1996

Bürgermeister Klaus Fleck: Ein älterer Mann mit grauen Haaren und einem ernsten Gesichtsausdruck trägt ein gelbes Hemd vor einem unscharfen Hintergrund.

Blickt man gerafft auf das Jahr 1996 zurück, bleiben vor allem wenige besonders positive und negative Ereignisse im Vordergrund. Gerade die Brandserie, die am 28. Juni begann, versetzte die Stadt in Angst und Schrecken und verlangte von unserer Freiwilligen Feuerwehr fast übermenschliches. Die Erleichterung war spürbar, als es gelang, den Brandstifter zu fassen und somit auch die Brandserie des Jahres 1993 aufzuklären.

Arbeitsmarkt: steigende Arbeitslosigkeit trotz neuer Stellen

Die monatlichen Meldungen über die Arbeitslosenquote lösten immer wieder Besorgnis aus, denn auch in Schopfheim stieg die Quote kontinuierlich. Obwohl heute mehr Arbeitsplätze als 1990 vorhanden sind, führte das Bevölkerungswachstum mit einem höheren Anteil an Erwerbspersonen zu einer höheren Arbeitslosenquote. Die Stadt ist dankbar für jeden Betrieb, der zusätzliche Arbeitsplätze schafft.

Krankenhaus‑Schließungsdebatte und erfolgreicher Bürgerprotest

Nach den Grundsatzüberlegungen zum Krankenhausbedarfsplan und den Vorstellungen der Rheinfelder Lokalpolitiker drohte ein weiterer Arbeitsplatzverlust durch die Schließung des Schopfheimer Krankenhauses. Innerhalb von sechs Wochen sammelten Bürger 19.700 Unterschriften, die Herrn Landrat Rübsamen übergeben wurden. Das eindeutige Votum des Kreistages zum Fortbestand des Krankenhauses war ermutigend und verwandelte bereits vorhandene Resignation in positives Handeln.

Städtebauliche Projekte: Pflug‑Areal, Kreisverkehre und Innenstadtkonzept

Im vergangenen Jahr konnten mehrere Projekte realisiert oder gestartet werden. Das „Pflug“-Areal wurde bezogen, allmählich füllten sich die Schaufenster der Geschäfte. Umstritten war der Rückbau der gesamten „Pflug“-Kurve, doch die überwiegende Zufriedenheit der Bürger mit der umgesetzten Lösung zeigt, dass konsequent verfolgte Gesamtkonzepte im Nachhinein gutgeheißen werden. Die drei Kreisverkehre Gündenhausen, Friedhof und Fahrnau verbessern das Stadtbild, bremsen den Verkehr und verhindern Staus.

Gersbacher Halle, Windkraftinitiative und Golfplatz‑Kontroverse

Ein seit vielen Jahren geplanter Wunsch, die Gersbacher Halle zu realisieren, gelang schließlich dank bewilligter Landesmittel. Durch Auflösung von Haushaltsresten konnten fehlende 0,25 Mio. DM ohne Neuverschuldung finanziert werden. Gleichzeitig ist Gersbach Standort einer Anfrage zur Windkraftnutzung; solche Überlegungen lösen Emotionen aus, weshalb Pro‑ und Contra‑Argumente sorgfältig abzuwägen sind. Besonders emotional war die Debatte um den Golfplatz zwischen Schopfheim und Hausen, bei der Halbwahrheiten und Unwahrheiten viele Betroffene stark bewegten.

Verbesserte Wohnungsversorgung und neue Grundlagen

Die Wohnungsversorgung in Schopfheim hat sich verbessert, obwohl weiterhin eine lange Liste dringender Wohnungsprobleme besteht. Durch die Zusammenführung der städtischen Wohnungen mit dem Bestand der Städtischen Wohnbau Schopfheim GmbH liegt nun eine deutlich bessere Basis für eine konsequente Wohnungspolitik vor. Einige Begleitumstände zu den notwendigen Beschlüssen waren jedoch für manche Beteiligte weniger erfreulich.

Partnerschaften mit Kleinmachnow, Ronneby und Poligny

Am 27. April wurde die formelle Partnerschaft mit Kleinmachnow gefeiert, nachdem die Kirchenkontakte fast 50 Jahre und die kommunalen Kontakte bereits sechs Jahre bestanden. Ein Besuch der Schopfheimer Gemeinderatsdelegation in Ronneby, Schweden, sowie ein intensiver Tag mit unserer langjährigen Partnerstadt Poligny, Frankreich, stärkten die Beziehungen und brachten neue Bekanntschaften und Freundschaften.

50‑jähriges Jubiläum des Gemeinderates und Ehrung von Walter Faller

Bei der Gemeinderatssitzung im Dezember blickten wir auf die Wahl des ersten Gemeinderates nach dem Zweiten Weltkrieg vor 50 Jahren zurück. Unser Ehrenbürger Walter Faller, das einzige noch lebende Mitglied jenes Gremiums, erhielt ein kleines Geschenk als Dank für seine herausragende Aufbauleistung.

Verwaltungsreform, Bürgerbüro und Umgang mit Finanzkürzungen

Vieles wäre im vergangenen Jahr nicht möglich gewesen ohne die gute Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung. Gemeinsam wurde eine neue Verwaltungsstruktur erarbeitet und die Errichtung eines Bürgerbüros beschlossen. Wir sind zuversichtlich, künftig einen noch besseren Service für die Bürger zu bieten. Die anonyme Befragung durch den Gewerbeverein im Projekt „Schopfheim 2001“ bestätigte die hohe Zufriedenheit mit der Verwaltung. Trotz erheblicher Kürzungen der kommunalen Mittel von Bund und Land haben Gemeinderat und Verwaltung gemeinsam das Notwendige vom Wünschenswerten unterschieden und Schulden abgebaut. Im Vergleich zu größeren Städten zeigt sich ein starkes bürgerschaftliches Engagement, das uns hoffnungsvoll in die kommenden Jahre blicken lässt.

Klaus Fleck, Bürgermeister

01. Januar 1996

Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann wird von Bürgermeister Klaus Fleck für 25jährige Tätigkeit im Öffentlichen Dienst geehrt.

02. Januar 1996

Ein defekter gußeiserner Holzofen hat vermutlich die Brandkatastrophe in Fahrnau am 29. Dezember des Vorjahres verursacht. In den späten Abendstunden des 30.12.95 konnten in den Trümmern der Brandruine die Leichen von vier Familienangehörigen gefunden und geborgen werden. Eine 50jährige Großmutter, die 38jährige Mutter sowie die 9- und 15jährigen Jungen der Familie wurden Opfer des verheerenden Brandes.

Die evangelische Kirchengemeinde hat ein Spendenkonto für die Brandopfer eingerichtet. Die beim Brand ums Leben gekommenen türkischen Mitbürger sollen in ihrer Heimat bestattet werden. Mit den Spenden sollen in erster Linie die Kosten für die Überführung gedeckt werden.

03. Januar 1996

Die 11- bis 14 Jahre alten Kinder Anna Friebe, Nicola Grimm und Christian Friebe gingen im Wohngebiet »Bremt« von Haus zu Haus und sammelten für die Brandopfer DM 350,-. Gleichzeitig erhielten sie 40 Unterstützungsunterschriften für folgenden Text: »Kaum gelöscht ist das verheerende Feuer, das in unserer unmittelbaren Nachbarschaft vier Menschenleben kostete und fünf weitere Menschen zum Teil schwer verletzt und obdachlos gemacht hat, da feiern wir Schopfheimer Bürger in unserer neu aus dem Boden gestampften Siedlung den Jahreswechsel mit einem prächtigen Feuerwerk. Viele von uns waren betroffen von einer solch eindrücklichen Geschmacklosigkeit. Noch liegt der Geruch des Feuers in der Hammerschmiedgasse in der Luft. Hätte eine deutsche Familie dieses Unglück getroffen, gewiß hätte es ein Innehalten gegeben. Gewiß wäre das Geld für manche Feuerwerkskörper genutzt worden, um den Überlebenden unmittelbare Hilfe zukommen zu lassen.«

04. Januar 1996

Erol Ege, ein in Fahrnau lebender türkischer Mitbürger, hat sich um die brandgeschädigte Familie angenommen. In einem Gespräch mit der Presse informiert er, daß die Überführung der Toten in die Türkei etwa DM 15.000,- kosten wird. Das türkische Konsulat bemühe sich intensiv um Hilfe. Der leidgeprüfte Vater konnte zwischenzeitlich die Klinik verlassen und wohnt nun bei seinem Bruder in Atzenbach. Wo aber sollen die Überlebenden nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus wohnen? Erol Ege erhebt Vorwürfe gegen die Stadt, denn von dort habe sich bis jetzt noch niemand gemeldet, um eine anständige Wohnung anzubieten.

05. Januar 1996

Das Mitgefühl mit der vom Brand betroffenen türkischen Familie drückt der Bau- und Umweltdezernent des Landratsamtes Lörrach, Hans-Detlev Müller, heute in der Presse aus. Die »Schuldfrage« trete an allerletzte Stelle. An erster Stelle sollte alles daran gesetzt werden, daß die Überlebenden des tragischen Unglücks alles so gut wie möglich überstehen. Zur Nutzung des Gebäudes meinte er, daß sich diese bisher auf Aufenthaltsräume und ein Lager beschränkt habe, Wohnungen seien nicht vorgesehen oder gar genehmigt gewesen. Abgelehnt hat das Landratsamt ein Vereinslokal; zum Betrieb der Autowerkstatt fehlten noch Nachtragsunterlagen, um über die Genehmigungsfähigkeit zu urteilen.

In einer Presseerklärung erläutert Bürgermeister Fleck: »Wir alle trauern um die vier Todesopfer, die bei der Brandkatastrophe zu beklagen sind. Es ist ein grausames Schicksal, wenn die Hälfte einer Familie dabei ausgelöscht wird.« Er hat sein der betroffenen Familie geltendes Mitgefühl stellvertretend dem sofort herbeigeeilten türkischen Konsul ausgesprochen und dankte auch allen Hilfsorganisationen, die beim Brand tatkräftig mitgeholfen hatten.

Im Kreiskrankenhaus Schopfheim haben die Bediensteten bis jetzt DM 1.738,- für die durch den Brand hart getroffene türkische Familie gesammelt.

Für die nächste Gemeinderatssitzung hat die Stadtverwaltung eine Resolution zum Kreiskrankenhaus Schopfheim vorbereitet.

Bei der Jahreshauptversammlung der TSG-Ringer regen diese an, die Brandopfer in einer Sammelaktion zu unterstützen.

Von einem schweren Schlag, den die SG Eichen mit dem Rücktritt des Vorsitzenden Joachim Keller im vergangenen Herbst getroffen habe, sprach der Schriftführer, Willi Schrank, bei der Generalversammlung des Vereins. Keller betonte, er sei Problemen nicht davongelaufen; die Gründe seien vor allem das miserable Engagement einiger Vorstandsmitglieder, nicht eingehaltene Zusagen und das unakzeptable Verhalten einzelner Mitglieder ihm gegenüber. Die 40 anwesenden Mitglieder wählten dann in geheimer Wahl Hans-Dieter Albiez zum neuen Vorsitzenden. Das Amt des Vize ging an Kurt Meyer, nachdem auch Bernd Dreher zurückgetreten war. Auch in Sachen Sport lief nicht alles nach Plan: Trainer Gerhard Fehrke bezeichnete das Abschneiden der Ringer-Mannschaft als katastrophal. Wegen Personalproblemen mußte man sich sogar während der Saison aus der Kreisliga zurückziehen.

Seit 18 Jahren amtiert Hans Schickle als Vorsitzender des Hundesport-Vereins Schopfheim-Fahrnau; er wurde auch bei der jüngsten Generalversammlung wiedergewählt.

06. Januar 1996

Die SPD trifft sich zum Dreikönigs-Hock im »Engel«. Die Sauberkeit in der Stadt und die Verkehrsdebatte bestimmten das Zusammentreffen der Genossen. Das Thema »Umwelt, Energie und Wirtschaft« wird Schwerpunkt der überregionalen Arbeit der Sozialdemokraten werden, so Rolf Strohm. Möglichkeiten, auch vor Ort, gebe es genügend. Völlig ungenutzt z.B. sei in den Höhenlagen der Region die Windkraft.

Zeitgleich mit der SPD-Ortsgruppe tagte auch die SPD-Kreistagsfraktion in der Markgrafenstadt. Meinrad Rümmele überbrachte das Ergebnis der Krankenhausdebatte, die dort geführt wurde, an die Schopfheimer Genossen, mit dem Fazit: Der Beschluß der Gesellschafter-Versammlung des Krankenhauses, nämlich drei Häuser bestehen zu lassen, soll weiterhin Bestand haben. Handchirurgie und Orthopädie sollen nach Rheinfelden verlagert werden.

Statt eines Neujahrskonzertes hat der Kulturring in diesem Jahr eine Operette auf den Spielplan gesetzt. Vom »Zigeunerbaron« von Johann Strauß war das Publikum restlos begeistert.

Auf hohem Niveau war auch dieses Jahr das traditionelle SVS-Dreikönigs-Hallen-Fußball-Turnier in der Ebert-Halle.

Mit großer Mehrheit wurde Werner Keller an der Generalversammlung des Gesangvereins Kürnberg als 1. Vorsitzender wiedergewählt.

Im Wiechser Schützenhaus treffen sich Männer und Frauen zum traditionellen Dreikönigs-Schießen. Die Ehrenscheibe ging an den 30jährigen Giovanni Turturro.

Der Eichener Männerchor erfreut die Senioren des Ortsteiles in der Hülschenmatthalle beim jährlichen Treffen am Dreikönigstag.

08. Januar 1996

Ins neue Jahr gehen die TSG-Ringer mit Siegfried Wohlschlegel, ihrem neuen Trainer. Er ist noch beim TSV Kandern aktiv, wird allerdings in Schopfheim selbst nicht ringen. Er löst Roland Vögtlin ab, der drei Jahre lang die Schopfheimer Ringer trainierte und nun beim Regionalliga-Aufsteiger TuS Adelhausen ein neues Wirkungsfeld gefunden hat.

09. Januar 1996

Die Bestattung der beim Brand ums Leben gekommenen türkischen Bewohner fand in der Türkei statt, so berichtete das MT. Bis Ende der vergangenen Woche wurden in Schopfheim DM 12.000,- für die Familie einbezahlt.

Zu einem schweren Unfall kommt es auf der B 317-Umfahrung. Ein Pkw stößt frontal gegen einen Reisebus. Der Pkw-Fahrer wurde schwer verletzt, der Sachschaden wird mit DM 240.000,- beziffert. Aus dem Bustank flossen 250 Liter Dieselöl ins Erdreich. Die Erde musste abgetragen werden.

10. Januar 1996

Das vom Land geförderte Schul-Projekt »Minifossi« wird um ein Jahr verlängert. Der AG ist es nun geglückt, den Nachweis für Gold im Heiterspahn-Bach zu erbringen. Zusammen mit Schülern der Michaels-Gemeinschaft konnte in einem schweizerischen Labor ein staubfreier Goldpartikel mit 0,13 mm Durchmesser eindeutig bestimmt werden.

Dr. Walter Zils appelliert an die Gemeinderäte, den Beschluß vom 22. April zu revidieren und die Parkraum-Bewirtschaftung beim Haus Hauptstr. 17 auf das der Stadt eigene Gelände zu beschränken.

Die Arbeitslosen-Quote im Landkreis Lörrach stieg im vergangenen Dezember auf 7,9%. Sie liegt um 0,4% über dem Wert zum Jahresende 1994.

12. Januar 1996

Von schwarzer Satire geprägt war der Kabarett-Abend der »Nestbeschmutzer«, der in der Stadthalle vor großer Publikumskulisse auf Einladung der vhs stattfand.

13. Januar 1996

Klaus Jäckh, Sachbearbeiter im Hauptamt, hat eine Broschüre über das Sportangebot in der Stadt Schopfheim erarbeitet und sie der Öffentlichkeit vorgestellt.

60 Sternsinger waren in Schopfheim unterwegs. Sie trugen einen Erlös von DM 14.975,- zusammen.

Der kommunalpolitische Ausschuß der CDU möchte einen Entschließungs-Entwurf zum Kreiskrankenhaus, der am Montag im Gemeinderat verabschiedet werden soll, ablehnen, denn mit der Verlagerung der Handchirurgie nach Rheinfelden käme ein großer Verlust auf die Stadt zu. Es besteht nach Meinung der CDU kein zwingender Grund, die Verlagerung der Handchirurgie nach Rheinfelden vorzunehmen.

Mit der Informationspolitik der Stadtverwaltung zur Parkraum-Bewirtschaftung beim Haus Hauptstr. 17 sind die Unabhängigen nicht einverstanden. Klaus Kochendörfer meint, diese habe zwar keinen Stil, aber Methode.

Hansjörg Adolph wird als »Hansjörg I von der Pflug-Kurve« das Statthalter-Szepter der nächsten Fasnachts-Saison schwingen. Bürgermeister Klaus Fleck gab beim Narrenempfang im Rathaus den Rathaus-Schlüssel an die Narren ab.

Beim dritten Hallen-Fußball-Turnier des Förderkreises Fußball erkämpfte sich die Mannschaft »Abstieg I« den Siegerpokal. 32 Mannschaften spielten um diesen Wanderpokal in der Ebert-Sporthalle.

Karlheinz Rümmele hat sein Amt als Kommandant bei der Feuerwehr-Abteilungsversammlung in Langenau aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Walter Würger wurde mit großer Mehrheit von den Mitgliedern zum neuen Abteilungs-Kommandanten gekürt.

25 Jahre gehört Udo Räuber der Feuerwehr Langenau an, dafür durfte er eine Ehrung entgegennehmen. Ortsvorsteher Hans Weinbrechtinger überbrachte den Dank und die Wünsche der Ortsverwaltung an die Wehr.

Von einem arbeitsreichen Jahr spricht Udo Räuber bei der Generalversammlung des Musikvereins Langenau. Für 45 Jahre Mitgliedschaft wurde Heinrich Kibelka zum Ehrenmitglied ernannt.

Erneut steht eine Frau an der Spitze eines Musikvereins: Die Raitbacher Musiker wählten Ursula Meyer zu ihrer neuen Vorsitzenden. Sie löst Wilfried Keller ab. Sie war zuvor 14 Jahre lang als Schriftführerin tätig. Dem Verein, so sagt sie selber, habe sie sich »mit Leib und Seele« verschrieben.

14. Januar 1996

Die erste offene Diskussionsrunde wird im Radiosender »Kanal Ratte« gesendet. Zum Thema »Verkehr« waren Claus Stockburger für den Gewerbeverein, Michael Straub für die GRÜNEN, Beigeordneter Hirschner für die Stadt und Karl Schäfer von der IG Velo im Äther zu hören.

15. Januar 1996

In einem Leserbrief meint Kurt Härzschel, daß die Erklärungen der Unabhängigen zur Parkgebühren-Erhebung an der Hauptstr. 17 langsam grotesk würden. Die ganze Diskussion wäre, so führt er weiter aus, gar nicht entstanden, hätten die Unabhängigen den Parkgebühren nicht zugestimmt.

Mit einem Referat der Landtags-Kandidatin Margarete Kurfeß haben die BÜNDNIS 90 / GRÜNEN die Auftaktveranstaltung für den Landtagswahlkampf im »Engel« vorgenommen. Ökologisches Wirtschaften, Bildungspolitik sowie Bildungsreform werden die Schwerpunkte bilden.

Das Thema »Kreiskrankenhaus« sollte mit einer Resolution im Gemeinderat behandelt werden. Der Tagesordnungspunkt wurde jedoch durch die Stadtverwaltung mit der Bemerkung zurückgezogen, es hätten sich neue Erkenntnisse ergeben.

Ziemlich aggressiv ging es bei der Diskussion um den Regionalplan 2000 zu. Klaus Kochendörfer griff insbesondere den Bürgermeister an und meinte, daß sich Schopfheim so langsam zu einer Stadt entwickle, die eher Gegnerschaft als vielmehr Partnerschaft suche. Dem Vorschlag des Bürgermeisters, gegen den Regionalplan jetzt zu klagen, wurde nicht entsprochen. Die Gemeinde Maulburg und der Verbandsvorsitzende des Regionalverbandes werden zur nächsten Umweltausschuß-Sitzung eingeladen, dort soll weiter diskutiert werden.

In nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung beschäftigt sich dieser mit der Parksituation beim Hause Hauptstr. 17. Es wird nun entlang der Straße »Am Stadtgraben« weiterhin eine gebührenpflichtige Parkraum-Bewirtschaftung fortgeführt. Auf dem Parkplatz hinter dem Haus Hauptstr. 17 wird hingegen die Blaue Zone, wie seit 1985, auf ein Jahr probeweise wieder eingerichtet. Die Stadt, so wird deutlich, hält jedoch an ihrer Rechtsauffassung, daß das gebührenpflichtige Parken auch hinter dem Haus Hauptstr. 17 möglich ist, fest.

Die Mehrheit im Gemeinderat stimmt für die Änderung der »Lus«-Bebauung. Allein die Unabhängigen blieben beim Nein, die andern Parteien stimmten »mit Zähneknirschen« der städtebaulichen Änderung zu.

Stadtrat Dr. Thomas Weiß möchte wissen, ob Stadträte bei »Pflug«-Beschlüssen befangen gewesen sind. Er stellte diese Frage, weil er zur Parkraumsituation in der Hauptstraße 17 als befangen angesehen wurde und die nichtöffentliche Sitzung hatte verlassen müssen.

16. Januar 1996

80 Mitglieder zählt mittlerweile die Boule-Spielgemeinschaft »Le Cochonnet«. Dies war bei der Hauptversammlung vor Tagen zu erfahren.

17. Januar 1996

Zur Krankenhaus-Situation meint AOK-Geschäftsführer Günther Zisselsberger, eine Idee der AOK sei es, Praxis-Kliniken in Krankenhäusern einzurichten. Er erläutert das am Beispiel der Chirurgie. Um kleinere Eingriffe mit einer kurzen Verweildauer des Patienten vorzunehmen sei es nicht nötig, einen Riesenapparat zu beschäftigen. Eine Kooperation niedergelassener Ärzte mit dem jeweiligen Krankenhaus könne so etwas in der Praxis regeln.

18. Januar 1996

Wie in der öffentlichen Gemeinderatssitzung angekündigt, haben nun die Unabhängigen-Stadträte Dr. Lenz, Dr. Weiß und Inge Teipel beim Landratsamt eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Stadt eingereicht. Sie wollen damit die nichtöffentliche Behandlung der Parksituation bei der Liegenschaft Hauptstr. 17 geklärt wissen. Die nichtöffentliche Behandlung dieses Punktes – so die Einsprecher – verstoße gegen das Öffentlichkeitsgebot der Gemeindeordnung.

Seit 50 Jahren singt Lotte Senn-Räuber in der evangelischen Kantorei mit. Dafür durfte sie nun anläßlich der Generalversammlung von Pfr. Detlev Jobst und Kantor Martin Winkler eine Ehrung entgegennehmen.

Die Badische Gas- und Elektrizitätsversorgungs-AG hat die Betriebsstelle Schopfheim in der Belchenstraße für eine halbe Mio. DM neu gebaut bzw. saniert.

Neujahrsempfang bei der IHK. Prof. Dr. Theilsiefje nahm diesmal zwar keine Schelte einzelner Personengruppen vor, verwahrte sich in seiner Rede aber gegen Vorwürfe, Unternehmer und Wirtschaftsverbände würden den »Wirtschaftsstandort Deutschland« zerreden. Erstmals verlieh die Arbeitsgemeinschaft der sechs IHKs am Oberrhein den mit 3.000 Ecu dotierten Wirtschaftspreis. Die Lörracher Studentin Susanne Schmidtchen und der Basler Planer Dr. Andreas Walker erhielten diese Auszeichnung für ihre Arbeiten über grenzüberschreitende Raumordnung und die Chancen des Regio-Flughafens Basel.

19. Januar 1996

Bei der Jahresversammlung der Gersbacher Floriansjünger wird Gotthilf Geiger, der seit 40 Jahren der Wehr angehört, zum Ehrenmitglied ernannt.

Auf ein schwieriges Jahr in der Vereinsgeschichte blickt der Gesangverein Fahrnau bei der diesjährigen Generalversammlung zurück, hatte sich doch Klaus Dürrschnabel vom Verein getrennt. Bis ein neuer Dirigent gefunden worden ist, dirigiert Ibolya Barla interimsmäßig den Männerchor und den Gemischten Chor. Axel Schwabe steht zwei weitere Jahre als Vorsitzender zur Verfügung.

20. Januar 1996

Bei der Jahreshauptversammlung des katholischen Kirchenchores übernahm Rudolf Hausmann den Vorsitz von Albrecht Kordeuter. Zweite Vorsitzende wurde Gisela Neuser, die Margrit Grässlin ablöste.

Zum Weltgebetstag findet im evangelischen Gemeindehaus eine Weltgebetstags-Werkstattstunde statt. Die Arbeit mit Bibeltexten steht im Vordergrund, ebenso Informationen über das Leben in Haiti.

Kommunionkinder, die sich derzeit auf ihren Weißen Sonntag vorbereiten, treffen sich, um ihre Kommunionkerzen selbst zu verzieren.

Beim von der KAB organisierten Arbeitslosen-Treff traf man sich erstmals, um sich die Sorgen und Nöte von der Seele zu reden. Von der Politik erwartet derzeit keiner sonderlich viel. »Für die Politiker sind wir doch nur eine Zahl in der Statistik«, meint ein Teilnehmer. Das gilt keineswegs nur für die Bundespolitik, auch von den Schopfheimer Lokalpolitikern hat man denselben Eindruck.

Die IG Pro Schiene ist – wie viele Fahrgäste – sauer auf die Deutsche Bahn. In der vergangenen Woche waren wieder einige Zugkurse ausgefallen.

Die Ämter trifft beim Brand in Fahrnau keine Schuld, dies teilt die Oberstaatsanwaltschaft dem MT mit.

In einem Werkstatt-Projekt lesen Peter Zimmermann und Martin Knobel im Café »Irrlicht«. Im »Kanal Ratte« werden beide ein Forum für ihr Projekt »Morbide Kunst« finden.

Der erste Warentausch, den die SPD in der Fahrnauer Festhalle veranstaltete, war ein voller Erfolg.

Keine Probleme gabs bei der Generalversammlung des Musikvereins Wiechs. Reinhold Hagist bleibt auch weiterhin Vorsitzender. Er konnte Max Lehmann, den Dirigenten, zum 39. Ehrenmitglied des Vereins ernennen.

Für 65jährige Mitgliedschaft ehrte der GV Eichen Fritz Faller. Für 40 Jahre Zugehörigkeit durfte Karl-Heinz Klein eine Ehrung entgegennehmen. Die Wahlen schenkten den bisherigen Amtsinhabern erneut das Vertrauen, so bleibt Wolfgang Bühler weiterhin Vorsitzender des Vereins.

Die TSG-Jugendmannschaft der Badminton-Abteilung gewinnt in Achern die Südbadische Mannschafts-Meisterschaft in der Altersklasse U 14.

Zur Jahreshauptversammlung trifft sich die Feuerwehr-Abteilung Raitbach. Abteilungskommandant Walter Meier leitet derzeit 31 Aktive, daneben gibt es zwei Altersmannschaften und sechs Jugendfeuerwehr-Angehörige.

Der GV »Concordia« Gersbach hat nun auch eine Vorsitzende. Nach 14 Jahren gab Ernst Frieder Schmidt sein Amt ab an Ruth Koch, die den Verein nun führen wird.

21. Januar 1996

Der Argentinier Leopoldo Lipstein konzertiert in der Stadthalle mit einem Klavier-Rezital im Rahmen des Zyklus der vhs-Konzerte. Als »pianistisch glänzend, von harmonisch beschwörender Bildkraft und sehr sportiv« beschreibt der Kritiker den Interpreten.

22. Januar 1996

Sehr gut angenommen wird der neue Jugendtreff im ehemaligen THW-Heim in Langenau.

Erol Ege, Freund der vom Brand betroffenen türkischen Familie, dankt für die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme der Bevölkerung.

Ende dieses Monats wollen sich der katholische Dekan Baumann und die evangelischen Dekane zusammentun, um über den würdigen Umgang mit Totgeburten zu sprechen. Ziel könnte es sein, dafür ein gesondertes Grabfeld einzurichten.

Allein die Beleuchtung im »Pflug«-Areal soll rund DM 150.000,- kosten. Der CDU sind diese Kosten zu hoch. Dieter Leppert von der FWV meint: »Wir haben uns einen Maßanzug bestellt, dann müssen wir ihn jetzt auch nehmen. Das war unser Fehler.« Acht Ja-, sechs Nein-Stimmen und eine Stimmenthaltung machten dann dennoch die Anschaffung der teuren Leuchten möglich.

Auf Einladung des Lions-Club hat Aurelia Poloczek ihre jungen und jüngsten Eleven auf die Bühne der Stadthalle geführt.

23. Januar 1996

Im Ortschaftsrat Wiechs unterhält man sich über eine künftige Sportanlage. Beschlüsse wurden nicht getroffen, da der TV dafür plädierte, nur zwei Tennisplätze zu schaffen und die jetzige Größe des Fußballplatzes beizubehalten. Die IG Tennis hingegen möchte gerne in einem Zug drei Tennisplätze erstellen. Auch müsste dann der Bau eines Vereinsheimes erfolgen.

Der katholische Pfarrgemeinderat St. Bernhard möchte sich dem Thema »Versöhnung – Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens« stellen und dies zum Schwerpunkt der nächsten Zeit werden lassen. Dieses Thema hat in Schopfheim durch den Märtyrer-Priester Dr. Max Josef Metzger Tradition.

Ökologische Vernunft, ökonomische Effizienz und soziale Solidarität fordert Rezzo Schlauch, Bonner Parlamentarier der GRÜNEN, bei seinem Referat im Schopfheimer Museumskeller.

24. Januar 1996

In der Altstadt wird ein 44jähriger Mann tot aufgefunden.

25. Januar 1996

Rudolf Steck, Polizeihauptkommissar und Leiter des Streifendienstes am Schopfheimer Revier wird zum 01. Februar 1996 Leiter der Autobahn-Polizei in Weil am Rhein.

26. Januar 1996

Beispielhaft sei eine der vielen Spendenaktionen, die für die Brandopfer initiiert worden sind, angeführt: Schüler und Eltern der Klasse 4a der Grundschule Fahrnau haben auf dem Wochenmarkt selbstgebackene Kuchen und Torten verkauft. Der Erlös, zusammen mit Geldspenden der Eltern erbrachte nunmehr DM 1.700,-, die Rektor Reinhold Fetscher an Pfr. Ströble übergab.

Auf eine positive Gesamtentwicklung konnte der Tanzkreis Schopfheim bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung zurückblicken. Der Vorsitzende Erich Schmidt dankte insbesondere den Trainern, Petra Seidl und Bernd Wiedle.

Die neuen Telefon-Tarife, so die Vorsitzende der Schopfheimer Senioren-Union, Elfriede Bruttel, träfen insbesondere ältere Menschen. Das Telefon – oft einziges Verbindungsmittel zur Außenwelt – würde nun viel teurer.

Der Verkehrsverein Gersbach hat Jahreshauptversammlung. Dabei wurde deutlich, daß auch Mitglieder dieses Vereins bereit sind, an der künftigen Gersbacher Halle durch Eigenarbeit mitzuwirken.

27. Januar 1996

Hauptversammlung beim Schwarzwaldverein. Die bisherige Führungsriege um Prof. Dr. Gerold Blümle wird die Ortsgruppe auch weiterhin für drei Jahre führen. Joachim Rauch, der 25 Jahre lang Turmwart auf der Hohen Möhr war, wurde mit herzlichem Beifall und einem Weinpräsent geehrt. Er wird nun von Rolf Müller abgelöst.

Zu 133. Hauptversammlung trifft sich der Gesangverein Raitbach mit dem Chorleiter Herbert Maisch, der auch nach zwei Jahrzehnten die Lust am Dirigieren noch nicht verloren hat.

Auch bei der Hauptversammlung des Musikvereins Gersbach unterhielt man sich über das Thema »Halle«. Vorsitzender Stefan Deiss versprach, daß auch sein Verein Arbeitsstunden leisten werde. Die Neuwahlen ergaben keine Veränderungen im Vorstand.

Jürgen Jäckh begrüßte die Mitglieder des Fußballvereins Fahrnau zur jährlichen Generalversammlung. Im Mittelpunkt des kommenden Jahres wird das 75jährige Jubiläum stehen. Herausragende Aktivität im abgelaufenen Jahr war die Errichtung der neuen Flutlicht-Anlage.

Auch bei der Generalversammlung des Krankenunterstützungsvereins Fahrnau bleibt der bisherige auch der neue Vorstand.

Starke Männer stellen den Narrenbaum auf. Die »Enninger«, die dafür die Verantwortung übernommen haben, wurden von einer großen Zahl Schaulustiger angefeuert.

»10 Jahre Enninger« wird ganz groß in der Stadthalle gefeiert. Beim Jubiläumsabend, ganz offiziell, fand dann die Vorstellung der neuen Guggenmusik mit dem Namen »Ghör-Schogger« unter Leitung von Gaby Kropf statt.

Gert Franke konnte die Mitglieder der Turnerschaft Langenau zur Generalversammlung im »Maien« begrüßen. Einige Probleme verursachte die ständige Beeinträchtigung der 100-m-Bahn durch Hundekot, Rad- und Autofahrer. Die Turnerschaft beschloß nun in der Generalversammlung, die Anlage einzuzäunen. Man hofft, daß eine Lösung zusammen mit dem Tennis-Club möglich wird. Die Kosten liegen zwischen DM 12.000,- und DM 15.000,-.

Am THG erwägt man, künftig auch einen neusprachlichen Zweig einzuführen. Das bisher mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtete Gymnasium will nach den Worten von Rektor Winterhalter einen Antrag stellen, den Typ der Schule so zu ändern, daß beide Zweige angeboten werden.

28. Januar 1996

Die ökumenische Bibel-Woche beginnt mit einem Kanzeltausch: Der protestantische Pfarrer Dr. Michael Hoffmann predigt in der katholischen, der katholische Dekan Felix Baumann in der evangelischen Stadtkirche.

29. Januar 1996

Über den Regionalplan 2000 wird im Beisein des Maulburger Bürgermeisters Arzet und von Verbandsdirektor Schwendemann vom Regionalverband erneut im Umweltausschuß diskutiert. Die Stadt wird nun nicht klagen, sondern eine Stellungnahme zur Grünzäsur zwischen Maulburg und Schopfheim verfassen und auf eine Revidierung der jetzigen Grünzäsur drängen.

Planer Strübe vom Büro Süd-West in Lörrach stellt geänderte Ausbaupläne der Innenstadt vor. Nunmehr soll die Hauptstraße nicht mehr mit Bäumen bepflanzt werden. Niveaugleiche Straßenfläche soll der Innenstadt zwischen der Sparkasse und dem Viehmarktplatz ein neues Gesicht geben. Wann allerdings mit einer Realisierung zu rechnen sein wird, bleibt völlig offen. Dr. Thomas Wieland vom Gewerbeverein drängt auch bei dieser Planung auf eine möglichst große Anzahl von Parkplätzen.

Im Zusammenhang mit der Vorstellung der Hauptstraßen-Planung wurde beim »Pflug«-Areal von einem »Post-Hof« gesprochen.

Das »Hirschen«-Dreieck und die Himmelreich-/Wehrer Straße erhalten eine provisorische Kreisverkehrlösung. Die neu vorgelegte Planung ist für insgesamt DM 36.000,- zu realisieren; die bisherige Planung des Bauamtes, die allerdings von einem guten Ausbauzustand ausgegangen war, sollte DM 54.000,- kosten.

30. Januar 1996

Im Generalverkehrsplan des Landes Baden-Württemberg wird in einem gesonderten Kapitel auf das Projekt »Mobiles Schopfheim« hingewiesen.

31. Januar 1996

Die Presse informiert darüber, daß die Post grundsätzlich Interesse an einem Umzug ins »Pflug«-Areal habe. Dies bestätigte die Pressesprecherin der Postdirektion Freiburg.

02. Februar 1996

Hauptversammlung beim Skat-Club »As raus«. Das gemeinsame Ziel für die nächste Runde ist der Aufstieg in die 1. Liga.

Gegen die vor Tagen in Konkurs gegangene Steuerberatungsfirma Sema bzw. gegen deren Inhaber sind staatsanwaltschaftliche Ermittlungen im Gange. Die Firma selbst wurde zum 01. Februar durch die Firma Knittel, Josten & Partner übernommen.

Reinhold Griebel, Leiter des Kinder- und Jugendtelefons, läßt seiner Enttäuschung freien Lauf, daß der Landkreis Lörrach keinen Zuschuß für diese Einrichtung gewährt.

Geordnet ist das Geschäftsjahr des TSG, so Heinz Leuger in seinem Jahresrückblick bei der Hauptversammlung, die erstmals im Sparkassen-Sitzungssaal stattfand. Positiv hebt er die Kontakte mit der AOK hervor, weil sich dort die Erkenntnis durchgesetzt hat, das Treiben von Sport sei die billigere Gesundheitsvorsorge. Es werde in Kürze zu Kooperationsvereinbarungen kommen, so der Vorsitzende. Intensiv bereitet sich der Verein auf das in diesem Jahr anstehende 150jährige Jubiläum vor.

Bei der Jahreshauptversammlung der Naturfreunde wurde Hartmut Heise erneut für zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Ein besonderes Ereignis war die Ehrung von drei verdienten Mitgliedern. 50 Jahre gehören Wilhelm Ücker – er war lange Jahre Vorsitzender –, seine Frau Adina sowie Walter Faller dem Verein an. Gerechnet wurde dabei nur die Zeit nach der Neugründung im Jahre 1946. Ücker und Faller gehörten bereits vor dem Verbot im Jahre 1933 den Naturfreunden aktiv an.

03. Februar 1996

Albert Wachter bleibt auch nach der Generalversammlung des Gesangvereins Langenau weiter Vorsitzender. In seinem Bericht hob er lobend den guten Probenbesuch mit durchschnittlich 89,9 % hervor.

Die neue Stellplatzregelung aus der Landesbauordnung hält die SPD für realitätsfern. Danach muß künftig bei einer neu gebauten Wohneinheit nur noch ein KFZ-Stellplatz zur Verfügung gestellt werden. In einer Satzung möchte man nun eine höhere Parkplatzanzahl berücksichtigt wissen.

Die Schopfheimer Narren sind wieder da: Beim ersten Zunftabend in diesem Jahr nehmen sie die Tempo 30-Zonen, das Verkehrschaos und die Parkschein-Automaten aufs Korn. Insbesondere Dieter Spinoli schlüpfte in die Rolle des »Poli-Dappen«. Er war in »Chaos-City« für den Straßenraub tätig. Sein 25jähriges Bühnenjubiläum feiert Hansi Glöggler, der zusammen mit Jeannot Weißenberger wieder zu einem Glanzlicht des Abends wurde. Wie jedes Jahr kam auch heuer der Narresome nicht zu kurz. Das närrische Feuerwerk brannte bis weit nach Mitternacht in der ausverkauften Stadthalle.

Guntram Halter gibt den Vereinsvorsitz beim Musikverein Fahrnau bei der Generalversammlung ab. Neuer 1. Vorsitzender ist nun Andreas Bernauer.

Auf finanziell recht gutem Boden steht der Tennisclub Langenau, so Werner Lederer bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung. 1996 soll der Weg zu den Plätzen mit Platten versehen und der Vorplatz evtl. mit Verbundsteinen erweitert werden. Mit der Turnerschaft will man kooperieren, um eine Einzäunung des Geländes zu erreichen.

Alfred Jäckh wird den Kaninchenzuchtverein Fahrnau weitere Jahre führen, das ergaben die Wahlen bei der Generalversammlung im vereinseigenen Heim.

Bei der Kontrolle von zwei Jugendlichen auf einem Tankstellenareal wurde die Diensthunde-Führstaffel der Polizei Lörrach fündig. Die Jugendlichen führten Haschisch bei sich. Es kommt nun zu Strafverfahren.

Bei den Wahlen blieb beim Turnverein Wiechs erwartungsgemäß alles beim Bisherigen. Jan Schipper wird den Verein auch weiterhin führen, dessen herausragendes Ereignis im Berichtsjahr zweifellos die Einweihung des neuen Vereinsheimes war.

05. Februar 1996

Franck Pernet, ein französischer Bildhauer, stellt derzeit in der Volksbank aus.

06. Februar 1996

In einem Leserbrief meint Regina Ott aus Schopfheim, die Ordnungshüter sollten mehr auf Sauberkeit achten, die Innenstadt sei dreckig.

Monika Bruttel, die vor fünf Jahren als Missionarin nach Japan gegangen war, referiert bei der Senioren-Union.

07. Februar 1996

Alexander Batjunin gewinnt im Landeswettbewerb für Mathematik den 1. Preis. Erst seit zwei Jahren lebt er in Schopfheim, nachdem er aus Wolgograd, südwestlich von Moskau, nach Deutschland übersiedelte.

08. Februar 1996

Als ein Denkmodell über die Zukunft des Schopfheimer Krankenhauses wird derzeit die Hand- und plastische Chirurgie als Praxis-Klinik im Krankenhaus gehandelt. Entschieden sei, so Herbert Strittmatter vom Lörracher Landratsamt, allerdings nichts.

Dieser Tage gab es im evangelischen Gemeindehaus ein Doppelkonzert der Big Bands des THG und des Gymnasiums Singen.

Das DGB-Ortskartell traf sich um seinen Vorsitzenden, Waldemar Lutz. Neben einem Rückblick auf die Aktivitäten des Jahres 1995 beschloß man, sich in den kommenden Monaten mit der Situation am Schopfheimer Krankenhaus auseinanderzusetzen. Ein weiteres Thema war das umstrittene »Bündnis für Arbeit«. Insbesondere Herbert Weis von der IG Chemie beklagte, daß dieser Idee keine innergewerkschaftliche Diskussion vorausgegangen sei. Das stimme ihn skeptisch, denn ohne Konsens an der Basis sei so etwas nicht praktikabel.

Anfang dieses Jahres feierten Erna Wasserberg und Gerd Sutter das 25jährige Jubiläum bei der Firma Demag Wittig.

Ein in sich geschlossenes Nahverkehrssystem stellt nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft IG Pro Schiene die Bodensee-Oberschwaben-Bahn dar. Am vergangenen Wochenende hat man die Einrichtung besichtigt und von guten Betriebsergebnissen der kommunalen Verkehrsgesellschaft erfahren.

Es schneit den ganzen Tag.

09. Februar 1996

Rudolf Steck, der seit 14 Jahren am Polizeirevier Schopfheim war, wurde verabschiedet. Er ist seit dem 01. Februar Leiter der Autobahn-Polizei in Weil am Rhein. Der Leiter der Polizeidirektion Lörrach, Karl Kees, übernahm es, dem scheidenden Kollegen den herzlichen Dank für seine in Schopfheim geleistete Arbeit auszusprechen. Engagement, Verantwortungs- und Fingerspitzengefühl sowie Kameradschaftsgeist wurden Steck attestiert.

Markus Stöcklin und sein »Kontrabass« waren im gleichnamigen Theaterstück von Patrick Süskind im Museumskeller zu sehen und zu hören.

Bürgermeister Fleck teilt der Presse mit, daß die Halle in Gersbach gesichert ist. Das Bauprojekt sei nun im Förderprogramm Ländlicher Raum aufgenommen. »Die Zuschußbewilligung ist gesichert, wir können zuversichtlich anfangen.«

Alfred Schmidt, beliebter Schopfheimer Wirt, gibt sein renommiertes Gasthaus »Sonne« in der Altstadt auf. Er hat das Restaurant verkauft.

Einen erneuten Schub von Arbeitslosen gibt es im Januar auch im Landkreis Lörrach und Waldshut. In Lörrach stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 14.003 und erreichte für diese Jahreszeit einen Höchststand. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 8,4 %.

Grund zur Freude hat der Kinderschutzbund: Während vor einigen Tagen der Gewerbeverein einen Scheck überreichte, hat die Firma ppe nun den stolzen Betrag von DM 4.000,- gutgeschrieben.

Noch vor der Bürgerversammlung am kommenden Dienstag schlägt der Gewerbeverein Pflöcke zur Gestaltung der Hauptstraße ein. Nach wie vor lehnt er die Schaffung reiner Fußgängerzonen nachdrücklich ab. Voraussetzung für einen weiteren Rückbau der Hauptstraße sei die Schaffung weiterer Umfahrungsstraßen wie Mattenlee-Straße sowie Bahnhof-/Bismarckstraße. Überlebenswichtig für den Einzelhandel sei die Bereitstellung von ausreichendem Parkraum im Kernbereich. Der derzeit an den Rändern des Stadtzentrums vorhandene Parkraum ist nach Auffassung der IG nicht ausreichend. Deshalb solle die Schaffung zusätzlicher Stellplätze raschestmöglich in die Überlegungen miteinbezogen werden.

10. Februar 1996

Die drei Unabhängigen-Stadträte Dr. Lenz, Dr. Weiß und Inge Teipel bekamen von der Rechtsaufsicht bestätigt, daß die nichtöffentliche Sitzung in Sachen Hauptstraße 17 korrekt gewesen ist. Ihre Beschwerde hatte somit keinen Erfolg.

Nach unterbrochener Tradition haben die Fahrnauer nun wieder einen Farifa-Zunftabend über die Bühne der Ortsteilshalle gehen lassen. Die Presse meint, alles andere als anfängerhaft sei die Wiederbelebung der Zunftabend-Szene gewesen.

12. Februar 1996

Der Gemeinderat verabschiedet eine Resolution zum Erhalt des Krankenhauses in der Stadt. Darin wird gefordert, die drei Kreiskrankenhäuser zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der Landkreis wird an den Vertrag mit der Stadt vom 10./16. Juli 1991 erinnert. Beim Übergabevertrag hatte sich dieser verpflichtet, die derzeitige Versorgungsstufe für die Raumschaft zu erhalten bzw. nach den ihm gegebenen Möglichkeiten auszubauen. Drittens werden der Landkreis und die Kliniken GmbH neben dem Land aufgefordert, für die erforderlichen bestandssichernden Investitionen die Mittel umgehend bereitzustellen und die Maßnahmen zügig durchzuführen.

Beschlossen hat der Gemeinderat den Antrag des THG an das Kultusministerium, wonach die Lehranstalt zum naturwissenschaftlichen Gymnasium mit neusprachlichem Zug umgewandelt werden soll. Wenn grünes Licht gegeben wird, kann der Versuch am 01. August 1996 beginnen. Als dritte Fremdsprache wird Spanisch eingeführt.

Strengere Vorschriften, wie die der neuen Landesbauordnung, hat der Stadtrat verordnet. Künftig sollen außerhalb des Kernbereiches mehr Stellplätze verlangt werden, als das neue Landesrecht es vorschreibt. Gegen diesen Vorschlag waren die Unabhängigen und die GRÜNEN.

Gemeinsam mit dem Landkreis und den Großen Kreisstädten Lörrach, Weil und Rheinfelden will die Stadt sich entsprechend dem Gemeinderatsbeschluß an der Regio-S-Bahn finanziell beteiligen. Wie hoch diese Beteiligung allerdings ausfallen wird, ist heute noch nicht klar. Gleichwohl hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluß gefaßt.

Im neuen Wasserkraftwerk im Bifig wird die Turbine eingebaut. Sie hat ein Gewicht von 9 t und schluckt 6.000 l Wasser pro Sekunde.

13. Februar 1996

Etwa 100 Personen kommen in den Kleinen Saal der Stadthalle, um in einer Bürgerversammlung die Umgestaltung der Hauptstraße zu besprechen. Das Planungsbüro Süd-West stellt drei Varianten vor. Eindeutige Priorität erhielt die Variante, die neben der Verkehrsberuhigung doch noch eine Anzahl von Parkplätzen entlang der Hauptstraße vorsieht. Es wird nun Aufgabe des Gemeinderates sein, endgültige Entscheidungen zu treffen. Einige Bürger warnen vor dem Umbau der Hauptstraße, man möchte zuerst die Bahnhof-/Bismarck-Straße zur Umfahrungsstraße gebaut wissen und im Norden eine Umfahrungsstraße sehen. Andere wiederum meinen, wenn der Verkehr in der Innenstadt beruhigt werde, verlagere sich dieser automatisch auf die Schwarzwaldstraße und wehren sich aus diesem Grunde gegen die Beruhigung der Hauptstraße. Die GRÜNEN sprechen sich gegen eine Verkehrsberuhigung der Innenstadt aus. Sie fürchten, der Autoverkehr werde dann am Wiesenweg zusätzlich für Lärmbelästigung sorgen, da die Kraftfahrer diese Straße Richtung Fahrnau benutzen.

Zusammen mit der Abgeordneten Marion Caspers-Merk startet die SPD Schopfheim eine Veranstaltungsreihe zum Thema »Umwelt und Arbeit«.

14. Februar 1996

Mit dem zurückliegenden Vereinsjahr war Wolfgang Greiner, Vorsitzender des Gesangvereins Wiechs, bei der jüngsten Generalversammlung zufrieden. Die Mitglieder stimmten einer Namensänderung des Vereins zu, der bisher »Männerchor Wiechs mit Abteilung Gemischter Chor 1858« geheißen hatte. Nun wird er einfach »Gesangverein Wiechs« heißen.

Aufgeschreckt wurden Hausbewohner im »Bifig«: Eine Frau versuchte kurz nach Mitternacht, die Türe der Wohnung des von ihr getrennt lebenden Mannes einzuschlagen. Die zu Hilfe gerufene Polizei konnte sie nur mit erheblicher Mühe beruhigen. Sie hatte um sich getreten und Polizeibeamte durch Bisse verletzt.

Im Mittelpunkt der SPD-Jahreshauptversammlung standen die Ausführungen der Bundestagsabgeordneten Marion Caspers-Merk. SPD-Vorsitzender Rolf Strohm warnte in seinen Ausführungen davor, in der Hektik der programmatischen Neubesinnung bewährte sozialdemokratische Grundsätze über Bord zu werfen. Für langjährige Mitgliedschaft konnten Genossen geehrt werden. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Ida Brokatzky, Heinz Strass und Helmut Strauß geehrt. Rolf Strohm ruft eine Initiative ins Leben: »Unsere Stadt soll sauberer werden.« Diese richtet sich, so meint er, nicht gegen die Stadtverwaltung und deren Mitarbeiter, man will damit vielmehr alle Bürger ansprechen, sinnvolle Verbesserungsvorschläge zu machen. »Schopfheim hat zwar Schwachstellen, ist aber nicht dreckig«, führt er weiter aus.

15. Februar 1996

Die städtischen Kindergärten reichen nun doch nicht aus; die Stichtagsregelung – so der Bürgermeister – macht Probleme. Die Verwaltung, so meint er, habe einige Modellrechnungen angestellt, die im Hauptausschuß demnächst vorberaten werden sollen.

Von der SPD ist zu hören, daß Jugendliche wieder bei den Jusos politisch mitmischen wollen. Drei Jusos – so heißt es – seien ein guter Anfang.

Den »Schmutzige Dunnstig« oder »Hemdglunki« nehmen die Narren erneut zum Anlaß, das Rathaus zu stürmen. Den jährlichen »Dilldappen-Orden« erhalten dabei Menschen, die sich in der Stadt etwas Außergewöhnliches geleistet haben. In diesem Jahr wurde der MT-Redaktor Werner Müller dazu auserkoren. »Werner Müller isch der Chnüller, Schopfheims bester Wort-Verdrüller«, so die Laudatio auf den Pressemann. Es geht weiter: »Mengi Sache bringt er rees, vielesmol isch s au Hafechees.«

Die Hemdglunki in der Markgrafenstadt und in Fahrnau machen die Straßen unsicher. In ihren Hemden eröffnen sie den heißesten Teil der Fasnachtstage.

16. Februar 1996

Die Stadt sieht Probleme, den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz tatsächlich umzusetzen.

Verkehrsminister Schaufler ist in Schopfheim, um eine Zwischenbilanz zwei Jahre nach dem Start des Modellprojekts »Mobiles Schopfheim« zu ziehen. Vor dem Rathaus formierte sich eine Demonstration, denn einige Dutzend Hausener waren mit Transparenten da, um den Verkehrsminister zu »begrüßen«. Sie sind darüber verärgert, daß der Minister keine Zeit gefunden hatte, sich in Hausen um ihr Brückenprojekt zu kümmern und erinnerten ihn so an den notwendigen Brückenbau in der Hebel-Gemeinde.

Die Innenstadt gleicht in den frühen Morgenstunden teilweise einer Müllhalde. In der Nacht haben Jugendliche die zur Abfuhr bereitgestellten Gelben Säcke aufgerissen und deren Inhalt auf den Straßen verstreut.

Ein junger Mann wirft sich im Bahnhof Hausen-Raitbach vor den Zug. Er verstirbt noch am selben Tag in der Uni-Klinik Freiburg.

17. Februar 1996

Ihre geschliffenen Verse tragen die Schopfheimer Schnitzelbank-Sänger des »Sternen-Zinkens« wieder vor.

Dem närrischen Rausch geben sich auch die Gersbacher beim »Spanischen Abend« in der Schulaula hin. Wolfgang Ühlin und Thomas Weniger verstanden es, das Hallenthema, das Gersbach bewegt, fasnächtlich zu glossieren.

18. Februar 1996

Das Verkehrskonzept, die km-30-Zonen, bilden die wesentlichen Themen des diesjährigen närrischen Umzuges durch die Stadt. Viele Menschen waren begeisterte Zuschauer an den Straßen. Den 1. Preis erhielt der Wagen des »Hexen-Zinkens«, der das Rathaus als Götterburg darstellte, über dem aus den Wolken ein Halbgott in Weiß Geistesblitze auf die Stadt niederzucken ließ. Den Narrenwurm führte der diesjährige Statthalter, Hansjörg I (Adolph), in einem überdimensionalen Gugelhupf an.

19. Februar 1996

Trotz Schneefall gehen die Jüngsten im närrischen Umzug auf die Straße. Sowohl in Fahrnau als auch in Schopfheim finden Kinderumzüge statt.

Im Gersbacher Ortschaftsrat informiert der Ortsvorsteher darüber, daß die erste Zuschußzusage für die Halle eingegangen sei. Auch einer Nutzungsänderung der ehemaligen Molkerei in eine Käserei wurde zugestimmt. Am Anfang sollen pro Tag ca. 250 Liter Milch zu Käse verarbeitet werden.

20. Februar 1996

Mit der Entscheidung des Turnrates im TV Wiechs sieht Ortsvorsteher Ino Hodapp den Weg für die politischen Entscheidungen geebnet. Der Turnrat sprach sich gegen die Erweiterung des Sportplatzes aus. Unverzichtbar bleiben aber eine vierbahnige 75 m-Sprintstrecke, eine Sprunggrube und ein Kugelstoßring.

Nun lodert er erneut in den Flammen: der Fasnachts-Kerli, das Symbol der tollen Tage, wird am »Kronen«-Brunnen dem Feuer übergeben. Die Trauerrede hält Marcel Kramer vom »Schlattholz-Zinken«. In seinen knappen Worten meint er das vergangene Jahr resümierend: »Für uns isch ‘s gsi fast wie ne Wunder, denn d’Schopfheimer Fasnacht kriegsch nit unter.« Noch in der Nacht wird der Narrenbaum in der Innenstadt zersägt und abtransportiert.

21. Februar 1996

Die Gewerbe-Akademie Schopfheim erhält von der Daimler-Benz AG einen nagelneuen Benz 420 E, um die Ausbildung und berufliche Qualifikation auf technisch hohem Niveau zu fördern.

Zum 01. April wird Pfarrvikar Alexander Kunick in die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Wiechs und Langenau kommen. Der 35jährige, in Singen geboren, kommt aus Dertingen bei Wertheim in die Schopfheimer Ortsteile.

Eine Neuheit gibt es im neuen vhs-Programm: Ein »Collegium vocale« wird unter der Leitung von Klaus Dürrschnabel ins Leben gerufen.

Endlich kann auch für diesen Winter gemeldet werden, daß in Gersbach die Loipe gespurt ist und die Lifte in Betrieb sind.

Zugunsten der Knochenmark-Spendenaktion haben das Allianz-Büro Wetzel und die Tennisfreizeit-Anlage Wetzel einen Betrag von DM 1.000,- an Luise Lenz übergeben.

Helga Hartmann-Leber meint auf die SPD-Initiative »Unsere Stadt soll sauberer werden« hin, daß Schopfheim sehr wohl dreckig sei. Bei ihren Spaziergängen bereite es ihr geradezu körperliches Unbehagen, den vielen Abfall in den Brunnen, den städtischen Grünanlagen, in den Vorgärten und auf den Gehwegen zu sehen.

Die Narrengewalt geht wieder in »zivile« Hände über. Beigeordneter Hirschner übernahm die Schlüssel der Amtsgewalt von Statthalter Hansjörg Adolph. Beim Hering-Wettessen war der Statthalter natürlich schneller als der Zweite Bürgermeister der Stadt.

22. Februar 1996

Mit Hemdglunki-Umzügen beginnen die Wiechser und Langenauer ihre Buurefasnachtstage.

Zu einer filmreifen Verfolgungsjagd ist die Polizei gezwungen: Mit hoher Geschwindigkeit fuhr ein Kraftfahrzeug von Enkenstein nach Langenau. Die Verfolgungsjagd führte mit waghalsigen Manövern durch Gündenhausen. Dort kam es zu einem Beinahe-Unfall mit einem Linienbus. Der Kraftfahrzeugführer flüchtete dann, nachdem er das Auto in der Johann-Sutter-Straße abgestellt hatte, zu Fuß in Richtung Wiese. Erst als er ins Straucheln geriet und am Wiesedamm ausrutschte, konnte ihn die Polizei festnehmen. Die Alkoholkontrolle fiel so aus, daß der Führerschein beschlagnahmt werden mußte.

24. Februar 1996

Die Stadtmusik sucht jugendliche Nachwuchs-Musiker.

Zum 11. Mal ist die Luft in der Langenauer Halle vom »Rätsch-Obe« erfüllt. Insbesondere Lokalpolitisches wird bei diesem närrischen Abend unter die Lupe genommen. Erika Schweikert, die Frauengruppen der Turnerschaft mit Elinor Wagner, die Jedermänner unter der Regie von Karl-Heinz Schirmeier, Helga Roser und andere sorgen für ausgelassene Stimmung und gute Unterhaltung.

25. Februar 1996

Hunderte von Skifahrern zieht es nach Gersbach, um bei herrlichstem Wetter im Ortsteil Ski zu fahren, nachdem es dazu jahrelang nur sehr wenig Möglichkeiten gegeben hatte.

Der Wettergott meinte es mit der Wibufa wieder einmal sehr gut, denn tolles Wetter begleitet den wie immer närrisch verrückten Umzug. Im 44. Jahr des Bestehens kann Prinz Karle II (Karl-Peter Sohn) einen farbenprächtigen Narrenwurm hinter sich herziehen.

26. Februar 1996

Nachdem der Schopfheimer, der auf dem »Altig« ein Haus von Ron Arad bauen wollte, dies nicht mehr realisiert, hat er einen neuen Bauantrag gestellt. Es soll nun ein Haus, das aus zwei Baukörpern besteht, gebaut werden. Der nördliche Gebäudeteil soll auf Stelzen stehen. Eßzimmer und Bibliothek sind darin vorgesehen. Überwiegend soll das Gebäude aus Holz und Glas errichtet werden. Um das Bauvorhaben zu realisieren, wären etliche Befreiungen vom gültigen Bebauungsplan notwendig. Der Bauausschuß beschloß den Bauantrag mit dem Zusatz, daß nur dann zugestimmt werde, wenn erreicht werden könne, daß der Nachbar seinen Widerspruch zurückzieht und eine Bebauungsplan-Änderung dadurch umgangen werden kann.

Dieter Leppert meint im Bauausschuß, daß die alte Umkleide-Hütte am Eisweiher doch bitteschön abgebrochen werden soll; sie gleiche einem Rattenloch.

Einem Anbau an das JuZ im »Oberfeld« stimmt der Bauausschuß zu. In Eigenarbeit wollen die Jugendlichen das JuZ durch einen Anbau vergrößern.

Als zweiter Meilenstein in der Direktvermarktung kann das Projekt »Käseherstellung in Gersbach« gesehen werden. Ernst Frieder und Heidrun Schmidt stellten in kurzer Form ihre Ziele vor, um das Projekt »Gersbacher Käse« zu realisieren. Danach könnten Milchprodukte wie Frischkäse mit Kräutern oder Nüssen, Joghurt, Quark in verschiedenen Variationen, ein Camembert und ein Bergkäse sowie eine Art Münsterkäse produziert werden. Am Anfang ist die Verarbeitung von ca. 205 kg Milch vorgesehen, was einem Jahresvolumen von 75.000 Liter Milch gleichkommt.

27. Februar 1996

Alexander Röttel, ein 23jähriger Chemielaborant, möchte in Schopfheim wieder eine Juso-Gruppe gründen. Er sei zwar, so heute in einem BZ-Interview, momentan kein Mitglied der SPD, dennoch fühle er sich am ehesten dieser Politik verbunden. Das Schlagwort von der Politikverdrossenheit wolle er nicht teilen, allerdings mangle es, so zeigten es Diskussionen, oft an den nötigen Informationen. »Politiker dürfen ihre Botschaften nicht immer verschlüsseln, sie müssen klar sagen, was Entscheidungen bedeuten«, so sein Tenor. Zu seiner Motivation, eine neue Juso-Gruppe zu gründen, meinte er: »Ich möchte mir zum Schluß nicht vorwerfen lassen, ich hätte nichts getan. Das Prinzip, über politische Entscheidungen zu meckern, aber selbst nicht wenigstens versucht zu haben, es besser zu machen, funktioniert nicht.«

Kürnberg möchte gleiches Recht für Alle und fordert auch im Ortsteil Tempo 30. Für Kürnberg habe nichts anderes zu gelten als für Wiechs.

28. Februar 1996

Alle Zeichen stehen nach der neuen Sitzung der SPD auf Gründung einer Juso-Gruppe. Nicht sonderlich gut angekommen sind die derzeitigen Wahlplakate der SPD nach Meinung einiger Jugendlicher, denn sie würden die jungen Wähler nicht ansprechen. Am 07. März soll es zu einer Gründungsversammlung kommen.

»Eine ganz normale Familie«, ein Stück von Neil Simon, wurde mit Diana Körner in der Hauptrolle in der Stadthalle aufgeführt.

29. Februar 1996

Der Weg nach Atlanta scheint für Nicole Grether versperrt zu sein. Beim Badminton-Swiss Open in Basel scheiterte sie bereits in der Runde 1. Krankheitsbedingt hat sie eine schwierige Saison hinter sich. Dem Erfolg des Vorjahres folgte ein Jahr voller Rückschläge. Erneut krankheitshalber konnte sie nicht zur Deutschen Meisterschaft; damit wird die Olympiade wohl ohne sie stattfinden.

Die große alte Kastanie in der Bahnhofstraße/Ecke Scheffelstraße ist fast gefällt. Nur noch ein Strunk steht; auch er wird – so die Stadtgärtnerei – in den nächsten Tagen verschwinden. Der Baum sei nicht mehr standsicher gewesen, wird betont.

Der Freundeskreis der Kantorei traf sich zur Mitgliederversammlung. 1. Vorsitzender bleibt nach den Wahlen auch weiterhin Dr. Laszlo Bethlen.

01. März 1996

Einhellige Meinung der FWV-Kreistagsfraktion ist, daß die Krankenhäuser Lörrach, Schopfheim und Rheinfelden in ihrer Grundstruktur erhalten bleiben müssen.

Klaus Kochendörfer fordert für die Unabhängigen, daß eine klare DIN-Kostenrechnung für die geplante Gersbacher Halle auf den Tisch gelegt wird.

Siegfried Wohlschlegel wird neuer Trainer der TSG-Ringer.

02. März 1996

Autos haben ihre Anziehungskraft nicht verloren. Große Besucherscharen zieht es wieder in die Stadthalle zur Ausstellung des Gewerbevereins.

Die Stadt will an der Umgehungsstraße auf einem 2,2 ha großen städtischen Grundstück, östlich der Hülsenfabrik Herbster, einen neuen Stinnes-Baumarkt zulassen. Der Baumarkt hat rd. 5.000 qm Fläche, das dazugehörige Garten-Center wird rd. 2.700 qm Verkaufsfläche haben. In der nächsten Sitzung des Gemeinderates soll entschieden werden, ob die Stadt das Gelände an den Investor verkaufen will.

Unter Federführung des Schopfheimer Gewerbevereins wird noch in diesem Monat der Startschuß für das Projekt »Schopfheim 2001« fallen. Der Gewerbeverein und die Stadt wollen gemeinsam ein Stadt-Marketing erarbeiten.

Zur Verbesserung der Kindergarten-Situation möchte die Stadt am Marktplatz eine dritte Gruppe einrichten. Mehr kann sie sich, so eine Vorlage der Verwaltung an den Gemeinderat, derzeit nicht leisten.

Die Hütte am Eisweiher wurde abgebrochen.

03. März 1996

Die TSG-Badminton-Abteilung »U 14« mit Jarmila Siebold, Sarah Winkelmann, Melanie Sütterlin, Lisa Sprich, Jan Brenzel, Thomas Brandsch, Denise Brenzel und Christian Kolodziej schaffte bei den baden-württembergischen Landesmeisterschaften in der Schopfheimer Sporthalle die Vizemeisterschaft.

Der Skiclub Fahrnau trägt die Vereinsmeisterschaften am Präger Hang aus. 123 Teilnehmer fuhren um die Titel. Im Snowboard-Fahren wurden Arndt Schweitale und Sabine Fedtke Sieger. Die alpinen Disziplinen gingen an Volker Lapp und Julia Walter.

Die Werke des Braunschweiger Malers Frank Werger sind bei der neuen Ausstellung des Kunstvereins im Museum zu betrachten.

04. März 1996

Es ist schon obligatorisch, daß während der Hauptversammlung der AWO auch über die Aktion »Essen auf Rädern« berichtet wird. Im vergangenen Jahr wurden über 17.000 Mittagessen ausgegeben. Erneut wird Waltraud Krüger im Amt der Vorsitzenden bestätigt.

Sehr erfolgreich waren die TSG-Judokas vor einigen Tagen bei den offenen baden-württembergischen Einzelmeisterschaften in Backnang.

SPD-Landeschef Ulrich Maurer sprach im »Restaurant am Park« über die Themen Arbeitslosigkeit, Renten und Aussiedler. Zum Aussiedler-Thema kritisiert ihn Dr. Jost Noller. Ulrich Maurer verteidigt den Vorstoß seiner Partei, den Zuzug von Aussiedlern zu begrenzen.

05. März 1996

Werner Müller schreibt heute im MT: »Die Stadt dreht ein Riesen-Einkaufsrad.« Der geplante Umzug des Stinnes-Baumarktes ins »Lus« mitsamt Erweiterung ist nur Bruchteil einer großangelegten Konsum-Offensive der Stadtverwaltung. Nach Informationen des MT liebäugelt der Bürgermeister mit dem Gedanken, auf den freiwerdenden Flächen auf der »Gänsmatt« einen ALDI-Markt sowie einen Intermarché anzusiedeln. Der Gewerbeverein, von solchen Plänen aufgeschreckt, läuft unterdessen Sturm dagegen und bangt um die Überlebenschance der Innenstadt.

06. März 1996

Wie lange bleibt Tempo 40 in Langenau noch erhalten? Das Regierungspräsidium drängt auf eine baldige Lösung, die entsprechend einer Absprache zwischen den Behörden noch von einem Gutachten abhängig gemacht wird.

07. März 1996

Die Parteien und Wählervereinigungen in Schopfheim haben eine gemeinsame Unterschriften-Aktion für den Erhalt des Schopfheimer Krankenhauses gestartet. Jeder kann mit dieser Unterschrift das Land, den Landkreis und die Kliniken GmbH auffordern, den Bestand dieses »Heimat-Krankenhauses« zu sichern, um damit die medizinische Akut-Versorgung für das Mittlere und Obere Wiesental zu gewährleisten.

In einer Pressemitteilung fordert die Verkehrswacht nach einer Vorstandssitzung ein neues Verkehrslenkungskonzept für Schopfheim. Eine Schließung der Hauptstraße durch die Umbaumaßnahmen führe ohne gleichzeitige Umleitung des Restverkehrs auf die Nord- und Südtangente zu unzumutbaren Störungen im Verkehrsverlauf.

Dank zweier Spenden – zum einen durch die staatliche Schulstiftung Baden-Württemberg und zum andern durch die Herrhausen-Stiftung der Deutschen Bank – wurde der Johann-Peter-Hebel-Schule die Anschaffung eines »Pertra-Spielplatzes« ermöglicht.

Zur Integration von jugendlichen Aussiedlern aus der früheren Sowjetunion wird die Stadt die neuaufgelegte Sportbroschüre mit einem russischen Begleittext ausgeben. Man hofft, daß sich die jungen Menschen nun in den Sportvereinen engagieren und sich dadurch besser einbringen können.

Die Wiechser haben ihren Buurelade, die Langenauer möchten gerne einen Wochenmarkt einrichten. Über den Standort soll in der kommenden Woche der Ortschaftsrat erste Entscheidungen treffen.

In den frühen Morgenstunden nahm die Polizei in Gersbach einen jungen Mann fest, der zuvor in Tüllingen seinen Vater getötet hatte.

Die Vorentscheidungen zur Zukunft des Krankenhauses sind im Sozialministerium gefallen. Das Krankenhaus Schopfheim soll statt 68 noch 25 Chirurgie-Betten behalten. Hinzu kommen 50 Betten für die Innere Medizin (bisher 60) und als Novum 60 Erwachsenen-Psychiatrie-Betten. Diesen Plan stellte Ministerialrat Schülly dem Sozialausschuß, der im Markus-Pflüger-Heim in Wiechs tagte, vor. Was unter dem Begriff »Strukturanpassungen« im Gange ist, sorgt bei den Mitarbeitern im Krankenhaus und in der Bevölkerung weiterhin für erhebliche Diskussionen und Unruhe.

In Schopfheim gibt es wieder eine Juso-AG Wiesental. Einstimmig wurden Manuela Reindl zur Vorsitzenden und Alexander Röttel zum Stellvertreter ernannt.

José Oliver, ein Lyriker, liest in der Stadtbibliothek. Der Sohn spanischer Gastarbeiter, der sich als andalusischer Alemanne bezeichnet, rezitierte nicht nur seine Lyrik, sondern sang dazu Lieder, die er a cappella oder mit Gitarren-Begleitung vortrug. Der Rezensent des Abends meinte: »Auch seine Gedichte schien er zu singen.«

08. März 1996

Die Frauengruppe »Courage« wirbt am heutigen internationalen Frauentag auf dem Marktplatz mit Transparenten.

Das »Bifig«-Wehr steht, so Wolf-Dieter Hänßler, kurz vor der Vollendung. Umwelt-Staatssekretär Peter Reinelt wurde bei einer Besichtigung über das Projekt informiert. Er lobte das überzeugende Konzept, an dem sich die Stadt mit DM 500.000,- beteiligt.

Der Supermarkt im »Lus«, die Verlagerung von ALDI und die Ansiedlung von Intermarché müssen wohl noch etwas auf sich warten lassen. Dies zeigt sich in den Vorgesprächen bei den Parteien vor der Gemeinderatssitzung. Klaus Kochendörfer meint für die Unabhängigen, es werde kein Hoppladihopp geben. Er verlangt denn auch ein Gesamtkonzept; insbesondere möchte er das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten über die Ansiedlung von Großmärkten abwarten. Für die SPD meint Rolf Strohm, die Partei habe zu diesem komplexen Thema noch nicht getagt, er könne sich jedoch vorstellen, daß seine Fraktion zusätzliche Informationen benötige. Auch Dieter Leppert für die FWV ließ durchblicken, daß man sich diese Frage gründlich überlegen wird.

Christian Brase und Sascha Fiola aus der Klasse 10b am THG haben sich bei Jugendlichen umgehört und nach der Gleichbehandlung befragt. Unhöfliche Beratung in Geschäften sowie in öffentlichen Behörden sind demnach an der Tagesordnung. Jugendliche werden in Bus und Bahn strenger kontrolliert. Sie folgern daraus: Alle Menschen sind gleich, dies muß aber nicht heißen, daß alle gleich behandelt werden.

Nachdem die Arbeitsmarkt-Daten vor zwei Tagen für die ganze Republik bekanntgegeben wurden, erfährt man, daß auch im Landkreis Lörrach die Arbeitslosenquote auf den Rekordstand von 8,5% geklettert ist.

Der liberale Wirtschaftskreis der F.D.P., Kreisverband Lörrach, traf sich zum Thema »Zukunft der Krankenhäuser«. Fazit war, daß die Spezialisierung zur Kostenreduzierung nötig wird. Allerdings bleibe der Patient auf der Strecke. Es sei Zeit, daß alle sich an einen Tisch setzen, denn nach den vorliegenden Plänen habe Schopfheim das schlechteste Los gezogen. Der Wegfall der Chirurgie bedeute das wirtschaftliche Aus des Hauses.

09. März 1996

Bei der Generalversammlung des MSC Schopfheim, die gut besucht war, wurde Adolf Ückert nach 28 Jahren aus dem Vorstand verabschiedet. Auch Horst Fischer war 26 Jahre, Peter Moor gut zwei Jahrzehnte und Werner Schoppe 17 Jahre in der Vorstandsarbeit tätig. Die Berichte des Vorsitzenden Fritz Schrank, des Schriftführers Manfred Krupp und des Sportleiters Thomas Grässlin verdeutlichten, daß das zurückliegende Jahr vollständig im Zeichen der dritten Motocross-Weltmeisterschaft der Seitenwagen gestanden hat. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist nunmehr Karlheinz Renner.

Die Chefärzte des Schopfheimer Krankenhauses, Dr. Cheykh, Dr. Standop und Dr. Faust, äußern sich bestürzt über die aus der Presse bekanntgewordenen Informationen zur künftigen Krankenhaus-Struktur. Dr. Zabel weilt derzeit in Kamerun. Der Ärztesprecher, Dr. Lenz, sagte in einer ersten Stellungnahme, daß in den Konzepten das Lörracher Elisabethen-Krankenhaus überhaupt nicht berücksichtigt sei. Der Kreis dürfe die Kreiskliniken nicht nur isoliert betrachten.

Die Überlegungen des Sozialministeriums zum Anschlag auf das Krankenhaus Schopfheim bezeichnet Werner Müller in seinem Kommentar als »blanken Hohn«.

Auf dem Marktplatz liegen während des Wochenmarktes Unterschriftslisten für den Erhalt des Krankenhauses aus.

Auch die IG Handel meldet sich zur Ansiedlung des Baumarktes im »Lus« zu Wort. Einzelhändler in der Innenstadt, so die IG, fühlten sich total verunsichert.

Die Unabhängigen werden dem Ausbau der Hauptstraße erst dann zustimmen, wenn die Bismarck-/Bahnhofstraße ausgebaut ist.

Ebenfalls gegen den Ausbau der Hauptstraße zur verkehrsberuhigten Zone sprechen sich die GRÜNEN aus, wie Stadtrat Straub in der kommunalpolitischen Runde bekanntgibt.

10. März 1996

Noch ist der Winter von den Höhenlagen nicht verschwunden. In Gersbach ist der »Bergbrunnen«-Lift noch in Betrieb.

Im Gestüt »Sengelen« treffen sich Pferdefreunde zu einer Hengst- und Verkaufspferde-Schau.

Erstmals seit drei Jahren gab es in Gersbach wieder einen Skitag. Der Organisator, Werner Koch, konnte 61 Teilnehmer begrüßen. Hartmut Deiss und Petra Greiner aus dem Ortsteil waren schließlich die glücklichen Sieger.

11. März 1996

Der katholische Pfarrgemeinderat traf sich vor einigen Tagen in Klausur. Dabei wurde auch Selbstkritik geübt. Der Informationsfluß zwischen Pfarrgemeinderat und Gemeinde könnte besser sein.

Eine Denkpause in Sachen Bau- und Supermärkte Gündenhausen hat Bürgermeister Fleck in der Gemeinderatssitzung selbst eingelegt. Er möchte warten, bis die städtebaulichen Gutachten zum Einzelhandel auf dem Tisch liegen, bevor über die Vorhaben weiter diskutiert wird. Dieses Gutachten, so der Bürgermeister, soll am 25. März dem Gemeinderat und am 26. März dann dem Gewerbeverein zur Diskussion vorgestellt werden.

Gegen die Krankenhauspläne des Landes will der Bürgermeister massiv vorgehen. Dies kündigte er dem Gemeinderat an. Kurt Härzschel meint: »Wir müssen mit Nachdruck hinter unseren eigenen Krankenhausforderungen stehen.« Vielleicht könne man auch die Bevölkerung einspannen. Härzschel empfahl, mit dem Landrat und dem Ministerium zu reden; auf jeden Fall bedürfe es des Großeinsatzes von Gemeinderat, Verwaltung und Bürgern.

Zum 18. Mal treten die Foto-Freunde Schopfheim mit einer Ausstellung an die Öffentlichkeit. Unter dem Thema »Begegnungen und Kontakte« sowie »Lebensraum Zoo« haben sie ihre Bilder in der Sparkasse ausgestellt.

Nach dem Willen des Gemeinderates soll nun die Hauptstraße umgebaut werden. Der Abschnitt in der »Pflug«-Kurve soll gleich in Angriff genommen werden. Offen bleibt aber noch die Ausführung des Fahrbahn-Belages. Trotz Umbau wird es aber – und das war die Neuerung in der Gemeinderatssitzung – bei Tempo 30 in der Innenstadt bleiben. Diese Mitteilung von Herrn Strübe vom planenden Büro stieß bei allen Fraktionen auf Beifall. Zum Thema »Belag« empfahl der Bürgermeister, dem Pflaster den Vorzug vor Makadam zu geben.

Klaus Fleck kehrt nach einer Dikume-Reise, an der auch Dekan Heidler aus Maulburg teilgenommen hat, zurück. Ein neues Wasser-Projekt konnte eingeweiht und der Bevölkerung übergeben werden. Dekan Heidler und der Maulburger Antonio Bilotta widmen sich dem Projekt »Kaffee«. Wichtiger Ansatz dieser Kooperative ist es, den Kaffee von den Bauern direkt zu importieren. Dr. Günter Zabel, der ebenfalls mit auf die Reise gegangen war, hat in der Gesundheitsstation einige Operationen vorgenommen.

12. März 1996

Heute diskutieren die Gersbacher Bürger auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde über die Zukunft des Schopfheimer Krankenhauses.

Uwe Kibelka bleibt auch nach der neulichen Generalversammlung der Schützengesellschaft Wiechs deren Vorsitzender. Der neue Schützenkönig heißt Siegmund Leszkowski, der daneben auch Vereinsmeister wurde.

Als Jahr der Höhen und Tiefen bezeichnet Bernhard Kuri in der Jahreshauptversammlung der SVS-Fußballer das vergangene Vereinsjahr.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Günther Oettinger, plädiert dieser Tage bei einem Besuch in Schopfheim auch für den Erhalt des Krankenhauses, allerdings sollte man flexibel sein und ein zukunftsweisendes Konzept erarbeiten.

Der Haseler Bürgermeister Klaus Haas meint heute in einem Plädoyer für das Schopfheimer Krankenhaus, daß es für ihn nicht mehr nachvollziehbar sei, wenn man bei der Versorgung kranker Menschen von einem Tauziehen zwischen Rheinfelden und Schopfheim lesen müsse.

13. März 1996

Der Schopfheimer Stefan Müller wurde vom Fußball-Bundestrainer der U 21-Mannschaft, Hannes Löhr, zu einem Lehrgang nachnominiert. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er bei den Olympischen Spielen in Atlanta dabeisein wird.

Richard Kmittl führt auch nach den Neuwahlen den Kaninchenzuchtverein Schopfheim.

Hannelore Szameitat trägt seit 50 Jahren die Badische Zeitung aus. Zum 01. Februar 1946 nahm die in Enkenstein wohnende Frau ihren Dienst als Zeitungsausträgerin auf. Die Schopfheimer Geschäftsstelle ehrte die Jubilarin dieser Tage. Nun, nach 50 Jahren, möchte sie die Arbeit aber beenden.

14. März 1996

Schopfheimer fahren zur Wahlveranstaltung mit Bundeskanzler Helmut Kohl und Ministerpräsident Erwin Teufel nach Lörrach.

Angeregt von Pfarrer Gerhard Trautwein und Ortsvorsteher Horst Sutter versammeln sich die Gersbacher in einer Bürgerversammlung, um ihren Unmut zu den Krankenhausplänen des Sozialministeriums darzulegen. Die noch länger werdenden Wege sind für die Gersbacher nicht zumutbar.

Ende April soll die offizielle Partnerschaft zwischen Kleinmachnow und Schopfheim geschlossen werden.

Geldsorgen plagen den Kinderschutzbund, war bei der Generalversammlung zu hören. Vom Landkreis fühlt man sich im Stich gelassen, denn alleine für das Kinder- und Jugendtelefon wurden in diesem Jahr DM 86.000,- benötigt. Die 2. Vorsitzende, Ute Meinel, schied nach achtjähriger aktiver Mitgliedschaft aus. Für sie wurde Rita Geth zur Nachfolgerin gewählt.

15. März 1996

Während in Schopfheim Unterschriftslisten für den Erhalt des Krankenhauses offenliegen und in Gersbach diskutiert wird, lädt nun auch der Hausener Bürgermeister und SPD-Kreisrat Karl Heinz Vogt die Bevölkerung zu einer Diskussion mit den Schopfheimer Ärzten und dem Schopfheimer Bürgermeister sowie den Fraktionsvorsitzenden ein. Für ihn als Kreistagsmitglied ist klar, daß die Vorschläge des Sozialministeriums völlig unbefriedigend sind. Wenn diese realisiert würden, wäre die Schopfheimer Chirurgie in zwei Jahren gestorben. In Schopfheim selbst diskutiert in dieser Woche die SPD, allerdings nichtöffentlich im kommunalpolitischen Ausschuß, über die Zukunft der Einrichtung.

Der Langenauer Ortschaftsrat plädiert dafür, beim Kindergarten Langenau Container als Notlösung für eine Übergangszeit aufzustellen. Außerdem beschloß er, daß jeden Donnerstag von 7 bis 13 Uhr auf dem Platz vor dem evangelischen Gemeindehaus der Wochenmarkt abgehalten wird.

16. März 1996

Die Stadtmusik hat bei ihrer diesjährigen Hauptversammlung beschlossen, den Mitgliedsbeitrag um DM 5,- auf DM 20,- jährlich zu erhöhen. Matthias Tondar, der ein Jahr Vereinsführung hinter sich hat, bedankt sich insbesondere beim Ehrenvorsitzenden Hans Moser und beim Dirigenten Max Lehmann.

Jahresmitgliederversammlung der Kolping-Familie, bei der der Vorstand komplett im Amt bestätigt wurde.

17. März 1996

Den Sonntag nutzte der Ortschaftsrat Eichen mit Ortsvorsteher Hans Keller zu einer Ortsbegehung. Dabei war man auch für Hinweise und Wünsche aus der Bevölkerung sehr offen.

Das »Arioso-Quartett« gastiert auf Einladung der vhs in der Stadthalle.

18. März 1996

Altersprobleme gibt es bei den Schopfheimer Briefmarken-Sammlern. Bei der Generalversammlung sagte der Vorsitzende, Karl Friedrich Pfeiffer, dieser Tage, daß die 33 Mitglieder ein Durchschnittsalter von 60 Jahren haben. Wenn dies nicht geändert werden kann, ist die Zukunft des Vereins in Frage gestellt.

Der Bauausschuß vergab die Fensterarbeiten am THG nicht, da die Arbeiten nicht an eine Schopfheimer Firma gegangen wären. Nun muß der Gemeinderat sich mit der Angelegenheit beschäftigen.

19. März 1996

Die Klasse 8d der Friedrich-Ebert-Schule war vom Gemeinschaftskundeunterricht, wie er dieser Tage ablief, hoch begeistert, denn die Schule war im Landtag in Stuttgart und diskutierte dort auch mit Umwelt-Staatssekretär Reinelt.

Der frühere KBC-Chef Hans Unterseher referiert in der IHK. Er meint, die Textil-Industrie müsse in die Offensive gehen und rät zu Allianzen, um auf dem Weltmarkt zu bestehen. Er rät ebenso zu Qualität und meint, Kreativität, Flexibilität, Zuverlässigkeit, Schnelligkeit könnten zu einem Gütesiegel »Made in Germany« zurückführen anstelle von ISO-Normen. Voller Hoffnung schaut er auf den osteuropäischen Markt.

20. März 1996

In einer gemeinsamen Presseerklärung der CDU und FWV steht: »Wir kämpfen um das Krankenhaus.« Die Maßnahmen des Sozialministeriums seien unverantwortlich und werden entschieden abgelehnt. Man fordert den Bürgermeister auf, beim Ministerium zu intervenieren.

Shlomo Graber, ein Auschwitz- und Görlitz-Überlebender, berichtete dieser Tage im »Irrlicht« vor allerdings nur 16 Zuhörern.

Bei der Hauptversammlung im »Markgrafen«, die vor wenigen Tagen stattgefunden hatte, meint Gerhard Fehrke, SVS-Boxer-Vorsitzender, es müsse sich im Verein etwas tun, wenn er weiterhin den Vorsitz ausüben solle. Im sportlichen Bereich sieht man einen Lichtblick durch die Berufung Björn Fehrkes in die Badische Auswahlstaffel.

Aus der Ortschaftsratssitzung Gersbach hört man, daß der Zuschuß für die Gersbacher Halle in drei Jahresraten, aber erst ab 1998, fließen soll.

Die Museumsgesellschaft bereitet eine Ausstellung von Werken des 

Malers Gustav Friesenegger zu dessen 200. Geburtstag vor. Bei der Jahreshauptversammlung, die traditionsgemäß in der »Sonne« stattfand, überreichte der Vorstand der Museumsgesellschaft dem »Sonnen«-Wirt ein Blumenpräsent zum Abschied.

Das THW hat Mitgliederversammlung. Dabei informiert neben dem Rückblick der Vorsitzende Thomas Spohn darüber, daß vorrangiges Ziel der Aufbau einer Jugendgruppe sei. Christian Eichin und Michael Monden werden die Leitung dieser Gruppe übernehmen.

21. März 1996

Bei der Jahreshauptversammlung der Handballer im SVS bezeichnet der Jugend-Betreuer, Jochen Amend, die Einstellung zum Verein als »Selbstverwirklichung zum Billigtarif.« Ein erster Schritt, die Jugend besser in die Vereinsarbeit einzubinden, ist nunmehr die Gründung eines Jugend-Vorstandes. Von einem durchschnittlichen Jahr sprach der Vorsitzende, Arno Asal. Insbesondere schwer wiegt aber die Tatsache, daß dem Verein Schiedsrichter fehlen und dadurch Zwangsabstiege notwendig werden.

Die »Hirschen«-Kreuzung wird derzeit umgebaut. Es soll dort demnächst Kreisverkehr eingerichtet werden.

Soll in Gersbach demnächst der Wind Strom erzeugen? Nach Informationen des MT gibt es bereits konkrete Interessenten für den Bau von fünf Windkraft-Anlagen im Erholungsort. Die Türme sollen 50 m hoch werden und drei Flügel pro Anlage mit einem Durchmesser von 43 m aufweisen. Gemeinderat und Ortschaftsrat, so die Zeitung, hätten sich bereits nichtöffentlich mit der Angelegenheit beschäftigt. Bürgermeister Klaus Fleck, der die Pläne bestätigte, meint, mit den fünf Türmen könne mehr Strom erzeugt werden, als Gersbach benötigt. Aus Fleischdirektvermarktung, Käseproduktion und Windkraftnutzung ließe sich aus seiner Sicht auch für den Fremdenverkehr durchaus Kapital schlagen. Rückenwind für Gersbach als ökologisches Dorf.

22. März 1996

Die Zukunft des Schopfheimer Krankenhauses sieht wieder etwas rosiger aus. Die zuständigen Kreisgremien legen sich gegenüber den Vorschlägen des Sozialministeriums offenbar quer. Kreiskämmerer Strittmatter: »Die Pläne des Ministeriums sind aus gesundheits- und kreispolitischen Gründen abzulehnen.« Sein Gegenmodell für das Krankenhaus sieht 50 Betten in der Inneren Abteilung und 50 in der Chirurgie vor. Für die Psychiatrie blieben demnach noch 40 bis 80 Betten übrig.

Bei der Generalversammlung des Reitvereins Schopfheim dieser Tage im »Hans Sachs« wurde Volker Trefzger erneut das Vertrauen ausgesprochen. Herausragende Ergebnisse waren die hervorragenden Plätze von Rebecca Trefzger, die Südbadische Meisterin wurde und in der Deutschen Meisterschaft Rang 12 belegt hatte. Erwähnenswert ist auch, daß beim Messe-Championat in Offenburg Volker Trefzger mit der Mannschaft des Reiterrings Oberrhein den 1. Platz belegte.

Die Stadt kommt um die Ansiedlung weiterer Großmärkte »auf der grünen Wiese« nicht herum, so Bürgermeister Fleck anläßlich der Auftakt-Veranstaltung für das Marketing-Projekt »Schopfheim 2001«. Bei der gleichen Veranstaltung meinte Dr. Thomas Wieland für den Gewerbeverein: »Gemeinsam sind wir stark.« Das Vorhaben wurde zuvor in einer zweistündigen Präsentation einschließlich Diskussion vorgestellt. Prof. Walldorf, Leiter des Instituts für Handelsmarketing (ifh) meint, es sollte erkannt werden, wo in der Stadt Licht und Schatten sind. Zufrieden nahm auch Bertram Paganini, Marketing-Experte der IHK, den Start des Gewerbeverein-Projekts zur Kenntnis. Die Stadt habe mit dem schon vorliegenden städtebaulichen Einzelhandels-Gutachten ihre Hausaufgaben fast erfüllt, erklärte der Fachmann, jetzt müßten Handel und Gewerbe die ihrigen anpacken. Eine Stadt ohne Stadtmarketing gehöre zu den Verlierern. Seine Losung gelte: »Nicht jammern, sondern klotzen.«

Mit der Ehren-Medaille des Landes Baden-Württemberg wurde dieser Tage Simon Sigl zusammen mit 50 weiteren Welt- und Europameistern der Senioren-Klasse geehrt. Aus den Händen von Staatssekretär Köberle vom Kultusministerium erhielten die Senioren-Sportler ihre Ehrung in der Fecht-Hochburg Tauberbischofsheim.

In der jüngst vom Umweltministerium veröffentlichten Standort-Studie für Windkraftanlagen, so ist in der BZ heute zu lesen, sind auch drei mögliche Standorte für Windräder auf Gersbacher Gemarkung ausfindig gemacht worden. Während Bürgermeister Fleck sich die Windkraft-Nutzung durchaus vorstellen kann, ist im Dorf Gersbach und auch im Gemeinderat die Skepsis noch groß. Einen Gersbacher Fragenkatalog gilt es zu beantworten. Widerstand wird sich aber auch abzeichnen, stellvertretend dafür steht Walter Flößer. Der FWV-Altstadtrat hat angekündigt, dagegen kämpfen zu wollen, daß die Landschaft durch Windräder beeinträchtigt werde.

Der Sportverein Schopfheim trifft sich zur Generalversammlung im Sportheim. Vorsitzender Claus Huber weist auf die wichtige öffentliche Aufgabe, die ein Sportverein im Dienst des Gemeinwesens hat, hin. Sorgenkind bleibt der Hartplatz, der seit zehn Jahre kaputt ist. Hans Itzin meint dazu: »Die meisten Dorfvereine der Umgebung haben bessere Plätze.« Die »Kraterlandschaft« des Schopfheimer Platzes sei bei Regen als See zu bewundern. Eine Reparatur sei nicht zu empfehlen; ideal wäre ein Kunstrasenplatz. Claus Huber konnte während der Generalversammlung verdiente Mitglieder ehren. Ernst Jost und Franz Hebek erhielten die Ehrennadel in Gold, mit der Silbernen Ehrennadel wurden neben dem Vorsitzenden Claus Huber noch Marlene Niermann, Petra Räuber sowie wie Wilhelm Jakob, Hanspeter Acker, Markus Hauser und Klaus Wursthorn geehrt.

23. März 1996

13.009 Einwohner sind am Sonntag zur Landtagswahl berechtigt.

Gewehr bei Fuß, so die BZ, stehen bereits Investoren für die Windkraftnutzung in Gersbach.

Im Jahresrückblick der Freunde des Gymnasiums ging Vorsitzender Dr. Karl Busch auch auf das Jubiläum und das Treffen der Ehemaligen im vergangenen Jahr ein. Der gesamte Vorstand wurde schließlich wiedergewählt.

Als Lösung für das Langenauer Kindergarten-Raumproblem favorisieren die Unabhängigen bei einer Besichtigung einen demontierbaren Holz-Pavillon.

Mehrere Dutzend Bürgermeister, Gemeinde- und Kreisräte sowie niedergelassene Ärzte aus dem gesamten Wiesental zwischen Maulburg und Todtnau leisten am Donnerstag-Abend im Feuerwehr-Saal in Hausen einen »Schwur« zum Fortbestand der Klinik in der Markgrafenstadt. Sie machen sich dabei das »Strittmatter-Papier« zur künftigen Krankenhaus-Struktur zu eigen. Die Besprechung kam auf Initiative von Bürgermeister Vogt in Hausen zustande. Dafür bedankte sich der Schopfheimer Bürgermeister herzlich. Daß die Pläne des Sozialministeriums allein »auf Stuttgarter Mist gewachsen« seien, bezweifelt Robert Zapp, der für die SPD-Fraktion argwöhnte, hier seien Souffleure aus dem Kreis am Werk gewesen. »Das Schopfheimer Krankenhaus überlebt nur mit einer Chirurgie«, warnte Kurt Härzschel. Er betonte, daß die Wiesentäler Initiative sich nicht gegen Rheinfelden richte, sondern eine ausgewogene Lösung für das gesamte Kreisgebiet anstrebe. Als diskussionswürdig und verdienstvoll sieht Dr. Fritz Lenz, Sprecher der Schopfheimer Ärzte, den Strittmatter-Vorschlag an. Klaus Kochendörfer, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen, appelliert an die Kreisräte, bei der Abstimmung kreisweit zu denken und nicht in Kirchturmpolitik zu verfallen.

Die Stadtverwaltung hat drei neue Amtsleiter: Ralf Schulz leitet das Ordnungsamt, Annette Lang das Standesamt und Stefan Bohr das Sozialamt. Alle drei kommen frisch von der Fachhochschule in Kehl.

1.044 Freiwillige kamen zum Blut-Test der Knochenmark-Spendenaktion in die Stadthalle. Den Aktionstag »Leben spenden – Knochenmark spenden« haben Angelika Nitsch und Luise Lenz organisiert. Die Organisatorinnen waren vom enormen Zuspruch dieser Typisierungs-Aktion selbst überrascht.

Das Theater im Kleinen Kreis (TIKK) präsentiert satirische Lyrik von gestern brennend aktuell an einem Kästner-Abend im Museumskeller.

24. März 1996

Landtagswahl auch in Schopfheim. Vier Gewinner und nur ein einziger, aber großer Verlierer: das ist das Ergebnis in der Markgrafenstadt. Die SPD kassierte in ihrer traditionellen Hochburg eine Abfuhr und sackte um fast 7 Prozent-Punkte auf 34,7% ab. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,8% liegt sie noch vor der Union, die mit 33,5% Stimmenanteil sich um 1,5 Prozent-Punkte steigern konnte. Die BÜNDNIS 90/GRÜNEN landeten bei 14,7% und konnten somit gegenüber der letzten Landtagswahl eine Steigerung um 4,3% verzeichnen. Fast 3% legte die F.D.P. zu, die auf 7,76% kam. In Schopfheim sind fast gleich stark auch die Republikaner mit 7,19%. Bürgermeister Fleck meint, ihm gebe das Ergebnis »Reps als Demokraten« zu denken.

Ein hartes Jahr hat die Feuerwehr hinter sich gebracht, hört man in der Hauptversammlung. Weniger die hohe Zahl der Notfälle – es waren deren 167 – als vielmehr die tragischen Folgen von Rettungseinsätzen machten den Feuerwehrleuten zu schaffen. Acht Tote mußten die Floriansjünger im Berichtsjahr bergen – allein vier beim Großbrand in der Hammerschmiedgasse. Sorgen bereitet der Feuerwehr die personelle Situation. Immer weniger Bürger, so klagt Kommandant Bernd Schwöble, seien bereit, die zeitaufwendige, ehrenamtliche Aufgabe der Feuerwehr auf sich zu nehmen. Bürgermeister Klaus Fleck durfte Ralf Kurz, den stellvertretenden Feuerwehrkommandanten, der beim Großbrand in Fahrnau einer jungen Türkin durch beherztes Handeln höchstwahrscheinlich das Leben gerettet hat, eine Ehrung überreichen. Die Auszeichnung, die der Bürgermeister vornahm, wurde durch die Polizeidirektion Lörrach angeregt. Kommandant Schwöble konnte bei der Hauptversammlung in Raitbach Gotthilf Geiger aus Gersbach sowie Hans Bäckert und Rudolf Bäckert aus Wiechs das Feuerwehr-Abzeichen in Gold für 40jährigen Feuerwehrdienst aushändigen. Für 25jährige Tätigkeit in der Feuerwehr erhielten Wolfgang Ühlin, Gersbach, Udo Räuber, Langenau, Gerd Gries, Fahrnau, und Friedrich Katzenstein, Schopfheim, das Ehrenzeichen in Silber.

Großen Anklang findet eine Hobby-Ausstellung, die zum ersten Mal in Schopfheim stattfand. Der Erlös ist für die Kinderkrebshilfe bestimmt.

25. März 1996

»Was kommt eigentlich in den ‘Pflug’?«, wollte Klaus Kochendörfer im Gemeinderat wissen. Die Antwort blieb auch vom Bürgermeister, der sonst schnelle Antworten hat, aus. Gernot Pöpperl will erst Auskunft über die Nutzung geben, wenn alle Verträge unterschrieben sind.

Erneut vertagt der Gemeinderat die Vergabe für die Fenster beim THG. Zwischen dem billigsten Bieter, der im Normalfall den Zuschlag erhält, und einem Schopfheimer Unternehmen hat sich der Zwist entzündet. Bei der Ausschreibung der rd. DM 600.000,- teuren Fensterarbeiten hatte eine Firma aus Efringen-Kirchen eine Schopfheimer Firma deutlich unterboten.

26. März 1996

Die Tempo 40-Schilder in Langenau müssen in Kürze abgebaut werden. Dies bestätigt eine Pressemitteilung des Landratsamtes. Henny Timmermann meint: »Offenbar kanns den Behörden nicht schnell genug gehen, die Schilder sind schon weg.« In der Pressemitteilung des Landratsamtes sei von einer vorläufigen Aufhebung die Rede. Man habe bis zur letzten Minute versucht, einen Konsens zwischen dem Regierungspräsidium und den Wünschen der Stadt zu erreichen. Wenn ein Gutachten, das das Regierungspräsidium als Verzögerungstaktik auslegt, wider Erwarten neue Erkenntnisse bringe, müsse über eine alternative Beschilderung nachgedacht werden, so das RP.

Zur Landtagswahl meint Rolf Strohm, Ortsvereinsvorsitzender der SPD: »Es tut weh.« Vor allem, daß Peter Reinelt sein Direktmandat verloren habe. Das, so Strohm, sei schwer nachzuvollziehen. Offenkundig sei der negative Trend gegen die SPD übermächtig gewesen. Die CDU, allen voran der Fraktionsvorsitzende Rudi Quandt, zeigt sich hocherfreut über den Zuwachs in Schopfheim. Insbesondere zeigt er sich froh für Martin Zeiher, der es auch in den eigenen Reihen nicht leicht gehabt hat. Auf der andern Seite tut ihm der SPD-Kandidat Peter Reinelt fast ein bißchen leid. Sowohl SPD als auch CDU reden mit Erschütterung und Unfaßbarkeit über das Ergebnis der Republikaner. Über ein Super-Ergebnis freut sich Norbert Ahlers, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/GRÜNE, in Schopfheim. Als bestürzend bezeichnet er das Abschneiden der Republikaner. »Den GRÜNEN und der F.D.P. kann man gratulieren, der CDU ein bißchen«, so das Resümee von Klaus Kochendörfer für die Unabhängigen. Er findet das Abschneiden der Rechtspartei bedauerlich. »Wir freuen uns«, so Martin Kimmig von der F.D.P., Ortsverband Mittleres Wiesental. Erschreckend für ihn ist die niedrige Wahlbeteiligung, die in der Kernstadt unter 50% betragen hatte.

Aus persönlichen und beruflichen Gründen tritt der 1. Vorsitzende des TV Wiechs, Jan Schipper, zurück. Sein Stellvertreter, Roland Klingele, führt die Geschäfte bis zur nächsten Jahreshauptversammlung.

Die schwierige Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz veranlaßt die SPD zu einer Stellungnahme. Die neue Regelung komme zwar berufstätigen und alleinstehenden Eltern zweifellos entgegen, jedoch sei die beschlossene Stichtags-Regelung sehr problematisch. Erfahrungsgemäß seien Kinder im zarten Alter von genau drei Jahren selten schon reif genug für den Kindergarten. Würden sie zu früh eingeschult, habe das ähnlich unerfreuliche Folgen für die seelische und geistige Entwicklung der Kleinen wie bei zu früh eingeschulten Grundschulkindern.

Der Gewerbeverein hat die Jahreshauptversammlung im Gasthaus »Adler« abgehalten. »Wir müssen unser Negativ-Image bekämpfen«, so ein deutlicher Tenor der Versammlung. Vom »Pflug«-Areal erhoffe man sich Impulse, die geeignet seien, der Entstehung von Großmärkten auf der »grünen Wiese« entgegenzuwirken, war aus dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden, Dr. Thomas Wieland, zu erfahren. Hilfe erhofft man sich aber auch von dem in Angriff genommenen Projekt »Schopfheim 2001«. Für den ausgeschiedenen Klaus Malnati kamen Bärbel Weber und Claus Stockburger in das Vorstandsteam.

Der Ortschaftsrat Wiechs lehnt eine Teilnahme beim Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« ab. Man will erst im Jahre 1999 teilnehmen.

27. März 1996

Zu einer spontanen Demo kommt es in Langenau: Einige Langenauer parkten einfach ihr Auto auf der Durchgangsstraße. Im Nu brach der Verkehr zusammen. Gut eine Stunde lang ging im Kleinen Wiesental nichts mehr.

Das von der Stadt in Auftrag gegebene Einzelhandels-Gutachten wurde dieser Tage dem Gemeinderat vorgestellt. Nicht befriedigend finden die Auswärtigen das Einzelhandelsangebot. Der Wunsch nach vielen Parkplätzen, guter Erreichbarkeit und einer guten Fußgängerzone dürfte schwer unter einen Hut zu bringen sein.

Bürgermeister Fleck will sich mit der Aufhebung der Tempo 40-Regelung in Langenau nicht zufriedengeben. Das Landratsamt will er auffordern, Geschwindigkeitskontrollen durch stationäre Radaranlagen einzurichten. Außerdem wird er darauf drängen, daß die Umfahrung Langenau in Angriff genommen wird. »Es ist uns mehr als ernst«, unterstreicht er seine Forderung.

28. März 1996

Der griechische Autor Zacharias Mathioudakis liest in der Stadtbibliothek und erzählt über die Entwicklung in seiner griechischen Heimat Kreta.

29. März 1996

Wieder einmal sorgt das Haus Ecke Feldbergstraße/Himmelreichstraße für Aufsehen. Eine gefällte Fichte brachte die Telefondrähte bei Ämtern und Behörden zum Glühen. Der Segen zum Umsägen des Baumes wurde, so der Leiter der Naturschutzbehörde im Landratsamt Lörrach, vor dem Fällen bereits mündlich erteilt. Bürgermeister Fleck ärgert sich, denn der Baum war gesund und nicht, wie von der Behörde angenommen, standunsicher.

Im »Hirschen« trafen sich 39 Personen, um den neuen Tennisclub Wiechs aus der Taufe zu heben. Clemens Theilacker stellte den Satzungsentwurf vor. Man orientiert sich an der Satzung des Tennisvereins Maulburg. Zum 1. Vorsitzenden wurde Reinhold Pfuhl, zum 2. Vorsitzenden Peter Reuter gewählt. Manfred Walter wird als erster Kassier in die Geschichte eingehen, während Marianne Hodapp die erste Schriftführerin ist.

Die Sparkasse Schopfheim hat insgesamt DM 12.000,- für Kindergärten zur Verfügung gestellt. Vertreter von 16 Kindergärten und Spielstuben konnten die Ausschüttung aus den Gewinnen der PS-Lose entgegennehmen.

Äußerst harmonisch verlief dieser Tage die Generalversammlung des »Städtli-Zinkens«, bei der Zinkenvogt Peter Röther auf ein rundum gut verlaufenes Vereinsjahr zurückblicken konnte. Zum letzten Mal traf man sich beim Wirte-Ehepaar Alfred und Christa Schmidt in der »Sonne«, die dem »Städtli-Zinken« viele Jahre lang Gastgeber waren. Dafür, daß Hannelore Stameitat 50 Jahre lang die BZ zustellte, erhielt sie vom Ortschaftsrat Enkenstein eine Wappenscheibe überreicht.

Im Naturfreundehaus blickte der DRK-Ortsverein Gersbach auf das vergangene Jahr zurück. Ängste bestehen, so der Vorsitzende Christian Zimmermann, über den Erhalt der Ortsgruppe. Durch die Umstrukturierung des Katastrophenschutzes steht bereits der Abzug des Krankenwagens fest. Nur dank massiver Interventionen des Ortsvereins hat die Ortsgruppe wieder einen Krankenwagen erhalten. Allerdings wurde die hierfür gemietete Garage zwischenzeitlich wieder gekündigt. Ortsvorsteher Horst Sutter will bei der Suche nach einer Garage behilflich sein.

30. März 1996

Kaum ist der provisorische Kreisverkehr am »Hirschen«-Dreieck in Fahrnau in Betrieb, gehen die Meinungen über das granit-bewehrte Rondell weit auseinander.

An den Ortseingängen von Langenau haben zwei 38 und 32 alte Männer täuschend ähnliche Tempo 30-Markierungen aufgesprüht. Die Polizei verstand dies nicht als Spaß, sondern ermittelt gegen die beiden Sprayer.

Seit der Schreckensmeldung, daß der BSE-Erreger auf Menschen übertragbar sei, zeigen sich die Schopfheimer Verbraucher äußerst vorsichtig beim Kauf von Rindfleisch. Dies bestätigt eine Umfrage der BZ bei hiesigen Metzgereien.

Zu einem wahren Spektakel entwickelte sich das Sport-Musical »Cats«, das Schüler, Lehrer und Eltern der Friedrich-Ebert-Schule unter der Leitung von Dieter Waibel gemeinsam erarbeiteten. Das Stück wurde in der Stadthalle mehrfach aufgeführt; 1.800 Zuschauer erlebten einen hinreißenden Theaterabend.

Die neugegründete Juso-Gruppe Wiesental hat Arbeitsschwerpunkte herausgebildet. Sie möchte sich der Ausbildung und der Arbeit Jugendlicher im Wiesental, der Stadtentwicklung Schopfheim, Umweltthemen wie der EWS in Schönau und dem Projekt »Mobiles Schopfheim« widmen. Als Erstes ist eine Befragung von Schülern über ihre Berufswünsche geplant.

Im Nebenzimmer der Pizzeria »Kranz« trifft sich das Harmonika-Orchester um die Vorsitzende Barbara Weiß zur Jahreshauptversammlung. Interessant ist, daß es zwei Jugendgruppen, das Oldie- und das Aktiv-Orchester gibt. Den 50 Aktiven stehen 120 Mitglieder im Verein zur Seite.

Nach einem Jahr Pause haben die Reiter des Reitvereins Schopfheim erneut zum Reiterball in die Hülschenmatthalle nach Eichen eingeladen. Organisator Günther Basler hatte zwar mehr Gäste erwartet, dennoch wurde der Abend zu einem schönen, geselligen Erlebnis.

31. März 1996

Das Markgräfler Vokal-Ensemble gab ein – wie der Rezensent schreibt – bemerkenswertes Konzert in der katholischen Stadtkirche St. Bernhard.

01. April 1996

Almut Baumgarten empfiehlt Alt-Stadtrat Walter Flößer, der sich gegen die Windkrafträder in Gersbach stark macht, seine Energie anders zu verwenden.

Edwin Baur hat seine Tätigkeit im Vorstand der Volksbank Schopfheim aufgenommen. Für etwa ein Jahr wird die Bank nun von einem Dreier-Team geleitet.

02. April 1996

Zunächst als kostengünstige Zwischenlösung, so Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann, wurde am »Hirschen«-Dreieck der erste Schopfheimer Kreisverkehr eingerichtet und für den Verkehr freigegeben.

Dierk Olt, Inhaber eines Versicherungsbüros, schenkt dem Ortschaftsrat Langenau zur Durchsetzung von Tempo 40 einen Betrag von DM 500,-, der für verkehrsbegleitende Maßnahmen zweckgebunden ist.

Die SPD-Kreistagsfraktion wird sich, so ist heute der Presse zu entnehmen, mehrheitlich für den Erhalt aller drei Kreiskrankenhäuser einsetzen.

Die Langenauer machen bei der Bürgerversammlung in Sachen Tempo 40 mobil. Sie werden sich entsprechend dem Vorschlag von Staatssekretär Peter Reinelt mit ihren Problemen und Forderungen an den Petitionsausschuß im Landtag wenden. Tempo 40 muß wieder eingeführt werden; mit Zahlen, Fakten, Messungen, nötigenfalls über ein Gutachten soll die Forderung untermauert werden. Mehrere Hundert Langenauer kamen in die Festhalle, um ihrem Willen Nachdruck zu verleihen. Mit Protestplakaten haben die Ortsteilsbewohner die Ortsdurchfahrt bestückt. Buh-Rufe und Pfiffe begleiteten die Beiträge des Regierungsdirektors Friedhelm Töppler vom Landratsamt, der die Meinung des Regierungspräsidiums mitvertrat. Auch der Einsprecher, Dietrich Krafft aus Wies, hatte bei dieser Versammlung einen schweren Stand.

03. April 1996

Alexander Kunick ist seit wenigen Tagen Vikar in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde und für Wiechs und Langenau zuständig. Der 35jährige stammt aus Singen/Hohentwiel.

Bei der Jahreshauptversammlung des Schützenvereins Fahrnau wurde Dirk Zimmermann zum Schützenkönig proklamiert. Während der Versammlung konnte der Oberschützenmeister, Roland Steinebrunner, auf ein ruhiges, aber erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Als »häßliche Steinsammlung« bezeichnet ein Schopfheimer in einem Leserbrief heute den Kreisverkehr am »Hirschen«-Dreieck.

Über die Schopfheimerin Rebecca Trefzger, die erst 11 Jahre alt ist und auf internationalen Reitturnieren die Parcours bezwingt, hat die BZ heute auf der Seite »Sport in der Region« einen Sonderartikel herausgebracht.

Im Sekretariat der Gewerbeschule geht eine Bombendrohung ein. Die Polizei durchsucht, wird aber gottlob nicht fündig.

An der Langgasse in Fahrnau haben die Kinder aus dem »Hegne« und Umgebung einen neuen Bolzplatz erhalten.

04. April 1996

Thomas Heuken übernimmt die Geschäftsstelle der Barmer Ersatzkasse in Schopfheim. Nach über 30 Jahren geht die bisherige Leiterin, Helene Loritz, in den Ruhestand. Die Schopfheimer Geschäftsstelle hat derzeit 4.000 Versicherte zu betreuen.

Die Stadtverwaltung will sich vom Umweltausschuß ermächtigen lassen, für die Langenauer Ortsdurchfahrt ein Verkehrssicherheits- und Lärmgutachten in Auftrag geben zu können.

Wenn mehr Kindergartengruppen eingerichtet und gebildet werden, müssen die Gebühren – so eine Gemeinderatsvorlage der Stadtverwaltung – erhöht werden.

Das Jugendzentrum und das »Irrlicht« wollen bei ihrer Kinderarbeit gemeinsame Wege gehen und dazu nicht nur gemeinsame Veranstaltungen, sondern auch gemeinsam gestaltete Nachmittage anbieten.

05. April 1996

Der Brunnen vor der Sparkasse sprudelt nun seine grafischen Wasser-Fontänen.

Von religiöser Besinnlichkeit und meditativer Einkehr geprägt war die Vesper zur Passion am Karfreitag in der evangelischen Stadtkirche. Kantor Martin Winkler spielte auf der Schuke-Orgel Meditationen aus Marcel Duprés »Kreuzweg«.

06. April 1996

Als geradezu »genial« betrachtet Karl Mennicken-Martensen die Lösung des Kreisverkehrs beim »Hirschen«-Dreieck in Fahrnau. Diese Lösung schone den Steuerzahler, meint er.

08. April 1996

Beifall beim 16. Schlagerwettbewerb, den die TSG auf der Bühne der Stadthalle präsentiert. Kurzfristig für einen anderen Teilnehmer ist Alessandro Steffanelli aus Schopfheim eingesprungen und wurde prompt drittbester Sänger. Insgesamt stellten sich 16 Interpreten der Jury. Unumstrittener Sieger des Abends war jedoch Thomas Tscheulin, der wahre Beifallsstürme für seine Darbietungen einheimste.

Zum Osterkonzert lädt der Musikverein Wiechs in die Ortsteilshalle. Stadtkapellmeister Lehmann und Conferencier Johannes Kehm durften auch dieses Jahr ein zahlreiches Publikum begrüßen.

Viele Menschen kommen zum Eichener See, um dem traditionellen Eierspringen zuzusehen. Auch auf dem Schulhof Wiechs wird ein Eierlauf durchgeführt.

11. April 1996

Die Fichte auf dem Eckgrundstück Himmelreichstraße/Feldbergstraße beschäftigt das Landratsamt weiterhin. Stand sie nun unter Schutz, oder stand sie nicht? Bernd Benz vom Stadtbauamt meint, daß sie nach der vorläufigen Unterschutzstellung durch den Bebauungsplan weiterhin geschützt gewesen ist. Dirk Wingbertmühle vom Landratsamt prüfte nun die Sache und meint: »Falls ich verkehrt geguckt habe, würde ich das Versehen bedauern.«

Für eine eventuelle Aufhebung der Ausschreibung der Fenster am THG sieht das Landratsamt Lörrach keinen hinreichenden Grund. Der Auftrag ist dem günstigsten Anbieter zu vergeben.

12. April 1996

Die Naturfreunde Schopfheim pflanzen beim Schwimmbad und in der Hebelstraße beim Haus Columban je einen Baum.

Den Ausbau der Hauptstraße halten zwei Schopfheimer Bürger aus mehreren Gründen für fragwürdig. Sie haben das Landratsamt und das Regierungspräsidium gebeten, die städtischen Vorhaben zu prüfen.

»Partnerschaft und Familie« ist das Leitwort von drei Abenden, die im evangelischen Gemeindehaus als komplexes Thema zwischenmenschlicher Beziehungen angeboten werden.

13. April 1996

Friedbert Sutter von der Außenstelle des Staatlichen Hochbau- und Universitätsbauamtes Konstanz in Schopfheim meint zur notwendigen Außenrenovation der Alten Kirche St. Michael, daß diese Renovierung bis zur Jahrtausendwende sehr schwer möglich sein werde. Die Michaelskirche stehe nicht auf der Dringlichkeitsliste, obwohl sie eigentlich dorthin gehöre, meinte der Amtsleiter.

Das Landratsamt ist zur gefällten Fichte am Grundstück Himmelreichstraße/Feldbergstraße auch nach der zweiten Prüfung der Meinung, daß diese Maßnahme rechtens gewesen ist. Die baurechtliche Beurteilung spiele keine Rolle, denn der Baum hätte nach einem Gärtnergutachten aus Sicherheitsgründen ohnehin gefällt werden müssen.

Die Stadthalle wird zum Konzertsaal für das Frühlingskonzert der Stadtmusik Schopfheim, die den Abend zusammen mit der Hebelmusik Hausen gestaltet. Stadtkapellmeister Max Lehmann und der Dirigent der Hausener, der Schopfheimer Trompeter Joachim Wendland, begeistern das Publikum.

Der Gesangverein Eichen hat zu einem Chortreffen in die Hülschenmatthalle eingeladen. Die Männerchöre aus Gresgen und Ihringen sowie der Gemischte Chor aus Dossenbach geben dem einladenden Verein die Ehre.

Bei der jüngsten Generalversammlung des Tri-Team Hochrhein gab es auf allen Vereinsposten einen Wechsel. Vorsitzender ist nunmehr Karl-Heinz Ott aus Rheinfelden, während sein Stellvertreter Uwe Müller aus Steinen sein wird. Hubert Klemm ist weiterhin sportlicher Leiter.

»Ich bekomme nicht alles«. Dies ist der Tenor des Agenda-Einzelhandelsgutachtens über die Schopfheimer Einkaufssituation. 60% der Befragten sprechen sich gegen Schopfheim aus. Die Gründe, warum man in Schopfheim einkauft: Man ist einheimisch, man muß zum Arzt oder zum Rathaus. Das Gutachten rechnet damit, daß aufgrund des derzeitigen Kaufverhaltens ein Kaufkraftabfluß von DM 52,6 Mio. abzuleiten ist. Das schon vorhandene Kaufkraftpotential für den Einzelhandel liegt laut Gutachten bei DM 400 Mio.

14. April 1996

Emil und Wilhelmine Schwander feiern in der Stabhalter-Flury-Straße die Diamantene Hochzeit.

55 Kinder aus Schopfheim, Fahrnau und Langenau gehen heute oder gingen bereits am Ostermontag zur Ersten heiligen Kommunion in die St. Bernhards-Kirche.

Im Schützenhaus Wiechs werden die Stadtmeisterschaften in verschiedenen Schieß-Disziplinen ausgetragen.

15. April 1996

Mit dem Neubau des Radweges entlang der L 139 zwischen Gündenhausen und Langenau wird begonnen.

Karl Selz möchte in Sachen Baumarkt im »Lus« nicht mitmachen. Er meint: »Wir haben Schopfheimer Händlern nicht erlaubt, größere Märkte zu bauen. Ich kann aus diesem Grund nicht einfach Ja zum Baumarkt sagen.«

Erzieherinnen und Eltern verfolgen eine zähe Diskussion im Gemeinderat über die Kindergartensituation. Von einer variablen Lösung, die Osman Askari entwickelt hat, über Provisorien im evangelischen Gemeindehaus in Langenau, die Ortsvorsteher Weinbrechtinger nicht möchte, werden weitere Lösungsvorschläge diskutiert. Als unsinnig betrachten jedoch die meisten Gemeinderäte die gesetzliche Regelung aus Bonn.

Der Gemeinderat stimmt mit 5 Gegenstimmen und 5 Enthaltungen dem Bauantrag für die Festhalle in Gersbach zu, allerdings unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Ortschaftsrates Gersbach.

Es waren also doch drei Gemeinderäte bei »Pflug«-Beschlüssen befangen. »Diese Beschlüsse sind rechtswidrig«, betont Rainer Pach von der Kommunalen Aufsicht des Landratsamtes in Lörrach. Beigeordneter Hirschner sieht die Auslegung jedoch anders.

Über den Kreisverkehr in Fahrnau diskutiert der Gemeinderat. Bürgermeister Fleck sieht die gut funktionierende Verkehrsverteilung als Beweis an, daß diese Lösung die einzig sinnvolle für diesen Knotenpunkt ist.

Der Gemeinderat vergab nun im dritten Anlauf die Fenster am THG an eine Firma aus Efringen-Kirchen. Die Verwaltung hat an dieser Vergabe ebenso wie das Kommunalamt des Landratsamtes festgehalten, obwohl dies nicht dem Wunsch des Gemeinderates entsprach.

Im »Lus« hat der Gemeinderat bei Gegenstimmen von GRÜNEN und Unabhängigen einem neuen Baumarkt mit Garten-Center zugestimmt. Eine Gesamtverkaufsfläche von 7.500 qm wird den Kunden zur Verfügung stehen. Daneben werden rd. 300 Parkplätze gebaut.

16. April 1996

Die Post hat noch keinen Mietvertrag fürs »Pflug«-Gebäude, ist heute zu lesen. Es wird aber mit einer Entscheidung in absehbarer Zeit gerechnet.

18. April 1996

In der Hauptstraße in Fahrnau hat Michael Bittel ein ungewöhnliches Geschäft eröffnet. Unter dem Namen »Red Hawks« richtete er einen Laden mit nordamerikanischen Indianerartikeln ein.

19. April 1996

Wiederum fiel keine Entscheidung für das Schopfheimer Krankenhaus. In nichtöffentlicher Sitzung hat sich der Kreissozial-Ausschuß am Mittwoch, so ist der Presse heute zu entnehmen, in der Tendenz freundlich für Schopfheim ausgesprochen. Dennoch, die Hoffnungen für Schopfheim bleiben, nachdem ein leicht verändertes Konzept vorgelegt worden war.

Lärm an der Umgehungsstraße: Bewohner der Luisenstraße sehen sich, seit die Umfahrung in Betrieb ist, belästigt. Berechnungen haben nun ergeben, daß nachts 58 db bei 50 zulässigen db erreicht werden. Tagsüber wird laut Gutachten ein Wert von 64 db bei 60 zulässigen db erzielt. Vor zwei Tagen fand deswegen eine Besprechung mit dem Straßenbauamt Bad Säckingen, Herrn Regierungsdirektor Schmidt und den Anwohnern statt, die auf Nachbesserungen drängen. Aber auch »Hegne«-Anwohner fühlen sich von der Umgehungsstraße belästigt. Dort wird zusätzlich nichts getan, da die gemessenen Werte, so Arnold Schmidt, mit bis zu 10 db deutlich unter den zulässigen Grenzwerten liegen.

Die Volksbank-Vorstände Walter Ammann und Wilfried Maus überreichen dem Vinzentius-Verein Schopfheim einen Scheck in Höhe von DM 2.000,-. Die Spende stammt aus Mitteln des Gewinn-Sparvereins Baden.

20. April 1996

Mit einem »Projekt 2000« hat die Jugend-Handballabteilung im SVS einen Aktionsplan erarbeitet, den der Sprecher der Jugend-Abteilung und Vorstandsmitglied, Jochen Amend, verdeutlichte. Zur Jahrtausendwende will man nicht nur mindestens 200 Jugendliche betreuen, sondern auch Leistungszentrum des Mittleren Wiesentales sein.

Die Stadt Schopfheim ist als Teilnehmerin eines Planspiels auserkoren worden, um die vorgesehenen Neuerungen des Baugesetzbuches anhand von Praxisbeispielen zu erproben.

Im »Hexen«-Heim trifft sich der »Hexen-Zinken« zur Jahreshauptversammlung. Neuwahlen brauchte der Zinkenvorsitzende nur bei den Vertretern vorzunehmen. Willy Marqua bleibt amtierender Zinkenvogt.

21. April 1996

Mit Ulrich Weisser (Orgel) und Albrecht Volz (Vibraphon) beginnt der Orgelsommer 1996 an der Schuke-Orgel der evangelischen Stadtkirche.

22. April 1996

Die D-Jugend der SVS-Handballer sicherte sich den Meistertitel der Bezirksklasse und qualifizierte sich für die Südbadischen Meisterschaften.

Bei der Hauptversammlung des DRK Fahrnau gibt Helmut Bertel im Tätigkeitsbericht darüber Auskunft, daß 1.221 Einsatzstunden verzeichnet worden sind.

Bis in 10 Jahren, hört man von der katholischen Pfarrgemeinde, werden in der Erzdiözese Freiburg nur noch 480 Pfarreien mit Pfarrern besetzt sein. Von der versorgten Gemeinde werde man zu der sich selbst versorgenden Gemeinde, so beschrieb Dekan Felix Baumann die auf die katholischen Christen Schopfheims zukommende Herausforderung.

Der Bauausschuß tat sich schwer mit der künftigen Gestaltung der Hauptstraße zwischen Sparkasse und Viehmarktplatz. Verschiedene Varianten wurden diskutiert. Da der Grundsatzbeschluß über den Umbau ja bereits gefallen war, verblieb man schließlich so, daß verschiedene Belagsvarianten, über die man intensiv diskutierte, ausgeschrieben werden sollen.

23. April 1996

Bei der jüngsten Hauptversammlung beschloß der »Auma-Zinken« eine Satzungsänderung: Man möchte die Gemeinnützigkeit erreichen.

Eigeninitiative ist in Eichen angesagt: Mitglieder des Ortschaftsrates und Eltern der Spielstuben-Kinder errichten unter fachmännischer Leitung von Bernhard Mäder in Holzbauweise ein Sonnendach über dem Sandkasten des Spielplatzes bei der Hülschenmatthalle.

Im Vereinsheim im Schwimmbad kann die DLRG Schopfheim bei ihrer Jahreshauptversammlung auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Heiner Achstaller bleibt auch weiterhin in seinem Vorstandsamt.

Der erste Jugendleiter des Vereins, Thorsten Springmann, stellte ein Jugendkonzept vor. Dem DLRG Schopfheim gehören derzeit 144 Mitglieder an.

Die Schopfheimer Rinderzüchter bzw. die Fleischdirektvermarkter aus Gersbach verzeichnen einen Nachfrage-Rückgang durch die BSE-Fälle.

24. April 1996

Im Museum wird eine Ausstellung »Plakatierung in Schopfheim vor 50 Jahren« eröffnet. Original-Plakate aus den Jahren 1945 und 1946 veranschaulichen das Kulturleben im damaligen Schopfheim.

Die ehemalige Bäckerei »Markgräfler Backstuben« in Fahrnau soll zu einem Getränke-Markt samt Lagerfläche umfunktioniert werden.

Zum Schopfheimer Krankenhaus melden sich nun der evangelische Dekan Helfried Heidler und der katholische Dekan Felix Baumann ebenfalls zu Wort und melden Bedenken zu den bisherigen Vorschlägen der Neustrukturierung an. Beide Geistlichen verweisen auf die Notwendigkeit der Grundversorgung für das Mittlere, Obere und Kleine Wiesental, die in vollem Umfang aufrechtzuerhalten sei. Eine wohnortnahe Versorgung ermögliche den Besuch von Angehörigen und Freunden, der für die Genesung oft den entscheidenden Impuls bringe.

Ein »Pilger für den Frieden«, Dominik Schneider aus dem Elsaß, wird vom Vorsitzenden des Schwarzwaldvereins, Prof. Gerold Blümle, und dem Beigeordneten der Stadt, Ruthard Hirschner, empfangen. Der Fußmarsch des Elsässers dient nicht nur dem Frieden, sondern auch dem in zwei Weltkriegen zerstörten Turm auf dem Faudé im Elsaß. Der Turm soll als Zeichen des Friedens wieder aufgebaut werden, wenn die nötigen Geldmittel aufgebracht sind. Prof. Blümle konnte dem Wanderer vom letztjährigen Erlös beim »Tag der Heimat« DM 1.000,- mit auf den Weg geben.

25. April 1996

Auf Einladung des Projektbüros »Mobiles Schopfheim« haben sich 24 Gäste aus dem Wiesental in Karlsruhe mit dem dortigen ÖPNV-Konzept beschäftigt. Das Karlsruher Modell erschien als sehr informativ, jedoch sind in Ballungsräumen andere Voraussetzungen gegeben als im Wiesental, so Bürgermeister Klaus Fleck.

26. April 1996

Die Delegation aus Kleinmachnow trifft ein, um am Wochenende die Partnerschaft beim offiziellen Festakt zu besiegeln.

Nach knapp einer Stunde war die Generalversammlung des »Hammer-Zinkens« zu Ende. Michael Zeiher wurde als Zinkenvogt bestätigt.

Vor dem offiziellen Akt der Verschwisterung trifft sich die Delegation aus Kleinmachnow mit den Schopfheimer Stadträten zu einem gemütlichen Abend im »Löwen« in Gündenhausen.

27. April 1996

Die »Latschi-Clique« in Gersbach hat Generalversammlung. Das Vereinsschiff wurde wieder in ruhiger Gewässer geführt, nachdem die Vorsitzende ihr Amt während des Vereinsjahres zur Verfügung gestellt hatte. Franz Seeberger ist nun neuer Vorsitzender. Den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern wurde Entlastung erteilt.

Auf Gersbachs Höhen treffen sich schon zum vierten Mal Oldtimer-LKWs aus ganz Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Der Verkehr hätte zwar beruhigt werden sollen, oft drängt er sich aber zusammen mit den geparkten Autos jetzt vierspurig durch die Hauptstraße. Wo die Kunden – so ein Gutachten – eigentlich gerne eine Fußgängerzone hätten, graust es dem »Mobilen Schopfheim«, denn beim Stop and go wird viel Benzin verbraucht.

Gibt es nun ein weiteres Tauziehen um die Gersbacher Halle? Naturschützerin Dr. Ruth Noack entdeckt Feuchtgebiete, Feldhecken und Dolinen im Neubaugebiet der Halle. Für Ortsvorsteher Horst Sutter handelt es sich beim vorgesehenen Baugelände um normales Feld, das durch den Bau und vor allem durch die Verlegung und Neugestaltung des Baches eher noch gewinnt. Das Gelände sei seit langer Zeit als Freizeitgelände und nicht als Biotop ausgewiesen.

Die Bilanz der Knochenmark-Typisierungs-Aktion hat nicht nur durch 1.044 Typisierungen einen Erfolg gebracht, sondern auch dadurch, daß DM 58.414,- auf dem Spendenkonto eingegangen sind.

Das Künstler-Ehepaar Julia und Rainer Ehrt aus Kleinmachnow zeigt seine Arbeiten in einer zur Partnerschafts-Besiegelung organisierten Ausstellung in der Sparkasse.

Mit der feierlichen Unterzeichnung im Rathaussaal wird die Städtepartnerschaft zwischen der brandenburgischen Gemeinde Kleinmachnow und Schopfheim besiegelt. Bürgermeister Wolfgang Blasig unterzeichnet die Urkunde im Rathaussaal zusammen mit Bürgermeister Klaus Fleck. Dabei wird auch an die bereits seit Jahren dauernde enge Zusammenarbeit erinnert. Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein von Vertretern der Schopfheimer Fraktionen und von Gemeinderäten aus Kleinmachnow. Die gesamte Delegation besuchte die Ausstellungseröffnung des Künstler-Ehepaares Ehrt und bezeichnete die Kunst als »Brücke der Partnerschaft«.

Zum traditionellen Jahreskonzert des Musikvereins Fahrnau kamen mit Bürgermeister Fleck auch die Vertreter von Kleinmachnow, die insbesondere vom Vorsitzenden Andreas Bernauer begrüßt wurden. Am Abend selbst konnte Ulrich Winzer sein 10jähriges Dirigenten-Jubiläum beim Musikverein feiern, den er wie jedes Jahr bestens führte und viel Begeisterung entfachte.

Beim Frühlingsfest des Langenauer Gesangvereins konnte Albert Wachter, der Vorsitzende, Gastvereine aus Raitbach und Weitenau sowie aus Wieslet begrüßen. Wenn auch der Besuch die Organisatoren des Abends nicht ganz zufriedenstellte, so kamen am Sonntag dann doch zahlreiche einheimische Besucher zum Vereinsfest.

28. April 1996

Spannend bis zum Schluß blieben die diesjährigen Stadt-Kegel-Meisterschaften. Bei den Damen wurde Brigitte Zeiher Siegerin, bei den Herren siegte Günther Hilbold. Thomas Weber konnte den 1. Platz bei der Jugend für sich entscheiden.

29. April 1996

Bettina La Castano tritt zusammen mit der »Viento Flamenco«-Gruppe aus Sevilla in der Stadthalle auf. Die Schopfheimer Performance ist gleichzeitig Auftakt einer Deutschland-Tournee dieser Gruppe.

Zwischen Schopfheim und Hausen kann möglicherweise demnächst Golf gespielt werden. Wie aus der Presse zu entnehmen ist, hat der Gemeinderat sich in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Entstehen einer 18-Loch-Anlage im Bereich Ehner-Fahrnau beschäftigt. Der Bürgermeister bestätigt dies. Interesse habe der Deutsche Golf Consult.

30. April 1996

Vom Höhepunkt der Theatersaison spricht die Kritikerin über das Bertolt Brecht'sche Schauspiel »Leben des Galilei«. Hinreißend sei die eindrucksvolle Inszenierung und herausragend die Leistung von Karl-Heinz Martell, der schon viele Male in Schopfheim gastiert hat.

Kaum sind erste Informationen über den Golfplatz Ehner-Fahrnau auf dem Tisch, wird auch klar, daß Rolf Wetzel, der das Tennis- und Squash-Zentrum im »Rosengarten« betreibt, in die Golfanlage einsteigen will. Die geschätzten Kosten liegen bei DM 3,5 Mio. Erstes äußeres Zeichen war die Verlegung des Golf-Clubs Wiesental mit Sitz in Schönau nach Schopfheim, der auch den Namen geändert hat und nunmehr »Golf-Club Ehner-Fahrnau« heißt. Erste Stimmen melden sich in Leserbriefen zum Golfplatz. Heute meint Wolfgang Brill, daß drei Gründe für das Vorhaben sprächen. Er schreibt sogar von einer »genialen Idee«. Bürgermeister Fleck spricht von einer »tollen Sache«, denn das Gelände, das für die Golfanlage genutzt werden soll, müsse ohnehin saniert werden. Auf der großzügig geplanten Anlage von 60 ha mit Ruhezonen, viel Bäumen und Weihern sollen auch die ehemalige Gärtnerei saniert und die Gewächshäuser abgebrochen werden. Daß noch einige Hürden zu überwinden sind, weiß auch der Amtskollege, der Hausener Bürgermeister Karl Heinz Vogt, denn auch die Gemarkung der Hebel-Gemeinde wird vom Golfplatz berührt.

Die SPD publiziert eine Pressemitteilung über die Absicht, in Gersbach Windkrafträder zu errichten. Die Landschaft im südlichen Schwarzwald sei ein wertvolles und schützenswertes Kapital. Dies gelte besonders für die Bilderbuch-Landschaft in Gersbach. Die landschaftlich reizvollen Ausblicke seien auch künftig ein unverzichtbares Gut für den Fremdenverkehrsort Gersbach. Allerdings wehren sich die Genossen gegen eine Entweder-Oder-Lösung. Realisiert werden müßte eine Variante »Sowohl-als-auch«.

Dem Bauantrag für die Halle in Gersbach stimmte der Ortschaftsrat zu.

Zu den Windkraftanlagen meinten die Räte, daß zuerst die Bürger gehört werden sollen.

01. Mai 1996

Kaum als Mai-Streiche aufzufassen sind Vorgänge, wie sie der Polizei gemeldet wurden: In Langenau wurde ein Stromverteilerkasten in der Langackerstraße durch Fußtritte erheblich beschädigt. Auch ein Jägerzaun wurde eingedrückt. In der Hans-Vetter-Straße im »Bremt« wurde ein PKW mit Papier beklebt und außerdem mit Dreck verschmiert.

Einen gestohlenen und aufgebrochenen Zigaretten-Automaten fanden Spaziergänger beim Eichener See.

02. Mai 1996

Seit August 1995 kontrolliert die Stadt selbst Geschwindigkeits-Überschreitungen. In dieser Zeit, so informiert der Vollzugsdienst, wurden 15.000 Fahrzeuge gemessen, davon waren 6.700 zu schnell. 983 Autofahrer überschritten sogar die Toleranzgrenze und wurden entsprechend mit Buß- und Verwarnungsgeldern belegt.

Für DM 15.000,- vergab der Umwelt-Ausschuss den Auftrag zu einem Gutachten, das die tatsächlichen Auswirkungen des Durchgangsverkehrs in Langenau erkunden soll. Es soll auch die Petition handfest untermauern, dies unterstreicht insbesondere Robert Zapp von der SPD. Auch Dr. Ottmar Nübling von den Unabhängigen versuchte, die Zweifler vom Gutachten zu überzeugen. Karl Selz meinte, daß sich der Landkreis daran beteiligen könne.

Bürgermeister Fleck stellt dem Umweltausschuß einen Plan vor, nachdem auch ein Kreisverkehr bei der Einmündung der alten B 317 in die Landstraße nach Langenau eingerichtet werden soll. Der für die Kosten zuständige Bund war bisher gegen eine solche Lösung, hat aber nun eingelenkt.

Bei der gleichen Sitzung informiert der Bürgermeister auch darüber, daß sich das Amt für Wasserrecht und Bodenschutz mit dem KWR über einen Kompromiß geeinigt hat. Danach wird es jetzt möglich, das Wiesekraftwerk an der Fahrnauer »Legi« zu errichten. Artur Cremans drängt für die SPD darauf, daß durch die Umbaumaßnahmen das städtische Wuhr, das u.a. durch den Stadtpark fließt, möglichst mehr Wasser als bisher bekommt. Dieter Leppert meint dazu, daß dieses Gewässer einst zur Sauberhaltung und Erfrischung der Stadt angelegt worden sei.

Die Straßenverkehrsbehörde lehnt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in der Kürnberger Ortsdurchfahrt endgültig ab.

03. Mai 1996

Über die neuen Funktionsräume der Inneren Abteilung am Kreiskrankenhaus sind Chefärztin Dr. Martina Standop und Oberarzt Dr. Michael Maraun sehr erfreut.

Beim Arbeitskreis »Den Frieden in der Stadt wahren« meinte Dr. Jost Noller dieser Tage, daß die jungen Aussiedler niemanden als Gesprächspartner akzeptieren würden.

Ganz direkt spürten die Gersbacher Fleischdirektvermarkter die Rinderkrankheit BSE, wie sie in England grassiert. Nach den Meldungen in den Medien erlitten die Direktvermarkter dramatische Einbrüche, zeitweilig mußten alle Schlachtungen zurückgestellt werden. Man hatte das Gegenteil erwartet.

Einen Volltreffer landeten die »Schweißlöser« – so war bei der General-Versammlung zu hören – mit ihrer Kassetten-Produktion.

Der Chor »Ichthys« von der Pfarrei St. Peter in Dubrovnik gab kurzfristig organisiert ein Konzert in der Alten Kirche St. Michael. Der Klangkörper ist derzeit in der Schweizer Partnergemeinde Solothurn zu Gast und von der Lörracher Organisation »Rose Krisen- und Entwicklungshilfe« nach Schopfheim eingeladen worden.

Die Langenauer ziehen alle Register für Tempo 30; sie schilderten der CDU-Bundestagsabgeordneten Ortrun Schätzle vor Ort ihre Nöte. Diese hatte zwar keine sofortige Abhilfe in der Handtasche, versprach aber, sich beim Regierungspräsidium einzumischen.

Im Gasthaus »Hutzelwieb« in Schweigmatt gastiert der amerikanische Sänger und Musiker »Guitar Rusher«. Er wird begleitet von der »Rolling-Dollar-Band«.

04. Mai 1996

Ein alevitischer Kulturverein eröffnet sein neues Vereinszentrum in der Hauptstraße 129 (ehemalige EKATO-Räume).

Zugunsten herrenloser Katzen veranstaltet der Tierschutz-Verein einen Flohmarkt.

Die neuapostolische Kirche Schopfheim feiert ihr 100jähriges Jubiläum.

Die IHK gibt die jüngste Konjunktur-Umfrage bekannt. Die Geschäftslage wird gegenüber dem Vorquartal deutlich kritischer bewertet. Industriebetriebe, die ihre Geschäftslage mit »Gut« eingestuft hatten, seien wieder deutlich gefallen. Im Handelssektor bezeichnet nur noch jedes zehnte Handelsunternehmen die Lage als gut. Industrie und Handel sowie Baugewerbe rechnen auch bei einer konjunkturellen Belebung mehrheitlich mit einem anhaltenden Arbeitsplatzabbau.

Die Bauarbeiten für einen neuen Stinnes-Baumarkt an der Umgehungsstraße haben begonnen. DM 18 Mio. sollen investiert werden. Die Bauzeit ist auf ein halbes Jahr terminiert.

Frühjahrskonzert des Harmonika-Orchesters in der Stadthalle. Die Herzen der Zuhörer eroberte die »Pfiffikus-Truppe« des Klangkörpers. Die kleinen Musiker sind zwischen fünf und acht Jahre alt.

Die evangelische Bezirks-Synode tagt im Gemeindehaus. Neue Vorsitzende ist die Schopfheimer Stadträtin Bettina Bethlen.

Generalversammlung beim Sport-Kegler-Club Blau-Weiß. Hartmut Schöpflin wurde neuer Vize. Besonders stolz war man darauf, daß die Damen-Mannschaft den Aufstieg in die Landes-Liga geschafft hat. Bruno Wollstädter wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

05. Mai 1996

Ein unbekannter Steinewerfer hat im Rathaus-Eingang zwei größere Fensterscheiben eingeworfen.

Bei der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinden wurde über die Haushaltssituation intensiv diskutiert. Zum Nachfolger von Klaus Schotte, der Vorsitzender des Ältestenkreises West wurde, wählte die Versammlung einstimmig Wolfgang Aleth (St. Michael West). Für St. Michael Ost wurde Marliese Sehringer einstimmig ins Amt der Gemeindeversammlungs-Vorsitzenden gewählt.

Erstmals feierten vier katholische Kinder in der evangelischen Kirche in Gersbach Erstkommunion. Den Gottesdienst hielt Pfarrer Bindner aus Hausen.

06. Mai 1996

Der Jahresrückblick stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Fördervereins Fußball. Dabei überlegte man, wieder einmal eine Bundesliga-Mannschaft ins Oberfeld einzuladen. Die finanzielle Frage wäre allerdings zuvor zu klären, denn Vereine wie Borussia Dortmund verlangen zwischen DM 40.000,- und DM 50.000,-, so Rudolf Becker, der Vorsitzende. Ob man sich dies wird leisten können, muß geklärt werden.

Beim jüngsten Europa-Meisterschaftslauf der Super-Charts in Dijon-Prenois landete der Schopfheimer Rennfahrer Markus Lehmann auf dem 2. Platz.

Langenauer Eltern, Lehrer und Kinder legen gemeinsam einen neuen Schulgarten an.

07. Mai 1996

Der Schopfheimer Polizeikommissar Thomas Hoyer wird neuer Leiter des Polizeipostens Wehr.

Der Hausener Gemeinderat ist eher skeptisch in puncto Schopfheimer Golfplatz-Pläne.

08. Mai 1996

Insgesamt 2.200 gebrauchte Brillen hat Henny Timmermann in der vergangenen Woche ins Kapuziner-Kloster nach Hirsingen im Elsaß zum Weiterversand in die Dritte Welt gebracht.

Osman Askari kämpft für ein flexibles Kindergartenkonzept. Er plädiert dafür, daß im Anna Kym-Garten Pavillons aufgestellt werden. Die Verwaltung und den Gemeinderat hofft er nach bisheriger Skepsis noch zu überzeugen.

09. Mai 1996

Die Diskussion um die Befangenheit von Gemeinderäten bei Beschlüssen um den »Pflug« ist noch nicht zu Ende. Der Gemeinderat muß sich mit einem Beschluß, der im September gefaßt worden war, erneut auseinandersetzen. Die Unabhängigen haben den Beschluß über Fassaden und Außenanlagen als rechtswidrig erkannt, weil der Bürgermeister und mehrere Gemeinderäte befangen seien und trotzdem an der Abstimmung beteiligt gewesen sind.

Die Halle in Gersbach koste mindestens DM 4 Mio., meint Klaus Kochendörfer. Er stand mit seiner Skepsis bei der Generalversammlung nicht allein. Die Unabhängigen bleiben bei ihrer Auffassung, daß die Halle derzeit nicht zu finanzieren ist. Dr. Wolfgang Sehringer meint zu dem unrealistischen Kostenvoranschlag, es sei arglistige Täuschung, wenn man trotzdem mit dem Bau beginne.

Gemischte Gefühle haben die Unabhängigen beim Golfplatz-Projekt in Ehner-Fahrnau. Einig sind sie sich darüber, daß der Golfplatz die Stadt keine müde Mark kosten darf.

Fast 20.000 Unterschriften gegen den Bettenabbau und für den Erhalt des Schopfheimer Krankenhauses sind bisher geleistet worden.

Für DM 3,2 Mio. verkauft die Stadt Grundstücke an den neuen Baumarkt-Betreiber im »Lus«. Im Haushalt sind jedoch schon DM 2,1 Mio. eingeplant, sodaß die zusätzlichen Mittel für den Haushalt nur DM 1,1 Mio. betragen.

10. Mai 1996

Der Schopfheimer Ralph Tastl ist mit der Fregatte »Karlsruhe« wieder im Heimathafen Wilhelmshaven eingelaufen. Er war viereinhalb Monate im Adria-Einsatz als Besatzung der Nato-Friedenstruppe.

Im nunmehr neunten Jahr des Bestehens des Kunstvereins ist die Zahl der Mitglieder auf 127 angewachsen. Vorsitzender bleibt auch weiterhin Prof. Hans Theo Baumann.

Um Mithilfe bittet die Polizei bei der Aufklärung von zwei Sexualdelikten, die in den zurückliegenden Tagen in Fahrnau und Wiechs begangen worden sind.

11. Mai 1996

Heute beginnt die Badesaison im Schwimmbad.

Bürgermeister Klaus Fleck durfte Ehrennadeln für mehrmaliges Blutspenden verleihen. Für 40maliges Spenden wurden Hans Dieter Baier, Heinz Bernauer, Konrad Probst und Ute Richert geehrt.

Die SPD sieht derzeit keine ernsthaften Einwände gegen die Einrichtung eines Golfplatzes in Ehner-Fahrnau/Hausen. In einer Fraktionssitzung wurde das Für und Wider diskutiert. Wenn keine gravierenden Gegenargumente auftauchen, will die Partei jedenfalls der Einleitung des Genehmigungsverfahrens nichts in den Weg stellen. Die arbeitsmarkt-politischen Gründe sprechen für den Bau einer derartigen Anlage.

Die erste diesjährige und zugleich 134. »Orgelmusik zur Marktzeit« ertönte in der Alten Kirche St. Michael.

Erfolgreich war das vergangene Jahr – so hörte man bei der Generalversammlung der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau vom Präsidenten, Hans-Ulrich Herrmann.

Die CDU möchte für Langenau ein separates Kindergarten-Bauwerk, das mit dem jetzigen Kindergarten durch einen Verbindungsgang gekoppelt werden soll.

Das Ortskartell des DGB wird sich in einer Resolution für den Erhalt des Krankenhauses in Schopfheim aussprechen. Ernst Kornprobst, Vertreter der CDA, äußerte, daß bei Schließung des Schopfheimer Standortes die Mitglieder der CDA auf die Straße gehen werden, vor allem die aus der Umgebung Todtnau.

Marty Hall, ein Gitarren-Virtuose, konzertierte im »Metropole«.

12. Mai 1996

Herbert Weniger aus Gersbach erhielt während des Jahreskonzertes die Ehrennadel des Deutschen Blasmusikverbandes für 60jähriges Musizieren. Das Konzert selbst machte den Gersbacher Musikern alle Ehre.

13. Mai 1996

Für 40maliges Blutspenden ehrte Ortsvorsteher Hans Weinbrechtinger den Langenauer Walter Kuss.

Der geplante Golfplatz Ehner-Fahrnau soll zunächst nur als 9-Loch-Anlage verwirklicht werden. Der Bebauungsplan soll vorsorglich aber für eine 18-Loch-Anlage aufgestellt werden, um eine günstige Entwicklung zu ermöglichen. Die Mehrheit des Gemeinderates zeigte sich bei fünf Gegenstimmen (GRÜNE und Unabhängige) den Plänen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Für den BUND meinte Klaus Böttger, man werde gegen die 18-Loch-Anlage jedenfalls Sturm laufen. Michael Straub lehnte die Anlage für die GRÜNEN grundsätzlich ab. Ganz klar für den Golfplatz sprach sich der CDU-Fraktionsvorsitzende, Rudolf Quandt, aus.

Der Gemeinderat erneuert einen Beschluß vom 24. Juli 1995 über die Gestaltung des »Pflug«-Innenhofes. Bekanntlich wurde dieser von den Unabhängigen kritisiert, da befangene Gemeinderäte mitgewirkt haben sollen.

Marion Caspers-Merk, MdB, kam nach Langenau, um sich vor Ort ein Bild über die derzeitigen Verkehrsverhältnisse zu machen. Die Abgeordnete meinte: »Es ist mir ein Rätsel, wie diese Behördenentscheidung, wieder Tempo 50 einzuführen, entstanden ist.« Sie wird sich an das Präsidium wenden.

In der heutigen Gemeinderatssitzung erhielten die Unabhängigen Rügen der anderen Fraktionsvertreter. Bekanntlich hatten sie sich bei ihrer letzten Hauptversammlung mit kräftigen Worten gegen die Fraktionen und die Stadtverwaltung gestellt. Dazu meinte Dieter Leppert: »Nicht der feine Stil.« Auch der Bürgermeister entsetzte sich über die Schlagzeilen, insbesondere über den sensiblen Bereich der Grundstücksgeschäfte, denn mit solchen Äußerungen kann seiner Meinung nach großer Schaden für die Stadt entstehen. In diesen kritischen Chor stimmte schließlich auch Rudolf Quandt ein, der sich für die CDU gegen den Eindruck der »Mauschelei im stillen Kämmerlein« wehrte. Klaus Kochendörfer meinte, es sei ein mittlerweile zum Ritual gehörendes Nachhut-Gefecht.

14. Mai 1996

Rechtzeitig zum 50jährigen Bestehen der Tischtennis-Abteilung im SVS wurde die Damen-Mannschaft in souveräner Manier Bezirksliga-Meister. Sie steigt demnach in der neuen Saison in die Landesliga auf.

Peter Grüninger, Lehrer, Galerist und Initiator des Skulpturenweges Wehr-Hasel, will sich dafür einsetzen, den brachliegenden Haseler Tunnel in einen Regio-Wanderweg zu verwandeln. Parallel zur Nutzung als Radweg wäre für ihn auch denkbar, den Tunnel zur längsten Galerie Europas auszugestalten.

Zum Golfplatz-Projekt schreibt Ruth Kiefer, Eigentümerin des Schlößchens Ehner-Fahrnau, daß das als Clubhaus und Hotel in die Planung einbezogene Schlößchen weder verkauft werde noch einer gründlichen Renovation bedürfe.

15. Mai 1996

Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt reiste kürzlich eine Schopfheimer Delegation in die schwedische Partnerstadt Ronneby. Sieben Gemeinderäte und der Bürgermeister wurden in Schweden empfangen. Dabei hat die Schopfheimer Delegation die Voraussetzung für weitere Aktivitäten für Vereine geschaffen, so der Bürgermeister.

16. Mai 1996

Bei der Waldorfschule wurde der Grundstein in Form eines Tongefäßes für das neue Gartenbauhaus gelegt bzw. versenkt.

17. Mai 1996

Der »Sternen-Zinken« hat einen neuen Zinkenvogt. Rolf Denner löst Walter Meier ab.

Die Unabhängigen fordern eine Zwischenbilanz für den »Rebacker-Rütteberg«. Sie wollen über die auf dem Treuhandkonto erfolgten Buchungsvorgänge aufgeklärt werden.

18. Mai 1996

Die Stadtverwaltung hat die Anwohner im Bereich Stabhalter-Flury-Straße ultimativ aufgefordert, bis zum 30. Juni die privaten Abwasserleitungen ordnungsgemäß an die Kanalisation anzuschließen.

Bei der jüngsten Generalversammlung der Narrenzunft wurde nach einer anstrengenden Saison Bilanz gezogen.

Fahrnauer Grundschüler waren dieser Tage in ihrer Partnerschule und bei ihren französischen Freunden in Thann im Elsaß.

Im städtischen Schwimmbad pflanzen die Naturfreunde eine Blutbuche. »Es müssen neue Bäume gepflanzt werden, damit die Liegewiese einen größeren Bestand bekommt«, würdigte Schwimmmeister Erich Walter die Aktion.

19. Mai 1996

Im Mittelpunkt des »Tags der offenen Tür« bei der Schopfheimer Feuerwehr stand das neue Tanklöschfahrzeug TLF 16/25. Das Fahrzeug ist für den Notfall mit 2.400 l Wasser ausgerüstet. Der 218 PS-starke Wagen hat auch eine Einrichtung für die Brandbekämpfung vom Fahrzeugdach aus.

20. Mai 1996

Für 50faches Blutspenden wurde Richard Knittel aus Kürnberg während einer Ortschaftsratssitzung durch Ortsvorsteher Siegfried Schmidt geehrt.

21. Mai 1996

Die Bergkopfstraße in Gersbach wird in eine Tempo 30-Zone umgewandelt.

Die Gemeinde Hasel kann an die Schopfheimer Wasserversorgung angeschlossen werden. Dem stimmt der Gemeinderat jetzt zu. Zwei Gründe gibt es hierfür: Zum einen liegt im Haseler Wasser aufgrund verschärfter Richtlinien der Arsengehalt über dem Grenzwert, zum andern verfügt das Erdmannsdorf ohnehin über zuwenig Wasser, um die Versorgung langfristig sicherstellen zu können.

Die Straßenmeisterei beteiligt sich mit 20 Bediensteten am Warnstreik; man legt für eine Stunde die Arbeit nieder.

Die Württembergische Philharmonie Reutlingen gastiert auf Einladung des Kulturrings in der Stadthalle. Dirigent ist Roberto Paternostro, Solistin des Abends die Geigerin Kotowa Machida-Wellen.

22. Mai 1996

An Fronleichnam wollen der Gemeinderat, die Ortschaftsräte und der Bürgermeister in Sachsen eine Windkraftanlage besichtigen.

Wie geht es weiter mit den Kliniken im Landkreis? Die BÜNDNIS 90/GRÜNEN tagen hierüber im »Engel«. In der Fraktion herrsche Einigkeit nur in der Forderung nach einer Psychiatrie im Landkreis sowie der Beibehaltung der Chirurgie in Schopfheim. Wegen der regionalen Bedeutung wird man sich zur Sicherung der Grundversorgung für die Schopfheimer Klinik einsetzen, so die Kreisrätin Birgit Petersen-Mirr.

Bei der Veteranen-Weltmeisterschaft im bulgarischen Varna schafft Simon Sigl es zum dritten Mal, auf dem Siegertreppchen zu stehen! Der TSG-Athlet hat versichert, daß er auch im nächsten Jahr wieder bei den Ringer-Weltmeisterschaften mitmachen will.

23. Mai 1996

Bürgermeister Klaus Fleck übergibt dem Landrat insgesamt 19.700 Unterschriften für den Erhalt des Schopfheimer Krankenhauses. Binnen sechs Wochen waren diese aus den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft sowie der näheren und weiteren Nachbarschaft zusammengetragen worden.

Das Thema »Rinderwahnsinn« spielte bei der jüngsten Bauausschußsitzung des Gemeinderates eine Rolle. Man wollte wissen, ob der Schweizer, der am Eisweiher seine Tiere weiden läßt, seine Rinder trotz BSE-Problematik nach Schopfheim bringen wird. Die Verwaltung teilt mit, daß die Weide derzeit unbeweidet bleibt. Aufgrund der EG-Verordnung darf der Schweizer seine Rinder nicht nach Schopfheim einführen.

Sigrid Reif und Anita Grether überreichen Herbert Klee vom Förderverein krebskranker Kinder in Freiburg einen Scheck in Höhe von DM 1.000,-.

Ein Schopfheimer Boule-Team qualifiziert sich für die Deutschen Meisterschaften.

Vor 25 Jahren verkehrte der letzte Personenzug auf der Wehratal-Bahnstrecke.

Zu einem ökumenischen Gottesdienst weilen der evangelische Landesbischof Klaus Engelhardt und der katholische Erzbischof Oskar Saier in der evangelischen Stadtkirche. Da beide noch nie gemeinsam in Schopfheim waren, hatten sie den Ort ihres Treffens selbst ausgesucht, so Dekan Helfried Heidler. Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt durch die Camerata Vocale und das Bläserquartett des Bezirksposaunenchors Markgräflerland unter der Leitung von Bezirkskantor Martin Winkler.

25. Mai 1996

Das Wetter war nicht gut; dennoch zog es viele Neugierige auf den ersten Flohmarkt dieses Jahres in die Altstadt.

Marion Caspers-Merk, MdB, fordert das Regierungspräsidium auf, noch einmal die Abschaffung von Tempo 40 in Langenau zu überdenken. Sie betrachtet das Präsidium als Vollstrecker von unsinnigen Regelungen.

Ein DM 5,5 Mio.-teures großes Rührwerk hat die Schopfheimer Firma EKATO hergestellt. Das 25 t schwere und 18 m hohe Rührwerk wird künftig in Indonesien arbeiten.

27. Mai 1996

Eine Gruppe Jugendlicher aus Südbaden, darunter junge Menschen aus Schopfheim, wurde in Korsika aus höchster Seenot gerettet. Die 19 Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren waren mit ihren drei Segelbooten in ein schweres Unwetter geraten. Trotz des Zwischenfalls wollen sie ihr Ferienlager, das noch bis zum 02. Juni dauert, nicht abbrechen.

28. Mai 1996

Zur Golfplatz-Diskussion meldet sich auch eine Frau Rosskopf aus Ehner-Fahrnau und meint in ihrer ablehnenden Haltung, daß sich ihr der Eindruck aufdränge, einige Stadtoberhäupter wollten sich ein Denkmal setzen. Sie hoffe auf höhere, weitsichtigere Stellen, die diesem »Wahnsinn« Einhalt gebieten sollen.

30. Mai 1996

Den Jugendlichen, die in Korsika beim Förderkreis Ferienzentren während eines Segeltörns scheiterten und aus Seenot gerettet werden mußten, geht es gut, so Martina Brehm, 2. Vorsitzende des Förderkreises.

Auf die Probleme der offenen Jugendarbeit, die nach Meinung der Betroffenen stärker zu fördern sei, möchten die Jugendpfleger des Landkreises Waldshut-Schopfheim beim 5. Jugendfestival, das am 08. Juni in Schopfheim stattfinden wird, hinweisen.

Ein Südwestfunk-Fernsehteam interessiert sich für das Projekt »Mobiles Schopfheim«.

31. Mai 1996

Aus dem Gersbacher Ortschaftsrat ist zu vernehmen, daß die Bevölkerung zum Thema »Windkraft in Baden-Württemberg« informiert werden soll.

Im Rahmen der Vorbereitungen zum 150jährigen Bestehen der TSG wird bekannt, daß erstmals ein Stadtlauf für Kinder, Jugendliche, Hobby- und Leistungssportler organisiert wird.

Die vhs steht sehr hoch im Kurs, so die Schlagzeilen in der heutigen Presse. Die Bilanz des Eigenbetriebes weist für das Jahr 1995 einen Überschuß von DM 32.517,- auf.

Eichens Ortsvorsteher Hans Keller durfte in der jüngsten Ortschaftsratssitzung Jürgen Hagin für 40maliges Blutspenden und Christoph Stoffel gar für 50maliges Spenden ehren. Weniger erfreulich als diese Tätigkeit sei die Tatsache, daß die Sanierung der Alten Wehrer Straße seit 12 Jahren auf der Wunschliste stehe, so der Ortsvorsteher.

Einer Bauanfrage zufolge soll das schon seit Jahren umstrittene Gebäude Ecke Himmelreichstraße/Feldbergstraße nun doch abgebrochen werden. Vorgesehen ist danach die Errichtung eines dreigeschossigen Wohngebäudes mit sechs Dreizimmer-Wohnungen. Im April noch erklärte die Baufirma zu Vermutungen, daß sie das Gebäude abreißen wolle, dies sei ein April-Scherz gewesen.

Eine Schopfheimer Baufirma will im evangelischen Pfarrgarten in Fahrnau (zwischen Kürnberger Straße und katholischer Kirche) eine dreigeschossige Blockrand-Bebauung erstellen. Mit dieser massiven Bebauung muß sich der Ausschuß des Gemeinderates in der nächsten Sitzung beschäftigen.

Über das Schicksal der Krankenhäuser, und damit auch über jenes des Schopfheimer Krankenhauses, entscheidet der Kreistag in einer Sondersitzung am 12. Juni. Die Kreisverwaltung empfiehlt, zu beschließen, das Schopfheimer Haus mit 142 Betten auszustatten, davon sollen 52 auf die Chirurgie entfallen (Allgemein-, Hand- und plastische Chirurgie), 50 auf die Innere Medizin und 40 Betten auf die Psychiatrie. Dazu sollen noch ausgelagert 20 Betten für Geronto-Psychiatrie im Wiechser Markus-Pflüger-Heim kommen.

01. Juni 1996

Seit heute ist der Bahnhof-Kiosk in Hausen wieder in Betrieb.

Die Arlington Socks GmbH freut sich über eine zweistellige Zuwachsrate im Jahre 1995. Der Umsatz betrug DM 86,0 Mio. Dies entspricht einem Plus von 4,4%. Besonders bei der Oberbekleidung, hauptsächlich Pullover, ist das Berichtsjahr gut gelaufen.

Fünf Monate nach dem katastrophalen Brand in Fahrnau legt die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen das Gutachten der Sachverständigen vor. Es gibt keine Ansätze für eine Brandstiftung. Ursache soll ein Ofen bzw. ein Kamineinsatz gewesen sein, der nicht sachgemäß betrieben worden war.

02. Juni 1996

Die aktive Phase des Modell-Projektes »Mobiles Schopfheim« wurde mit einem Aktionstag, ähnlich wie bei der Eröffnung 1994, nunmehr beendet. Von 11 bis 19 Uhr kamen rund um die Stadthalle eine Menge Besucher, um Autos wie den »Hotzenblitz«, den Car Bike, ein Elektro-Fahrrad, Rikschas und manches mehr zu bewundern.

Mit einem »Tag der offenen Tür« weiht das THW das neue Domizil in Fahrnau offiziell ein. Die rund 35 Mitglieder der Ortsgruppe verfügen nun über 720 qm Platz. Die Hilfsorganisation ist ja in privatrechtlich vermietete Räume eingezogen; dazu meint der Bürgermeister, daß diese Lösung richtig und sinnvoll sei.

03. Juni 1996

Bei einer CDU-Fraktionssitzung wurde die Wirtschaftlichkeit der in Gersbach geplanten Windkraftanlagen angezweifelt. Es werden genaue Recherchen gefordert. Mit bundespolitischen Themen wie »Mehr Wachstum und Beschäftigung«, »Lohnfortzahlung bei Krankheit« und der Pflegeversicherung setzte sich die Partei außerdem auseinander.

Der Schopfheimer Matthias Kretschmar läßt heute bei den Deutschen Meisterschaften im Body Building seine Muskeln spielen.

Das Jahrbuch 1995 wird der Öffentlichkeit präsentiert.

04. Juni 1996

Das DGB-Ortskartell hat eine Resolution für den Erhalt des Schopfheimer Krankenhauses verabschiedet. Man erkenne zwar die Problematik und die Notwendigkeit, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken, gleichwohl sehe man die absolute Notwendigkeit, sensible Bereiche wie das wohnortnahe Krankenhaus im Interesse der Patienten und Bürger zu erhalten.

Durch das Kraftwerk Rheinfelden wurde bei der Stadthalle eine Strom-Tankstelle errichtet. Die kWh kostet den Elektro-Autofahrer DM -,17,1. Wer beispielsweise »Hotzenblitz« auftanken will, braucht laut Auskunft des KWR vier bis fünf Stunden.

05. Juni 1996

Für das Projekt »Schopfheim 2001« werden von kommender Woche an Befragungen durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Instituts für Handelsmarketing erfolgen. Auf dem Prüfstand stehen neben dem Einzelhandel aber auch die Stadtverwaltung, das Handwerk und das Dienstleistungsgewerbe.

06. Juni 1996

Bei wunderschönem Sommerwetter feiern die katholischen Christen ihr Fronleichnamsfest. Die Prozession führte – wie in den vergangenen Jahren – über die Adolf Müller-Straße, Bismarckstraße, Karlstraße in den Schulhof der Dr. Max Metzger-Schule.

Noch nie – so der evangelische Pfarrer Gerhard Trautwein aus Gersbach – habe es zuvor an einem katholischen Feiertag wie Fronleichnam eine evangelische Andacht gegeben. Unter schattenspendenden Bäumen feierten die Gersbacher mit Prälat Schmoll einen Gottesdienst.

Am frühen Morgen hatte der Gewerbekanal beim Kraftwerk, nahe der L 139, eine Schaumkrone. Wasserproben wurden entnommen. Die Polizei ermittelt derzeit.

Einen Rekord wie noch nie vermeldet Schwimm-Meister Erich Walter, denn 3.036 Wasserratten kamen an diesem Tage ins städtische Schwimmbad.

07. Juni 1996

Das KWR plant auch beim neuen Baumarkt im »Lus« Solar-Tankstellen. Bürgermeister Klaus Fleck meint, daß das beim Aktionstag am vergangenen Sonntag vorgestellte Car Bike, das nicht schneller als 30 km/h fährt und sowohl mit Elektro-Antrieb als auch mit Muskelkraft bewegt werden kann, vielleicht sogar in Schopfheim hergestellt werden könne.

Im MT schreibt heute Werner Müller, daß die Windkraftanlage in Gersbach in ein »laues Lüftchen geraten sei.« Schuld daran sei zum einen der Gemeinderat, der eine für Fronleichnam geplante Exkursion zu einem Windpark nach Sachsen habe platzen lassen, zum andern Ex-Stadtrat Walter Flößer als strikter Gegner der Anlage. Windkrafträder, so hat er sich geschworen, dürfen in unserem schönen Gersbach nicht stehen.

Die Ortsgruppe IG Velo ruht, obwohl sich der Verein nicht aufgelöst hat. Dies meldet Karl Schäfer, bis zuletzt Vorsitzender. Zur selbstverordneten Ruhepause kam es, nachdem zur Jahreshauptversammlung im März außer dem Vorsitzenden nur der Vize gekommen war.

Seit Anfang dieses Monats sind »rote Elefanten«, Lokomotiven der Baureihe 143, die zu Beginn der 80er-Jahre in der damaligen DDR gebaut worden waren, auf der Wiesental-Strecke im Einsatz. Die bisherigen »Zugpferde« der Lokomotiv-Reihe 141 wurden wegen Alterskrankheiten von der Schiene genommen.

08. Juni 1996

Eine Welle der Begeisterung weckt das Jugend-Festival, das die Stadtjugendpflegen des Landkreises Lörrach und Waldshut in Schopfheim organisiert und durchgeführt haben. Die ganze Innenstadt wird zum Aktionsfeld junger Menschen.

Erstmals gibt es beim Wochenmarkt einen neuen Service: Ein Fahrrad-Kurierdienst wird zunächst bis Oktober seine Dienste anbieten. Organisiert und realisiert wird die Idee von der Friedrich-Ebert-Schule und dem BUND. Federführend ist Inge Böttger-Fisch.

Gertrud Hoch, die Witwe des Schopfheimer Rechtsanwalts Dr. Wilhelm Hoch, der nach dem Kriege die Parteilandschaft Schopfheims geprägt hat, feiert den 90. Geburtstag.

Der neue Schulversuch am THG wurde genehmigt.

Die TSG-Turner planen mit dem erfolgreichen Kunstturner Marcus Walter, der seit einigen Monaten in Schopfheim lebt, eine Kunstturn-Gruppe.

Aus der Stadtverwaltung kommt eine Hiobsbotschaft: Der Stadt sollen derzeit DM 1 Mio. fehlen. Selbst wenn die Deckungsreserve aufgelöst würde, fehlen immer noch DM 730.000,-, um den Haushalt auszugleichen.

Im Brüderlin-Garten in der Scheffelstraße hat die Buchhandlung Uehlin zusammen mit dem Café Gentili kurzerhand ein Gartencafé eingerichtet.

09. Juni 1996

Der türkisch-islamische Verein lud Vertreter des öffentlichen Lebens in die Moschee im Gewerbepark Höfen ein. Ibrahim Erbay, 2. Vorsitzender des 1988 gegründeten Vereins, meinte bei der Begrüßung, daß es Ziel des 30 Mitglieder großen Vereins sei, eine eigene Moschee zu bauen. Obwohl Bürgermeister Klaus Fleck Verständnis für das Anliegen hatte, machte er klar, daß die Stadt keine der in Schopfheim vertretenen Kirchen finanziell unterstütze. Dieser Grundsatz müsse beibehalten werden. Auch hätte die Stadt derzeit kein Gebäude zur Verfügung, das verkauft werden könne.

Der katholische Kirchenchor weilte beim Partnerchor in Poligny.

10. Juni 1996

Die CDU- und FWV-Fraktionen halten, wenn nun neue Kindergartengruppen eingerichtet werden, eine Beitragserhöhung für unumgänglich.

Der Gemeinderat beschäftigt sich mit den Kindergärten. Durch das neue Kindergartengesetz hat die Stadt Schopfheim zuwenig Kindergartenplätze. Der Rat hat nun beschlossen, am Kindergarten am Hintermattweg in Fahrnau einen Gruppenraum anzubauen. Damit wird nicht für alle Kinder ein Platz zur Verfügung stehen, denn die Nutzung des Mehrzweckraums im Kindergarten Langenau wurde mit hauchdünner Mehrheit abgelehnt. Außerdem beschloß der Gemeinderat eine Gebührenerhöhung von DM 10,-, monatlich.

In der Johann-Sutter-Straße standen mehrere Bahnen Heu in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen. Nach polizeilichen Ermittlungen haben zwei Kinder das Heu in Brand gesteckt.

In öffentlicher Gemeinderatssitzung gibt Bürgermeister Klaus Fleck bekannt, daß die Stadtverwaltung die ersten Schritte in der neuen Verwaltungssteuerung vornehmen will. Zum 15. Juni übernimmt der bisherige Hauptamtsleiter Klaus Strütt den Fachbereich 3, in den Ordnungsamt, Sozialamt, Grundbuchamt, Standesamt, Kultur, Feuerwehr, Schulen, Kindergärten u.a. integriert sind. Der Bereich 2, die interne Steuerung wie Finanzen und Personal, übernimmt der Beigeordnete, den Bereich 1, der im Wesentlichen Technik umfaßt, übernimmt der Bürgermeister in Verantwortung.

Heftige Vorwürfe mußte sich Johannes Hofert-Thüming zu Beginn einer mehr als dreistündigen Diskussion beim Förderkreis Ferienzentren anhören. Die Eltern der 17 Jugendlichen, die mit ihrem Segelboot in Seenot geraten waren, hatten viele Fragen. Einige Väter sprachen ganz offen darüber, daß sie keine Verschleierung wollen, sondern Aufklärung des Sachverhaltes. Während die einen den Vorfall als »leichten Betriebsunfall« bezeichneten, meinten die Eltern, daß man die nötige Sorgfalt nicht habe walten lassen.

11. Juni 1996

Sechs Autoren werden derzeit in der Presse vorgestellt. Sie beteiligen sich an der am Wochenende stattfindenden 8. Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt.

Dieser Tage hatte die Vogelschutz-Ornithologische Gemeinschaft Schopfheim ihre Jahreshauptversammlung. Der Verein zählt zur Zeit 90 Mitglieder, über deren Aktivitäten der Vorsitzende, Frieder Adolph, berichtete.

Die ARGE »Minifossi« feiert das 10jährige Jubiläum. Ende dieses Monats wird in der Sparkasse eine Ausstellung über die Arbeit der letzten Jahre zu sehen sein.

Dem Polizeibericht ist zu entnehmen, daß in einem Schopfheimer Garten 20 Gartenzwerge entwendet worden sind.

Protestaktionen gegen die Bonner Sparbeschlüsse fanden bei den Schopfheimer Firmen Mannesmann Demag Wittig und EKATO statt.

12. Juni 1996

Die Fahrnauer Fußballer werden auch, selbst wenn sie den möglichen Aufstieg nicht schaffen, bei ihrem Trainer Michael Gomke bleiben.

Die Langenauer haben die Lkw-Fahrer aufgefordert, mit ihnen eine Tasse Kaffee zu trinken. Etwa 30 Fahrer nahmen das Angebot im Café Bernauer an und haben mit der Bevölkerung diskutiert. Viele Brummifahrer fahren bereits freiwillig mit 40 km/h.

13. Juni 1996

Mit einem klaren Votum, 49 Ja- und 8 Nein-Stimmen, hat der Kreistag gestern in einer Sondersitzung beschlossen, daß die Allgemein-Chirurgie am Schopfheimer Krankenhaus in abgespeckter Form erhalten wird. Damit hat das Gremium mit überzeugender Deutlichkeit am Standort Schopfheim als Akut-Krankenhaus für Grundversorgung für das Kleine und Mittlere Wiesental festgehalten. Es verbleiben 142 Betten, davon 52 für die Chirurgie (mit Hand-Chirurgie) und 50 für die Innere Medizin. Neu hinzu kommen 40 Psychiatrie-Betten. Zurückgestellt wurde ein Antrag der GRÜNEN, die mögliche Verlagerung des geriatrischen Schwerpunktes von Lörrach nach Schopfheim. Mit der gefundenen Lösung werden im Kreis insgesamt 80 Chirurgie-Betten abgebaut. Das letzte Wort allerdings hat das Sozial-Ministerium in Stuttgart, das über die weitere Zukunft der drei Krankenhäuser endgültig entscheiden wird. Der Landrat meinte, das Ministerium mache zum jetzigen Zeitpunkt keine Zusage.

Die Jugendfeuerwehr in Gersbach feiert ihren 25. Geburtstag.

Eine Premiere besonderer Art: Langenau hat den ersten Wochenmarkt. Ortsvorsteher Hans Weinbrechtinger, auf dessen Idee die Einrichtung zurückgeht, freute sich zum Auftakt, zu dem vier Markt-Beschicker gekommen waren. Einmal in der Woche, donnerstags, wird nun in Langenau Wochenmarkt abgehalten.

14. Juni 1996

Mit Erleichterung und verhaltener Freude quittierten Bürgermeister und Ärzte im Wiesental die Entscheidung des Kreistages, die Chirurgie im Schopfheimer Krankenhaus zu belassen. Klaus Fleck meinte, die Entscheidung sei eine gute Basis für Schopfheim.

Werner Müller meinte in seinem heutigen MT-Kommentar zum Krankenhaus, der Kelch einer krankenhausfreien Zone sei an den Menschen in Maulburg, Neuenweg, Gresgen, Gersbach und Hasel vorbeigegangen. »Wer auch immer zwischen Scheinberg und Feldberg jemals krank wird und stationärer Behandlung bedarf, weiß auch in Zukunft ein leistungsfähiges und kompetentes Krankenhaus in seiner Nähe. Hut ab vor Räten im Kreistag, die sich auch nicht durch peinliche Auftritte einiger Claqueure vom Hochrhein von ihrer wohlbegründeten Haltung haben abbringen lassen. Es ist aber auch ein Verdienst der Bürger, die in eindrucksvoller Manier mit 20.000 Unterschriften ihre Solidarität bekundeten.«

Größter Wunsch des Langenauer Ortschaftsrates ist der Neubau der Inselbrücke, die Verlegung der Kanalisation in der »Blünimatt« und die Sanierung des Daches von Schule und Turnhalle.

Eine Ausstellung besonderer Art wird im Museum eröffnet: Die Stadt hat zusammen mit der Museumsgesellschaft das künstlerische Werk des Schopfheimer Malers und Zeichners Gustav Wilhelm Friesenegger zu dessen 200. Geburtstag in einer Sonderausstellung gewürdigt.

15. Juni 1996

Seit dem Abschied von Roland Meder ist das Notariat nicht mehr fest besetzt. Derzeit versehen Ute Kovar und Jörg Klein als Notarvertreter in Schopfheim ihren Dienst. Jörg Klein löste den ersten Nachfolger Roland Meders, den Schönauer Richter Reinhard Fehrenbach, ab. Die Arbeit ist zur Zeit so aufgeteilt, daß Klein für Schopfheim, Fahrnau, Langenau, Wiechs und das Kleine Wiesental zuständig ist; Frau Kovar betreut neben Maulburg, Hausen und Hasel die Schopfheimer Teilorte Kürnberg, Raitbach und Gersbach.

Der Langenauer Ortschaftsrat ist mit der Entscheidung des Gemeinderates zum Kindergarten nicht einverstanden. Hans Weinbrechtinger meint: »Wir müssen deshalb darauf dringen, daß die Ablehnung noch einmal überdacht wird.«

Mundart-Dichter aus ganz Deutschland kamen auch heuer in die Markgrafenstadt zur 8. Mund-Art Literatur-Werkstatt.

16. Juni 1996

Rund um die evangelische Kirche in Fahrnau feiert die Kirchengemeinde ein Pfarrfest.

17. Juni 1996

Drei Tage lang feierten die Kürnberger Sänger ihr traditionelles Gartenfest.

Die Fahrnauer evangelische Kirchengemeinde plant ein neues Gemeindezentrum. Um den Bau finanzieren zu können, soll der Pfarrgarten verkauft werden.

Der Musikverein Langenau lud zum dreitägigen Zeltfest beim Sportplatz ein.

Zu massiv erscheint dem Bauausschuß die Wohnbebauung im sogenannten »Pfarrgarten« in Fahrnau. Die Bauanfrage für 40 Wohnungen und Tiefgarage wurde zunächst aufgeschoben. Die Stadt, so Beigeordneter Ruthard Hirschner, habe nichts gegen die verdichtete Bebauung, man wolle gleichwohl mit dem Bauträger noch einmal über andere Varianten reden.

Der Bauausschuß läßt nun im neuen Wohn- und Geschäftshaus »Im Winkel« weitere Nutzungen zu. Er genehmigte einen Friseurladen. Für den Investor Ulrich Heuer kommt die Umkehr der Stadt viel zu spät, er schimpfte sogar: »Unverschämtheit.« Nach dem Bebauungsplan sind im »Winkel« Einzelhandelsbetriebe und sonstige Gewerbebetriebe nicht zulässig. Von einer generellen Änderung im »Winkel«, die Karl Selz anregte, wollten allerdings die übrigen Ratsmitglieder nichts wissen.

Eine Gnadenfrist für die alte Villa an der Ecke Feldbergstraße/Himmelreichstraße ist durch die Vertagung des Abrißantrages im Bauausschuß erreicht worden.

18. Juni 1996

Nach zwei Tagen geht das Vereins-Sonderpokalschießen im Schützenhaus Wiechs zu Ende.

Nach dem Tod von Ernst Kellmayer haben die Muetterspröchler nun einen neuen Vorsitzenden im Hausener Walter Olschowka gefunden.

Frühmorgens hört man die Feuerwehr und ist gespannt, wo es wieder brennt. Im neuen »Pflug«-Areal kam es zu einem Dehnfugen-Brand zwischen zwei aneinanderstoßenden Mauern. Der Schaden wird auf einige Tausend DM geschätzt. Nach Angaben der Polizei führte eine Firma im Verlaufe des Montags Arbeiten mit heißem Guß-Asphalt durch. Die Feuerwehr stand vor einer verzwickten Aufgabe, die man mit Hilfe einer Wärmebild-Kamera, die von der Ciba in Basel ausgeliehen worden war, lokalisierte. Mit einer eilends gebauten Löschlanze konnte dann Wasser in die Dehnfuge gepreßt werden.

Zur 11. und vorletzten Sitzung trifft sich der Projektausschuß des Modellversuches »Mobiles Schopfheim« im Rathaus. Bürgermeister Fleck meinte, daß das Projektbüro bis Ende dieses Jahres gesichert sei. Im kommenden Jahr soll dann ein Büro auf Kreisebene eingerichtet werden.

19. Juni 1996

Die Frauen-Beauftragte der SPD, Andrea Millhahn-Menne, will Front gegen die Bonner Sparbeschlüsse machen. Das Sparpaket der Bundesregierung wird als »Horror-Paket für Frauen« bezeichnet.

Beim Bahnhof in Hausen-Raitbach hat die Deutsche Bahn AG das frühere Gleis 3, das sogenannte Lade-Gleis, für den Gütertarifpunkt abgebaut.

20. Juni 1996

Die Maler- und Lackierer-Innung hat den Schopfheimer Malermeister Gerhard Zeiher bei der Generalversammlung im »Adler« in Brombach zum Innungsmeister gewählt.

21. Juni 1996

In einer kleinen Feierstunde ehrte Bürgermeister Klaus Fleck Rainer Junghans und Horst Eicher. Beide sind seit 40 Jahren bei der Firma EKATO beschäftigt. Die Glückwünsche des Unternehmens erhielten die Geehrten von Dr. Erich Todtenhaupt und vom Betriebsratsvorsitzenden Roland Steinebrunner.

22. Juni 1996

Im Beisein von vielen Gastvereinen und Förderern feiert der Fußballverein Fahrnau sein 75jähriges Bestehen. Als lebendiger Stadtteil mit eigenständigem Charakter, der insbesondere durch das Engagement der Fußballer geprägt werde, bezeichnet der Bürgermeister den Ortsteil Fahrnau. 14 Personen durfte Jürgen Jäckh zu Ehrenmitgliedern ernennen, so Günter Zimmara, Erwin Völz, Gerhard Siegwardt, Josef Schmitt, Rudolf Otto, Klaus Neumann, Hans Neumann, Hans Meier, Fritz Kahnau, Dieter Ehle, Karl Binoth, Hans Werner, Wolfgang Itzin und Erhard Völz.

Dorf-Olympiade als Riesengaudi beim Fußballverein Fahrnau während des Jubiläums.

Um 17.06 Uhr wurde die Polizei darüber informiert, daß in Gündenhausen soeben ein Mann und eine Frau versucht hätten, eine Tankstelle zu überfallen. Der Kassiererin wurde Tränengas ins Gesicht gespritzt. Die Polizei konnte kurz nach ihrem Eintreffen eine 24jährige aus Kandern, eine 21jährige Frau aus Dossenbach und einen 24jährigen Mann aus Rheinweiler festnehmen.

Die Johann-Peter-Hebel-Schule feiert ihr Schulfest.

23. Juni 1996

Während des Jubiläums des Fußballvereins Fahrnau kommt es zu einem Fußballspiel zwischen südbadischen Pfarrern und einer Schopfheimer Prominenten-Elf, die mit Burgi Klaus Fleck schließlich das Match verlor.

Unter der Leitung von Bezirkskantor Martin Winkler proben und singen etwa 100 Sängerinnen und Sänger vom evangelischen Singkreis Fahrnau, aus Hausen, Maulburg, von der Kantorei Schopfheim, Steinen und vom Singkreis Zell bei einem gemeinsamen Bezirks-Kirchenchor-Treffen.

24. Juni 1996

In Gersbach feiert Emilie Blum ihren 85. Geburtstag. In der evangelischen Kirche hatte die Jubilarin 42 Jahre lang die Orgel gespielt.

25. Juni 1996

Die TSG weilte mit ihren Badminton-Jugendlichen in einem dreitägigen Trainingscamp in Zell am Harmersbach, um sich auf die Saison vorzubereiten.

Seit einigen Tagen steht in den Abendstunden ein Storch einsam auf der Spitze der St. Michaels-Kirche in der Altstadt.

26. Juni 1996

Der Gesangverein Fahrnau hat einen neuen, bzw. seinen alten Dirigenten: Volker Brenzinger leitet wieder den Gemischten Chor und den Männerchor des Gesangvereins. Reinhard Bläsi sagte der Presse gegenüber, es habe die Gefahr bestanden, daß der Chor an Qualität verliere, das wollte Volker Brenzinger, dem der Chor ans Herz gewachsen sei, nicht zulassen. Deswegen seine Bereitschaft, den Dirigentenstab erneut zu übernehmen.

Die SPD-Fraktion besichtigt das Wasserkraftwerk im »Bifig« und läßt sich von Dieter Hänßler die Technik erklären. Wie ruhig die seit drei Wochen störungsfrei laufende Turbine und die hochmoderne Rechenanlage tatsächlich arbeiten, erwies sich schon zu Beginn der Führung, als die Lüftergeräusche eines soeben abgestellten Automotors deutlich lauter wahrgenommen wurden als die Turbinengeräusche.

27. Juni 1996

Die erste Phase des Stadtmarketing-Projektes »Schopfheim 2001« ist abgeschlossen. Eine Woche lang hatten Interviewer 5% der Haushalte in Stadt und Umland nach Einkaufsverhalten und Verbesserungsvorschlägen befragt. Für den Gewerbeverein hebt Claus Stockburger hervor, daß man sich als Ergebnis eine objektive Darstellung »wo wir heute stehen und welchen Weg wir gehen sollen« wünscht. Der Bürgermeister führt aus, er sei ein Gegner davon, die Autos ganz aus der Innenstadt zu verbannen. Die Innenstadt müsse zum Gemeinschaftserlebnis werden.

Am 24. und 25. Juni fanden die mündlichen Abiturprüfungen am THG statt. 36 Schülerinnen und Schüler haben die Reifeprüfung bestanden. Bester Abiturient des Jahrganges ist Christian Waldschmidt, insgesamt haben 12 Abgänger eine Eins vor dem Komma.

In den frühen Nachtstunden ist der Holzlagerschuppen des Sägewerkes Egle in der Hauptstraße völlig niedergebrannt. Die Brandursache ist bis jetzt noch unklar, der Schaden wird auf DM 300.000,- geschätzt. Direkt neben dem Feuerwehrgerätehaus brannte das Holzgebäude lichterloh. Einer von 55 eingesetzten Feuerwehrleuten mußte mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Benachbarte Häuser wurden nicht gefährdet, lediglich am Feuerwehrgerätehaus sind durch die Hitze einige Scheiben zersprungen.

28. Juni 1996

Innerhalb der Schopfheimer SPD hat die Nutzung der Windkraft viele Befürworter. Es gelte, neben den Gütern Luft, Wasser und Boden auch die Landschaft als schützenswert zu sehen. Um eine bessere Vorstellung von der Höhe der Rotoren zu bekommen, will die SPD an einem Juli-Wochenende an einigen der geplanten Standorte große Ballons an den Himmel hängen, um zu zeigen, daß sich die Rotorblätter immerhin bis in eine Höhe von 70 m drehen würden.

Einige Schopfheimer Bürger haben gegen die Einrichtung des Kreisverkehrs beim Friedhof Einspruch eingelegt. Sie regen an, dieses Geld zu sparen und für wichtigere Dinge wie Kindergärten oder gebührenfreien Schwimmbadbesuch der Schulen auszugeben. Die Verwaltung sieht dies anders.

29. Juni 1996

Die Bezirkssynode der evangelischen Kirche tagte im evangelischen Gemeindehaus. Vom Oberkirchenrat wurde vorgeschlagen, die Pfarrei Hasel der Gersbacher Pfarrei zu übertragen. Da die Synode erhebliche Bedenken dagegen anmeldete, wurde eine Sondersitzung für den September zu diesem Thema vereinbart. Im badischen Landesbereich werden zwanzig Pfarrstellen nicht mehr besetzt. Schopfheim ist von der Streichung von eineinhalb Stellen betroffen. Von 1990 bis 1995 hat der Kirchenbezirk so viele Gemeindemitglieder durch Kirchenaustritte verloren, wie die evangelische Kirchengemeinde Hausen und Raitbach Kirchenmitglieder zählt.

Trotz aller Proteste ist das Regierungspräsidium offenbar nicht bereit, die Abschaffung der Geschwindigkeitsbegrenzung in Langenau zu überdenken. Regierungspräsident Schroeder verteidigt in einem Brief an Marion Caspers-Merk, MdB, die Entscheidung seines Hauses mit dem Verweis auf die Gesetzeslage. In Langenau seien weder verkehrssicherheits-relevante Mängel noch ein erhöhter Lastverkehr gegeben. Marion Caspers-Merk meinte, daß sie die Argumentation nicht nachvollziehen könne.

Vor Ort informiert sich die Schopfheimer SPD im evangelischen Pfarrgarten in Fahrnau, um sich direkt ein Bild über die geplante Bebauung machen zu können. Bedauernd wurde die Bauentwicklung im idyllischen Garten zur Kenntnis genommen. In jedem Fall will die Partei jedoch die Zu- und Abfahrt zur Tiefgarage geklärt wissen, wobei eine zusätzliche Ausfahrt in der Gerberstraße befürwortet wird.

Rußland-Deutsche wurden von der CDU ins Tennis-Center zu einem Gespräch eingeladen. Als Gesprächspartner standen Ortrun Schätzle, MdB, und Martin Zeiher, MdL, Rede und Antwort.

30. Juni 1996

Auch Schopfheimer feiern ihren Fußball-Europameister. Nach dem Spiel treffen sich vorwiegend junge Menschen auf dem Marktplatz und geben ihrer Freude lauthals Ausdruck. Von Hupkonzerten und »Deutschland-Deutschland«-Rufen ist die Nacht erfüllt.

Motocross mit internationalem Flair in Schopfheim. Erfreulich aus Schopfheimer Sicht ist, daß der MSC-Fahrer Matthias Kiok bei den 4-Takt-Fahrern den 3. Platz belegte. Die Lokalmatadoren Armin Böhler und Stefan Ulrich wurden im Seitenwagen-Gespann Vierte. Bei den Quads nahm kein MSC-Starter teil. Interessant ist, daß bei den Seitenwagen-Fahrern eine Frau am Start war, die jedoch nur Letzte wurde.

Auf dem Hundesportplatz in Ehner-Fahrnau werden die Jugendmeisterschaften des Südwestdeutschen Hundesport-Verbandes im Schutzhundesport ausgetragen.

Über 100 Hobby-Kicker aus 20 Mannschaften stehen sich im »Löwenzahn-Stadion« in Langenau beim Jubiläums-Grümpelturnier gegenüber. Schließlich siegten die Jungfüchse der Turnerschaft Langenau.

Ein bemerkenswertes Konzert der Waldorfschule war in der Alten Kirche St. Michael zu hören. Die Cellistin Lea Rosh brillierte als souveräne Interpretin. In einem Mozart-Konzert glänzten der Schopfheimer Geiger Christian Rozgonyi und der Bratschist Matthias Östringer.

01. Juli 1996

Heute jährt sich die Eingemeindung Fahrnaus in die Stadt Schopfheim zum 25. Mal.

DM 2.000,- erhielt das Frauenhaus Lörrach von ppe-Geschäftsführer Joachim Friedrichkeit und vom Betriebsratsvorsitzenden Wolfgang Pfisterer überreicht. Friedrichkeit hob hervor, daß von den 450 Beschäftigten der ppe mehr als ein Drittel Frauen seien. Diese hätten sich für die Spende aus dem Tombola-Erlös während des Betriebsfestes ausgesprochen.

02. Juli 1996

Dem Gemeinderat wurde eine Zwischenbilanz für das Neubaugebiet »Rebacker-Rütteberg« für die nächste Gemeinderatssitzung vorgelegt. Gefordert hat diese Rechenschaft die Fraktion der Unabhängigen. Nach der ersten Kostenübersicht wurden rund DM 16 Mio. in Grundstückserwerb sowie Erschließung des ersten Bauabschnittes investiert. DM 15 Mio. sind derzeit über Kredite finanziert, DM 1,1 Mio. hatten Grundstückverkäufe wieder eingebracht.

Die Schach-Gesellschaft traf sich vor einigen Tagen zur Jahreshauptversammlung um ihren Vorsitzenden Karl Ganz. Vom Badischen Schachverband durften er, Franz Hoch und Alfred Huber die Ehrung für 40jährige Mitgliedschaft entgegennehmen. Das sportliche Ziel ist es, einen vorderen Platz in der Landesliga einzunehmen. In dieser Saison konnte man sich mit einem guten Mittelplatz behaupten.

Bürgermeister Klaus Fleck ehrte Otto Zieringer für sein 40jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Rüdtlin Lufttechnik mit der Verdienst-Medaille des Landes Baden-Württemberg. Gleichzeitig erhielt der Jubilar die Ehrennadel und die Ehrenurkunde der IHK ausgehändigt.

03. Juli 1996

Der Stadtseniorenrat hat in den Sparkassensaal eingeladen, um über das »Betreute Wohnen« zu informieren. Die Geschäftsführerin der Städt. Wohnbau GmbH, Brigitte Leisinger, stellte den zahlreich erschienenen Senioren das Betreuungskonzept vor. Betreut und verwaltet wird die Anlage von der städtischen Gesellschaft.

In den nächsten Tagen beginnt die zweite Stufe der Kundenbefragung zur Erhebung »Schopfheim 2001«. In 13 teilnehmenden Geschäften erhofft man sich, daß die Kunden »ihre Meinung sagen«.

Nach zwei Wochen des Feierns mit verschiedenen Festveranstaltungen geht das 75jährige Jubiläum des Fußballvereins Fahrnau nun zu Ende.

Alle 18 Schüler der Waldorfschule haben ihr Abitur bestanden. Das beste Ergebnis erzielte Ramona Rauscher mit 1,4.

Mit Trauer und Bestürzung nimmt die Gersbacher Bevölkerung Anteil am Tod ihres ehemaligen und langjährigen Ortsvorstehers Max Ühlin, der im Alter von 65 Jahren verstorben ist. Er war ein Sohn seiner Gemeinde, der er zeitlebens verbunden blieb. Seine Leidenschaft galt neben der kommunalen Politik auch den Gersbacher Vereinen.

Die »Golden Gospel Singers« aus Harlem gastieren in der Stadthalle.

04. Juli 1996

Die Fragebogen-Aktion der Prognos AG Basel zum »Mobilen Schopfheim« hat die Erwartungen übertroffen. 1.200 Fragebögen kamen zurück. Dies entspricht einem Rücklauf von knapp 50%.

05. Juli 1996

Franz Hoch informierte die SPD-Fraktion über die derzeitige Lage der vhs. Im Gegensatz zu andern Gemeinden vergleichbarer Größe, so meint er, müsse die vhs Schopfheim ihre Angebote ausschließlich in angemieteten Räumen anbieten. Ein eigenes Haus bleibt – trotz Lob für die Bildungseinrichtung auch von den SPD-Genossen – in weiter Ferne.

Bedenken gegen die geplante Tennis-Anlage beim Wiechser Sportplatz erheben einige Anlieger während einer Bürgerversammlung in Wiechs. Sie zweifeln an der Aussage eines Lärmgutachtens und befürchten auch eine Wertminderung ihrer Grundstücke.

Die Post will Ende September ins »Pflug«-Areal umziehen. Diesen Termin nannte jetzt die Pressesprecherin der Post AG in Freiburg.

Während des Wochenendes findet das 12. Schopfheimer Reitturnier in den »Sengelen« statt. Die zahlreichen Zuschauer erlebten ein Turnier von hohem Niveau.

06. Juli 1996

Dubiose Schneeball-Spiele, bei denen Millionen über die Tische gehen sollen, werden seit einigen Wochen in der Stadthalle veranstaltet. Das MT deckt diese Geschäfte auf, wobei auch deutlich wird, daß die Stadtverwaltung sich bisher sehr zurückgehalten hat, vielleicht gar untätig war, und daß die Staatsanwaltschaft trotz Informationen nichts unternommen hat.

Heftige Regenfälle begleiten den 2. Schopfheimer Sommermarkt des Gewerbevereins, der die Innenstadt wieder zur verkehrsfreien Zone machte.

Maskiert mit einer schwarzen Wollmütze betrat eine 27jährige Frau ein Lebensmittelgeschäft in Fahrnau und forderte die Geschäftsinhaberin auf, die Kasse herauszurücken. Der durch Hilferufe herbeigerufene Ehemann überwältigte die junge Täterin, die zuvor der Ladeninhaberin ein Messer an den Hals gehalten hatte.

07. Juli 1996

Erneutes Traktor- und Bulldog-Veteranen-Treffen in Wiechs; 100 Fahrzeuge kamen in den Ortsteil getuckert.

Zu einem Lieder- und Solistenkonzert lud der Gesangverein Eichen unter der Leitung seines Dirigenten Dieter Waibel in die Alte Kirche St. Michael ein.

08. Juli 1996

Robert Zapp, SPD-Fraktionschef, und Klaus Kochendörfer, Fraktionschef der Unabhängigen, fordern von der Stadtverwaltung wegen der dubiosen Geld-Geschichten in der Stadthalle Konsequenzen. Eine Spielbank sei im Vergleich zu diesem »Spiel der Cleveren gegen die Uninformierten und Unwissenden« eine seriöse Einrichtung.

In öffentlicher Gemeinderatssitzung ging es wegen der »Pflug«-Kurve und dem Ausbau der »Hirschen«-Kreuzung und der Kreuzung beim Friedhof hoch her. Die »Pflug«-Kurve erfährt nun doch einen Ausbau mit Pflastersteinen, wobei die Unabhängigen insbesondere diesen Ausbau, wenn überhaupt, als Schwarzdecke gewollt hatten, viele von ihnen aber die »Pflug«-Kurve zusammen mit den GRÜNEN gar nicht ausbauen wollen. Den Ausbau der »Hirschen«-Kreuzung und der Kreuzung beim Friedhof zum Kreisverkehr tragen CDU und SPD mit, wobei auch hier die Unabhängigen heftigst opponieren. Unabhängige und GRÜNE sind gegen den Ausbau, sie betonen, daß sie allerdings nichts gegen Kreisverkehre einzuwenden haben, sich jedoch gegen die immensen Kosten wehren.

In der gleichen Sitzung wurde die Zwischenbilanz zum »Rebacker-Rütteberg« vorgetragen. Klaus Kochendörfer attackierte die Verwaltung aufs Heftigste und meinte, daß das Projekt zum finanziellen Fiasko für die Stadt werde. Rolf Kuri entgegnete Kochendörfer: »Man kann auch etwas zerreden und den Bauwilligen den Mut nehmen. Noch kein Bebauungsplan hat den Ursprungsplan überlebt.« Kurt Härzschel meinte gar: »Ohne Risiko läuft heute gar nichts mehr.« Der Bürgermeister meint als Antwort auf die düstere Prognose der Unabhängigen, daß die Kosten dafür im Rahmen lägen. Nach seinen Berechnungen bleiben der Stadt am Ende etwa DM 400.000,- statt der veranschlagten DM 320.000,- an Belastung.

Der Gemeinderat verabschiedete einstimmig den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1995, der in den Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushaltes mit DM 43.733.632,90 abschließt. Dem Vermögenshaushalt wurden DM 910.649,89 zugeführt. Die Einnahmen und Ausgaben des Vermögenshaushaltes liegen bei DM 7.890.253,77. Die Zuführung lag um DM 237.649,89 über dem Planansatz. In der Rückführung von Darlehen zeichnet sich eine erfreuliche Bilanz ab. Diese konnten um DM 1.321.618,52 abgebaut werden.

Eine Bürgerversammlung in Hasel sollte darüber entscheiden, wie im Erdmannsdorf künftig die Wasserversorgung gewährleistet werden soll. Eine Möglichkeit wäre der Anschluß an die Schopfheimer Wasserversorgung; allerdings wurde diese Jahrhundertentscheidung vertagt. Eine Zuhörerin in Hasel meinte während der teilweise hitzigen Debatte, daß Verwaltung und Planer von Anfang an nach Schopfheim geschielt und eine andere Variante überhaupt nicht in Betracht gezogen hätten. Die Hasler Bürger hätten Aversionen gegen einen Verbund mit Schopfheim.

Bürgermeister Klaus Fleck gibt bei der Gemeinderatssitzung bekannt, daß zu Tempo 40 nun eine Petition beim Landtag eingereicht wird.

09. Juli 1996

Bei der Mitgliederversammlung der Waldorfschule, die vor einigen Tagen stattgefunden hat, wurde nicht nur Rückblick gehalten, sondern es wurden auch wichtige finanzielle Probleme besprochen. Wenn, wie befürchtet, das Land weniger Zuschüsse für die Schule gewährt, könnte das fehlende Geld nicht weiter auf die Eltern umgelegt werden; es müßte eingespart werden. Das Budget für das Schuljahr 1996/97 wurde daher unter Vorbehalt verabschiedet.

10. Juli 1996

Von Opfern der Mega-Star-Aktion in der Stadthalle berichtet heute das MT. Danach fühlen sich viele, insbesondere aus der Schweiz gekommene Personen um ihr Geld betrogen und geprellt. Aufgrund des Berichtes im MT überlegen einige von ihnen – so die Presse – eine Anzeige gegen die Veranstalter zu erheben. Im Bericht wird auch deutlich darauf abgehoben, daß – so Bürgermeister Fleck – die Stadt die Mietverträge nun aufgrund der Zeitungsberichterstattung gekündigt hat.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Lörrach bleibt weiterhin angespannt; sie beträgt derzeit 8%.

Der Schopfheimer Bäckermeister Fritz Trefzger gibt sein Amt als Innungsobermeister der Bäcker-Innung an seinen Sohn, Fritz Trefzger jun., weiter.

11. Juli 1996

Das DRK Schopfheim möchte eine neue Wettkampfgruppe aufbauen. Junge, interessierte Menschen werden gesucht. Die ersten Helfer haben sich zum Ziel gesetzt, an den deutschen Meisterschaften 1998 teilzunehmen.

Gersbachs Kirchenälteste bezweifeln, daß die angestrebte Pfarrerteilung mit Hasel der richtige Weg ist. Die Gersbacher halten an einer ganzen Pfarrstelle für ihr Dorf fest. Der Pfarrer habe im Dorf einen ganz andern Stellenwert als in der Stadt, wird bekundet.

Wegen des anhaltend schlechten Wetters geht der Schwimmbadbesuch täglich drastisch zurück. Nur etwa 80 bis 100 Besucher pro Tag kommen ins »Oberfeld« zum Baden.

Hoch ging es am Wochenende beim Gastspiel des Schulzirkus Farnelli auf dem Schulhof der Grundschule Fahrnau her. »Zirkusdirektor« Fetscher durfte viele Zuschauer zu Akrobatik und Dressur begrüßen.

12. Juli 1996

Die Bewertungskommission »Unser Dorf soll schöner werden« war in Raitbach, da dieser Ortsteil sich dem Kreiswettbewerb stellte. Ortsvorsteher Fritz Sutter hoffte auf die Solidarität der Einwohner, die schon oft bewiesen haben, daß mit Gemeinschaftssinn vieles zu erreichen ist. Die Kommission zeigte sich begeistert von der abwechslungsreichen Landschaft, den Blumen und dem vielen Grün mit alten, mächtigen Bäumen. Der Abschlußbericht folgt in den nächsten Tagen.

Auf einen Schopfheimer Bauherrn kommt eine Anzeige wegen illegaler Beschäftigung von Ausländern zu. Er hat zwei Männer aus Kasachstan beschäftigt und ihnen für die Bauarbeiten als Entlöhnung zwei gebrauchte PKW einer deutschen Nobelmarke überlassen.

Mit einem großen Familienabend feiert die Familie der TSG Schopfheim ihr 150jähriges Bestehen.

Das 25jährige Bestehen feiert die Sparkassen-Zweigstelle in der Schlattholzstraße. Diese Filiale ist nach den Geschäftsstellen Maulburg und Fahrnau die drittgrößte der Schopfheimer Sparkasse. Sparkassen-Direktor Alfred Horn meinte nicht ohne Stolz: »Über die Schließung von Filialen wird noch nicht laut nachgedacht.« Das Fest wurde in einem Festzelt mit Kinderprogramm und dem Wiechser Brass-Quintett gefeiert.

Auf ihr 25jähriges Bestehen kann die Firma Robert Zapp zurückblicken. Während einer Feierstunde in der IHK überbrachte der Bürgermeister die Grußworte der Stadt. Auch vom IHK-Geschäftsführer Immo Leisinger war zu hören, daß die Firma Robert Zapp ein Werbeträger für das Unternehmertum der Stadt und für die Region sei.

Goldonis »Lügner« wird vom »Theater auf der Au« unter freiem Himmel aufgeführt. Der Kritiker Jürgen Scharf meint stellvertretend für die zahlreichen Zuschauer: »Wir haben uns beim netten Verwirrspiel im lauschigen Altstadthof köstlich amüsiert.«

13. Juli 1996

Beim Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« konnte Raitbach nur einen 4. Platz erreichen. Ortsvorsteher Sutter trugs mit Fassung; riesige Erwartungen habe er ohnehin nicht gehabt, trotzdem habe sich die Teilnahme gelohnt, da sich im privaten Bereich doch sehr viel bewegt habe.

Julie Blum feiert heute ihren 102. Geburtstag.

Mitten in den dreitägigen Feierlichkeiten zum 150jährigen Bestehen befindet sich die Schopfheimer TSG.

120 Schopfheimer gehen beim ersten Stadtlauf, den die TSG im Jubiläumsjahr organisiert hat, an den Start.

Akrobatik, Tanz, Show und Zauberei bilden den Mittelpunkt des großen Gala-Abends, den die TSG unter dem Kupferdach der Stadthalle fürs Publikum über die Bühne gehen läßt.

Zum Jubiläum haben viele Schopfheimer Einzelhandelsgeschäfte ihre Schaufenster teilweise mit Utensilien der TSG dekoriert.

Zum Jubiläum der TSG gehören natürlich auch Gratulationen. Mit der Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes wurde Karl-Heinz Andris geehrt. Die Gau-Ehrennadel erhielten Dieter Andris, Thilo Herbster, Heinz Leuger, Heide Mannsbart und Carla Pfeifer. Vorsitzender Heinz Leuger durfte Karl-Heinz Andris, Rudi Biehle, Wolfgang Böhler, Lothar Lutz, Heide Mannsbart und Paul Walter zu Ehrenmitgliedern ernennen. Die Vereins-Ehrennadel in Gold bekamen Elfriede Andris, Gertrud Kröger, Robert Lang, Heinz Leuger, Jürgen Schulz, Fritz Steurer und Fritz Trefzger.

Die BZ Schopfheim feiert zusammen mit der BZ Freiburg das 50jährige Bestehen.

Zum »Tag der offenen Tür« lädt die Deponie Scheinberg ein. Den Anlaß nutzen zahlreiche Langenauer, um dem Landrat ihr Anliegen »Tempo 40 in der Ortsdurchfahrt« noch einmal zu verdeutlichen.

Die Sonne und der Sommer zeigten ihr schönstes Gesicht beim gut besuchten Sommerfest des Musikvereins Raitbach.

14. Juli 1996

Mit einer recht ungewöhnlichen Orgel-Vesper von Teilnehmern eines Workshops für Organisten ging der 9. Internationale Orgelsommer Schopfheim zu Ende.

Der Schopfheimer Kinderschutzbund erhielt vom Zonta-Club Südschwarzwald und Bad Säckingen aus einem Benefiz-Golfturnier für das Sorgentelefon einen Zuschuß von DM 10.000,-.

15. Juli 1996

Heute erscheinen im MT sogar auf der Seite »Baden-Württemberg« ein Bild und ein Kurzbeitrag über die Schopfheimer »Minifossis«.

Ein entsetzlicher Zwischenfall ereignet sich: Ein Mann übergoß im Streit seine Ehefrau mit Spiritus und zündete sie an. Gegen 22 Uhr erhielt die Polizei einen Notruf. Die Frau mußte mit schweren Brandverletzungen durch einen Notarzt versorgt und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dem Ehemann wurde eine Blutprobe entnommen.

Das Musical »Cats« haben die Schüler der Friedrich-Ebert-Schule zusammen mit dem Gesangverein Eichen und Instrumentalisten aus Schopfheimer Musikvereinen in der Stadthalle aufgeführt.

Der Bauausschuß stimmt dem geänderten Bebauungsplan »Sportplatz Wiechs« zu. Nun ist die Einrichtung von drei Tennisplätzen möglich. Auf die Einsprache von Bürgern wegen des zu erwartenden Lärms meint Bernd Benz von der Stadtverwaltung, daß dieser zumutbar sei, und verweist auf ein Gutachten. Auch Klaus Kochendörfer, der der Meinung ist, daß die Nutzung dem Dorf zugutekomme, äußert, daß der Lärm den Anwohnern zumutbar sei.

Gleich 11 Reihenhäuser möchte eine Basler Firma auf drei Grundstücken in der »Niederen Weiermatt« errichten. Dem Bauausschuß ist diese Bebauung zu massiv.

16. Juli 1996

Um 6,4% hat sich die Bilanzsumme der Volksbank im Geschäftsjahr 1995 erhöht, sie ist damit auf DM 221,6 Mio. angewachsen.

Die vhs hat das neue Konzert-Programm für den Winter 96/97 vorgestellt.

Die IG Pro Schiene ist sauer auf die Deutsche Bahn, die vor kurzem ein 3 m langes Schienenstück aus dem Gleis des ehemaligen Gütertarifpunktes in Hausen-Raitbach herausreißen ließ.

17. Juli 1996

Die Bewohner des »Oberfelds« sind von der Stadt und dem Gemeinderat enttäuscht, so der Sprecher der Bürgerinitiative. Seit der Schließung der Einmündung der Königsberger Straße in die B 518 im Jahre 1995 habe sich der Verkehr wesentlich verstärkt. Bisher sei trotz Versprechungen nichts geschehen, wird argumentiert. In den 30 km/h-Zonen werde gerast. Die Angelegenheit sei nicht in Vergessenheit geraten, so der Bürgermeister, entscheidende Änderungen könnten aber erst erfolgen, wenn die B 317-Ausfahrt neu geregelt worden sei. Geschwindigkeitskontrollen seien ebenfalls durchgeführt worden, allerdings sei der Erfolg gleich Null, hört man aus dem Rathaus.

Die Stadtverwaltung hat das Kinder-Ferienprogramm der Schopfheimer Vereine vorgelegt. 25 Angebote können Kinder nutzen, wenn sie während der Ferientage und -wochen in der Markgrafenstadt bleiben.

Zum Jubiläum der TSG hat Clemens Fabrizio in der Sparkasse eine Ausstellung zum Thema »Deutsche Turnfeste 1860–1994« zusammengestellt.

18. Juli 1996

Dem Markgräfler Tagblatt zufolge hat der Gemeinderat am Montag nichtöffentlich über den Verkauf der städtischen Wohnungen an die Städtische Wohnbau GmbH beraten. Die Entscheidung sei in letzter Sekunde auf Eis gelegt worden, da die Unabhängigen und die GRÜNEN einen Vertagungsantrag gestellt hätten. Bürgermeister Fleck meinte der Presse gegenüber, dies sei ein Störfeuer und ein taktisches Spielchen. Er zerstreute die Sorgen der Mieter, indem er meint: »An der Miete wird sich nichts ändern, dies wird Bestandteil des Übergabe-Vertrages.«

Die Langenauer Senioren kommen ins evangelische Gemeindehaus zu ihrem zweimonatlichen Altennachmittag.

19. Juli 1996

Das alternative Radio »Kanal Ratte« wartet auf Zuschüsse vom Land Baden-Württemberg. Man pfeife, so Radiomacher Norbert Ahlers, zwischenzeitlich bald auf dem letzten Loch. Die Hoffnung bestehe aber, daß das Geld in fünfstelliger Höhe überwiesen werde.

In den Ruhestand versetzt wurde dieser Tage Fritz Michalek, der seit 30 Jahren als Pädagoge an der Friedrich-Ebert-Schule wirkte.

Mit Hilfe einer Petition wollen Langenauer ihre Tempo-40-Regelung zurückbekommen. Unterstützung haben sie bereits von den Bundestagsabgeordneten Marion Caspers-Merk und Ortrun Schätzle zugesichert bekommen. Auch von Seiten der Stadtverwaltung, so der Beigeordnete Ruthard Hirschner, wird Unterstützung der Petition zugesichert.

Der Ortschaftsrat beschließt, einen Verein »Jugendtreff Langenau« zu gründen. Der soll dann teilweise das ehemalige THW-Heim nutzen können.

Die Gersbacher wollen ihre evangelische Pfarrei nicht mit Hasel teilen. Dies unterstützt auch die Ortsverwaltung.

Bei der Vertreterversammlung in der Stadthalle wurde der Jahresabschluß der Volksbank genehmigt. Vorstand und Aufsichtsrat erhielten ungeschmälert das Vertrauen. Trotzdem hat der Genossenschaftsverband der Volksbank eine anhaltend schlechte Ertragslage für das Geschäftsjahr 1995 attestiert und die Einleitung von Gegenmaßnahmen angemahnt. Bei der Vertreterversammlung wurde Ernst Senn aus Raich, der 33 Jahre lang dem Aufsichtsrat angehörte, verabschiedet. Der Raicher Alt-Bürgermeister erhielt die Schulze-Delitzsch-Medaille.

20. Juli 1996

In der Nacht zum Sonntag muß die Feuerwehr in den Entegast ausrücken. 3.000 qm Fläche Gestrüpp und Jungwald brennen.

Verärgerung am THG über die Klasseneinteilung fürs neue Schuljahr. Ein wesentliches Problem ist dadurch entstanden, daß bei der Aufteilung vorrangig die neuen Zweige der Schule – Naturwissenschaften und Sprachen – berücksichtigt werden müssen. Damit – so Direktor Winterhalder – könne eine Aufteilung nach Freundschaften nicht mehr erfolgen.

Für zwei Tage ist der »Sengelen«-Wald die Bühne für das Holzrock-Festival. Von Samstag 12 bis Sonntag 23 Uhr wird der stadtnahe Wald zum Mekka der jungen Musikliebhaber.

Ab 14 Uhr feiert die evangelische Kirchengemeinde rund um die Stadtkirche ihr Gemeindefest.

Die Friedensgemeinde Wehr, die zum evangelischen Kirchenbezirk Schopfheim gehört, denkt nach rund 20 Jahren darüber nach, sich zu lösen und sich dem Kirchenbezirk Hochrhein mit Dekanatssitz in Waldshut anzuschließen.

Martin Winkler möchte in Schopfheim einen Gospel-Chor gründen.

21. Juli 1996

Unfaßbar: Die evangelische Stadtkirche brennt! Gegen 01 Uhr wird die Feuerwehr alarmiert. Der rechte Flügel des Querschiffes steht in Flammen. Der Schaden im Gotteshaus geht in die Millionen. Fassungslos ist die Schopfheimer Bevölkerung, sind die Vertreter der Kirchen und der Bürgermeister. Die Kripo vermutet vorsätzliche Brandstiftung. Wie Butter schmolzen die Pfeifen der Schuke-Orgel in der enormen Hitze. Das erst vor wenigen Jahren erbaute wundervolle Instrument ist dahin. Erneut muß die Feuerwehr in den Entegast ausrücken, um einen Brand zu löschen.

Der Kaninchenzuchtverein Fahrnau zeigt seine Tiere der verschiedensten Rassen in einer Jungtier-Schau auf dem Sportplatz-Gelände.

Großandrang beim »Güggeli«-Fest in Gündenhausen.

Über 90 Teilnehmer kämpften um die Stadtmeisterschaft im Tennis. Nicht zu schlagen waren dieses Jahr Ruth Strauch und Volker Lamb, die sich erneut die Titel sicherten.

22. Juli 1996

Exakt einen Tag nach dem Kirchenbrand brennt in der Altstadt die alte Brauerei Herbster; ein unbewohntes Gebäude an der Mattenleestraße brennt völlig aus. Die Feuerwehr ist noch am Brandort, als sie den nächsten Alarm aus der Roggenbachstraße 48 erhält. Dort steht ein ans Wohnhaus angebauter Schuppen in Brand. Personen kommen glücklicherweise nicht zu Schaden.

»Ist denn nichts mehr heilig«, »Fassungslosigkeit« sind die Schlagworte, die in Schopfheim nach der neuen Serie von Brandanschlägen neben Betroffenheit und Ohnmacht kursieren.

An der Gewerbeschule Schopfheim stellt die Berufsfachschule für Metall ihre Lehrtätigkeit ein. Seit 1973 wurde an der Gewerbeschule dieses Fach unterrichtet. Die Zahl der Schüler ist zu gering geworden.

Der Gemeinsame Ausschuß der Verwaltungsgemeinschaft Schopfheim beschäftigt sich mit der Gründung einer Wirtschaftsfördergesellschaft auf Landkreisebene. Wenn man überhaupt teilnimmt, dann nur als Verwaltungsgemeinschaft und nicht als einzelne Gemeinde.

Edith Steinhart aus Dossenbach wird als 50.000. Besucherin im Schwimmbad begrüßt und durch Erich Walter geehrt.

23. Juli 1996

Die Staatsanwaltschaft hat zur Ermittlung und Ergreifung der Brandstifter DM 5.000,- ausgesetzt. Außerdem erfährt man, daß die Kripo bei allen Brandfällen der letzten Tage von vorsätzlichen Brandstiftungen ausgeht. In der evangelischen Stadtkirche wurde das Feuer im rechten Seitenschiff gelegt. Der oder die Brandstifter entzündeten das Feuer nach Sachlage der Kripo mit Kerzen und Papier. Noch ist unklar, auf welchem Weg der oder die Täter in die Kirche gelangten.

Bürgermeister Fleck bedankt sich ausdrücklich bei den Männern und Frauen der Feuerwehr, die in 48 Stunden vier Einsätze fahren mußten. Zum Brauereibrand konnten sie nur deswegen so schnell fahren, weil Feuerwehrleute noch mit Aufräumarbeiten des Kirchenbrandes beschäftigt waren. Der Wiederaufbau der Stadtkirche, so Pfr. Detlev Jobst, dürfte zwei Jahre in Anspruch nehmen. »Ein Bild des Jammers«, so der Pfarrer der Michaelsgemeinde. Vorläufig müssen die Gottesdienste im evangelischen Gemeindehaus stattfinden. Bei der Sparkasse und bei der Volksbank wurden Spendenkonten für die Wiederherstellung der evangelischen Stadtkirche eingerichtet.

Gegen 15 Uhr überfällt ein bewaffneter und maskierter Mann die Post in Fahrnau. Die Beute beträgt zwischen DM 50.000,- und DM 100.000,-. Die Polizei hatte mit einer Großfahndung bisher noch keinen Erfolg.

24. Juli 1996

Nachdem der Antrag des Ortschaftsrates Kürnberg auf Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt scheiterte, will das Gremium nun auf der Nordseite der Straße einen 1,5 m breiten Gehweg errichten.

Der Ausgleichsstock hat für die geplante Festhalle in Gersbach DM 750.000,- Zuschuß bewilligt. Nunmehr ist das Gebäude finanziert und kann gebaut werden. Ortsvorsteher Sutter ist erfreut über die Entscheidung, meint jedoch, es stimme ihn etwas traurig, daß sein Vorgänger, Max Ühlin, der für die Halle so lange gekämpft habe, deren Verwirklichung nun nicht mehr miterleben kann.

Bei hervorragenden äußeren Bedingungen hat der Tennisclub Langenau die Vereinsmeisterschaften ausgetragen. Im Herren-Einzel wurde Sven Elsässer, beim Damen-Einzel Uschi Bernauer Vereinsmeister. Die Trophäe für das Junioren-Einzel entschied Markus Vettermann für sich, Thomas Geiger siegte bei den Jungen. Im Herren-Doppel konnten Sven Elsässer und Mike Gorski den Sieg erringen. Renate Vettermann und Gaby Naskrent waren schließlich im Damen-Doppel Vereinssiegerinnen.

In der BZ wird heute auf der Dritten Seite über die Brandserien in Schopfheim berichtet. Ratlosigkeit ist auch der Tenor dieses Artikels.

Junge FloristInnen haben ihre Abschlußprüfung in der Stadthalle und stellen ihre geschmack- und kunstvollen Gestecke der Öffentlichkeit vor.

Jahreshauptversammlung beim Radio »Kanal Ratte«. Die Fördergelder in Höhe von DM 35.000,- seien, so hört man, nunmehr eingetroffen.

25. Juli 1996

Die Polizei bittet weiter um Hinweise zu den Bränden. Jeder noch so kleine Hinweis, ob auf Autos oder Personen, sei wichtig. Die inzwischen gebildete Ermittlungsgruppe gehe jedem einzelnen Hinweis aus der Bevölkerung akribisch nach. Die Polizei bittet auch darum, dafür zu sorgen, daß Gebäude und Schuppen nicht ungehindert betreten werden können.

Der neue Trainer des SVS, Norbert Schneider, hat drei neue Spieler in der 1. Mannschaft: Markus Gersbach, Jürgen Günther und Michael Itzin.

Wie heute zu lesen ist, fehlen für die Halle Gersbach doch noch DM 260.000,-, die vom Ausgleichsstock weniger bewilligt worden waren. Die Stadt muß nun, will sie die Halle tatsächlich bauen, nicht nur DM 450.000,- über zusätzliche Kredite aufnehmen, sondern mehr als DM 700.000,-.

»Drängen auf das Ferienprogramm wie noch nie«, hört man aus dem Schopfheimer Rathaus. Fast alle Veranstaltungen sind ausgebucht.

26. Juli 1996

Trotz Brand der Schuke-Orgel geht die Schopfheimer Kirchenmusik – allerdings mit Einschränkungen – weiter.

»Das Land trägt den Löwenanteil«, so Friedbert Sutter, Leiter der Außenstelle des Staatlichen Hochbauamtes in Schopfheim, nach dem Brand in der evangelischen Stadtkirche. Die Kirche gehöre zu 90% dem Land. Sie sei gut versichert; dies betreffe sowohl Orgel als auch Innenausbau und sogar die Gesangbücher.

Mit einem Flugblatt bittet die Polizei die Bevölkerung erneut um Mithilfe bei der Aufklärung der Brandserie.

Die größte Foto-Voltaik-Anlage im Landkreis Lörrach besichtigt heute Ortrun Schätzle, MdB, im Reiterhof Trefzger im »Sengelen«. Nach drei Jahren Betriebszeit hat diese Anlage für den Pferdestall rund 4.000 kWh Strom geliefert.

27. Juli 1996

Frohe Laune herrscht beim zweitägigen Wiechser Dorffest, wie jedes Jahr, vor.

Zum Open Air-Gelände für Guggemusik wird das »Sengelen«-Wäldchen während zweier Tage.

Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk, SPD, besichtigt zusammen mit Bürgermeister Fleck, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Robert Zapp und dem Vorsitzenden der SPD, Rolf Strohm, die Fläche für die geplante Windkraftanlage in Gersbach. Der Abgeordneten wären zwei große Anlagen insgesamt lieber als fünf kleinere im Schwarzwald verteilt.

Die Polizei sucht immer noch nach dem Posträuber von Fahrnau. DM 4.000,- Belohnung sind mittlerweile ausgesetzt, um den schwarz gekleideten Mann mit zwei Kartons, die er als Versteck benutzte, zu finden.

Friedhelm Töppler, Verkehrsdezernent beim Landkreis, hat eine neue Alternative für Langenau ins Gespräch gebracht. Er möchte dort eine zweite Ampel errichten.

In Wehr gehen bei der Ciba rund 200 Arbeitsplätze durch die Fusion der Ciba-Geigy mit Sandoz verloren. Dieser Arbeitsplatzverlust hat mit Sicherheit auch große Auswirkungen auf Schopfheimer, die nach Wehr pendeln.

Nach dem Kirchenbrand gab es wieder eine »Orgelmusik zur Marktzeit« in der Alten Kirche. Am Eingang konnten die Besucher Fotos von den Brandschäden besichtigen. Eine Riesen-Zinnpfeife der Schuke-Orgel diente als Spendenbehälter.

Daß Fußballspielen für Jung und Alt interessant ist, beweist das Eichener Grümpel-Turnier auf dem Bolzplatz in der »Obermatt«. Der älteste Spieler zählte immerhin 60 Jahre.

29. Juli 1996

Von »Prunk- und Protzkreisel« und »unnötigem Luxus« redet Dr. Fritz Lenz für die Unabhängigen in Sachen Kreisverkehr. Es mangle dem Gemeinderat am nötigen Sparwillen.

Die Psychiatrie am Schopfheimer Kreiskrankenhaus soll nicht im vorhandenen Gebäude untergebracht werden, sondern in einem separaten Haus hinter der Klinik. Darauf bestehe die Kreisverwaltung, betont Kreiskämmerer Strittmatter in einem Pressegespräch. Das Sozialministerium wolle die Psychiatrie »einfach reinklatschen«.

Die Unabhängigen meinen in ihrer jüngsten Vorstandssitzung, daß die Stadt an der Wiederherstellung des Baudenkmals Stadtkirche besonderes Interesse haben müsse und diese deshalb unterstützen sollte.

30. Juli 1996

Der evangelische Landesbischof Klaus Engelhardt ist tief erschrocken über den Schopfheimer Kirchenbrand. Es sei nicht zu begreifen, so schreibt er an seine Schwestern und Brüder in Schopfheim, daß diese Zerstörungen aufgrund mutwilliger Brandstiftung entstanden seien. Ihm persönlich sei der ökumenische Gottesdienst mit Erzbischof Saier in der Woche vor Pfingsten in der schönen Stadtkirche noch unvergessen.

31. Juli 1996

Das Kinder-Ferienprogramm läuft auf Hochtouren.

Nachdem vor zwei Tagen der Gemeinderat Maulburg endgültig eine Ablehnung zur Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises beschlossen hat und ein gemeinsames Auftreten der Verwaltungsgemeinschaft damit unmöglich wird, liebäugelt man in Schopfheim mit einem Alleingang. Bürgermeister Fleck meint, die Stadt müsse jetzt alleine entscheiden, ob sie beitreten wolle oder nicht.

Die Unabhängigen haben vor Tagen dem Gemeinderat in Sachen Kreisverkehr Kastration vorgeworfen. Nun reagiert der SPD-Fraktionschef, indem er meint, kastriert seien diejenigen, »die nicht können, wie sie wollen« und nicht jene, die das durchsetzten, was sie »für richtig ansehen«. Er verweist noch einmal deutlich darauf, daß die Zuschüsse an die beiden Kreisverkehre gebunden sind.

In Hasel möchte man, bevor man über die endgültige Zukunft der Wasserversorgung entscheidet, zunächst sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, auf der eigenen Gemarkung brauchbare Quellen zu finden, so der Gemeinderat Anfang dieser Woche.

Die katholische Kirche will nach dem Kirchenbrand der evangelischen Gemeinde mit Kirche und Orgel aushelfen. Erfreut darüber zeigt sich Kantor Winkler, wenn im Winter die katholische Kirche zur Verfügung stehen wird.

01. August 1996

Die Krankenhausfrage ist nach Mitteilung des Ministerialrates Schülly vom Sozialministerium in Stuttgart noch völlig offen. Auch nach dem eindrucksvollen Votum des Kreistages ist die Linie noch nicht eindeutig, denn zuerst müssen auch die Krankenkassen am Konzept mitziehen.

02. August 1996

Die Polizei ist in der Brandstifter-Ermittlung noch nicht weiter, obwohl mit Hochdruck gearbeitet wird. Der Leiter der Ermittlungsgruppe, Bernd Schleich, sagt: »Wir haben noch keinen konkreten Verdacht.« Allerdings sucht man nach einem verdächtigen Auto und nach einem bestimmten Zeugen, dessen Phantombild heute in den Zeitungen veröffentlicht wird.

03. August 1996

Der BUND, Ortsgruppe Schopfheim, hat auf dem Wochenmarkt eine Aktion durchgeführt. Nun sollen die Helfer zwei Wochen lang von Tür zu Tür gehen, um Spenden zu erbitten.

Dem MT zufolge ermitteln Staatsanwälte in Waldshut und Lörrach nun gegen die Megastar-Veranstalter.

Alles sei bei der Vergabe um den Kindergartenanbau am Hintermattweg in Langenau einwandfrei gelaufen, so der Bürgermeister, der sich gegen eine Rundfunksendung, die anderes behauptet hatte, wehrt.

Das Tauziehen um städtische Wohnungen, so das MT heute, gehe weiter. Rund 330 Wohnungen sollen für DM 14 Mio. an die Städtische Wohnbau GmbH verkauft werden, schrieben die Unabhängigen in einer Pressemitteilung. Sie plädieren dieser Mitteilung zufolge für einen Eigenbetrieb der Stadt, dessen Verwaltung von der Städt. Wohnbau übernommen wird. Den Bürgermeister ärgern solche Äußerungen. Er meint, ohne Antworten der Verwaltung abzuwarten, erarbeite die Fraktion der Unabhängigen ein »Non plus ultra-Konzept«. Außerdem würden die Unabhängigen nichtöffentliche Unterlagen sowie Ergebnisse aus Wohnbau-Aufsichtsratssitzungen diskutieren. Diese nähmen, »offen und ehrlich, wie man ist«, einen Verstoß gegen die Gemeindeordnung in Kauf, so der Bürgermeister. Zum Thema »Schrittweiser Verkauf der Wohnungen« wird in der BZ mitgeteilt, daß geeignete Mietwohnungen an kaufwillige Mieter veräußert werden sollen.

Zum 26. Mal schon wird das »Rettich«-Fest in der Altstadt gefeiert. Ebenfalls zum 26. Mal ist der Mann dabei, der die Idee hatte: Eugen Bächle, der damalige Zinkenvogt des »Städtli-Zinkens«.

05. August 1996

Die Unabhängigen fordern Bürgermeister Fleck in einem offenen Brief auf, Unterstellungen zu widerrufen. Der Bürgermeister hat dargelegt, daß die Unabhängigen bzw. ihr Vorstand nichtöffentliche Gemeinderatsvorlagen und Diskussionsergebnisse des Aufsichtsrates der Städtischen Wohnbau öffentlich diskutiert und damit gegen die Gemeindeordnung verstoßen haben. Klaus Kochendörfer meint an den Bürgermeister gerichtet, die Fraktion lasse sich nicht vorschreiben, wann, wie und zu welchem Thema sie ihre politischen Auffassungen und Konzepte erarbeite, darlege und zur Diskussion stelle.

06. August 1996

Am Höhli-Platz in Wiechs schaffen derzeit eifrige Hände neben dem Turner-Vereinsheim einen Spielplatz.

Dietrich Bangert, Schöpfer des Freiburger Konzerthauses, berichtet heute in der Zeitung darüber, daß er als Schopfheimer die Dr. Max-Metzger-Schule besucht habe. Sein Großvater hat einst eine Bäckerei betrieben, wo heute das Gasthaus »Hurlibaus« steht.

07. August 1996

Zum Vorgehen der Unabhängigen beim Verkauf der städtischen Wohnungen an die Städt. Wohnbau GmbH steigt nun auch die SPD in die Diskussion ein und meint, wer von einem Verkauf des städtischen Wohnbesitzes spreche, verängstige nur die Mieter. Ein Wohnungsverkauf komme für die SPD nicht in Frage. Die Stadt besitze insgesamt 600 Wohnungen, 350 davon werden von der Stadt, 250 von der Städt. Wohnbau GmbH verwaltet. Längst sei man sich bewußt, daß die getrennte Verwaltung nach kaufmännischen Gesichtspunkten keinen Sinn mache. Eine Zusammenlegung erscheine aus finanziellen Gründen naheliegend und sinnvoll.

Die Unabhängigen besichtigen in Gersbach den Standort für die Halle. Für die Fraktion ist sie nicht nur nicht finanzierbar, auch der Standort müßte überdacht werden.

Bürgermeister Klaus Fleck sieht trotz Bedenken des Naturschutzes Chancen für eine baldige Verwirklichung der Gersbacher Halle. Die Baugenehmigung stehe zwar noch aus, er gehe aber davon aus, daß diese in absehbarer Zeit erteilt werde. Die Naturschutzbehörde des Landratsamtes räumt ein, daß der Standort aus Naturschutzgründen der ungünstigste sei, andere Standorte seien aber »nicht einmal so gut«. »Wir lassen den Eingriff schweren Herzens zu«, so Joachim Lucht vom Landratsamt. Die Argumente der Stadt wie zentrale Lage und Infrastrukturvorteil habe die Naturschutzbehörde akzeptiert, es komme nun darauf an, Ausgleichsmaßnahmen zu ergreifen. Der Bürgermeister geht davon aus, daß nach den Ferien des Gemeinderates die Baugenehmigung vorliegen wird.

Das Arbeitsamt zieht für den vergangenen Monat eine negative Arbeitsmarkt-Bilanz. Die Quote der Arbeitslosen stieg gegenüber Juni um 0,4% auf nunmehr 8,4%. Im Arbeitsamtsbezirk sind nunmehr 13.799 Menschen ohne Arbeit.

Erneut muß die Feuerwehr ausrücken, um einen brennenden Holzstoß im Dossenbacher Wald zu löschen. Es bestand die Gefahr, daß die Flammen auf den nahen Nadelwald übergreifen. Das Feuer war nicht beaufsichtigt.

08. August 1996

Die Schopfheimer Schulen bereiten sich auf die Rechtschreib-Reform vor. Rektor Hermann Egner von der Dr. Max-Metzger-Schule meint, daß neue Schulbücher nicht sofort angeschafft werden. Er selbst sei nicht unglücklich über die Rechtschreib-Reform. Für die Friedrich-Ebert-Schule meint die Deutschlehrerin Brigitte Born, daß sie den Veränderungen nicht unbedingt mit Freuden entgegensehe.

Die Schopfheimer SPD war dieser Tage in der Stadt-Bibliothek, um sich über die neueste Entwicklung zu informieren.

Die Kreisverwaltung möchte bei der Gewerbeschule ein neues Werkstatt-Gebäude für Bauberufe errichten. Dafür sollen DM 1,2 Mio. investiert werden.

Derzeit ist die Firma Schuke aus Berlin dabei, die Orgel in der evangelischen Stadtkirche in Einzelteile zu zerlegen. Diese werden dann nach Berlin abtransportiert, dort gereinigt, überprüft und erneuert. Nach Auskunft des Sachverständigen steht heute schon fest, daß die Orgel zu 80% beschädigt ist.

Heute schreibt H. Weniger in einem Leserbrief des MT zur Umgestaltung der Hauptstraße, er müsse sich fragen, ob verschiedene Stadträte überhaupt befähigt seien, solche Entscheidungen mitzutragen, denn allem Anschein nach fehle hier der Sachverstand. Weiter spricht er: »Von der Verwaltung werden öffentliche Gelder veruntreut.«

In Gündenhausen wird ein Teil der neuen Radweg-Brücke über die Wiese montiert.

09. August 1996

Nun ist alles klar, die Post wird voraussichtlich im November in den »Pflug« umziehen. Dies gibt die Pressestelle der Post AG bekannt. Außerdem ist heute zu erfahren, daß die AOK ins »Pflug«-Gelände umzieht.

Über das Verhalten der Unabhängigen ist man im Ortschaftsrat Gersbach verärgert. Der stellvertretende Ortsvorsteher, Jürgen Blum, meint in einer Pressemitteilung, es befremde, daß ein einstimmig gefaßter Beschluß des Ortschaftsrates Gersbach von den Unabhängigen genauso ignoriert werde wie ein Mehrheitsbeschluß des Gemeinderates für den Standort »Mühlematt«. Er erinnert auch daran, daß im Wahlprogramm der Unabhängigen die Gersbacher Halle als Bestandteil genannt wurde, sobald die Finanzierung gesichert sei.

Kurz nach Mitternacht muß die Feuerwehr zu einem Millionenschaden-Brand nach Maulburg ausrücken. Die Firma Fischer Rohstoff-Recycling brennt. Über die Brandursache – so die Ermittlungsbehörden – liegen noch keine Erkenntnisse vor. Noch während des Brandes in Maulburg kommt ein Alarmruf aus Hasel. In der Lettengasse brennt dort ein Ökonomiegebäude. Die Schopfheimer Feuerwehr mußte direkt von Maulburg zum Haseler Großbrand fahren, wo der gesamte Stall und der Wohntrakt des Gebäudes ein Raub der Flammen wurden.

Genau 24 Stunden nach den letzten beiden Bränden gibt es erneut Alarm. In Wiechs brennt ein Bauernhaus am Lindenweg. Das Wohn- und Stallgebäude der Familie Henke wird ebenfalls ein Raub der Flammen. Die Feuerwehren Schopfheim und Wiechs sind stundenlang im Einsatz. Die Wiechser Feuerwehr muß den ganzen Samstag und teilweise auch noch am Sonntag am Brandort arbeiten.

Die kaufmännischen Schulen wurden an der Schwarzwaldstraße von Farbschmierern verunziert, u.a. mit politischen Parolen.

10. August 1996

Christa Hoheisel liest Märchen zur Dämmerstunde im Garten eines Altstadthauses, oder – bei schlechtem Wetter – unter dem Dach des Museums in der Altstadt. Seit drei Jahren erzählt sie im Sommer-Halbjahr interessierten Menschen Märchen. Es soll damit die Erzählkunst wieder aktiviert werden.

Bei der »Orgelmusik zur Marktzeit« in der Alten Kirche St. Michael sind der Organist Gerhard Förster und der Alphornbläser Jozsef Molnar aus Lausanne zu hören.

Die Stadtverwaltung wird umstrukturiert. DM 1,6 Mio. stellt der Gemeinderat zur Verfügung, um organisatorische Veränderungen im Rathaus vornehmen zu können. Wesentlicher Punkt dabei soll die Inbetriebnahme eines Bürgerbüros ab 1997 sein.

Noch sind die neu zur Verfügung gestellten Kindergartenplätze im Fahrnauer Kindergarten nicht belegt. Es sind noch Plätze frei.

In der Tiefgarage des »Pflug«-Areals wird ein Brand gelegt, den die Feuerwehr sehr schnell löschen kann. Es ist kein nennenswerter Schaden entstanden.

12. August 1996

Für die in Wiechs obdachlos gewordene Bauernfamilie Henke wird dringend eine Wohnung gesucht.

Die Stadt Schopfheim hat zur Ergreifung des oder der Täter bei den Brandstiftungen die Belohnung der Staatsanwaltschaft um weitere DM 5.000,-, nunmehr auf DM 10.000,-, aufgestockt.

Bürgermeister Fleck bedankt sich bei Wiechser Bürgern für ihre aktive Unterstützung der brandgeschädigten Familie. Er bedankt sich auch bei den Feuerwehrleuten und deren Arbeitgebern, die akzeptieren, daß ihre Mitarbeiter bei der Feuerwehr ständig in Anspruch genommen werden.

Frühmorgens um halb fünf wird die Feuerwehr wieder nach Hasel gerufen. In einem landwirtschaftlichen Gebäude ist ein Feuer ausgebrochen. Durch die frühzeitige Entdeckung konnte der Sachschaden sehr gering gehalten werden. Nach ersten Gutachten der Brandsachverständigen liegt bei allen Bränden außer dem Brand der Recycling-Firma in Maulburg eindeutig vorsätzliche Brandstiftung vor. Auch in Maulburg kann dies nicht ausgeschlossen werden.

13. August 1996

Schopfheim kommt nicht zur Ruhe; in den frühen Morgenstunden wird die Feuerwehr wieder zu einem Brand gerufen. In der Hauptstraße 271 wird von patrouillierenden Polizisten ein Brand entdeckt und kann dadurch sehr frühzeitig gelöscht werden. In dem 6-Familienhaus kommen keine Personen zu Schaden, auch hier geht man von Brandstiftung aus.

Auch die Staatsanwaltschaft hat die Belohnung bei Ergreifung des oder der Brandstifter um weitere DM 5.000,- erhöht. Nun beträgt die Belohnung DM 15.000,-.

Ein 22jähriger Schopfheimer wird in den frühen Morgenstunden durch die Polizei verhaftet. Er gibt im Laufe des Tages zu, der gesuchte Brandstifter zu sein. Der Tatverdächtige, der nicht unter Alkohol oder Drogen stand, habe, so der leitende Oberstaatsanwalt, Gerhard Wehmaier, als Tatmotiv angegeben, daß »es über ihn gekommen sei und er aus einem innern Drang heraus gehandelt habe.« Nach den ersten Vernehmungen hat der junge Mann bisher neun vorsätzliche Brandstiftungen eingeräumt, darunter den Kirchenbrand, die verheerenden Brände der Bauernhöfe in Wiechs und Hasel, aber auch das Sägewerk Egle und die alte Brauerei Herbster wurden von ihm in Brand gesteckt, und auch der gestrige Brand geht auf sein Konto. Zu den zugegebenen Brandstiftungen gehört auch der Brand im April dieses Jahres in einer Holzgroßhandlung in Lörrach. Ob der Brand in der Maulburger Recycling-Firma auch von ihm gelegt wurde, ist noch nicht geklärt.

Die Nachricht von der Festnahme des 22jährigen kam völlig überraschend. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde in der Stadt, zumal die Beunruhigung und Angst der Schopfheimer Bevölkerung und des Umlandes mit jedem Tag gewachsen war.

Für den geplanten Golfplatz zwischen Schopfheim und Fahrnau wollen die Unabhängigen ein Raumordnungsverfahren eingeleitet wissen.

Auch Bürgermeister Fleck hat ein Pressegespräch geführt, dabei meint er: »Wir hoffen, daß es jetzt mit der Brandserie endgültig ein Ende hat.« Zum 22jährigen, der sich schuldig bekennt, meint er, daß dieser über die Jugendfeuerwehr in die Aktiv-Mannschaft, in der er zwei Jahre lang wirkte, gekommen sei. Er sei dann aus dem Bereich der Feuerwehr weggezogen und erst Anfang Juni, nachdem er wieder nach Schopfheim zurückgekommen sei, erneut dort eingetreten. Besondere Aktivitäten hat Kommandant Bernd Schwöble bei dem jungen Feuerwehrmann nicht erkennen können, er sei eher zurückhaltend und einzelgängerisch gewesen. Für den Kommandanten ist es sehr enttäuschend, daß der mutmaßliche Brandstifter aus den eigenen Reihen stammt. Dem Ruf der Feuerwehrleute, die doch der Allgemeinheit Hilfe leisten, hat dies sehr geschadet. Aber gegen schwarze Schafe, so Bürgermeister Klaus Fleck, sei niemand gefeit.

14. August 1996

Gering war das Interesse der Schopfheimer am Radsport, denn die Regio-Tour führte während des Rundkurses zehnmal durch Schopfheim. Das Zuschauerinteresse wurde auch dadurch nicht größer, daß der Tour de France-Zweite, Jan Ulrich, mitfuhr.

16. August 1996

Der geständige 22jährige Brandstifter hat auch den »Pflug«-Großbrand vom Sommer 1993 zugegeben. Insgesamt hat der junge Mann nun 17 Fälle vorsätzlicher, teilweise schwerer Brandstiftung mit einem Gesamtschaden von ca. DM 8 Mio. gestanden. Er wurde zwischenzeitlich dem Haftrichter vorgeführt. Haftbefehl ist erlassen worden. Manchem Schopfheimer dürfte die Katastrophennacht vom 30. Juni 1993 noch in Erinnerung sein: Der »Pflug« wurde ein Raub der Flammen. Bürgermeister Fleck meint nun nach Aufklärung der »Pflug«-Brände, manche sollten sich schämen. Seine Stellungnahme: »Von 1993 und bis heute ist es der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat unterstellt worden, sie hätten den Brand im ‘Pflug’ betrieben. Der Gemeinderat hatte im Sommer 1993 nach dem Brand und nachdem diese Gerüchte nicht verstummt waren, eine sehr deutliche Stellungnahme 

abgegeben, die mit einer Gegenstimme beschlossen wurde. Die Gerüchte sind trotzdem nicht verstummt. Ich habe nichts dagegen, wenn jetzt manche beschämt durch die Stadt laufen.«

17. August 1996

Als »Faß ohne Boden« bezeichnet Hochbauamtsleiter Artur Gutmann das THG, nachdem nun wieder umfangreiche Sanierungsmaßnahmen während der Sommerferien begonnen werden. Die diesjährigen Arbeiten verschlingen DM 1,1 Mio. Sanierungen der letzten Jahre haben DM 5 Mio. erfordert. Zur Zeit werden im Innenhof Fenster eingesetzt und in der Turnhalle ein neuer Schwingboden installiert.

Asylbeauftragte von »Pax Christi« in der Erzdiözese Freiburg wurde die Schopfheimerin Rita Kleinbub.

Klaus Thiele, Leiter des Kirchengemeindeamtes der evangelischen Kirche, teilte mit, daß bis zur Heizperiode die Alte Kirche St. Michael als Gottesdienstraum genutzt wird.

Viele Raitbacher erwiesen dem im hohen Alter von 93 Jahren verstorbenen ehemaligen Gemeinderechner Georg Greiner die letzte Ehre.

19. August 1996

Mit einem Leserbrief warnt Hausens Bürgermeister Karl Heinz Vogt vor einer Windkraftanlage in Gersbach.

Ein 29jähriger Schopfheimer wird in Lörrach im »Grütt«-Park tot aufgefunden. Er starb an einer Überdosis Rauschgift.

20. August 1996

Der Schopfheimer Fitness-Club »Fit & Fun«, vertreten durch den Studioleiter Ulrich Lang, überreichte dieser Tage dem Kinderschutzbund einen Scheck über DM 1.000,-.

21. August 1996

Erneut hat die evangelische Kirchengemeinde Gersbach im September eine Stadtrand-Erholung für ältere Menschen unter dem Motto »Urlaub im eigenen Bett« vorbereitet.

Den Vizemeister-Titel bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften holte sich dieser Tage Hubert Klemm vom Tri-Team Hochrhein bei den Triathleten in Ravensburg.

Einem Artikel im MT zufolge sind die Schopfheimer Pflegeheime über die neue Pflegeversicherung sehr verunsichert. Die Bedingungen für das Pflegepersonal seien ohnehin nicht rosig, was der Rückgang bei der Lehrstellennachfrage zeige. Nun sind aber auch bestehende Arbeitsplätze in Gefahr.

Einen nicht alltäglichen Einsatz hat die Gersbacher Feuerwehr: Von ihr wird verlangt, eine Schafherde und einen Ziegenbock einzufangen.

22. August 1996

Die ersten Vorbereitungen für den Umbau der »Pflug«-Kurve sind im Gange.

Still sei es um die Jusos geworden, die sich im März schwungvoll gründeten, meint heute die BZ. Die Vorsitzende, Manuela Reindl, meinte der Zeitung gegenüber, in der Versenkung sei sie deswegen nicht verschwunden.

23. August 1996

Weitere acht Fälle von vorsätzlicher Brandstiftung hat der 22jährige mutmaßliche Brandstifter aus Schopfheim der Kripo gegenüber gestanden. Es sind nun bereits 25 Fälle mit einem Gesamtschaden von fast DM 10 Mio., die ihm zur Last gelegt werden. Den ersten Brand hatte er bereits im Alter von 12 Jahren in einer Lagerhalle der Firma Hanf-Union gelegt. 1990 kamen die Brände bei der Firma Burkhard & Schmidt und in einem Wohnhaus am Wiesenweg sowie ein Waldbrand im Entegast hinzu. Sieben Brände räumte er für das Jahr 1993 ein, und auch der Brand bei der Firma Fischer Recycling in Maulburg geht auf sein Konto. Wie die Polizei mitteilt, sind auch weitere Geständnisse nicht ausgeschlossen.

Der Fahrnauer Rolf Brunner, der seit 1966 regelmäßig an den Deutschen Meisterschaften im Großkaliber-Schießen teilnimmt, erhielt dieser Tage die Goldene Ehrennadel des Deutschen Schützenbundes verliehen.

Über Vandalen im Schwimmbad ärgert sich Bademeister Erich Walter nicht zum ersten Mal.

24. August 1996

Die Aktion »Erde braucht Freunde« ist vom BUND erfolgreich abgeschlossen worden. Immerhin konnten 330 Förderer im Einzugsbereich des BUND Schopfheim gewonnen werden.

Ruhig Blut zu bewahren rät Kreiskämmerer Strittmatter in Sachen Krankenhaus. Die Zukunft des Krankenhauses ist noch ungewiß, sie hängt offenbar damit zusammen, ob nun eine Psychiatrie in die Markgrafenstadt kommt oder nicht.

Pünktlich um 15 Uhr sticht Bürgermeister Klaus Fleck das obligate Faß zur Eröffnung des »Städtli«-Festes an. 23 Vereine richten das 24. Fest in dieser Reihe aus. Mit von der Partie sind auch Vertreter aus Poligny. Das Wetter hat sich während der beiden Festtage nicht nur von der besten Seite gezeigt.

Ein Renaissance-Blockflöten-Ensemble um Martin Winkler spielt während der »Musik zur Marktzeit« in der Alten Kirche St. Michael.

25. August 1996

Wolfram Lorenzen spielt im evangelischen Gemeindehaus anläßlich seiner Klavier-Matinée Werke von Mozart und Schubert.

27. August 1996

Halle, Ortsdurchfahrt und Straßenbeleuchtung beschäftigen den Ortschaftsrat in Gersbach. Dabei erinnern die Räte insbesondere die Unabhängigen an ihr Wahlversprechen zur Gersbacher Halle. Zur Windkraft soll die Bevölkerung gehört werden. Ausgearbeitete Punkte, die in einer Bürgerversammlung besprochen werden müssen, sollen zuvor abgearbeitet werden.

Der Vorsitzende des »Städtli«-Fest-Komitees, Marcus Walter, spricht von einem großen Erfolg des diesjährigen Festes. Am Sonntag erwies sich das Kinderprogramm als Renner. Trotz eher kühler Witterung haben die Vereine einen Umsatz-Rekord erzielt.

28. August 1996

Die Hauptstraße im »Pflug«-Bereich wird nun gesperrt. Mit den Baumaßnahmen kann begonnen werden.

Eine Eltern-Initiative hat in Langenau ein Kindergarten-Provisorium in Eigenregie ins Leben gerufen. Im Rathaus werden die Jüngsten einige Stunden in der Woche betreut. Die Hauptinitiatorin dieser Maßnahme, Petra Turturro, ist froh, daß sie soviel Zuspruch für ihre Initiative erhalten hat.

29. August 1996

Beim geplanten Golfplatz fürchten die Naturschützer um eine einzigartige Orchideen-Wiese. Trotz dieser Bedenken will das Regierungspräsidium auf ein Raumordnungsverfahren verzichten, dennoch sind Bedenken da, zumal drei Spielbahnen im Bereich gesetzlich geschützter Biotope liegen. Der geplante Parkplatz liege in einer geschützten Magerwiese mit einem Orchideenreichtum. Die Schopfheimer Stadtverwaltung und Golf Consult erklären, daß der Schutzzweck der Biotope voll erhalten bleibe, auch würden die Parkplätze die Biotope nicht beeinträchtigen.

Am 09. September kann im Gemeinderat über den Bau der Gersbacher Halle entschieden werden.

Entschlossen geht der Fußball-Verein Fahrnau in die neue Saison. Der Fußball-Trainer Michael Gomke hat sich den Aufstieg in die Kreisliga A als Muß zum Ziel genommen.

30. August 1996

Auch neue Zielgruppen will der Radiosender »Kanal Ratte« anpeilen. »Es kann nicht sein, daß wir ausschließlich nur ein Jugendsender sind«, so Jens Papencordt, der neue Vorsitzende. Die Räume wurden völlig umgestaltet.

Das Uhren- und Schmuckfachgeschäft Sabine und Hubert Donkel ist von der Bahnhofstraße in den Pflughof 18 umgezogen. Damit ist der erste Betrieb im neuen »Pflug«-Areal eingezogen.

31. August 1996

Die Metzgerei Heinz Stich in Fahrnau lädt zu einem »Schau-Wurschte« ein. Grund: Genau vor 60 Jahren hatte der Vater von Heinz Stich den Metzgerei-Betrieb gegründet. Der heute 29jährige Sohn Heinz steht dem Vater bereits als Metzgermeister zur Seite, während der Sohn Frank die Gesellenprüfung gemacht hat.

Zu Country- und Western-Klängen vergnügen sich die Eichener beim diesjährigen »Bockbier«-Fest.

01. September 1996

Stefan Mross und die beiden Volksmusik-Sängerinnen Heidi und Pia sangen und spielten sich in die Herzen von fast 500 Gästen beim unterhaltsamen Abend des »Bockbier«-Festes in Eichen.

Das Schweigmatter Bad schließt des schlechten Wetters wegen seine Pforten. Nur 6.580 Besucher kamen, während es im Vorjahr noch 8.170 gewesen waren.

Der aus Schopfheim stammende und in Esslingen lebende Rainer Kellmayer konzertiert, wie jedes Jahr, mit seinem Regio-Ensemble in der Markgrafenstadt. Eine Zugabe war der Dank an ein aufgeschlossenes und begeistertes Publikum in der Alten Kirche.

02. September 1996

Ilona Jahns und Heidi Währer sind seit 25 Jahren im Großversandhaus Schöpflin tätig. Geschäftsführer, Betriebsrat und Mitarbeiter gratulieren den Jubilarinnen.

175 Wanderer kommen zur ersten Etappe des S 4-Wandertreffs, der von Schopfheim über Häg – Schönau – Neuenweg – das Kleine Wiesental wieder nach Schopfheim führt. Auftakt der Wandertage ist beim Schopfheimer Schwimmbad, von wo es zunächst nach Gersbach geht.

Tradition hat bereits der Handwerker-Hock als Ausklang des Eichener »Bockbier«-Festes.

03. September 1996

Hält die Mauer beim Haus Adolph, oder kommt sie durch die Bauarbeiten am »Pflug« ins Wanken? Diese bange Frage stellten sich vor einigen Tagen Statiker, Rechtsanwälte, Hausbesitzer und Verantwortliche der Stadt. Den Holzbalken werden nun Stützteile aus Beton folgen, um das Haus zu sichern.

Gersbach hat einen Ersatz für die »Große Tanne«, die 1992 gefällt worden ist, gefunden: Eine gesunde Tanne, die in Brusthöhe einen Umfang von 5,4 m hat. Wie man aus Gersbach hört, dürfte die Höhe der neuentdeckten »Großen Tanne« der bisherigen nicht nachstehen.

Beim Sommerhock um die Bundestagsabgeordnete Ortrun Schätzle diskutieren die CDU-Mitglieder über Bundesthemen wie Flexibilisierung im Arbeitsrecht, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Drogenproblematik.

04. September 1996

Klaus Kochendörfer, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen, verläßt Schopfheim. Nach seinem Wegzug aus beruflichen Gründen wird nun Karl Selz neuer Fraktionsvorsitzender. Für Kochendörfer rückt der Wiechser Ortsvorsteher Ino Hodapp in den Stadtrat nach. Kochendörfer geht, weil er bisher bei Ciba-Geigy in Wehr beschäftigt war. Nach der Gründung der Novartis haben sich für ihn neue berufliche Perspektiven in Lampertheim in Hessen ergeben.

Die Polizei veröffentlicht ein Phantombild des Posträubers, der am 23. Juli die Post in Fahrnau überfallen hatte.

38 Schüler lernen künftig am THG Spanisch als dritte Fremdsprache im neusprachlichen Zug der Schule.

05. September 1996
Mit der Erweiterung der Schlierbach-Brücke im »Lus«, in der Nähe der Gewerbe-Akademie, wurde dieser Tage begonnen.

Mit Wandern, Kegeln, Gehirn-Gymnastik und andern Angeboten beginnen die Seniorentage des Stadt-Seniorenrates.

06. September 1996

Der S 4-Wandertreff endet mit volkstümlicher Unterhaltung in der Stadthalle. 203 Wanderer kamen an der Wiesenbrücke an, um mit Bürgermeister Fleck die letzten Meter zur Stadthalle zurückzulegen, wo er die Gäste über den Rundfunk willkommen hieß. Als tausendste Wanderin bekam die 11jährige Daniela aus Lauchringen ein T-Shirt.

07. September 1996

Der Ortschaftsrat Wiechs lehnt in seiner letzten Sitzung die vorzeitige Erschließung des dritten Bauabschnittes im »Rebacker-Rütteberg« kategorisch ab.

CDU und FWV hegen Skepsis gegen die Wirtschaftsfördergesellschaft. Dieter Leppert meint genauso wie Rudi Quandt, man sehe keine große Chance, etwas bewirken zu können. Unter bestimmten Voraussetzungen, so beide Fraktionen, würde man auch dem Golfplatz Ehner-Fahrnau zustimmen.

Beigeordneter Hirschner eröffnet mit dem obligaten Faß-Anstich das Fahrnauer Dorffest. Ein musikalisches Angebot wie noch nie – wird verkündet – begleitet die beiden Festtage.

08. September 1996

Dabeisein ist alles: rund 500 Zuschauer sehen 170 Sportler beim Schopfheimer Triathlon an den Start gehen.

40 Senioren aus Kleinmachnow kommen zu einem Kurzbesuch nach Schopfheim und werden von der Stadt-Seniorenrats-Vorsitzenden, Waltraut Wirth, und Bürgermeister Fleck herzlich begrüßt.

Zum ersten Mal hat Gersbach ein Dorffest veranstaltet, das auf Anhieb gut ankam und mit Fortsetzungen rechnen darf.

Der Möhren-Turm lockt Wanderer aus Nah und Fern zum »Tag der Heimat« an, der zusammen mit dem Schwarzwaldverein begangen wird.

Der Schäferhundeverein Langenau hält die diesjährigen Sport-Hundeprüfungen ab.

09. September 1996

Der Gemeinderat beschließt den Bau der Gersbacher Festhalle mit 16 Ja- gegen 5 Nein-Stimmen bei 7 Enthaltungen. Die Baukosten werden auf DM 2.625.000,- geschätzt, wobei vom Land ein Betrag von DM 1.035.000,- und vom Ausgleichsstock DM 750.000,- erwartet werden. DM 700.000,- sollen mittels Darlehen aufgenommen werden, von den Vereinen wird eine Eigenleistung mit DM 100.000,- kalkuliert.

Die schlüsselfertige Erweiterung der Grundschule Langenau wird durch den Gemeinderat an die Firma Kuri Holzbau zum Gesamtpreis von DM 290.000,- vergeben.

Als unanständig und undemokratisch empfindet Bürgermeister Fleck eine Äußerung der Unabhängigen kurz nach der Sommerpause. Er möchte, so sagt er in der ersten Gemeinderatssitzung nach den Sommerferien, nun noch die formale Zusammenarbeit mit dieser Fraktion pflegen. Die Unabhängigen hatten es »belämmernd« gefunden, daß sich die Mehrheit im Gemeinderat vom Bürgermeister »nach Belieben manipulieren« lasse und sogar in ihre eigene »Kastration« einwillige.

Die Stadt Schopfheim wird der neuen Wirtschaftsfördergesellschaft nicht beitreten. Auslöser für den Gesinnungswandel des Bürgermeisters ist die geplante Ansiedlung des Media-Marktes in Lörrach.

Der Gemeinderat beschließt, für den Golfplatz Ehner-Fahrnau einen Bebauungsplan aufzustellen. Parallel dazu soll der Flächennutzungsplan geändert werden und eine Umweltverträglichkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Die Kosten müssen vom Antragsteller, dem Golf-Club Ehner-Fahrnau, so der Gemeinderat, übernommen werden.

Gesunkene Baupreise lassen den Umbau der »Hirschen«-Kreuzung zum Kreisverkehr billiger werden. Die Bauarbeiten wurden für DM 334.000,- vergeben. Der Kostenvoranschlag lag bei DM 473.000,-.

Der Umbau der Friedhof-Kreuzung in einen Kreisel kostet DM 271.000,- statt der geplanten DM 453.000,-.

10. September 1996

150 Schüler werden heute den Verkehr in der Stadt zählen. Das Ergebnis soll Aufschluß über die derzeitige Verkehrssituation in Schopfheim geben.

In nichtöffentlicher Sondersitzung hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluß gefaßt, die städtischen Wohnungen an die SWS (eine 100%ige Tochter der Stadt) zu verkaufen. Für DM 15 Mio. wechselt dieses Vermögen nun den Besitzer. Die Mehrheit war, so liest man heute in der Presse, mit 16:13 Stimmen für diesen Beschluß.

11. September 1996

Der Maulburger Gemeinderat ist verärgert über das Schopfheimer Veto gegen neue Fachmärkte in Maulburg.

12. September 1996

Zusammen mit Stadtjugendpfleger Dietmar Hermann besuchten kürzlich 20 Jugendliche während ihrer Sommerferien die Partnerstadt Kleinmachnow.

13. September 1996

Mit offenbar positiven Eindrücken kehrt eine Gemeinderatsdelegation von einer Windkraftbesichtigungs-Tour in der Nähe von Darmstadt zurück. Bürgermeister und Ortschaftsräte aus Gersbach sowie drei Stadträte der SPD, einer von der CDU und FWV hatten die Reise nach Seeheim-Jugenheim angetreten, um drei Windenergie-Türme aus der Nähe zu besehen.

Die vhs stellt mit rund 350 Kursen und 80 Veranstaltungen das neue Programm für das Wintersemester vor.

14. September 1996

Bald wird in Gersbach die neue Käserei mit der Produktion beginnen. Ernst Frieder Schmidt, der Initiator, stellt heute Jörg Theismann, der künftig als Käser die Gersbacher Produkte herstellen wird, vor.

Ex-Stadtrat Henning Kupfer kam nach dreijährigem Auslandsaufenthalt im südperuanischen Arequipa wieder nach Schopfheim zurück.

Ein Jahr »Kanal Ratte« war für die Macher Grund zum Feiern.

83 ABC-Schützen beginnen ihren Schulalltag an der Grundschule in Fahrnau.

In einer Gemeindeversammlung beschäftigen sich die Gersbacher mit der Einsparung einer halben Pfarrstelle. Man möchte die Pfarrstelle in Gersbach erhalten wissen, jedoch einigte man sich auf die Mindestforderung, daß das Pfarramt auf jeden Fall in Gersbach erhalten bleibt, und die Arbeit weiterhin von einem im Bergdorf wohnenden Pfarrer erledigt wird.

Der Kaffeeladen Gentili und die Buchhandlung Ühlin veranstalten zum wiederholten Male im »Brüderlin«-Garten in der Scheffelstraße am Samstagvormittag gemeinsam ein Konzert.

Zum Jubiläum der CDU hat der Stadtverband eine Chronik der letzten 50 Jahre erarbeitet und aufgelegt.

15. September 1996

Der Stadtverband der CDU feiert sein 50jähriges Jubiläum. Bundestagsabgeordnete und Stadtverbandsvorsitzende Ortrun Schätzle begrüßt in der Stadthalle zahlreiche Mitglieder und Lokalprominenz. Die Festrede zum Jubiläum hielt in eindrücklicher Weise und engagiert der ehemalige Regierungspräsident Dr. Norbert Nothhelfer. Verdiente Mitglieder konnten bei einem Festakt für 40jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Für 45jährige Mitgliedschaft wurde Eugen Holdermann die Ehrung zuteil.

Das Musiker-Ehepaar Angelika und Ingo Balzer konzertiert in der Alten Kirche St. Michael im 3. Serenaden-Konzert dieses Jahres. Der aus Schopfheim stammende Oboist, so der Rezensent, meisterte die diffizilen Verzierungen hervorragend und hatte trotz der filigranen Verästelungen immer ein Gespür für die Melodie. Aber auch die Orgelwerke, die Kantor Winkler zu Gehör brachte, begeisterten das Publikum.

Das Schwimmbad schließt für dieses Jahr seine Tore.

16. September 1996

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte veranstaltet der MSC am Monatsende ein Jugend-Motocross-Rennen in fünf Klassen.

Der Ortsbauausschuß macht sich im Wohnbaugebiet »Rebacker-Rütteberg« vor Ort ein Bild von der Topographie. Ohne Gegenstimme beschloß das Gremium dann eine maßvolle Nachverdichtung des Wohngebietes sowie die vorgezogene Erschließung des dritten Bauabschnittes. Mit diesem Beschluß sind mehr Doppelhäuser möglich.

Mit einem Bauantrag der Lebensmittel-Kette LIDL beschäftigt sich der Ortsbauausschuß und lehnt einen Antrag, einen Markt im Gewerbegebiet »Kleine und Obere Schleife« zu eröffnen, ab.

Nach der Sommerpause trifft sich der Raitbacher Ortschaftsrat erstmals wieder. Für die Erschließungsstraße in die Bahnhofssiedlung will man Tempo 30 beantragen.

Eine Enkensteiner Firma möchte zwischen Langenau und Enkenstein, nördlich der Landstraße, eine Recycling-Anlage errichten. Der Bauausschuß betrachtet diesen Standort als brisante Stelle, mitten im Tal. Der Ortschaftsrat hat die Anlage ebenfalls abgelehnt. Rolf Kuri von der CDU meint hingegen: »Alles schreit nach Recycling, nur die Anlagen dürfen nirgends hin.« Das Thema wird nun erneut im Umweltausschuß des Gemeinderates zu besprechen sein.

Erneut abgelehnt hat der Ortsbauausschuß einen Bauantrag für die Bebauung des Eckgrundstückes Himmelreichstraße/Feldbergstraße. Die Bebauung des seit Jahren in den Schlagzeilen kursierenden Grundstückes ist zu massiv.

17. September 1996

Der Gemeinderat wird sich demnächst mit dem Nachtragshaushalt beschäftigen. Bei der Gewerbesteuer klafft nach derzeitiger Erkenntnis eine Lücke von DM 700.000,-.

SPD, CDU und GRÜNE wollen gemeinsam das Projekt »Meeresschutz in Schopfheim« angehen. Es sollen dabei Überlegungen diskutiert werden, wie man sich für den Meeresschutz einsetzen kann.

Die Gewerbeakademie erhielt vom Autohaus Bartels einen 325er BMW-Turbodiesel zu Ausbildungszwecken überreicht.

Mit der Traumnote 1,0 wurde der 19jährige Björn Post aus Schopfheim landesbester Geselle im Wärme-, Kälte- und Schallschutz-Isolierhandwerk. Er wird sich nun im November dem Bundesentscheid stellen.

An der Dr. Max Metzger-Schule begann für 78 junge Schopfheimerinnen und Schopfheimer der Schulalltag.

Hausens Gemeinderat stimmt dem Bau des Golfplatzes in Schopfheim und Hausen zu.

18. September 1996

Da die Post im November in das »Pflug«-Gelände umzieht, so die Pressesprecherin der Post AG, komme es wohl zu einer Schließung der Post in Fahrnau. Als Begründung wird auf eine vom Bundestag beschlossene Regelung hingewiesen, wonach Postfilialen, die näher als 2 km beieinanderliegen, zusammengelegt werden sollen. Im Bauausschuß nahm man diese Information am Montag mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis.

19. September 1996

In der jüngsten Sitzung der TSG zog man ein Resümee über das Jubiläumsfest, das zu größter Zufriedenheit abgelaufen war.

20. September 1996

In der Bibliothek liest Evelyne Grill aus ihren Romanen »Wilma« und »Winterquartier«.

»Vor einem längeren Prozeß der strukturellen Veränderungen steht die evangelische Landeskirche«, so der Referent für Personalplanungen beim Oberkirchenrat in einer Sondersitzung der Bezirkssynode in Schopfheim. Die Kirchengemeinden werden vor die Aufgabe gestellt, das Gemeindeleben neu zu organisieren. Es wird mehr auf ehrenamtliche Mitarbeit ankommen. Bis zum Jahre 2002 müssen innerhalb der Landeskirche 20 Pfarrstellen eingespart werden. In diesem Kontext ist die Einsparung der halben Pfarrstelle in Gersbach zu sehen. Zukunftsmusik, so ist zu hören, bleibe es allerdings noch, die Pfarrstelle in Langenau und Wiechs nicht wieder zu besetzen. Derzeit wird die Stelle wieder besetzt, denn das Ausschreibungsverfahren läuft.

Herbert Wolff, der seit 1988 an der Grundschule in Fahrnau unterrichtet, feierte dieser Tage sein 25jähriges Dienstjubiläum als Lehrer.

Folgenschwer war eine Betriebsversammlung bei der Firma Superba Betten AG im Fahrnauer Gewerbegebiet »Grienmatt«. Die Firma will die Produktion in die Schweiz verlagern. 30 Personen, die dort beschäftigt sind, verlieren Ende 1996 ihren Arbeitsplatz. Widrige Marktverhältnisse, so die Entscheidung des Schweizer Herstellers, und ein geändertes Verhalten der Endverbraucher in wirtschaftlich schwierig gewordener Zeit hätten zu Betriebsverlusten und nun zur Schließung geführt.

Die Bewohner des »Katzenloh« in Wiechs haben DM 1.620,- aus einem Wohnquartier-Fest dem Förderverein krebskranker Kinder zur Verfügung gestellt.

Mit einem kleinen Freudentag verbindet die Langenauer Grundschule die Fertigstellung des Schulgartens.

Kurz nach 21.30 Uhr ereignet sich ein schwerer Verkehrsunfall zwischen der Ausfahrt Fahrnau und dem Langenfirst-Tunnel an der B 317. Zwei Verletzte, davon einer schwer, mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Sachschaden liegt bei DM 68.000,-.

21. September 1996

Ortrun Schätzle, MdB und Stadtverbandsvorsitzende der CDU, meint, daß es die Junge Union Schopfheim nur noch auf dem Papier gebe. Die Aktivitäten seien inzwischen eingeschlafen. Allerdings sei die Demokratie ohne Nachwuchs in Gefahr. In der Jugend stecke ein großes Potential politischer Mitgestaltung. »Wir können von Jugendlichen lernen, sie bringen Zukunftsperspektiven, die wertvoll sind.« Markus Mäder, der bisherige Vorsitzende, mußte sich zurückziehen, die restliche kleine Gruppe war nicht stark genug, aus eigener Kraft weiterzumachen.

Sehr gut besucht war das Boule-Turnier, zu dem Spieler aus Nah und Fern nach Schopfheim kamen.

22. September 1996

Die Schopfheimer Konzerte werden von der vhs mit dem Bläser-Quintett »Academia Prag« in der Stadthalle eröffnet. Die Interpretation der Prager Musiker war von wunderbarer Leichtigkeit und Eleganz, geschmeidig und tonlich fein differenziert, so die Rezensentin des Abends.

Das erste Kürnberger Herbstfest, das während zweier Tage veranstaltet wurde, war ein voller Erfolg. Ortsvorsteher Siegfried Schmidt wertet die Tage als große Gemeinschaftsleistung der Kürnberger Vereine und der Kirchengemeinde.

Gesangverein und Musikverein Langenau umrahmten den ökumenischen Erntedank-Gottesdienst im Ortsteil.

Seltsame Vehikel und kuriose Mannschaften treten den Fußball beim jährlichen Gaudi-Grümpel-Turnier in Wiechs.

23. September 1996

Einfach hat sich der Umweltausschuß die Entscheidung über die Nutzung von Regenwasser im Haushalt nicht gemacht. Während Stadtrat Straub für die GRÜNEN für eine Nutzung des sog. Grauwassers plädierte, wurde er dabei von den Unabhängigen im Wesentlichen unterstützt. Gegen die Nutzung des Regenwassers haben auch die übrigen Fraktionen nichts einzuwenden, jedoch will man keine Regenwassernutzung im Haus, da wir in Schopfheim nicht unter Wassernot leiden. Bürgermeister Fleck sieht eine sinnvollere Umweltschutzmaßnahme darin, für die Grundwasseranreicherung zu sorgen. Sorgen bereitet dem Ausschuß dabei die Installation von Regenwassernutzungsanlagen, denn es ist technisch möglich, diese an das Frischwasser anzukoppeln. Wenn man die Nutzung zuläßt, müssen daher laufende Kontrollen erfolgen. Für die Stadtwerke sagte Tiefbauamtsleiter Bernhard Springmann, daß er die Verantwortung für die Reinheit des Trinkwassers ablehnen müsse, wenn eine Regenwassernutzung zugelassen werde. Dieter Leppert betont ganz vehement, daß Trinkwasser ein Lebensmittel sei und daher nicht leichtfertig einer Verschmutzung ausgesetzt werden könne. Die Verwaltung wurde nun beauftragt, nach alternativen Lösungen und Spielregeln zu suchen, die eine eventuelle Nutzung des Regenwassers im Haushalt doch ermöglichen.

In den Rathausschubladen liegt erneut eine Kreuzungsumplanung in einen Kreisverkehr. Nach »Hirschen«-Dreieck, Friedhof und Landstraße Gündenhausen will der Bürgermeister nun auch die Kreuzung beim Dreistern-Werk verändern. Grund für sein Ansinnen sei der neue Unfallschwerpunkt an dieser Stelle, so Tiefbauamtsleiter Springmann. Der Bürgermeister hatte zu den Finanzen insofern eine gute Nachricht, als von den geschätzten Baukosten die Hälfte vom Kreis übernommen werden müßte.

In der Umweltausschuß-Sitzung wird deutlich, daß im Neubaugebiet der »Weiermatt« der Lärmschutz wie in Altgebieten während Spitzenstunden nicht eingehalten wird. Der Gemeinderat hatte dies auch nie zugesagt, wird in der Diskussion deutlich. Die Zusage höherer Schutzwerte durch den Gemeinderat galt nur für Altbaugebiete, nicht für Neubauflächen.

Die Dankes-Urkunde des Ministeriums für Kultus und Sport erhielt dieser Tage Heinz Henneberg an der Johann-Peter-Hebel-Schule aus den Händen von Rektor Tritschler überreicht. Henneberg unterrichtet von den 25 Dienstjahren alleine 22 Jahre an der Schopfheimer Förderschule.

24. September 1996

In einem Leserbrief spricht Gerhard Suyter zum Golfplatz von »kaltschnäuziger Opferung der Bauern-Interessen«.

Zwei Bürger wehren sich gegen die Golfplatz-Pläne in Ehner-Fahrnau. Margot Günzel, eine der Initiatorinnen, meinte, sie sei vor allem wegen der Größe des geplanten Golfplatzes zutiefst erschrocken. Größere Sorgen als die Spazierwege macht ihr und Ulrich März indes die Zukunft des Schopfheimer Trinkwassers. Ein Drittel des Golfplatzes, so die Initiatorin gegen den Golfplatz, liege im Wasserschutzgebiet.

40 Jahre Treue zur Firma Demag Wittig halten die Schopfheimer Rudolf Harscher und Hermann Brokatzky. Für diese langjährige Betriebszugehörigkeit wurden sie geehrt.

25. September 1996

Bei einem bundesweiten Foto-Wettbewerb errang die Foto AG der Johann-Peter-Hebel-Schule unter dem Thema »Haushaltsgeräte gestern und heute« eine Anerkennung. Konrad Grund, der Fachlehrer der Schule, durfte dieser Tage zusammen mit den Schülerinnen Denise Barten und Sybille Seiferth, beide Schülerinnen der 7. Klasse, in Köln die Urkunde und den Preis von der Deutschen Schul-Fotografie und dem Deutschen Heimatbund entgegennehmen.

Das Landesverkehrsministerium hat einen Wanderweg unter dem Thema »Natur erleben« in Gersbach ausgewiesen. Der Rundwanderweg durch den Plenterwald beginnt beim Sportplatz und ist 12 bis 14 km lang.

Hans-Jürgen Baum sucht Gastfamilien für Franzosen. Der Club »Langues et civilisation« (Sprach-, Entdeckungs- und Kulturreisen weltweit) wird vom Herbst an französische Schüler von 13 bis 16 Jahren nach Schopfheim und Umgebung entsenden. Die Schüler sollen zwischen 4 und 8 Tagen, evtl. bis zu drei Wochen hier bleiben, bei deutschen Familien essen und wohnen. Es handelt sich dabei um Sprachkurse und Erkundungsreisen. Diese Begegnungen werden zusammen mit der vhs organisiert.

Einstimmig votierte auch der Gemeinderat Hasel für den Golfplatz in Ehner-Fahrnau. Die Zustimmung ist zur Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig.

Die Änderung des Flächennutzungsplanes zur Einrichtung eines Golfplatzes in Ehner-Fahrnau fand im Gemeinsamen Ausschuß Zustimmung. Dennoch wurden Stimmen laut, die Zweifel am Bedarf, Bedenken wegen der Existenzgefährdung eines Landwirtes und Furcht vor einer Pleite äußerten. Bürgermeister Fleck meint hingegen, daß, wenn alle Auflagen eingehalten würden, sogar ein besserer Schutz für das Trinkwasser gegeben wäre. Über die Wiese in Fahrnau wird eine befahrbare Brücke erforderlich werden. Die Zufahrt zum Golfplatz wird nicht über Hausen erfolgen.

Einen Auftakt nach Maß hat der Kulturring bei der Eröffnung der Saison 96/97 mit dem Stück »Andorra« von Max Frisch. Das Theater Greve aus Hamburg spielt mit den Hauptdarstellern Boris Eder und Eckart Dux. Besonders erwähnenswert ist dabei, daß 200 Realschüler die Vorstellung konzentriert mitverfolgen.

26. September 1996

Am kommenden Wochenende will die SPD in Gersbach in 70 m Höhe einen Ballon stationieren, um die Höhe der geplanten Windkrafträder zu verdeutlichen. Der Windpark hat, so heißt es in einer Pressemitteilung, in den letzten Wochen Befürworter und Gegner auf den Plan gerufen. Mit dieser Maßnahme sollen sich die Bürger nun eine Vorstellung von der tatsächlichen Höhe der Windkraftanlage verschaffen können.

Das Harmonika-Orchester Schopfheim sucht junge Mitspieler.

27. September 1996

Zur neuen katholischen Schul-Dekanin für das Dekanat Wiesental wurde Christel van Rijckevorsel ernannt. Sie meinte, es sei eine neue Aufgabe, die Kraft brauche; sie gehe aber dennoch mit Freude und Zuversicht daran.

Im Pflughof eröffnet heute die Bäckerei Trefzger ihr neues Café.

Bei der Vorbereitung zum diesjährigen Weideabtriebsfest in Gersbach wollen die Fleischdirektvermarkter einmal mehr ein ökologisches Zeichen setzen. Es wurden Busse von Schopfheim nach Gersbach eingesetzt, um das Privatfahren zu vermeiden.

80 Musiker aus Oberdorf im Spessart marschieren durch Langenau, um so ihre Freundschaft mit dem Musikverein des Ortsteiles zu bekunden. Am Wochenende traf man sich dann zum gemeinsamen Konzert. Die beiden Musikvereine versprachen sich ein Wiedersehen in drei Jahren, dann, wenn die Freundschaft genau 30 Jahre alt wird.

28. September 1996

Zum letzten Mal für dieses Jahr ist die »Orgelmusik zur Marktzeit« in der Alten Kirche zu hören.

Die Tanz-Unterhaltungsband »Charisma« und die »Ennninger«-Guggemusik sowie eine Flamenco-Gruppe treten im Rahmen eines Benefiz-Konzertes zugunsten des Kinderschutzbundes in der Stadthalle auf.

Zahlreiche Besucher drängen zum letzten Flohmarkt dieses Jahres in die Altstadt.

In einem Leserbrief wenden sich Alt-Stadtrat Walter Flößer und der Hausener Bürgermeister Karl Heinz Vogt vehement gegen die Windkraftanlage in Gersbach. »Keine Windkraft-Generatoren in Gersbach«, fordern sie, und gleichzeitig rufen sie die Bevölkerung auf: »Wendet die Gefahr für unsere schöne Landschaft ab.«

Über eine einmalige Familien-Tradition berichtet heute die BZ. Die drei Töchter des Optiker-Geschäftes Ellgring in Schopfheim, Doris Ellgring, Anja Ellgring und Maris Ellgring-Vollmer haben alle drei die Meisterprüfung als Augenoptikerinnen und sind im elterlichen Geschäft in Schopfheim tätig.

29. September 1996

Eine wahre Völkerwanderung begibt sich bei herrlichem Wetter nach Gersbach zum Weidefest. Unter den Gästen war auch die neue Landwirtschaftsministerin, Gerti Staiblin. Mit diesem Tag will sich die Höhenlandwirtschaft den Verbrauchern von der besten Seite zeigen. Begleitend zur Tierschau war auch ein Bauernmarkt Anziehungspunkt für die Besucher. Ein Festumzug lockte dann in den Nachmittagsstunden noch einmal zusätzlich viele hundert Menschen ins Bergdorf. Zum ersten Mal hat auch die neue Käserei geöffnet und zum »Tag der offenen Tür« eingeladen.

Ohrenbetäubendes Motorengedröhne, Benzingeruch und Staub waren der äußere Rahmen des 1. Jugend-Motocross auf der Schopfheimer MSC-Rennstrecke. Insgesamt 57 Nachwuchs-Crosser kamen aus ganz Baden-Württemberg. Gestartet wurde vom achten Lebensjahr an in den Klassen 8 bis 12 Jahre und 14 bis 16 Jahre.

Keine Überraschungen gab es beim Grümpel-Schießen im Schützenhaus Fahrnau. Bei außerordentlich guter Beteiligung waren 23 Herren- und 10 Damen-Mannschaften angetreten. Am besten gelang den Damen des Dreistern-Werks der Wettbewerb: sie landeten mit den Herren des Schärfdienstes Meier aus Kürnberg jeweils auf Platz Eins. Bei den Damen siegte Kitty Obst im Einzelwettbewerb, Gerd Gaenzle entschied den Wettbewerb als Einzelschütze für sich.

01. Oktober 1996

Im MT meint Gersbachs Ortsvorsteher Horst Sutter, nachdem am Sonntag von der SPD ein Ballon, der die Höhe der Windkraftanlage signalisieren sollte, plaziert wurde: »Bei mir ist die Skepsis gewachsen.« Er sei der Windkraft gegenüber anfänglich durchaus positiv gestimmt gewesen, das »Ballonbild« habe in ihm jedoch Bedenken geweckt. Er habe anläßlich des Weidefestes aber viele Stimmen gehört, darunter durchaus positive. Auch Rolf Strohm meinte: »Es ist noch nichts entschieden, und es gibt kein Hopplahopp.« Viele Leute hätten sich, so der SPD-Vorsitzende, dankbar für den Anschauungs-Unterricht gezeigt.

Von morgen an bis zum 06. Oktober veranstaltet die Freie Waldorfschule mit 350 Schülern aus Österreich, Luxemburg, Deutschland und Frankreich eine Schülertagung unter dem Motto »Miteinander Chancen nutzen – was bedeutet eine globale Zukunft?«.

Mit dem Stück »Grusel, Motz und Monster« des Turboprop-Theaters aus Dortmund findet der 4. »Theatermonat für junge Leute«, der von der Sparkasse Schopfheim gesponsert wird, seinen Auftakt.

Heute nimmt die Gersbacher »Chäschuchi« ihren Betrieb auf. Verarbeitet wird die Milch von vier Gersbacher landwirtschaftlichen Betrieben. Die produzierten Frischkäse und ein Weiß-Schimmelkäse hoffen auf reißenden Absatz. Ein Rotschmierkäse unter dem Namen »Fetzenberger« soll bis November in Produktion gehen. Danach wird auch ein Schnittkäse produziert.

02. Oktober 1996

Die 12jährige Schopfheimer Reiterin Rebecca Trefzger hat nun auch den internationalen Durchbruch geschafft. Mit ihren beiden Ponys »Golden Lady« und »Lilly« ritt sie beim erstklassig besetzten internationalen CSIJ/P-Reitturnier an die Spitze und wurde nun auch für den Nationenpreis für Nachwuchs-Reiter im November in Verona/Italien nominiert.

Mit Nachdruck wollen sich CDU und FWV für die Erhaltung der Post in Fahrnau stark machen.

04. Oktober 1996

Ausgesprochen positiv sieht der Vorsitzende des Gewerbevereins, Dr. Thomas Wieland, das Ergebnis eines Informationsabends über den Ladenschluß. Der Vorstandsvorschlag, die Geschäfte wochentags bis 19 Uhr und samstags bis 16 Uhr geöffnet zu halten, wurde angenommen. Noch ausgeklammert ist der Mittwoch. Es zeichnet sich ab, daß die Grenzlandregelung für diesen Tag fallen wird. Zur Umsatzsteigerung wird es – so der Vorsitzende – nicht kommen, auch Arbeitsplätze werden nicht geschaffen, denn das neue Ladenschlußgesetz sei ein weiterer Angriff auf die deutsche Fachgeschäftskultur, die das Gesicht eines Stadtkerns präge. Es schaffe Vorteile für Großmärkte, nicht für Fachgeschäfte. Gleichzeitig kam man auf Vorschlag von Franz Villringer überein, eine einheitliche Mittagspause zwischen 13 und 14.30 Uhr festzulegen. Die Samstagsöffnung bis 16 Uhr erfuhr nur eine dünne Mehrheit.

In einem Leserbrief, der sich an Bürgermeister Vogt, Hausen, und Alt-Stadtrat Flößer wendet, meint Michael Deiß aus Hausen: »Es ist notwendig, eine Gegenwehr gegen den Golfplatz, nicht aber gegen die Windkraft zu organisieren.«

Während der Schülertagung an der Waldorfschule spielte ein Schauspieler-Duo das Stück »Sommerloch«. Die Schüler der Waldorfschule selbst führen Brechts »Dreigroschenoper« mit viel Erfolg auf.

Feuerwehr und DRK erhalten vom Autohaus Lehmann je eine Spende von DM 1.500,-.

05. Oktober 1996

Die F.D.P. Wiesental trifft sich und diskutiert über die Sparpolitik. »Es geht nicht ohne Einschnitte ins soziale Netz«, so die Parteimitglieder. Die F.D.P. müsse sich mit Vorrang diesen Aufgaben widmen. »Wenn eine Partei überhaupt den Mut hat, solche sogenannten Grausamkeiten zu fordern, die manchmal eigentlich nur Selbstverständlichkeiten sind, ist es die F.D.P.«, war man sich einig.

Die Belastungen der Familien durch Landes- und Bundesregierung stehen nach übereinstimmender Meinung des SPD-Vorstandes in groteskem Widerspruch zum immer wieder vorgetragenen Bekenntnis der CDU zur Familie. Jüngstes Beispiel sind die geplanten Kürzungen der Landeszuschüsse für die Schülerbeförderung.

06. Oktober 1996

Die katholische Pfarrgemeinde feiert im frisch renovierten Saal des Gemeindehauses ihr Pfarrfest.

Dem Antrag der CDU und der FWV, sich für den Erhalt des Fahrnauer Postamtes einzusetzen, schließen sich die übrigen Fraktionen des Gemeinderates uneingeschränkt an.

Über den üblen Geruch von der Deponie beschwert sich in der Gemeinderatssitzung Enkensteins Ortsvorsteher Meißner. Die üblen Düfte sollen noch zwei Wochen andauern, derzeit wird bei der Belegung eines neuen Abschnittes der Feinmüll aufgeschichtet, verschoben und schließlich verdichtet. Die Gärung sei in vollem Gange, die Geruchsentwicklung auch. Es wäre nicht so schlimm, so die Abfallwirtschaft, wenn das Wetter anders wäre.

07. Oktober 1996

Mit dem Bau der Kreisverkehre am Friedhof und am »Hirschen«-Dreieck in Fahrnau wird heute begonnen. Die Innenstadt muß erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen hinnehmen.

25 Jahre im Schuldienst ist Ino Hodapp, der dieser Tage an der kaufmännischen Berufsschule Schopfheim, an der er seit 1977 tätig ist, geehrt wurde.

Der Änderung des Bebauungsplanes »Rebacker-Rütteberg« hat der Gemeinderat nun zugestimmt. Nach den neuen Vorschriften wird es nun möglich, 27 Doppelhaushälften zu den bisher acht geplanten Doppelhaushälften zu errichten. Für das gesamte Gebiet bedeutet dies eine Vermehrung von 23 Wohneinheiten.

Nach zweijähriger Tätigkeit im Gemeinderat wird Klaus Kochendörfer vom Beigeordneten Ruthard Hirschner verabschiedet. Kochendörfer übernimmt neue berufliche Aufgaben außerhalb Schopfheims. Er kann so sein Mandat nicht mehr ausüben. Der Beigeordnete meinte in seinen Dankesworten, daß Kochendörfer ein sehr gut vorbereiteter, informierter Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender gewesen sei. Für den scheidenden Fraktionsvorsitzenden rückt Ino Hodapp, Ortsvorsteher aus Wiechs, auf der Liste der Unabhängigen in den Gemeinderat nach. Er wurde in der gleichen Sitzung verpflichtet.

Der Gemeinderat beschließt die erste Nachtragshaushaltssatzung für das Jahr 1996. Der Verwaltungshaushalt wird um DM 1.050.000,- auf DM 45.160.000,- gegenüber dem ersten Etat angehoben. Der Vermögenshaushalt wird gar um DM 3.099.000,- auf DM 9.304.000,- neu festgesetzt. Während die Fraktionen durchweg von einem positiven Moment bei der Finanzentwicklung sprachen, lehnten die Unabhängigen den Haushalt ab. Obwohl er den Haushalt nicht abgelehnt hatte, meinte Kurt Härzschel von der CDU, daß es nicht leicht zu verstehen sei, wenn im Vermögenshaushalt entgegen der ursprünglichen Haushaltsplanung sehr schnell große Baumaßnahmen, wie sie im Nachtrag vorgesehen und veranschlagt sind, anfallen und realisiert werden müssen.

08. Oktober 1996

Etwa einem Senioren- und Jugendzentrum gleich wollen Schopfheimerinnen ein Mütterzentrum als Familienzentrum einrichten. 13 Frauen waren in den »Markgrafen« gekommen, um ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Karin Bischet-Schwendeler und Renate Bock-Maindok verfolgen dieses Ziel. Nunmehr wird zunächst eine Vereinsgründung angestrebt, um mit verstärkten Initiativen die Öffentlichkeit auf die Anliegen aufmerksam zu machen.

09. Oktober 1996

In einem Kommentar zum Ausscheiden von Klaus Kochendörfer meint Herr Jacob von der BZ: »Ein Stadtparlament braucht Leute, die einmal querdenken und unbequem sind, und so ist Kochendörfers Weggang nicht nur für die Unabhängigen ein Verlust.«

Robert Kirchhofer, Alt-Gemeinderat aus Maulburg, meint in einem Leserbrief, er habe zwar kein Recht, demokratisch gefaßte Beschlüsse Schopfheimer Gemeinderäte zu kritisieren, dennoch gehe es bei den Schopfheimer Kreiseln um grundsätzliche Fragen kommunaler und staatlicher Finanzpolitik. Er versteht es nicht, daß bestehende Verkehrsknoten mit teurem Geld saniert werden.

Einige Leserbriefe wenden sich heute gegen die Golfplatz-Pläne in Ehner-Fahrnau. Die Einen sprechen von »Schilda«, andere davon, daß sie Mitspracherecht hätten. Ein weiterer meint, daß der Freiraum für Familien erhalten bleiben sollte. Außerdem beschäftigt die Frage, für wen ein Golfplatz denn attraktiv sein sollte.

Eine perfekte Show in der Stadthalle, die durch den Gewerbeverein veranstaltet wurde: Die neuen Trends präsentiert der Einzelhandel in einer gut besuchten Modenschau.

Beim diesjährigen Blutspende-Termin konnte Elisabeth Senn aus Steinen als 20.000. Spenderin mit einem kleinen Präsent geehrt werden.

Thommy Carlsson, ein Künstler aus der Partnerstadt Ronneby in Schweden, stellt Werke in der Schalterhalle der Sparkasse aus. Freddy Modliba, der zu den Initianten und Begründern der Partnerschaft zwischen den beiden Städten gehört, stellte den Künstler vor.

10. Oktober 1996

Kann man auch im Schopfheimer THG bereits nach acht Jahren zum Abitur gelangen? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Direktion des Hauses, die Eltern entscheiden mit, so Direktor Adolf Winterhalter, aber auch die Schulkonferenz und die Stadt als Schulträger müssen noch ihr Votum abgeben. Winterhalter rechnet damit, daß die Informations-, Beratungs- und Beschlußphase bis zum Dezember abgeschlossen sein wird.

Die Kirchen- und Pfarrgemeinderäte der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinden treffen sich zu einer gemeinsamen Sitzung. Erstmals nahmen auch die Vertreter aus Wiechs und Langenau am Treffen teil. Man spricht ebenso über Gemeinsamkeiten wie ökumenische Ehe, Freundeskreis Dikume, Kindergärten und Jugendarbeit. Unsicherheit gebe es allerdings immer noch, wenn es um die gemeinsame Feier von Abendmahl und Eucharistie geht. Dekan Felix Baumann gestand zu, daß dies vor allem ein katholisches Problem sei. Pfr. Dr. Michael Hoffmann gab seiner Hoffnung auf eine weitere Annäherung der Glaubenspraxis der beiden Kirchen Ausdruck.

11. Oktober 1996

Erfolgreich verlaufen nach Auskunft der Städt. Wohnbau-Geschäftsführerin Brigitte Leisinger die Veräußerungen der Senioren-Wohnungen auf der »Schärers Au«. Das Betreuungsangebot soll ab Herbst 1997 laufen.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde bei der Firma Rietschle werden mehrere Mitarbeiter für 40jährige und 25jährige Betriebszugehörigkeit geehrt. Der Firmengründer, Werner Rietschle, ehrt im Beisein von Bürgermeister Fleck insbesondere Ernst Wagner, der seit dem 01. Februar 1956 in der Firma tätig ist. Ebenfalls in diesem Jahr begann Paul Müller seine Tätigkeit, und auch Erhard Eichin feiert sein 40jähriges Jubiläum.

12. Oktober 1996

Die Brandopfer aus Wiechs sagen allen Spendern ein herzliches Dankeschön für ihre großzügigen Gaben.

Ohne die Existenz eines Landwirtes zu gefährden, kann – so der Vorsitzende des Golf-Clubs Ehner-Fahrnau, Rolf Wetzel – der erste Abschnitt gebaut und in Betrieb genommen werden.

Heute wollen sich auf dem Marktplatz einige Bürger zu einer Initiative gegen den Golfplatz zusammenschließen. Eine Unterschriftsliste liegt aus.

Im Ortschaftsrat Wiechs folgt Astrid Schöbel dem scheidenden Klaus Kochendörfer nach.

Das Autohaus Böhler-Enderlin feiert Oktoberfest und organisiert dabei Hubschrauber-Rundflüge mit dem Schopfheimer Piloten Falk Röttel. Der Erlös dieser Rundflüge, die stets ausgebucht waren, kommt den Leidtragenden der Schopfheimer Brandserie zugute.

Bei der Turnerschaft Langenau war während des Familienabends Unterhaltung pur angesagt. Es wurden auch verdiente und langjährige Vereinsmitglieder geehrt. Seit 25 Jahren sind Peter Maier, Hans Moser, Franz Schattenkirchner, Hans Weinbrechtinger, Achim Zillger, Gisela Zillger und Manuela Zillger im Verein.

Im Ortsteil Raitbach war das traditionelle Herbstfest erneut ein Publikumsmagnet. Herbert Maisch eröffnete mit völlig neu einstudiertem Gesangsprogramm den Abend. Der Gesangverein Riedichen und der Musikverein Gersbach, als Gäste des Abends, unterhielten mit beschwingten Melodien.

13. Oktober 1996

Gemeinderäte und Mitglieder des Jumelage-Komitees aus Poligny sind unter der Leitung ihres Bürgermeisters, Jean-Claude Collin, in der Markgrafenstadt zu Gast. Gemeinsam verbringt man den Sonntag mit Schopfheimer Stadträten, Ortsvorstehern und dem Bürgermeister sowie dem Beigeordneten. Beim Treffen wird sehr viel Wert auf ganz persönliche Kontakte, die in vielen Gesprächen zum Ausdruck kommen, gelegt.

Nicht nur mit dem Wetter war der Hundesportverein Schopfheim-Fahrnau bei der diesjährigen Herbstprüfung der Vierbeiner zufrieden. In den verschiedensten Schutzhunde-Prüfungen konnten die Hundeführer Ramona Schröder, Klaus Nernheim, Stefanie Schulte, Rilana Philipp, Hans-Peter Schulte und Detlef Leutner Siegerplätze belegen.

Die »Camerata Vocale« konzertiert in der Alten Kirche St. Michael unter der Leitung von Martin Winkler. Als Gesangssolistin war die Weiler Altistin Silke Marchfeld verpflichtet worden, die einfühlsam von Michael Donkel aus Schopfheim am Klavier begleitet wurde.

Der Kunstverein Schopfheim zeigt Werke des Freiburger Künstlers Hans-Günther van Look.

14. Oktober 1996

Das Mütterzentrum Schopfheim hat sich nun gegründet. Karin Bischet-Schwendeler wurde 1. Vorsitzende. Sie wird assistiert von Marion Walter und der Kassiererin Renate Maindok. Die Vorsitzende meint: »Wir verstehen uns weder als Bastel-Club noch als Kaffee-Kränzchen. Uns geht es vielmehr darum, eine Begegnungsstätte für Frauen zu schaffen.«

Tschechows Klassiker »Der Kirschgarten«, eine Inszenierung des Theaters des Ostens Berlin, war in der Stadthalle zu sehen. Ein Theaterabend, der von Manfred Heine und Anne-Else Paetzold in den Hauptrollen geprägt wurde.

15. Oktober 1996

Die Eigentümer der »Niederen Weiermatt« wollen die Reihenhauspläne nun doch nicht realisieren. Der für lange Diskussionen im Gemeinderat sorgende Bauantrag wurde zurückgezogen.

Der Zirkus »Medrano« aus der Schweiz gastiert im »Oberfeld«. Dieser Zirkus verzichtet auf Exoten wie Elefanten, Löwen oder Giraffen. Dennoch sind 60 Tiere zu sehen.

Die vhs hat zu einer Diskussion unter dem Titel »Die Nutzung der Windkraft in Gersbach« eingeladen. Als Befürworter sprach Andreas Heizmann, Geschäftsführer des Ingenieurbüros für alternative Energien aus Gutach. Er sieht die rund 70 m hohen Windräder nicht als Einschnitt in die Natur. Täglich verändere der Mensch das Landschaftsbild. »Landwirte und Kühe werden sich schnell an die Anlage gewöhnen.« Dr. Karl-Heinz Abt, Hauptgeschäftsführer des Schwarzwaldvereins aus Freiburg, übernahm die Gegenposition bei der Diskussion. Für ihn schneidet die Windkraftnutzung aus ökologischer Sicht schlecht ab. Ortsvorsteher Horst Sutter aus Gersbach meinte während der Diskussion, daß die Bevölkerung im Höhenort hellwach sei. Eine abschließende Meinung hat der Ortschaftsrat bisher ganz bewußt noch nicht gebildet, weil man Informationen noch abwarten will. Ortschaftsrat Wilfried Geiger meint, daß, wenn so weitergemacht werde wie bisher, irgendwann nur noch Waldskelette dastünden und die Landschaftsdiskussion sich dann auch erübrigen würde. Wolle man den Kindern eine Welt hinterlassen, die nicht nachhaltig geschädigt sei, müßten nun alternative Energiewege beschritten werden. Für Pfr. Trautwein fehlen Denkanstöße zum Energiesparen.

16. Oktober 1996

Auf einem 340 m langen Teilstück wird es künftig in der Langenau Tempo 30 geben. Diese Anordnung hat das Landratsamt erlassen. Bürgermeister Fleck und Ortsvorsteher Weinbrechtinger zeigen sich über den Kurswechsel sehr zufrieden. Die Lörracher Behörde begründete die überraschend angeordnete Tempo-Reduzierung mit der Absicht, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Innerhalb weniger Wochen wurde ein Erweiterungsbau der Firma Durlum mit 500 qm in Rekordzeit zum Richtfest gebracht. Grund der Erweiterung war die Ausstattung eines Flughafens in Japan mit Durlum-Leuchten.

17. Oktober 1996

Der CDU-Vorstand sieht sich über die Art und Weise, wie das Thema »Golfplatz« in der Bevölkerung zur Zeit behandelt wird, schockiert. Eine Minderheit schüre mit unsachlichen Argumenten und bewußten Falsch-Informationen Emotionen, die sich in Haß entladen.

Werner Müller meint in seinem MT-Kommentar zur Windkraft: »Es gibt auch windige Geschäftemacher, die mit Windenergie-Mogelpackungen hausieren gehen. Auf dem Altar eines bloßen Symbols darf Gersbach und seine einmalige Landschaft, auch ein ökologisches Gut, auf keinen Fall geopfert werden.«

Beim Vereinsparlament wurden in diesem Jahr nicht nur die Termine für 1997 abgestimmt, sondern es wurde auch über eine Verstärkung der Kontakte mit Poligny gesprochen. Gleichzeitig ruft der Vorsitzende der Schopfheimer Vereine, Klaus Strütt, dazu auf, beim Stadtjubiläum 2000 aktiv mitzuwirken.

Die Autorin Regine Kress-Fricke, Mitbegründerin der Initiative »Schreibende Frauen in Baden-Württemberg«, liest in der Stadtbibliothek.

18. Oktober 1996

Die Fachmärkte in Maulburg, gegen deren Realisierung die Stadtverwaltung Schopfheim Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht hat, können nun doch errichtet werden. Das Verwaltungsgericht hat die, wie es in der Juristensprache heißt, sofortige Vollziehung einer Baugenehmigung für den geplanten Textilmarkt sowie für den Betten- und Matratzenhandel angeordnet. Das Verfahren kann nur noch aufgehalten werden, wenn das Landratsamt oder die Stadt Schopfheim Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg einlegen sollten. Beigeordneter Hirschner meint für die Stadt, daß man vor dieser Entscheidung erst die komplette Entscheidungsbegründung abwarten wolle. Zufrieden über die Entscheidung zeigt sich Bürgermeister Arzet aus Maulburg.

In Langenau hat sich ein neuer Verein gegründet: »Jugendtreff« ist der Titel der neuen Gruppierung, deren Vorsitzender Georg Baumeister wurde. Dirk Zillger ist sein Stellvertreter. Zweck des Vereins ist die Unterhaltung des Jugendtreffs im ehemaligen THW-Heim.

19. Oktober 1996

Letztmals in diesem Jahr wird der Fahrrad-Kurierdienst seine Dienste auf dem Marktplatz anbieten. Aufgrund der guten Resonanz soll die Aktion der Friedrich-Ebert-Schule im nächsten Frühjahr wieder aufgenommen werden.

Rumänische Folklore auf Einladung der vhs in der Stadthalle. Die Gruppe der Universität in Clausenburg verstand es, das Publikum restlos zu begeistern.

Der Kreisverkehr in Gündenhausen wird, ebenso wie der Radweg nach Langenau, dem Verkehr übergeben.

Kurz war die Jahreshauptversammlung der »Chrattehexe« im »Steak-Hüsli«. Die Vorstandswahlen waren reine Formsache, Reinhard Geiger wird die Gruppe weiterhin führen.

Ab November ist der Einzelhandel gefordert, die neuen Ladenöffnungszeiten umzusetzen. Der Gewerbeverein appelliert an die Einzelhändler, sich der Aktion anzuschließen, um sich bei den Kunden einheitlich darzustellen.

Für den Fortbestand des Forstamtes Schopfheim sieht dessen Leiter, Dr. Gerhard Rieger, gute Chancen, auch wenn derzeit in Baden-Württemberg einige Forstämter stillgelegt werden sollen.

Alexander Geissel ist neuer Elternbeirats-Vorsitzender an der Dr. Max Metzger-Schule.

Bei einer Geschwindigkeitskontrolle im Langenfirst-Tunnel wurde ein Kraftfahrer statt mit den erlaubten 70 km/h mit 101 km/h gestoppt.

Herbert Weis erhielt dieser Tage bei der Herbst-Tagung des Markgräfler Geschichtsvereins, der einst viele Jahre lang von Schopfheim aus geführt wurde, für 25jährige Tätigkeit als Kassier die Ernennung zum Ehrenmitglied.

Der Gemischte Chor und der Kinderchor, der Männerchor, der Rheinfelder Alu-Chor und der Gesangverein Pfaffenberg stellen sich beim Herbstkonzert des Gesangvereins Wiechs mit klingender Unterhaltung vor.

In drei Leistungsklassen traten Nachwuchsturner und -turnerinnen des Markgräfler Turngaues in der Friedrich-Ebert-Sporthalle zu einem Vergleichskampf an.

Der Gesangverein Gersbach war etwas enttäuscht über den schwachen Besuch des Herbstkonzertes in der Aula der Schule. Während des Konzerts wurden auch die neuen Westen, die sich der Chor angeschafft hat, vorgestellt.

20. Oktober 1996

Im Rahmen der vhs-Konzerte beeindruckte ein Chor- und Orchesterkonzert, das Birgit Tittel zusammen mit dem katholischen Kirchenchor in der katholischen Pfarrkirche aufführte. Ein besonderes Lob, so der Rezensent, gebühre dem Chor St. Bernhard, der die anspruchsvollen Teile nicht nur technisch einwandfrei, sondern auch mit Hinwendung und gutem Einfühlungsvermögen zu Gehör gebracht habe.

21. Oktober 1996

Beim jüngsten Treffen der IG Pro Schiene wird die Deutsche Bahn in starkem Maße kritisiert, zumal in den letzten Wochen wieder sehr viele Pannen auf der Wiesental-Strecke aufgetreten waren.

22. Oktober 1996

Obwohl die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Wehr mit 53% sich für den Verbleib beim Dekanat Schopfheim entschieden haben, will es der Kirchengemeinderat anders. Die evangelische Kirchengemeinde beantragt einen Dekanatswechsel bei der Landeskirche in Karlsruhe. Dekan Helfried Heidler in Schopfheim ist allerdings überzeugt, daß Wehr bei Schopfheim bleiben wird.

Klaus Böttger vom BUND äußert sich heute in einem Leserbrief zum Golfplatz und zur Windkraftnutzung. Er meint: »Die Bürgermeister gehen beide Themen mit gespaltener Zunge an.« Auch dem Wassermeister macht er Vorwürfe, weil dieser gegen die Regenwassernutzung ist, jedoch beim Golfplatz keine Gefährdung der Trinkwasserversorgung sieht.

24. Oktober 1996

Zur Fortbildung treffen sich Mitarbeiter der organisierten Nachbarschaftshilfe in der evangelischen Diakonie unter der Leitung von Ingrid Rothe. Man beschäftigt sich mit dem Thema »Distanz und Nähe im Umgang mit Betreuten.«

Die Firma Kiefer Bau hat – so ist der Presse heute zu entnehmen – beim Amtsgericht Waldshut Konkursantrag gestellt. Allerdings liege noch keine Bestätigung des Konkursgerichts darüber vor. Die Baufirma beschäftigte zuletzt etwa 30 Mitarbeiter.

Die neue Wirtschaftsfördergesellschaft wurde nunmehr in Lörrach unter dem Titel »Wirtschaftsregion Dreiländereck GmbH Lörrach« aus der Taufe gehoben. Schopfheim nimmt an dieser Gesellschaft entsprechend einem Beschluß des Stadtrates nicht teil.

Mit dem Korbtheater von Ali Büttner »Marlo, was machst du nur?« geht der 4. »Theatermonat für junge Leute« nach insgesamt sechs Veranstaltungen mit 1.000 Besuchern zu Ende.

25. Oktober 1996

Mit einem mehrseitigen Schreiben nimmt der BUND Stellung zum geplanten Golfplatz in Fahrnau. Gegen eine 9-Loch-Anlage hätte die Gruppierung unter bestimmten Bedingungen nichts einzuwenden. Bei einer 18-Loch-Anlage könnten jedoch die Problempunkte auch beim besten Willen, wie es heißt, nicht ausgeräumt werden. Dabei wird ausgeführt, daß beim Pumpwerk »Ruhm« blumenreiche Magerwiesen durch den Golfplatz für immer verschwinden würden. Für die Tierwelt bedeute dies einen nicht wieder gutzumachenden Schaden, in dessen Folge Bachstelzen, Rauch- und Mehlschwalben aus dem Revier verschwänden.

Nahezu jeden Tag sind immer noch Leserbriefe den Golfplatz betreffend in den Tageszeitungen zu finden.

26. Oktober 1996

Die Stadtverwaltung möchte, daß sich die Städtepartnerschaften neu organisieren. Dazu soll ein Partnerschaftskomitee mit drei Arbeitsgruppen ins Leben gerufen werden.

Mit einem Stand und einer »Meckerwand« präsentieren sich die Jusos auf dem Marktplatz. Dabei registrierten sie, wie die Presse meinte, eine miese Stimmung in Schopfheim. Unvermeidlich sei das Thema »Golfplatz« gewesen und die Ausbildungssituation der Jugendlichen im Wiesental.

Die Mostobst-Aktion des BUND hat in diesem Jahr wieder einen Riesenerfolg erbracht. 29 t Streuobst sammelten die Naturschützer. Nimmt man die Faustformel zu Hilfe, lassen sich daraus 19.000 l frischer Apfelsaft pressen.

27. Oktober 1996

Die Gemeindeversammlung der evangelischen Kirche wurde über den Kirchenbrand informiert. Dabei ging es um die Schäden und die weiteren Aufbaupläne. Harald Klemm, der vom staatlichen Hochbauamt mit der Arbeit betraut wurde, meinte, daß zu Weihnachten 1998 die Kirche wiederhergestellt sei. Als mangelhaft kritisierte Kurt Härzschel, der sich als engagiertes Gemeindeglied versteht, die Informationspolitik. Die beiden Pfarrer, Detlev Jobst und Dr. Michael Hoffmann betonten, daß auch sie selbst nicht entscheidend mehr wüßten. Horst Sacksowsky wertete den Brand als Fingerzeig und stellte die Frage, ob man nicht die Kirche zugunsten der Alten Kirche St. Michael aufgeben sollte. Dem widersprach Pfr. Dr. Hoffmann energisch. Er meinte: »Wir sollten uns bemühen, die große Kirche zu füllen, anstatt sie zu verkleinern.«

28. Oktober 1996

Die Unabhängigen tagen im neuen Restaurant »Olympia« in Fahrnau (ehemals »Kupferpfanne«). Sie fordern eine öffentliche Mieterversammlung der vom Wohnungsverkauf der Stadt an die Wohnbau betroffenen Mieter.

29. Oktober 1996

Der Kürnberger Ortschaftsrat befürwortet ein außergewöhnliches Bauvorhaben: Ein etwa 300 Jahre altes Fachwerkhaus, das bei Friesenheim abgebaut wird, soll am Ortsrand von Kürnberg wieder aufgebaut werden.

Die Tage des Bahnhofs Hausen-Raitbach auf Schopfheimer Gemarkung sind gezählt. Die Deutsche Bahn will das Gebäude abbrechen und Park-and-Ride-Parkplätze anlegen. Die Stadt Schopfheim hat dem Abbruchantrag, so der Leiter des Hochbauamtes der Stadt, Artur Gutmann, bereits zugestimmt.

30. Oktober 1996

Die Nachfolge als Pressewart bei den Unabhängigen tritt Jörg Rittweger an.

Hoch zufrieden mit dem »Pflug«-Areal zeigt sich Investor Gernot Pöpperl. 80% der Läden seien verkauft. In etwa vier Wochen wird das Gelände eingeweiht. Pöpperl meint, daß das Areal »toll bestückt sei«, vor allem die Post sei das künftige Geschäftszentrum.

31. Oktober 1996

Stefan Klever informiert für den Gewerbeverein darüber, daß die Schopfheimer Einzelhändler mittwochs auch bis 19 Uhr geöffnet haben. Die Geschäfte bleiben am Samstag dann ab 16 Uhr geschlossen.

Die Polizeidirektion Lörrach und das Straßenbauamt sind mit der Tempo-30-Regelung in Langenau nicht zufrieden. Der Leiter des Straßenbauamtes, Wolfgang Schädel, sieht sich derzeit wegen der unsicheren Rechtslage nicht in der Lage, die angeordneten Verkehrsschilder zu beschaffen und aufzustellen. Nach seiner Ansicht ist das Regierungspräsidium zu einer klaren Meinungsäußerung herausgefordert. Nötigenfalls wird das Verkehrsministerium zu entscheiden haben.

Rudi Quandt meint für die CDU und die FWV-Fraktion: »Beim Umbau des Rathauses werden wir wohl nicht unter DM 2 Mio. davonkommen.« Zweifel am Bürgerbüro wurden vor allem von Seiten der FWV laut.

01. November 1996

Anwohner haben in der Nacht in einer Kistenfabrik in der Hohe-Flum-Straße Feuer entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. An der Außenwand standen mehrere Säcke mit Sägemehl im Feuer. Bis zum Eintreffen der Wehr konnte der Firmeninhaber jedoch den Brand bereits unter Kontrolle bringen.

02. November 1996

Für den ausscheidenden Jürgen Vetter wählt das Elterngremium an der Grundschule Fahrnau Claudia Kleinbongartz zur neuen Elternbeiratsvorsitzenden.

Dem Hin und Her, dem Streit zwischen Straßenbauamt, Landratsamt und Regierungspräsidium ist ein Ende gesetzt. Landrat Aloys Rübsamen sprach ein Machtwort: Die Tempo-Schilder werden in Langenau nun endgültig und unverzüglich angebracht.

Erstmals haben Schopfheimer Einzelhandelsbetriebe ihre Geschäfte länger geöffnet.

04. November 1996

Der Vinzentius-Verein braucht neue Mitglieder, hört man in der jüngsten Mitglieder-Versammlung. Insbesondere jüngere Personen sollten der Solidargemeinschaft beitreten.

Die Stadtverwaltung soll nach dem Willen der SPD eine Bürgerinformation in Sachen Golfplatz organisieren.

Der Gemeinderat beschloß, die städtischen Wohnungen zum 01. Januar 1997 an die Städt. Wohnbau GmbH zu verkaufen. Rund 330 Wohnungen gehen nun von der Stadt an die städtische Gesellschaft über. Die Unabhängigen sowie zwei SPD-Stadträte (Meder und Blum) lehnten diesen Vertrag jedoch ab. Roland Meder hat nach wie vor Skepsis, er riet auch, den Aufsichtsrat mit neun statt mit acht Mitgliedern zu besetzen.

Der Gemeinderat hat Skrupel, den Umbauplänen fürs Rathaus zuzustimmen. Zunächst soll im Hauptausschuß noch einmal beraten werden.

Einem Verkauf der Heizzentrale »Bifig« hat der Gemeinderat, so Bürgermeister Fleck, nicht entsprochen. Die Verwaltung hatte Überlegungen angestellt, diese Einrichtung der KWR- und Badengas-Tochter Regiotherm zu veräußern.

Für weitere drei Jahre vergibt der Gemeinderat die City Bus-Konzession an die Firma Deiss aus Wehr. Die Zuschüsse der Stadt haben sich seit dem vergangenen Vertrag sogar reduziert.

05. November 1996

Die Bürgerinitiative gegen den Golfplatz, BIGG, der inzwischen 75 Mitglieder angehören, hat ihre Bedenken in einem umfangreichen Papier zusammengetragen und den Behörden zugesandt.

Brigitte Leisinger, Geschäftsführerin der Städt. Wohnbau, meint heute in einem BZ-Interview, daß die soziale Zielsetzung weiterhin als zentrale Aufgabe erhalten bleibe, auch wenn nunmehr die städtischen Wohnungen an die Wohnbau gehen. Eine Hauptaufgabe sieht sie in der Modernisierung des Wohnungsaltbestandes.

06. November 1996

Der SVS hat sich mit sofortiger Wirkung vom Fußball-Trainer Norbert Schneider getrennt. Neuer Spieler-Trainer wird Frank Ullmann.

Mit Verbänden und Behörden findet eine Besichtigung des Golfplatz-Geländes zwischen Ehner-Fahrnau und Hausen statt. Bürgermeister Fleck zeigt sich zufrieden. Es sei eine Übereinkunft erzielt worden, auf deren Grundlage nun die Planung weiter konkretisiert werden könne.

07. November 1996

Mangels Masse hat das Amtsgericht Waldshut-Tiengen den gestellten Konkursantrag der Baufirma Kiefer KG abgelehnt. Betroffen sind 30 Beschäftigte.

Die Tempo-30-Schilder in Langenau sind nun montiert worden.

Neuer Vorsitzender des Kulturcafés »Irrlicht« wurde bei der Mitgliederversammlung Sebastian Greif.

Bei der Gewährträger-Versammlung der Sparkasse werden die Direktoren Dr. Manfred Neubauer und Alfred Horn vom Verwaltungsrat einstimmig entlastet. Das Kreditinstitut hat einen Bilanzgewinn von über DM 384.000,-, trotz umfangreicher Sanierungs- und Umbauarbeiten erwirtschaftet. DM 10 Mrd. wurden im Laufe eines Jahres bewegt. 140 Mitarbeiter sind im Hause beschäftigt. Der Verwaltungsratsvorsitzende, Bürgermeister Fleck, informiert, daß das Institut an die Stadt rund DM 820.000,- Gewerbesteuer bezahle. Für 30jährige Verwaltungsratstätigkeit wird Maulburgs Bürgermeister Gerd Arzet eine Ehrung zuteil.

08. November 1996

Nach der Betriebsaufgabe der Gärtnerei Horschig soll das Grundstück an der Bismarck-/Wiechser Straße mit Reihenhäusern bebaut werden.

Die Presse greift eine Reise des Bürgermeisters, die er als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse unternommen hatte, kritisch auf. Klaus Fleck war in Japan.

Für den Wiederaufbau der evangelischen Stadtkirche spendet das Autohaus Anti in Langenau einen Betrag von DM 2.200,-.

09. November 1996

Einem Gegengeschäft zwischen der Stadt und Pöpperl für das »Pflug«-Areal zur Ablösung der Parkplätze hat der Gemeinderat nicht zugestimmt.

Zur jährlichen Hauptversammlung trifft sich der Schwarzwaldverein im katholischen Gemeindehaus, wo ein Theaterprogramm neben dem offiziellen Teil für die nötige Unterhaltung sorgte.

Unter der Leitung von Georg Diehl hat der Langenauer Gesangverein ein Herbstkonzert für sein Publikum gestaltet. Bei diesem Anlaß konnte Rolf Rümmele für 40jährige Treue mit einem Präsent geehrt werden.

Fasnachts-Auftakt bei den Wibufa-Narren in Wiechs.

Die Jugendfeuerwehren aus ganz Schopfheim haben ihren Leistungsstandard während einer Abschlußübung in Langenau unter Beweis gestellt.

Schüler der Waldorfschule haben Rolf Hochhuths »Insel-Komödie« aufgeführt. Der Autor kam selbst zur 12. Klasse und gratulierte zur guten Inszenierung und Aufführung. Das Bühnenbild, das der Autor sehr lobte, hat Stefan Langhammer umgesetzt. Beim Schluß-Applaus überreichte Rolf Hochhuth den beiden Lysistraten einen Strauß Sonnenblumen.

10. November 1996

Gut besucht ist auch der diesjährige Martini-Basar der Waldorfschule.

11. November 1996

Unter 870 Einsendungen erfährt die Schopfheimer Senioren-Gruppe in einem Bundeswettbewerb eine Ehrung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die SPD will, daß der Rathaus-Umbau um etwa DM 400.000,- reduziert wird.

Überall in der Stadt sind Martins-Umzüge der Kindergärten und der Grundschulen auf den Straßen.

13. November 1996

Überwältigender Andrang beim diesjährigen Ski-Basar des Skiclubs Fahrnau in der Fahrnauer Schule.

14. November 1996

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des evangelischen Krankenpflegevereins stand dieser Tage ein Referat von Martina Gehrke-Tscheulin vom medizinischen Dienst Lörrach über die Pflegeversicherung.

15. November 1996

Die »Südwestdeutschen Barock-Solisten« aus Karlsruhe gastieren in der Stadthalle im Rahmen der vhs-Konzerte.

Erste Ergebnisse des Einzelhandelgutachtens liegen vor. Prof. E. Georg Walldorf vom Institut für Handelsmarketing, der das Gutachten im Auftrag des Gewerbevereins erstellte, stellt fest, daß mangelnde Attraktivität der Schopfheimer Geschäfte zum Rückgang der Umsätze beigetragen hat. Weihnachtsmarkt, Kalter Markt, Wochenmarkt und Straßenfeste sind auf der Beliebtheitsskala die an erster Stelle genannten Veranstaltungen.

Auf 35jähriges Bestehen kann der Skiclub Fahrnau bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung zurückblicken. Hans Schwietale beschrieb den langen Weg des Vereins und untermauerte den guten Ruf, den sich der Club im Skiverband erarbeitet hat. Die vergangene Saison war trotz mangelndem Schnee zufriedenstellend.

Die Initiative »Kunst und Kultur im Kleinen Wiesental« (KUK) stellt in der Volksbank den neuen Kalender 1997 vor. Als besonderen Leckerbissen zeigte Dr. Hans Viardot mittels Diaprojektionen kürzlich entdeckte Gemälde des 1895 in Wieslet geborenen und 1970 in Niederbayern verstorbenen Malers Franz Ludwig, der von der Kunstwelt lange vergessen wurde.

16. November 1996

Die Fahrnauer Farifa-Narren feiern den Fasnachts-Auftakt in der Festhalle. Dabei wird insbesondere Bürgermeister Klaus Fleck aufs Korn genommen.

Auf großes Interesse stieß die Bürgerversammlung in Gersbach zum geplanten Landschaftsschutzgebiet »Oberes Wiesental«. Etwa 70 Zuhörer fanden den Weg ins Rathaus.

17. November 1996

Volkstrauertag. Auf allen Friedhöfen der Stadt wird dieser Gedenktag begangen. Bürgermeister Klaus Fleck gedachte der vielen Millionen Menschen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Kriegen sterben mußten, auf dem Schopfheimer Friedhof. Er meinte: »Dies konnte alles nur dadurch geschehen, daß Waffen und Vernichtungsmaterialien geliefert und zur Verfügung gestellt wurden. Es wäre viel wichtiger, die Waffenlieferanten öffentlich zu nennen und zu ächten.« Das Vereinsparlament hatte sich im Oktober für eine zentrale Feier in der Stadt ausgesprochen.

Zum Herbstkonzert, das dem Thema »Griechenland« gewidmet war, lädt der Musikverein Fahrnau in die Festhalle des Ortsteils ein.

18. November 1996

Beim Nußknacker-Hock der Unabhängigen verabschieden sich diese endgültig von Klaus Kochendörfer. Der Vorsitzende, Dr. Wolfgang Sehringer, meinte, daß der ehemalige Fraktionsvorsitzende das »konstruktive Ärgernis« verkörpert habe. Es wird auch ein Bürgerentscheid über den Golfplatz ins Gespräch gebracht.

In der Vorstandssitzung der SPD wird der Brückenbau über die Wiese für den Radweg nach Langenau als zu aufwendig betrachtet. Der Vorsitzende, Rolf Strohm, wies die Kritik insoweit zurück, als gesetzliche Auflagen diese Ausführung erforderten.

90% der Hausener seien – so hört man bei der CDU-Hauptversammlung im Hebeldorf – gegen die Einrichtung des Golfplatzes.

In ganz Deutschland herrscht Wintereinbruchsstimmung. Auch in Schopfheim fällt Schnee, jedoch ist dies nicht so viel wie in andern Teilen der Republik.

Der Umweltausschuß des Gemeinderates tagt in Langenau und beschäftigt sich mit einem Bauwerk, das auf der Kreismülldeponie Scheinberg errichtet werden soll. Der Landkreis will zur Behandlung des Sickerwassers eine Anlage errichten. Des weiteren beschäftigt den Ausschuß ein Zwischenlager der Firma Hug, die wiederverwertbares Aushubmaterial in Langenau deponieren will. Dem Ausschuß ist klar, daß solche Lager errichtet werden sollten, spricht sich jedoch gegen die Lagerung in Langenau im Überschwemmungsgebiet der Kleinen Wiese aus.

Die Regenwassernutzung in privaten Haushalten beschäftigte den Ausschuß und den Gemeinderat schon mehrfach. Nunmehr hat man nach längeren Diskussionen doch beschlossen, nicht generell dagegen zu sein und die bisherigen Möglichkeiten weiterhin auszuschöpfen. Sollte jemand einen Antrag stellen, kann dieser über die Befreiung von Anschluß- und Benutzungszwang nach Prüfung verschiedener Einzelfall-Kriterien genehmigt werden.

Interessant war die Vorstellung der Verkehrszählungen nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße. Dabei äußerte Bürgermeister Fleck, daß die Prognosen von Verkehrsplaner Salzmann aus dem Jahre 1988 nahezu identisch sind mit den heutigen Zählergebnissen.

19. November 1996

Die GRÜNEN sprechen sich gegen den Standort der geplanten Windkraftanlage in Gersbach aus. Obwohl die alternative Energieerzeugung generell befürwortet wird, dürfe sie nicht aus rein ökonomischen Gründen auf Kosten der Bevölkerung erfolgen.

20. November 1996

Rolf Hans Brüderlin, Architekt und Heimatgeschichtler, der sich insbesondere um die Museumsgesellschaft Schopfheim große Verdienste erworben hat, verstirbt im Alter von 68 Jahren.

Im Kleinen Saal der Stadthalle treffen sich viele Interessierte, um Informationen von Bürgermeister Fleck über den Golfplatz zu erhalten. Erwartungsgemäß waren die Gegner in der Überzahl. Sowohl der Bürgermeister als auch der Planer des Golfplatzes mußten der Meinung immer wieder widersprechen, daß die öffentlichen Wege durch den Golfplatz gesperrt würden. Ein Zuhörer meinte, es ärgere ihn, weil mit der Golfplatz-Planung das letzte bestehende Stück Kulturlandschaft Hebels zerstört würde. Der Bürgermeister meinte daraufhin, daß weder die Hühnerfarm noch die Landwirtschaftsbetriebe zur Zeit Hebels in dieser Landschaft zu finden gewesen seien.

Schüsse nach einem Überfall auf die Esso-Tankstelle beim Friedhof. Der Tankwart wurde mit einer Schußwaffe bedroht. Die Polizei konnte kurz nach dem Überfall die Verfolgung aufnehmen. Am Wiesenweg wurden die Täter gestellt und kontrolliert. Einer konnte fliehen, der andere wurde festgenommen. Eine Polizistin gab zwei Warnschüsse ab. Die Polizei hält es nicht für ausgeschlossen, daß die beiden Täter, 21- und 24jährige Asylbewerber aus Schopfheim, auch für die Tankstellen-Überfälle in Maulburg, Höllstein und Brombach verantwortlich sind.

21. November 1996

Der Schopfheimer Einzelhandel verlost im Rahmen der diesjährigen Weihnachts-Aktion drei Motorroller und Warengutscheine.

Rudi Quandt und Handwerkerkollegen haben dieser Tage den CDU-Landtagsabgeordneten Martin Zeiher zu einem Gespräch eingeladen. Der Abgeordnete sprach insbesondere über die Sparmaßnahmen und meinte, daß für Investitionen desto weniger übrigbleibe, je mehr Mittel im Sozialbereich gebunden seien. Man müsse also freiwillige Leistungen abbauen, um mehr Spielraum zu gewinnen.

Den geplanten neuen Golfplatz hat der Hausener Gemeinderat mit 10 Ja- und 2 Nein-Stimmen abgesegnet, aber die Mehrheit der Hausener Bevölkerung sei dagegen, mußten sich die Räte in der jüngsten Sitzung sagen lassen.

Der Schopfheimer Kunstmaler Kurt Baumann zeigt noch bis Ende dieses Monats in der Sparkasse eine Auswahl seiner besten Radierungen mit heimatlichen Motiven.

Der Kulturring hat Generalversammlung und wählt für die Dauer von zwei Jahren Roland Meder erneut zum Vorsitzenden. Vize bleibt Volker Brenzinger.

22. November 1996

Den erfolgreichen Abschluß ihrer Ausbildung feiern die Absolventen der Berufsakademie Lörrach in diesem Jahr in der Stadthalle.

23. November 1996

Nach Art des Films »Sisters Act« lassen die »Eiemer Seewicht« die Wogen steigen bei ihrem diesjährigen Bunten Abend zum Fasnachts-Auftakt.

Die beiden Asylbewerber, die die Esso-Tankstelle beim Friedhof überfallen wollten, haben vier weitere Überfälle auf Tankstellen zugegeben.

In einer Fragestunde mit der SPD-Spitze haben die Jusos den Golfplatz zum Hauptthema gemacht. Die Jungsozialisten setzen sich kritisch mit ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten auseinander. Sie sind gegen die Einrichtung.

In Deutschland streiken die Ärzte. In einem Interview sagt Dr. Fritz Lenz dem MT gegenüber: »Die Schopfheimer Ärzte haben nichts dergleichen geplant, da ein vernünftiges Arzneimittel-Budget vereinbart wurde.«

Seit rund drei Wochen gibt es die verlängerte Ladenöffnungszeit. Eine MT-Umfrage ergab nun, daß der Kunde die altbekannten und mehr oder weniger liebgewonnenen Einkaufszeiten weiterhin einhält. Für Dr. Thomas Wieland ist allerdings der Zeitpunkt, eine Bilanz zu ziehen, noch nicht gekommen. Zunächst müsse man das Weihnachtsgeschäft abwarten.

Fritz Schrank durfte bei der Jahresabschlußfeier des MSC Schopfheim verdienten Mitgliedern Ehrenurkunden aushändigen. In seinem kurzen Jahresrückblick erklärte er, daß man bei der 31. Motocross-Veranstaltung in diesem Jahr nicht freiwillig auf die große Strecke verzichtet und das Rennen auf 1.200 m lange kleinere Strecke gelegt habe. Dadurch sei jedoch weniger Landschaft verbraucht und so ein naturschutzrechtlicher Beitrag geleistet worden. Man hoffe nun, so führte er aus, diese Strecke für Motocross-Veranstaltungen erhalten zu können. Sehr große Resonanz erfuhr die erstmals durchgeführte Jugend-Motocross-Veranstaltung.

Markus Stöcklin gastiert im Museumskeller mit seinem Stück »Strategie eines Schweines« auf Einladung der vhs.

24. November 1996

Bei einem Auffahrunfall an der B 317/B 518 wurde ein sieben Monate altes Kleinkind verletzt.

Jörg Szczepanski gibt auf der Winterhalter-Orgel in der katholischen Pfarrkirche ein Konzert, bei dem die zahlreichen Zuhörer mit Applaus nicht sparen.

25. November 1996

Der Freundeskreis der Johann-Peter-Hebel-Schule hat Generalversammlung. Vorsitzender Carlo Geiger meinte, daß nunmehr die Zahl der Fördermitglieder sich der Zahl der Schüler nähere.

26. November 1996

Dieser Tage diskutierte Frits ter Kuile vom »Balkan-Peace-Team«, das sich dem Thema »Gewaltfreie und unparteiliche Hilfe für Ex-Jugoslawien« verschrieben hat, mit dem ökumenischen Friedenskreis in Schopfheim. Der Holländer findet es schade, daß für zivile Krisenhilfe so wenig Geld zur Verfügung gestellt wird.

Ingrid Steven organisiert eine Fahrt des Arbeitskreises »Schule – Eltern im Landkreis Lörrach« nach Stuttgart. Am 03. Dezember will man dann gegen die Kürzung der Landeszuschüsse für die Schülerbeförderung protestieren.

Der Angelsportverein trifft sich im »Markgrafen« zur Jahreshauptversammlung. Interessant war die Feststellung, daß man im Schlierbach eine unglaubliche Menge Bach-Neunaugen bei einer Putzaktion entdeckt hat. Vorsitzender Klaus Jäckh wurde auf zwei weitere Jahre gewählt.

27. November 1996

Bei der Jahreshauptversammlung der Tischtennis-Abteilung im Turnverein Fahrnau wurde Eva Abert nach 11 Jahren als Jugendwartin von Ingrid Jacobeit abgelöst.

Beim Dreisternwerk wurden dieser Tage Manfred Frala, Fritz Hess, Werner Koch sowie Karl Oswald für 30 Jahre der Betriebszugehörigkeit geehrt.

Bürgermeister Fleck möchte im Gemeinsamen Ausschuß sobald wie möglich die Ausweisung von Windkraft-Standorten für alle Gemeinden besprochen und beschlossen sehen. Die Windkraft ist nicht nur ein Gersbacher Thema.

Erfolgreiche Auszubildende wurden in der Gewerbe-Akademie Schopfheim durch den Präsidenten der Handwerkskammer Freiburg freigesprochen. Die Sparkasse stiftete fünf Förderpreise à DM 1.000,- an junge Handwerksgesellen.

Die offizielle Bürgeranhörung zum Golfplatz Ehner-Fahrnau wird in Hausen durchgeführt. Mehrere Hundert Personen kommen und wenden sich größtenteils gegen das Vorhaben. Einige Hausener Bürger, deren Grund und Boden von der Golfplatz-Planung betroffen wäre, äußerten, daß sie ihre Grundstücke für die Golfsport-Nutzung weder verkaufen noch verpachten werden. Von »verhärteten Fronten« spricht Peter Schwendle vom MT und meint in seinem Kommentar: »Sollte das Projekt Golfplatz nicht realisiert werden, ist jeder, der seine Stimme dagegen erhoben hat, aufgefordert, sich mit gleichem Elan dafür einzusetzen, daß aus dem Gelände zwischen Schopfheim und Hausen, das sich teilweise in einem entwürdigenden Zustand präsentiert, etwas Vernünftiges gemacht wird.«

28. November 1996

Als innungsbester Zimmerer schloß Daniel Herb im Zimmereibetrieb Rolf Kuri seine Prüfung ab. Zimmerermeister Rolf Kuri gratuliert dem frischgebackenen Gesellen und meint, daß er schon nach zwei Jahren Meisterstücke abgeliefert habe.

Die evangelische Kirchengemeinde feiert an den drei kommenden Adventssonntagen ihren Gottesdienst jeweils um 09.30 in der katholischen Pfarrkirche St. Bernhard.

Bürgermeister Fleck konnte erneut kleinere Korrekturen für den Haushalt 1997 an die Gemeinderäte bekanntgeben. Statt der bisher vorgesehenen Darlehensaufnahme von rd. einer halben Mio. DM reicht es im kommenden Jahr jetzt mit einer Darlehensaufnahme von etwa DM 120.000,-.

Zu einer Nachbesprechung über das Kinderferien-Programm trafen sich Schopfheimer Vereinsvertreter. Klaus Strütt von der Stadtverwaltung dankte den Vereinen für ihr Engagement und das tolle Programm während der Sommerferien.

29. November 1996

Franz Hoch von der vhs informiert, daß die Angebote immer stärker frequentiert werden. Gegenüber dem Vorjahr liegen für das laufende Semester 25% mehr Anmeldungen vor.

30. November 1996

Die Fleischdirektvermarktung Gersbach hat einen neuen Vorsitzenden: Pfr. Gerhard Trautwein gab das Vorstandsamt an Gerhard Suyter ab.

Die evangelische Kirchengemeinde veranstaltet im Gemeindehaus einen Christkindlmarkt. Neben Bastelarbeiten wurden auch geschmolzene Orgelpfeifen verkauft.

Bürgermeister Fleck hat, so ist der Presse zu entnehmen, kein Interesse am ehemaligen Postgebäude in der Hebelstraße. Die Post wird im Januar ins »Pflug«-Areal umziehen.

Schopfheim wird die Heimattage 2000 nicht ausrichten können. Das Kultusministerium vergab dieser Tage die Bewerbung an die Stadt Schramberg. Bürgermeister Fleck trägt die Hiobsbotschaft jedoch mit Fassung: »Es wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen.«

Noch vor Weihnachten soll das Inventar aus der evangelischen Stadtkirche ausgeräumt werden. Die Erneuerung der zerstörten Schuke-Orgel wurde inzwischen in Auftrag gegeben. Die Frage ist jetzt noch zu klären, welcher Aufwand erforderlich ist, um die alte Voit-Orgel aus dem Jahre 1892 wieder spielbar zu machen.

01. Dezember 1996

Zusammen mit den Jüngsten, die mit akrobatischen und turnerischen Einlagen ihr Können unter Beweis stellten und die Zuschauer begeisterten, hält der Turnverein Fahrnau seine jährliche Nikolausfeier ab.

Daß die Sparpolitik des Landes nicht auf die Schwächsten beschränkt werden soll, war Credo bei der Weihnachtsfeier der AWO.

Die Glöckler des »Städtli-Zinkens« brachten mit ihren Melodien vorweihnachtliche Stimmung in die Stadthalle.

02. Dezember 1996

Paukenschlag im Gemeinderat: SPD und Unabhängige sind sich einig und beschließen, daß der Bürgermeister künftig nicht mehr im Aufsichtsrat der Städt. Wohnbau vertreten sein soll. Der Antrag kam nach Ausführungen von Stadtrat Roland Meder (SPD) und einer entsprechenden Sitzungsunterbrechung zustande. In der Sitzung wurde auch über die Verschwiegenheit des Aufsichtsrates gesprochen. Dazu meinte das Aufsichtsratsmitglied Karl Selz (Unabhängige), er werde sich über das GmbH-Gesetz bezüglich der Verschwiegenheit wenn nötig hinwegsetzen.

Nunmehr wird das Rathaus umgebaut und ein Lift am ehemaligen Bezirksamt angebaut. Dies beschloß nun nach langen Diskussionen der Gemeinderat. Die Gesamtkosten dürfen jedoch DM 1,4 Mio. nicht überschreiten. Nun wird auch eine moderne EDV-Vernetzung innerhalb der Gesamtverwaltung möglich.

Die »Pflug«-Kurve ist nahezu fertiggestellt. Es stellt sich nun die Frage, ob auf dieser Strecke 30 km/h oder nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf.

Der Stadtrat diskutiert über höhere Friedhofsgebühren. Dabei war man mit den Vorschlägen der Stadtverwaltung zunächst nicht einverstanden. Es sollen neue Gebührenvarianten erarbeitet werden. Die Nutzung der Aussegnungshallen soll erstmals Geld kosten.

Der Gemeinderat beschließt, Mitglied der Regio-Gesellschaft zu werden.

Der Nutzungs- und Wirtschaftsplan für das Forstwirtschaftsjahr 1997 ist Thema im Gemeinderat. Der Wald bleibt weiterhin ein Verlustgeschäft. Man rechnet im kommenden Jahr mit einem Defizit von DM 77.000,-.

03. Dezember 1996

Schüler der Fahrnauer Grundschule sammelten und überreichten dieser Tage Pfr. Dr. Hoffmann einen Scheck in Höhe von DM 500,- zur Wiederherstellung der evangelischen Stadtkirche.

Der vhs-Ausschuß beschloß den Haushaltsplan. Besorgt zeigt sich Franz Hoch, da er für die Bildungseinrichtung mit weniger Landesmitteln rechnet.

Es schneit nicht, es regnet nicht; dennoch kommen sehr viele Menschen am ersten Tag des Kalten Marktes in die Altstadt.

In eigener Sache betreibt das Jugendorchester Fahrnau Werbung mit einem Vorspiel. Dabei hat der Vorsitzende, Andreas Bernauer, die Möglichkeit, um Verstärkung für den Klangkörper zu werben.

04. Dezember 1996

Die Presse macht Schlagzeilen: Man spricht davon, daß der Bürgermeister aus der Wohnbau GmbH »katapultiert« worden sei.

Bei der jüngsten Generalversammlung der Freien Waldorfschule Schopfheim blickt man besorgt auf die Finanzsituation, denn die angekündigten Kürzungen der Landeszuschüsse trifft die Einrichtung stark. In der Versammlung war die Rede davon, daß diese Kürzung zwei Lehrer-Deputate kosten könnte.

»Schluck und Jauk«, ein pantomimisches Schauspiel nach Gerhart Hauptmann, mit dem Schauspieler Karl-Heinz Martell und dem Prager Ensemble Tomaszewski ist zu Gast in der Stadthalle. Die Rezensentin meint: »Überzeugend, auch ohne Worte.«

Beim monatlichen Altennachmittag, den Myrtha Lamb mit ihrem eingespielten Team diesmal im katholischen Gemeindehaus organisierte, machten anmutige Ballett-Eleven den Senioren viel Freude.

05. Dezember 1996

Während einige Städte landauf, landab finanziell ins Schleudern geraten, scheint die Stadt Schopfheim in ruhige Finanzgewässer zu segeln. Die Gewerbesteuer wurde höher, die Schulden gehen Richtung Null. Beigeordneter Hirschner meinte allerdings, dies setze voraus, daß aus Stuttgart keine Hiobsbotschaften mehr kämen.

Die Wiederaufbauarbeiten in der evangelischen Stadtkirche sind angelaufen. Das Kirchenschiff wurde geräumt. Ein Großteil der Bänke wird repariert. In Kandern wird ein Zwischenlager für das ausgeräumte Inventar geschaffen.

Die Gersbacherin Birgit Hahn wurde mit ihrer Hündin »Laura vom Teuchelwald« Landesmeisterin im Fährtenhundesport. Sie startet für den Schäferhundeverein Steinen-Höllstein.

06. Dezember 1996

Ortrun Schätzle, MdB, setzt sich weiterhin für den Erhalt der Poststelle in Fahrnau ein.

Ursula Eisenmann aus Hausen will ein Volksbegehren gegen den Golfplatz auf den Weg bringen.

Im Sportheim trifft sich die Tischtennis-Abteilung im SVS, um das 50jährige Bestehen gebührend zu feiern. Die Ehrennadel in Gold erhielt Günther Isenmann, Mitbegründer dieser Abteilung, Vorstandsmitglied und Trainer. Die gleiche Ehrung durfte seine Ehefrau Helga Isenmann, die seit 40 Jahren aktiv in der Vorstandschaft mitarbeitet, entgegennehmen.

Mit Freude warteten die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Fahrnau dieser Tage auf ihre Brieffreunde der Partnerschule in Thann im Elsaß. Die erste Gruppe war allerdings schon im November hier.

07. Dezember 1996

Die SPD will, daß Klaus Fleck weiterhin beratend im Aufsichtsrat der Städt. Wohnbau mitwirkt. Dieser meint jedoch, das Thema sei für ihn abgehakt. Als Rückschlag im Wohnungsbau betrachten CDU und FWV die Entscheidung des Gemeinderates vom vergangenen Montag.

Ein Filmteam vom SWF dreht zusammen mit dem Filmemacher Jochen Loebert einen Dokumentarfilm über junge Existenzgründer. Dabei hält sich das Team in den Redaktionsräumen des MT auf und filmt dort Thomas Leininger aus Wiechs, dessen berufliche Laufbahn als Volontär beim MT begonnen hatte.

Unter der Leitung von Erwin Lenz präsentiert der Musikverein Langenau den Zuhörern ein besinnliches Weihnachtskonzert.

08. Dezember 1996

Die Turnerfamilie Wiechs wird vom Nikolaus bei der Nikolausfeier besucht. Die Kleinen des Vereins stellen ihr Können unter der Leitung von Astrid Schöbel vor.

09. Dezember 1996

Für den umstrittenen Golfplatz will die SPD eine Bedarfsanalyse erstellen lassen. Damit soll sichergestellt werden, daß nicht am Bedarf vorbei geplant wird. Man räumt in der Fraktion ein, daß die Sorgen und Befürchtungen von Anliegern unterschätzt worden sind.

10. Dezember 1996

Die »Pflug«-Kurven-Sanierung ist soweit fertiggestellt, daß der Verkehr jetzt wieder fließen kann.

Für 25jährige Tätigkeit am Kreiskrankenhaus Schopfheim wurden dieser Tage Rosa Weigel und Ilse Ühlin geehrt.

Die Glas-Container werden abgefahren. Ein Rechtsstreit zwischen der Firma Oschwald und der künftigen Entsorgerin DEL (Efringen-Kirchen) führte dazu. Ob und wann neue Glas-Container zur Entsorgung aufgestellt werden, ist ungewiß. Die Entscheidung zur Entfernung kam für die Stadt und für die umliegenden Gemeinden überraschend.

11. Dezember 1996

Die Eltern am Kindergarten Marktplatz wenden sich an die örtliche Presse. Sie machen sich massiv Sorgen darüber, wer die Leitung des Kindergartens künftig übernehmen wird. Klaus Strütt von der Stadtverwaltung informierte, daß die vorgesehene Leiterin in den letzten Tagen den Vertrag überraschend zurückgezogen habe.

Für die Unabhängigen weist deren Fraktionsvorsitzender, Karl Selz, die Vorwürfe des Bürgermeisters, er, Selz, habe gesagt, ihm sei jeder SWS-Aufsichtsratslösung recht, wenn nur der Bürgermeister ausgeschlossen bleibe, zurück. Weiter meinte er, der ursprüngliche Antrag der Unabhängigen sei ja, daß der Hauptausschuß gleichzeitig als Aufsichtsrat fungiere. Dann wäre der Bürgermeister automatisch auch im Aufsichtsrat gewesen.

Die Stadtverwaltung hat alte und alleinstehende Menschen zu einer Weihnachtsfeier in die Stadthalle eingeladen. Dieser Nachmittag hat eine jahrzehntelange Tradition.

Die Aktion »Den Frieden in der Stadt wahren« hat Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion ins evangelische Gemeindehaus zu einem Adventsnachmittag eingeladen.

Dr. Ulla Schmid präsentiert ihre neueste Sonderausstellung im Museum. Das Thema: »Wer kaufet, der findet – Margarine-Figürchen, Sammelbilder, Puppentellerchen und andere Werbeträger seit 1900.« Zur Ausstellungs-Eröffnung durfte Bürgermeister Klaus Fleck viele Besucher, die sich selbst noch an die Zeit, insbesondere die Fünfzigerjahre, erinnerten, begrüßen.

12. Dezember 1996

Zwischen dem »Altig« und Eichen wird derzeit ein Fußweg gebaut. Dieser erhitzt die Gemüter des Ortschaftsrates Eichen, da man wohl nicht informiert worden war. Tiefbauamtsleiter Springmann meinte im Stadtrat, er habe den Ortschaftsrat deswegen nicht mehr informiert, weil Ortsvorsteher Hans Keller im Gemeinderat die Informationen erhalten habe. Die Eichener Räte bemängelten, daß angeblich Überfahrtsrechte bestünden und der neue Weg teilweise schon weggeschwemmt worden sei. Außerdem werde die landwirtschaftliche Nutzung der angrenzenden Felder beeinträchtigt.

Auf eine baldige Öffnung der »Pflug«-Tiefgarage drängen die Mitglieder der CDU und der FWV. Eine deutliche Absage werden die Fraktionsmitglieder der Windkraftanlage in Gersbach erteilen.

13. Dezember 1996

Der Gewerbeverein bereitet sich auf den morgen beginnenden Weihnachtsmarkt vor. An 55 Ständen bieten Betriebe das diesjährige weihnachtliche Angebot feil.

Die Mitglieder der Baugenossenschaft standen vor Tagen bei ihrer angesetzten Mitgliederversammlung vor verschlossenen Türen beim »Restaurant am Park«. Der Wirt hatte sich von heute auf morgen aus dem Staub gemacht. Bei der dann in der Stadthalle stattgefundenen Versammlung wurde insbesondere die Streichung der Fördermittel aus dem Landeswohnungsprogramm kritisiert. Beinahe wäre auch der Neubau im »Hegne« an diesem Streichkonzert gescheitert.

Der Landkreis ist nicht bereit, einen Kreisverkehr am Knoten Wiechser Straße/Floßkanal mitzufinanzieren. Dies erhält die Stadtverwaltung auf ihren Antrag hin mitgeteilt.

Das drei Jahre dauernde Modellprojekt »Mobiles Schopfheim«, das zusammen mit dem Verkehrsministerium und den Gemeinden Maulburg und Hausen initiiert und durchgeführt worden war, schließt heute seine Pforten. Die Erfahrungen und Ergebnisse – so hört man – werden jetzt in einem Leitfaden zusammengefaßt und vom Umwelt- und Verkehrsministerium allen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt.

Bei der Premiere der kleinen Theater AG im THG war der Musiksaal bis zum letzten Platz belegt. Das Stück »Halsabschneider«, eine Fasnachtskomödie, die, wie der stellvertretende Direktor des Hauses, Wolfgang Dreiser, betonte, führte für Akteure und Zuschauer zu großem Erfolg.

14. Dezember 1996

Die Gersbacher Käseproduktion (Chäschuchi) hat mehr Kunden, als sie Käse produzieren kann, ist heute in einem informativen Artikel des MT zu lesen.

Elisabeth Grässlin feiert ihren 90. Geburtstag.

Der Schopfheimer Weihnachtsmarkt, eine Veranstaltung des Gewerbevereins, lockt wieder zahlreiche Besucher auf den Marktplatz und in die Wallstraße.

Das Wintermärchen »Schneeflöckchen Pim« von Marianne Neininger feiert mit bezaubernden Kostümen im »Theater auf der Au« Premiere.

Voll besetzt ist die Stadthalle beim zur Tradition gewordenen Weihnachtskonzert der Stadtmusik Schopfheim. Stadtkapellmeister Max Lehmann führte den Klangkörper durch das Konzert, ebenso wie Kirsten Lin ihre Jugendkapelle souverän leitete. Für 50jährige Mitgliedschaft erhielten Erich Hug und Max Kuri sowie für 25jährige aktive Mitgliedschaft im Orchester die Herren Markus Billerbeck, Ralf Sutter und Matthias Tondar die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Bestenfalls eine gewisse Aufmerksamkeit und Amüsement erregten die »Schwestern der perpetuellen Indulgenz« auf dem Weihnachtsmarkt. Das Trio verteilte Aufklärungsmaterial über Aids und Safer Sex. Ein geplanter Auftritt dieser Schwulen-Organisation hatte in Lörrach eine Woche lang Wirbel ausgelöst.

Vom Dorffest geprägt sei das Vereinsjahr 1996 beim Turnverein Fahrnau gewesen, so Brigitte Möhrle bei der Jahreshauptversammlung. Die Vorsitzende erhielt auch die Zustimmung zu einer Beitragserhöhung.

Ein gelungener Abend mit großem Erfolg war die SVS-Feier am Samstag in der Hülschenmatthalle in Eichen. Höhepunkt war dabei das Theaterstück »Tabaluga«.

15. Dezember 1996

Für Stimmung im Herzen der Stadt sorgt der diesjährige Weihnachtsmarkt, der sehr stark – heuer auch durch musikalische Gruppen unterschiedlichster Prägung – bereichert wurde.

15 Personen des Schopfheimer Boule-Clubs sind in Poligny beim zweiten Weihnachtsmarkt vertreten.

16. Dezember 1996

Stadträtin Waltraut Wirth meint für die Unabhängigen, daß der Umzug der Post ins »Pflug«-Gebäude eine Fehlplanung sei, denn eine Post, die keinen einzigen oberirdischen Parkplatz habe, sei schlichtweg ein Skandal.

Die evangelische Friedensgemeinde Wehr zieht den Antrag auf Dekanatswechsel zurück. Damit bleibt Wehr weiterhin beim Dekanat Schopfheim.

Walter Faller, Ehrenbürger der Stadt, ist in der Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Klaus Fleck erinnert daran, daß Faller zu den Ersten gehörte, die nach dem Krieg in ein kommunales Parlament gewählt wurden. Walter Faller ist noch der einzige Überlebende des ersten Gemeinderates, der vor 50 Jahren, am 15. Oktober 1946, gewählt wurde.

Pünktlich zum Jahresschluß verabschiedet der Gemeinderat den Haushalt für das Jahr 1997. In den Haushaltsreden der Fraktionen wurde insbesondere Kritik an Land und Bund laut, deren Finanzpolitik zu immer weiter schrumpfendem Spielraum bei den Kommunen führe. Es werde immer der Schwächste zur Kasse gebeten, war ein mehrheitlich zu hörender Tenor. Die Unabhängigen haben sich, da sie mit dem Vermögenshaushalt nicht einverstanden sind, gegen den Haushalt gewandt und lehnten ihn ebenso ab wie die GRÜNEN. Robert Zapp meinte für die SPD, er habe zwiespältige Gefühle, einerseits bewegten sich unrentierliche Schulden gegen Null, andererseits sei das Ende des Abwärtstrends noch nicht erreicht. Die mittelfristige Finanzplanung, so Rudolf Quandt für die CDU, zeige deutlich, daß die Einnahmen nicht mehr steigen, sondern eher rückläufig sind. In der Art des Technikers meint Dieter Leppert für die FWV: »Das Gerippe wird immer zerbrechlicher. Trotz großer Mühe müssen viele Aufgaben auf ihre Verwirklichung warten.« Der Haushalt wurde schließlich in den Einnahmen und Ausgaben in Höhe von DM 61.345.700,- beschlossen, davon beträgt der Verwaltungshaushalt DM 42.425.000,- und der Vermögenshaushalt DM 18.920.700,-. Die Realsteuersätze wurden in diesem Jahr nicht erhöht.

Für 25jährige aktive Tätigkeit im Stadtrat ehrt Bürgermeister Klaus Fleck die SPD-Stadträtin Ruth Sprich, den SPD-Stadtrat Roland Meder und den Unabhängigen-Stadtrat Karl Selz, der eigentlich schon 26 Jahre sein städtisches Mandat innehat.

Der Gemeinderat hat nun ein Zonen-Halteverbot in der »Pflug«-Kurve bei gleichzeitiger 30 km/h-Begrenzung beschlossen.

Erneut wird der Bebauungsplan in der »Kleinen und Oberen Schleife« geändert.

17. Dezember 1996

Der Christkindlmarkt, den die evangelische Kirchengemeinde am Vortag des 1. Advent veranstaltet hatte, hat einen Reinerlös von DM 9.000,- erbracht, der nun für die brandgeschädigte Kirche verwendet wird.

Die BZ-Jahresaktion »Hilfe zum Helfen« während des Schopfheimer Weihnachtsmarktes erbrachte einen Erlös von DM 6.900,-.

In einer Stellungnahme schreibt Rolf Strohm für die SPD zum Rauswurf des Bürgermeisters aus dem Aufsichtsrat der Städt. Wohnbau, eine Welle der Zustimmung aus der Bevölkerung bestätige die Überzeugung der SPD, daß es eine saubere Trennung geben müsse zwischen Aktion und Kontrolle. Der Bürgermeister habe überreagiert, denn als erster Vertreter der Stadt dürfe er eigentlich kein Interesse daran haben, daß er sich ausgerechnet bei der SWS ausgrenzt, wo er sich bisher doch mit großem Fachwissen engagiert habe.

Der Ortschaftsrat Gersbach nimmt mit Genugtuung davon Kenntnis, daß der Gemeinderat beschließen will, im Flächennutzungsplan Negativflächen auszuweisen, auf denen keine Windkraft möglich wird. Damit hat Gersbach auch ein Mitspracherecht bei der Standortwahl der Windkraftnutzung. Enttäuscht ist man allerdings darüber, daß der Ortschaftsrat bei der Auswahl der Gehwegsteine nicht mitwirken konnte.

Der Weihnachtsmarktstand des MT unter dem Thema »Leser helfen notleidenden Menschen« erbrachte einen Erlös von DM 1.000,-.

Der Schopfheimer Schüler Alexander Batjunin von der 10. Klasse des THG hat beim Bundeswettbewerb in Mathematik einen 3. Preis errungen.

Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung drängen darauf, daß die Tiefgarage im »Pflug« möglichst schnell geöffnet wird.

18. Dezember 1996

Die Eltern des Kindergartens am Marktplatz verabschieden sich in einer herzlichen Feier im Kindergarten von der langjährigen Leiterin, Christa Hoheisel.

19. Dezember 1996

Auf Antrag der SPD Hausen wird sich der Gemeinderat des Hebeldorfes in der kommenden Woche damit beschäftigen, ob bereits jetzt ein Planungsstop für den Golfplatz beschlossen wird.

Die Gersbacher Bauern bzw. die Bergland e.V. lehnt den Bau des Golfplatzes in Hausen und Schopfheim ab. Der Vorsitzende der Selbstvermarkter meint zu den Aussagen in den Gemeinderäten, es sei naiv und zeuge von wenig Sachkenntnis, wenn behauptet würde, daß die betroffenen Landwirte durch den Golfplatz nicht existentiell gefährdet seien.

Zur Vorsitzenden des Gesamtelternbeirates der Schopfheimer Schulen wurde dieser Tage Kornelia Schmidler von der Friedrich-Ebert-Schule gewählt. Hans Zeiher von der Langenauer Grundschule assistiert als Stellvertreter.

Bürgermeister Klaus Fleck verabschiedet langjährige Mitarbeiter bei der Stadt. Rudolf Köpfer (Bauhof), Christa Hoheisel (Kindergarten am Marktplatz), Alfred Wüst (Schwimmbad), Erwin Waßmer (Wassermeister in Wiechs), Rolf Hipp (Verbands-Kläranlage) und Fritz Klemm (Stadtwald) haben den wohlverdienten Ruhestand in den unterschiedlichsten Tätigkeiten erreicht.

Ganze 2,4 Promille hatte ein Radfahrer bei einer Polizeikontrolle an Alkoholgehalt im Blut!

20. Dezember 1996

Die CDU und FWV vermuten in einer Presseerklärung zur Äußerung von Rolf Strohm, daß die SPD verschleiern will, daß sie seit längerem den SWS-Vorsitz im Aufsichtsrat anstrebt. In der Stellungnahme heißt es weiter, daß die CDU der Meinung sei, die Unabhängigen als stärkste Fraktion sollten einen Kandidaten für den Vorsitz im Aufsichtsrat benennen. Den würden CDU und FWV dann unterstützen.

Das Restaurant »Sonne« in der Altstadt ist nun nach einer längeren Umbauphase wieder geöffnet worden.

Helmut Schulz wurde einstimmig als Vorsitzender der Kirchengemeindeversammlung in Fahrnau wiedergewählt. Sein Stellvertreter bleibt Helmut Räuber.

21. Dezember 1996

Auf die Post sind viele Schopfheimer sauer, denn es wurden klammheimlich die Postfachnummern geändert. Als Grund wird der Umzug ins »Pflug«-Areal genannt.

Der Vorstoß von Ortrun Schätzle, die Post in Fahrnau zu erhalten, war von Erfolg gekrönt. Vorerst schließt, so die Postdirektion Freiburg in einem Brief an die Abgeordnete, die Fahrnauer Post nicht.

Vom 01. Januar an stehen Heinz Mack für den Vertrieb, Gerhard Mollenkopf für das Marketing sowie Klaus Räuber-Grötz, der für Finanzen zuständig ist, an der Spitze der Arlington Socks GmbH in Langenau. Die bisherigen Geschäftsführer Eberhardt und Förster konzentrieren sich auf die Aufgaben als Kunert-Vorstände.

22. Dezember 1996

Willy Leppert erhielt beim Vogesen-Club »Brezouard« eine Ehrung: er wurde mit dem Houx d'Argent geehrt.

23. Dezember 1996

Ein tragisches Ende fand eine Ostafrika-Tour des Schopfheimers Nikolaus Dierkes. Bei einem Überfall von vier Dieben in der Nähe des Turkana-Sees wurde er erschossen. Seine Frau blieb unverletzt.

Mit Volksmusik begeistert ein Stadthallen-Abend zahlreiche weihnachtlich gestimmte Gäste.

Nur wenige Gäste fanden den Weg in die Eichener »Sonne«, um dort Uli Pfleiderer, der auf seiner Laute Musik der Renaissance und des Barock zu Gehör brachte, zuzuhören.

Werner Störk feierte dieser Tage sein 25jähriges Dienstjubiläum als Lehrer an der Friedrich-Ebert-Schule. Der Pädagoge kam 1982 an diese Schule und hat sich seither insbesondere mit seiner »Minifossi«-AG einen großen Namen gemacht.

24. Dezember 1996

Sehr gut besucht waren wiederum die Gottesdienste am Heiligen Abend in den Pfarrkirchen. Während Pfr. Dr. Hoffmann in seiner Predigt noch einmal an den schrecklichen Brand der Stadtkirche erinnert, freut ihn die Anteilnahme und Unterstützung, die man dabei erfahren durfte, besonders aber auch die spontane Hilfe der katholischen Kirchengemeinde. »Wir haben Gastfreundschaft in der Kirche erfahren. Wir haben dort getauft und Abendmahl gefeiert.« Er verband diese Ereignisse mit der Weihnachtsgeschichte. Die Weihnachtsfeier selbst fand in der Alten Kirche St. Michael statt. Dekan Felix Baumann von der katholischen Pfarrgemeinde meint, daß der Reichtum der Weihnachtsbotschaft nicht im Haben liege, sondern im Sein; daß Vergebung und Neuanfang möglich seien.

Die Unabhängigen wundern sich über die umfangreichen Interpretationen und Kommentare zum Aufsichtsrat der SWS. Sie meinen, Aufsichtsratsvorsitzender sollte die Person werden, die für diese wichtige Aufgabe die beste Qualifikation mitbringe.

Das Schopfheimer Unternehmen AFT (Automatisierungs- und Fördertechnik GmbH) erhielt vor Tagen das Qualitätsmanagement-Zertifikat DIN ES ISO 9001.

25. Dezember 1996

Wie jedes Jahr präsentiert sich der Musikverein Raitbach mit einem Konzert und einem Theaterstück seinem Publikum. Bei dieser Weihnachtsfeier wurden Albert Greiner, Helmut Greiner und Manfred Schott für 40jährige Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Freude konnte der Musikverein Wiechs unter der Leitung von Max Lehmann bei seinem jährlichen Weihnachtskonzert in der Halle des Ortsteils schenken.

27. Dezember 1996

Ortrun Schätzle, MdB, will im Herbst 1998 nicht mehr für den Bundestag kandidieren. Dies teilt sie in einem Brief an über 70 Ortsvereins- und Stadtverbands-Vorsitzende in ihrem Wahlkreis mit.

28. Dezember 1996

Der Gewerbeverein lost die Gewinner der diesjährigen Weihnachtsaktion aus. Zwei der drei Roller gehen nach Schopfheim, ein dritter nach Zell.

30. Dezember 1996

Nun beginnt es zum Jahresende zu schneien.

31. Dezember 1996

Anfang des kommenden Jahres wird Dr. Günter Zabel für drei Wochen nach Indien gehen, um in Assam indische Mediziner fortzubilden.

Überraschend kommt doch das Aus für die Fahrnauer Post. Pünktlich zum Jahresschluß wird mitgeteilt, daß die Fahrnauer Poststelle am 13. Januar 1997 geschlossen wird. Dies sei unbestritten gewesen, so die Postsprecherin, Margarete Jauernig. Nur der Zeitpunkt war noch offen. Entscheidend sei die Entfernung zum neuen Postamt. Ortrun Schätzle zeigt sich über diese Nachricht »echt sauer und enttäuscht«. Die Entfernung zum Postamt sei nur ein Kriterium des Bundestages, ein anderer, wichtiger Aspekt sei die Auslastung eines Postamtes.

Zum zehnten Mal findet der Silvesterball vom Tanzsportclub »Excelsior Dreiländereck« organisiert in der Stadthalle statt. Schwungvoll und tanzfreudig gehen die Besucher gemeinsam dem Neuen Jahr entgegen.

Traditionell ist der Silvester-Hock der CDU. Fraktionsvorsitzender Rudolf Quandt zeigt sich enttäuscht über die endgültige Schließung der Post in Fahrnau. Am 01. Oktober habe man die Stadtverwaltung aufgefordert, sich mit Nachdruck für den Erhalt der Poststelle einzusetzen. Angesichts von 4.500 Fahrnauer Einwohnern könne man diese Entscheidung nicht gutheißen. Während immer weniger Menschen sich für Ehrenämter und für Mitarbeit in Vereinen und vor allem in politischen Gremien engagierten, so der Kommunalpolitiker, gebe es immer mehr Bürger, die sich zu Protest- und Interessengemeinschaften für oder gegen Entscheidungen zusammenschlössen. Als »Hammer des Jahres« empfindet er den Rausschmiß des Bürgermeisters, den Fachmann in Sachen Wohnungsbauentwicklung, aus dem Aufsichtsrat der SWS. Kurt Härzschel meinte, daß sich die kleinen Leute im Stich gelassen fühlten. Bei ihnen sei das Gefühl groß, daß Tugenden nur von ihnen gefordert würden. Das Potential der Sozialhilfeempfänger wachse, während Reiche sich über Steuer-Paragraphen vor Abgaben drücken könnten. Ortrun Schätzle hingegen meinte, nur ein kleiner Teil der Bevölkerung lebe am Existenz-Minimum. Daß Deutschland zunehmend verarme, gehe an der Realität vorbei.

Leuchtraketen, Böller und andere Knallkörper begleiten auch in Schopfheim die Bevölkerung ins Neue Jahr. Die Stadt liegt unter einer nicht hohen, aber geschlossenen Schneedecke, die dank der anhaltenden Kälte auch hält.