dinkelberg im Schulhof herrliche Stunden.
02. August 1995
Die sommerliche Veranstaltungsreihe »Geschichten zur Dämmerung«, die das Museum zusammen mit Christa Hoheisel veranstaltet, geht ins zweite Jahr. In einem Garten in der Schopfheimer Altstadt soll das Geschichtenerzählen gepflegt werden.
Ab Mitte dieses Monats müssen sich Autofahrer in Schopfheim auf regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen unter städtischer Regie einstellen.
04. August 1995
Auch der neue Fahrbahnbelag am Tunnel in Fahrnau hat den Lärm – so die Anwohner – nicht reduziert. Noch vor der Sommerpause sollen Lärmmessungen durchgeführt werden.
05. August 1995
Karriere bei der Feuerwehr hat Andrea Langer aus Wiechs gemacht. Die heute 31jährige hat mit 14 Jahren bei der Jugendfeuerwehr begonnen; heute ist sie Landesjugendfeuerwehr-Wartin.
Auftakt zum Rettich-Fest des »Städtli-Zinkens« in der Altstadt. Einmal mehr hatten die Organisatoren das nötige Wetterglück.
07. August 1995
Nicole Grether wurde für die US-Open vom 10. bis 13. August in Atlanta/USA nominiert. Ende August startet sie bei den Canada-Open in Vancouver. Bei beiden Turnieren geht es u.a. um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta.
09. August 1995
Beigeordneter Hirschner protestiert gegen die Planung des Regierungspräsidiums; danach muß Tempo 40 in Langenau wieder rückgängig gemacht werden.
Zur Optimierung der bestehenden Verkehrsverhältnisse wünschen die Unabhängigen ein LKW-Verbot für die Kürnberger Straße.
10. August 1995
Ein Karlsruher Musikverlag hat eine Eigenkomposition des 22jährigen Schopfheimers Markus Götz veröffentlicht. »Capriccio in B-Dur«, meint Götz, »ist nichts Großes, sondern erst der Anfang. Ich hoffe, daß es ein Stück ist, das auch anderen Spaß macht.« Markus Götz studiert an der Uni Freiburg im Hauptfach Musikwissenschaften. Vom Komponieren zu leben, sei schwer, meint er. Denkbar für ihn wäre aber, bei einem Musikverlag Fuß zu fassen.
11. August 1995
In der neuen Kleingartenanlage im »Bremt« werden derzeit Gartenhäuser gezimmert.
Zum Schutz der Weltmeere hat – so Rolf Strohm von der SPD – der Vorstand der Partei beschlossen, eine entsprechende Initiative zu starten und dabei auch auf andere Schopfheimer Parteien zuzugehen.
12. August 1995
Einmütig für die Beibehaltung des Tempo-Limits in Langenau sprechen sich CDU und FWV aus. Sie heißen andererseits gut, daß das Regierungspräsidium die 30er-Zone in Teilbereichen der Innenstadt aufgehoben hat. Die Haltung der Freiburger Behörde sei in diesem Punkt schlüssig.
Während die Unabhängigen die Entscheidung des Regierungspräsidiums ablehnen, meinen CDU und FWV, daß eine durchgängige Tempo-50-Tangente sinnvoll wäre.
13. August 1995
Zur sechsten und letzten Etappe der diesjährigen Regio-Tour starten rund 80 Radrennfahrer in Wehr, um den 18 km langen Rundkurs über die Eichener Höhe durch Schopfheim und zurück nach Wehr zu bewältigen.
14. August 1995
Auf Hochtouren läuft das diesjährige Kinderferienprogramm der Schopfheimer Vereine, das über die Stadtjugendpflege organisiert wird.
15. August 1995
Gestern traf sich der Bürgermeister mit dem Landratsamt zum Thema »Tempo 40 in Langenau«. Beide sind sich einig, Wege zu finden, das Tempo-Limit beizubehalten. Am Gespräch war auch der Langenauer Ortsvorsteher Hans Weinbrechtinger beteiligt.
In Gündenhausen wird das neue Hebewerk für die Kanalisation aus dem Kleinen Wiesental, die künftig auch Gresgen aufnehmen wird, gebaut.
16. August 1995
In wenigen Tagen soll der Umbau und die Modernisierung der Patientenzimmer im Kreiskrankenhaus erfolgen. Mit den Baumaßnahmen wird eine sinnvollere Rationalisierung im medizinischen Bereich und ein höherer Komfort für die Patienten erreicht. Zeitgemäß sollen die Zimmer werden, vor allem durch den Einbau moderner Sanitärzellen mit Dusche und WC. Die Gesamtkosten für die fünf vorgesehenen Bauabschnitte belaufen sich auf DM 37,5 Mio. Das Land wird 60 bis 70% beitragen.
Der Schulhof der Grundschule Fahrnau wird neu gestaltet. Fahrnauer Vereine und Elternvertreter errichten ein Vordach, das den Schülern künftig Schutz bieten wird, aber auch den Vereinen bei der Mehrfachnutzung des Schulhofes zur Verfügung stehen soll. Rektor Fetscher meint: »Wir streben für die Zukunft eine Veränderung des gesamten Pausenhofes an.« Der von Bildhauer Philipp Flettner errichtete Brunnen wurde bereits vom Schulhof entfernt. Er soll später auf einer anderen Seite des Schulgebäudes neu aufgebaut werden.
Heute werden zum ersten Mal in eigener städtischer Regie Geschwindigkeitskontrollen in den 30er-Zonen durchgeführt.
17. August 1995
Eugen Herzog schreibt in seinem monatlichen Brief aus der Partnerstadt, daß man in Poligny selbst wenig über die Atomversuche im Mururoa-Atoll spreche, ganz im Gegensatz zu den Reaktionen in der Welt und in Deutschland. »Die Leute in Poligny denken wegen der Ferien an etwas anderes. Leider.« Eugen Herzog meint außerdem, daß die meisten Gemeinderäte in Poligny gegen die Versuche eingestellt sind.
Dreiviertel Stunden lang haben sich fast 100 Bürger vor dem Rathaus Langenau versammelt, um gegen die Tempo 40-Aufhebung des Regierungspräsidiums zu protestieren. Die Protestaktion – so Stadt- und Ortschaftsrätin Henny Timmermann – sei recht spontan erfolgt. Alle Beteiligten fordern zur Sicherheit der Kinder Tempo 40 in Langenau. Sie hoffen weiterhin auf die Solidarität der Stadt und des Landkreises für ihre Forderung.
18. August 1995
Ende dieses Monats werden die Parkschein-Automaten aufgestellt, gibt das Ordnungsamt bekannt.
19. August 1995
Die in Deutschland aktuelle Diskussion um flexiblere Öffnungszeiten im Einzelhandel wird in Schopfheim nicht so positiv gesehen. Bei den Einzelhändlern ist man sicher, daß langfristig der jetzige Ladenschluß nicht zu halten sein wird. Allerdings versprechen sich die Einzelhändler wenig Gutes von einer Liberalisierung.
Ganz offiziell geht das freie Radio »Kanal Ratte« auf Sendung. Für acht Jahre erhielten die Radiomacher die Lizenz durch die Landesanstalt für Kommunikation. Mit einem Fest zum Sendestart fordern die Schopfheimer Radioleute jedermann auf, am Programm mitzuwirken.
20. August 1995
In der Nacht zum Montag wird ein 61jähriger Taxifahrer von zwei maskierten Unbekannten überfallen; er erlitt Kopfplatzwunden.
22. August 1995
Über den Gersbacher Waldungen fliegt derzeit ein Hubschrauber und nimmt Bodenmessungen vor. Wie Förster Gempp mitteilt, wird ein Kalk- und Magnesium-Granulat zur Bodendüngung abgeworfen.
23. August 1995
Von Schopfheim aus hat ein 41jähriger Mann offenbar mit gefälschten Führerschein-Papieren gehandelt. Die Kripo Lörrach kam dem Mann, der sich wohl ins Ausland abgesetzt hat, nun auf die Spur. Bei einer Hausdurchsuchung fand man 157 Blanko-Vordrucke für internationale Führerscheine.
Die Deutsche Post AG hegt Pläne, die Schopfheimer Post zum Universal-Schalter umzubauen. Ob dies in den jetzigen Räumlichkeiten geschehen wird, oder ob andere Räumlichkeiten bezogen werden, ist noch offen, so die Pressesprecherin Margarethe Jauernig. Fest steht allerdings, daß in diesem Jahr nichts mehr geht.
Im Museum wird eine Ausstellung, die sich der Wiechser Feuerwehr und ihrem 125jährigen Jubiläum widmet, eröffnet.
24. August 1995
In Gersbach ist die Post umgezogen. Nun gibt es eine Post-Agentur im Lebensmittelgeschäft Deiß-Singh.
Erneut macht die Deutsche Bahn AG auf sich aufmerksam. Zum 02. Oktober soll die Expressgut-Station in Schopfheim geschlossen werden, wie es heißt, aus wirtschaftlichen Gründen. Wer Expressgut aufgeben will, muß sich dann nach Zell oder Lörrach wenden.
25. August 1995
Ende September soll das Restaurant »Alte Stadtmühle« wieder eröffnet werden. Wie heute aus der Presse zu erfahren ist, wird Jörg Brugger aus Schopfheim neuer Pächter.
Die Stadt hat eine Klage gegen den Landeswohlfahrtsverband vor dem Verwaltungsgericht Freiburg zunächst verloren. Aufgrund der langen Vormittagsöffnungen im Kindergarten Langenau verlangt der Landeswohlfahrtsverband pro Gruppe 1,7 Fachkräfte. Die Stadt ist nach bisherigen Gepflogenheiten nun bereit, 1,5 Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Sie hat gegen dieses Urteil mit Zustimmung des Gemeinderates Berufung eingelegt.
Beigeordneter Ruthard Hirschner fordert das Regierungspräsidium Freiburg auf, ein Lärmgutachten des Straßenbauamtes Bad Säckingen zur Geschwindigkeitsbeschränkung in Langenau zu sehen. Das Regierungspräsidium geht davon aus, daß die Geschwindigkeitsreduzierung keine Lärmminderung bringt.
26. August 1995
Während die Vorbereitungen für das Städtlifest auf Hochtouren laufen, fühlen sich die Fußballer »verladen«, denn sie werden dieses Jahr nicht mit von der Partie sein. Einen ihnen zugesagten Platz – so verlautbart – hätten sie nicht erhalten.
Bürgermeister Jean-Claude Collin aus Poligny antwortet auf die Resolution des Gemeinderates in Sachen Atomversuche. In seinem Antwortbrief zeigt er sich zwar auch irritiert von den Plänen seiner Regierung, bezeichnet gleichzeitig aber politische Gedanken für die Partnerschaft zwischen den beiden Städten als »gefährlich«.
Den Faßanstich zum Städtlifest nahm erstmals Beigeordneter Ruthard Hirschner vor. Pünktlich dazu wurde das Wetter auch schöner. Den zahlreichen Gästen schmeckte das in den Buden bereitgehaltene
Angebot, daher zog es viele von nah und fern in die Straßen und Gassen der Altstadt.
27. August 1995
Zu einer Matinée hat Wolfram Lorenzen ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Das Konzert im Martin Luther-King-Saal fand kurz vor seinen Tourneen nach Brasilien und Saudi-Arabien statt.
28. August 1995
Gersbacher Bürger, die im Gebiet »Ebnet« wohnen, haben bei einem internen Fest einen Betrag von DM 2.538,- erwirtschaftet und diese der Ortsverwaltung treuhänderisch übergeben; damit soll ein Bus-Wartehäuschen an der Einmündung Ebnet/Wehratalstraße mitfinanziert werden.
29. August 1995
Die Bilanz der Schopfheimer Vereine nach dem Städtlifest ist durchweg positiv.
Der drittgrößte Schweizer Circus »Medrano« gastiert ab heute im Oberfeld.
Altstadtrat Ernst Mende wird im Alter von 88 Jahren zur letzten Ruhe gebettet.
30. August 1995
Ortsvorsteher Hans Keller aus Eichen bedauert, daß an Freitagnachmittagen keine Beerdigungen mehr stattfinden. Mancher würde einem Toten gerne die letzte Ehre erweisen, wenn am Freitagnachmittag eine Beerdigung möglich wäre, denn dann wäre arbeitsfrei. Genau aus diesem Grunde aber sind in Schopfheim keine Freitagsbeerdigungen nachmittags mehr möglich. Auch die Totengräber haben dann arbeitsfrei.
31. August 1995
Die IG des Schopfheimer Handels rügt die Stadtverwaltung, weil sie in Straßen mit der Radar-Pistole die Geschwindigkeit gemessen hat, die vom Regierungspräsidium als nicht mehr zulässige 30 km/h-Zone eingestuft worden waren.
Noch keinen offiziellen Beschluß hat der Gewerbeverein darüber gefaßt, ob Einzelhändler Rückvergütungen von Parkgebühren vornehmen wollen. Einige sprechen sich dafür aus, andere wiederum empfinden die Parkraumbewirtschaftung als »Abzockerei« der Stadt. Erst im September wird eine endgültige Entscheidung fallen.
01. September 1995
In Schopfheim stehen in der Innenstadt nun Parkschein-Automaten. Von vielen herbeigesehnt, von ebenso vielen gehaßt.
Die kühle Witterung der letzten Tage hat auch den Besuch im Schwimmbad nahezu auf Null zurückgebracht. Trotz heißer Sommerwochen haben das Bad bisher erst 79.220 Menschen aufgesucht. Das Vorjahresergebnis mit 80.700 wird wohl nicht mehr erreicht werden. Ins Schweigmatter Schwimmbad kamen seit Ende Mai 8.170 Menschen, im Vorjahr waren es 10.639 Badegäste.
Eine in Gersbach arbeitende Holz-Vollernte-Maschine wurde vom Blitz getroffen. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.
Die Musikhochschule Freiburg kam mit dem Stummfilm »Carmen« auf Einladung der vhs in die Stadthalle. Begleitet wurde der Film, der 1918 von Ernst Lubitsch gedreht wurde, durch die Film-Harmoniker, einem Kammerorchester der Musikhochschule.
02. September 1995
Dr. Herbert Piepenbrink feiert in Gersbach seinen 85. Geburtstag.
Mit dem Galli Theater wird der 3. Schopfheimer Theatersommer mit insgesamt vier Veranstaltungen im Museumskeller durchgeführt. »Feuer und Flamme« hieß das moderne Märchen, das dabei im Museumskeller gespielt wurde. Nur – in der Inszenierung sollte eigentlich die Feuerwehr nicht vorkommen. Ein während des Theaterabends durch eine Fackel ausgelöster Brandalarm ließ die Floriansjünger just in dem Moment anrücken, als der böse »Rex-Hex« (alias Hexe) verbrannt werden sollte.
03. September 1995
Höhepunkt des diesjährigen Eichener Bockbier-Festes war der Auftritt der »Wildecker Herzbuben« im Festzelt.
04. September 1995
Mit dem traditionellen Handwerker-Hock endet das 22. Bockbier-Fest in Eichen. Die Organisatoren sind enttäuscht über den Samstagabend, da zum Tanz gerade mal 250 Gäste kamen. Den Leuten, so Organisator Hans Keller, scheint das Bockbier-Fest nicht attraktiv genug zu sein. Die Künstler des Sonntagabends waren für die Organisatoren und ihre Gäste jedoch so attraktiv, daß im Zelt kein einziger Platz mehr frei war.
05. September 1995
Von heute an will die Stadt die aufgestellten Parkschein-Automaten und damit das gebührenpflichtige Parken kontrollieren.
06. September 1995
Die Schopfheimer »Courage«-Frauen beteiligen sich an einer Resolution gegen die Atomversuche Frankreichs.
In dieser Woche treffen sich die GRÜNEN und wollen in einer Runde die Landtagswahl und die damit verbundene Nominierung von KandidatInnen diskutieren.
Albert Senn feiert heute im Georg-Reinhardt-Haus, wo er seit sechs Jahren wohnt, seinen 99. Geburtstag.
07. September 1995
Die Überdachung des Pausenhofes der Grundschule Fahrnau, die dieser Tage fertiggestellt wurde, bezeichnete Schulleiter Reinhold Fetscher als beispielhaftes Gemeinschaftswerk. Im Beisein von Beigeordnetem Hirschner wurde den Helfern, namentlich Fritz Kahnau, der über 100 Arbeitsstunden erbrachte, herzlich gedankt. Gedankt wurde aber auch dem Elternbeirats-Vorsitzenden Jürgen Vetter, der sich um die Finanzierung kümmerte.
08. September 1995
Tragisch endete ein Arbeitsunfall in Wiechs: Ein 28 Jahre alter Arbeiter aus dem Kinzigtal wurde von einem umstürzenden Baukran, den er mit aufbauen wollte, erfaßt und getötet.
Beim Festakt zum 125jährigen Jubiläum der Feuerwehr Wiechs meint Ortsvorsteher Ino Hodapp: »Lassen Sie die Feuerwehr im Dorf.« Er möchte damit Gedanken zur Zentralisierung der Feuerwehr begegnen. Abteilungskommandant Helmut Bäckert konnte zahlreiche Gäste in der Festhalle begrüßen. Ortrun Schätzle, MdB, die derzeit bei der Welt-Frauenkonferenz in China weilt, ließ sich entschuldigen. Marion Caspers-Merk weilte zur Feierstunde in Bonn. Für 40jähriges Engagement bei der Wehr wurden Albert Strübe und Werner Klemm geehrt. Herbert Mößner wurde mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.
Der Fußballverein Fahrnau sieht der kommenden Saison mit neuen Spielern voller Zuversicht entgegen. Das Ziel der Fußballer ist der Aufstieg in die Kreisliga A.
09. September 1995
Nun hat Beigeordneter Ruthard Hirschner im Faß-Anstechen schon gute Übung, denn mit einem einzigen Schlag eröffnete er das Dorffest in Fahrnau. Erstmals wurde dabei auch die Hauptstraße ins Festgelände einbezogen. Der Wettergott hatte ein wenig Erbarmen mit den Organisatoren, sodaß die Septembersonne durchkam und manchen Festbesucher in den neugestalteten Schulhof lockte.
Soviele Teilnehmer wie noch nie gab es am 6. Schopfheimer Triathlon. Gut 260 Athleten, über die sich die Mitorganisatorin Irmi Klemm freuen durfte, gingen an den Start.
Schlechtes Vormittagswetter machte der Veranstaltung der Krankenkassen und des »Mobilen Schopfheim« in der Scheffelstraße einen Strich durch die Rechnung, denn bei strömendem Regen konnte keine Begeisterung für die aufgebauten Stände und Infotheken aufkommen.
Die CDU-Fraktion will in der nächsten Sitzung des Gemeinderates ein LkW-Nachtfahrverbot in der Kürnberger Straße beantragen.
10. September 1995
Gaudi und Wettbewerb in Einem: Sechs Mannschaften wetteifern beim 125jährigen Feuerwehr-Jubiläum in Wiechs an alten Feuerwehr-Spritzen.
11. September 1995
Mit einem Gegenvorschlag möchten die Stadtratsmitglieder der GRÜNEN den Schulanbau in Langenau kostengünstiger gestalten.
Der Erweiterung der Schule in Langenau hat der Gemeinderat nun mit einer Planvariante 7a, nachdem insgesamt neun Varianten durchgesprochen wurden, zugestimmt.
Herr Golling vom KWR berichtet über das weitere Vorhaben der KWR beim Kraftwerk an der Wiese in Fahrnau. Wenn das Wiesebett nicht um 1,12 m vertieft werden kann, wird das Wasserkraftwerk nicht gebaut, oder das Kraftwerk klagt gegen die Entscheidung über die Versagung des Aushubs. Für viele Gemeinderäte ist es ein Trauerspiel, daß das Verfahren bereits seit 1984 dauert, ohne daß es zu einer Entscheidung geführt hat. Der »Schwarze Peter«, konnte man in der Gemeinderatssitzung beim Vortrag von Herrn Golling hören, werde derzeit dem Landratsamt zugeschoben.
14. September 1995
Das Landratsamt meldet sich zur KWR-Aussage und meint, daß das Kraftwerk am Zuge sei. Mit Sicherheit wird das Landratsamt das Veto gegen die Vertiefung des Wiesebettes nicht zurückziehen. Der Gemeinderat hat sich am Montag im übrigen darüber geärgert, daß kein Vertreter des Landratsamtes zur Sitzung gekommen war, um Auskünfte zu geben.
15. September 1995
Die Unabhängigen wollen prüfen lassen, ob künftig in der Stadtbibliothek elektronische Informations-Medien (CD-Rom-Bildplatte, Anschluß an Datenbanken) angeboten werden können.
Mit einem breitgefächerten Angebot für jedes Alter und jedes Geschlecht stellt Franz Hoch das neue Herbst/Winter-Programm der vhs vor.
Die Schopfheimer Bundestagsabgeordnete Ortrun Schätzle, die Mitglied der deutschen Parlamentsdelegation bei der Weltfrauenkonferenz war, kehrt aus Peking zurück.
Zum 25jährigen Bestehen treffen sich die Eichener Turnerfrauen mit ihrer Leiterin, Ursula Albiez, in der Hülschenmatthalle. Beim ersten Treffen 1969 gehörten sie noch der TSG Schopfheim an, wechselten dann aber, um die Dorfgemeinschaft zu betonen, zur SG Eichen.
16. September 1995
Seit dem 15. Juni fährt an Sonn- und Feiertagen ein Wander-Bus, der vom »Mobilen Schopfheim« gefördert wird, ins Kleine Wiesental. Durchschnittlich 25 Fahrgäste nutzen diese Einrichtung.
Auch in zweiter Instanz zog der Landkreis im Rechtsstreit mit der Stadt Schopfheim den Kürzeren. Die Schülerbeförderungskosten der Johann-Peter-Hebel-Schule in die Turnhalle Langenau müssen vom Landkreis getragen werden.
Die Mitglieder des Schopfheimer Angelsport-Vereins entrümpelten einmal mehr den Schlierbach und den Gewerbekanal. Rolf Nabbefeld führte aus, daß die Helfer innerhalb von drei Stunden vier Tonnen Müll gefunden haben.
17. September 1995
Das THW Schopfheim hat die neuen Räume in der »Grienmatt« bezogen. Es galt nun, in Langenau Abschied zu nehmen. Zum Abschied überreichte Ortsvorsteher Hans Weinbrechtinger dem Zugtruppführer Thomas Spohn einen Gutschein.
Gaudi war erneut angesagt beim Grümpel-Turnier in Wiechs.
Ein Freudentag für die Gersbacher Feuerwehr: Nicht nur, daß der umgebaute Lagerraum im ehemaligen Molkereigebäude als Aufenthaltsraum in Besitz genommen werden konnte, es erfolgte auch die offizielle Übergabe des gebrauchten Tanklöschfahrzeuges. Dieses Fahrzeug stand bis dahin im Schopfheimer Gerätehaus.
18. September 1995
Von 34 zur Gesellenprüfung angetretenen Schreinern haben 28 ihren Gesellinnen- oder Gesellenbrief erhalten. Die frischgebackenen Schreinergesellen, darunter fünf Frauen, haben im ersten Lehrjahr in einem Pilotprojekt bei der Umgestaltung eines einstigen Altersheimes in Gommern bei Magdeburg mitgewirkt. Im zweiten Lehrjahr waren die Gesellen der Schopfheimer Gewerbe-Akademie am Bau einer Brücke auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika beteiligt.
In der Alten Kirche St. Michael war die Klangkombination von Orgel und Orchester zu hören. Martin Winkler hat zusammen mit dem Nordschweizer Kammerorchester viel Beifall erfahren.
19. September 1995
Stefanie Schulte vom Hundesportverein Fahrnau wird mit ihrer Hündin »Hexe« bei den Deutschen Meisterschaften im niedersächsischen Meppen dabeisein.
22. September 1995
Im Frühjahr 1996 soll nun mit dem Bau des Radweges zwischen Gündenhausen und Langenau begonnen werden, so das Straßenbauamt.
Angelika Philipp, die für den RSV Herten startet, ist bei der Deutschen Meisterschaft im Kunstradfahren Dritte geworden. Zusammen mit ihrer Partnerin Sigrid Huber bereitet sie sich für die Weltmeisterschaft in Frankreich vor.
Die Schopfheimer SPD unterstützt nicht nur die Forderung Kürnberger Bürger nach einem Tempo-Limit, sie will auch Schlechtbacher Bürgern helfen, sich des durch Motorradfahrer verursachten Lärms zu erwehren. Die kommenden, motorradlosen Wintermonate sollen genutzt werden, um eingehende Überlegungen sowohl im Ortschaftsrat als auch im Umweltausschuß anzustellen.
23. September 1995
Zum »Tag der offenen Tür« lädt die Sparkasse ein. Damit ist die Umbauzeit des Kreditinstituts nach 15 Monaten abgeschlossen.
Als ein Abend besonderer Art entpuppt sich das Doppelkonzert mit der siebenköpfigen »Green Town-Jazzband« aus Slowenien und der afro-amerikanischen Sängerin Angela Brown beim 4. Schopfheimer vhs-Jazzfest in der Stadthalle.
24. September 1995
Der Gersbacher Weideabtrieb wird erneut zum Volksfest. Immer mehr Menschen finden den Weg in den Höhenort, um dem im Landkreis einmaligen Erlebnis, zu dem auch ein Bauernmarkt gehört, beizuwohnen.
Über mangelnden Besuch kann sich die Sparkasse bei ihrem »Tag der offenen Tür« nicht beklagen.
25. September 1995
Peer Clahsen enthüllt sein für die Sparkasse geschaffenes mathematisches Kunstwerk mit der Bezeichnung »Plenus XXIV«. Mit dem Kunstwerk, das er als perfekten Quadrat-Quader bezeichnet, schafft er die kleinstmögliche Anzahl nicht gleicher Quadrate in einem kleinstmöglichen Quadrat 112/112.
Mit Dias zeigt Beigeordneter Ruthard Hirschner dem Umweltausschuß, wie in Freiburg Tempo 30-Regelungen möglich sind, die man in Schopfheim nicht zulassen will.
26. September 1995
Beigeordneter und Stadtkämmerer Ruthard Hirschner befürchtet ein Finanzloch von DM 700.000,- im Haushalt 1995.
Der 3. »Theatermonat für junge Leute« hat heute im Museumskeller seinen Auftakt.
27. September 1995
Beim Harmonika-Orchester steht ein Wechsel bevor. Patricia Schmidt legt die Nachwuchs-Ausbildung ab Oktober in die Hände von Barbara Weiß.
28. September 1995
In der Alten Kirche St. Michael gastiert das David-Trio Israel. Das Publikum war angetan vom kunstvoll verzierten Gesang der Sopranistin Cilla Grossmeyer und den Instrumental-Solisten Jehuda Schryer an der Gitarre und Shlomo Tidhar (Blockflöte).
29. September 1995
Seit zwei Wochen hat die Stadt Schopfheim zwei Politessen: Andrea Conrad und Regina Reinhardt kontrollieren die Parkraumbewirtschaftung.
Die katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) will in Schopfheim ein Forum für arbeitslos gewordene Menschen schaffen. Dies betonen der Bezirkssekretär, Paul Röder, und der Schopfheimer Dieter Damal, der als Ansprechpartner zur Verfügung stehen wird.
Angela und Helmut Scaruppe feiern heute in Gündenhausen das Fest der Goldenen Hochzeit.
Fast wäre die Wahl der Kirchenältesten in Eichen am Desinteresse gescheitert. Zwei Kandidaten wurden aus vier Gemeindemitgliedern, die zur Versammlung gekommen waren, dann doch gewonnen.
Voll besetzt war der kleine Saal der Stadthalle bei der Neuwahl von elf Zunfträten und 15 Beiräten bei der Generalversammlung der Schopfheimer Narrenzunft. Außer Enrico Blokbergen und Bettina Sanio waren bis zur Sitzung alle Zunfträte zurückgetreten, um nach den vorangegangenen Querelen wieder bei Null anzufangen und den Weg für einen Neubeginn zu ebnen. Von den 177 Anwesenden sprachen sich schließlich 58 für und 110 gegen Blokbergen und Sanio aus. Die Fasnacht steht daher auf Messers Schneide. Die Mehrheit der Zunfträte ist zu einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Ex-Oberzunftmeister nicht mehr bereit und würde, falls er auf seinem Mandat beharren sollte, das Handtuch werfen. »Dann gibt es halt nächstes Jahr keine Fasnacht«, lautete die bitter geäußerte Konsequenz. In drei Wochen wird in einer Zunftmeister-Versammlung das letzte Wort gesprochen. Am Ende der Sitzung, die sehr sachlich von Gerhard Zeiher geleitet wurde, ließ Blokbergen erkennen, daß er einen Rückzug erwägt.
30. September 1995
Liberale aus Schopfheim, Steinen und Maulburg gründen einen gemeinsamen Ortsverband. Vorsitzender des neu gebildeten FDP-Ortsverbandes »Mittleres Wiesental« ist Martin Kimmig, der bislang den mit 14 Mitgliedern stärksten Verbund in der Markgrafenstadt anführte. In Steinen gab es noch vier, in Maulburg ganze zwei Mitglieder. Das Stellvertreteramt nahm Ulrike Mack-Vogel an.
Fünf Jahre nachdem sich die Fahrnauer Tischtennis-Damen freiwillig aus dem überregionalen Bereich zurückgezogen haben, hat der Turnverein nun wieder eine Damen-Mannschaft, die überregional auftritt.
Für Eichen und dessen Ortschaftsrat geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: Am Hofackerweg wird ein kleines Baugebiet entstehen.
Ein großes Ereignis ist für Wiechs die Eröffnung des »Bure-Ladens« im ehemaligen Milchhüsli. Ino Hodapp freut sich über das Schmuckstück, das durch die Initiative Wiechser Landwirte entstanden ist. Charlotte Frommherz-Gwodzd hat zusammen mit sechs Wiechser Landwirten die Idee der Direktvermarktung auf den Weg gebracht. Die Landwirte Roland Hagist, Hubert Hauri, Helmut Henke, Günther Gräßlin, Heinz Greiner und Hans-Dieter Reif stehen hinter dieser Idee.
01. Oktober 1995
Zwanzig Jahre besteht die Michaels-Gemeinschaft Schweigmatt. Michael Schubert begrüßte unter den zahlreichen Gästen auch viele ehemalige Zöglinge und Schüler. »Schwierig war die Anfangszeit in Raitbach. Die Anthroposophen wurden wie fremdartige Tiere beobachtet«, meint er. Bürgermeister Klaus Fleck bezeichnete in seinem Grußwort die Michaels-Gemeinschaft als festen Bestandteil dieser Stadt. Die anfänglichen Vorbehalte in der Einwohnerschaft konnten ausgeräumt werden. Schulamtsdirektor Franz Dischinger zeigte sich beeindruckt vom Geist, der bei der Michaels-Gemeinschaft wirksam ist. Glückwünsche gab es auch vom Raitbacher Ortsvorsteher Fritz Sutter.
Beim Herbstfest der CDU in der Stadthalle wird deutlich, daß die Partei alles versuchen will, die Stadt aus dem derzeitigen Stimmungstief herauszuführen.
Eine 26köpfige Schopfheimer Delegation mit dem Bürgermeister, Gemeinderäten und Vertretern der Verwaltung reiste nach Poligny. In der Partnerstadt wurde sie vom neuen Bürgermeister im Rathaus empfangen. Eine fast zweistündige gemeinsame Sitzung, in der sich die neuen Gemeinderäte Polignys und Schopfheims näherkamen, eröffnete den Tag. Der alte Bürgermeister, Pierre Tinguely, war – obwohl er dem Gemeinderat nicht mehr angehört – ebenfalls anwesend. Jean-Claude Collin, der neue Bürgermeister, betonte das Interesse an der Aufrechterhaltung der guten Kontakte und daran, daß die Partnerschaft lebendig erhalten wird.
02. Oktober 1995
Zwei Tage lang weilte eine offizielle Delegation der schwedischen Partnerstadt Ronneby in der Markgrafenstadt. Besichtigt wurde die Gewerbe-Akademie, wobei die Ausbildung in Deutschland die schwedischen Gäste besonders interessierte. Der neue Bürgermeister Jan-Anders Palmqvist freute sich, zum ersten Mal in Schopfheim zu sein.
Bei der Mitgliederversammlung der Schopfheimer SPD referierte dieser Tage Staatssekretär Peter Reinelt, MdL. Einstimmig sprachen sich die Schopfheimer Sozialdemokraten für ihn als Landtagskandidaten und für Günther Schlecht als Zweitkandidaten aus.
04. Oktober 1995
Nun hat Eichen doch vier Kandidaten für die Kirchenältesten-Wahl.
Ein 44jähriger türkischer Staatsangehöriger verstarb an den Folgen eines Messerstiches in den Rücken. Tatverdächtig ist ein 30 Jahre alter, ebenfalls aus der Türkei stammender Mann. Die Polizei wurde vom 44jährigen über ein bevorstehendes Treffen mit dem 30jährigen in der Bahnhofstraße informiert. Zunächst erschien der 30jährige nicht am Treffpunkt; der 44jährige wollte mit seinem Pkw davonfahren. Einer Fußstreife der Polizei fiel dann auf, daß ein anderer Mann auf den Pkw
zuging. Ein Handgemenge entwickelte sich; die Polizisten griffen ein. Beim 44jährigen wurde eine Stichwunde im Rücken entdeckt. Noch vor Eintreffen des Notarztes verstarb der Mann am Tatort.
05. Oktober 1995
Aus gesundheitlichen Gründen verzichtete Hermann Reinhard bei der Generalversammlung des Stadt-Seniorenrates vor einigen Tagen auf eine erneute Kandidatur. Mit Waltraut Wirth hat die Gruppe nun eine neue Vorsitzende. Elfriede Mutter und Käthe Kraus sind zu Stellvertreterinnen gewählt worden. Ein wichtiger Schwerpunkt der künftigen Arbeit wird die bessere Koordination der Senioren-Angebote darstellen.
Auf dem Gelände der Friedrich-Ebert-Schule fand zusammen mit der Polizei und dem »Mobilen Schopfheim« ein Aktionstag »Verkehrserziehung in der Schule« statt. 1.000 Schüler kamen, die Polizei fand dabei den Zustand der Fahrräder »erschreckend«.
06. Oktober 1995
Im neugestalteten Rathaus tagt der Ortschaftsrat Raitbach. Für den Ortsteil geht dabei ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung: Das Rathaus ist renoviert und von Grund auf saniert worden.
Für 40jährige Betriebszugehörigkeit ehrte Bürgermeister Fleck Herrn Fritz Läuger bei der Firma Demag Wittig. Er sei der Erste in dieser Schopfheimer Firma, der ihr 40 Jahre lang die Treue gehalten habe.
Das MMZ-Möbelhaus in Gündenhausen verläßt Schopfheim nach zehn Jahren, um sich ganz auf den Standort Rheinfelden zu konzentrieren.
Um den Sprachunterricht für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, weiterzuführen, spenden die Unabhängigen der Dr. Max-Metzger-Schule einen Betrag aus ihrem Budget.
07. Oktober 1995
Der Stadt-Seniorenrat ist verärgert darüber, daß immer mehr Fahrradfahrer, insbesondere Erwachsene, die Gehwege befahren.
Joachim Keller, Vorsitzender der Sportgemeinschaft Eichen, legt seine Vereinsführung nieder. Der Zweite Vorsitzende, Bernd Dreher, wird nun die Geschäfte bis zur nächsten Hauptversammlung weiterführen. Der Chef der Eichener Ringer meint zu seinem Schritt, daß er und der Verein übereingekommen seien, »keine schmutzige Wäsche zu waschen«. Daher äußere man sich auch nicht über die Gründe.
Zwei Schopfheimer Geschäftsleute wollen ihren Kunden im Alleingang Parkgebühren ersetzen. Der Gewerbeverein, so der Vorsitzende, Dr. Thomas Wieland, ist der Meinung, daß man bei der Sache nichts überstürzen sollte. Der Gewerbeverein solle mit einer Entscheidung lieber warten, bis die derzeitige Erregung abgeklungen sei.
Anläßlich des Kirchenvolksbegehrens der katholischen Kirche hat eine Schopfheimer Arbeitsgruppe vor, heute und am Sonntag Unterschriften zu sammeln. Ansprechpartner aus der Schopfheimer Kirchengemeinde ist Roland Kleinbub.
Die diesjährige Haussammlung der Caritas erbrachte DM 10.000,- Erlös.
Imre Töröks liest in der Stadtbibliothek aus seinem Buch »Ameisen und Sterne«. Gerade der Witz, der seinen Märchen innewohnt, zeigt, wie die Fremdheit überwunden wird und die Sterne bewohnbar sein können.
08. Oktober 1995
Seit 100 Jahren besteht der St. Vinzentius-Verein der katholischen Kirchengemeinde Schopfheim. Beim Festakt im kath. Gemeindehaus bedanken sich Vertreter der Kirchen insbesondere bei den unermüdlich im Einsatz zum Wohle der Alten und Kranken tätigen Schwestern.
09. Oktober 1995
Die Wiesebrücke ist fertig. Mit einem Aufwand von DM 1,45 Mio. liegen die Sanierungskosten nur knapp über dem Voranschlag.
13. Oktober 1995
Ellen Schwiers und das Ensemble der Burgfestspiele Jagsthausen wurden vom Kulturring eingeladen. In der Stadthalle wird heute Shakespeares »Was Ihr wollt« gespielt.
14. Oktober 1995
Zum 15. Herbstfest hat der Raitbacher Gesangverein in die Ortsteil-Halle eingeladen.
In wenigen Tagen wird im Jubiläumsjahr des THG die Aufführung »Der Erlkönig«, eine Zeitreise durch fünf Jahrhunderte Schulgeschichte, zu sehen sein. Markus Manfred Jung ist Autor dieser Revue in fünf Bildern.
15. Oktober 1995
»Luckys Black Forest Brass Band« wird 20 Jahre alt. Mit der Band feiert der Bandleader, Rainer Hug, der auch die Gruppe, die viele Amerika-Tourneen hinter sich hat, gründete.
Dr. Michael Maraun eröffnet den Schopfheimer Diabetiker-Tag für den Landkreis Lörrach, der in diesem Jahr in den Räumen der IHK durchgeführt wird.
16. Oktober 1995
Gerangel gibts erneut im Bauausschuß, denn dieser will sich mit dem Bau von Parkplätzen bei der IHK durch die Firma Villringer nicht zufriedengeben. Ob man dem Bauantrag auf Errichtung der Parkplätze bei der IHK nun zustimmen wird, hat der Bauausschuß zunächst vertagt.
17. Oktober 1995
Noch immer ist das Mühlrad-Problem der Ölmühle Kaucher ungelöst. Die Stadt, so ist heute der Presse zu entnehmen, beabsichtigt, das alte Mühlrad unter Denkmalschutz zu stellen. Die Mühlenbesitzerin möchte aber die jetzige Situation nicht mehr länger dulden. Nunmehr soll das Regierungspräsidium entscheiden.
Im Grundsatz hat der Bauausschuß den Plänen der Michaelsgemeinschaft in Schweigmatt, die Kaspar-Hauser-Schule in Raitbach zu erweitern, zugestimmt. Allerdings muß zur Realisierung der Flächennutzungsplan geändert werden. Auch der Ortschaftsrat Raitbach hat seinen Segen gegeben.
Wie kann man die Integration junger Aussiedler fördern? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren«. In einer Arbeitsgruppe, die sich mit jugendlichen Aussiedlern treffen soll, will man erfahren, was diese jungen Menschen wollen und was sie erwarten. Dabei soll auch erkundet werden, ob man sie für einen Verein begeistern könnte.
18. Oktober 1995
In neuem Glanz erstrahlt das alte Fahrnauer Rathaus. Es wurde durch das Stadtbauamt in gelb-weißem Anstrich renoviert. DM 83.000,- kostete die Renovation. Aus dem Programm »Ländlicher Raum« erhielt die Stadt einen Zuschuß von DM 20.000,-.
Der in Langenau lebende Kurt Ückert hat seinen neuen Band »Aus meiner Heimat« veröffentlicht. Das kleine Bändchen mit Fotos widmet sich insbesondere Orten und Ortsteilen des Kleinen Wiesentals und den Ursprüngen einiger Flurnamen.
19. Oktober 1995
Hauptamtsleiter Klaus Strütt leitet seit heute interimsmäßig auch das Ordnungs- und Sozialamt. Dies wurde notwendig durch die Erkrankung des bisherigen Amtsleiters.
Reges Interesse konnte das Vereinsparlament bei der Terminabsprache für das kommende Jahr feststellen. »Kooperation ist besser als eine spätere Termin-Konfrontation«, meinte der Vorsitzende, Hauptamtsleiter Klaus Strütt.
Besuch aus China hatte das Schopfheimer Forstamt. Forstdirektor Dr. Gerhard Rieger konnte Forstfachleute aus dem Raum Peking begrüßen.
20. Oktober 1995
Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat die Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Bauhofleiter und gegen den Bürgermeister eingestellt. Ein strafrechtlich relevantes Verhalten lag nicht vor oder war derart geringfügig, daß auf eine Strafverfolgung verzichtet werden konnte.
Quasi aus heiterem Himmel habe die Ölmühlenbesitzerin Kaucher von den Plänen der Stadt erfahren, das Wasserrad unter Denkmalschutz zu stellen. Dies monierte Karl Selz in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.
Der Baubeginn für das Großprojekt »Schärers Au« soll demnächst anstehen. Von 54 Wohnungen sind 38 als Senioren-Wohnungen konzipiert.
Die Kläranlagenerweiterung des Abwasserverbandes Mittleres Wiesental wird an diesem Wochenende in Steinen eingeweiht.
Das Malergeschäft Wolfgang Riegert in der Steinhäußlerstraße feiert sein 75jähriges Jubiläum.
21. Oktober 1995
Eine Ausstellung mit Bauberatung, verbunden mit einer Immobilienbörse, wird in den neuen Räumen der Sparkasse gezeigt.
In Schopfheim steht Parkraum leer. Die CDU hört sich die Sorgen der Einzelhändler an und meint: »Fehler müssen korrigiert werden.«
Elf Jahre lang führte Margot Strass die Fahrnauer »Chrattenhexen«. Nunmehr trat bei der Generalversammlung Reinhard Geiger in dieses Amt ein. Über die Gründe des Rücktritts läßt Margot Strass niemanden im Unklaren. Es habe in der abgelaufenen Fasnachts-Kampagne, wie in vielen Vereinen, gekriselt.
Zum Herbstkonzert hat der Musikverein Wiechs in die Halle eingeladen. Unter dem Dirigat von Max Lehmann wurde den zahlreichen Blasmusikfreunden ein abwechslungsreiches Programm geboten. Für 40jährige Musikerlaufbahn konnte dann noch Hans Bäckert geehrt werden.
22. Oktober 1995
Der Domknabenchor aus Torun in Polen von der dortigen St. Johannes-Kathedrale konzertiert auf Einladung des Bezirkskantors Martin Winkler in der evangelischen Stadtkirche.
23. Oktober 1995
Nach 23 Jahren wurde Max Dörflinger, Hausmeister am Berufsschulzentrum, verabschiedet.
Ein Hochgenuß vom ersten bis zum letzten Ton war das wunderbar nobel inspirierte Spiel des »Consortium classicum« in der vhs-Reihe der Schopfheimer Konzerte. Das renommierte Spitzen-Ensemble brachte die Kammermusikfreunde ins Schwelgen und Schwärmen.
25. Oktober 1995
Zum ersten Mal konnten Schüler des THG auf freiwilliger Basis eine Berufsorientierung nutzen.
Beim Gesangverein Fahrnau gibt es einen Dirigentenwechsel. Der bisherige Chorleiter, Klaus Dürrschnabel, hat nach vierjähriger Zusammenarbeit das Dirigentenamt abgegeben. In harmonischem Einvernehmen – so Pressewart Reinhard Bläsi – sei dieser Schritt vollzogen worden. Derzeit sucht der Verein einen Gesangspädagogen mit Klavierausbildung.
Jürgen Vetter bleibt an der Grundschule Fahrnau Elternbeiratsvorsitzender.
26. Oktober 1995
Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des Vereins für Soziokultur (»Irrlicht«) wollten die einen die bisherige Linie weiterführen, andere meinten jedoch, es sei zu lasch und suchten mittels eines neuen Vorstandes, ihre Motivationsflaute zu überwinden. Nach der Entlastung des bisherigen Vorstandes wollte dieser jedoch nicht mehr kandidieren. Neue Vorsitzende ist Nicole Keßler.
Derzeit erhält die alte B 317 vom »Hammer« bis zum Hirschen-Dreieck in Fahrnau einen neuen Belag.
28. Oktober 1995
Die CDU will einige Parkautomaten abbauen.
Die Krise bei der Schopfheimer Narrenzunft ist beendet. Bei der jüngsten Zunftmeister-Versammlung im Narrenkeller wurde Gerhard Zeiher zum neuen Oberzunftmeister gewählt. Er meinte, daß man nun über die lange währenden Querelen großzügig hinwegsehen und dem bisherigen Oberzunftmeister die Entlastung erteilen sollte. Bei acht Enthaltungen und acht Gegenstimmen wurde die Entlastung dann auch erteilt. Blokbergen und Sanio, so hatten sie versichert, wollen in der nächsten Woche den Rücktritt erklären.
30. Oktober 1995
Auf ein Auto als Zugpferd verläßt sich der Gewerbeverein bei der diesjährigen Weihnachtsaktion.
31. Oktober 1995
Das künstlerische Werk von Hans Theo Baumann ist im Museum in einer Ausstellung des Kunstvereins zu sehen. Die Ausstellung wurde vom stellvertretenden Direktor des Badischen Landesmuseums Karlsruhe, Peter Schmidt, eröffnet.
Die überregional bekannte Rockband »Groovin« gab ein Benefiz-Konzert in der Langenauer Festhalle zugunsten des Schopfheimer Kinderschutzbundes.
01. November 1995
Über 100 Reiter mit ihren Pferden trafen sich auf Einladung des Reitvereins Wiesental am Hohe-Flum-Turm.
02. November 1995
Die CDU hat sich zum Ziel gesetzt, sich für ein besseres zwischenmenschliches Klima in der Stadt stark zu machen. Die derzeit gravierenden Veränderungen im Stadtbild sorgen für viel Gesprächsstoff und erhitzen die Gemüter, so die Fraktion.
03. November 1995
Ärger gibt es erneut am »Pflug«-Areal, denn zwischen der evangelischen Kirchengemeinde und der ausführenden Baufirma ist ein Streit über die Errichtung der Gartenmauer zum Pfarrgarten hin entstanden. Die Baufirma hat Betretungsverbot; sie wehrt sich jedoch: »Wir werden die Mauer, da wir den Auftrag haben, errichten.«
Letztmals hat Manfred Baer die Sitzung des Elternbeirats der Friedrich-Ebert-Schule geleitet. Neuer Vorsitzender wurde Walter Geiser.
Seit über vier Jahrzehnten ist Herbert Reichert bei der Firma Rüdtlin Lufttechnik in Schopfheim beschäftigt. 1955 begann er dort seine Lehre als Blechschlosser. Heute ist er Vorarbeiter. Für diese Treue überreichte ihm Bürgermeister Fleck die Urkunde und die Medaille des Landes Baden-Württemberg.
Die Gewerbe-Akademie Schopfheim hat Renate Hartwig zu einem Referat über Scientology eingeladen. Doch seit dem Erscheinen ihres neuen Buches »Scientology – das Komplott und die Kumpane« sind die Angriffe gegen sie nunmehr so heftig, daß es schlichtweg um ihre Existenz geht. Daher hat Walter Köhler, Fördermitglied der Schutzorganisation gegen Scientology, für sie den Vortrag übernommen. Sein Fazit: »Scientology ist staatlich geduldeter, von der Justiz nicht verfolgter, von prominenten Künstlern und Medien verharmloster Terror.«
04. November 1995
Die Proben für die diesjährige Aufführung der Spielbühne haben begonnen. Unter der Regie von Hildegard Vierhoff-Bocks wird Ionescos Stück »Jacob oder der Gehorsame« am 17. November Premiere haben.
Gerhard Zeiher wünschte sich beim diesjährigen Zinkenabend in der Stadthalle, der so etwas wie ein kleiner Zunftabend war, er möge als Neubeginn der Zunft und für manche Akteure als Sprungbrett für kommende Zunftabende gelten.
Auftakt mit Dorftratsch und Tanz zur Wiechser Buurefasnacht.
Bürgermeister Klaus Fleck hält es für zu früh, jetzt bereits über den Antrag der CDU, zwei Parkschein-Automaten außer Betrieb zu setzen, zu beschließen. Zunächst müßten einmal ein halbes Jahr lang Erfahrungen gesammelt werden, meint er.
Der Kabarettist Stefan Bauer ist zu Gast im »Irrlicht«.
Großes Gedränge herrschte beim diesjährigen Ski-Basar der TSG-Skiabteilung. Seit 15 Jahren veranstaltet die TSG abwechselnd mit dem Ski-Club Fahrnau diesen alljährlichen Basar. Ein Käufer meinte: »Es ist der bestorganisierte Ski-Basar in der ganzen Umgebung.«
06. November 1995
Der Wasserpegel im Gewerbekanal wird sinken. Ein Kanalabschlag, der vorläufig bis zum 23. Dezember dauert, steht in Zusammenhang mit dem Neubau des Wasserkraftwerkes durch die Firma Hänßler im »Bifig«.
Einer Erweiterung der Zuständigkeit in der Verwaltungsgemeinschaft hat der Gemeinderat zugestimmt. Danach sollen künftig auch die Aufgaben der Straßenverkehrsbehörde für die Gemeinden Maulburg, Hasel und Hausen übernommen werden. Ob diese Gemeinden dem auch zustimmen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
Mit einer Gegenstimme beschließt der Gemeinderat, bei den Anbindungen an die Umgehungsstraße (zweites Ohr) alles zu tun, damit die Linksabbieger nicht – wie jetzt – allzulange warten müssen. Zunächst aber sollen die Einfahrten auf die B 317 so verbreitert werden, daß zwei Fahrzeuge nebeneinander Platz haben.
Der zweite Nachtragshaushalt 1995 wurde vom Gemeinderat beschlossen; erste Daten für den Haushalt 1996 – so der Beigeordnete, Ruthard Hirschner – liegen auch auf dem Tisch. Nach dem jetzt im Rathaus offengelegten Entwurf wird der Haushalt 1996 um 2,6% gegenüber dem Haushalt 1995 steigen. Die neue Verschuldung des DM 52,5 Mio. hohen Haushalts liegt bei DM 247.000,-.
30 Jahre ist Kurt Härzschel im Stadtrat. Dafür hat ihn der Bürgermeister im Namen des Gemeindetages Baden-Württemberg mit der neugeschaffenen Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.
Die Eltern der Langenauer Kindergarten-Kinder richten an die Stadt ein Schreiben, in dem sie den Wunsch zum Ausdruck bringen, die derzeitigen Öffnungszeiten beizubehalten. Bekanntlich klagt die Stadt gegen eine Entscheidung des Landeswohlfahrtsverbandes, die mehr Personal bei der bestehenden Öffnungszeit des Kindergartens verlangt.
07. November 1995
Eine Vorlesestunde für Vor- und Grundschüler wird vom Kinderschutzbund in der Stadtbibliothek organisiert.
08. November 1995
Nach Mitteilung der Stadtverwaltung soll zum 01. Januar 1997 das neue Steuerungsmodell in der Stadtverwaltung eingeführt werden. Die Umstellung auf betriebswirtschaftliches Denken soll die Verwaltungsproduktivität und die Motivation der Mitarbeiter verbessern. Über genaue Produktbeschreibungen und Kostenzuordnungen will man dies erreichen. Arbeitsabläufe sollen mittels Controlling (dies gab es bisher in einer öffentlichen Verwaltung nicht) gesteuert und verglichen werden. Ein Bürgerbüro, das ebenfalls zur neuen Philosophie gehört, startet auch 1997.
Mit dem Spatenstich beginnt der Bau des Kraftwerkes am Gewerbekanal im »Bifig«. Bürgermeister Fleck meinte bei diesem Anlaß, das sei der Startschuß zu einem unüblichen Projekt, das seit etwa zehn Jahren im Gespräch sei. Bevor die Firma Hänßler dieses Projekt in Angriff nimmt, sollte zur Geräuschdämmung ein Deckel auf den Kanal aufgebracht werden. Die Stadt beteiligt sich am Gemeinschaftswerk mit DM 500.000,-.
Dieter Leppert, Vorsitzender des Volksbank-Aufsichtsrates, wartete bei der Vertreterversammlung der Bank mit einer Überraschung auf; er stellte Edwin Baur vor. Baur wird im Frühjahr 1996 als dritter Mann die Bankspitze verstärken; denn Walter Ammann strebt seine Pensionierung im Frühjahr 1997 an. Dieter Leppert meint, man habe die Weichen rechtzeitig stellen wollen; dem neuen Vorstand soll ausreichend Zeit zur Einarbeitung gegeben werden.
09. November 1995
Der Gewerbeverein verlangt vom Stadtrat und der Verwaltung, folgende Maßnahmen unverzüglich in die Wege zu leiten: Die Park-Automaten sollten auf einen engen Kernbereich der Innenstadt beschränkt und die Parktarife auf maximal DM -,50/Std. gesenkt werden. Man will auch, daß die gebührenpflichtige Parkzeit von 10–17 Uhr gilt. Zur Begründung schreiben Dr. Wieland und Thomas Klever, daß seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung Parkraum in erheblichem Umfang leerstehe.
Der für DM 2,7 Mio. fertiggestellte Erweiterungsbau der Waldorfschule wurde vorgestellt. Das Land beteiligte sich an diesen Kosten mit DM 1 Mio., so Architekt Heinz Meßmer, der das Projekt leitete.
Markus Manfred Jung liest aus seinem neuesten Werk »E himmlischi Unterhaltig« in der Regio-Buchhandlung.
10. November 1995
Die Firma Durlum feiert in der Stadthalle den 75. Geburtstag des Seniorchefs Fritz Reuter und das 50jährige Bestehen der Firma. In Schopfheim ist das Unternehmen seit 1954/55 ansässig.
Georg Trakls »Blaubart« hat Marianne Neininger mit ihrem »Theater auf der Au« in diesem Jahr auf die Bühne gebracht. Die Schopfheimer Studiogruppe hat eindrücklich und mit hautnah spielenden Akteuren dichte Spannung zwischen Todesnähe und Erotik heraufbeschworen.
11. November 1995
Bei einer Betriebsfeier gibt Gerhard Krückels, Geschäftsführer des »Dreistern«-Werkes, bekannt, daß er zum Jahresende die Betriebsgeschäfte an seinen Sohn Thomas übergeben wird. Mit dem Dank an seine Mitarbeiter verband er gleichzeitig die Hoffnung, daß die Belegschaft das Vertrauen und die Unterstützung auch seinem Sohn entgegenbringen werde.
Das MT berichtet darüber, daß Gemeinderäte während Sitzungen hinter dem Rathaus gratis parken dürfen, obwohl diese auch der Parkraumbewirtschaftung unterliegen. Fazit – so meint Werner Müller in seinem Kommentar – sei, daß die Unbill, die die Bürger durch die Parkgebühren hätten, auch Gemeinderäte treffen sollte.
Fahrnaus Narren rüsten zur närrischen Zeit: »D'ue öbbis drugge, nit eifach schlugge«, ist das Motto der kommenden Fasnachtszeit, das Markus Kraft für die »Düfzelgeister« verkündete.
Martinsbasar in der Waldorfschule.
12. November 1995
Von einem zweitägigen Besuch in Kleinmachnow kehren Vertreter der Stadtverwaltung und des Gemeinderates zurück. Beim Besuch äußerten die Gastgeber den Wunsch nach einer formellen Städte-Partnerschaft. Daß Schopfheim dazu das Jawort geben wird, scheint so gut wie sicher, so der Bürgermeister.
Bei den Wahlen zum Ältestenkreis der evangelischen Kirche waren unterschiedliche Wahlbeteiligungen zu verzeichnen. In Eichen gingen 30% der Wahlberechtigten zur Urne. In beiden Schopfheimer Gemeinden waren es nur 12%. In Wiechs lag die Wahlbeteiligung bei 20,6%, in Langenau bei 25%. Die Wahlbeteiligung in Fahrnau und Kürnberg war mit 16,4% festzuhalten.
13. November 1995
Das Ziel, das sich das Tri-Team Hochrhein für 1995 gesetzt hatte, wurde erreicht. Nach dem Saisonabschluß kam die offizielle Einteilung der Ligen für 1996. Durch den achten Gesamtplatz nach fünf Veranstaltungen schaffte es die erste Mannschaft des Schopfheimer Triathlon-Vereins, künftig in der zweiten Bundesliga zu starten.
Eugen Herzog aus Poligny schreibt in diesem Monat, daß der Gemeinderat der Partnerstadt sich am 21. September mit den Atomversuchen beschäftigt hat und einen Antrag, der mit 21 Stimmen, 2 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen angenommen wurde, verabschiedet hat: »Als erste große politische Entscheidung hat der neue Präsident der Republik beschlossen, mit der Wiederaufnahme der Nuklearversuche das Wettrüsten erneut aufzunehmen, anstatt ein Gebäude des Friedens zu bauen. Diese Entscheidung ist gefährlich, denn sie verschweigt in der Tat den Willen, mit neuen Waffen zu experimentieren. Diese Entscheidung fügt Frankreichs Kredit Schaden zu in einer Zeit, wo Verhandlungen angeknüpft werden, um die Nichtvermehrung der Atomwaffen und das Verbot der Versuche zu bestätigen. Diese Entscheidung gefährdet den Frieden in einer Zeit, wo die Atommächte nur einen Vorwand erwarten, um sich auf die Herstellung neuer Waffen zu stürzen. Der Gemeinderat ist ebenfalls der Meinung, daß die ausgegebenen Milliarden in anderen Sektoren wie dem Kampf um Arbeit, Erziehung und Gesundheit besser verwendet würden.«
Der in Schopfheim geborene Maler und Designer Herbert Walliser stellt in der Sparkasse Blumenbilder und Landschaften in Aquarell-Technik aus.
Mit einem Blick in die Zukunft unter dem Stichwort »Perspektiven der nächsten zehn Jahre« referiert Bürgermeister Klaus Fleck vor der CDU in der Stadthalle. Sein Credo lautet: »Wir wollen Schopfheim für die Feier des 750jährigen Stadtrechts im Jahre 2000 herausputzen.« Die Zahl der Einwohner wird dann bei etwa 19.000 liegen, auf dem Wohnungssektor möchte er noch 1.600 neue Einheiten schaffen. Außer der Halle in Gersbach stehen Versammlungsräume in Enkenstein und Kürnberg an.
Keine Einigung konnte mit der Firma Magbau über den Bauantrag für 217 Wohneinheiten in der »Kleinen und Oberen Schleife« erzielt werden. Dem Ortsbauausschuß blieb nun nach langen Verhandlungen nichts anderes übrig, als den Antrag abzulehnen.
Den Martinstag feiern Kinder der Fahrnauer Schule mit ihrem traditionellen Umzug durch das Dorf.
Die Firma Villringer darf ihre nachzuweisenden Parkplätze für den Neubau an der Hauptstraße nunmehr auf dem Gelände der IHK am Amalienweg bauen. Baurechtlich sei dagegen nichts einzuwenden, hört man im Ortschaftsrat.
Der Bauausschuß empfahl in seiner Sitzung, für den Hofackerweg in Eichen einen Bebauungsplan aufzustellen.
14. November 1995
Nach der in der Presse erschienenen Kritik gegen die Parkausweise der Gemeinderäte ziehen die Unabhängigen daraus die Konsequenzen. Dr. Fritz Lenz betont, daß seine Fraktionsmitglieder die Ausweise zurückgeben werden.
Dank einer Sparkassenspende konnte auf dem Kinderspielplatz »Bremt« ein neues Spielgerät errichtet werden.
Auf Anregung der Schopfheimer Schülerin Anja Steven wird es in Baden-Württemberg künftig sehr wahrscheinlich eine Schüler-Ferienkarte geben. Bei einem Besuch der SPD-Landtagsfraktion trug Anja Steven dieses Ansinnen vor. Nunmehr beschäftigt sich der Verkehrsminister auf eine entsprechende Anfrage der SPD damit.
Langenaus Väter und Ortschaftsräte haben gemeinsam ein Wartehäuschen für die Grundschulkinder errichtet. Mit dieser Arbeit ersparte man der Stadt erkleckliche Lohnkostensummen. Nun sucht man noch einen Sponsoren für eine Sitzbank.
Zum »Nußknacker-Hock« treffen sich die Unabhängigen im »Engel«. Sie sind sich einig, nach einem Jahr kommunalpolitischer Arbeit konstruktive Arbeit geleistet und »ansteckende« Wirkung im Gemeinderat gezeigt zu haben. Einige meinten jedoch, daß die Transparenz nach außen fehle. Insbesondere bei der neuen Verkehrssituation hätte man vorher mit Bürgern reden können, hört man in der Versammlung. Klaus Kochendörfer räumte ein, daß die von den Unabhängigen angestrebte Bürgerbeteiligung nicht einfach zu erreichen sei. Manfred Thoma meinte: »Wir haben im letzten Jahr unsere Jungfräulichkeit verloren.« Er stellte aber Handlungsbedarf fest und äußerte: »Vorstand, Mitglieder und Fraktion müssen zu Visionen zurückfinden.«
Der Vorsitzende des Angel-Sportvereins, Klaus Jäckh, berichtet bei der diesjährigen Hauptversammlung, daß bei Turbinen-Reparaturarbeiten insgesamt 400 Fische verendeten, darunter auch vom Aussterben bedrohte Arten wie Fünfaugen. Im vergangenen Jahr hat der Verein 342 Fische gefangen. 59 cm lang war die größte gefangene Forelle.
15. November 1995
Bei der Wahl der Kirchenältesten der evangelischen Kirchengemeinde gingen am Sonntag in Gersbach 26,5% der Gläubigen zur Urne.
Den Wirtschaftsplan des Jahres 96 verabschiedet der vhs-Ausschuß. Der Etat des kommenden Jahres liegt bei DM 860.000,-, wobei die Stadt einen Zuschuß von DM 210.000,- festschreibt. Als größtes Problem sieht Franz Hoch immer noch die Raumfrage an, wobei der Leiter der vhs äußert, ihm hänge die ständige Raum-Bettelei zum Halse heraus. Ingeborg Teipel wollte vom vhs-Leiter wissen, weshalb derzeit relativ viele esoterische und weniger historische oder zeitgeschichtliche Kurse angeboten würden. Sie bekam zur Antwort, daß dies am Zeitgeschmack der Teilnehmer liege; mit zeitgeschichtlichen oder politischen Themen habe die vhs keine guten Erfahrungen gemacht.
16. November 1995
Im Alter von 74 Jahren verstirbt Eugen Herzog in Poligny. Er hat über das MT die Schopfheimer laufend über das Geschehen in seiner Heimatstadt unterrichtet. In einem Artikel des Jahrbuches 1988 wurde Eugen Herzog gewürdigt und damals als »Bindeglied einer Freundschaft« bezeichnet. Eugen Herzog starb völlig überraschend.
17. November 1995
Die Unabhängigen haben 135 Fragebogen zur Verkehrssituation von der Schopfheimer Bevölkerung zurückerhalten. 91% äußern ihre Unzufriedenheit mit der jetzigen Verkehrsregelung. 31 Befragte wollen die Innenstadt gar zu einer Fußgängerzone umgestaltet wissen.
Einen Tag nach dem Sturz des SPD-Parteivorsitzenden Scharping liest man, daß MdB Marion Caspers-Merk auch für Oskar Lafontaine gestimmt habe. Sie erhofft sich dadurch ein positives Signal. Der Schopfheimer Ortsvereinsvorsitzende Rolf Strohm zeigt sich sehr überrascht, meint aber, daß es sich zeigen werde »wie lebendig die Partei trotz aller Probleme geblieben ist.« Artur Cremans meinte zur Wahl: »Überraschende Kiste.« Der Machtwechsel sei zwar nicht ganz auf die »feine« Art vollzogen worden, vom Ergebnis her aber gut. Alt-MdB Walter Faller dazu: »Die politisch beste Lösung.« Er habe Scharping zwar menschlich geschätzt, auch dessen Verhalten nach der Wahlschlappe sei großartig, aber politische Härte habe er eben vermissen lassen. Oskar Lafontaine seinerseits sei ein gewiefter Taktiker, dessen Stärke zweifellos darin liege, sachliche Argumente in kunstvollen Reden vorzutragen.
»Jakob, der Gehorsame«, ein absurdes Theaterstück mit viel Humor, Parodie und Maskenspiel, hat Premiere im Museumskeller. Die Spielbühne hat dieses Stück von Eugène Ionesco in der Regie von Hildegard Vierhoff-Bocks für den Schopfheimer Kleinkunst-Keller bearbeitet. Die Rezensentin des Abends schreibt: »Alle Szenen dieser neuen Spielbühnen-Produktion bilden einen sehr sehenswerten, phantastisch lebendigen, absurden Theaterabend.«
18. November 1995
In Gersbach reift eine neue Idee: Unter der Leitung von Ernst Frieder Schmidt wird derzeit ein Projekt zur Käseherstellung verfolgt. Neben der Fleisch-Direktvermarktung sucht man im Höhenerholungsort noch ein weiteres Standbein. In Gersbach – so schwebt ihm vor – sollen ein Frischkäse und eine Art Münsterkäse hergestellt werden. Sein Traum wäre ein eigenständiger Gersbacher Bergkäse.
Nur mäßig besucht war die Fahrnauer Festhalle beim Herbst-Konzert des Musikvereins. Insgesamt war das Konzert wieder eine Demonstration des hohen musikalischen Niveaus, das in Fahrnau schon seit langem gepflegt wird – so die Presse. Im Mittelpunkt des Konzertabends standen Werke von Paul Hindemith, Carl Orff und Gordon Jacob.
Als kleiner Dank für alle Feuerwehr-Angehörigen feiern die Floriansjünger gemeinsam ihren Familienabend in der Hülschenmatthalle.
Besuch aus dem Elsaß hatten in diesem Jahr die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Fahrnau. Aus dem französischen Thann kamen die jungen Gäste in den Ortsteil.
Beim Familienabend des Schwarzwaldvereins wurden erneut treue Mitglieder geehrt. Dabei wurden auch Dr. Herbert Piepenbrink und Werner Rietschle für die langjährigen Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Eine Fachtagung unter dem Titel »Global denken – lokal handeln: Klimaschutz auf kommunaler Ebene« führte hochkarätige, praxis-erfahrene Experten in die Markgrafenstadt. Die Kommunen könnten eine Vorreiterrolle als Anreger, Förderer und Koordinatoren übernehmen, war zu erfahren. Vom Vortrag war der Landrat derart beeindruckt, daß er die Referenten zu einer Wiederholungsveranstaltung vor einem aus Bürgermeistern und Kreisräten bestehenden Gremium einlud.
19. November 1995
Die Gedenkfeier zum Volkstrauertag war auf dem Schopfheimer Friedhof nur schwach besucht. Bürgermeister Klaus Fleck für die Stadt und Alfons Lienhart für den VdK legten je einen Kranz auf dem Ehrenfriedhof nieder. Pfr. Dr. Hoffmann, der die berühmte Bibel-Passage von den Schwertern, die zu Pflugscharen umgeschmiedet werden, zitierte, meinte, ob dies nicht ein frommer Traum sei, denn heute sei von Frieden doch immer noch keine Rede. Immer noch seien Menschen durch Krieg und Mord bedroht.
In den anderen Ortsteilen finden auf den Friedhöfen ebenfalls Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt.
Von Kurzweil geprägt war der Familienabend der TSG in der Stadthalle.
Tragisch endet für eine 85jährige Frau ihr Sturz in die Wiese. In der Nähe des Hundesportplatzes Ehner-Fahrnau stürzte sie ins Wasser. Tauchern des DLRG Rheinfelden gelang es später, die Frau zusammen mit der Feuerwehr zu bergen; es kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Am Volkstrauertag führt die Kantorei das »Deutsche Requiem« von Johannes Brahms in der evangelischen Stadtkirche auf. Die Kantorei und das Junge Kammerensemble Baden-Württemberg fanden zu einem eigenständigen Miteinander, wie der Rezensent meinte. Die beiden Solisten Annette Ruoff und Peter Wicker überzeugten vollauf. Mit diesem Requiem gelang es Martin Winkler, Eindrücke von Angst und Tod, Mühsal und Bedrängnis, aber auch der Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln.
20. November 1995
Auch bei der jüngsten Generalversammlung des Skiclubs Fahrnau im Nebenzimmer des »Restaurants am Park« blieb Hans Schwietale weiterhin Vorsitzender.
21. November 1995
Die Vorbereitungen zur diesjährigen Weihnachtsaktion des Gewerbevereins sind in vollem Gange. Thomas Klever sagt für den Interessen-Verband, daß in diesem Jahr wieder ein Auto zur Verlosung ansteht.
Im Ortschaftsrat Enkenstein stellt Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann einen Plan vor, der eine Tempo-Reduzierung im Ortseingangsbereich von Langenau her ermöglicht. Einig sind sich der Ortschaftsrat und die Stadt darüber, daß eine Tempo-Reduzierung erfolgen muß. Nach dem Willen der Ortschaftsräte sollte auf der Landstraße Tempo 40 und in der Ortschaft Tempo 30 gelten.
22. November 1995
220 Unterschriften kamen in Schopfheim für das Kirchvolksbegehren zusammen, so eine Pressemitteilung des katholischen Pfarrgemeinderates. Etwa die Hälfte der regelmäßigen Kirchgänger hätten sich somit beteiligt, meinte der Mit-Initiator der Arbeitsgruppe, Rudolf Hausmann.
Das 25jährige Jubiläum der Schopfheimer Filiale feiert dieser Tage das Modegeschäft Faller. 1970 wurde der erste Laden im Haus Hellinger in der Hebelstraße auf 30 qm eröffnet. 1977 erfolgte der Umzug in die Hauptstraße 40 (heute Reisebüro Heizmann). Ein größeres Warenangebot hatte zu größerem Platzbedarf geführt. 1983 schließlich zog man in die Scheffelstraße 3 (ehemalige Sparkasse) um. Ein Zweigbetrieb wurde 1993 unter der Bezeichnung »Company« in der Hauptstraße 48 eröffnet.
Mit der Verkehrsanbindung an die A 98 über den Dinkelberg beschäftigt sich der Ortschaftsrat Wiechs. Auf Drängen der Stadt soll eine leistungsfähige Verbindung mit einer Ausfahrt Rheinfelden-Ost über den Dinkelberg geschaffen werden. Wie das zu geschehen hat, ist derzeit noch unklar; Vorstellungen bestehen jedoch, informiert Ortsvorsteher Hodapp.
Das staatliche Tanz- und Gesangsensemble RUS aus Wladimir gastiert auf Einladung des Kulturrings in der Stadthalle. Unter dem Thema »Altrussische Weihnacht« wurden Wintertänze und -gesänge dargeboten. Das Publikum war restlos begeistert.
24. November 1995
Für die nächste Gemeinderatssitzung schlägt die Stadtverwaltung dem Gemeinderat vor, im Entwicklungsgebiet »Kleine und Obere Schleife« das Enteignungsverfahren gegen einen Grundstückseigentümer zu beantragen. Trotz mehrfacher Verhandlungen mit der Eigentümerin, Magbau GmbH, konnte nichts erreicht werden, liest man heute in der Zeitung.
Der katholische Pfarrgemeinderat beschäftigte sich dieser Tage damit, wie würdig mit Fehl- und Totgeburten umgegangen werden kann. Zunächst will man sich informieren, wie sonst im Landkreis Lörrach verfahren wird, danach in den Dialog mit Politikern und Ärzten eintreten.
Jahreshauptversammlung bei der Abteilung Tischtennis im TV Fahrnau. Abteilungsleiter Volker Fischer zeigt sich mit den Leistungen der Damen und der 1. Herrenmannschaft sehr zufrieden. Die Damen – »das Maß aller Dinge« – wie er sagt, wurden ungeschlagene Meisterinnen in der Bezirksklasse und stiegen in die Landesliga auf, wo man derzeit auf Platz 2 rangiert.
Nach der Begrüßung durch Bernhard Schmidt, »Meister vom Stuhl« der Freimaurerloge »Friedrich zur Eintracht« in Schopfheim, ergriff Alfred Lehmann, der für das Ritualwesen zuständig ist, das Wort. Die Freimaurer hätten eingeladen, um über sich selbst zu informieren. Vorweg: die Loge sei kein Geheimbund. Ansonsten seien die Ziele durch die Satzung öffentlich einsehbar. Der Mensch werde als Baustein am Tempel der Humanität gesehen, der über den Weg der Selbsterkenntnis zur Selbsterziehung gelangen soll. Die in der Loge stattfindenden Rituale seien lediglich als Hilfestellung auf diesem Weg zu sehen.
25. November 1995
Die Arbeit nach außen hat sich der Förderverein der Johann-Peter-Hebel-Schule weiter aufs Panier geschrieben, denn damit könne das Bewußtsein für diese Schule – so der Vorsitzende Carlo Geiger, der übrigens wiedergewählt wurde – gefestigt werden.
Vor wenigen Tagen traf sich die Privatwaldbetriebsgemeinschaft in Gersbach im »HägiHof« zur Jahreshauptversammlung. Die Holzrücker und Waldarbeiter sollen die Waldwege mehr schonen. Ein Schwerpunkt im kommenden Jahr soll auf die Freihaltung der Lichtraumprofile über den Waldwegen gelegt werden. Die Unterhaltung der Waldwege – so Ortsvorsteher Sutter – erfährt im kommenden Haushaltsjahr eine Mittelerhöhung.
Ganz im Zeichen eines Doppel-Jubiläums stand die diesjährige Jahresabschlußfeier des MSC. 70 Jahre ist der MSC alt, und seit 30 Jahren gibt es das Motocross. Das große Engagement des Vorsitzenden Fritz Schrank für den MSC würdigt Bürgermeister Klaus Fleck, der es als glückliche Fügung bezeichnete, daß Vereinsführung und Renn-Organisation in den Händen dieses Mannes gelegen haben. Er ehrte den langjährigen Vorsitzenden und Rennleiter dann unter großem Beifall mit der Silbernen Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. Fritz Schrank meinte an die Mitglieder gewendet, daß diese Ehrung nicht nur ihm gelte, sondern allen Mitgliedern und Helfern, denn »wir haben alles miteinander gemacht.« An diesem Abend gab es auch neue Ehrenmitglieder. Klaus Hottinger, Heinrich Kibelka und Arthur Schneider sind seit 1951 dabei, Konrad Schlageter hält dem Club seit 1954 die Treue.
Zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt wird erneut das Herbstkonzert des Raitbacher Musikvereins in der Festhalle.
Auch der Musikverein Langenau feiert mit Aktiv- und Passiv-Mitgliedern das Jahreskonzert. Es stand unter dem Dirigat des erst seit einigen Monaten amtierenden Dirigenten Erwin Lenz, für dessen Mühe und Einsatzbereitschaft sich der Vorsitzende, Udo Räuber, herzlich bedankte.
Zu einem abwechslungsreichen Programm luden die »Eiemer Seewicht« ein, quasi als Auftakt zur bevorstehenden Fasnacht. Man feiert dieses Jahr das 10jährige Jubiläum.
Nach altem Brauch feiert die Philippinin Mary Ann Seesante im evangelischen Gemeindehaus ihren 18. Geburtstag. 130 Verwandte, Freunde und Bekannte waren eingeladen. Das Geburtstagskind bekam 18 Rosen von 18 Jungs, danach brachten 18 Freundinnen 18 Kerzen mit guten Wünschen.
27. November 1995
Gegen das gebührenpflichtige Parken auf dem rückwärtigen Grundstück des Hauses Hauptstraße 17 hat Dr. Zils im Namen der Eigentümergemeinschaft Einspruch und eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Stadt erhoben.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist es einem Schopfheimer gelungen, in die Badische Auswahlstaffel der Boxer berufen zu werden. Björn Fehrke war dieser Tage bei einem Turnier in Chur in dieser Staffel, zählte aber allerdings nicht zu den Siegern.
29. November 1995
Der Streit um die Gebührenpflicht auf dem Parkplatz hinter dem Hause Hauptstraße 17 wird nun die Gerichte beschäftigen; denn die Stadt – so ist heute zu lesen – »läßt's drauf ankommen.«
30. November 1995
Bei der geplanten Enteignung in der »Kleinen und Oberen Schleife« durch die Stadtverwaltung wollen die Unabhängigen nicht mitmachen. Auch CDU und FWV lehnen diese Maßnahme in ihren Fraktionssitzungen ab. Karl Selz meint gar, daß die Stadt »fürchterlich schlechte Karten« angesichts ausgewiesener, ungenutzter Bauflächen wie z. B. »Auf Hinter Hofen« oder »Im untern Dorf« (beide in Fahrnau) habe. Am Bedarf für sozialen Wohnungsbau hegt der Fraktionsvorsitzende Klaus Kochendörfer keinen Zweifel. Für eine Enteignung als »letztes Mittel« fehlt es nach seiner Auffassung jedoch an einer wesentlichen Voraussetzung.
In der jüngsten Fraktionssitzung beklagt die CDU den Vierwochenrhythmus der Gemeinderatssitzungen. Es bleibe nicht genügend Zeit, wichtige Dinge zu diskutieren.
Zu einem Abend mit Volksmusik-Stars lädt die Sportgemeinschaft Eichen in die Stadthalle. Mehr als 600 begeisterte Freunde lassen sich diese Gelegenheit zur entspannten Unterhaltung nicht nehmen.
Ein zufriedenstellendes, teilweise auch überdurchschnittliches Geschäftsjahr 1994 kann die Sparkasse verzeichnen. Direktor Dr. Neubauer erwähnt dies in der Gewährträgerversammlung. Dabei informiert er, daß die Bilanzsumme gegenüber 1993 um 12,6 % auf DM 650 Mio. angewachsen ist. Die Spareinlagen sind um 11 % auf DM 268 Mio. gestiegen. Zum Vorsitzenden der Gewährträgerversammlung wurde für die Dauer von fünf Jahren erneut Bürgermeister Klaus Fleck gewählt. Die Verwaltungsratsmitglieder Fred Brüderlin und Fritz Reuter erhielten für ihre 35jährige Tätigkeit im Verwaltungsrat die ihnen gebührende Ehrung.
01. Dezember 1995
Der Bürgermeister will sich mit den Unabhängigen zusammen stark dafür machen, daß die Stadt dem Kinder- und Jugendtelefon jährlich einen Zuschuß von DM –,10 pro Einwohner zukommen läßt.
Der Gemeinderat Hausen will nicht, daß Schopfheimer Vollzugsbeamte auch im Hebeldorf kontrollieren.
Mit Beginn des neuen Kirchenjahres, also am kommenden Sonntag, dem 1. Advent, wird in der Badischen Landeskirche das neue evangelische Gesangbuch eingeführt.
02. Dezember 1995
Mit vier Anträgen wollen die GRÜNEN zum Haushalt 1996 zusätzlich Wünsche für eine Viertelmillion DM berücksichtigt wissen. Zur Erstellung eines Gutachtens über den öffentlichen Personennahverkehr (Stadtbus-Konzept) sollen DM 10.000,– bereitgestellt werden. Für eine zusätzliche Haltestelle der Wiesental-Bahn in Gündenhausen will man DM 200.000,– und für ein Energie-Gutachten DM 15.000,– haben. Desweitern soll eine halbe Stelle für die Alten-Beratung eingerichtet werden.
03. Dezember 1995
Im großen Sitzungssaal der IHK hat die Städtische Wohnbau, zusammen mit dem Bauträger, die Senioren-Wohnanlage »Schärers Au« erstmals öffentlich vorgestellt.
Staatssekretär Peter Reinelt, MdL, ließ es sich auch dieses Jahr nicht nehmen, zur Adventsfeier der AWO in die Stadthalle zu kommen. Die Senioren der Stadt durften dort einige Stunden Kurzweil erleben.
Bei einer Matinée in der Fahrnauer Festhalle verabschiedet sich Ulrich Winzer vom Jugendorchester des Musikvereins Fahrnau. Aus beruflichen Gründen gibt er diese Aufgabe ab. Julian Gibbons, ein Engländer, der in Basel lebt, übernimmt seine Tätigkeit.
Beim Grümpel- und Königsschießen im Schützenhaus der Sportschützengesellschaft Fahrnau wurde Sascha Dabelstein Sieger.
Zum Gersbacher Schulfest am 1. Advent trifft sich mit den Schülern die ganze Bevölkerung. Dieses Jahr wird »Wilhelm Tell« mit viel Freude und Hingabe aufgeführt.
Traditionell ist der Senioren-Nachmittag, den die evangelische Kirchengemeinde am ersten Adventssonntag in der Raitbacher Festhalle organisiert. Viele ältere Mitbürger kamen zu dieser für den Ortsteil wichtigen Veranstaltung.
04. Dezember 1995
In ihrer neuen Unterkunft trafen sich die THW-Helfer zur jährlichen Versammlung. Zum Jahreswechsel wird auch ein Führungswechsel erfolgen: Der jetzige Zugführer Joachim Eiche kann aus beruflichen Gründen das Amt nicht mehr ausüben; Thomas Spohn wird ihm folgen.
Die neue »Georg-Ühlin-Straße« und die »Friedrich-Hecker-Straße« sind seit heute für den Verkehr freigegeben.
Die Enteignung des Sanio-Geländes in der »Kleinen und Oberen Schleife« droht weiterhin. Zunächst – so beschloß es der Gemeinderat – sollen weitere Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt werden, um doch noch eine Einigung zu erzielen. Bis zum 31. Januar 1996 muß dann eine notarielle Vereinbarung vorliegen. Wird dies nicht realisiert, soll die Enteignung nach dem Gemeinderatsbeschluß des heutigen Tages in die Wege geleitet werden.
05. Dezember 1995
Die Unabhängigen wollen, daß der Gemeinderatsbeschluß, für das Gelände hinter der Hauptstraße 17 die Parkraumbewirtschaftung einzuführen, vorläufig ausgesetzt wird. Es soll zuerst die derzeitige Rechtsunsicherheit geklärt werden.
Eine zehnköpfige Truppe der Freiwilligen Feuerwehr Wiechs hat vor wenigen Wochen das Leistungsabzeichen der Stufe I der Bayerischen Feuerwehren errungen. Da die Löschgruppe bereits das Goldene Leistungsabzeichen in Baden-Württemberg besitzt, wollte man den Leistungsstandard weiter messen und ist aus diesem Grunde nunmehr in Bayern angetreten.
Wenige Schneeflocken fallen. Die Temperatur ist genau richtig zum Auftakt des Kalten Marktes. Das jährliche Marktereignis im Dezember hat nichts an Attraktivität verloren.
Gegen 20.40 Uhr wurde die Feuerwehr in die Austraße gerufen. In einem Schuppen war ein Brand ausgebrochen, der jedoch rasch gelöscht werden konnte. Die Polizei geht nach ersten Einschätzungen von Brandstiftung aus.
Erich Meyer aus Hasel stellt seine Luftbilder von Schopfheim und dem Kleinen Wiesental in der Sparkasse aus.
06. Dezember 1995
Mit der finanziellen Situation beschäftigte sich die jüngste Mitgliederversammlung der Waldorfschule. Man möchte nunmehr die Satzung ändern, um bei Zahlungsverzug von mehr als drei vereinbarten Beitragssätzen und keiner Gesprächsbereitschaft den Schulvertrag auflösen zu können. Ein weiterer finanzieller Punkt konnte sich im Schulvertrag so durchsetzen, daß der Vorstand künftig jährlich den Beitrag überprüft und dieser in Höhe der Inflationsrate des Vorjahres angepaßt wird. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1994/95 wurden insgesamt DM 840.000,– Elternbeiträge vereinnahmt.
Das Klima in der Gemeinderatssitzung am Montag – so schreibt heute Werner Müller im MT – war so frostig wie schon lange nicht mehr. »Gibt es einen Rückfall in die Zeiten des Kalten Krieges?«, fragt er nach. Auslöser war ein Wortwechsel zwischen Robert Zapp und den Unabhängigen, in dessen Verlauf Karl Selz den SPD-Fraktionschef in Sachen »Pflug« heftig anrempelte und ihm unterstellte, dort »Reibach zu machen«. Zapp drohte dem ehemaligen Parteigenossen unterdessen mit rechtlichen Konsequenzen, falls er die unhaltbaren Vorwürfe nicht aus der Welt schaffe. Ausgelöst hatte die Debatte ein Antrag der Unabhängigen, die im Haushalt 96 für die Umgestaltung der »Pflug«-Kurve vorgesehenen Mittel so lange aufzuschieben, bis feststehe, daß dieses Vorhaben ohne zusätzliche Schulden realisiert werden könne.
07. Dezember 1995
Eine Spende von DM 2.500,– übergab dieser Tage das Autohaus Böhler-Enderlin der Schopfheimer Knochenmark-Spendenaktion. Es war der Erlös aus dem Herbstfest mit Hubschrauberrundflügen der Automobilfirma. Das Geld nahmen Angelika Nitsch und Luise Lenz entgegen.
Das Schopfheimer Klinikum, jetzt Kreiskrankenhaus, macht Schlagzeilen: Steuert der Landkreis auf eine Auseinandersetzung mit der Stadt zu? Fällt das Schopfheimer Krankenhaus dem Rotstift zum Opfer? Solche Fragen drängen sich seit heute in der Presse auf, denn Ärzte und Kommunalpolitiker aus Rheinfelden reden – so das MT – mittlerweile ungeschminkt von einer Aufgabe des Standortes Schopfheim zugunsten des Krankenhauses in Rheinfelden. Im Rheinfelder Rathaus soll es heute Abend eine Sitzung der betroffenen Personen inkl. OB und Landrat geben. Bereits im November verfaßten Mediziner und Räte ein mehrseitiges Papier, in dem wohl steht: »Allerdings ist jetzt schon klar abzusehen, daß ein Kreiskrankenhaus mit einer Gesamtbettenzahl von nur 120 auf Dauer wirtschaftlich nicht überlebensfähig ist und somit über kurz oder lang doch geschlossen werden wird.« Diese Ansicht steht freilich in krassem Widerspruch zur bisherigen Krankenhauspolitik des Landkreises. Der Geschäftsführer der Kliniken GmbH meint, aus Sicht des Landkreises gebe es im Augenblick keine Überlegungen, Schopfheim zuzumachen. Die Schopfheimer SPD beantragte zwischenzeitlich eine öffentliche Sitzung des Gemeinderates zu diesem Thema. Für die niedergelassenen Ärzte sagt Dr. Fritz Lenz: »Wir müssen jetzt an die Öffentlichkeit.« Bislang hätten die Ärzte sich öffentlich zwar zurückgehalten, aber in einer internen Besprechung einmütig für den Erhalt des Schopfheimer Spitals votiert.
09. Dezember 1995
Heiner Schneegaß hat ein Buch mit Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend im »Stedtli« geschrieben. Dieses Werk stellt er der Öffentlichkeit vor.
Bürgermeister Haas aus Hasel nimmt für die SPD-Kreistagsfraktion eindeutig Stellung für den Erhalt des Schopfheimer Krankenhauses. Er fordert den Landrat auf, die Bevölkerung der Raumschaft Schopfheim umgehend darüber zu informieren, ob künftig das Krankenhaus Schopfheim beibehalten werde und ob dieses Haus auf Dauer gesichert und respektiert werde.
Der Gesangverein Fahrnau hat Ibolya Barla als neue Dirigentin verpflichtet.
Zum Weihnachtskonzert lädt die Stadtmusik in die Stadthalle ein. Aufmerksam hörte man bei der Sinfonischen Ouvertüre für Blasorchester, einer Uraufführung des Schopfheimer Jung-Komponisten Markus Götz, zu. Ursprünglich war dieses Stück – so der Komponist – für die Basler Brass Band »Allianzmusik« geschrieben worden. Dort kam es jedoch nicht zur Aufführung. Dem Komponisten gratulierte der Stadtmusikvorsitzende Tondar, ebenso dem Dirigenten Max Lehmann.
Der im Oktober verhaftete Türke, der in der Bahnhofstraße mit einem Messerstich einen Landsmann tödlich verletzt hatte, ist auf freiem Fuß. Wahrscheinlich hat der Beschuldigte in Notwehr zugestochen, ist heute zu lesen.
In einer Presseerklärung von OB Niethammer aus Rheinfelden heißt es nach einem Gespräch am Donnerstagabend mit dem Landrat als übereinstimmendes Ergebnis: »Eine leistungsfähige Chirurgie muß in Rheinfelden erhalten bleiben.« Dies sei möglich nach einer von Fachleuten vorgeschlagenen Umstrukturierungsvariante, laut der dann auch das Kreiskrankenhaus Schopfheim erhalten werden kann. Enttäuscht zeigen sich hingegen die Rheinfelder Ärzte über den Schopfheimer Kollegen Dr. Lenz. Von diesem habe man in Sachen Kreiskrankenhaus auch schon »ganz andere Aussagen« gehört. Dr. Lenz hatte sich gegenüber dem MT für den Erhalt des Schopfheimer Spitals ausgesprochen und eine »öffentliche« Reaktion der niedergelassenen Schopfheimer Ärzte angekündigt.
Vor wenigen Tagen konnte Reinhard Weißbach das 25jährige Dienstjubiläum beim Autohaus Böhler-Enderlin feiern.
Die SPD-Fraktion aus Kleinmachnow war zu Gast bei ihren Schopfheimer Parteigenossen. Die Chancen für einen regen Austausch werden von der Schopfheimer SPD als sehr gut eingestuft.
10. Dezember 1995
Der Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren« hat Aussiedlerfrauen aus der früheren Sowjetunion samt ihren Familien ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Dazu haben die Damen des evangelischen und katholischen Frauenkreises Kaffee gekocht und die Tische weihnachtlich geschmückt.
11. Dezember 1995
Bei der gut besuchten Generalversammlung des Bergland e.V. Gersbach zogen die Fleisch-Direktvermarkter Bilanz. Gerhard Trautwein wurde einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt.
Von der Gewerbe-Akademie erhielten der Kindergarten Lus und der katholische Kindergarten selbstgebaute Holzspielzeuge.
Bei der Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft wurde angekündigt, daß im Frühjahr 1996 mit dem Bau von 18 Wohnungen im »Hegne« begonnen werden soll.
In der Bauausschußsitzung wurde mitgeteilt, daß im August 94 eine Baufirma ohne Genehmigung auf der Eichener Gemarkung an der B 518 Erdaushub von Baustellen verfüllt hat. Dabei handelte es sich auch um belastetes Aushubmaterial der alten »Pflug«-Bebauung.
12. Dezember 1995
Bei der Firma Mannesmann Demag Wittig konnte Fritz Läuger auf eine 40jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken. Dietmar Ühlin und Felix Leutner sind 25 Jahre in der Firma. Beide begannen dort ihre Berufsausbildung. Adolf Reichegger und Günther Ruf können ebenfalls zusammen mit Brigitte Eiche, Harry Kuhnimünch, Gerhard Wagner, Walter Dreher und Verena Franke auf ein Vierteljahrhundert Betriebstreue zurückblicken.
13. Dezember 1995
2.500 Haushalte zwischen Steinen und Zell werden von einer Fragebogen-Aktion, die die Stadt Schopfheim in Auftrag gegeben hat, erfaßt. Dabei sollen Daten für ein Einzelhandels-Gutachten ermittelt werden. Zusammen mit dem Gewerbeverein hat die Stadtverwaltung dieses in Auftrag gegeben. Man will über das Einkaufsverhalten, das Einzelhandelsangebot Rückschlüsse auf das Image der Stadt aus Sicht der Kunden ziehen.
Die Post denkt ernsthaft über einen Umzug ins »Pflug«-Areal nach. Daß Vorplanungen und Verhandlungen im Gange sind, bestätigt die Post AG gegenüber der BZ.
Mit Empörung und harter Kritik reagieren CDU und FWV gegen die Pläne des Landkreises, das Schopfheimer Kreiskrankenhaus funktional zu schwächen. Beide meinen, es zeige sich jetzt ganz deutlich, daß die Entscheidung, das Krankenhaus an den Kreis abzugeben, damals falsch war. Insbesondere wird an den Vertrag mit der Stadt Schopfheim erinnert, in dem die Erhaltung der Grundversorgung in Schopfheim zugesagt wurde.
In einem Leserbrief wendet sich heute Solveig Hallqvist gegen den Rummel am Kalten Markt. Sie sucht Mitstreiter, die ihr Anliegen, daß es in den nächsten Jahren ruhiger wird, unterstützen.
Von einer guten Zusammenarbeit aller Abteilungen konnte dieser Tage die Vorsitzende Brigitte Möhrle bei der 113. Generalversammlung des TV Fahrnau berichten. Sie wird auch für eine weitere Amtsperiode den Vorsitz führen. Für 40jährige aktive Mitgliedschaft erhielt Gerd Brutschin die Goldene Ehrennadel, für 50jährige Mitgliedschaft durfte Heinrich Imbery die Ernennung zum Ehrenmitglied entgegennehmen.
Die Stadtverwaltung hat wiederum alte und alleinstehende Menschen dieser Stadt zu einer Weihnachtsfeier eingeladen.
Kurz vor Weihnachten wird wie jedes Jahr eine Ausstellung im Museum eröffnet. Unter dem Titel »Im Dienste der Schwächeren« hat Frau Dr. Ulla Schmid die Geschichte des Frauenvereins Schopfheim aufgezeichnet.
14. Dezember 1995
Ortrun Schätzle, MdB, setzt sich, zusammen mit Bürgermeister Fleck, für den Erhalt der Schopfheimer Klinik ein. Die Abgeordnete meint, es bestehe ein ganz schlimmer Verteilungskampf. Sie werde sich »tatkräftig« für den Erhalt einsetzen und sich ans Ministerium wenden.
Die Umstellungsschwierigkeiten in der neuen Postverteilung sollen nunmehr beendet sein. Künftig können die Postsendungen in Schopfheim wieder unter normalen Verkehrsbedingungen zugestellt werden, d.h. um 8.45 Uhr soll die Post in den Postfächern liegen.
Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vinzentius-Vereins, dem auch weiterhin Dekan Baumann vorstehen wird, legt man Wert auf eine verstärkte Mitgliederwerbung.
15. Dezember 1995
In einer Presseerklärung sprechen die Unabhängigen von einem »Sieg für die politische Kultur in unserer Stadt« und reden über eine Unterredung zwischen den Fraktionen und dem Bürgermeister in Sachen Bebauung in der »Kleinen Schleife«. Die unnütze »Enteignungsandrohung«, so Klaus Kochendörfer in der Presseerklärung, sei nun vom Tisch. Die hartnäckige Opposition der Unabhängigen habe sich gelohnt. Jörg-Uwe Sanio verpflichtete sich, bis zum 30. Juni 1996 den ersten Spatenstich für die ersten 58 Sozialwohnungen vorzunehmen. Die gesamte Bebauung muß nicht mehr bis zum Jahre 2005, sondern zügig in angemessener Frist erfolgen.
In der Reihe der Weihnachtsfeiern steht auch die Feier der Senioren-Union im katholischen Gemeindehaus. Bei dieser Gelegenheit ehrte Ortrun Schätzle, MdB, Karl Bäumle für sein langjähriges politisches Engagement und überreichte ihm eine Münze der CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestages.
16. Dezember 1995
Die SPD ist entsetzt, wie derzeit über das Krankenhaus diskutiert wird. Als ausgesprochen unpassend und der Sache nicht dienlich wurden die Aussagen der CDU und der FWV gewertet.
Einhellig für den Erhalt des Krankenhausstandortes Schopfheim sprachen sich die Unabhängigen aus.
Mit einer Angebotsvielfalt lockt der Weihnachtsmarkt des Schopfheimer Gewerbevereins. Viele Besucher strömen während zweier Tage auf den Marktplatz. Interessant war auch, daß an einem Stand das Korbflechten demonstriert wurde. Reißenden Zuspruch fanden die Hilfe-zum-Helfen-Aktionen der beiden Schopfheimer Zeitungen.
Klaus Otte ist seit 25 Jahren bei der ppe beschäftigt.
Der Schopfheimer Boule-Club beteiligt sich am erstmals stattfindenden Weihnachtsmarkt in Poligny.
17. Dezember 1995
Nach 24 Jahren Tätigkeit als Kirchenältester hält Gerhard Brutschin bei der evangelischen Kirchengemeinde in Fahrnau einen umfassenden Rückblick. Das größte Problem war die Besetzung der Pfarrstelle. Nach vier verschiedenen Pfarrvikaren ist man nun froh, mit Andreas Ströble einen neuen Pfarrer zu haben. Später folgte noch eine Diskussion, ob auch Kinder und Jugendliche beim Abendmahl zugelassen werden sollen, und ob man statt Wein nicht auch Traubensaft reichen könne. Eine Umfrage unter den Besuchern zeigte dann nach der Diskussion eine deutliche Tendenz hin zur Verwendung von Saft. Mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wird sich letztlich der Kirchengemeinderat beschäftigen und eine entsprechende Entscheidung fällen.
Die Dr. Max-Metzger-Schule führt in der evangelischen Stadtkirche unter der Leitung von Hermann Egner das Weihnachts-Oratorium »Die Christgeburt« von Willy Schneider auf. Kinder der 4. Klassen haben den musikalischen Rahmen szenisch gestaltet. Mut gehörte dazu, den Schulchor mit großem Orchester und Gesangssolisten zu vereinen.
Aufwendig war die Arbeit einer Jury, denn sie hatte 600 Kaninchen bei der diesjährigen Kreis-Kaninchenschau in der Stadthalle zu bewerten.
Voll besetzt war die Fahrnauer Festhalle zur Jahresfeier des Gesangvereins Fahrnau, der erstmals unter dem Dirigat von Ibolya Barla stand. Überrascht hat aber auch der Kinderchor unter der Stabführung von Anja Vogt mit erfrischend vorgetragenen Liedern.
Einfühlsam war das Jahreskonzert des Musikvereins Gersbach in der dortigen Schule.
Traditionell ist bereits die Einladung des Gesangvereins Kürnberg an ältere Frauen und Männer des Ortsteiles. Alle trafen sich auch in diesem Jahr, um gemeinsam die Vorweihnachtszeit zu feiern.
Als herausragend beim Chorkonzert in der katholischen Kirche St. Bernhard darf in diesem Jahr das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns bezeichnet werden. Die neue Kantorin, Birgit Tittel, hat dieses wenig aufgeführte Werk zu Gehör gebracht. Über eine sorgfältige Einstudierung des Chores sprach der Rezensent ebenso, wie auch darüber, daß die stärksten Momente in den Solisten-Ensembles gelegen haben. Er nannte dabei beeindruckend und souverän die Schopfheimer Sopranistin Madeleine Strütt-Chappuis, aber auch die Altistin Heike Werner aus Lörrach, die mit einem schönen Solo zu hören war. Weitere gute Vokalleistungen konnten Janna Scheipers (Sopran), der Tenor Bernhard Dittmann und Gerhard Böhler (Bass) beisteuern.
18. Dezember 1995
In der letzten Sitzung dieses Jahres verabschiedet der Gemeinderat den Haushalt für 1996. Einnahmen und Ausgaben in Höhe von DM 52.535.000,-, wobei im Verwaltungshaushalt DM 46.330.000,- und im Vermögenshaushalt DM 6.205.000,- ausgegeben werden, bestimmen das Handeln der Stadt. Die Grundsteuer wird um 15 Punkte auf 320 v.H. erhöht. Die Schwerpunkte, so der Bürgermeister in seiner Haushaltsrede, liegen bei den Investitionen im Schulbereich. Das THG wird saniert und der Umbau des Bezirksamtes zur Einrichtung und Gestaltung eines Bürger-Services, die Vernetzung und der Einbau eines Lifts machen erhebliche Investititionsbeträge aus. Den Kommunen gehe es schlecht; der Bürgermeister meint, die Kommune habe sich auf einen Mindest-Standard zu beschränken. Mehr Leistungen könnten nur noch über Gebühren ausgeglichen werden. Ein bürgerschaftliches Engagement werde zunehmend gefordert. Die Schlagzeilen der Presse zum Haushalt werden so verdeutlicht: CDU: »Ausgequetscht wie eine Zitrone«, SPD: »Einnahme-Risiko von einer Million«, Unabhängige: »Kritik bleibt an der Pflug-Kurve«, GRÜNE: »Kein Geld für die Umwelt«, FWV: »Die Weichen sind gestellt.«
Der Gemeinderat setzt sich unisono für den Erhalt des Kreiskrankenhauses Schopfheim ein. Die Stadt hat mit dem Landkreis einen Vertrag, daß dieses Haus erhalten bleibt. Dieser Vertrag muß erfüllt werden, so der einheitliche Tenor. Nahezu 50 MitarbeiterInnen des Krankenhauses waren während der Gemeinderatssitzung im Ratssaal anwesend.
In der verbalen Auseinandersetzung um den »Pflug« geht der Streit zwischen Karl Selz und Robert Zapp im Stadtrat weiter. Der unabhängige Stadtrat Selz hatte dem SPD-Fraktionschef vor vierzehn Tagen unterstellt, sich als Gemeinderat für die Subventionen im »Pflug« stark gemacht zu haben, um anschließend diese Wohnungen zu verramschen und »den Reibach zu machen«. Selz erklärt nun, nur das Wörtchen »um« sei nicht haltbar, dies nehme er zurück. Der Rest seiner Erklärung seien Fakten.
Von den übrigen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen erhielten die Unabhängigen eine »gelbe Karte«, weil sie über das Gespräch mit Sanio eine Pressemitteilung veröffentlicht hatten.
Die Freiburger Fachstelle für das Bibliothekswesen feiert den 50jährigen Geburtstag. Mit einer Rundreise, die in der Schopfheimer Stadtbibliothek beginnt, will man sich über das Angebot im grenznahen Raum informieren. Die Fachleute staunten, daß die Schopfheimer Bibliothek ganzjährig 34 Stunden pro Woche geöffnet ist und nur zweieinhalb Personen dort beschäftigt sind.
19. Dezember 1995
Die BZ-Weihnachtsaktion brachte einen Erlös von DM 7.576,-.
Die Hilfsaktion des MT ergab beim Weihnachtsmarkt einen Erlös von DM 1.300,-.
Ortrun Schätzle, MdB, fordert von der Bundesregierung eine verstärkte, kontinuierliche Aufklärungsarbeit über die Gefährdung, die von sog. Jugendsekten und Psychogruppen, vor allem aber auch von der Scientology Church ausgeht.
21. Dezember 1995
Die Wiedereröffnung des Gewerbekanals zum 23. Dezember ist, so die Teichgenossenschaft, nicht möglich. Es hatte Bauverzögerungen beim neuen »Bifig«-Kraftwerk gegeben. In Abstimmung mit der Stadt und dem Angelsport-Verein wird der Kanal nun bis zum 31. Januar 1996 ohne Wasser sein.
Die Firma Ciba-Geigy aus Wehr überließ dem THG einen Gas-Chromatographen. Durch Klaus Kochendörfer wurde dieses Gerät dem Direktor der Schule überreicht.
Zehntklässler der Waldorfschule führen in der Vicemoos-Halle ein Paradeis- und Krippenspiel auf. Während das erste sich mit der Geschichte von Adam und Eva beschäftigt, hat das zweite Theaterstück die biblische Geschichte um die schwangere Maria und ihren Weg nach Bethlehem zum Inhalt.
22. Dezember 1995
Klarheit scheint in der Streitsache Hauptstraße 17 zu herrschen, denn das Rechtsamt des Landrates meint zum gebührenpflichtigen Parken auf diesen Grundstücken, daß die Stadt Gebühren verlangen darf. Die Parkplätze seien, so das Landratsamt, dort, wo der Eigentümer schriftlich zugestimmt habe, zum öffentlichen Gebrauch bestimmt.
Dr. Gottstein aus Rheinfelden meldet sich zum Kreiskrankenhaus Schopfheim und meint, daß das erarbeitete Papier dazu, an dem er beteiligt war, lediglich ein Positionspapier sei, das als Arbeitsgrundlage verschiedene Szenarien beleuchten soll. Ausschlaggebend war die Gesundheitsstrukturreform; er wirft in diesem Brief Ortrun Schätzle, MdB, vor, daß auch sie für dieses Gesetz im Bundestag gestimmt habe und nun den Erhalt des Schopfheimer Krankenhauses möchte. Er ruft zum Konsens auf und meint, daß den Ärzten die Beibehaltung der jetzigen Situation lieber gewesen wäre; sie sei patientenfreundlicher. Die Politik, so schließt er seinen Brief, wolle es aber nicht so – allen Lippenbekenntnissen zum Trotz.
23. Dezember 1995
Das MT befragt einige junge SchopfheimerInnen, wie sie das Weihnachtsfest feiern. Große Unterschiede sind nicht auszumachen; die einen betrachten Weihnachten besinnlich, bei andern steht der Spaß im Vordergrund. »Seit wir in Deutschland sind, feiern wir auch Weihnachten«, sagen Jugendliche anderer Religionen.
24. Dezember 1995
Die katholischen und evangelischen Christen feiern ihre Christmetten. Pfr. Dr. Michael Hoffmann meinte: »Wir feiern im Überfluß, andere wissen nicht, wie sie am nächsten Tag ihre Kinder sättigen können. Und doch: In der ganzen Fülle bleibt oft Leere zurück.« Die Weihnachtszeit als Gefühlsduselei abzutun, ist Dekan Felix Baumann zu undifferenziert. Er stellt die Frage: »Wann wird Weihnachten in mir? Dann, wenn Nachbarn sich nach langer Zeit wieder grüßen, dann, wenn wir bereit sind, die Not in der Welt zu lindern, dann, wenn wir Fremde akzeptieren, ihnen gegenüber Vorurteile abbauen. Dann, wenn zwei Menschen sich die Hand zur Versöhnung reichen.«
Heiligabend ist in Schopfheim wie in anderen süddeutschen Orten vom Dauerregen geprägt. Reichlich viel Wasser führt die Wiese während der ganzen Weihnachtsfeiertage.
Die Glöckler vom »Städtli-Zinken« haben – wie schon seit 25 Jahren – Menschen zu einem kleinen Weihnachtskonzert eingeladen. In die Alte Kirche St. Michael kamen nicht – wie noch vor Jahren – nur Altstadtbesucher. Nein, Zuhörer aus der ganzen Stadt kamen nun in den Kirchenraum, um das Glockenspiel zu hören.
25. Dezember 1995
Mit Begeisterung war der Nachwuchs des Wiechser Gesangvereins (der Kinderchor) beim diesjährigen Weihnachtskonzert dabei. Besinnlich waren die Weisen und fröhlich die Melodien, die der Gesangverein unter Leitung von Heinrich Schweikert darbot. Zum Schluß des Programms wurde dann noch das Mundartstück »Die Verlobungshose« aufgeführt.
Etwas hektisch war der erste Weihnachtsfeiertag für die Feuerwehr Langenau. In ein Haus in der Talstraße war Wasser eingedrungen. Von 10 bis 17 Uhr war die Wehr im Einsatz, um das Wasser abzupumpen. Die Ursache lag wohl daran, daß in der Kanalisation eine Verstopfung zu einem Rückstau geführt hatte.
26. Dezember 1995
Die verregnete Weihnacht führte wohl auch dazu, daß der Gemeindesaal in Raitbach beim traditionellen Weihnachtskonzert des Gesangvereins bis auf den letzten Platz besetzt war. Traditionell bei diesem Konzert ist auch ein von Laien aufgeführtes Theaterstück. Dieses Mal war die Komödie »Hammeltanz« zu sehen.
Am Ende des Weihnachtskonzertes des Gesangvereins Langenau bedankte sich der Vorsitzende Albert Wachter beim Dirigenten Georg Diehl und den Mitgliedern seines Chores sowie für die Verstärkung durch die Wiesleter Sängerkollegen.
Mit »My fair Lady« glänzen die Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Eichen bei der Weihnachtsfeier und demonstrierten damit noch einmal den gesanglichen Höhepunkt des vergangenen Jahres. Im zweiten Teil des Abends sangen der Männer- und der Frauenchor sowie auch der gemischte Chor in bunter Folge Lieder, die zum Motto »Rosen« paßten.
29. Dezember 1995
Auf dem ehemaligen Areal der Fahrnauer Weberei bricht ein Brand aus. Die Feuerwehr trifft um 05.44 Uhr am Brandort ein. Neben der Schopfheimer Feuerwehr war auch die Drehleiter aus Steinen im Einsatz. Ein Augenzeuge hatte gesehen, daß das Feuer im Wohnzimmer im Obergeschoß der Kraftfahrzeugwerkstätte und eines Restaurants ausgebrochen war. Dabei sind vier Menschen ums Leben gekommen.
Aus der BZ-Weihnachtsaktion wurden DM 10.000,- und vom Autohaus Böhler-Enderlin DM 3.474,- für die Anschaffung eines neuen Opel Corsa bereitgestellt, der dem sozialen Dienst der AWO Schopfheim künftig zur Verfügung stehen wird.
Rudolf Quandt übergibt zum 01. Januar 1996 sein Elektrogeschäft an den Sohn Ralf.
Die »Real Blues Band« in ihrer ursprünglichen Besetzung spielte im »Metropole« auf. Mit Andreas Wäldele kam zusätzlich ein Geiger zur Blues-Gruppe, der mit seiner improvisierten Musik nicht nur Jazzfreunde begeistern konnte.
30. Dezember 1995
Einen Tag nach der schrecklichen Brandkatastrophe konnte man beim CDU-Silvesterhock nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen. Ortrun Schätzle bat zunächst um eine Gedenkminute für die Opfer und rief dann später zu einer Spendensammlung auf. In den politischen Zielsetzungen machte sie kein Hehl daraus, daß die CDU bei den Landtagswahlen im kommenden März für den Wahlkreis Lörrach wieder einen Sitz erringen will.
Die glückliche Gewinnerin bei der Weihnachtsaktion des Gewerbevereins heißt Barbara Weißenberger. Sie kann das Auto mit nach Hause nehmen.
Zum schrecklichen Großbrand von gestern, bei dem vier Menschen starben, hat die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen die Ermittlungen aufgenommen.
Adolf Walz, der bisher bei der Stadtverwaltung das Wasserwerk und die Energiezentrale leitet, soll zum 01. März 1996 auch die Leitung des Bauhofes übernehmen.
Im traditionellen Neujahrsgruß des Bürgermeisters bittet dieser fürs kommende Jahr um »Mut zur Zukunft«.
In den späten Abendstunden konnten in der Brandruine in Fahrnau die Leichen von vier Familienangehörigen gefunden und geborgen werden. Eine 58jährige Großmutter, die 38jährige Mutter sowie die neun- und 15jährigen Jungen der Familie wurden Opfer des verheerenden Brandes.
Das Kreiskrankenhaus Schopfheim ist für die medizinische Versorgung der Bevölkerung unverzichtbar. Davon sind entsprechend einer Pressemitteilung des Landratsamtes Politiker und Ärzte überzeugt. In einem Gespräch zwischen Kreispolitikern aus dem Wiesental, der Bundestagsabgeordneten Schätzle, Krankenhausärzten, dem Betriebsrat, niedergelassenen Ärzten und der Krankenhausleitung, zusammen mit dem Landrat und AOK-Vertretern einigte man sich zu dieser klaren Aussage. Der Kreistag – so der Landrat – geht davon aus, daß alle drei Kreiskrankenhäuser fortbestehen werden. Über die Strukturfrage wird sich der Kreistag am 07. Februar 1996 unterhalten.
31. Dezember 1995
Festlich war die Stimmung beim Silvester-Ball, den der Tanzsportclub »Excelsior« erneut in der Stadthalle ausrichtete.
Mit Feuerwerk und Knallerei geht ein Jahr zu Ende!